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Zeitverschiebungen und "brauner" Ärger

GeschichteMystery, Familie / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character)
20.01.2020
20.01.2020
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20.01.2020 19.703
 
Der Höllenfürst tauchte in der Küche wieder auf, griff nach dem Fläschchen mit den Magentropfen und trank gleich einen kleinen Schluck, obwohl er wusste, dass er eigentlich nur maximal drei bis vier Tropfen täglich davon nehmen durfte, laut Sandalephons Anweisung, was ihm aber im Moment ziemlich egal war.
Er zauberte sich in sein Arbeitszimmer in der Hölle, wo Samyaza gerade an Lucifers Schreibtisch saß und Papierkram erledigte. Sein Freund und Stellvertreter hob den Kopf. "Geht es dir gut? Du siehst grauenvoll aus, wenn ich das mal anmerken darf. "Ich koche innerlich vor Wut. Dieser Philip ist echt das Letzte. Sag mal hast du irgendwelche Neuzugänge die es verdient haben gefoltert zu werden?" Er sah seinen Chef etwas überrascht an. "Du willst jemand foltern? Also wir hätten da einen Frauenmörder, einen Vergewaltiger und einen Kinderschänder reinbekommen. Ich denke die haben definitiv die Folter verdient." antwortete Samyaza. "Gib mir die Akte von dem Kinderschänder ich kümmere mich um dieses Stück Dreck!" sagte er sichtlich wütend. Er überflog kurz die Akte und sah nach wo er untergebracht war und verschwand. "Bitte helfen Sie mir, lassen sie mich hier raus." bettelte der Mann als der Höllenfürst eintrat. "Warum sollte ich einen Kinderschänder verschonen?" fragte er mit furchteinflößender Stimme. Er griff nach dem Kopf des Mannes und drang mit schwarzer Magie und für für den Mann spürbar mit roher Gewalt in seine Gedanken ein, was ihm fürchterliche Schmerzen bereitete. Er wollte sehen ob der Mann wirklich schuldig war, was er da sah ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren und versetzte ihm einen stechenden Schmerz in der Herzgegend, so dass er von dem Mann abließ und vor Schmerz zusammenzuckte. Als der Schmerz nachgelassen hatte atmete er tief durch und und hielt im nächsten Moment eine Lederpeitsche in der Hand.
Hart und brutal schlug er auf den Mann ein, immer fester und fester. Er ließ seine ganze Wut an ihm aus. Der Mann keuchte und wimmerte vor Schmerz. "Zu deiner Info - ich bin Lucifer, der Fürst der Hölle und ich bin heute sehr wütend, was du getan hast ist mit keiner Folter abgegolten!“ Der Gefolterte erschrak, als der Teufel plötzlich eine Peitsche aus Stacheldraht in der Hand hielt. "Nein - bitte nicht! Sie bringen mich damit ja um!" brüllte der Mann. Lucifer lachte laut auf. "Du Narr. Du bist doch schon tot. Du wurdest im Gefängnis von einigen Häftlingen hingerichtet die eh nichts mehr zu verlieren haben - bei drei oder vier Mal lebenslänglich, wurdest in die Hölle geschickt um hier deine gerechte Strafe zu erhalten. Sterben kannst du nicht. Leiden ja - aber nicht sterben!" antwortete er und schlug kräftig zu. Der Mann brüllte vor Schmerz. Lucifer ließ seinem Zorn und seinen negativen Gefühlen freien Lauf, wobei seine Schläge immer brutaler wurden. Er hörte erst auf als der Mann vor Schmerz bewusstlos wurde. Er ließ die Peitsche verschwinden und trat dich neben den blutüberströmten Mann. "Du hast es verdient, und ich konnte mich wenigstens mal wieder richtig austoben und meinem Zorn freien Lauf lassen. Du wirst ganz langsam wieder regenerieren. Du wirst keine Chance auf Begnadigung haben. Deinesgleichen steht bei mir ganz oben auf der Liste der schlimmsten und brutalsten Folterung und glaub mir, das heut war erst der Anfang." flüsterte er dem Mann bedrohlich ins Ohr. Seine Wut hatte sich in Trauer verwandelt. Er fand es schrecklich, was er in den Gedanken des Mannes gesehen hatte.
Er tauchte am Strand vor seinem Haus auf, wo Thalia mit den Kindern spielte. Er lief zu ihnen und umarmte seine Kinder und Aine und drückte sie ganz fest. "Ist alles in Ordnung Papa?" fragte Luciano, der fühlte dass irgendetwas vorgefallen war. "Ja, wisst ihr eigentlich wie glücklich ihr mich macht?" flüsterte er. Er sah lächelnd zu Thalia. Anschließend spielte er mit den Kindern am Strand. Am Abend als die Kinder im Bett waren zog er sich in den Stall zurück und ritt mit seinem schwarzen Hengst aus.
Die nächsten Tage verliefen ruhig. Seine Studenten bemerkten wieder einmal, dass er anders war als sonst. Die Vorlesungen waren zwar absolut spannend und megagut, aber er war nicht mehr so locker wie noch am Montag und am Dienstag, als er Signore Delano zweimal wegen seines Schlafverhaltens angesprochen hatte.
Am Samstagmorgen stand er sehr früh in der Küche, wo er sich einen Kaffee mit einem großzügigen Schuss Whiskey zubereitete. Er zog seinen schwarzen Ledermantel über und zauberte sich auf den Campus der Universität, wo er sich mit seinen Studenten treffen wollte. Da er sehr früh dort war setzte er sich auf eine Bank und zündete sich noch eine Zigarette an. Nach und nach trafen auch seine Studenten ein. Hinter ihm räusperte sich jemand. "Signore Farese... Signorita Farese..." "Dr. Rayne... ich... also Laurentia und ich wollten uns bedanken, dass Sie sie gerettet haben, vor Tante Clarice... Und wir dachten..." begann Andrea Farese. Seine Schwester reichte dem Höllenfürsten ein Kästchen. "Wir dachten, dass dies Ihnen gehört... oder zumindest bei Ihnen besser aufgehoben ist..." Er öffnete es und erblickte eine kostbare Athame, die für schwarze Messen verwendet wurde und eine Metallschreibfeder aus Gold für Pakte - was die Zier eindeutig zeigte. "Die Farese-Athame? Die Athame mit der jede schwarze Messe gefeiert wurde und die Farese-Feder mit der jeder Pakt mit Blut unterzeichnet wurde?" Laurentia nickte. "Ich... Tante Clarice hat mich ja... sie wollte ja in meinem Körper weiterleben, mit ihrem Gehirn... und daher hat sie in ihrem Testament verfügt, dass ich ihre Erbin bin. Da Tante Clarice - was Sie sicher wissen - letzte Woche einen Herzinfarkt hatte und verstarb, gehört mir das Vermögen und alles... aber ich will die satanische Tradition nicht, Dr. Rayne. Ich will... ich möchte weiter Medizin studieren und Gutes mit dem Geld tun... ich..."
Der Höllenfürst hob die Hand. "Sie wissen, dass das Vermögen mit meinem Beistand erworben wurde und ich es auch wieder nehmen kann?" Laurentia Farese zuckte zusammen, dann nickte sie. "Bitte, Dr. Rayne, tun Sie das nicht! Wenn Sie eine... eine Seele dafür wollen, nehmen Sie meine, aber..." "Eine freiwillig gebotene Seele die für eine andere geboten wird, die bringt mir nichts, Signore Farese... Sie haben keinen Nutzen von dem Pakt." Er sah Laurentia streng an. "Ich werde ein Auge auf Sie haben, Signorina Farese! Sollten Sie den hehren Zielen, die Sie sich gesetzt haben zuwider handeln, dann werde ich Ihnen dieses Kästchen zurückgeben und sie auffordern die Feder zu benutzen um ihren Namen mit ihrem Blut unter einen Pakt zu setzen!" Laurentia nickte tapfer. "Verstanden, Dr. Rayne - und akzeptiert." Er hielt ihr die Hand hin, und sie ergriff sie. "Wollen Sie die Exkursion mitmachen?" "Wenn ich darf, gern. Andrea ist ganz begeistert von Ihren Vorlesungen." "Dann willkommen!"
Der Höllenfürst sah sich um - als letzter hastete Sebastiano Delano um die Ecke. "So, dann sind wir vollzählig. Schön, dass Sie es geschafft haben, Signore Delano. Bitte fassen Sie einander an den Händen! Das macht es für mich leichter Sie alle zu erfassen um Sie dorthin zu teleportieren wohin die Exkursion geht!" Die Studenten gehorchten und er hörte Andrea Farese seiner Schwester zuflüstern: "Das ist irgendwie irre - ein komisches Gefühl, aber total abgefahren!" Er musste grinsen. Gleich darauf standen sie nahe der Brücke. "Mittels Illusion kann ich Ihnen ein Bild davon vermitteln was hier vor gut 1700 Jahren abgelaufen ist an jenem 28. Oktober..." Vor den Studenten erschienen die Legionen von Konstantin und Maxentius wie Schemen - nur etwas dichter.  Fasziniert sahen die jungen Leute zu. Sie spürten die Zeitraffer und hatten nach zwei Stunden so die gesamte Schlacht mitbekommen.
Der Höllenfürst ließ ein großes Zelt erscheinen und Stühle darin. "So: Wer möchte, kann ein paar Bilder machen und anschließend setzen Sie sich, dann können wir das Gesehene besprechen!" rief er. Die Studenten gehorchten, total begeistert von dem was sie erlebt hatten. Die nächste Stunde diskutierten sie über die Schlacht, ihren Verlauf und die Fehler die Maxentius ihrer Meinung nach gemacht und wo Konstantin geschickt agiert hatte. "So, dann bitte zu Übermorgen: Fassen Sie Ihre persönlichen Eindrücke zusammen, mindestens zwei - höchstens vier Seiten. Und dann nehmen Sie einander wieder bei den Händen! Wir reisen ab!" Zelt und Stühle verschwanden und die gesamte Gruppe erschien wieder auf dem Campus.
"Das war so cool, Dr. Rayne!" rief Elisa begeistert. Der Höllenfürst grinste. "Freut mich, Elisa, dass es dich beeindruckt hat. Ich habe mitgekriegt, dass du Morgen ein Date hast?" Sie errötete. "Ähm... jein... Euangelion hat von so vielem keine Ahnung. Er weiß nicht mal richtig wie es ist ins Theater zu gehen. Er glaubt immer noch das wäre sowas wie Gladiatorenkämpfe." Sie kicherte. "Und als ich in Paris war... also ich habe Karten für die Oper besorgt. Ich glaube "Mam’zelle Nitouche" von Hervé wird ihm gefallen." Der Höllenfürst lächelte. "Haben Sie ein Kleid?" "Naturellement, le petit noir - das kleine Schwarze..." Der Höllenfürst lächelte. "Ich glaube, ich schicke sie mit Signorina Castaldi und Astaroth einkaufen..."
Im selben Moment standen die beiden da. "Lucifer, was soll das... Callie und ich haben uns gerade unterhalten während wir mit Ilse und Chrisathea gekocht haben!" meinte Astaroth verärgert. Der Höllenfürst grinste. "Hör auf zu jammern, Elisa braucht für Morgen was für die Oper - sie geht mit Euangelion!" Der Erzseraph beider Seiten lächelte erfreut. "Wow, Elisa, Kleines! Das hat er mir gar nicht gesagt! Ich freue mich! Und klar, dafür brauchst du was Schickes..." Er wandte sich an die südländische Schönheit an seiner Seite. "Callie, das ist Elisa Ginevra Tardi - Lucifers Hiwine und Euangelions Freundin und das wird so einen Spaß machen meinen Kollegen zu verblüffen wenn er eine wunderhübsche Begleiterin hat, elegant, gut gekleidet..." Die junge Frau lächelte. "Oh ja, bitte, Elisa, lassen Sie Astaroth und mich helfen, ich bin übrigens Calliope Castaldi-Kiriaitidou, die Schwester... na ja... von Thalia, dem Kindermädchen von Dr. Rayne und..." sie hüstelte verlegen, "Sie haben Astaroth ja in der Botschaft etwas vertreten und sicher so auch mitbekommen, dass mein Gehirn getauscht worden ist... und... Aber jetzt bin ich wieder Calliope..." Elisa lächelte verlegen. "Das ist doch gar nicht nötig... ich..." "Unsinn Elisa, Schätzchen! Euangelion ist einer meiner besten Freunde und du ebenso!" widersprach Astaroth. "Oh, lass uns bei Valentino gucken. Elisa ist vom Teint und vom Typ her ein wenig wie Thalia und ich habe da ein leichtes rotes Abendkleid gesehen... mit Schmetterlingen... Das könnte ihr so gut stehen!" schlug Calliope vor und Astaroth nickte grinsend. "Vertrau Callie und mir einfach, Kleines..." sagte er und nickte dem Höllenfürsten zu, der sagte: "Die Rechnung schick mir und..." Astaroth schnaubte. "Für Elisas Garderobe komme ich auf, Chef: Erstens sind das sozusagen "Spesen" dafür, dass sie mich vertreten hat und Zweitens ist es für Euangelion! Und ich bin auch nicht gerade arm...!"  meinte er und verschwand mit ihr und Calliope.
"Das war doch... Morena Castaldi..." murmelte Laurentia Farese leise. Der Höllenfürst drehte sich um. "Nein, das war Calliope Castaldi-Kiriaitidou..." "Oh, Sie konnten es rückgängig machen? Das war... also Tante Clarice hat mir mit dieser Morena erklärt, was sie vorhaben... dass sie mir Tante Clarices Hirn einsetzten werden..." "Ja, der himmlische Vater hat das rückgängig gemacht. so gut und vorteilhaft wie möglich..." Sebastiano Delano trat vor ihn., während die anderen Studenten bereits nach Hause gingen. "Dr. Rayne? Ich wollte mich bei ihnen bedanken. Ich habe ein neues Jobangebot bekommen, als Hausmeister für zwei Mietshäuser in Rom. Ein gewisser Euangelion hat mir diese Stelle angeboten im Auftrag eines Lucian B. Rayne. das sind doch Sie, oder?" Dieser lächelte. "Jedenfalls, ich habe mir das durch den Kopf gehen lassen und werde den Job wohl annehmen, denn da kann ich mich nach den Vorlesungen um die Häuser kümmern und anschließend meine Hausarbeiten schreiben und lernen und am Wochenende habe ich dann auch mehr Freizeit und muss mir nicht die Nächte um die Ohren schlagen. Vielen Dank Dr. Rayne. Die Bezahlung ist ausgesprochen großzügig und ich ... aber ist das nicht ein wenig ..." "Freut mich, dass Sie sich entschlossen haben mein Angebot anzunehmen und was für Sie viel erscheinen mag ist für mich nur eine Kleinigkeit. Ich habe mehr als genug Geld und verdiene durch meine laufenden und neuen Geschäfte, die ich immer wieder an Land ziehe mehr als genug. Also genießen Sie es und nutzen Sie die Nacht in Zukunft zum Schlafen." antwortete sein angehender Professor. "Danke, dass Sie mir geholfen haben." Er lächelte abermals. "Dann bis Montag und hoffentlich ausgeschlafen." sagte der Höllenfürst und verschwand. Er tauchte auf seiner Strandterrasse auf Norderney wieder auf und setzte sich zu seiner Familie, Ilse stand auf und kam kurz darauf mit einem fantastisch riechenden Pharisäer für ihren Sohn wieder zurück.
"Wie war deine Exkursion, Lucifer, Liebling?" fragte Selvaggia. Er lächelte. "Oh, ich denke, meine Studenten fanden es sehr lehrreich... Ich habe ihnen eine Illusion von der Schlacht gezeigt - im Zeitraffer und anschließend haben wir darüber diskutiert. Elisa, meine Hiwine, meinte "das war so cool!". Ich denke übrigens, sie wird nachher mit Astaroth und Calliope vorbei kommen. Sie will nämlich morgen mit Euangelion in die Oper und ich habe sie mit den beiden ein Kleid kaufen geschickt." "Oh, ich freue mich für Euangelion!" rief Selvaggia. Chrisathea, die gerade Strümpfe aus der Lämmchenwolle von Linnéas Schafen strickte, lächelte. "Wenn Calliope mit ihr einkauft muss diese Elisa ein nettes Mädchen sein - und genauso dieser Euangelion..." "Oh ja, Onkel Euangelion ist toll! Der ist Papas Sekretär und immer total lieb." Der Höllenfürst sah den Hausgast an. "Chrisathea... was hältst du von Astaroth? Ich meine, als ... Freund von Calliope...?" Thalia sah erstaunt hoch, schwieg jedoch. "Hm... ich finde ihn sehr sympathisch, ruhig, sehr viel Tiefe... er hat seine Geheimnisse, ganz offensichtlich... und ich glaube, Callie hat sich ein wenig in ihn verguckt... und sie mag auch die kleine Ainé und deinen Neffen Christian recht gern... aber ist er nicht... also ich will ihm ja nicht zu nahe treten... aber... er ist glaube ich ja... "vom anderen Ufer"... wie man so sagt."
Lucifer verschluckte sich heftig an seinem Pharsäer, von dem er gerade einen Schluck getrunken hatte. Er trank nochmal einen Schluck, als er mit Husten aufgehört hatte und räusperte sich. "Astaroth ist nicht vom anderen Ufer. Das ist eine längere Geschichte. Astaroth und Astarte sind ein und die selbe Person. Als Astarte hat sie Philip verführt, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, nachdem ich mit Selvaggia zusammen war. Jedenfalls war das zu Anfang so. Ich weiß nicht genau über ihre/seine Gefühle Bescheid, aber als er immer mehr Astaroth war haben die beiden auch ... also na ja du weißt schon. Aber ich denke er ist definitiv nicht ausschließlich vom anderen Ufer. Im Gegenteil, ich könnte mir vorstellen, dass es ihm als Mann sehr gut gefällt, aber das ... müssen die beiden machen und das hat ja auch noch ein bisschen Zeit. Er wird den richtigen Zeitpunkt wissen und ... mach dir keine Sorgen, Calliope wird glücklich sein. Ich kenne Astaroth." Chrisathea lächelte zufrieden. "Ich weiß gar nicht warum meine Tochter und ihr Mann so gegen dich sind und ihre Kinder deshalb verstoßen. Du bist doch sehr nett und vor allem so großzügig zu Thalia. Und ..." Sie seufzte etwas traurig. Der Höllenfürst lächelte. "Freut mich, dass du mich nett findest, aber du weißt wer ich bin und als Fürst der Hölle muss ich auch meinen höllischen Geschäften nachgehen und da bin ich oft alles andere als freundlich. Ich habe durchaus auch eine dunkle Seite und kann unter Umständen auch sehr fies sein. Meine Familie und Freunde wissen das und kommen damit zurecht, aber das schaffen eben nicht alle Menschen. Ich freue mich sehr, dass du zu ihnen gehörst, Chrisathea. Schon wegen Thalia und Calliope." erklärte er ruhig. Die Großmutter der beiden jungen Frauen lächelte. "Man muss dich doch einfach mögen, wenn man dich näher kennt. Zugegeben zu Anfang war mir auch ein wenig mulmig. Ich hatte nicht direkt Angst aber ... jetzt sehe ich einen sehr netten, großzügigen und liebenswürdigen Mann, der seine Familie liebt und alles für sie tun würde und was du in der Hölle machst ist mir egal. Du tust dort doch nur deine Pflicht." Der Höllenfürst lächelte.
"Was haltet ihr davon, wenn wir heute Abend Grillen?" fragte Ilse. "Das ist cool Oma, das machen wir!" rief Luciano begeistert. Christian kam mit Jasper auf die Strandterrasse. Er umarmte seinen Onkel. "Hallo Onkel Lucifer, wie war deine Exkursion?" erkundigte er sich. "Sehr nett, ich denke meinen Studenten hat es gefallen." antwortete er. "Onkel Lucifer, wenn du Lust hast und nicht kaputt bist, dann könntest du doch mit uns ausreiten? Wir hätten total Lust darauf und ich glaube meine Cousinen und Cousins bestimmt auch. "Oh ja Papa, Wir kommen auch mit! Ausreiten mit dir macht es so viel Spaß!" Er seufzte lächelnd. "Dann lasst mich nur noch austrinken und mein Stück Apfelkuchen essen, dann können wir los." antwortete er den Kindern.
Lucifer und die Kinder hatten viel Spaß beim Ausreiten. Als sie zurück kamen, waren Astaroth und Calliope mit Elisa wieder zurück. auch Kat und Sandalephon und Michael mit Maria und Metatron und Cassandra waren anwesend. Ilse hatte auch Hagiel und Mathilde einladen wollen, aber die beiden waren mit ihren Drillingen in Urlaub gefahren.
"Habt ihr ein Kleid gefunden?" wollte Lucifer wissen. "Oh ja, es ist wunderschön! Astaroth hat einen ausgezeichneten Geschmack und er wusste genau was mir steht. Dann haben wir uns etwas zu Trinken gekauft und dies am Ufer der Seine getrunken und die Sonne genossen. Paris ist wirklich eine tolle Stadt und dann hat er mich bei Cartier gezwungen Schmuck auszusuchen... und als er nicht zufrieden war, da hat er extra deren einen Schmuckdesigner und Goldschmied rufen lassen... und... und - dieser Monsieur Mardoune, bei dem wir Schmuck gekauft haben, der wusste sogar wer er ist und war trotzdem ganz freundlich und meinte dann wir sollen den beiden Botschaftern des Boulevard Haussmann und auch Sandalephon und ihren Frauen einen Gruß ausrichten." erzählte Elisa etwas verlegen. "Danke." sagten die drei Engel gleichzeitig und grinsten. Der Hausherr wandte sich an sein Kindermädchen. "Thalia, du hast zwar am Wochenende meistens zur freien Verfügung, aber nächsten Samstag müsstest du mal auf die Kinder aufpassen so für zwei bis drei Stunden am Vormittag. Ich habe mit Selvi etwas vor." Die junge Griechin nickte. "Klar kein Problem, Lucian. Ich verbringe doch auch am Wochenende öfter meine Zeit mit den Kindern, sie sind so lieb und ich mag sie alle gern, das weißt du doch." antwortete sie. "Danke Thalia." sagte ihr Chef freundlich lächelnd.
"Was haben wir denn vor?" fragte Selvaggia neugierig. "Lass dich überraschen. Und du brauchst auch gar nicht mehr weiter fragen,. Ich werde es dir nicht verraten." antwortete er grinsend. "Oh eine ganze Woche warten und überlegen was es wohl sein kann. Das ist hart." murmelte die schöne Hexe. "Ach das schaffst du doch mit links. Es gibt Personen die haben über Wochen, sogar Monate hinweg Geheimnisse und spannen so ihre Mitmenschen auf die Folter." antwortete er sarkastisch. Katherine die erst vor kurzem ein Gespräch mit ihrem Lieblingsonkel hatte wusste worauf er anspielte und warf ihm einen Blick zu, den sie dann zu ihrer Tante wandern ließ, merkte aber dass diese die Worte ihres Mannes nicht auf sich bezog.
Astaroth griff sanft nach Calliopes Hand. "Wir könnten mit dir und den Kindern einen Ausflug machen, Thalia. Und vielleicht möchte deine Großmutter auch mitkommen. Was meinst du?" "Oh ja, bitte, ich habe eine... also ähm... inzwischen... durch diesen... Hirntausch... ich habe eine Yacht... wir könnten im Mittelmeer... oder wir könnten in Venedig mit der Gondel fahren... oder...!" rief Calliope begeistert. Astaroth lachte. "Agapi mou, du bist nicht mehr die kleine Calliope Portalou, sondern die nach menschlichem Ermessen verdammt reiche Calliope Castaldi-Kiriaitidou! Du musst nicht verlegen sein." sagte er sanft. Sein Blick fiel auf Chrisathea, die ihn forschend musterte. "Kyria Kiriaitidou, darf ich fragen worüber Sie nachdenken, wenn Sie mich so forschend mustern? Ich könnte natürlich Ihre Gedanken lesen, aber das ohne Ihr Einverständnis zu tun wäre unhöflich und respektlos und das möchte ich nicht!" Die alte Dame räusperte sich. "Ich... Ich dachte, Sie... sind andersrum... weil Sie doch mit... mit dem Vater von Christian und Ainé..." Astaroth lächelte mild und auch etwas traurig. Sein Blick fiel auf seine Kinder, die begeistert mit Maurice und den Kindern des Höllenfürsten, aber auch mit Jasper, der zum Grillen eingeladen war, beschäftigt waren das Fleisch zu marinieren und kleine Gemüse-Fleischspieße zu stecken.
"Liebe, Zuneigung... all das beruht auch auf Vertrauen, auf Akzeptanz - auf Akzeptanz nicht nur eines Aspekts des Gegenübers sondern auf der Akzeptanz des Gesamtpakets sozusagen. Ich kann nicht nur einen Teil nehmen... Und ich kann von einem lebenden, fühlenden Wesen nicht verlangen, dass es sich komplett verändert, Teile seines Seins völlig... ignoriert, negiert, ja verleugnet. Philip war... eine kurze Zeit Teil meines Lebens, eine Zeit die begonnen hat, als ich noch nicht Seraphim beider Seiten war, eine Zeit in der ich in dieser Gestalt nicht mit Ihnen hätte verbal reden können, Kyria Kiriaitidou, sondern nur in Gedanken und ich hätte mich sehr zurückhalten müssen um Ihre Gedanken mit meinen nicht regelrecht zu zerquetschen - denn ich bin was ich bin: Einer der Seraphim. Zudem bin ich nicht gerade ein geringer... ich war Mitglied des himmlischen Rates bevor ich Lucifer folgte und mir wurde die Stimme genommen, damit ich mein Wissen nicht mitteilen konnte. Als Astarte konnte ich mich verbal mitteilen und es war einfacher die sympathische, sexy Sekretärin von Metatron zu sein und nicht der stumme Sekretär. Es war auch für Euangelion angenehmer, denn er war ein kleiner Engel bevor er zum Dynameis erhoben wurde... was eine große Ehre war. Als ich vor knapp zwei Jahren zum Erzseraphim beider Seiten wurde bekam ich auch meine Stimme zurück, Kyria Kiriaitidou, und ich habe gemerkt, dass ich eigentlich lieber Astaroth bin... und damit hatte Philip ein noch größeres Problem als er mit mir in der Gestalt der Astarte  oder Aschera ohnehin schon hatte. Immerhin wird der Name meines weiblichen Aspekts in der Bibel drei Mal im 2. Könige und einmal im 1. Könige verunglimpft. Und er hat mich vor meiner Tochter als "die Hure" oder "die ketzerische, heidnische Hurengöttin" bezeichnet - in meiner Abwesenheit, aber ich habe es in Ainés Gedanken gelesen..."
Chrisathea sah den dunkelhaarigen Seraph entsetzt an. "Wie konnte dieser unmögliche Mann nur?! Wobei... ich gestehe, ich hatte gedacht, du seiest... nun ja..." Sie lachte nervös. Astaroth sah sie interessiert an, lächelte und meinte: "Da du mich duzt, nehme ich im Gegenzug das Recht in Anspruch dich ebenso zu duzen... Also, Chrisathea: Spuck's aus, was dachtest du sei ich? Was genau meinst du mit "andersrum"? Ich glaube, ich verstehe nicht ganz..." Calliope kicherte. "Ich vermute, Yaya hat gedacht, du wärst omofylófilos... ähm..." Astaroth hustete, als er sich an seinem Wein verschluckte. "Du glaubtest ich sei homosexuell, Chrisathea?" keuchte er. Die alte Dame errötete und nickte. Astaroth begann zu lachen. "Mit Sicherheit nicht, meine Liebe, ich weiß die weibliche Schönheit durchaus zu schätzen... ich bin allenfalls... bisexuell - dadurch, dass ich auch Astarte sein kann, aber ich bin bestimmt nicht nur an Männern interessiert! Und ich bin definitiv an Calliope interessiert, das leugne ich gar nicht... und Vater kann Christian und Ainé durchaus die Erinnerung an Philip nehmen und..." Er lächelte der jungen Frau an seiner Seite liebevoll zu, "wenn Calliope und ich zusammenfinden, Chrisathea, dann... nun, als Astarte hat Vater mir Kinder versagt - was ich verständlich finde und fand... ich denke allerdings, dass er mir als Astaroth nicht unbedingt Kinder mit einer wundervollen Frau an meiner Seite versagen würde... und ich rede von eigenen, Kindern in denen sich die Gene von Calliope und mir vereinen..." Calliope errötete und erwiderte den liebevollen Blick. "Ich weiß, dass Kerubiel angefragt hat, ob er Thalia umwerben darf, Chrisathea und ich würde es ihm gern gleichtun: Ich bitte dich um Erlaubnis Calliope den Hof machen zu dürfen..." Die alte Dame nickte. "Ich habe das Gefühl, dass meine Enkelin sehr glücklich mit dir ist, Astaroth, ja, von Herzen gern - und deine Kinder mögen sie auch, das merke ich." "Vielen Dank, Yaya..." antwortete Astaroth mit einem Zwinkern.
In diesem Moment kam Odakota zu ihm und legte seinen Kopf auf Astaroths Knie. "Der Wolf deiner Tochter mag dich. Tiere spüren vieles... du bist ein guter Mann, Astaroth. Wie könnte ich dagegen sein?" Der Seraph grinste. "Du weißt aber schon, dass es in der Goetia, auch als "Der kleinere Schlüssel Salomonis" bezeichnet, von mir heißt ich ritte auf einem Höllendrachen oder einem Wolf und hielte in der rechten Hand eine Viper. Gut, die Viper... hm... Ja... sie hat angezeigt wer oder was ich gerade bin... war ich Astarte war sie schwarz, war ich Astaroth weiß... und es heißt von mir, ich kenne Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und alle Geheimnisse und könne sie enthüllen..." Chrisathea Kiriaitidou zuckte mit den Schultern. "Und genauso heißt es von dir, dass du Menschen in den allgemeinen Wissenschaften unterrichtest und darüber hinaus der Schutzherr der freien Künste bist!" Überrascht hob Astaroth eine Augenbraue. "Du hast die Goetia gelesen?" fragte er. Die alte Dame lächelte. "Eher Auszüge davon... als Thalia bei Lucian angefangen hat, oder besser in der Kindertagesstätte, da habe ich mich über das "Umfeld" sozusagen informiert..." gestand sie. "Außerdem ist er einer der höllischen Herzöge, General von 40 Legionen und darüber hinaus mein Schatzmeister in der Hölle..." fügte der Höllenfürst hinzu. Calliope keuchte auf. "Du... du bist was?" fragte sie und sah Astaroth ungläubig an. Astaroth grinste. "Nur der Sekretär des himmlischen Botschafters... neben dem einen oder anderen ist das eigentlich meine Haupttätigkeit... okay... ich bin natürlich auch in einigen Wirtschaftsbereichen umtriebig, aber..." "Ich rede davon, dass du adelig bist und... und..." stotterte Calliope. Astaroth lachte. "Ich bin ein mächtiger, aber gewöhnlicher Seraph! Was ist dann Lucifer für dich? Oder Kerubiel? Er ist einer der Fürsten der Cherubim! Hagiel ist Fürst der Dynameis und Archai, von Michael oder Metatron ganz zu schweigen! Schreckt dich das wirklich ab, agapi mou?" fragte er fast zärtlich.
"Ir... Irgendwie schon... du... ehrlich gesagt... ich habe dich als... als dominanten Mann wahrgenommen... mir wird erst jetzt bewusst... also... dass du... meine Güte... du... bist ein... Engel... einer der... serafeím... ein..." Metatron und Michael begannen zu lachen. "Calliope! Beruhige dich! Michael und ich sind ebenfalls Seraphim! Ich bin sogar einer der Fürsten selbiger! Und allen Ernstes: Von meiner Cassie habe ich nie so viel Gestotter zu hören gekriegt. Sie hat es hingenommen wie eine Frau und ist eine wundervolle Fürstin der Seraphim und da mein ehemaliger Gegenpart nicht mehr im Rang eines Engels ist - wieso, das kann Astaroth dir vielleicht irgendwann mal erzählen - ist mein Zwilling Sandalephon nachgerückt. Und... nun gut, Katherine Micaela, seine Frau war eine Seraphe als sie mit ihm zusammenkam, sie war schon Michaels Stellvertreterin bei den Himmlischen Heerscharen und sie ist Lucifers Schülerin wenn es um Magie geht, also an sich eine eigene Größe - sowohl im Himmel als auch in der Hölle, weswegen ihre Zweifel oder Ängste nicht so groß waren, aber auch sie ist eine geschätzte und akzeptierte Fürstin der Seraphim. Frag dich doch selbst ob es so beängstigend ist die Gefährtin von einem der sicher mächtigsten Seraphim zu werden die es gibt - und das sind ohne Zweifel neben Lucifer, Michael und mir mein Zwilling Sandalephon, seine Frau Katherine Micaela und Astaroth, denn sie sind die drei Erzseraphim beider Seiten. Sie dürfen und können ohne Probleme Himmel und Hölle betreten. Ich fühle mich in der Hölle sehr unwohl und Lucifer geht es im Himmel genauso. Die drei empfinden beides gleich. Die drei haben einen Rang und einen Namen in Himmel und Hölle. Und noch etwas, Calliope: Wäre Vater mit Astaroths Zuneigung zu dir nicht einverstanden, dann hätte er ihn nicht... nennen wir es mal "gebeten" dir das freie Gästezimmer in dem Haus in dem er wohnt während deines Genesungsaufenthaltes auf Norderney zur Verfügung zu stellen..."
Calliope lächelte unsicher. "Also ist Lucian als Fürst der Hölle der mächtigste von allen Engeln?" Dieser nickte und lächelte die junge Griechin - oder jetzt offiziell als Calliope Castaldi Italienerin... freundlich an. Sie spürte, dass das Lächeln ehrlich gemeint war und was sie etwas amüsierte - sie merkte, dass er ein wenig arrogant war, aber genau das machte ihn eigentlich sehr sympathisch. Sie sah zu Astaroth. "Und es ist kein Problem, wenn wir ... ich meine ich bin ein Mensch und du bist ein Engel und ..." "Nein, du würdest auch zum Engel erhoben und du würdest kaum einen Unterschied zu jetzt merken." antwortete er, lächelte fast ein wenig scheu und fügte hinzu: "Aber wir müssen nichts überstürzen, meine Liebe... ich bin ein geduldiger Mann..." Calliope die auch sehr viel für Astaroth empfand kuschelte sich an ihn. "Am besten du redest mal in Ruhe mit Katherine, Cassandra und Maria. Die waren vorher auch alle menschlich. Und ich habe den Eindruck, dass die drei Damen kein Problem mit ihrem Engel sein haben, eher im Gegenteil." sagte der Höllenfürst ermutigend. Er hatte Calliope und Astaroth die letzten Tage beobachtet und war sich sicher, dass die junge Frau die Richtige für seinen Freund wäre. Er schenkte sich ein weiteres Glas Wein ein. "Du solltest Lucifers Vorschlag annehmen und mit den drei Frauen reden. Du wirst dich gut mit ihnen verstehen." fügte Astaroth hinzu. Linnéa betrat den Raum. "Papa, können wir noch ausreiten?" fragte seine Tochter. Dieser sah auf die Uhr. "Nein Süße. Es ist schon spät und ihr geht bald ins Bett. Wir reiten morgen aus, da ist Sonntag und so viel ich weiß haben wir noch keine anderen Pläne." Etwas enttäuscht nickte das kleine Mädchen.  
Als sie am nächsten Morgen am Frühstückstisch saßen regnete es. "Verdammter Regen!" fluchte Linnéa mürrisch. "Linnéa! Lass das Fluchen!" ermahnte sie ihre Mutter. "Aber sie hat recht! es regnet und dann können wir heute nicht mit Papa ausreiten und er hat es uns versprochen und unsere Ponys freuen sich auch immer, wenn wir mit ihnen und Papa über die Insel galoppieren." protestierte Sophia Aurora.  "Was sollen wir denn machen, wenn es regnet? Ich hasse Regentage!" meldete sich auch Luca zu Wort. Lucifer blickte zu seinem ältesten Sohn. "Willst du dich nicht auch noch beschweren und über den Regen schimpfen?" fragte er diesen  gereizt und trank einen weiteren Schluck seines ersten Kaffees. "Warum? Dadurch hört es auch nicht auf mit regnen." antwortete der Junge trocken. "Vielleicht hört es ja später auf. Linnea und Sophia - ihr könnt uns ja vielleicht helfen. Eure Mutter und ich wollen heute einen Kuchen backen und vielleicht auch Kekse, wenn ihr wollt. Und die beiden Jungs - ihr werdet schon etwas zum Spielen finden. Zum Beispiel mit euren neuen Autos und sobald es aufhört, reitet euer Vater und bestimmt mit euch aus. "Oder Thalia ..." meinte Luca. "Thalia hat die Wochenenden frei, solange ihre Großmutter da ist. Das war abgemacht!" unterbrach der Hausherr seinen jüngsten Sohn, etwas genervt von der morgendlichen Diskussion. Er ließ sich von Ilse einen weiteren Kaffee einschenken und verzog sich auf die überdachte Strandterrasse um kurz eine zu rauchen. Er blickte auf den Horizont, wo es schon wieder heller wurde. Den Vormittag verbrachten die Frauen und die Mädchen mit kochen und backen. Die beiden Jungs spielten in Lucianos Zimmer mit Autos und mit der Modeleisenbahn. Der Hausherr hatte sich in sein Arbeitszimmer zurückgezogen um an seinem Notebook ein paar Mails zu beantworten um Geschäfte abzuschließen. Gerade als er sich noch Gedanken über seine morgige Vorlesung machen wollte, klopfte es an der Tür.
"Ja." sagte er knapp. Sophia trat ein. "Das Essen ist fertig Papa!" sagte das kleine Mädchen und hüpfte ihrem Papa wild auf den Schoß. Sie kuschelte sich kurz an ihn und flüsterte: "Ich hab dich lieb, Papa." Dieser lächelte. "Ich dich auch, mein kleiner Engel." flüsterte er ihr ebenfalls liebevoll ins Ohr und drückte sie sanft an sich. Hand in Hand betraten Vater und Tochter das Esszimmer. Es gab Backfisch mit Kartoffelsalat, der schmeckte sogar dem Hausherrn. Dieser warf einen Blick nach draußen. "Es hat aufgehört zu regnen und die Sonne kommt raus. Wenn ihr noch Lust auf einen kleinen Ausritt habt, dann können wir jetzt nach dem Essen ausreiten. "Darf ich dann Christian anrufen, ob er auch mitkommen möchte?" fragte Sophia sofort. "Wegen mir gerne, aber dann müssen wir Aine auch mitnehmen und dann können die beiden ja auch gleich bleiben, denn Astaroth und Callie gehen heute Abend in die Oper - um aufzupassen, dass Euangelion es nicht "verbockt" - wie Astaroth meinte." antwortete ihr Vater. "Oh jaaaaa, dann dürfen die beiden heute bei uns schlafen?" fragte sie begeistert und griff nach dem Smartphone ihres Vaters, das er ihr reichte. "Hallo Onkel Astaroth, dürfen Christian und Ainé zum Ausreiten kommen und dann über Nacht bleiben, weil du ja heute Abend mit Callie in die Oper gehen willst? Bitte sag ja!" bat die kleine Sophia ihren Onkel am Telefon. Dieser musste lächeln. Er liebte seine Nichten und Neffen. "Natürlich. Ich bringe sie dann gleich vorbei, sobald wir mit Mittagessen fertig sind." Strahlend gab Sophia ihrem Vater das Handy zurück. Dieser lächelte, denn er hatte den Lautsprecher angeschaltet, bevor er seinem Töchterchen sein Iphone gegeben hatte.
Als er sich mit einem Kuss von seiner Frau verabschiedete, die gerade auf der Strandterrasse saß, fiel sein Blick auf das Buch in ihren Händen. Er hob es hoch und las den Titel "Praxisbuch Garten - Kräutergarten". Selvaggia lächelte ihren Mann an. Das habe ich mir in einem Buchladen in Bremen gekauft." Er lächelte zurück. "Neues Hobby? Finde ich gut, du wirkst viel ausgeglichener, seit du in dem Museum als Dolmetscherin arbeitest. Das scheint dir Spaß zu machen." Sie nickte. "Ja, endlich habe ich auch mal etwas zu tun und ich möchte gerne einen Garten anlegen, mit Kräutern, Gemüse und auch Blumen, denn irgendwie fehlt es in dem Garten an allem." Ilse stimmte ihr traurig zu. "Stimmt. Ich wollte immer etwas aus dem großen Grundstück machen, aber mein verkorkster Nachwuchs hat mich nicht gelassen. Er meinte immer sowas sei Zeitverschwendung." Der Höllenfürst nahm die ältere Dame liebevoll in den Arm. "Jetzt dürft ihr. Ich denke Selvi hat nichts dagegen, wenn du ihr hilfst und ich mag schöne Gärten. Ich hab dich lieb, Mutti." sagte er liebevoll und drückte ihr einen Kuss auf die Wange, bevor er die Veranda in Richtung Stall verließ. Er verbrachte einen schönen Nachmittag mit den Kindern.
"Ich möchte morgen früh gerne zum Pfingstgottesdienst in die Kirche gehen." sagte Selvaggia beim Abendessen. Ihr Mann verschluckte sich an seinem Brot. "Aber ohne mich! Zu Weihnachten war abgemacht, dass ich mitgehe. Aber du kannst gerne gehen, wenn du mich damit verschonst. Weihnachten und Ostern zu feiern reicht vollkommen." murmelte der Höllenfürst genervt und verließ das Esszimmer um kurz eine zu rauchen. Ilse warf Selvaggia eine warnenden Blick zu. "Keine Angst ... ich werde Lucifer nicht nötigen mit mir in die Kirche zu gehen." sagte die schöne Hexe, griff nach ihrer Windjacke und verließ das Haus in der Richtung zum Haus von Mathilde und Hagiel. Sie klopfte an die Tür. Ihre Freundin öffnete und umarmte sie erfreut. -Ich bin bei Tilly.- teilte sie ihrem Mann mental mit. "Moin Selvi! Schön, dass du uns besuchst, komm rein. Das nächste Mal musst du aber unbedingt Lucifer mit auf ein Glas Wein bringen." begrüßte Mathilde ihre Freundin. "Das nächste Mal. Ich bin gegangen, bevor wir vielleicht wieder gestritten hätten. Ich möchte morgen gerne in den Pfingstgottesdienst gehen, aber Lucifer will nicht mit, das hat er ganz klar gesagt. Und Ilse hat mich gleich ganz böse angesehen. So nach dem Motto ... "Wehe du zwingst meinen Jungen mit dir in die Kirche zu gehen." beschwerte sich Selvaggia traurig bei ihrer Freundin und nahm einen großen Schluck ihres Weines. "Du weißt doch wie sehr Lucifer im Vatikan leidet. Und auch sonst ist er nicht sehr begeistert von dem kirchlichen Kram. Finde dich einfach damit ab und ... also wenn du auf Norderney in die Kirche gehst, dann gehe ich mit dir. Hier kennen wir wenigstens ein paar Leute und ..." "Das wäre nett von dir, aber du kennst mehr wie ich, ich kenne Freya und sonst eigentlich nicht sehr viele. Vom Sehen ja, aber sonst. Aber gut, das wäre schön, wenn du mitkämst, dann gehen wir gemeinsam hier in die Kirche. Danke Tilly, du bist eine wahre Freundin." sagte Selvaggia lächelnd.
Als sie wieder nach Hause kam saß Ilse vor dem Fernseher und strickte Socken. "Wo ist Lucifer?" fragte sie ihre Schwiegermutter. "Lucian meinte kurz nachdem du das Haus verlassen hast, er würde ausreiten. Ich weiß nicht wo er ist. Vielleicht ist er bei Michael und Maria oder ... würde er da hingehen? Ich wollte grad sagen oder er ist mit Henrik, aber der ist Sonntagabend immer am Stammtisch und das ist ganz sicher nicht Lucian. Er würde nie in so einfach in den Inselkrug gehen und sich dort betrinken." Selvaggia nickte. "Danke. Ich gehe dann mal schlafen, Gute Nacht, Ilse." sagte sie und lief die Treppe nach oben.
Im Häuschen in dem Astaroth mit seinen Kindern und Calliope wohnte saß der Höllenfürst mit seinem Freund und dessen Freundin im Wohnzimmer. Michael und Maria waren ebenfalls anwesend. Astaroth hatte eine Flasche Wein geöffnet und schenkte jedem ein Glas ein - als er jedoch der jungen Pastorin eins einschenken wollte, räusperte der Höllenfürst sich leise und schüttelte fast unmerklich den Kopf. Astaroth verstand augenblicklich, grinste und meinte: "Weißt du was, Teufelchen, du kriegst keinen Wein! Und da jetzt die Urlaubssaison losgeht rede ich mal mit dem Bente... ich denke, Traubensaft tut's für die Eucharistie auch..." Michael begann zu lachen und Maria sah verständnislos in die Runde. "Könnte mir mal jemand sagen wieso mein Verlobter mich auslacht?" fragte sie. "Er lacht über sich, nicht über dich. Du bist schwanger Maria. Und da wir alle hier wissen, dass du Michael im biblischen Sinne nahe gekommen bist... also trotzdem du Maria heißt, wissen wir genau, dass es keine unbefleckte Empfängnis gab..." Verwirrt legte Maria eine Hand auf ihren Bauch. "Schwanger?" flüsterte sie ungläubig und sah ihren Verlobten an. "Oh Maria, meine Süße, meine Wundervolle, Kardio mou... mein Herz... Vater hat mir einen kleinen Denkzettel erteilt, da ich ja immer meinte, ich würde brav warten bis wir verheiratet sind und dann erst..." er lachte wieder und zog sie in seine Arme. "Ich liebe dich unendlich, ich freue mich auf unser Kind... ich möchte dich einfach vor Freude küssen..."
"Oh, das wird so Spaß machen Babykleidung zu kaufen! Was wird es, wisst ihr das schon?" fragte Calliope begeistert. "Hm... also da Sandalephon uns..." Michael hüstelte leicht, "überrascht hat, schlafend... wird er es wissen, Vater weiß es aber ich glaube für uns ist das noch zu früh... Es sei denn, du hast Sandalephon gegenüber mal geäußert, dass du ein süßes kleines Mädchen willst, mein Engel..." "Also ich wollte eher einen Sohn... mit deinen blonden Locken... aber du wolltest ein Mädchen, oder?" murmelte Maria und schmiegte sich an ihren Verlobten. "Ja, so ein kleines freches Ding wie dich..." Er sah zum Höllenfürsten. "Kannst du nicht spüren was es wird?" Der Angesprochene seufzte. "Komm bitte mal her, Teufelchen..." meinte er. Maria stand auf und ließ zu, dass er sanft eine Hand auf ihren Bauch legte. Ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. "Ja... das wird interessant..." meinte er belustigt, schwieg jedoch. "Na komm, was kriege ich? Sag schon, Lucifer!" meinte Maria. "Nö... wieso sollte ich?" Sie gab ihm einen ärgerlichen Knuff mit der Faust, was ihn jedoch lediglich eine Augenbraue hochziehen ließ. "Nicht so brutal, Teufelchen... Lucifer ist empfindlich..." meinte Astaroth frech grinsend und blickte zu seinem höllischen Chef, der ihm einen gespielt bösen Blick zu warf.
Astaroth wandte sich in Gedanken - auf einem Pfad den nur er mit dem Höllenfürsten teilte - an ihn. "Und?" Auf gleichem Weg bekam er die Antwort: "Zwillinge - wie meine und meine Patenkinder Christina und Lucas..." Astaroth begann auch zu grinsen. "Oh ja... definitiv Spaß..." meinte er laut und zwinkerte Calliope zu - um ihr zu verstehen zu geben, dass er ihr später verraten würde was der Höllenfürst ihm mitgeteilt hatte. Es war recht spät geworden und Michael und Maria machten sich auf in ihr Häuschen und auch der Höllenfürst verabschiedete sich. Er grinste als er sich verabschiedete. "Na, wer hätte gedacht, dass Hagiel der bisher einzige ist, der es bis nach der Hochzeit ausgehalten hat..." "Und wenn es mit Thalia und Euangelion klappt wird er wohl der zweite sein... wobei... irgendwie sollten wir auch mal versuchen Gabriel und Raphael unter die Haube zu kriegen... Wobei... ich glaube, Samyaza ist auch eisern... soweit ich weiß, hat er sein "Frettchen" noch nicht angerührt aus Respekt davor, dass sie Nonne war - für mich eigentlich unglaublich... Samyaza ist einer der wilderen Jungs gewesen..." Der Höllenfürst lächelte. "Tja... er wird halt Dank Frederica erwachsen, der Junge... Warten wir ab... aber ich mag unser Ex-Nönnchen echt gern, sie hat Charme, Humor und macht Samyaza glücklich." Astaroth nickte. "Ja, das tut sie... und ich mag sie auch. Sie ist bei den Schülern auch sehr beliebt... und alle freuen sich schon auf den Tag wo sie Schulleiterin wird." Die beiden grinsten, der Höllenfürst nickte Calliope zu und verschwand.
Im Wohnzimmer, wo er erschien, saß Ilse mit Chrisathea. Die beiden strickten. Sie begrüßten den Hausherrn. "Soll ich dir noch einen Pharisäer machen, mein Junge?" fragte Ilse liebevoll. "Oh, gern." Er saß mit den beiden Damen noch eine Weile zusammen, bevor sie alle drei ins Bett gingen. Währenddessen war Calliope mit Astaroth in der Küche des Hauses in dem der Seraph beider Seiten gerade wohnte und ließ sich von ihm küssen. Ein Schrei von Ainé ließ die beiden auseinanderfahren und ein: "Nein, lass mich los!" sofort war Astaroth im Schlafzimmer seiner Tochter, wo Philip das Mädchen gepackt hatte. "Du kannst Christian bei dir behalten, aber Ainé war von Anfang an im Legat und wird es auch bleiben um gar nicht auf den sündigen Pfad zu kommen. auf den sie durch dich geleitet wird! Außerdem will ich mit dir reden. Wann kommst du wieder zur Vernunft und zurück?" Calliope kam in den Raum gestürmt, in der Hand ein Messer. "Ich stech‘ dich ab!" rief sie wütend. "Wer ist die Verrückte?" fragte Philip. Ein Schlag traf ihn. Calliope warf das Messer weg als sie sah, dass Astaroth die Kontrolle hatte und lief zu Aine um sie tröstend an sich zu ziehen. Aine schluchzte "Tante Callie... ich will nicht mit Papa Philip mit. Der will mich in ein Kloster einsperren und ich soll Nonne werden und ich soll den ganzen Tag beten und Choräle singen."
"So, jetzt kommst du mit nach unten, du Knilch! Vor den Kindern werde ich mit dir nicht streiten!" zischte Astaroth, wandte sich an Calliope und bat: "Mio angelo, würdest du Ainé beruhigen?" Die junge Frau nickte. Astaroth zerrte Philip die Treppe hinab und stieß ihn ins Wohnzimmer. "Was fällt dir ein? Wenn ich dahinter komme, dass du noch einmal eins MEINER Kinder anrührst, Philip, dann schwöre ich, kastriere ich dich! Und ich habe meinen Aspekt Astarte damit voll hinter mir!" "Es sind auch meine Kinder - und wenn du mich kastrierst kann ich dich nicht mehr... oder Astarte besser gesagt." Philip grinste. "Sie legt keinen Wert mehr drauf." "Ah, hast du als Astaroth jetzt dieses Flittchen?" fragte Philip gehässig. Eine Ohrfeige traf ihr Ziel. "Wenn du mich beleidigen willst gut, aber lass Calliope aus dem Spiel! Was willst du sonst? Oder willst du weiter nur rumjammern oder dumm rumreden?" Sichtlich eingeschüchterte murmelte Philip: "Du wirst deine Strafe für deine Untreue kriegen! Aber darum geht es nicht. In Dublin sind zwei Ärzte aus der Rechtsmedizin verschwunden und in Wien - das sagte der dortige Leiter des Legates - sind ein Genetiker, ein Hygieniker und Mikrobiologe und drei Labormitarbeiter verschwunden." "Ja und? Muss mich das interessieren?" fragte Astaroth kalt. "Verschwinde einfach du Lusche und lass dich nie wieder blicken. Wir sind nicht verheiratet - nicht mehr - ich habe dir nie vor Vater etwas geschworen und die Beweise für unsere - angebliche - Ehe hat Vater vernichten lassen weil er gesehen hat was für ein armes, winselndes Würstchen du bist!" fügte er eisig hinzu und gab Philip einen Schubs der dafür sorgte, dass der sich dematerialisierte und im Legat in Dublin an die Wand seines Arbeitszimmers knallte, direkt unter einem Kreuz, das prompt herunterfiel, ihm auf den Kopf und ihn ins Reich der Träume schickte.
Calliope kam wieder nach unten. "Aine schläft wieder. Ich habe ihr gesagt, dass wir sie und Christian beschützen und sie nie wieder auf diese Nonnenschule muss und auch niemals in ein Kloster. Das hat sie beruhigt." Astaroth nickte und starrte ins Leere. Sie trat neben ihn und schmiegte sich an ihn. "Ist alles in Ordnung?" Er nickte abermals, nahm sie fest in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Löste sich dann von ihr, hielt sie jedoch immer noch im Arm und sah ihr tief in die Augen. "Ich weiß was du denkst, auch ohne deine Gedanken zu lesen. Ich liebe ihn nicht mehr - weder als Astaroth noch als Astarte. Ich empfinde nur noch Verachtung und Abscheu und auch Ärger, dass ich bisher so blind war und nicht gesehen habe, dass er meiner kleinen Aine das gleiche antut wie Christian. Ich habe Philip damals überredet ihn hier zur Schule gehen und bei Lucifer wohnen zu lassen, weil er in Dublin so unglücklich war, habe aber ganz übersehen, dass er immer mehr versucht hat Aine so zu beeinflussen. Ich liebe dich Calliope. Kannst du dir vorstellen dein Leben mit mir zu verbringen? Mit mir und meinen beiden Kindern? Ich könnte das Haus hier kaufen und wir lassen uns auch auf Norderney nieder. Lucifer, Sandalephon und Michael haben sich ja bereits auch hier niedergelassen und Kerubiel denkt auch darüber nach sich hier ein Haus zu kaufen. Norderney ist auch gesichert und von allem was unsere Fälle in der Botschaft betrifft geschützt... außerhalb der Zeit, sozusagen, wenn Vater das will, was heißt, dass unser Kinder hier geschützt sind. Und ... "
Sie legte ihm einen Finger auf den Mund. "Ja, bin ich. Ich war am Anfang etwas geschockt, aber die anderen Frauen scheinen als Engel ja echt glücklich zu sein und Thalia wird ja wohl auch ein Engel werden, weil sie mit Kerubiel zusammen ist." Astaroth nickte lächelnd. "Aber ... Selvaggia, die Frau von Lucifer ist doch kein Engel oder? Wie geht das dann, dass sie von ihm Kinder bekommen kann und ..."  Astaroth grinste. "Lucifer ... der mächtigste Engel von uns allen. Er hat als Fürst der Hölle Sondergenehmigungen. Vater kann alles gestatten was er möchte. Selvaggia wollte kein Engel werden, denn sie meinte sie ist und bleibt eine Hexe. Sie war im Spätmittelalter, oder vielleicht Anfang der Renaissance... Lucifers Schülerin und war dann bis zu ihrem Tod auf Erden eine sehr mächtige böse Hexe. Teilweise hat sie sich immer wieder mit Lucifer zusammen getan. Sie wollte weiterhin bei ihm in der Hölle bleiben, als sie endlich zusammen kamen. Selvi ist kein Engel, aber Vater hat dafür gesorgt, dass sie Kinder von Lucifer bekommen kann und dass sie dies auch verkraftet. Sie ist sehr stark ... ein starker Charakter. Was für beide nicht immer leicht ist. Denn Lucifers Launen und seine arrogante Art und auch die fiese Seite an ihm, damit muss man als Frau auch klar kommen genauso wie Lucifer ... er und Selvi hatten und haben bestimmt noch öfter harte Zeiten in ihrer Ehe, aber sie sind füreinander geschaffen. So wie jede unserer Frauen ... und du für mich." antwortet er. Calliope lächelte und diesmal küsste sie ihn.
"Ich bin jetzt rechtschaffen müde. Lass uns schlafen gehen." meinte die junge Frau. Astaroth grinste. "Zusammen?" Sie errötete. "Ich mag dich sehr gern, aber das geht alles sehr schnell... ich... muss mich erstmal dran gewöhnen... an dieses Leben und... na ja... also... Ich bin noch... also diese Morena hat sich zurückgehalten in solchen Dingen... und du meintest doch, du seiest geduldig..." murmelte sie verlegen. Er lächelte ein wenig diabolisch. "Ich glaube, das war gelogen..." raunte er ihr ins Ohr. "Aber ich respektiere dich und deinen Willen, Callie..." Er hob sie in einer fließenden Bewegung auf den Arm, trug sie ins Gästezimmer, wo er sie in ihr Bett legte und flüsterte: "Du brauchst nur "Ja" zu sagen und ich werde dich verwöhnen, agapiméni mou..., dich auf Händen tragen... dich in jeder erdenklichen Art lieben... ti mousei mou - meine Muse... ich kann dich jeden Abend in den Schlaf küssen..." "Bitte - hab die Geduld mit mir... auch wenn du ein wenig geflunkert hast, ton skoteinó ángelo mou - mein dunkler Engel..." flüsterte sie und streichelte ihm zärtlich über die Wange. Astaroth seufzte. "Und ich dachte ich sei grausam..." murmelte er leicht belustigt als er sie nochmals zärtlich küsste. "Ich liebe dich, Calliope... du bist die Eine für mich... und die Kinder lieben dich ebenso - und Vater wird dich auch... du wirst eine seiner geschätzten und geliebten Schwiegertöchter sein..." fügte er liebevoll hinzu. Dann stand er auf und verließ den Raum. In seinem eigenen Schlafzimmer wälzte er sich ruhelos im Bett.
Am nächsten Morgen, dem Pfingstmontag. tauchten Mathilde und Hagiel mit ihren drei Mädchen auf um Selvaggia für den Gottesdienst abzuholen. "Keine Sorge, du musst nicht mitgehen!" sagte Selvaggia etwas sarkastisch. Der Höllenfürst schloss kurz die Augen, sagte aber nichts. "Wir bringen Selvi nach dem Gottesdienst wieder her und ..." "Dann bleibt doch zum Essen ich koche genug für alle." wurde Hagiel von Ilse unterbrochen. "Sehr gern Ilse! Dann bis nachher." verabschiedeten sie sich von den anderen. "Na das war ja wieder ein netter Umgang, zwischen euch beiden." meinte Ilse kurz bevor sie in die Küche ging um Selvaggias benutztes Geschirr aufzuräumen. Derek betrat gemeinsam mit seiner Familie durch das Portal das Esszimmer. Die Zwillinge liefen sofort zu ihrem Lieblingsonkel und umarmten ihn stürmisch. Dann begrüßten die Kinder einander und verschwanden im großen Spielzimmer, das eigens für alle Kinder eingerichtet worden war. Anschließend begrüßten Rachel, Derek und Lucifer einander. Auch Ilse wurde mit einer freundlichen Umarmung begrüßt. "Wollt ihr einen Kaffee?" fragte sie die Gäste. "Ja gerne, vielen Dank!" antworten sie und Rachel legte Deren in die Arme seines zukünftigen Patenonkels. Der kleine Junge strahlte diesen an. "Schön, dass ihr mich wieder mal besucht, aber dein Gesichtsausdruck wirkt ernst. Was ist passiert?" fragte er und bat sie mit einem Blick ins Wohnzimmer. "Macht ihr beide Mal, ich leiste Ilse Gesellschaft." sagte die schöne Blondine, während Derek seinem brüderlichen Freund folgte. Der Hausherr setzte sich mit Deren auf dem Arm in seinen Lieblingssessel und Derek nahm auf dem Sofa Platz. "Wo ist denn Selvi?" "Mit Hagiel und Tilly in der Kirche." kam die knappe etwas abfällige Antwort des Höllenfürsten. Ilse trat ein und stellte Kaffee und Pharisäer auf dem Tisch ab.
"Also was gibt es?" fragte der höllische Botschafter und nahm einen großen Schluck seines Pharisäers. "Es gibt Meldungen aus verschiedenen Legaten, dass einige Menschen verschwunden sind, überwiegend Ärzte, Biologen, Chemiker und so weiter. Bei mir sind bisher Meldungen aus Berlin, Wien, London, Lyon und Stockholm eingegangen. Die Kliniken und Labore haben sich an die dortigen Legate gewandt. Und nachdem es so viele Legate sind und ihr in der Botschaft mehr Möglichkeiten habt ... könntet ihr vielleicht behilflich sein. Du, Metatron und Sandalephon und wer auch immer noch von euch Engeln an dem Fall mitarbeitet könnt gerne mit nach Angel Island kommen und ich schalte uns dann mit den anderen Legaten zusammen, wenn es notwendig wäre." schlug Derek vor. "Okay. Das könnte vielleicht noch nützlich sein. Dann komme ich darauf zurück. Zuerst mal möchte ich deinen Fall Metatron und Sandy schildern, wenn  auch Astaroth und Euangelion anwesend sind. Mutti?" rief er noch.
Kurz darauf kam die rüstige alte Dame fröhlich ins Wohnzimmer gelaufen. "Was gibt es denn, mein Junge?" Er lächelte sie liebevoll an. "Kannst du zum Kaffee genug Kuchen für alle backen? Sandy, Astaroth, Metatron mit Familien? Und Euangelion, wenn es keine Umstände macht, denn wir hätten etwas zu besprechen." Ilse grinste. "Kein Problem mein Junge. Rachel hilft mir bestimmt und Mathilde kommt ja nachher auch wieder. Sie hat früher doch oft für sehr viele Leute gekocht und gebacken und Chrisathea und Thalia wollten eh irgendwas Griechisches backen." Der Höllenfürst nickte lächelnd. "Danke Mutti." Derek und Lucifer unterhielten sich noch über einige andere Dinge, bis die Kirchgänger wieder zurückkamen und Derek und Rachel von allen freudig begrüßt wurden. "Pastor Bente ist und auf dem Heimweg begegnet - er kam vom evangelischen Gottesdienst zu Pfingsten und wir kamen ja aus der katholischen Kirche - und er hat nach dir gefragt, Liebling. Ich soll dich von ihm grüßen." sagte Selvaggia, als sie ihren Mann mit einem Kuss begrüßte. "Danke, dann soll er vorbeikommen. Ich habe nichts gegen Ihn, ganz im Gegenteil ich mag ihn, immerhin haben wir durch ihn Samyazas "Frettchen" kennengelernt, aber ich muss nicht unbedingt in die Kirche gehen. Ich bin Gott näher als er." antwortete der Hausherr grinsend. "Das ist wohl wahr!" lachte Hagiel. Sie setzten sich an den Esszimmertisch, da es bereits Mittagszeit und das Mittagessen schon fertig war.
Am Nachmittag traf dann auch Astaroth mit den Kindern und Calliope ein, Metaron erschien mit seiner Familie, ebenso wie Euangelion mit Elisa am Arm. Der Höllenfürst hatte die beiden Engel nach dem Gespräch mit Derek für Nachmittag in Gedanken hergebeten. Sie saßen am gedeckten Kaffeetisch auf der großen Strandterrasse. Der Hausherr erhob sich, setzte sich auf die Treppe zum Strand um eine zu rauchen und sah dabei wie immer nachdenklich wirkend aufs Meer. "Geht es dir gut? Ich meine ist alles in Ordnung, oder hast du Sorgen?" Lucifer sah Chrisathea überrascht an, als diese sich neben ihn setzte. "Ich frage nur, weil ich den Eindruck habe, dass dich etwas beschäftigt und du manchmal Kopfscherzen hast?"  fügte sie hinzu, als sie merkte, dass er etwas überrascht wirkte.
Er lächelte seinen Gast freundlich an. "Du beobachtest deine Mitmenschen ganz gut, in diesem Fall eher Engel, aber ja du hast recht. Ich habe oft Kopfschmerzen, das liegt daran, dass wir Seraphim eigentlich nicht für die Erde geschaffen sind und da Sandalephon und ich mittlerweile die meiste Zeit auf der Erde leben haben wir häufig Kopfschmerzen. Aber Sandy hat für uns Tabletten entwickelt, die ganz gut helfen, wenn die Kopfschmerzen zu stark werden. Und Gedanken mache ich mir eigentlich immer. Es ist immer irgendwas ... was mich beschäftigt, privates, berufliches, ... das war noch nie anders." antwortete er freundlich lächelnd. Chrisathea erwiderte das Lächeln. "Wenn du mal reden willst so lange ich da bin ... oft ist es leichter mit einer außenstehenden Person zu reden. Und selbst wenn ich wieder in Griechenland bin... du weißt, wo du mich findest." fügte sie noch leise hinzu, bevor sie sich wieder auf den freien Stuhl zwischen ihren beiden Enkelinnen setzte.
Der Hausherr rauchte noch zu Ende und setzte sich dann neben seine Frau an den Tisch. Er griff kurz nach ihrer Hand und zog sie etwas zu sich, um sich einen leidenschaftlichen Kuss abzuholen. Selvaggia lächelte, als sie in ihrem Kopf seine verführerische und liebevolle Stimme hörte. "Heute Nacht gehörst du mir!" Sie sahen einander noch kurz mit einem leidenschaftlichen Lächeln an, bevor sie sich wieder den anderen zuwandten. Was dem einen oder anderen nicht entging.
"Warum sind wir eigentlich jetzt hier?" fragte Sandalephon. "Paps deutete nur an, dass wieder mal ein Botschaftsfall anliegt." Er grinste Derek zu, der bei "Paps" leicht zusammengezuckt war. Der hustete leise und meinte: "Ähm... Schwiegersohn, lass das! Ich bin jung genug um in deinen Augen ein Baby zu sein und..." Sandalephon unterbrach ihn mit einem leisen Lachen. "So würde ich dich nie sehen, Derek. Was das Leben auf der Erde betrifft, das Leben als Mensch, da bist du wesentlich erfahrener, wesentlich älter als ich und das bewundere ich an dir - ebenso deine väterliche Liebe zu meiner Frau, die dich liebt wie eine Tochter einen Vater und die du liebst wie ein Vater seine Tochter. Das hätte auch anders sein können. Du bist ein sehr wertvoller Mensch, Derek. Also akzeptiere einfach mal, dass ich dich liebevoll "Paps" nenne, denn du bist mein Schwiegervater! Und ich habe das ehrlich gemeint, nicht spöttisch oder so!" Derek räusperte sich etwas verlegen. "Ja... schon gut..." murmelnd.
Der Höllenfürst grinste und meinte: "Dann berichte doch mal bitte, Derek." Der Praeceptor nickte und erzählte von den Meldungen aus den verschiedenen Legaten rund um die Welt. "Und da die Praeceptoren halt wissen, dass ich mit Lucifer gut kann... immerhin heißt er ja offiziell laut seiner Papiere Rayne mit Nachnamen, und da sie offenbar zu viel Respekt vor Metatron und ihm haben, darf ich die "Verlustmeldungen" überbringen." Kerubiel runzelte die Stirn. "Einer meiner Ingenieure ist gestern nicht wie geplant aus dem Urlaub zurückgekommen - übrigens der junge Mann der als "Körperspende" für einen dieser abgewrackten Millionäre vorgesehen war. Er hat ja zwar die Zeitungen und Produktions-Firmen übernommen aber meinte zu mir, dass er daran nicht wirklich Interesse habe. Pornos produzieren und ähnliches sei nicht seine Welt. Wir waren gerade dabei den Konzern umzubauen und er wollte eine Woche Urlaub auf Hawaii machen."
Währenddessen merkte niemand, dass die Kinder sich in den Himmel teleportiert hatten - Thalia, die auf sie aufpasste - war kurzerhand mitgenommen worden, genau wie Christian. "Ich... ähm... möchte lieber auf die Erde... ich bin kein... ähm..." murmelte der Junge. "Aber du bist mein Enkel, Christian. Seid mir willkommen, Kinder, auch du, Thalia Kiriaitidou, meine zukünftige Schwiegertochter." sagte eine liebevolle Stimme und den beiden Menschen wurde warm ums Herz. "Großvater!" jubelten die Kinder und stürmten auf die Gestalt zu, die ihnen allen entgegen kam. Im nächsten Moment saßen sie alle auf einer großen Picknickdecke im Garten Eden. In Schalen waren die Früchte des Gartens aufgetürmt und die Gläser warteten darauf mit frischem Quellwasser aus dem bereitgestellten Krug gefüllt zu werden. "Großvater, Oma Ilse... lässt du sie wirklich nur noch 47 Jahre leben? Papa mag sie so gern. Und sie passt auf Papa auf und auf uns und sie kocht total lecker und ich mag sie auch sehr gern. Kannst du sie nicht länger leben lassen? Sie soll doch die Kinder von Lucas und mir noch kennen lernen." Lucas grinste. "Oh ja, Uroma Ilse - das wäre soooo toll." "Und Yaya, die mag ich auch..." flüsterte Ainé. Ein leises Lachen war die Antwort und die beiden Mädchen wurden von ihrem Großvater an die Brust gezogen. "Wie könnte ich euch zwei Süßen einen Wunsch abschlagen. Und ja, in Bezug auf Ilse habt ihr recht... Sie tut deinem Papa wirklich gut, Linnéa, sie zieht ihm die Ohren lang, wenn er es verdient - und das besser als ich das jemals vermocht habe..." Linnéa kicherte. "Christian, Enkelsohn meines Herzens, sei so gut und geh - du bist der Älteste und kannst die Zweige mühelos erreichen - zu dem Baum mit den goldenen Früchten dort vorn und bringe mir bitte zwei Stück." Christian nickte, erhob sich und huschte davon.
"So, Sophia - und was machen wir mit deinem Zukünftigen? Er sollte dir nicht länger in vielem unterlegen sein, oder? Und auch dir, Ainé, seiner kleinen Schwester nicht." "Oh er ist ein prima Bruder und ich konnte immer anrufen wenn ich wollte und er hat mich nie für blöd gehalten oder so. Und das wäre so toll, wenn er auch teleportieren könnte und... und..! " rief Ainé. "Pst... Er muss es ja erstmal nicht mitbekommen... Ich glaube als junger Archai dürfte er dir, Ainé, obwohl deine Eltern beide Seraphim waren, dadurch dass deine Kräfte momentan gezügelt sind, als Bruder halbwegs auf Augenhöhe begegnen können." Ainé und Sophia strahlten ihren Großvater an der seinen Blick Christian zuwandte, der ihm schüchtern die zwei Früchte reichte und fasste ihn bei der Hand. "Mehr einer meiner Söhne, denn einer meiner Enkel wirst du zukünftig sein, Christian - als Archai. Hagiel wird dich lehren mit deiner neuen Würde und Gestalt umzugehen." flüsterte es und aus Christians Rücken brachen hellgraue Schwingen. Er keuchte leise auf und ein leises Lachen erklang. "Oh ja... du bist wahrlich Astaroths Sohn... hellgrau, ich hätte es wissen müssen, dass du keine weißen Flügel haben würdest." Christian errötete und murmelte nur "Wow!" Sophia fiel ihm um die Hüfte - bis dahin reichte sie ihm. "Du siehst toll aus." Er grinste sie an. "Gefalle ich dir, Floh?" Sie nickte, wandte sich dann ihrem Großvater zu und umarmte den stürmisch. "Danke, du bist der beste Opa aller Zeiten." Ein leises Lachen war die Antwort. Christians Flügel verschwanden. "Auf der Erde benötigst du sie nicht und Hagiel wird dir zeigen wie du sie herbeirufst oder wieder verschwinden lässt und wie du deine neuen Kräfte einsetzen kannst." Christian lächelte. "Danke, Großvater." sagte er und umarmte ihn schüchtern.
"So und nun zu diesen Früchten. Ich denke, Ilse zu verlieren kann ich gar nicht riskieren, schon allein wegen eures Vaters oder Onkels Lucifer. Da habt ihr alle recht. Für sie ist die eine dieser Früchte. Und da Chrisathea Kiriaitidou, eure neue "Yaya" die Großmutter - oder vielleicht eher Mutter - zumindest was ihre Liebe und Zuneigung betrifft - meiner, wie ich hoffe - zwei nächsten Schwiegertöchter ist und ihr sie ebenfalls ins Herz geschlossen habt... ja, auch Chrisathea, die sich mit Ilse ja gut angefreundet hat, soll auch sie die Wahl haben, die ich Ilse allerdings nicht geben möchte. Ihr wisst allerdings, dass man 24 Stunden schläft, damit der Körper sich regenerieren kann. Also möchte ich, dass ihr alle brav seid und auf Thalia und Kerubiel hört, denn ihn werde ich bitten, auf euch aufzupassen - mit Thalia - wenn Ilse es nicht kann und eure Eltern arbeiten!" Die Kinder versprachen es. "Gebt Ilse die Frucht heute Abend. Sie wird aussehen wie ein gewöhnlicher Apfel. Lasst euren Papa das aber nicht sehen und auch keinen der anderen Engel, weder Astaroth, noch Sandalephon oder Kat! Sie werden wissen was für eine Frucht das ist!" "Dürfen wir Papa das gar nicht erzählen?" fragte Luciano überrascht. Ein geheimnisvolles Lächeln war die Antwort. "Er wird es merken... lass mir doch die Überraschung." Der Blick traf Thalia. "Und du, meine Tochter, gib dieses deiner Yaya. Erkläre ihr, dass es eine Frucht vom Baum des Lebens ist und sage ihr, dass es mein Wunsch war,  dass sie diese isst. Bisher habe ich nur Derek und Rachel dieses Privileg gewährt - und Maria, doch die ist inzwischen eine Cherubim, während die Raynes immer noch menschlich, aber nicht mehr sterblich sind." "Wir haben aber auch davon gegessen, Großvater." meinte Lucas nachdenklich. "Ja, aber ihr werdet noch älter, Lucas und irgendwann wirst du dich entscheiden können ob du ein Engel in Lucifers oder in meinen Diensten wirst - denn du bist der zukünftige Gefährte von Linnéa."
Scheu nahm Thalia die Frucht. "Ich... werde es ihr ausrichten, Megaleío - Ypérocho theó..." Luca kicherte. "Thalia, du musst Großvater doch nicht Majestät oder "erhabener Gott" nennen." "Ich finde das angem..." "Thalia, mein Kind - du wirst meine Schwiegertochter sein - in dem Moment indem du Kerubiel erhörst werde ich dich zur Kyriotes erheben und nach eurer Hochzeit und wenn euer erstes Kind geboren wurde wirst du ihm ebenbürtig werden. "Vater" oder "Patéras" - wenn du Griechisch bevorzugst, ist angemessen genug." Thalia errötete und antwortete leise: "Ne patéras, efcharisto." "So, eure Eltern und Onkel und Tanten sind mit der Besprechung fast fertig und die müssen alle nicht wissen, dass ihr hier gewesen seid. Ich habe mich gefreut, euch alle mal bei mir zu haben, auch mit Leia, Lena und Lara." Die Drillinge von Hagiel und Mathilde fielen ihrem Großvater um den Hals als er alle verabschiedete. Sie fanden sich im großen Spielzimmer wieder. Christian und Thalia sahen einander an und versteckten die Früchte in Thalias Korb, der in einer Ecke des Zimmers stand. "Großvater ist total nett, oder?" fragte Linnéa die junge Frau leise. Die nickte, immer noch ergriffen und ein wenig eingeschüchtert davon, dass sie im Himmel gewesen war.
Auf der Strandterrasse hatten die Botschafter, ihre Sekretäre und Mitarbeiter sich unterhalten. "Philip kam auch vorgestern mit der Meldung und wollte Ainé entführen um sie in die Klosterschule zu stecken. Callie hätte ihn fast abgestochen..." meinte Astaroth. Derek sah ihn erstaunt an. "Ich dachte du bist mit ihm zusammen?" "Nicht mehr - auch auf Vaters ausdrücklichen Wunsch nicht mehr. Ich hatte ihn ja als Astarte nur standesamtlich geheiratet... und ehrlich gesagt... er war damals so bigott und kriecherisch eine Herausforderung für Astarte, aber nachdem er Ainé mit seinem ganzen Gebete und diesem ganzen widerwärtigen pseudoreligiösen Geschreibsel versucht hat zu indoktrinieren und sie in Wahrheit damit gefoltert hat, so dass sie weinend und verzweifelt zu Lucifer geflüchtet ist..." "Glaub mir, der Dreck den das arme Kind lesen sollte, das ist wirklich das Letzte gewesen." mischte Michael sich ein. "Da kam selbst mir das kalte Grausen!"
Derek zog eine Augenbraue hoch. "Traurig, dass er anscheinend immer fanatischer wurde seitdem Nick und ich damals die Seelen mit Yaotl und Yolotli getauscht hatten und Yaotl ihn opfern wollte... Ich hatte fast für ihn gehofft, dass er unter deiner sanften - oder vielleicht auch härteren - Führung langsam Vernunft annimmt. Der Posten im Legat in Dublin war ein guter Anfang..." Astaroth seufzte. "Vordergründig war er das auch, Derek, aber ich habe mir nicht die Mühe gemacht tiefer zu schauen und ich habe ihm vertraut in Bezug auf Ainé. Ich habe nicht gemerkt, dass er ihr versucht hat einzureden sie sei sündig und verkommen weil sie halt die Tochter von Seraphielle und Sealthiel ist. Er wollte sie zur Nonne erziehen, damit sie ein "gottgefälliges" Leben führt - wie er das nannte." Derek sah ihn entsetzt an. "Und ich hatte wirklich daran gedacht ihn zu fragen ob er Derens Pate werden will." "Und ich wollte ihm ein Friedensangebot machen und ihn fragen ob er Allegras wird." meinte der Höllenfürst. "Nur über meine Leiche!" fauchte Selvaggia. Ihr Mann griff nach ihrer Hand, drückte einen Kuss darauf und sagte lächelnd: "Das hat sich erledigt, mein Hexlein, glaub mir."
"Also müssen wir uns jetzt darum kümmern, wo diese Wissenschaftler abgeblieben sind?" fragte Sandalephon gerade als das Mobiltelefon des Höllenfürsten klingelte. Überrascht nahm er den Anruf an. "Professor Gentile, welch Überraschung, dass Sie anrufen. Felice Pentecoste." "Danke für die Pfingstwünsche, Dr. Rayne. Wieso ich anrufe... seit letzter Woche fehlt einer unserer Professoren im Maschinenbau... Das Institut hat versucht ihn zu erreichen, es ist sogar ein Kollege vorbeigegangen und ist mit dem Hausmeister in die Wohnung gegangen. Er war nicht da, nichts deutete auf eine Reise oder ähnliches hin. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Anmaßung ist, Sie und die Botschaft damit zu behelligen, Doktor, aber... ich weiß mir keinen Rat! Zumal ich die Stelle bis zum Ende des Semesters besetzen muss. Sonst müssen die Studenten länger studieren und..." er seufzte.
Der Blick des Höllenfürsten ging zu Kerubiel. "Also: Es sind mehrere Wissenschaftler verschwunden, Professor. Wir wurden gerade von meinem... ich sage ja immer Cousin, aber Prof. Dr. Dr. Derek Rayne, der Cheftheologe des Lehrstuhls für Theologie in Paris - Sie wissen ja sicher, dass man damals nach dieser Katastrophe mit den Apokalyptksichen Reitern dort ein Theologisches Seminar ins Leben gerufen hat - ist Leiter der Luna Foundation und die verfügt auch über ihre Kanäle. Er berichtete gerade von ähnlichen Vorfällen aus mehreren Ländern. Was die Stelle betrifft... wäre Ihnen mit jemandem gedient, der einen Doktorgrad in Maschinenbau hat, eigentlich nicht unterrichtet, sondern es nur mir zuliebe tun würde, weil er an sich genug mit seinem Energie-Imperium zu tun hat?" "Grazie. Und... ähm... mir fällt nur ein Mann ein von dem ich weiß, dass er ein Energieunternehmen hat und Maschinenbau studiert hat. Dr. Ubiel - der norwegische Tüftler, der Windräder und Photovoltaikanlagen kontinuierlich mit seinem Unternehmen verbessert. Ich bin ein echter Bewunderer seiner Arbeit! Wir haben auf drei Instituten Photovoltaikanlagen seiner Firma! Aber ob er gut genug Italienisch spricht... wobei... nun, Sie könnten da sicher nachhelfen..."
Kerubiel seufzte, zog eine Augenbraue hoch und streckte die Hand nach dem Mobiltelefon aus. "Gib ihn mir schon." murmelnd. Der Höllenfürst grinste und sagte zum Unipräsidenten: "Ich gebe Sie mal weiter." "Cajus Eric Ubiel - und si, Professore, ich spreche Italienisch - fließend - ohne Lucifers Hilfe. Und wo mein großer Bruder ja schon fast für mich zugesagt hat, Professor, schicken Sie mir bitte die Unterlagen für die Vorlesungen, damit ich mich bis nächste Woche reinarbeiten kann und dann übernehme ich bis zur Rückkehr des Professors die Kurse." "Es sind auch nur zwei... und ähm... Bruder?" Kerubiel lachte leise. "Ja, Lucifer ist mein Bruder - ich bin... als Engel heiße ich Kerubiel und bin einer der Fürsten der Cherubim. Aber da Sie mit Lucifer und Sandalephon ohnehin schon zwei der mächtigsten Engel - beide sind wie Sie wissen Seraphim - als Dozenten haben, dürfte ein "kleiner Cherub" Sie nicht vom Hocker hauen. Lucifer wird Ihnen meine Mailadresse schicken. Hatte Professor... wie ist der Name des Dozenten den ich vertrete?" "Basile - Ermanno Basile." lautete die Antwort. "Grazie... also hatte Professor Basile eine Hilfskraft? Ich will sie oder ihn dann nicht übergehen und würde gern mit der Person weiter arbeiten." "Si... ähm... Signorina Zanatta. Sie ist Doktorandin und wollte eigentlich ihre Abschlussarbeit schreiben..." "Sehr schön, dann bestellen Sie Signorina Zanatta bitte, dass ich sie morgen Nachmittag um vier Uhr im Eiscafé Giolitti erwarte. Sie soll bitte die Mitschriften - soweit sie die noch bekommen kann - der Teilnehmer beider Seminare mitbringen. Und keine Sorge: Ich werde Signorina Zanatta erkennen." Professor Gentile bedankte sich, versprach alles zu organisieren und verabschiedete sich.
"Danke, Kerubiel. Glaub mir, du wirst das Unterrichten mögen." meinte der Höllenfürst mit einem Lächeln. Der Cherub seufzte. "Mal sehen... kann sein... Ich werde mich morgen erstmal mit Fräulein Zanatta treffen um zu erfahren was die da machen..." "Tja, und wir werden zusehen, was wir wegen dieser Wissenschaftler tun können, denke ich. Erstmal sollten wir gucken, wohin die verschwunden sind. Vielleicht gibt es ja so eine Art Fantomas, einen Kriminellen, der irgendwas bauen will um die Welt zu erpressen... wer weiß." Cassandra lachte leise. "Einen Kriminellen? Welt erpressen? Schatz, du guckst zu viele alte Filme!" "Ich kümmere mich um die Nachforschungen." meldete Euangelion sich. "Und ich helfe von hier aus. Mal gucken, was ich im Internet finde..." bot Astaroth an. Sein Kollege grinste. "Oder du kommst mit Calliope nach Paris, wir schicken Elisa und sie Shoppen und..." "Nie und nimmer! Ich... ähm..." Astaroth lachte leise. "Elisa, bitte! Wenn Euangelion dich mit Callie einkaufen schicken will, dann stattet er dich auch entsprechend mit Geld aus! Und wenn er das nicht tut, dann tue ich es! Nimm einfach mal was Gutes an, das man dir tut!" Er grinste in die Richtung des Höllenfürsten und fuhr fort: "Immerhin nimmst du Lucifer Arbeit ab und Euangelion und ich wissen beide, dass es oft schwierig ist mit ihm auszukommen, vor allem wenn er schlechte Laune hat. Du entlastest ihn und das macht ihm weniger Stress - also ist er weniger gereizt und wir kommen auch besser mit ihm aus."
Ein finsterer Blick des Höllenfürsten traf ihn. "Schönen Dank auch!" Er wandte sich an Elisa: "Ich werde dafür sorgen, dass du ein Spesenkonto hast, Elisa. Immerhin hast du in der Botschaft in einigen Bereichen geholfen. Der Leiter der Informatik meinte, dein neues Sicherheitssystem wäre phänomenal und Frederica hat mir erzählt, dass du einmal in der Woche eine Informatik-AG anbietest. Außerdem habe ich sehr wohl mitgekriegt, dass du inzwischen öfter mal Astaroth vertrittst. Das honoriere ich... und ich denke, die AG wird Metatron entlohnen... er ist der Schulträger!" Der himmlische Botschafter grinste, zog eine Kreditkarte aus der Hemdtasche und hielt sie Elisa hin. "Die wollte ich dir letzte Woche schon geben, Elisa. Und bevor du ablehnst: Das ist dein Geld auf dem Konto! Und das kommt von mir. Immerhin bist du meine Ersatzsekretärin, machst erwähnte AG und auch deine Arbeit in der Informatik-Abteilung der Botschaft soll nicht umsonst sein! Wie Lucifer bin ich ein Arbeitgeber der anständige Arbeit entlohnt!"
Elisa errötete. "Exzellenz... ich... Dr. Rayne... Fürst Lucifer... er entlohnt mich mehr als großzügig für... für einen einfachen Hilfsjob und... und meine Mama... also sie ist ja jetzt bei Professor Dr. Bragi in Stellung und..." "Ja, die kleine Stella liebt ihre "Tia Tadi" - so nennt sie deine Mutter. Sie ist ein wundervolles kleines Mädchen. Und auch Samuel-Bastien, Cassies und mein Kleiner ist gern bei Sariel und Catherine - und bei deiner Mutter, Elisa. Und auf zwei kleine Engel aufpassen ist nicht einfach, zumal beide Kinder Seraphim sind... unsere ersten Kinder sind immer... also unsere Frauen waren normal immer wenigstens eine Stufe unter uns bei den ersten Kindern... Cassie und auch Maria beispielsweise... Maria ist momentan Cherub und wird ihr erstes Kind kriegen... Kat war eine Ausnahme - sie war schon Seraphe bevor sie Sandalephon heiratete. Catherine war eine mächtige weiße Hexe und Vater hat sie aus Anerkennung - auch für ihre Arbeit und für ihre Liebe zu Said, Sariels kleinem Adoptivsohn - während der Schwangerschaft zur Seraphe erhoben. Aber deine Mutter geht ganz großartig mit unseren Kindern um. Also wehr dich nicht und nimm es als Dank an, in Ordnung? Und ich bin nicht Exzellenz, Elisa. Entweder bin ich Monsieur St. Cyr oder Merlin - meinetwegen auch Metatron, aber das nur in der Botschaft und wenn wir im Büro sind oder nur Mitarbeiter der Botschaft da sind!" "Merci... Grazie Monsieur St. Cyr..." murmelte Elisa und nahm sichtlich zögernd die Karte an. In Gedanken wandte der Höllenfürst sich an Metatron: "Gib mir die Kontonummer, dann lasse ich auch was überweisen!" "Ich möchte die Nummer auch haben! Elisa hat - wie ich von meinen Mitarbeitern in der Techniksparte meiner Firmen erfahren habe - nämlich einige Steuerprozesse neu programmiert und enorm verbessert, wollte aber wohl nicht, dass ich das erfahre..." ließ Sandalephon sich vernehmen - vernehmlich für alle.
Elisa errötete noch tiefer. "Scusi... Dottore... ich..." "Da gibt es nichts zu entschuldigen! Oder doch: Du hättest mir das sagen sollen, Elisa! Meine Güte! Hör auf Geschichte zu studieren und mach endlich was du wirklich machen willst! Informatik liegt dir! Und du siehst doch selbst, dass du sofort einen Job hast! Du kannst sogar als Werksstudent in meinem Unternehmen anfangen! Du kannst in der Informatik der Botschaft arbeiten! Du kannst..." Der Höllenfürst schloss kurz die Augen und seufzte leise. "Wo wir dabei sind... du heißt mit Nachnamen Tadi?" unterbrach Kerubiel Sandalephon und sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. "Ähm... Tardi... und Sie, Dr. Dale Ponte, sollten gar nicht erfahren... Ihr Vizechef, Dr. El, versicherte mir, dass mein Name nicht fallen würde..." Sandalephon lachte leise. "Dr. El? Jophiel ist ein Engel, Elisa. Und nein, dein Name ist nicht gefallen... zumindest nicht von ihm... Dr. van Brugge, der Projektleiter, sprach nur von einer jungen Frau, die was von "Geschichte in Rom studieren" erzählte aber eine unglaubliche Ahnung von Informatik habe und so gut sei, dass ich unbedingt dafür sorgen müsse, dass sie für mich arbeite und diesen "Geschichtsblödsinn" vergesse. Und da ist es - nach der Beschreibung und mit den Infos - sehr leicht eins und eins zusammen zu zählen... Dafür bin ich dir auch eine Bezahlung schuldig!" "Und ich genauso. Elisa, Sie haben Dr. Karlsen unter die Arme gegriffen und die Steuerprozesse für die neuste Generation Windräder programmiert! Das hätte ich gern von Ihnen erfahren. Er meinte nur ein "Frøken Tardi", also ein "Fräulein Tardi" aus der Pariser Botschaft habe geholfen. Ich bin sämtliche Listen der Angestellten durchgegangen und nicht fündig geworden!"
Rot wie eine Tomate war Elisa immer mehr in ihrem Stuhl zusammengesunken. Euangelion nahm sie liebevoll in den Arm. "Ich bin stolz auf dich, Elisa." flüsterte er. Sie lächelte scheu. "Ich wollte doch nur helfen... und... ich wollte nicht, dass... Sie müssen mich dafür nicht bezahlen, das wollte ich nie... das ist meine Art Danke zu sagen, an Dr. Rayne und... und..." Astaroth grinste. "Das wissen sie alle zu schätzen, Elisa. Sonst würden sie das nicht bezahlen! Das ist ihre Art dir zu danken! Nur Mut! Nimm es einfach hin, freu dich und genieße das Einkaufen mit Callie!" sagte er und tätschelte sanft ihre Hand, "Ich denke, die Idee ist nicht mal schlecht... und ich kann mich langsam aus dem Sekretariat ausklinken und dir die Arbeit mit Euangelion überlassen... Du wirst irgendwann eine würdige Sekretärin für Metatron sein. Affinität zu Lucifer hast du auch entsprechend... das passt. Für Aufgaben die einen Aufenthalt oder Recherche in der Hölle erfordern bin ich dann nach wie vor zuständig - oder Sandy und Kat... aber sonst wirst du das meistern wenn es soweit ist." "Oh, das wird so toll, Elisa. Ich komme mit, wenn Callie und du shoppen wollt!" meinte Cassandra begeistert.
Ilse klatschte in die Hände. "So, wenn wir das geklärt haben, wer sich um was kümmert und wer wem hier was zahlen muss und wer mit wem einkaufen geht: Es ist so schönes Wetter und wo wir alle hier zusammen sind: Wie ist es mit einem kleinen Barbecue hier auf der Terrasse zum Abendessen? Letztens hat es den Kindern so gut gefallen." Kat grinste. "Ich denke, ich sollte unseren Maurice dazu holen, oder? Und Onkel Lucifer: Wo wir gerade zusammen sitzen: Wir hatten gedacht, wir bitten den Papst unsere kleine Elisabeth zu taufen, wenn er hier ist - mit Pfarrer Böttcher. Der ist wirklich sympathisch. Hast du Weihnachten ja sicher bemerkt. Auch wenn er erstmal auftauen musste weil diese Gemeinde in Hamburg ihm die Luft abgeschnürt hat. Darum war das Krippenspiel auch so konservativ. Aber das nehmen Astaroth und Mathilde mit Hinnerk Bente dieses Jahr wieder in die Hand."
Sandalephon erschien mit Maurice, der sofort Ilse begrüßte und dann alle anderen. "Wie ich hörte, Verehrteste, möchten Sie wieder ein Barbecue machen?" wandte er sich dann an die alte Dame. Die grinste. "Ja, und wie immer, mein Junge, weiß ich deine Hilfe zu schätzen." Der Koch lächelte. "Dann werde ich mal unsere Mademoiselle le Morfall - Fräulein Vielfraß - rufen." Er nickte, ging ins Haus und rief: "Linnéa, ma chére, deine Grandmére hat ein Barbecue vorgeschlagen, willst du beim Vorbereiten helfen? Und wie sieht es mit euch anderen Kindern aus?" "Oh, ja, ich komme, Maurice!" rief Linnéa und sofort hörte man die Kinderschar in Richtung Treppe trippeln. Zehn Minuten später herrschte eifrige Geschäftigkeit in der Küche und auf der Terrasse. Sandalephon hackte professionell Kräuter für eine Marinade, Kat zerteilte Paprika und Kerubiel, Thalia und Elisa schnitten alles nötige für einen Nudelsalat klein, während Metatron und Cassandra einen Maissalat machten und Christian mit Astaroth einen Kartoffelsalat vorbereitete. Die kleineren Kinder steckten unter Calliopes Aufsicht Fleisch-Gemüsespieße oder pinselten Maiskolben mit Kräuterbutter ein. Der Höllenfürst kümmerte sich um den Grill. "Papa, können Onkel Samyaza und Tante Frederica nicht auch kommen?" fragte Sophia leise. Ihr Vater lächelte. "Ich werde sie einladen."
Sein Höllenleiter schmunzelte, als er ihn über die telepathische Verbindung einlud und versprach mit Frederica zu kommen. Als alles vorbereitet war und die ersten Fleisch- und Fischstücke auf dem Grill waren, erschienen die beiden. "Wir haben Salsa, Guaccamole und gefüllte vegetarische Causa mitgebracht und Pebre - Tomatensalat und auch gefüllte Avocados!" rief Frederica fröhlich und Samyaza stellte einen großen Korb auf den Tisch, bevor sie alle begrüßten. Kurz darauf waren sie vergnügt am Essen. Sandalephon gab Elisabeth ein Fläschchen und auch Allegra wurde von Ilse gefüttert. Samuel Bastien saß auf dem Schoß seines Vaters und ließ sich mit Brei füttern.
"Ich muss ab morgen, also von Dienstag bis Freitag ein paar Führungen in dem Museum in Bremen, wo ich arbeite übernehmen und ich dachte du willst vielleicht mitkommen. Ich habe dort ein Hotelzimmer gebucht und wenn du also Lust hast, dann können wir uns dort ein paar schöne Tage machen, da du ja eh eine Woche Urlaub an der Uni hast und am Mittwochabend ist die Eröffnung einer Ausstellung über Schiffsverkehr in der Antike, das könnte dich doch bestimmt interessieren." sagte Selvaggia an ihren Mann gerichtet. Dieser lächelte. Er fand es schön, dass seine Frau ihn in letzter Zeit immer mehr überraschte, indem sie auch etwas für ihn machte. Sie hatte seinen Mantel für ihn repariert und sogar ihre Hexenkräfte eingesetzt, damit dieser immer noch so schön abgetragen aussah, was er an diesem Kleidungsstück so liebte. Dann hatte sie ihm einen Abend in München bei Lord of the Dance geschenkt und jetzt plante sie wieder eine gemeinsame Unternehmung, die ihn interessierte. "Hört sich gut an Hexlein. Wenn Oma Ilse auf ihre Enkel aufpasst. Thalia hilft bestimmt ein bisschen, auch wenn gerade ihre Großmutter zu Besuch ist." antwortete er. "Ja sicher das mache ich gerne, Lucian. Die Kinder mögen meine Yaya und sie mag eure Kinder auch sehr gern. Das ist also kein Problem."  Am nächsten Tag brach Selvaggia mit ihrem Mann nach Bremen auf.
Die beiden verbrachten eine schöne Woche miteinander. Nach dem Auschecken überraschte der Höllenfürst seine Frau. Sie stiegen gemeinsam in ein Taxi, das er bestellt hatte. "Lucian? Wo fahren wir hin ich dachte, du zauberst uns zurück. Er lächelte nur, ohne zu antworten. "Wir sind am Flughafen. Lucian?"  Ihr Mann seufzte. Ich hatte dir für Samstag doch auch eine Überraschung versprochen und da du mal erwähnt hast, du würdest gerne mal Fliegen ... da hab ich über das Internet einen Flug gebucht. Aber nur den Hinflug, denn der Rückflug hätte mit Umwegen sechs Stunden gedauert." Sie ließ ihre Tasche fallen und umarmte ihn stürmisch. "Oh Lucian Rayne - ich liebe dich so sehr!" flüsterte sie ihm ins Ohr. Der Taxifahrer lud das Gepäck aus und nahm das Geld mit großzügigem Trinkgeld entgegen. Der Höllenfürst holte einen Kofferkuli für das Gepäck und stellte die zwei Koffer die sie hatte darauf. Er tat das alles für seine Frau, da sie diese normalen menschlichen Handlungen mochte. Sie folgte ihrem Mann durch den Flughafen zum Schalter. "Wir fliegen nach Wien?" Er nickte. "Ja. Wir lassen uns mit einem Taxi zu meiner Wohnung fahren, in der wir das letzte mal schon waren und mache uns dann dort einen gemütlichen Abend. Ich habe schon für alles gesorgt."
"Geht es dir gut Lucifer?" fragte sie ihren Mann der etwas blass aussehend, mit geschlossenen Augen in seinem Sitz in der ersten Klasse saß. "Ja. Ich habe nur lieber festen Boden unter den Füßen und ich habe Kopfschmerzen. War zu lange nicht in der Hölle und  ..." Sie unterbrach ihn. "Hast du denn die Tabletten von Sandy dabei?" fragte sie ihn besorgt. "Ja - im Koffer." antwortet er seufzend und rieb sich die Schläfen. "Na das war ja sehr schlau!"  Er sah seine Frau etwas gereizt an.
Als sie am späten Abend in Wien landeten und sie ihr Gepäck wieder hatten, nahm der Höllenfürst zuerst eine Schmerztablette. "Wie lange dauert es bis sie wirkt?" fragte Selvaggia. "Etwa eine halbe Stunde."  Er hatte den Lieferservice eines Luxusrestaurants bestellt und hatte ein romantisches Candlelight-Dinner vorbereitet. Nach dem Essen verbrachten die beiden eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Am nächsten Tag fuhren sie nach dem Frühstück mit der U-Bahn zur Spanischen Hofreitschule. Selvaggia war fasziniert von der Vorstellung der Lipizzaner. Sie war sprachlos, als sie anschließend mit einem der Verantwortlichen vom Gestüt Piber sprachen, das diese wundervollen weißen Pferde verkaufte und gerade in Wien war. "Oh Lucian - ich habe schon immer von einem echten Lipizzaner geträumt." Er lächelte sie liebevoll an. "Ich hatte dir doch ein Pferd versprochen und als ich gesehen habe wie sehr du diese Lipizzaner bewunderst ... also werden wir morgen zum Gestüt fahren und dort suchst du dir einen Lipizzaner aus."
Sie fiel ihm um den Hals. "Ich informiere unsere zuständige Verantwortliche, dass Sie morgen kommen!" rief der Mann zum Abschied. Und so stieg Selvaggia am nächsten Vormittag in den schnittigen Porsche ihres Mannes und ließ sich von ihm zum Gestüt chauffieren. Sie wurden von einer Frau mittleren Alters begrüßt, die sie herumführte und schließlich zu noch schwarzen Jungpferden führte. "Wir verkaufen keine... ähm..." Man merkte, dass sie sich etwas eingeschüchtert fühlte, da Selvaggia und auch der Höllenfürst über Fachwissen und Pferdeverstand verfügten. "Ich weiß - Sie verkaufen auf Piber keine so vielversprechenden Pferde die Ihnen in der Zucht oder in der Reitschule fehlen würden... wobei wir ja beide wissen, dass Lipizzaner eher Spätzünder sind. Aber ich glaube, da meine Frau und ich nicht züchten wollen und das Pferd mit einer kleinen Herde Islandponys und meinem schwarzen Hengst auskommen muss... ist das auch nicht so wichtig. Und es muss natürlich meine Frau mögen." Er lächelte aufmunternd. Selvaggia hatte sich dem Zaun genähert und eine junge noch dunkle Stute kam neugierig zu ihr. "Na meine Hübsche, was meinst du, hättest du Lust auf neue Freunde und Norderney?" fragte sie liebevoll und streichelte die Nüstern der jungen Stute. Die schnaubte und berührte Selvaggias Wange. "Tja, ich denke, Frau Moosbrugger, da haben sich zwei gesucht und gefunden. Welche Linie haben wir denn da?" "Das ist eine Allegra Maestoso - abstammend von Englanderia und Maestoso." erklärte die Gestütsangestellte. Selvaggia lachte leise. "Na, da bekomme ich zu meiner kleinen Allegra also noch eine Große." Auf den fragenden Blick der Angestellten erklärte der Höllenfürst grinsend: "Unser Nesthäkchen heißt Allegra." Die Frau lachte. "Ach so, wie charmant. Dann haben sich offensichtlich mit ihrer Frau und Allegra Maestoso wirklich zwei gesucht und gefunden."
Sie wickelten das Geschäftliche kurz darauf im Büro ab und dann zauberte der Höllenfürst einen Pferdetransporter herbei, der eine halbe Stunde später auf dem Gestüt erschien und die Stute einlud. An der nächsten Waldbiegung bog der Fahrer ein und der Pferdetransporter verschwand, der Porsche wurde vom Höllenfürsten wieder in die Garage in Wien zurückgezaubert und gemeinsam mit der Stute und dem Gepäck erschienen die beiden kurz darauf im Stall ihres Hauses auf Norderney. Das Paar machte gleich einen Austritt zu zweit. "Unsere Pferde scheinen uns  und einander gut zu verstehen." stellte Selvaggia nach einer Weile fest. Ihr Mann seufzte. "Ja, und deine Allegra Maestoso wird ein wahres Prachtexemplar werden. Wenn man bedenkt wie gut sie unter dir geht - wo sie kaum eingeritten ist... Die werden uns in zwei, drei Jahren anbetteln, dass sie sie zurückkaufen können..." meinte er. Selvaggia lachte laut und glücklich auf. "Nie und nimmer. Ich gebe keine meiner Allegras her!"
Beim Abendessen erzählte Selvaggia von dem Wochenende in Bremen und Wien und schwärmte von ihrem Pferd. "Toll! Dann kannst du jetzt mit uns ausreiten!" riefen ihre Kinder begeistert. Währenddessen warf ihr Mann immer wieder einen misstrauischen Blick zu Ilse.
Am nächsten Morgen war er wieder in der Universität und war gerade die Anwesenheitsliste durchgegangen. "Signora Tardi wird als erstes eure Hausarbeit einsammeln, die ihr über unsere Exkursion zu Milvischen Brücke schreiben solltet und ihr hattet ja jetzt auch echt viel Zeit wegen des Feiertages." Elisa legte die eingesammelten Skripte auf den Tisch und sah ihn kurz etwas bedauernd an. Die Vorlesung verlief wie immer sehr spannend. Elisa bedauerte es fast nach diesem Semester den Kurs zu verlassen. So einen tollen Dozenten oder Professor wie Dr. Rayne würde sie bestimmt nicht nochmal bekommen. Nach der Vorlesung trat sie zu ihm, als die anderen den Saal bereits verlassen hatten. "Dr. Rayne? Kann ich kurz mit ihnen reden?" fragte die Studentin. Dieser nickte, während er die Hausarbeit seiner Studenten in eine schwarze Ledertasche steckte. Dann ließ er sich auf den Stuhl hinter dem Schreibtisch nieder. Er stützte sich mit den Ellbogen ab und rieb sich die  Schläfen, dann sah er Elisa an. "Was gibt es?" Ihm war fast schon klar was jetzt kommen würde, nach dem gestrigen Gespräch. "Ich habe heute Nacht nachgedacht und ihre Brüder haben eigentlich recht. Es war schon immer mein Traum Informatikerin zu werden. Aber da ich ja in Rom schon als Hackerin auffällig geworden bin, war mir dies hier nicht möglich und deshalb habe ich mich für Geschichte eingeschrieben. Ich würde noch bis Ende des Semesters bleiben und dann nach Paris wechseln um dort Informatik zu studieren. Ich hoffe sie haben dafür Verständnis, Dr. Rayne." sagte sie etwas zögernd. Er seufzte kurz und nickte. "Sicher. Du solltest dir deine Träume erfüllen, wenn es geht. Ich wünsche dir viel Spaß und Glück." antwortete er leise und überraschend ruhig. Elisa hatte etwas anderes erwartet. "Ist das wirklich ..." "Ja. Und jetzt genieße deinen Tag. " sagte er und ließ mit einem Fingerschnippen seine Sachen verschwinden.
"Kerubiel, Sandalephon und Astaroth in mein Arbeitszimmer in Rom! Sofort!" befahl er seinen drei Brüdern über die telepathischen Fähigkeiten, die alle Engel besaßen. Kurz darauf erschienen sie. Sie sahen einander kurz an und sahen dann ihren ältesten Bruder an der sichtlich wütend aussah. "Was fällt euch eigentlich ein, mir ständig meine Angestellten auszuspannen?" donnerte er wütend. "Du redest von Elisa, nehme ich mal an." Der Höllenfürst nickte und zündete sich eine Zigarette an. "Ja. Jetzt kann ich ab nächsten Semester wieder alles alleine machen und mich mit dem PC-Kram alleine herumschlagen. Nur gut, dass ich gut aufgepasst habe, wie Elisa mir ein paar Dinge gezeigt hat." fügte er grimmig hinzu. "Lucifer, du weißt selbst, dass Elisa ..." "Ja! Sie hat vorher mit mir geredet und ich habe ihr gut zugeredet, dass sie es machen soll. Sie bleibt noch dieses Semester. Und jetzt verschwindet, bevor ich meine Wut an einem von euch auslassen muss." Sofort!" fügte er noch brüllend hinzu, als sie nicht reagierten.
Er ließ sich in seinen Chefsessel fallen und rauchte nachdenklich zu Ende. Sein Kopf dröhnte und sein Magen begann sich wieder zu melden, da ihn gerade wieder mehrere Dinge beschäftigten und manche davon richtig wütend machten. Er griff in seine Jackentasche und schluckte eine der Schmerztabletten. Magentropfen hatte er keine mehr in der Tasche und er hatte keine Lust jetzt nach Norderney zu gehen, weil er vermeiden wollte jetzt jemandem zu begegnen. Er griff nach einem Stift und nach der ersten Hausarbeit die oben auf dem Stapel lag. Er massierte sich den momentan noch leicht schmerzenden Magen, während er die Hausarbeit von Sebastiano Delano las. Er war positiv überrascht, wie gut diese war. Man merkte, dass der junge Mann Geschichte mochte und seit er den Job als Hausmeister angenommen hatte, schlief er in den Vorlesungen auch nicht mehr ein. Gegen sechzehn Uhr klingelte sein Mobiltelefon. Er sah auf dem Display und sah das Bild von Ilse. Er seufzte und nahm den Anruf an. "Ja!" murmelte er. "Moin mein Junge, kommst du gar nicht mehr nach Hause? Die Kinder fragen schon nach dir und ich habe einen leckeren Kuchen gebacken." Er schloss kurz die Augen, Der Gedanke an Kuchen, ließ seinen Magen wieder leicht rebellieren, aber der Gedanke an Kaffee oder eher den Pharisäer der ihn erwarten würde war sehr verlockend. "Ich komme gleich, Mutti." sagte er leise und legte auf. Etwa fünfzehn Minuten später saß er mit seiner Familie am Kaffeetisch. Er trank seinen Pharisäer, rührte jedoch keinen Kuchen an. Wortlos holte Ilse ein Fläschchen mit Magentropfen aus ihrer Rocktasche und stellte sie ihm hin. Er sah sie nur kurz an und trank einen weiteren Schluck seines Pharisäers. Das Fläschchen ließ er vorerst stehen.
Ein strenger Blick von Ilse traf ihn. "Wann kommt jetzt eigentlich der Papst?" fragte Ilse nach. "Anfang Juni meinte er. Er wollte sich bei Sandy melden, weil er ja in dessen Haus wohnen wird.“ Chrisatheas Augen weiteten sich. "Der Papst kommt nach Norderney?" fragte die Großmutter von Thalia und Calliope überrascht. "Ja. Er ist der Patenonkel von Luca und möchte dieses Jahr auf Norderney Urlaub machen." antwortetet Selvaggia. Die ältere Dame starrte ihre Gastgeber immer noch ganz perplex an. "Im Ernst? Der Papst ist der Patenonkel vom Sohn des ... Teufels und ... ihr macht keinen Scherz mit mir?" fragte sie erneut. Selvaggia und Lucifer schüttelten grinsend den Kopf. "Okay. Nicht, dass ich jetzt besonders gläubig wäre - abgesehen davon, dass ich griechisch orthodox bin..., aber ... den Papst zu sehen, das ist nichts alltägliches." "Und ihn privat kennenlernen, mit ihm Kaffeetrinken ..." fügte Ilse immer noch grinsend hinzu. Die vier größeren Kinder der Raynes mussten lachen. "Onkel Rodrigo ist total nett. Ich darf manchmal zu ihm in den Vatikan und dann nimmt er sich oft Zeit mit mir in eins der Museen zu gehen." berichtete Luca. "Dürfen wir aufstehen?" fragten Linnéa und Sophia dann, nachdem sie fertig waren. Die Kinder liefen in ihr Spielzimmer, nachdem ihre Eltern es ihnen erlaubt hatten.
"Was hältst du denn jetzt eigentlich von der Idee Allegra zusammen mit Deren und Elisabeth von Rodrigo taufen zu lassen?" fragte Selvaggia ihren Mann. Dieser schloss die Augen und massierte sich den Magen. "Dann nimm jetzt endlich die Tropfen, wenn ich sie dir schon hinstelle!" fauchte Ilse ihn an. Er sah die ältere Dame überrascht und böse an, da sie so ungehalten mit ihm sprach. Das hatte sie bisher noch nie gemacht. Außerdem war irgendetwas an ihr anders, das war ihm gestern schon aufgefallen. "Was siehst du mich denn die ganze Zeit so an? Hab ich was im Gesicht?" fragte sie genervt. "Ich weiß nicht Mutti." sagte er leise und tat drei Tropfen der Magentropfen auf den Teelöffel und schluckte es.
Er verzog dabei kurz das Gesicht, weil sie etwas bitter schmeckten und trank sofort einen Schluck seines Pharisäers nach. "Warum bist du denn eigentlich schon wieder so gereizt?" wollte Ilse wissen. "Das geht dich gar nichts an!" antwortete er
giftig. "So langsam reichen deine giftigen Bemerkungen." "Du hast mir noch keine Antwort auf meine Frage gegeben, Liebling." sagte Selvaggia. Ihr Mann seufzte erneut. "Tauch sie doch einfach in den Jordan, das hat bei Jesus auch funktioniert." sagte er trocken und auch ein wenig unbedacht. Selvaggia schnappte nach Luft und brachte kein Wort heraus. Chrisathea und Thalia starrten ihn ebenfalls sprachlos an. Ilse holte aus und schlug ihm mit der flachen Hand kräftig auf die linke Wange. Ihr Sohn zuckte zusammen und sah Ilse jetzt entsetzt an. "Du spinnst wohl! Wenn du so schlechte Laune hast, dass du dich dermaßen vergisst, dann verschwinde irgendwohin und beruhige dich erst mal. Das darf ja wohl nicht wahr sein!" brüllte Ilse ihn an.
Einen Moment lang starrte er die alte Dame fassungslos an. "Du wagst es mich zu schlagen und so anzuschreien! Das nehme ich dir wirklich übel, denn das hat bisher noch keiner gewagt!" schrie er ebenso laut zurück. "Du hast es verdient! Verschwinde einfach und denke mal über deine Worte nach. Was glaubst du wie sehr Selvi das verletzt hat?" Der Höllenfürst sah Ilse böse an und atmete einmal tief durch, bevor er verschwand.  Selvaggia liefen ein paar Tränen die Wange hinunter. Ilse setzte sich neben sie und nahm ihre Schwiegertochter tröstend in den Arm. "Diesmal ist er echt zu weit gegangen. Aber ich bin mir sicher er hat es nicht so gemeint, Selvi. Wir kennen doch unseren Lucian. Irgendetwas beschäftigt ihn. Er kochte schon innerlich vor Wut, als er ankam. Ich merke schon lange, dass ihn etwas sehr beschäftigt und keine Ahnung, was heute vorgefallen ist. Normalerweise kommt er ja auch schon zum Mittagessen vorbei  und ..." Ilse seufzte. "Er beruhigt sich schon wieder." fügte die alte Dame tröstend hinzu. Die Kinder hatten zum Glück nichts davon mitbekommen.
Währenddessen saß Lucifer in seinem Blockhaus in Kanada und genehmigte sich einen vierfachen Whiskey. Er wusste schon jetzt, dass es nicht bei dem einen bleiben würde und er es morgen wieder bereuen würde. Mit einem Fingerschnippen ging der Fernseher an, wo er sich einen Horrorfilm ansah um auf andere Gedanken zu kommen. Wütend warf er das Glas an die Wand als der Film vorbei war und verschwand in die Hölle, wo er sich nochmals des Pädophilen widmete und ihn als winselndes Häufchen, blutüberströmt und zuckend zurückließ. Die Ohrfeige von Ilse hatte er kaum gespürt - rein vom Physischen. Was wirklich schmerzte war der psychische Schmerz. Er liebte Ilse und sah sie wie eine Mutter, aber das gab ihr nicht das Recht ihn zu schlagen!
Samyaza klopfte zögerlich. Er hatte sofort gesehen in welcher Verfassung sein Chef war - obwohl er sich das nicht erklären konnte. "Was willst du?" knurrte der Höllenfürst. "Oh, eigentlich wollte ich nur anfragen ob ich jemanden schicken soll um die "Reste" deiner Foltersession wegzuräumen oder ob ich das Stück Dreck hängen lassen soll, damit du nachher weitermachen kannst..." "Lass es wegräumen oder lass es! Mir egal!" brüllte der Höllenfürst. "Oh, so schlimm? Willst du drüber reden oder frisst du es in dich rein?" "Nimmt mich überhaupt noch jemand ernst?" schrie er und drückte seinen Höllenleiter im nächsten Moment an die Wand - seine Hand an dessen Kehle. "Schon, ja - aber es soll auch ein paar Leute geben die dich echt mögen... hab ich zumindest gerüchteweise gehört... Kat, Ilse, von Selvi ganz zu schweigen... dann deine Hiwine, diese Elisa Tardi, eure Nanny und deren Grandma.... Astaroth und Sandy... und ich... genauso wie Frederica... Und die würden dir auch zuhören und wüssten vielleicht einen Rat..." keuchte Samyaza. Mit einem frustrierten Seufzen ließ der Höllenfürst seinen Höllenleiter los.
"Ilse und die anderen sicher nicht... Ilse hat mir sogar eine gescheuert... Kannst du dir das vorstellen? Eine kleine sterbliche Frau die genau weiß, dass ich ihr nur mit einem Gedanken den Hals umdrehen kann!" Samyaza zog eine Augenbraue hoch. "Tja... da ich weiß, wie sehr Ilse an dir hängt... sorry Chef, aber dann hast du es... ähm..." "Sag jetzt bloß nicht "verdient"! Wage das nicht!" "Es lag mir tatsächlich auf der Zunge... aber du weißt schließlich selbst, dass Ilse nicht grundlos die Beherrschung derart verliert. Darf ich fragen was vorgefallen ist?" Seufzend ließ der Höllenfürst sich in seinen Bürosessel fallen. "Es ist einfach alles gegen mich! Selvi will andauernd in die Kirche - bestimmt will sie demnächst auch zu dieser Prozession. Ich glaube Pfarrer Böttcher will eine organisieren... du weißt schon, dieses Backoblatengedöhns..." "Frohnleichnahm, ja... Frederica und Pierre haben eine kleine Andacht mit kurzer Prozession durch die Botschaft organisiert... nervt mich auch - aber das kann dich nicht so nerven..." "Dann haben alle Elisa zugeredet doch Informatik zu studieren - was ihre wahre Passion ist... ich gönne es ihr, aber darf ab nächstem Semester den ganzen Technikkram wieder selbst machen... und dann kommt Selvi noch mit der Taufe unserer Jüngsten... und das durch den Papst..."
Samyaza grinste. "Du kannst doch Vater um einen Körper für einen unserer Informatiker bitten. Aus Dankbarkeit wird der das studieren was du ihm vorgibst und dir wie ein Hündchen hinterherlaufen. Elisa wird jederzeit da sein und dir helfen, wenn du fragst. Gemeinsam mit Euangelion - fast wie bisher! Und wenn Selvaggia zur Kirche oder zu Prozessionen gehen will - lass sie. Ich akzeptiere das bei Fredi auch. Das ist halt ihr im irdischen verhafteter Glaube, Lucifer! Und eure Tochter, deinen Neffen und eventuell deine Nichte Elisabeth vom Papst - auf Norderney vermutlich - taufen zu lassen... hey, was kann dir besseres passieren? Dir bleibt der Vatikan erspart und die katholische Kirche auf Norderney ist charmant, nicht so überladen... und Rodrigo ist wirklich sympathisch! Wenn ich ehrlich bin, Lucifer: Die Bemerkung mit dem "In den Jordan tauchen... das wäre selbst für mich ein Grund sauer zu sein... Mach so eine Bemerkung wenn ich dich bitte Pate eventueller Kinder von Fredi und mir zu werden und ich schmeiße dich aus meiner Patenliste! Ilse hat dir wenigstens eine gescheuert für die Bemerkung und dir so zu verstehen gegeben, dass du zu weit gegangen bist, weil ihr die Worte gefehlt haben. Ich weiß nicht, ob... hm... ich nicht fragen würde ob ich nicht in den Himmel zurück könnte um dich nicht mehr so oft sehen zu müssen... Ilses Ohrfeige ist ein Zeichen für ihre Hilflosigkeit gewesen, Lucifer, für ihre Unfähigkeit... dir mit Worten auf deine Unverschämtheit zu antworten. Es ist ein Zeichen von Zuneigung. Wärst du ihr egal hätte sie dich einfach ignoriert und sowas wie "gefühlloses Trampel" gedacht. Denk darüber mal nach." "Ich habe eigentlich gar nicht richtig nachgedacht, der Satz ist mir mehr oder weniger rausgerutscht." antwortete er leise und traurig. Samyaza nickte. "Mag sein, aber deine Worte kamen echt verletzend rüber. Wie gesagt denk darüber nach und mach das Richtige. Ich kenne dich und weiß, dass du eigentlich nicht so bist."
Samyaza verließ das Büro und der Höllenfürst starrte auf die Tür. Er ließ sich die Worte seines Vertrauten, ja Freundes durch den Kopf gehen. Irgendwie hatte der ja recht...
Am nächsten Morgen saß er mit einer Tasse Kaffee und schmerzendem Magen an seinem Schreibtisch im Hörsaal. Die ersten Studenten betraten den Saal. Elisa, trat zu ihm. "Dr. Rayne? Geht es Ihnen gut?" fragte sie besorgt. Die anderen Studenten sahen ihn ebenfalls an. Er sah blass und müde aus. "Ich habe schlecht geschlafen und Magenschmerzen weil ... egal." flüsterte er ohne aufzusehen. "Ihr Laptop, oder ihr Buch, ... haben Sie das vergessen?" Mit einem Fingerschnippen lag alles auf dem Tisch. "Es war in meinem Palazzo hier in Rom. Ich war noch nicht dort." antwortete er immer noch leise. "Soll ich ihnen ihre Skripte heraussuchen?" fragte die junge Frau vorsichtig, da sie merkte, dass er heute nicht wirklich gute Laune hatte. "Wenn du willst, musst aber nicht. Ich muss es ja nächstes Semester  ..." Er sprach nicht weiter sondern sah Elisa zu, wie sie sein Skript für die heutige Vorlesung suchte. "Danke." sagte er leise. Nachdem Elisa sich wieder gesetzt hatte ging er die Anwesenheitsliste durch und zog denn wie gewohnt seine wirklich sehr interessante Vorlesung durch. Allerdings fehlte heute der zwischendurch gewohnte Humor, den er sonst an den Tag legte, so wie die Lockerheit.
Nach dem Unterricht zauberte er sich in die Küche auf Norderney um etwas von den Magentropfen zu nehmen, da er sie gestern stehengelassen hatte und die Schmerzen mittlerweile richtig stark waren. "Verdammt!" sagte er leise, als diese nicht an der gewohnten Stelle standen. Er presste eine Hand in den Magen und krümmte sich leise seufzend zusammen. "Suchst du das hier?" Er sah hoch und sah Ilse im Türrahmen stehen, die ihn böse ansah. "Was denkst du denn?" "Nicht so Lucian! Ich kann dich eigentlich so nicht sehen, aber ... du willst etwas von mir, dann behandle mich angemessen." sagte sie mit einer Kälte in der Stimme die er noch nie zu spüren bekommen hatte und die in der Seele schmerzte. "Bitte. Es tut mir leid ... Mutti." flüsterte er und ließ sich auf einen der Küchenstühle fallen. Sie stellte es vor ihn hin. "Nimm es mit und dann ... verschwinde, solange du dich nicht wieder gefangen hast!" sagte sie barsch und wollte die Küche wieder verlassen. "Mutti, bitte!" sagte er traurig und nahm einen kleinen Schluck der Tropfen. Ilse drehte sich um und sah ihn an. Sie liebte diesen Mann wie ihren Sohn. "Können wir reden? Bitte! Aber ... können wir dazu bitte ins Wohnzimmer gehen, ich ... habe das Gefühl mich hinlegen zu müssen."
Ilse nickte und lief wortlos Richtung Wohnzimmer. Er folgte ihr, musste sich jedoch im Türrahmen kurz abstützen weil ihm schwindlig wurde. Er legte sich auf das Sofa. "Ich werde mich für die Ohrfeige nicht entschuldigen!" sagte die alte Dame kühl. "Hab ich nicht von dir verlangt. Ich möchte mich für mein unangemessenes Verhalten entschuldigen. Ich habe nachgedacht und werde mich auch bei Selvi für meine Worte entschuldigen." sagte der Höllenfürst sehr ehrlich klingend. "Und warum sagst du dann so was? Was ist eigentlich los mit dir? Friss nicht immer alles in dich rein und öffne dich mal jemandem." Ilse sah ihn an und sah, wie sich seine schönen blauen Augen mit Tränen füllten. Er schloss diese, um die Tränen zu unterdrücken, das war für Ilse ein Zeichen, dass er diesmal wirklich Kummer hatte.
"Lucian, was ist los?" fragte sie etwas sanfter und setzte sich neben ihn. "Es sind so viele Dinge. Ich habe das Gefühl ich werde ... ich weiß nicht genau wie ich es sagen soll, dass irgendwie alles und jeder im Moment gegen mich ist und du ... du hast doch von der Frucht vom "Baum des Lebens" gegessen, oder? Auch das wird vor mir verheimlicht. Was nicht ohne jemanden geht der sie dir bewusst gibt und es vor mir verheimlicht." antwortete er leise. "Was hab ich gegessen? Lucian! Ich schwöre dir  ... ich weiß von nichts!" Er sah Ilse an und erkannte in ihrem Blick, dass sie die Wahrheit sagte. Er seufzte. "Niemand ist gegen dich, mein Junge. Wir lieben dich. Es gibt aber im Leben nun auch mal Geheimnisse und du warst die letzte Woche wirklich sehr gereizt. Ich kann dir nur raten, rede mit jemandem und sage alles was dich bedrückt. Und jetzt ruh dich ein wenig aus und wenn es dir wieder besser geht, dann klären wir das mit der Frucht. Denn irgendwie ... fühle ich mich tatsächlich ... lebendiger." gab Ilse jetzt zu nachdem er das erwähnt hatte.
Etwa zwei Stunden später wachte er wieder auf und fühlte sich etwas besser. "Vater! Ich werde jetzt mit Ilse erscheinen, wir müssen da etwas klären!" rief er wütend in die Gedanken seines Vaters. Der himmlische Vater zuckte zusammen, da ihn bisher noch keiner seiner Söhne so kontaktiert hatte und er nicht wusste, dass Lucifer die Macht dazu hatte. Als sie im Himmel erschienen, wurden sie bereits erwartet. Gott hatte eine für Ilse angenehme Gestalt angenommen. "Lucifer? Ich wusste nicht, dass du in meine Gedanken eindringen kannst." "Du weißt so manches nicht und das ist gut so. Dir sollte jedoch klar sein, dass ich auch sehr starke Kräfte habe."  Dieser nickte. "Willkommen im Himmel, liebe Ilse. Was gibt es Lucifer?" fragte er ruhig. "Lucian!" sagte Ilse, legte einen Arm um ihn und sah ihm tief in die Augen. Der gefallene Engel schloss kurz die Augen und atmete einmal tief durch. "Hast du Mutti eine Frucht vom Baum des Lebens geben lassen? Und lüg mich ja nicht an!" sagte er wütend aber nicht brüllend.
"Puh! Ja mein Sohn, das habe ich! Und jetzt erzähl mir nicht, dass du etwas dagegen hast, dass Ilse sozusagen unsterblich ist, wie Derek und Rachel. So musst du nicht irgendwann befürchten, sie könnte sterben. Und das könnte ich gar nicht verantworten. Denn selbst wenn ihr mal Ärger miteinander habt. So vertragt ihr euch doch immer wieder und Ilse tut dir gut. Wie könnte ich sie dir da nehmen." Der Höllenfürst seufzte. "Aber warum machst du es hinter meinem Rücken? Vater ... ich komme mir echt hintergangen vor. Jeder verheimlicht irgendwas vor mir. Selvi hat Buch in ihrer Tasche von der Volkshochschule, sie arbeitet gar nicht so lange im Museum." sagte er gequält. "Lucifer, hast du schon einmal daran gedacht, dass deine Frau dich mit ihrem Abschluss überraschen möchte? Vielleicht ist sie sich nicht sicher, dass sie ihn gleich schafft und deine Bemerkung von gestern, war wirklich unglaublich gefühllos. Du musst dich auf jeden Fall bei deiner Frau entschuldigen. Und was deine Brüder angeht setz dich nochmal mit ihnen zusammen und  sag ihnen was dich an der ganzen Sache wirklich stört. Und eins noch Lucifer: Zügle in Zukunft dein Temperament und überleg bitte vorher was du sagst. Du meintest ja selbst, dass deine Aussage unbedacht war!"
Gemeinsam tauchten sie im Wohnzimmer wieder auf. "Bist du mir noch böse, Mutti?" fragte er vorsichtig. "Ach Junge, Mütter sind ihren Kindern selten lange böse. Wenn du das mit Selvi wieder hinbiegst ist alles wieder gut und beherzige bitte den Rat deines ...Vaters  und sei etwas vorsichtiger mit dem was du sagst auch, wenn es nicht so gemeint war." antwortete sie und drückte ihn ganz fest. "Mach ich nachher, wenn sie von Ihrer Arbeit im Museum wieder kommt. Und danke, Mutti." Ilse nickte. "Ruh dich noch ein wenig aus, die siehst müde aus." Er gehorchte und legte sich auf das Sofa. "Wie geht es deinem Magen?" fragte sie als sie eine Decke über ihn legte. "Besser. Ich denke wenn ich mit Selvi geredet habe ..." "Und mit Sandy, Kerubiel, Astaroth und Metatron, ich lade sie gleich ein und dann werdet ihr euch unterhalten." Er seufzte und kuschelte sich auf das Sofa und schlief tatsächlich ein.
Als er drei Stunden später aufwachte, hörte er Ilse und seine Frau in der Küche. "Ich liebe Lucifer sehr Ilse, aber er ist manchmal so ... na ja er kann so ein liebevoller Ehemann und Vater sein und dann sagt er solche verletzenden Sachen." Ilse seufzte. "Er hat gerade selbst mit sich zu kämpfen. Lucian fühlt sich von seinen Brüdern übergangen, weil sie nicht vorher nicht mit ihm geredet haben bevor sie Elisa Tardi zugeredet haben wieder Informatik zu studieren - und das in Paris. Lucian hat es nicht so gemeint, das weißt du selbst. Er Ist gereizt und genervt von einigen Dingen und es ist ihm so rausgerutscht. Das hat er selbst gesagt. Du solltest ..." "Mutti hat recht! Es tut mir sehr leid Selvi. Ich hätte so etwas nie sagen dürfen. Ich bin seit einiger Zeit wieder sehr gereizt und hab nicht nachgedacht was ich sage. Es tut mir wirklich sehr leid Selvi. Natürlich können wir Allegra zusammen mit Elisabeth und Deren hier auf Norderney taufen lassen. Ich habe das was ich gesagt habe echt nicht so gemeint und nicht nachgedacht ... ich weiß nicht warum ich das gesagt habe und wenn du mir nicht verzeihen kannst, habe ich das wohl verdient. Ich kann leider nicht mehr machen, als mich aufrichtig zu entschuldigen. Es tut mir ... wirklich ... sehr ... leid, Selvi. Ich liebe dich und die Kinder mehr als alles andere ... Ich fühle mich nur wie Mutti schon sagte, in letzter Zeit von einigen ... na ja ... es fühlt sich an als ob sie kein Vertrauen zu mir hätten, wenn hinter meinem Rücken Dinge entschieden werden. Und das tut weh." sagte er traurig. Selvaggia hörte die Aufrichtigkeit seiner Entschuldigung und sah in seinem Gesicht, dass er es ernst meinte. "Ich sehe und merke, dass deine Entschuldigung ehrlich gemeint ist und verzeihe dir noch einmal, Lucifer." Sie stand auf und umarmte ihren Mann. "Aber sag so etwas, bitte nie wieder!"  Er versprach es und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund.
Etwa eine halbe Stunde vor dem Abendessen tauchten Sandalephon, Astaroth, Kerubiel und Metatron auf. Sofort schickte Ilse die vier Engel in Lucifers Arbeitszimmer um alles zu klären. "Ilse meinte ich solle mit euch reden und  ... na ja widerspreche nicht der Mutti, wenn du dir eh schon Ärger eingehandelt hast. Ist euch schon mal der Gedanke gekommen, vorher mit mir zu reden, bevor ihr mir meine Hiwine ausspannt. Schon damals als sie dich vertreten hat Astaroth. Da wurde ich auch nicht wirklich gefragt und jetzt wieder. Klar soll sie sich ihren Traum Informatikerin zu werden erfüllen, aber ... irgendwie übergehen mich im Moment alle, selbst unser ... alter Herr da oben. Vertraut ihr mir so wenig?" fragte er seine Brüder. Die drei Engel merkten, dass er sehr verletzt war.
"Wir vertrauen dir, aber Elisa wollte es dir selbst sagen - und was die Frucht betrifft, die für Ilse... und übrigens auch Chrisathea... deine Kinder haben Vater damit in den Ohren gelegen, dass sie "Oma Ilse" nicht verlieren wollen, sie vielmehr auch zu Ur-, Urur... und so weiter Oma machen wollen. Linnéa und Luca, Luciano und auch Sophia... sie haben fast jeden Abend gebetet als sie bei Kat und mir waren: "Und bitte lass Oma Ilse so lange leben wie auch Onkel Derek und Tante Rachel!" Das nur zu deiner Antwort. Und du kennst Vater... und ganz ehrlich: Glaubst du er würde dir die Frau nehmen die sich traut dir auch den Kopf zu waschen?" fragte Sandalephon. Astaroth grinste und fügte hinzu: "Und das, wo sie eine kleine Sterbliche ist und du ihr mit einem einzigen Blick das Licht auspusten könntest... wenn du ihr komisch kommst oder was sie wütend macht, dann nimmt sie dich beim Ohr und stößt dich mit der Nase drauf, absolut furchtlos! Ich mag die alte Dame! Ilse ist eine echte Drachenmutter: Sie kann Feuer spucken wenn nötig, aber meistens gibt sie dir Nestwärme... Chrisathea ist da eher... hm... wie die typische Oma: Lieb, nett, hat für jeden ein liebes Wort..." Der Höllenfürst seufzte. "Na gut, an sich hatte Vater ihr ja 50 Jahre zugestanden... und ich gebe ja zu, dass ich echt dran zu knabbern hatte... Bitten wollte ich irgendwie nicht... und hm... na ja... da darf ich meinem großen Quartett wohl dankbar sein... Trotzdem hätte ich es gern gewusst."
"Schon mal daran gedacht, dass deine Kids dich überraschen wollten?" fragte Astaroth. "Linnéa mag ihre "Großeltern" und sie hat innerhalb kürzester Zeit auch ihre "Yaya" liebgewonnen. Thalia... sie haben sie mitgenommen in den Himmel und Vater hat sie schon begrüßt wie eine Tochter. Das hat zumindest Ainé ausgeplaudert. Und Christian... er hat die Früchte auf Vaters Geheiß gepflückt... und mich hat Vater auch hintergangen... irgendwie... Christian ist kein Mensch mehr, Lucifer... er ist ein Archai... und somit eher bereit für Sophia der Gefährte zu sein, den meine kleine, manchmal zickige Patentochter braucht..." Der Höllenfürst grinste plötzlich. "Ja... er bringt sie auf die Palme, sie nörgelt, wenn er in ein Aquarium will, kommt aber irgendwie dann doch mit... wobei Mike und Maria ja mit ihnen in diesem SeaWorld waren und so beider Interessen verbinden konnten... Aber Halloween waren sie als kleine Hexe und kleiner Teufel ein süßes Pärchen... genauso wie ihre Ponys... die zwei Schneeflocken..." Versonnen nickten alle - außer Kerubiel, der das so gar nicht mitbekommen hatte. "Gut, dann haben wir jetzt drüber geredet... schön, dass ihr mir zugehört habt, aber nächstes Mal redet einfach mit mir!" "Ist ja okay... übrigens hat Andrew Smith - unser Chefinformatiker in der Botschaft - mit Elisa schon alles organisiert; und zwar dahingehend, dass sie in deinen Vorlesungen in Rom dabei bleibt - also sie studiert an sich Informatik, hilft im Büro bei Euangelion und Astaroth, aber sie ist gegenüber dir genauso loyal wie Euangelion: Sie hat darauf bestanden weiterhin deine Hiwine zu bleiben und das Angebot von Andrew abgelehnt seine Hiwine zu werden. Er ist nämlich Dozent an der Sorbonne; Informatik... Und wenn du sauer auf ihn bist: Er ist Satanist... das nur als Info." meinte Metatron leicht belustigt.
Kerubiel schmunzelte. "Ich habe noch was Geschäftliches erledigen. Wir sehen uns." auch er löste sich in Luft auf.
 
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