Glasige Augen

von Haru0
KurzgeschichteRomanze / P12
19.01.2020
19.01.2020
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Als ich auf dem Weg zu meinem besten Kumpel war, um an diesem sonnigen Freitag Nachmittag Basketball zu spielen. Traf ich sie, sie saß auf einem großen Stein mit einem aufgerissenen Knie und hielt ihr Bein fest. Als ich näher kam und sie mich endlich bemerkte, wollte sie aufstehen und weglaufen. Als sie mit vollem Adrenalin aufstehen wollte, knickte sie weg und fiel fast wieder zu Boden. Inzwischen war ich näher gekommen und hatte sie aufgefangen. Ich stützte sie, damit sie sich wieder hinsetzen konnte. Kein Wort wurde ausgetauscht, nur ein paar sehr schmerzhafte Blicke, die zurückgehalten wurden. Was passiert war, fragte ich mit einer Stimme, die viel zu hoch war. Ich hustete schnell, um davon abzulenken. Nichts Schlimmes, ich bin nur über einen Stein gestolpert. Kam erstaunlich schnell zurück. Und an diesem Punkt musste ich natürlich alles durcheinanderbringen. Indem ich dachte, ich könnte witzig sein, sagte ich, dass mein Kumpel so eine Verletzung hatte und eine Woche später starb. Zu meinem Bedauern lachte sie nicht. Nein, sie fing an zu weinen. Ihre Tränen flossen wie ein Wasserfall aus ihren Augen. Was habe ich getan, ich wusste nicht, was ich tun sollte. Sofort entschuldigte ich mich und entgegnete ihr, dass es ein wirklich schlechter Witz war. Nachdem ich mich mehrmals entschuldigt hatte, versuchte sie, die Tränen zurückzuhalten, was ziemlich schwierig erschien. Was habe ich mir dabei gedacht. Nach ein paar Sekunden, die sich wie Stunden anfühlen, beruhigte sie sich schließlich. Was natürlich auch so in Ordnung gewesen wäre, sie hatte jedes Recht, wütend auf mich zu sein und zu weinen. Ich bot ihr an, sie zu mir nach Hause zu nehmen und sie zu verarzten. Aber sie lehnte dankend ab. Was ich natürlich nicht akzeptieren konnte, da sie keinen Meter laufen konnte, ihr Knie war voller Blut und ihr Gelenk wahrscheinlich geprellt. Ich bestand darauf, was ich ihr auch sagte. Unentschlossen und mehr oder weniger gezwungen nahm sie mein Angebot an. Sie zitterte am ganzen Körper und ihre Augen waren immer noch glasig. Ich war mir bewusst, dass es viel zu unangenehm für sie sein würde, wenn ich sie tragen würde. Also hatte ich einen Plan, um sie dazu zu bringen, sich von mir tragen zu lassen. Okay, bevor wir gehen, musst du mir versprechen, dass du dich nicht beschweren wirst und stark bleibst. Ich setzte ihr meine Kopfhörer auf, welche ich um den Hals hängend trug. Machte die Musik auf meinem Handy an. Und dann, bevor sie etwas sagen konnte, ging alles sehr schnell. Ich drehte ihr den Rücken zu, packte sie schnell huckepack und lief los. Die Kopfhörer waren wahrscheinlich, hauptsächlich, um sie davon abzuhalten, meinen Herzschlag zu hören, der jetzt bei 180 liegen müsse. Sie hielt sich sehr vorsichtig mit ihren Händen an meinen Schultern fest, aber das war relativ schnell vorbei, als ich den Hügel hinunter lief und sie mich mit ihren Armen umklammern musste, um nicht runter zu fallen. Sie war wirklich warm und ihr Zittern war noch deutlicher zu spüren. Das war das Letzte, was ich für sie tun konnte. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass ich sie zum Weinen brachte, ich schämte mich zu Grund und Boden. Nach etwa 200 Metern kamen wir bei meinem Haus an. Ich setzte sie auf die Bank vor meiner Tür und rannte hinein, um Hilfe und Verbände zu holen. Schnell kam meine Mutter aus der Küche gelaufen, die uns offenbar schon aus dem Fenster kommen sah. Sie wurde mit Salbe und Verbandszeug zusammengeflickt. Meine Mutter ging ins Haus, um ihre Eltern, die Freunde und Bekannte von uns sind, anzurufen und ihnen Bescheid zu geben. Meine Mutter sagte mir, ich solle sie stützen und uns ins Wohnzimmer setzen. Bis jemand kam, um sie abzuholen. Ich zögerte keine Sekunde und nun saßen wir beide allein im Wohnzimmer, während meine Mutter etwas zu trinken holte. Bei den über 30 Grad Celsius war das auch wirklich nötig. Leise, ohne sich zu bewegen und kaum zu atmen saßen wir da, selbst die Wohnzimmer Uhr konnte man nun ticken hören, eine seltsame Stille. Ich fragte, ob sie noch etwas bräuche, aber nach einem einfachen Nein. Wusste ich auch nicht mehr, was ich sagen sollte. Die Kopfhörer hingen an ihrem Hals und die Musik hatte schon lange nicht mehr gespielt. Schließlich sagte sie, dass es ihr leid täte, dass sie geweint hatte. Dass es nicht meine Schuld war. Sie weinte, weil sie so einen Schock hatte und sie sich immer blamieren müsse, wenn ich in der Nähe war. Noch verwirrter antwortete ich, dass mir das genauso passieren könnte und dass sie sich in meinen Augen nie blamiert hatte. Mit einem noch schnelleren Herzschlag fügte ich hinzu, dass ich sie so wie sie sei mag und dass ich sie süß finde. So ehrlich und so tollpatschig wie sie eben ist, meinte ich. Ein scheues Lächeln und ein ich dich auch kam zurück. Und so klingelte es an der Tür. Die Eltern waren da, die auch nur ein paar Straßen weiter wohnten. Nachdem sie gegangen waren, erinnerte ich mich an die Kopfhörer, aber irgendwie war ich froh, dass sie sie mit nahm, denn dies sollte schon bald ein neuer Grund werden sie erneut zu sehen.
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