Von Oktobers Händen und Novembers Haar

KurzgeschichtePoesie / P6
18.01.2020
18.01.2020
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September hat fünf Augen, zwei ganz weiß, zwei ganz schwarz und eins in einer Farbe, die ich kaum benennen kann. September ist theoretisch ein Zeitrahmen, immer nur ein wann, beschreibt Kürbisse, im Baum ein einzelner Rabe, aber ich fühle September. September hat achtzehn Tentakel, die sich ewiglich winden und die finden, was sie suchen, suchen, was sie brauchen und brauchen, was sie mächtig macht. September will fressen, will vernichten. Es verlangt ihm nach dem Licht in uns. September ist Dunkelheit, außer zwei weißen Augen, die alles sehen, und einem fünften in dieser komischen Farbe. Manchmal denke ich, es sei meine Farbe, die Farbe des Lichts in mir. Vielleicht stiehlt September es, denn ich glaube, ich hatte mal mehr davon, heute, Mitte September brennt es nur noch schwach. Ich will nicht wissen was passiert, wenn es ganz erlischt, wenn der September vorüber ist. Aber ich fühle September. Er hat scharfe Krallen und lange, dünne Zähne, die alles zerreißen können. Sie erinnern mich an einen Käfig.

September ist ein Monster, aber ich fühle September. Oktober ist noch schlimmer. Aber auch Oktober ist nicht mehr Monster, als ich es bin.
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