Crime Time

GeschichteAngst, Horror / P16 Slash
18.01.2020
18.01.2020
3
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Lasst mich mich vorstellen: Ich bin June Tyrell und arbeite als Richterin im Strafrecht. Meine Frau ist die wunderschöne und kluge Oberärztin Caryn Tyrell. Wir haben drei wunderbare Kinder: Kam, Dean und Alexis. Unsere Zwillinge, Dean und Alexis, sind Caryns leiblichen Kinder, möglich durch künstliche Befruchtung, Kam hatten wir bereits zwei Jahre vor Caryns Schwangerschaft adoptiert, sie ist also drei Jahre älter, als die anderen zwei. Die Adoption ist nun 14 Jahre her und alle drei sind glückliche und lebendige Kinder, gut und beliebt in der Schule und ich könnte keine stolzere Mutter und Ehefrau sein. Mein Leben ist perfekt.

„Kam, Dean, kommt runter, ihr verpasst noch euren Bus", rief Caryn als sie June half den Tisch zu decken, an dem Alexis bereits am frühstücken war. Diese fing nur an zu lachen, als sie sich vorstellte, wie ihr Bruder erneut zu spät zum Englischunterricht kommen und der Lehrer die Stunde mit einem Vortrag über Pünktlichkeit vergeuden würde. Das letzte Mal war der Junge rot angelaufen, vor allem weil sein Schwarm, Missey, in ihrer Klasse war und alles mitbekam und als er sich endlich setzen durfte, verwuschelte Alexis ihm seine blonden Haare und machte den Rest des Tages Witze über den Vorfall.

Endlich kamen ihre Geschwister runter und setzen sich zu Alexis an den Tisch. „Mom?", fing Kam an zu sagen, doch Junes Nase steckte mitten in einer Mappe über ihren neusten Fall: einem Mord. Der dritte in dieser Woche. Caryn bekam mit, dass ihre Frau Kam nicht gehört hatte, also ging sie zu der Juristin und gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange, woraufhin diese aufsah und lächelte, als sie Caryns Blick begegnete. „Deine Tochter fragt nach dir", flüsterte Caryn. „Was gibt's, Liebling?", fragte June und richtete ihre Aufmerksamkeit endlich auf ihre älteste Tochter. „Ich wollte mich heute mit Alice treffen. Nach der Schule direkt und dann wollten wir heute Abend noch auf diese Feier da von Chris gehen." June nickte und sagte: „Grüß Alice von mir und sei bis Mitternacht wieder da. Du hast morgen Schule." Kam strahlte und nickte begeistert.

Schließlich war es Zeit für die Kinder zur Schule zu gehen, sie standen also auf, nahmen ihre Taschen und gaben ihren Eltern einen Kuss auf die Wange, dann verließen sie das Haus.



Schuldig. Der Mann war schuldig. June wusste es, doch die Beweise fehlten. „Schuldig!", schrie es in ihrem Kopf, doch wie könnte sie ihn verurteilen? Er hatte seine Tochter getötet, dass wusste sie, doch was konnte sie tun? Was konnte sie nur tun?



„Hey Baby", flüsterte Kam Alice von hinten ins Ohr und schlang ihre Arme um den schlanken Körper ihrer Freundin. Diese errötete und lächelte breit, als sie sich an ihre Freundin schmiegte und flüsterte: „Hey back beautiful." Alice war vor einem Jahr aus den USA nach Deutschland gezogen und sprach, trotzdem sie Deutsch konnte, lieber Englisch. Erst Recht mit ihrer Freundin, denn die Sprache hatte eine tiefere Bedeutung für sie. Kam kicherte und küsste ihre Schläfe. „Ready for our trip tonight?" „Yep. I can't wait. It's all I've been thinking about all day and night." Kam drehte ihre Freundin um und küsste sie sanft, fühlte die Schmetterlinge durchdrehen und einen befriedigenden Schauer ihren Rücken runter laufen, als sie an ihre Pläne für den Abend dachte.

Caryn schloss die Haustür hinter sich und ging zum Zimmer der Zwillinge. Sie schliefen bereits. Leise schloss sie die Tür wieder und ging ins Schlafzimmer zu ihrer Frau, denkend, dass Kam in einer Stunde nach Hause käme, von der Party, auf der sie angeblich mit ihrer Freundin Alice sei.

„Alice!?", rief Kam. Keine Antwort. Es war dunkel und kalt und Kam hatte Angst. Alice sagte sie würde auf sie warten. Sie war nur kurz auf Toilette in einem Café gewesen und beide wollten zusammen zu Alice fahren, um die Nacht gemeinsam zu verbringen, doch sie war nicht da. „Alice!", rief sie erneut. Ihr wurde kalt. Die Haare an ihren Armen stellten sich auf. Ein Knall. Kam schrak zusammen und fühlte ein paar Tränen ihre Wangen hinunterrollen. „Alice?", wimmerte sie. Noch ein Knall. Dann hörte sie Schritte. Schnelle Schritte. Ein Schatten. Noch ein Knall. Die Schritte stoppten. Wolken zogen vor den Mond und es wurde noch dunkler. Kam fing an zu rennen, plötzlich stolperte sie über etwas. Es war ein regungsloser Körper, getränkt in eine dicke Flüssigkeit. Sie schlug sich die Hand vor den Mund, um nicht aufzuschluchzen. Es war Alice.

„Hast du Kam gesehen?", fragte June Caryn, doch diese schüttelte nur den Kopf. „Sie wird aber sicher bei Alice übernachtet haben. Du weißt, wie sie sind. Wir waren doch selbst so." June lächelte über diesen Kommentar und nickte, den Gedanken, dass ihrer Tochter etwas geschehen sein könnte, verdrängend und setze sich zu ihren Liebsten an den Frühstückstisch.

Kam weinte. Ihr ganzer Körper wurde von den Schluchzern durchrüttelt. Ihr Gesicht war tränenüberströmt und ihre Augen verquollen. Sie dachte an Alice Gesicht. Es war blass, ihre Augen waren offen gewesen. Sie war erschossen worden. Zwei Mal in den Rücken. Kam weinte stärker. Alle hielten sie für einen Player, aber sie liebte Alice wirklich. Sie riss an den Ketten, die sie auf dem Boden hielten und schrie so laut sie konnte. „Sei still!", knurrte der Mann sie an. „Bitte. Was wollen Sie? Geld?", schluchzte sie. „Nein", raunte der Mann zurück, „darum geht es mir nicht. Es geht darum, was sie getan haben." „Wer sind „sie"? Was meinen Sie?", fragte Kam verängstigt. Der Mann grinste sie teuflisch an, seine verfaulten Zähne zeigten sich, dann lehnte er sich zu ihrem Ohr und flüsterte ihr die Antworten zu, seinen verwesenden Atem in ihre Nase atmend. Kams Augen weiteten sich. Nie hatte sie gedacht, dass es so enden würde.

Caryn lief aufgeregt auf und ab. Kam war immer noch nicht zuhause. Wo war sie bloß? Alice ging auch nicht ans Telefon. Wo waren sie?

Es klingelte an der Tür. „Schatz, machst du auf?", rief June aus dem Badezimmer. Caryn ging zur Tür und öffnete sie, doch dort war niemand. Nur ein kleines Päckchen lag auf der grünen Fußmatte vor ihrer eben-hölzernen Haustür.

Ihre Stirn runzelte sich, als sie das Päckchen hoch nahm und in der Küche auf den Tisch stellte.

„Wer war es?", rief June. „Niemand, nur ein Päckchen", rief Caryn zurück, dann nahm sie das Päckchen erneut in die Hand und fing an es auszupacken. Zuerst schnitt sie die Klebstellen auf, dann öffnete sie den Karton und runzelte ihre Stirn erneut, als sie eine, ihr unbekannte, Haarsträhne in der Hand hielt, zusammengeknotet mit... einer Haarsträhne ihrer ältesten Tochter...

„Das ist eindeutig eine Drohung! Analysieren Sie das, Wever, und vergleichen Sie es mit jedem Fall, den wir mal hatten", sagte June während sie nervös im Analyselabor auf und ab ging.

Nachdem Caryn das Päckchen geöffnet und die Haarsträhnen gesehen hatte, hatte sie June sofort aus dem Badezimmer gerufen und diese erkannte sofort, was dieses Päckchen war: Eine Morddrohung. Jemand da draußen drohte ihnen und benutzte ihre älteste Tochter als Druckmittel. Sie war Opfer einer Entführung geworden, da war June sich sicher.

„Weiblich", sagte Wever.

Weiblich... Wie viele Fälle mit weiblichen Opfern hatte sie gehabt? ... Zu viele..

„Jung", unterbrach Wever ihre Gedanken erneut.

Weiblich, jung und der Mörder war noch auf freiem Fuß...

Plötzlich klickte es in Junes Kopf und sie wusste, wer es war, vermutete zumindest, wer es sein könnte...
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