Taking You Home

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
Amerika England
21.01.2020
21.01.2020
1
683
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
21.01.2020 683
 
Alfred hatte den Arm auf die Tischplatte gelegt und beobachtete das rege Treiben in dem Pub. Seinen Freund entdeckte er immer noch nicht. Wie lange brauchte er denn bitte auf der Toilette?

Gerade als Alfred aufstehen und sich auf die Suche nach dem Älteren machen wollte, drängte sich dieser auch schon durch die Menge. Da fiel Alfred wieder ein, wieso Arthur so lange gebraucht hatte: Der Brite war sturzbesoffen.

Als Arthur bei Alfred ankam, schwang er sich rittlings auf seinen Schoß und nahm einen großen Schluck von Alfreds Bier, das auf dem Tisch stand.

Doch so schnell, wie er nach kippte, konnte er nicht schlucken und so kam es, dass Arthur die goldgelbe Flüssigkeit verschüttete. Direkt auf Alfreds Shirt.

„Ups, sorry.“

Der Amerikaner atmete zittrig auf und widerstand dem Drang, Arthur von seinem Schoß zu schmeißen, nach Hause zu bringen und dafür zu sorgen, dass er nie wieder auch nur ein Glas Alkohol in die Hand nahm.

Arthurs Hand fuhr hinunter und streichelte über den befleckten Teil von Alfreds Shirt, als wenn das in irgendeiner Form helfen würde. Ganz im Gegenteil, alles wurde dadurch nur noch schlimmer, da Arthur jetzt Alfreds Oberkörper ertasten konnte.

„Uiii!“, säuselte Arthur, während er über Alfreds Muskeln fuhr. „Sag mal, Süßer ...“

Alfred hob das Kinn an. „Hm?“

Arthurs Mundwinkel zuckten verräterisch. „Bist du Single?“

Alfred konnte nur seufzend den Kopf abwenden. Das Niveau war gesunken, die Atmosphäre ein reinstes Disaster. Ja, das konnte sogar er jetzt merken.

„Sag schooon!“, bedrängte Arthur ihn weiter.

Kopfschüttelnd wendete sich Alfred ihm wieder zu. „Nein.“, antwortete er trocken. „Nein, bin ich nicht.“

Schockiert riss Arthur die grünen Augen auf. „Wie jetzt?!“

Alfred nahm ihm das leere Bierglas ab und stellte es wortlos wieder auf die Tischplatte.

„H-Heißt das, wir können nicht zusammen sein?“, hakte Arthur weinerlich nach.

Oh nein, Alfred wollte keine Tränen sehen.

„Shh.“, machte er und zog Arthur mit einem Arm, der eng um seine Hüfte geschlungen war, näher zu sich heran. „Alles gut, Babe. Kein Grund zum weinen.“

Irgendwie bewirkten diese Worte genau das Gegenteil von dem, was sie bewirken sollten. Denn jetzt brach Arthur ungehemmt in Schluchzen aus.

„N-Nenn mich nicht so! Du musst wissen ... Fremdgehen ist eine echt blöde Sache! Das macht man nicht!“

„Ich weiß.“, entgegnete Alfred. „Und ich habe auch keinen Grund, sowas zu tun.“

Arthur hatte innegehalten und auch seine Hand bewegte sich jetzt nicht mehr über Alfreds Oberkörper. „Er muss echt toll sein.“, setzte er nachdenklich an.

Jetzt grinste Alfred. „Ist er.“

Mit diesen Worten beugte er sich zu Arthur vor, umfasste sein Becken mit beiden Armen und küsste ihn. Er konnte förmlich Arthurs Irritation fühlen, doch die machte Alfred nichts aus, genauso wenig wie der Geschmack von Alkohol.

Da schien Arthur auf einmal die Initiative zu ergreifen. Er schlang seine Arme um Alfreds Hals und vertiefte den Kuss innig. Doch es dauerte nicht lange, bis sich seine Hände gefährlich weit südwärts bewegten und schon an Alfreds Gürtel herum fuchtelten.

Alfred gab einen warnenden Laut von sich und Arthur ließ augenblicklich mit einem unschuldigen Kichern ab.

„Es wird höchste Zeit für dich, nach Hause zu gehen.“, stellte Alfred fest.

Enttäuscht ließ Arthur den Kopf sinken. „Ich will bei dir bleiben.“, murmelte er.

Alfred drückte Arthur einen letzten Kuss gegen die Schläfe, bevor er seinen Freund anhob und auf dem dunklen Holzboden des Pubs absetzte. Er trieb Arthur voran, darauf achtend, dass er nicht fiel. Draußen angekommen atmeten die beiden die frische Nachtluft.

„Mein Haus ist ganz in der Nähe.“, warf Arthur ein und jetzt war der Unterton in seiner Stimme wieder verdächtig verführerisch.

„Was für ein Zufall, meins auch.“, entgegnete Alfred amüsiert.

„Meins liegt in dieser Richtung ...“, Arthur nickte nach links, „... Dann beim Straßenverkehr irgendwo rechts ...“

Alfred war froh zu hören, dass Arthur zumindest noch Ansätze für seinen Weg nach Hause kannte.

„Mein Haus liegt auch in der Ecke!“, sagte Alfred gespielt überrascht.

„Ehrlich?“, fragte Arthur baff.

Wenn er in seinem Zustand doch noch wüsste, voll wie vieler wunderbarer Erinnerungen an ihre Zweisamkeit das Haus war.

Alfred lächelte und umfasste die Hand seines Freundes. „Lass uns nach Hause gehen, Arthur.“
Review schreiben