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Unersetzlich.

von schnaf
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 Slash
1. FC Nürnberg
17.01.2020
17.08.2020
8
11.965
8
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
07.03.2020 1.340
 
Wollte ich nicht zügig weiterposten? Mh, da war doch was....
Leider hat sich dieser Vorsatz überschnitten mit dem Entschluss, die Schreiberei und alles, was dazu gehört, an den Nagel zu hängen. (Vorübergehend. Vielleicht. Mal schauen.) Und den Übergang habe ich nicht ganz geschmeidig hinbekommen – ich bin schon im Nach-Schreiberei-Modus, aber ich wollte zumindest die laufenden FFs noch zu Ende posten...
(An anderer Stelle gibts dazu bald noch mehr Infos.)

Nun ja. Jetzt, wo Valle wieder (vorübergehend? Mal Daumen drücken, dass er sich nicht schon wieder verletzt hat, ugh D: ) spielen kann, ist es höchste Zeit für ein neues Kapitel! \o/
(Das, was mit Hanno passiert ist, möchte ich nicht mit dieser Geschichte in Verbindung setzen. Ugh. Ätzend.)

~*~*~

Valles Arme, fest um ihn geschlungen. Valles Bart, der über seinen Hals kratzt. Valles Stöhnen, fast schon ein Knurren. Valles Körper, so fest an seinen gepresst. Valles Augen, einen Ticken dunkler als sonst, lustverschleiert - dann sieht Hanno sie nicht mehr, weil seine ihm zufallen. Valles Stöhnen, wieder. Valles Bein zwischen seinen. Valles Hände, die sich in seine Oberarme krallen. Valles Japsen, so viel höher als das Stöhnen kurz zuvor. Valles Stirn, erst gerunzelt, dann wieder glatt, von einem Schweißfilm überzogen. Valles Körper, der sich gegen seinen bewegt, Valles Körper, der verdammt noch mal nicht näher sein kann. Valles Haare, so weich, so geschmeidig, sie gleiten durch Hannos Finger. Valles volle Lippen, die sich zu einem Kuss spitzen, als Hanno mit den Fingerspitzen darüber streicht - dann ersetzt Hanno die Fingerspitzen durch seine eigenen Lippen. Valles Zunge, Valles Küsse, Valles - Valles Hand an seinem Schwanz, immer schneller, immer schneller, immer -

Und dann ist es vorbei. Dann öffnet Hanno die Augen und -
Mit einer Hand krallt er sich immer noch am Waschbecken fest. Die andere lässt schlagartig seinen Schwanz los, so, als wäre nichts gewesen, so als könnte sie sich noch verstecken. (Als wären die Spuren nicht eindeutig genug...)
Hannos Blick wandert weiter nach oben, zum Spiegel. Und obwohl er am liebsten sofort wieder wegsehen würde... kann er nicht. Er starrt sich in die Augen, nimmt sein knallrotes Gesicht wahr, seine aufgelöste Erscheinung und...
Er schämt sich so sehr. Und trotzdem kann er nicht wegsehen. Weil sein Kopf schreit 'Sieh' dir an, was du angerichtet hast, du Versager!'.

Wahnsinn. Er hätte nicht gedacht, dass er noch tiefer sinken kann. Immerhin dürfte jetzt wohl eindeutig geklärt sein, dass er sich nicht getäuscht hat.
Er ist tatsächlich wieder scharf auf Valle.

~*~*~

Es könnte alles so viel einfacher sein. Klar, schon alleine dann, wenn er nicht mehr auf Männer stehen würde, dann, wenn er nicht mehr auf Valle stehen würde, dann, wenn sich ihre Wege nicht gekreuzt hätten, dann, wenn sie einen anderen Weg hätten gehen können, dann, wenn dieser verdammte Augenblick beim Pokalspiel nicht gewesen wäre...
Aber selbst die aktuelle Situation könnte besser aussehen. Wenn sie nur das wäre, was man auf den ersten Blick sehen würde.

Verdammt, manchmal hat Hanno das Gefühl, dass er nicht alleine ist. Manchmal, wenn sich ihre Blicke treffen, glaubt er, dass Valle ihn nicht nur als Freund sieht. Manchmal, wenn Valle ihm über den Arm streicht, kann Hanno einfach nicht glauben, dass das eine rein freundschaftliche Berührung sein sollte.
Es ist ein bisschen wie damals. Die Vernunft sagt, dass das nicht sein kann, doch das Herz widerspricht, das Herz sagt, dass es zwar keinerlei handfeste Beweise hat, aber - verdammt, da ist etwas und das lässt sich nicht verleugnen.
Und damals behielt das Herz recht. Damals, als Hanno sich in Valle verliebt hat und die Vernunft ihn mitgeteilt hat, dass es doch nicht sein kann, dass Valle seine Gefühle erwidert.

Es wäre gar nicht mal so unlogisch. Dieses Argument hätte seine ganz eigene Logik – das Argument, dass auch heute wieder das, was unmöglich erscheint, die Realität ist. Und trotzdem kann Hanno nicht so recht daran glauben. Das mit ihnen ist vorbei, Valle kommt genauso damit klar, wie er es bis vor kurzem auch getan hat, alles ist gut von Valles Seite aus.
Der winzige Funken Hoffnung hält sich trotzdem.

~*~*~

Was wäre, wenn sie einfach miteinander sprechen würden? Wenn sie einfach Klartext reden würden?

Klar, im ersten Moment sieht das nach einer beschissenen Idee aus. 'Hey Valle, ich bin plötzlich wieder scharf auf dich, Bock auf Ficken?'. Aber... So übel ist die Idee gar nicht. Zumindest dann, wenn er den 'Klartext' etwas umformuliert.

Dass ihm Valle nicht mehr aus dem Kopf geht, steht fest. Leider - hätte er ja auch lieber anders und um ehrlich zu sein, hat er die ersten Tage darauf gehofft, dass es von alleine wieder vergeht. Mittlerweile ist er allerdings an dem Punkt angekommen, an dem er bemerkt hat, dass er etwas dafür tun muss.
Und was ist naheliegender als einfach das zu tun, was ihm durch den Kopf geht?

Wenn er dem Verlangen nach Valle nachgibt, dann gibt sein Körper, dann gibt sein Kopf endlich wieder Ruhe. Weil er dann nicht mehr an ihre Beziehung denken muss, weil er dann nicht mehr ans 'Was wäre, wenn?' denken muss.

Und Valle? Zu so etwas gehören immer zwei.
Tja, da ist ja eben noch Hannos Verdacht, dass auch Valle nicht ganz abgeneigt wäre. Wer weiß, vielleicht tut er ihm einen Gefallen, wenn er das Thema zur Sprache bringt? Vielleicht ist da tatsächlich ein Elefant im Raum, etwas verdammt Offensichtliches, aber sie sprechen es beide nicht aus, weil sie der Meinung sind, sich das nur einzubilden...

Dass das alles in der Theorie einfacher ist als in der Praxis, ist Hanno klar. Mag sein, dass er nicht mehr an ihre Beziehung zurückdenken muss, wenn sie Sex hatten, aber das Problem, dass er auf Valle steht, ist damit noch nicht gelöst.
Allerdings nur dann, wenn er an diesem Punkt aufhört, an seinem Plan herumzuspinnen. Denn...

Eine Freundschaft Plus mit Valle klingt schon irgendwie reizvoll. Das, was sie jetzt haben, ist soweit ja echt in Ordnung - war eigentlich völlig ausreichend, bis die Hormone mit ihm durchgegangen sind. Wenn er nun hin und wieder Bock auf Sex mit Valle hat und diesem Bedürfnis einfach nachgeben könnte, sonst aber sein normales Leben weiterleben könnte und Valle eben auch...
Das würde tatsächlich sein Problem lösen.

Jetzt müsste er es nur noch irgendwie auf die Reihe kriegen, Valle das Angebot einer Freundschaft Plus zu unterbreiten.

~*~*~

Es ist nicht nur körperlich.

Die Erkenntnis kommt plötzlich, die Erkenntnis kommt aus dem Nichts - unpassender könnte sie kaum kommen, Hanno läuft gerade seine Runden um den Platz und der Blitz, der ihn durchfährt, bringt ihn dazu, aus dem Tritt zu kommen und sein Hintermann motzt, weil er ihm beinahe in die Hacken läuft.

Scheiße, es ist nicht nur körperlich.

Natürlich ist er scharf auf Valle, natürlich vermisst er den Sex mit ihm, natürlich hätte er die körperliche Nähe verdammt gerne wieder.
Aber nicht nur die. Denn - scheiße, er denkt nicht nur daran, wie es mit Valle im Bett war. Er denkt auch zurück an die Abende, die sie auf der Couch verbracht haben - Valles Kopf auf seiner Schulter, sein Kopf in Valles Schoß, gemeinsames Schweigen, unsinnige Diskussionen... Er denkt zurück an ihre Ausflüge, an all die Sehenswürdigkeiten in und um Nürnberg, die sie sich gezeigt haben. Er denkt zurück an Auswärtsfahrten, an Busfahrten, bei denen es so unverfänglich, so unschuldig aussah, als Valle an seiner Schulter eingeschlafen ist, aber er sich ganz bewusst für diese Position entschieden hat und Hannos Herz so verdammt schnell klopfte - an Fahrten, bei denen sie die Dunkelheit im Bus nutzten und Händchen hielten, weil es ihnen so unglaublich schwer fiel, sich so nah zu sein und sich doch nicht berühren zu können - an Hotelaufenthalte, bei denen sie in unterschiedliche Zimmer gesteckt wurden und sie sich deshalb mitten in der Nacht aus den Betten stahlen und auf dem Dach des Hotels so lange quatschten, bis sie der Sonne beim Aufgehen zusehen konnten...

Ja, er vermisst es, Valle nahe zu sein. Aber das besteht eben nicht nur aus der körperlichen Nähe.

Er ist am Arsch.

~*~*~
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