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Les Amis de AUA

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Mix
Combeferre Courfeyrac Enjolras Grantaire Jean "Jehan" Prouvaire Joly
21.01.2020
16.04.2020
21
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21.01.2020 643
 
Schande über mich. Ich bin wirklich sehr, sehr spät dran.
Aber lieber später als nie. ;P


~°~

Musichettas Leben in Jolys Händen
  #whumptober2019 #no.1 #Shaky Hands #„Wake up!“

„Scheiße! Scheiße! Scheiße!“
Joly fährt mit seinen Händen über Musichettas Kopf. Ihre Haare kleben durch das Blut, welches sich aus der Wunde auf ihrer Stirn ergießt. Zum Glück kann er keine weitere Verletzung finden.
Ein lautes Klirren ertönt und instinktiv lehnt sich Joly über Musichettas Körper, um sie vor den herabfallenden Glasscherben zu schützen. Er muss sie in Sicherheit bringen. Behutsam fährt er mit seinen Fingerspitzen über ihre Wange, bevor er sich wieder aufsetzt. Er reckt seinen Kopf, um über den Tresen zu sehen. Hinter jenem ist die Prügelei noch immer in vollem Gange.
Er beobachtet wie Bahorel soeben dabei ist Jehan zu verteidigen. Abwechselnd schlägt er auf zwei Männer ein, sodass diese keine Chance haben, eine Hand an Jehan zu legen. Jener ist indes bemüht Bahorel den Rücken freizuhalten. Wie eine Furie stürzt sich eine Frau auf Jehan, von welcher Joly zuvor geglaubt hatte, dass sie keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Offensichtlich hatte er sich getäuscht.
„Joly!“ Er blickt zu Éponine hinüber, welche soeben auf allen Vieren um die Ecke des Tresens auf ihn zukraucht. „Wie geht es ihr?“
„Ich weiß es nicht“, gesteht er. „Da ist so viel Blut. Ich wollte den Notruf wählen, doch mein Handy ist kaputt. Ich … ich weiß nicht, wie ich ihr helfen soll.“
„Feu hat einen Notruf abgesetzt.“ Éponine ergreift seine Hand. „Konzentriere dich.“
Joly blickt auf seine Hände. Er hatte nicht bemerkt, wie sehr sie zittern.
„Wir müssen sie nach draußen bringen.“
Seine Aussage wird von einem lauten Knall unterstrichen, als ein Stuhl neben ihnen landet. Ohne zu zögern, ergreifen sie Musichetta und tragen sie eilig hinaus aus der Bar. Erschrocken weichen die Passanten vor ihnen zurück, als sie Musichetta auf dem Gehweg ablegen. Joly legt ihren Kopf auf seinen Beinen ab, verdeckt allerdings auf diese Weise das Licht der Straßenlaterne. Er hatte beinahe vergessen, wie spät es geworden ist. Doch wen interessiert die Zeit?
„Ich brauche Licht“, weist er Éponine an.
Sofort zieht Éponine ihr Handy aus der Tasche und schaltet die Lampe ein. Sie richtet sie auf Musichettas Kopf. In dem hellen weißen Licht erscheint ihre Haut blasser, als gesund sein sollte.
„Chetta. Wach auf!“
Sacht schlägt Joly gegen Musichettas Wange. Haltlos sackt ihr Kopf zur Seite. Fest beißt sich Joly auf die Unterlippe.
„Wie ist das überhaupt geschehen?“, fragt Éponine.
„Jemand hat eine Bierflasche geworfen. Sie hat sie abbekommen.“
Joly gleitet mit seinen Händen über Musichettas Körper, doch außer der tiefen Kopfwunde kann er keine weitere Verletzung entdecken. Nicht, dass es ihn beruhigen würde. Immerhin ist er kein CT-Gerät. Wer weiß schon, was in ihrem Inneren vorgeht. Mit genug Kraft kann selbst eine Bierflasche den Tod bringen.
Ein Schluchzen ertönt und fest presst Joly eine Hand gegen seinen Mund, um einen weiteren zu unterdrücken. Er schließt die Augen. Er erträgt es keine weitere Sekunde, Musichettas regloses Gesicht zu sehen.
Das Aufheulen der Sirenen erscheint ihm als Erlösung und nur wenige Minuten schieben die Rettungskräfte Musichetta in den Wagen. Schweigend blicken Joly und Éponine hinterher, bis der Wagen um die nächste Ecke verschwindet.
„Na komm“, sagt Éponine schließlich. „Ich fahr dich nach Hause und danach ins Krankenhaus.“
Joly schüttelt den Kopf. „Danke für das Angebot, aber Boss ist noch da drin. Und unsere Freunde.“
„Selber Schuld, wenn sie einen Streit vom Zaun brechen“, brummt Éponine. „Wir werden noch alle verhaftet werden.“
„Du kannst gerne hier warten.“
„Und den ganzen Spaß verpassen? Niemals.“
Mit einem lauten Klirren fliegt ein Schuh durch das Frontfenster der Bar.
„Bist du dir sicher?“, fragt Joly kichernd. Irgendetwas läuft soeben bei seinen Hormonen ganz schief.
„Darauf kannst du wetten.“
Joly geht voraus. Mit ruhigen Händen öffnet er die Tür und stürzt sich in das Inferno.
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