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Unersetzlich.

von schnaf
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 Slash
1. FC Nürnberg
17.01.2020
17.08.2020
8
11.965
8
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28 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
26.04.2020 1.190
 
Eeeeeeeeeeeeeeh... Das war etwas anders geplant. Ich wollte nicht die Bombe platzen lassen und dann verschwinden - ich wollte eigentlich recht zügig das nächste Kapitel posten, um die ausführliche Erklärung anzuhängen, aber...... Die letzten Wochen waren... heftig.
Nun ja. Hier bin ich. Und ich habe eine aktualisierte Erklärung dabei :D

https://schnaf.tumblr.com/post/615862122615832576/abschied-die-zweite-schon-wieder-ein-abschied

~*~*~

"Aber wir bleiben trotzdem Freunde, oder?"
"Klar. Ich find' dich ja jetzt nicht auf einmal scheiße oder so."
"Gut. Ich dich auch nicht."

Mann, es tut weh, wenn Hanno jetzt an diese Unterhaltung zurückdenkt. Damals, als sie sich getrennt haben - sie haben es beide ernst gemeint, da ist er sich ganz sicher, das will er nicht in Frage stellen. Dass sie kein Paar mehr sein konnten, war eine Sache, aber... Die Gefühle waren deshalb nicht weg. Und neben ihrer Beziehung auch noch ihre Freundschaft zu verlieren... Nein, das war keine Option.
Sie haben sich ja auch daran gehalten, haben es versucht, sich daran zu halten. Versucht? Nein, noch nicht einmal das - sie haben das festgelegt und ihre Trennung war gewissermaßen die letzte Zerreißprobe für ihre Freundschaft. Seitdem gab es keinen Anlass mehr, ihre Freundschaft in Frage zu stellen - sie sind befreundet, fertig.

Erst jetzt wird Hanno so richtig bewusst, dass sie es trotzdem nicht geschafft haben, sich an ihr Versprechen von damals zu halten. Denn... Ja, sie sind tatsächlich noch Freunde.
Aber nicht mehr so wie früher. Sie haben nicht mehr diese Freundschaft, wegen der sie sich dieses Versprechen gegeben haben.

Sie wollten Freunde bleiben. Aber jetzt sieht man, dass das nicht reicht. Und es bedurfte eines verdammten Torwarttrikots, um ihm das vor Augen zu führen.

Valle und er stehen sich nicht mehr so nahe wie früher. Sie haben es nicht geschafft, das, was Hanno so wichtig an ihrer Freundschaft war, über die Zeit und über die Trennung zu bringen.
Und eigentlich ist das auch logisch, eigentlich hätte er mit ein bisschen Nachdenken schon viel früher darauf kommen können. Natürlich standen sie sich so nahe, weil sie so gut miteinander klar kommen und das ging auch über das Ende ihrer Beziehung hinaus. Aber...
Sie sind sich nicht mehr die wichtigsten Menschen. Sie sind füreinander einfach nur Freunde in einer Reihe von anderen Freunden. Gute Freunde, keine Frage, doch vor ihnen stehen so viele andere Menschen. Dieses Wir-Gefühl, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, das ist weg.

Er fühlt sich so alleine. So unglaublich alleine.

Selbstverständlich ist er nicht alleine - an seinem Umfeld hat sich die letzten Wochen nichts geändert. Freundin, Familie, Freunde... Und dann natürlich Valle, der ja auch zu seinen Freunden zählt. Nicht einmal bei ihm hat sich etwas geändert, nicht einmal ihn hat er verloren.
Aber...

Er fühlt sich alleine mit der aktuellen Situation. Weil er mit niemandem darüber sprechen kann, weil es niemanden da draußen gibt, der in der gleichen Lage ist wie er. Gut, mag sein, dass es durchaus Leute gibt, die in diesem Augenblick ebenfalls unglücklich verliebt sind, aber...

Es fühlt sich ein bisschen an wie kalter Entzug. Da gibt es etwas, nach dem er süchtig ist, aber er verweigert sich selbst den Zugang dazu. Aus dem ganz offensichtlichen Grund, dass es nicht alleine darum geht, seinen Bedürfnissen nachzugeben, weil zu seinen Bedürfnissen zwei Personen gehören und die zweite Person, also Valle, nicht diese Bedürfnisse hat - nicht mehr. Trotzdem passt das mit dem kalten Entzug irgendwie. Weil er sich nicht langsam entwöhnen kann, weil er akzeptieren muss, dass es rein gar nichts zu holen gibt.
Aber das letzte Mal, als er diesen kalten Entzug durchgemacht hat (als es wirklich kalter Entzug war), wusste er wenigstens, dass er damit nicht alleine ist - dass es Valle genauso geht. Nach ihrer Trennung gab es immer wieder diese Momente, in denen er Valle angesehen hat, dass er ebenfalls darüber nachgedacht hat, ob diese Trennung wirklich die beste Lösung war - dass er ebenfalls darüber nachgedacht hat, ihre guten Vorsätze über den Haufen zu werfen.
Sie steckten beide im gleichen Schlamassel. Sie haben beide ihre Beziehung vermisst, sie litten beide unter der Trennung.
Jetzt ist er alleine.

Nicht nur wegen der Sache, dass er alleine in dieser Lage ist, fühlt Hanno sich so einsam. Es ist auch...
Die Erkenntnis, dass Valle und er sich voneinander entfernt haben, macht ihn fertig. Und es ist nicht nur diese Entfernung, die sich seit ihrer Trennung zwischen ihnen aufgebaut hat - seit er erkannt hat, dass er Valle immer noch liebt, kam noch mehr Distanz zwischen ihnen dazu. Von seiner Seite aus, das ist ihm schon klar, dafür kann er echt nicht die Schuld auf Valle schieben (hätte er nur damals nicht das Torwarttrikot übergestreift...) - er vermisst diese Zweisamkeit mit Valle und gleichzeitig überwältigt ihn die Einsamkeit, wenn er ihm gegenüber steht.
Hanno fühlt sich, als würde er sich in seinen Kopf zurückziehen, als könnte Valle ihn nicht mehr erreichen. Und er weiß nicht, woran es liegt, warum er verdammt noch mal nicht einfach mit ihrer Freundschaft weitermachen kann wie bisher - Scheiße, das ist besser als nichts und selbst 'besser als nichts' klingt noch zu abwertend, weil das mit ihrer Freundschaft eine echt gute Sache ist, so viel mehr als 'besser als nichts' selbst nach der Erkenntnis, dass sie nicht mehr die gleiche Freundschaft ist wie noch zu Zeiten ihrer Beziehung.

Immer, wenn es um Valle geht, zieht er sich zurück. Er zerbricht sich den Kopf über ihn, denkt nach, denkt nach, denkt nach und vor lauter Nachdenken ist er nicht mehr in der Lage dazu, angemessen auf Valle einzugehen, auf Valle zu reagieren.
Als würde es nicht schon reichen, dass er seine Gefühle für ihn wieder ausgraben musste...

~*~*~

Er könnte es rückgängig machen. Also, die Trennung. Das wäre nicht die sinnvollste Idee - immerhin war es die sinnvollste Idee, sich voneinander zu trennen. Aber verdammt, man sieht ja, wohin ihn diese Vernunft gebracht hat.
Tja, wenn es nur das wäre - wenn es nur die Sorge darüber, wie sie ihre Beziehung ausleben könnten, wäre... Das ist schon ein verdammt großes Päckchen, immerhin war das ja auch der Trennungsgrund und die Liebe zwischen ihnen damals durchaus so stark, dass es eines echt gewichtigen Grundes bedurfte, um sich zu trennen. Doch im Vergleich zu dem, was nun mit dazu kommt... Es ist nur eine kleine Portion.

Selbst, wenn Valle mitspielen würde - was ja noch nicht einmal gesagt ist, wovon er nicht wirklich ausgehen kann...
Hanno würde damit seine eigene Beziehung zerstören. Und er würde Valles Familie zerstören. Wie sollte er diese Angelegenheit Valles Kind erklären? "Sorry, dass sich deine Eltern getrennt haben, aber ich liebe deinen Papa so sehr, dass ich ihn dazu gebracht habe, euch zu verlassen."?

Er würde so viele Menschen unglücklich machen. Und wofür? Ihre Beziehung wieder zum Leben zu erwecken ist auch kein Allheilmittel, wieder mit Valle zusammen zu sein würde auch nicht alle seine Probleme lösen. Es wären zwar andere Probleme, aber...
Vermutlich wäre er nicht viel glücklicher oder unglücklicher als jetzt.

(Aber er hätte Valle an seiner Seite. Seine irrationale Seite klammert sich an diesem Gefühl fest und lässt einfach nicht los.)

~*~*~
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