Gebunden in Blut

von Nhaundar
GeschichteDrama, Romanze / P16
Alphonse Elric Edward Elric Riza Hawkeye Roy Mustang Winry Rockbell
19.01.2020
02.02.2020
3
6575
 
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Anmerkungen: Herzlich willkommen bei meiner neuen FF. Ich hoffe sehr, dass sie euch zusagt und meine Themenwahl interessant ist. Sie startet etwas langsamer und nimmt später fahrt auf. :) Viel Spaß!

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"Du bist hier um deinen kleinen Bruder zurück zu holen. Aber wie willst du einen ganzen Menschen herausziehen? Was ist dein Preis? Bietest du deinen Körper an?"
Ed fühlte sich sicher, selbstbewusst, er wusste ganz genau, was er dem Wesen anbieten konnte, dass ihm grinsend und augenlos gegenüber stand.
"Hier ist doch ein Preis, sogar ein Riesiger.", er deutete bei seinen Worten mit dem Daumen hinter sich ohne den Blick von "Gott" abzuwenden, wie er das Wesen inzwischen nannte. Es war am leichtesten.
"Das ist mein Tor der Wahrheit und das bedeutet ich kann damit machen was ich will. Oder nicht?",  hakte er nach und konnte das Grinsen in seinem Gesicht nicht verbergen. Es war ein guter Preis für den Körper seines Bruders und nichts würde ihn davon abbringen den Tausch einzugehen. Die andere Option, die sein Vater angeboten hatte, war verlockend gewesen, aber er hatte sich geschworen keinen Stein er Weisen zu verwenden und das war sein Vater.
"Das hab ich nicht erwartet. Aber bist du dir auch wirklich sicher? Wenn du dein Tor der Wahrheit verlierst, wirst du nie mehr Alchemie bewirken können.", meinte das Wesen, das vage humanoid erschien, beinahe lockend, als war es sich absolut sicher, dass Ed das nicht durchdacht hätte.
"Ja, das stimmt. Ja, jenseits dieses Tores ist alles, was die Alchemie ist. Aber dank dem wurde ich auch ganz schön manipuliert. Mir wurde diese Wahrheit gezeigt und ich war davon überzeugt, dass man mit Alchemie alles lösen kann. Aber bedauerlicherweise war das ein Irrtum. Es war reine Arroganz.", Ed dachte an all das zurück, was er in seinem kurzen Leben gesehen hatte, sein Blick war entschlossen... das Grinsen Gottes brachte ihn nicht aus dem Konzept.
"Du willst also zu einem einfachen Menschen verkommen, der keine Alchemie einsetzen kann?", hakte das Wesen erneut nach.
"Ich werde zu gar nichts verkommen. Ich war schon immer nur ein einfacher Mensch. Ein machtloser Mensch, der nicht mal ein kleines Mädchen retten kann, was zu einer Chimäre wurde.", meinte der Blonde bitter und biss einen Moment fest die Zähne zusammen. Sie hätten etwas tun müssen. Scar hatte letztlich ein schlimmeres Schicksal verhindert. Dennoch... Alchemie hatte nicht helfen können. Nicht unmittelbar.
"Du bist dir also wirklich sicher, dass du ohne das leben willst?", wieder eine Frage, wieder so formuliert, als ob sich Edward nicht völlig im Klaren darüber wäre, was es für ihn bedeuten würde.
Ein Schnauben kam über seine Lippen.
"Auch ohne die Alchemie, habe ich immer noch meine Freunde.", davon war er fest überzeugt und absolute Entschlossenheit stand in seinem Blick, den er "Gott" zuwarf.
"Richtige Antwort, du Alchemist. Du hast mich besiegt. Nimm es mit und zwar alles."
Der ältere Elric drehte sich um, legte die Hände auf sein Tor der Wahrheit und sah dabei zu, wie es unter seinen Fingern zerbröselte.
"Der Hintereingang ist dort drüben, Edward Elric.", sagte das Wesen.

Schweißgebadet öffnete der Blonde die Augen. Seine Kleidung fühlte sich klamm an, beinahe nass. Das Bettzeug ebenso. Er würde wohl seine Sachen und die Bettwäsche wechseln müssen, kurz duschen klang ebenso angenehm. Seine Haare lagen in wirren Strähnen um seinen Kopf und sein goldener Blick striff die sanft vom Mondlicht erleuchtete Zimmerdecke. Nüchtern stellte er fest, dass er wieder diesen Traum gehabt hatte. Andere, ähnliche Träume suchten ihn auch heim. Seit Monaten schon, in unregelmäßigen Abständen und mit jedem erneuten Traum stellte er sich Fragen, die er nicht beantworten konnte. Jedes mal wachte er schweißgebadet auf und sein Herz raste. Warum? Es war doch ein wichtiges Ereignis gewesen, eines, dass seinen Bruder zurück gebracht hatte.
Träge blinzelte er und erhob sich langsam aus dem warmen Bett, dass dank der Feuchtigkeit blitzschnell auskühlte, nun, da er nicht mehr darin lag. Sein Gedanken kreisten abermals um die Szene, damals vor dem Tor. Immer und immer wieder. Gott hatte damals seinen richtigen, seinen vollständigen Namen benutzt. Das war merkwürdig... ebenso merkwürdig war die Formulierung, dass er alles mitnehmen sollte.... zudem hatte er zu Al's Tor nicht 'Hinterausgang' gesagt, sondern 'Hintereingang'.
Und jedes Mal brach zumindest dieser Traum ab, bevor er zu Al gegangen war, um mit ihm wieder zurück zu gehen. Jedes verdammte Mal. Und so oft er sich auch über die Formulierungen den Kopf zerbrach, er kam auf keine Lösung. So ein Wesen verwendete solche Formulierungen sicher nicht nur aus Spaß, oder? Auch diese Frage hatte er sich schon etliche Male gestellt. Knurrend ließ er seine Faust auf den Nachtisch niedersausen, ihm war dabei egal ob er die Anderen weckte, und er erhob sich. Sein Beinstumpf schmerzte, die Automail hatte Winry am Vortag wieder neu eingestellt gehabt und jetzt brauchte es wieder einige Tage, bis die Nervenverbindungen aufhörten ständig Schmerzen an sein Gehirn zu senden.
Ein Blick auf die Uhr an der Wand verriet ihm, dass es drei Uhr früh war. Seufzend erhob er sich und striff sich auf dem Weg ins Badezimmer die Klamotten ab.
Nach einer erfrischenden Duschen kümmerte er sich um das Bett, legte sich wieder hin und dachte nach. Müdigkeit wollte sich nicht wirklich einstellen. In den letzten Jahren hatte er viel erlebt. Nach dem Tag der Verheißung war er mit Al zurück nach Resembool gegangen, sie hatten sich nach dem Krankenhausaufenthalt erholt, bevor sie weiter gezogen waren, um zu forschen. Das mit Winry war kompliziert es hatte erst sehr gut funktioniert, sie waren beide glücklich zusammen gewesen. Bis Ed den Träumen zu viel Bedeutung zugemessen hatte und es ihnen beiden etwas zu viel wurde. Seite einem knappen Monat schon waren sie wieder getrennt.... das Telefonat war eine Katastrophe gewesen und die weinende Winry am anderen Ende hatte er kaum ertragen können. Seine Forschungsreisen hatten extrem viel Zeit in Anspruch genommen und sie waren nur selten zusammen gewesen. Da lebte man sich ein wenig auseinander... es war kompliziert. Abgesehen davon waren seine Reisen erfolgreich gewesen, mehr oder minder. Er hatte viel über die Alchemie in Creta und Aerugo herausgefunden, sogar in Drachma war er gewesen. Sprachkenntnisse hatte er sich angeeignet, die Alchemie studiert, Transmutationskreise durchdacht, Neue entwickelt, Neue entdeckt. Aber er war nicht fähig sie zu benutzen. Das hatte ihn über die Jahre hin Stück für Stück zerfressen und ja, langsam fing er an zu bereuen damals seine Alchemie aufgegeben zu haben und es gab fast keinen Tag, an dem er es nicht versuchte.
Keinen Tag, an dem er nicht hoffte, dass es vielleicht doch wieder funktionierte. Winry konnte nur schwer mit ihm umgehen und selbst Al ließ er kaum noch an sich heran, weswegen ihre aktuelle Beziehung zueinander etwas negativ eingestimmt war. Er hatte jedoch nie bereut Al seinen Körper zurück gegeben zu haben, nur das Wie vielleicht. Hätte es eine andere Möglichkeit gegeben? War es wirklich die richtige Entscheidung gewesen? Für Al auf jeden Fall. Er sollte sich nicht so viele Gedanken machen. Al war immerhin fähig zur Anwendung der Alchemie, er erlernte aktuell die Anwendung der Weidan-Alchemie und er hatte zudem auch sehr viel in Xing erfahren, was die weiterführenden Unterschiede zwischen den Alchemiearten betraf. Es war der reine Wahnsinn was es an unterschiedlicher Auslegung zur Alchemie gab, zu deren Anwendung und die Möglichkeiten waren schier unerschöpflich. Jedoch hatten weder Ed noch Al je mehr über die Erschaffung von menschlichen Chimären erfahren, als das was sie bei Shou Tucker gesehen und gelesen hatten... das mit Nina traf ihn noch immer hart. Amestris schien der Vorreiter zu sein was das anbelangte. Er dachte wieder an die Kleine und ihren Hund, ihr fröhliches Gesicht und ihre ausgelassene Art, wälzte sich dabei unruhig hin und her, bis er es schließlich nicht mehr aushielt, aufstand und einen braunen Koffer unter dem Bett hervorzog wo er all seine Unterlagen aufbewahrte. Er begann sie zu sortieren, erneut durchzulesen, obwohl er sie auswendig kannte, auch Kopien von Al's Unterlagen aus Xing waren darunter.

Irgendwann war er über den  Zetteln und Notizbüchern wohl eingenickt, denn ein Klopfen an der Tür weckte ihn.
"Ed? Bist du schon wach?", Winrys Stimme. Ein Grummeln kam über seine Lippen und die Blonde öffnete die Tür einen Spalt. "Guten Morgen. Ich wollte nach deinem Bein sehen?"
"Ach, dem gehts gut, du wartest doch nur darauf die Schrauben so fest zu ziehen, bis ich vor Schmerzen Schreie, du Sadistin!", warf er ihr entgegen, konnte jedoch ein schelmisches Grinsen nicht unterdrücken. Winry warf die Tür auf und stapfte in den Raum, die Hände in die Hüften gestemmt.
"Also wirklich! Kannst du nicht einfach einen guten Morgen wünschen und es über dich ergehen lassen. Bist du nun ein Mann oder ein quengeliges Kind? Immerhin sollst du nicht alle paar Wochen herkommen müssen, um es einstellen zu lassen! Lass es mich einmal richtig machen und du hast für eine Weile deine Ruhe!", knirschte sie und seufzte schließlich als sie das Chaos auf dem Boden sah, in deren Mitte er sich befand. Ihr Blick ging zu dem Haufen Dreckwäsche, der neben der Tür lag. Bettwäsche und ein Satz seiner Schlafsachen. "Hattest du wieder diese Träume?", er senkte den Blick bei der Frage, schob die Unterlagen von sich, warf sie in den Koffer und setzte sich aufs Bett, krempelte die Hose nach oben, damit Winry zugriff auf seine Automail hatte. "Ja.", er hatte ihr davon erzählt. Mit Alphonse konnte er darüber nicht reden. Sie lieh ihm immer noch gern ein Ohr. Er wusste, dass das zwischen ihnen kompliziert war. Er konnte seine Gefühle nicht mehr richtig einordnen. Vielleicht brauchten sie einfach mehr Zeit? Freunde würden sie für den Rest ihres Lebens bleiben. Zumindest das. Wenn er ihr das andere nicht aus vollem Herzen geben konnte. Sie trat an das Bett, begutachtete die Automail eingehend und nickte zufrieden. "Das sieht gut aus.", sie klopfte auf das metallene Bein. "Morgen kannst du dann wieder aufbrechen.", versicherte sie ihm und schenke ihm ein Lächeln. "Danke.", murmelte er und fixierte sie einen Moment.
"Hast du es Al erzählt?", fragte er und Winrys Blick wurde matt. "Nein. Das ist deine Aufgabe. Du weißt ganz genau, was ich von diesem Plan halte.", Abneigung war in ihrer Stimme zu hören und er grinste. "Du wirst mich nicht davon abbringen können.", Winry verpasste ihm einen leichten Schlag mit dem Griff ihres Schraubendrehers. "Verdammt nochmal! Warum schlägst du mich! Als ob ich mich hier nicht schon genug rumquälen muss!", zischte er empört und rieb sich den Kopf. Edward konnte ja verstehen, warum sie so reagierte, aber das war doch kein verdammter Grund ihm weh zu tun. Also wirklich. Er erhob sich schließlich vom Bett und griff nach einem Hemd, dass er sich kurzerhand überzog. Schielte zu Winry die ergeben seufzte. "Ich kenne dich lang genug, ich weiß, dass ich dich nicht davon abbringen kann.", sie trat an ihn heran, blickte ihm in die Augen, wozu sie den Blick heben musste - das allein bereitete ihm nach wie vor etwas Genugtuung, er war nicht mehr klein! - er überragte sie um einen guten Kopf. "Pass nur auf dich auf. So wie immer. Hast du gehört?"
Ed verleierte die Augen und nickte und Winry zog ihn in eine kurze, aber feste Umarmung, bevor sie ihm einen Klaps auf den Hinterkopf verpasste und aus dem Zimmer ging.
"Das Frühstück sollte bald fertig sein. Dein Bruder macht Rührei!", klang ihre Stimme aus dem Flur und Edwards Magen knurrte, um Aufmerksamkeit heischend.

In der Küche begrüßte er Pinako und Al und machte sich zugleich über eine Portion Rührei her. Holte sich dann direkt nach. "Also wirklich Al. Dein Essen hat auch schon mal besser geschmeckt. Ich muss wirklich zusehen, alles zu vernichten, dass die anderen keine Vergiftungen erleiden!", meinte er grinsend, als er sich mit einer großen Portion wieder an den Tisch setzte. "Schön, dass es dir schmeckt, Bruder.", meinte dieser nur wissend lächelnd.
"Hast du dann Zeit? Ich will mit dir etwas spazieren gehen.", sprach der ältere Elric mit vollem Mund und wischte sich mit dem Arm übers Kinn.
Der Blick Al's wurde kalkulierend und er musterte seinen Bruder, den er so in- und auswendig kannte und Edward war sich sicher, dass er begriff, dass er das, was er besprechen wollte, nicht vor Pinako und Winry ansprechen wollte, auch wenn Letztere - zumindest in groben Zügen - Bescheid wusste. "Ja, Bruderherz, für dich immer."

Inzwischen waren sie beide älter geworden, hatten sich beide verändert, waren reifer. Oder auch nicht, wie Ed mit einem Grinsen über sich selbst feststellte, immer wenn er mit Al allein war, der sich viel zurückhaltender, vernünftiger und erwachsener benahm als er selbst. Aber war das nicht bis zu einem gewissen Grad schon immer so gewesen?
Resembool hatte sich nicht verändert. Seit dem Tag der Verheißung waren sechs Jahre ins Land gezogen und noch immer war der Ort idyllisch und ruhig. Die Landschaft war noch grün, obwohl es langsam kälter und herbstlicher wurde. Einige Vögel zwitscherten in der Ferne und er hörte blökende Schafe auf einer Weide in der Nähe. Wind umwehte sie beide und still gingen sie nebeneinander her und genossen es einfach sich ungezwungen zu bewegen und die frische Luft zu atmen, die Heimat in ihr zu riechen. Sie waren nach wie vor Reisende und der doch inzwischen wieder heimische Duft tat gut.
"Wie geht es eigentlich May?", unterbrach er die Stille und er stellte mit Zufriedenheit fest wie sich eine ganz leichte Röte auf den Wagen von Alphonse abzeichnete.
"Sehr gut. Aktuell erfüllt sie einige Aufgaben für Ling, sonst wäre sie sicher mitgekommen.", meinte er und musterte den Langhaarigen von der Seite. Ed war schon seit einigen Tagen wieder hier, während sein kleiner Bruder gestern erst angekommen war und sie hatten bisher nur wenig miteinander geredet. Was unter anderem auch daran lag, dass Edward sich unsicher in seiner Gegenwart fühlte, was besonders auch durch seine Träume hervor gerufen wurde. "Du hast sicher mitbekommen, dass Winry und ich uns getrennt haben?"
"Für wie dumm hältst du mich? Du schläfst doch nicht umsonst wieder in deinem alten Zimmer.", grinste Al. "Es freut mich aber, dass ihr euch nach wie vor so gut versteht.", setzte er hinzu und streckte sich ein wenig. Zwischen ihnen waren nie viele Worte nötig, sie verstanden sich auch so gut. Aber Al spürte, das etwas nicht stimmte. Musste es einfach. Ed bemerkte es an seiner Haltung, sie war angespannter als sonst.
"Aber das ist es nicht, richtig?" Der Ältere nickte und ein dunkler Schatten legte sich über seine Züge.
"Nein, das ist es nicht.", bestätigte er. "Ich hab dir Kopien mit der Schreibmaschine abgetippt. Von meinen neuen Erkenntnissen aus Drachma, die kann ich dir dann geben, wenn wir wieder bei Pinako sind. Hast du was Neues zur Weidan-Alchemie für mich?" Al runzelte die Stirn. "Also wirklich Ed, du hast dich schon besser angestellt, um von Themen abzulenken, die dir nicht passen.", sagte er und seufzte, bevor er fortfuhr: "Ich habe geübt, aber viel Neues ist nicht dazu gekommen, aber das kann ich dir gern geben.", versicherte er nur, um sich dann darauf zu verlegen Edward bohrende Seitenblicke zuzuwerfen.
Nach einer Weile überwand sich der Ältere schließlich und es platzte unelegant aus ihm heraus.
"Ich geh nach Central. Und belöffel Mustang, dass er mir Zutritt zu vermutlich geheimen Aufzeichnungen verschafft. Da gibt es noch ein paar Unterlagen, die ich mir ansehen muss. Kann sein, dass ich wieder der Armee beitreten muss. Aber den Preis würde ich bezahlen unter meinen Bedingungen. Ich habe da diverse Ideen, die ich umsetzen möchte. Da wäre es an sich nicht verkehrt, wenn ich eine höherrangige Position hätte, um im Geschehen mitzumischen.", kam es schlussendlich entschlossen über seine Lippen. Er brauchte diese Unterlagen und er war bereit dafür zu zahlen und hoffentlich noch einen größeren Anteil zur weiteren Entwicklung von Amestris beizutragen. Al blieb stehen, starrte seinen Bruder beinahe fassungslos an. "Du hasst die Armee!", entkam es ihm und Ed nickte. "Ja. Das hat sich auch nicht geändert. Aber wir... ich habe jetzt nur begrenzte Möglichkeiten, was dieses spezielle Thema betrifft. Außerdem muss es nicht dazu kommen. Ich hoffe ja das Grumman und der Bastard mehr verändert haben, als man hört und nicht nur große Töne gespuckt haben. Sodass ich mit meinen Forderungen und meinem Angebot nicht auf taube Ohren stoße. Außerdem da gibts noch Geld, dass ich Mustang schulde.", meinte er und sie beide gingen eine Weile still nebeneinander her.
"Ich habe die Nachrichten verfolgt. Das was von der aktuellen Führung über die Medien zu uns durchsickert. Zumindest das, was ich in Xing und hier aufgeschnappt habe.", begann Al. "Wie es scheint wollen sie wirklich etwas ändern. Angeblich wurden schon einige Volksentscheidungen über diverse Sachen geplant, aber aktuell scheitert es wohl noch an der Umsetzung.", erklärte Al und Ed nickte.
"Ja, das hab ich auch gehört. Schön, dass sie das Volk mehr einbeziehen wollen, aber über eine Baustelle mache ich mir Gedanken... da muss ich wohl den Finger weiter in die Wunde drücken. Sehr tief.", brummelte Edward und sein Blick sprühte beinahe Funken, als er wieder zu seinen Bruder blickte.
"Das mit der Alchemie muss anders geregelt werden. Ich glaube da ist es ganz gut, dass ich Mustang auf die Finger klopfen will, nicht nur wegen der Unterlagen, immerhin steht nicht mehr viel Zeit zwischen seinem Amtsantritt als Führer und der Abdankung von Grumman.", Al nickte zu den Worten und sagte nichts mehr dazu. Die Brüder wussten, dass sie sich untereinander kaum von etwas abbringen konnten, wenn sie sich einmal dazu entschieden hatten etwas durchzuziehen. Edward spekulierte auf eine außenstehende Position, die nicht direkt einen Militärposten involvierte, aber doch Zugriff auf einige Militärdinge hatte, damit er formen konnte, was ihm vorschwebte. Aber ob das auch wirklich funktionierte?
"Bruder?", Al's Stimme zog ihn aus seinen Gedanken und er blickte den Kurzhaarigen an.
"Möchtest du, dass mit nach Central komme? Wir haben und seit einiger Zeit nicht  mehr Blicken lassen, vielleicht wäre es auch gut um alte Beziehungen aufzufrischen. Gerade Gracia und Elicia würden sich bestimmt freuen uns zu sehen. Meinst du nicht?"
Al hatte nicht unrecht. Inzwischen waren es schon einige Jahre, als sie das letzte Mal wirklichen Kontakt zu den alten Bekannten hatten. Sie waren beide viel beschäftigt gewesen und herum gereist. "Sicher. Klingt nach einer guten Idee.", nuschelte er auch, wenn er nicht wirklich davon überzeugt war. Nicht, dass sich Al auch wieder in die militärischen Dinge einmischte, was er an sich nicht wollte, wie Ed wusste. Al sollte sein Leben genießen und außerdem hatte sein Bruder doch noch so eine kleine, quirlige Lady aus Xing an der Angel. Die beiden brauchten dazu kein Militär. Bei ihm sah das inzwischen etwas anders aus.
"Solange du May nicht zu lang warten lässt.", er grinste bei den Worten und Al wurde rot.
"Wenn du mir so kommst.... kleeeeiner Bruder.", meinte Al grinsend und spielte damit auf die wenigen Zentimeter an, die Al größer war als der ehemalige Fullmetal, hob die Hand und wuschelte dem Älteren durch die Haare. Ed wich geschickt zur Seite aus und strich sich die Haare zurecht, giftige Blicke gen Al werfend.
"Wer hat dir erlaubt darüber Witze zu reißen! Du elender Lulatsch! Ich hoffe die Luft da oben ist so dünn, dass du erstickst!", knurrte er ihm entgegen und sammelte sich dann, steckte die Hände in seine Manteltaschen, da sie langsam kalt wurden.
"Hmpf. Immerhin bin ich nicht mehr so klein.", fuhr er fort und grinste. Nur bei einigen Gelegenheiten holte ihn das noch aus der Reserve. Gerade dann, wenn Al es ansprach, der doch sein verdammter kleiner Bruder war!
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