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Glasige Augen

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
19.01.2020
08.07.2020
2
1.519
 
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08.07.2020 625
 
Seitdem sind 6 Wochen vergangen, die ganzen Sommerferien habe ich sie nicht gesehen und ihr nicht geschrieben, obwohl ich ihre Nummer von ihrer Klassenkameraden bekommen habe, da sie in meiner Parallelklasse ist. Ich bin ehrlich, ich habe so oft eine Nachricht getippt aber nie abgesandt, ich wusste einfach nicht, was ich schreiben sollte. Ich habe mich nicht getraut. Nenn mich ruhig einen Feigling, es ist nur so das ich sie wirklich mag und deswegen nicht zu aufdringlich sein will. Und... oh ja, es ist so passiert, dass ihre Mutter meiner Mutter die Kopfhörer gegeben hat. Tja, was soll ich sagen? Morgen werde ich sie wahrscheinlich in der Schule sehen, ich freue mich schon irgendwie darauf, aber da sie mir auch nicht geschrieben hat, scheint sie sich nicht für mich zu interessieren.

Die ersten 3 Tage waren, nun, ich würde sagen, nicht der Rede wert. Ein kurzes Hallo und wie gehts dir, viel mehr kam nicht herum. Es ist wirklich schwer zu reden, weil wir beide ziemlich introvertiert zu sein scheinen. Am Donnerstag hatte ich Sport, und nach der letzten Stunde habe ich versehentlich meine Sporttasche in der Umkleidekabine vergessen, was zum unglücklichen geschehen führte. Ich musste zum Direktor und melden das meine Sporttasche wohl gestohlen wurde, da sie wie normalerweise üblich auch nicht zu den verlorenen Wertsachen dem Hausmeister gegeben wurde. Dort angekommen saß sie bereits vor der Tür des Direktors. Ich fragte sie was sie hier tun würde. Da erfuhr ich die wirklich schmerzhafte und zu dem Zeitpunkt absolut nicht begreifbare Nachricht. Sie zieht um…, nicht irgendwohin sondern nach "Kami-Morioka" was quasi am anderen Ende von Japan liegt. Später erfuhr ich dann, dass ihr Vater dort als zukünftiger Geschäftsführer einen neuen Sitz eröffnen solle und es sehr wichtig für die Familie wäre.

Ich begleitete sie auf dem Heimweg und wir redeten darüber. Sie sagte, dass sie bisher noch mit keinem darüber Sprach und es mir auch eigentlich früher sagen wollte es aber erst seit ein paar Tagen feststeht. Zudem hat sie sich auch nicht getraut mir zu schreiben, geschweige denn mich anzurufen. Da wir uns zwar etwas aus der Schule kennen, aber dennoch nicht einmal wirkliche Freunde sind. Sie versuchte es zu verstecken, doch mir fiel auf das dabei ein paar Tränen ihre Wangen Runter floss. Dann wirst du auf eine andere Schule gehen und dir wohl auch neue Freunde suchen. "Davor habe ich am meisten Angst, ich habe zwar nicht besonders viele Freunde, aber sie mag ich echt gerne, natürlich werde ich mein bestes geben um mit allen so gut es eben geht im Kontakt zu bleiben, aber es wird trotzdem ziemlich schwer für mich. Mir bleibt wohl leider keine Wahl. Es wird geplant das wir drei Jahre dort bleiben und dann wieder zurück nach Tokyo ziehen," sagte sie. Lass uns bis dahin, die letzten Wochen, viel gemeinsam unternehmen okay? Ein nervöses j-a kam zurück.

Wir schrieben etwas am Wochenende und verabredeten uns am Montag nach der Schule gemeinsam Eis essen zu gehen. Es ging wirklich alles ziemlich schnell, was wohl an dem Zeitdruck von 6 Wochen lag. Wie auch immer, nach der Schule trafen wir uns am nebeneingang und gingen gemeinsam zur Eisdiele welche knapp ein Kilometer entfernt war. Bei wirklich heißen 27 Grad Celsius liefen wir auf dem gepflasterten Gehweg die Straße runter und unterhielten uns über die Schule. Nicht besonders interessant, bloß Smalltalk. Ich vermute wir beide hätten an dem Tag viel lieber über die Zukunft oder die Hobbys des anderen gesprochen, um einander etwas besser kennenzulernen. Doch dazu waren wir viel zu schüchtern, es blieb an jenem Tag nur bei alltäglichen Sachen. Was meiner Meinung nach aber schon Mal ein Anfang war, da ich sie davor aus Scham noch nie Ansprechen konnte.
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