Vögel und Monster

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Albus Dumbledore Daphne Greengrass Dobby Fawkes Harry Potter
17.01.2020
12.10.2020
28
222.004
57
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15.09.2020 7.288
 
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Vielen Dank an obviousrichman, Bros und Naqsh-i-Rustam für eure Kommentare zum letzten Kapitel!

Ich würde nicht sagen, dass es eine direkte Korrelation gibt, aber ich bin auf jeden Fall motivierter bei vielen Kommentaren. Hinterlasst also gerne Kommentare, ich freue mich über jeden einzelnen ;)





Kapitel 26 – Fehlendes Spektakel

Wärme, Geborgenheit und eine überwältigende Glückseligkeit. Das war es, was Harry spürte, als er mit einem Mal die Augen aufriss, erwacht aus einem tiefen Schlummer, einem düsteren Abgrund entrissen.

Blinzelnd betrachtete er seine Umgebung. Er lag auf ihrem Bett in Greengrass Manor, so viel konnte er schnell erkennen, nur dass die Matratze viel weicher war als er es in Erinnerung hatte. So weich wie eine Wolke gar. Durch das Fenster strahlte die Sonne ins Zimmer, färbte die Luft in einen goldenen Glanz, heller als Harry es jemals erlebt hatte. Und der Himmel, den er durch die Glasscheibe erblickte, wirkte viel blauer und wunderschöner als es an einem tristen Januartag der Fall sein dürfte; selbst in den Sommermonaten hier hatte Harry nicht einen solchen Blick ins Paradies erhaschen können. Er kam sich vor wie ein Vogel im Käfig, der zum ersten Mal den weiten Himmel sah.

All das nahm Harry wahr, ohne auch nur einmal seinen Kopf zu bewegen. Dennoch wusste er ganz genau, wer auf dem Bett neben ihm lag. Daphne, seine Freundin, seine Partnerin im Leben, seine Seelengefährtin. Er erschauerte.

So kurz, so verdammt kurz war er davor gewesen, sich selbst aufzugeben, sich der Verlockung des Todes hinzugeben, Daphne im Stich zu lassen…

Ein Gefühl der Scham übermannte ihn, doch wurde sofort ertränkt durch eine wundervolle Wärme, die ihn einem Kaminfeuer gleich umhüllte; nur dass sich die Temperatur im Raum kein bisschen verändert hatte. Die Wärme war nicht im Raum, wusste Harry, sondern in ihm drin. Es war eine Wärme, die Harry in den letzten Jahren bereits mehrmals gespürt hatte, deren Ursprung ihm nur allzu vertraut war.

Liebe.

Die mächtigste Kraft auf dieser Welt, wie ihm Dumbledore einst gesagt hatte. Wie recht er doch damit gehabt hatte. Er selbst hatte es erlebt, immer und immer wieder.

Harry musste nicht horchen, um zu wissen, dass Daphne neben ihm ruhig atmete. Er musste auch nicht ihren Puls überprüfen, um ihren regelmäßigen Herzschlag zu fühlen. All das spürte er in sich drin, als wäre er selbst es, der ruhig atmete, als wäre es sein Herz, das in Daphnes Brust klopfte. Ihr Herz und sein Herz, sie waren dasselbe. Er war Daphne und sie war er. Zwei Leben, zwei Seelen, unzertrennbar miteinander verbunden.

Wie ein kleines Holztor, dass er einfach nur aufstoßen musste, um einen wunderschönen Garten zu betreten, öffnete sich Daphnes Geist für ihn. Vorsichtig tastete sich Harry voran. Das alles war so neu, so berauschend für ihn, er wollte auf gar keinen Fall einen Fehler machen. Ein altvertrauter Duft von Orangen und weiten Sonnenblumenfeldern umgab ihn, erfüllte ihn, nur dass der Duft dieses Mal von ihm selbst ausging. Oder vielmehr von Daphne, aber das machte nun keinen Unterschied mehr.

Das Gras kitzelte unter Daphnes nackten Füßen, es war ein herrliches Gefühl. Sie seufzte wohlig auf, während sie die warmen Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht spürte und die Enten auf dem See plätscherten. Sie liebte es, mit ihrem Kopf in Harrys Schoß auf der Wiese zu liegen und einfach nur zu entspannen. Viel zu selten gönnten sie sich diese Zeiten der Entspannung, in der sie all ihre Sorgen, die Gefahr um ihr Leben, den Hass und die Verachtung der Welt für ein paar, viel zu kurze Augenblicke vergessen konnten.

„Danke, Harry“, flüsterte Daphne, während er ihr durch die Haare strich. „Danke, dass es dich in meinem Leben gibt.“

Er öffnete wieder seine Augen und bemerkte zum ersten Mal, wie erschöpft er eigentlich war. Seine Glieder fühlten sich schwer an, als hätte er den ganzen Tag für die Dursleys Steine im Garten schleppen müssen, seine Kehle kratzte von seinen Schmerzensschreien und er schmeckte immer noch Blut in seinem Mund. Vermutlich hatte er sich auf die Zunge gebissen, als ihn der Schmerz überwältigt hatte.

Wie ein längst vergessener Traum kam ihm das jetzt vor, irgendwie unwirklich, surreal. Einzig Daphnes blutige Augen hatten sich so tief in sein Gedächtnis gebrannt, dass er sie niemals würde vergessen können.

Besorgt richtete er sich auf, seiner eigenen Kraftlosigkeit zum Trotz. Seine Seele wusste, dass es Daphne gut ging, aber sein Verstand musste sich mit eigenen Augen davon überzeugen.

Der Anblick brach ihm das Herz.

Daphne als blass zu bezeichnen, wäre eine maßlose Untertreibung gewesen. Ihre Haut war so weiß wie frischgefallener Schnee, aller Farbe und Wärme beraubt. Ihre normalerweisen honigblonden Haare hatten ihren Glanz verloren, waren nun mehr grau als blond. Sie sah wieder aus wie in der Kammer des Schreckens, als sie bewusstlos vor der Statue Salazar Slytherins gelegen hatte. Ein weiteres Mal, wo er versagt hatte…

Die schlafende Daphne runzelte die Stirn, als könnte sie seine düsteren Gedanken spüren. Vermutlich tat sie es tatsächlich, dachte Harry. Nichts war mehr wie zuvor; für sie beide hatte sich alles verändert.

Seufzend streckte Harry seinen Arm aus, um Daphne eine Strähne aus dem Gesicht zu streichen. Sobald seine Finger ihre Haut berührten, ging ein Stich durch seinen Körper, jedoch nicht qualvoll, sondern wahrhaft glückerfüllt. Schlagartig erwachte Daphne, ihre geöffneten Augen Saphiren gleich strahlend, wie leuchtende Sterne am Firmament.

Du bist so kitschig, Harry, hörte er Daphnes kichernde Stimme, nur dass sich ihre Lippen nicht bewegten. Ihre Mundwinkel verzogen sich zu einem amüsierten Lächeln.

„D-Du kannst meine Gedanken hören?“, stammelte Harry, wobei ihm seine Stimme unglaublich laut vorkam, geradeschon als würde er damit eine zutiefst heilige Stille entweihen.

Daphne kicherte, jedoch hörte er gleichzeitig wieder ihre helle Stimme in seinem Kopf, wie damals den sprechenden Hut. „Natürlich, mein Schatz. Immerhin sind wir jetzt eins.

Fassungslos ließ sich Harry auf die Matratze fallen. Er hatte damit gerechnet. Etwas zu erwarten und selbst zu erleben, waren allerdings verschiedene Paar Schuhe.  

Ein warmer Gedanke streifte seinen Geist, gefolgt von einem Gefühl der Verwirrung. „Jetzt geht es irgendwie nicht mehr“, erklang Daphnes heisere, etwas enttäuschte Stimme.

Harry richtete sich wieder auf, seine Partnerin betrachtend. Stimmt, er spürte Daphnes Gefühle – Liebe, Erleichterung, Erschöpfung – aber er hörte keine Stimme mehr in seinem Kopf. Er hatte jedoch eine Vermutung…

Er ergriff Daphnes Hand, warm und kühl zur gleichen Zeit, und schlagartig prasselten die Gedanken auf ihn herein. Daphnes Augen weiteten sich, während Harry spürte, wie sie mit einem Mal verstand. Vielleicht spürte sie auch nur sein Verständnis. Das alles war wirklich sehr verwirrend.

Stimmt“, hörte er Daphnes Gedanken, während er gleichzeitig ihre Belustigung spürte, als würde er sie selbst verspüren.

Und tatsächlich lachte er auf, während er zärtlich über Daphnes Handfläche strich, seine Finger mit den ihren spielend.

„Ja, aber wir werden uns daran gewöhnen“, erwiderte er in seinen Gedanken. „Es ist als wäre ich du.“

„Richtig. Oh Harry, ich bin so so glücklich!“

Im gleichen Moment, in dem Daphne sich aufrichtete und ihre Arme um seinen Körper warf, fühlte Harry, wie er von einem Gefühl grenzenloser Liebe überwältigt wurde. Daphnes und seine Liebe, die sich wie zwei Gewitterfronten zu einem gewaltigen Sturm vereinten.

„Ich wusste gar nicht, dass du eine solche bildliche Vorstellungskraft hast“, kicherte Daphne, bevor Harry plötzlich seine Lippen auf die ihren presste und alle klaren Gedanken zum Verstummen brachte.  

Es fühlte sich sogar noch viel wärmer und berauschender an als ihre vorigen Küsse, die für Harry schon das Schönste auf Erden gewesen waren. Er spürte, wie Daphne genau das gleiche dachte.

„Ich liebe dich, Daphne“, dachte er mit all seiner Aufrichtigkeit, sodass Daphne spüren konnte, wie ernst er es meinte.

„Und ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich!

Das Paar gab sich dem Rausch ihrer Gefühle hin. Liebe, Leidenschaft, Wärme, Geborgenheit. Ihre Körper, Herzen, Seelen. Alles wurde eins in einem Augenblick vollkommener Glückseligkeit.





„Was habe ich dir nur angetan, mein Schatz?“, fragte Daphne bekümmert, während ihre Finger über den kalten Schweiß auf seiner Brust strichen, Gänsehaut zurücklassend.

Bilder flimmerten durch Harrys Kopf; er selbst, wie Daphne ihn in diesem Moment sah. Seine Haut war zwar nicht so bleich wie die ihre, aber von einem kränklichen Grauton gefärbt. Auch seine Haare waren nunmehr eher dunkelgrau als schwarz, stumpf und ohne jedweden Glanz. Nur seine Augen schimmerten grün in der Vormittagssonne, ein Anblick, an dem sich Daphne niemals satt sehen konnte, wie Harry ihren Gefühlen entnahm. Das brachte ihn zum Schmunzeln.

„Das ist nicht deine Schuld, Daph. Das ist ein Preis, den ich gerne bereit bin zu zahlen. Und in ein paar Tagen sehen wir beide bestimmt schon wieder viel lebendiger aus.“

„Dennoch, irgendetwas ist schiefgelaufen, irgendetwas, was wir übersehen haben … vielleicht habe ich einen Fehler bei einem der Symbole gemacht…“

„Daph, mach dir keine Vorwürfe! Vielleicht habe auch ich einen Fehler gemacht. Oder aber wir haben bei unseren Recherchen was übersehen. Immerhin war es sehr, sehr komplizierte Magie. Oder es gehörte zum Ritual, ein weiterer Test…“

Erneute verspürte Harry tiefe Scham. Wenn es ein Test gewesen war, hatte er vollkommen versagt, so wie er sich seiner Todessehnsucht ergeben hatte. Wieder einmal hatte er von Fawkes gerettet werden müssen, weil er selbst zu schwach gewesen war. Er hatte Daphne verraten, er hatte ihre Liebe verraten, er hatte –

Ein Gefühl heißen Zorns überschwappte Harry wie eine Welle, während ihn Daphne mit wütenden Augen anfunkelte. „Und hör DU auch auf, dir solche Vorwürfe zu machen! Du bist zurückgekommen und hast uns beide gerettet, schon wieder! Immer, wenn es mir nicht gut geht, wenn ich leide, wenn ich in Gefahr bin, kommst du mich retten. Du bist mein Held in glänzender Rüstung. Mein Märchenprinz!“

„Wer ist jetzt kitschig?“, lachte Harry auf, auch wenn ein unangenehmes Gefühl verblieb.

„Ich meine es ernst, Harry. Bitte mache dir keine Vorwürfe. Weißt du, wie oft ich mir gewünscht habe zu sterben, als mich meine Eltern gefoltert haben? Als ihre Flüche mein Fleisch verbrannten?“

Bei Daphnes Erinnerungen entflammte ein entsetzlicher Hass in Harry. Wären ihre Eltern nicht schon tot, würde er sofort losstürmen, um sie wie Schweine ausbluten zu lassen, qualvoll quikend. Ergötzt hätte er sich an ihren Qualen!

„Sie sind nicht mehr wichtig, Harry. Verrottet und Vergessen. Was wichtig ist, sind wir beide. Und wir leben! Ich will, dass wir für immer zusammen sind…“

„Das werden wir, mein Schatz, das werden wir“, erwiderte Harry. Sie hatte recht. Was zählt war die Zukunft, ihre Vergangenheit lag hinter ihnen. Sie waren nicht länger Harry Potter und Daphne Greengrass, sondern etwas komplett Neues, Einzigartiges.

„Weißt du, wem wir auch noch danken müssen, also neben Fawkes?“, fragte Daphne, auch wenn Harry sofort die Antwort in ihren Gedanken erkannte. Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke vor seiner Partnerin geheim zu halten, würde in Zukunft eine knifflige Angelegenheit werden. Daphne kicherte bei seinem Gedanken.

„Ich rufe ihn“, antwortete er Daphne in seinem Geist, bevor er mit seiner Stimme „Dobby!“ rief, auch wenn es ihm inzwischen geradezu primitiv vorkam, auf eine so stumpfe Art mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Es gab einen lauten Knall, bevor Dobby direkt vor ihrem Bett auftauchte, seine langen Ohren vor Freude wackelnd. „Meister sind wieder wach!“, frohlockte er. „Geht es Meister wieder besser? Soll Dobby Essen und Trinken holen? Dobby hat Schokopudding gekocht, genauso wie es Mr. Harry Potter Sir mag, und Orangensaft für Miss Daphne.“

„Danke, Dobby“, antwortete Daphne mit heiserer Stimme. „Das hört sich wunderbar an.“ Just in diesem Moment knurrten ihre beiden Mägen.

„Dobby ist gleich wieder da!“, rief Dobby und verschwand mit einem weiteren lauten Knall. Nach nur wenigen Sekunden kehrte er allerdings schon zurück, in seinen Händen zwei große Schüsseln Schokopudding. Er ließ sie zu Harry und Daphne schweben, bevor er ein weiteres Mal verschwand. Dieses Prozedere wiederholte sich noch mehrere Male, bis schließlich mehrere Schüsseln und Teller mit köstlichen Speisen auf dem Bett standen, dazu frisch gepresster Orangensaft in tönernen Bechern. Harry lief das Wasser im Mund zusammen.

Daphne war schon einen schritten Weiter und biss genüsslich in eine Hähnchenkeule. „Was?“, schmatzte sie, als sie seinen amüsierten Blick bemerkte. „Ich habe einen Mordshunger.“

Harry lächelte in sich hinein, bevor er ebenfalls anfing zu essen. Allerdings hatte er auch noch Fragen an Dobby, weshalb er sich neugierig an den Hauselfen wandte. „Sag mal, Dobby“, sagte er zwischen zwei Essensbissen, „hast du uns hierhergebracht?“

Dobbys fledermausartige Ohren erschlafften, als er bekümmert nickte. „Oh ja, der Flammenvogel kam zu Dobby. Zuerst hat Dobby nicht verstanden, aber dann bin ich in den Keller zurück.“ Ein Zittern erfasste seinen kleinen Körper. „Es war … nicht schön. Meister waren bewusstlos, aber so bleich … überall war Blut vom alten Meister … und andere Körperflüssigkeiten. Dobby hat Meisters ins Schlafzimmer gebracht. Und gewaschen. Dobby konnte keinen Heiler holen und hat deshalb Meisters einfach schlafen lassen.“

Harry blickte zur Uhr an der Wand. Es war gerade einmal 10 Uhr. Damit waren vielleicht neun Stunden seit dem Ritual vergangen. Eigentlich nichts besonders sorgenerregendes.

Als hätte Daphne seine Gedanken erraten – vermutlich hatte sie tatsächlich seine Gefühle mitbekommen – drückte sie seine Hand, bevor sie ihn sanfter Stimme sagte, „Nicht neun Stunden, Schatz. Es müssen mehr sein…“

„Miss Daphne hat recht“, bestätigte Dobby mit einem weiteren bekümmerten Nicken. „33 Stunden sind vergangen, seit Dobby beide Meister gefunden hat. Dobby hat irgendwann Zaubertränke verabreicht. Meister waren so schwach … Dobby wusste nicht, was er sonst tun sollte….“

Sie hatten mehr als einen Tag geschlafen? Fassungslos betrachtete Harry den Hauselfen. Das konnte doch nicht möglich sein… Und das hieße ja auch –

„Der Hogwartsexpress!“, rief er. „Er fährt gleich los! Wir müssen –“

„Harry!“, unterbrach ihn Daphne, bevor sie ihm entschlossen in die Augen guckte, in Gedanken fortfahrend. „Der verdammte Zug kann uns doch egal sein. Der wird eh den ganzen Tag unterwegs sein. Du kannst uns immer noch am Abend nach Hogsmeade apparieren, oder Dobby, und niemand würde irgendwas auffallen. Wir haben alle Zeit der Welt.“

Daphnes rationalem Gedankengang konnte sich Harry nicht verwehren. Er küsste ihre Mundwinkel, während er sie seine Zustimmung spüren ließ. Daphne schenkte ihm daraufhin ein liebevolles Lächeln.

„Du hast alles perfekt gemacht“, lobte Harry Dobby, dessen Körper sich erleichtert aufrichtete, als hätten seine Sorgen vorher schwer auf seinen Schultern gelastet. „Du bist wirklich der beste Hauself auf der Welt. Aber eine Frage habe ich noch an dich.“ Ein spöttisches Lächeln schlich sich auf seine und Daphnes Lippen. „Was hast du mit Malfoy gemacht?“

„Entsorgt“, erwiderte Dobby freudig. „Niemand wird jemals wieder auch nur eine Spur von ihm finden.“





„Noch einmal, es tut mir aufrichtig leid, Mrs. Malfoy“, schloss Madam Bones ihren Bericht. „Wenn es irgendwelche Neuigkeiten gibt, werden wir Sie sofort kontaktieren.“

Narcissa Malfoy nickte leicht mit dem Kopf. Es verwunderte sie nicht, dass die Auroren keine Spur von ihrem Mann gefunden hatten; vermutlich war sein Körper bereits an diese grässliche Schlange verfüttert worden. Wie in Trance verabschiedete sie die Ministeriumszauberer, während sie in ihrem Kopf die nächsten Schritte plante.

Sie musste alles dafür tun, um die Gunst des Dunklen Lords zurückzuerlangen, die Lucius anscheinend so leichtfertig verspielt hatte. Noch war seine Bestrafung nicht auf sie und Draco ausgedehnt worden, der Dunkle Lord hatte über seinen fanatischen Diener sogar seine Anteilnahme ausrichten lassen – verdammte Psychospielchen. Er musste es nicht einmal aussprechen, sie alle wussten, dass ihr Leben – und ihr Tod – allein in seinen Händen lag. Er war der Meister und sie seine Sklaven; wie weit sie, eine Tochter des fürnehmen und gar alten Hauses der Blacks doch gefallen war. Doch um Draco zu retten, würde sie alles ertragen, sogar totale Unterwerfung und Erniedrigung durch einen größenwahnsinnigen Irren.

Ihr Sohn hatte seinen Vater viel zu sehr bewundert, angehimmelt gar, viel mehr als es der Bastard verdient hatte. Nicht einmal seine grausamen Bestrafungen hatten daran was ändern können. Ihr Junge war einfach viel zu lieb für diese Welt.

Narcissa seufzte auf, als sie die Treppe hinaufstieg. Am liebsten würde sie Draco bei sich behalten, aber die Logik sagte ihr, dass er in Hogwarts sicherer war, weit entfernt von den Launen des Dunklen Lords. Wenn sie apparierten, könnten sie es noch pünktlich auf den Bahnhof schaffen.

Sie straffte ihre Schultern, bevor sie an die Zimmertür klopfte. Sie musste jetzt stark sein, für sich und für Draco, denn für eine Black war nichts wichtiger als die eigene Familie. Sie würden überleben, koste es was wolle.





Mit einem lauten Knall erschien Harry im Schatten großer Kastanienbäume, deren leere Äste sich wie knöchrige Finger in die Höhe streckten. Ganz am Rande seines Sichtfeldes konnte er große Steinquader erkennen, die teils aufeinandergestellt waren und einen weiten Kreis bildeten. Es handelte sich um Stonehenge, eine der geschichtsträchtigsten magischen Stätten in ganz Britannien und ebenjenen Ort, den Harry zum Abschluss ihres kleinen Experiments gewählt hatte. Seitdem er vor vielen Jahren im Fernsehen den Anfang einer Dokumentation über Stonehenge gesehen hatte – also bis Onkel Vernon weggeschaltet und ihn anschließend verprügelt hatte – hatte er diesen berühmten Ort sehen wollen. Vielleicht würden er und Daphne eines Tages, wenn keine Besucher anwesend waren, den Steinkreis von ganz nahem betrachten. Just in diesem Moment hatte er allerdings anderes zu tun, als zukünftige Ausflüge zu planen.

Wie zuvor konnte er Daphnes Aufenthaltsort spüren und jetzt, wo er sich wieder näher an Greengrass Manor befand, hallten auch Daphnes Gefühle stärker in ihm wider. Während er in London lediglich einen erhöhten Herzschlag verspürt hatte, fühlte er jetzt deutlich ihre Neugier, Ungeduld und einsetzende Angst. Er sollte sich beeilen.

Harry schloss seine Augen, nach der Magie in seinem Inneren greifend, die viel heller, fester, deutlicher – er wusste nicht, wie er so etwas abstraktes wie eine magische Seele beschreiben sollte – war als vor ihrem Ritual. Darauf bedacht, ja nicht zu viel Kraft aufzuwenden, richtete er seinen Zauberstab auf den nächsten Baum, freudige Erregung in seinen und Daphnes Leibern verspürend, wie immer, wenn sie diese dämonische Magie einsetzten. Dieses Mal würde es funktionieren, da war er sich sicher.

Hässliche Zischlaute drangen aus seinem Mund, während der Rausch der Magie an seiner – nein ihrer – Seele zerrte. Gelbliche Schwaden drangen aus der Spitze seines Zauberstabs, glitten Fingern gleich auf den Baumstamm zu. Sobald die Schwaden den Baum berührten, wurde das Holz auf einmal rabenschwarz. Die Äste verdorrten, es gab ein leises Knirschen, bevor der Baum schließlich zusammenbrach, nur noch Asche im Wind. Harry wurde von einem Rußwirbel umhüllt, der ihn heftig husten ließ. Mit tränenden Augen und Aschegeschmack auf seiner Zunge disapparierte er.

Sobald er vor dem Tor zum Greengrass-Anwesen erschien, fiel ihm auch schon sein blondes Gegenstück um den Hals.

„Endlich!“, schrie ihn Daphne in Gedanken an, während ein Gefühl der Erleichterung auf ihn eindrang. „Ich habe mir schon so viele Sorgen gemacht. Ich habe –“

„Es ist alles gut, Schatz“, beruhigte Harry sie. „Niemand hat mich gesehen. Und der Zauber hat beim letzten Mal auch funktioniert.“

Daphne löste sich etwas von ihm und bedachte ihn von Kopf bis Fuß, ihre Mundwinkel zu einem spöttischen Lächeln verzogen. „Das sehe ich. Du siehst aus wie ein Schornsteinfeger.“

„Tja, so ein großer Baum produziert viel Asche“, lachte Harry auf, während er Daphnes Hand ergriff und sich in Richtung Haus in Bewegung setzte. Dort würde er erstmal lang und heiß duschen. Ein paar Stunden hatten sie noch bis sie beide zum Hogsmeader Bahnsteig mussten. In Daphnes Geist formten sich daraufhin Bilder von ihnen beiden unter der Dusche, bei denen Harry das Blut in den Kopf schoss. Daphne lachte hell auf.

„Also was sind deine Schlussfolgerungen?“, fragte sie ihn schließlich, als sie gerade an dem Teich vorbeigingen, der vor einem Jahr Schauplatz einer der surrealsten – und einschneidendsten – Momente in Harrys Leben gewesen war. Auf die Vereinigung ihrer Geister war die Vereinigung ihrer Seelen gefolgt…

„In Prinzip haben sich unsere Vermutungen bestätigt“, überlegte Harry. „So wie wir nur bei direktem Körperkontakt die Gedanken des anderen unmittelbar wahrnehmen können, werden auch die Gefühle und Sinneseindrücke schwächer, je weiter wir voneinander entfernt sind. In Hogsmeade musste ich mich schon ziemlich anstrengen, um deinen Aufenthaltsort fühlen zu können. Deine Emotionen habe ich fast gar nicht mehr spüren können. In London war es dann schon besser und bei Stonehenge war es schon wieder sehr deutlich. Dort konnte ich dann auch endlich Dämonenmagie wirken, auch wenn nur sehr vorsichtig, und dennoch fühle ich mich wieder etwas erschöpft.“

„Wir werden uns gleich ausruhen. Dobby hat auch schon das Essen fertig.“

„Was würden wir nur ohne ihn machen?“

„Hungern vermutlich. Du kannst nicht mal kochen, wenn dein Leben davon abhinge.“

Harry schlug Daphne mit gespielter Empörung gegen den Arm. „Hey! Nur weil du meine Seelenpartnerin bist, heißt das nicht, dass du mich einfach so ungestraft beleidigen kannst.“

„Pff, du bist ja sensibel…“

Lachend erreichten die beiden das Haus, wo sie sofort ins große Badezimmer eilten und sich die Kleider vom Leib pulten. Harry stöhnte wohlig auf, als er das heiße Wasser und Daphnes kalte Hände auf seinem Körper spürte, ihn von seinem Schmutz und seiner Anspannung befreiend.





Kichernd setzten sich Harry und Daphne ans Ende der Schülermasse, die auf dem Weg zu den Kutschen war, die sie nach Hogwarts bringen würden. Es sah so aus, als wären sie zusammen mit den anderen Schülern aus dem Zug gestiegen. Niemand hatte mitgekommen, wie sie aus einer dunklen Seitengasse getreten waren, auch wenn ihnen einige der Schüler sonderbare Blicke zuwarfen, die Harry sich nicht ganz erklären konnte. Vielleicht hatten sie einfach nur Angst, dass ihnen der nächste Dunkle Lord einen Fluch in den Rücken jagen würde.

„Interessant, interessant, mein Schatz“, kommentierte Daphne, „aber auch wir sollten uns nicht zu sicher fühlen. Ich bin mir sicher, dass es mehr als genug Menschen da draußen gibt, die uns beiden nur allzu gerne einen Dolch in den Rücken stoßen würden, sobald wir mal nicht aufmerksam sind.“

Harry spürte, wie Daphne an Parkinsons Angriff vom letzten Schuljahr dachte. Verdammte Schlampe…

„Warst du immer schon so unanständig in deinen Gedanken?“, lachte Daphne auf, während eine wohlige Wärme seinen Körper erfasste. „Vor Parkinson und den anderen habe ich keine Angst, allesamt völlige Stümper. Aber dennoch, wir müssen vorsichtig sein.“

„Wir können ja auch mal wieder mehr Defensivmagie trainieren“, erwiderte Harry. „Auch wenn ich der Meinung bin, dass Angriff die beste Verteidigung ist…“

Daphne schmunzelte. „Natürlich denkst du das…“

Sie hatten inzwischen die Kutschen erreicht, deren Zugtiere Harry nunmehr nicht länger verborgen blieben. Thestrale, vermeintliche Geschöpfe des Todes, unverstanden von so vielen, so wie sie selbst. Daphne drückte zärtlich seine Hand.  

Wie gewohnt bestiegen sie die letzte Kutsche in der langen Kolonne, die sich daraufhin mit einem kräftigen Ruck in Bewegung setzte. Als sie schließlich das von geflügelten Steinebern bewachte Schlosstor passierten und vor der Treppe zum großen Eichenportal von Hogwarts zum Stehen kamen, kam Harry nicht drum herum, eine gewisse Traurigkeit zu verspüren. Einst war der majestätische Anblick des Schlosses das Schönste gewesen, was er jemals erblickt hatte, steingewordene Manifestation seiner kindlichen Träume – und gewissermaßen war er es immer noch – allerdings fühlte es sich inzwischen auch immer mehr wie ein Gefängnis an.

„Ich liebe Hogwarts, nur nicht seine Bewohner“, brachte Daphne auch seine eigenen widerstreitenden Gefühle auf den Punkt.

Im leise rieselnden Schnee folgte das Paar den anderen Schülern in die fackelbeleuchtete Eingangshalle, wo sofort Harrys Brillengläser beschlugen. In dem Moment jedoch, in dem sich sein Sehvermögen derartig verschlechterte, intensivierte sich ein anderer, neuer Sinneseindruck, der Harry schon zuvor aufgefallen war an diesem Tag. Wenn er sich angestrengt darauf konzentrierte, konnte er sehen, was Daphne sah, sich gewissermaßen der Augen seiner Seelengefährtin bedienen.

Es war ein mehr als merkwürdiges Gefühl, sich selbst aus den Augen eines anderen zu beobachten, und noch merkwürdiger, auf diese Art und Weise seine eigenen Bewegungen zu lenken, aber letztendlich funktionierte es einigermaßen. Jedenfalls solange, bis eine männliche Stimme auf einmal ihre beiden Namen rief und Harry somit so sehr überraschte, dass er beinahe über seine Füße gestolpert wäre.

„Pass auf“, lachte Daphne und hielt ihm am Arm, bevor sie sich umdrehte und mit ihrer immer noch etwas heiseren Stimme sprach, „Guten Abend, Professor Lupin. Ignorieren Sie bitte die Tollpatschigkeit meines Freundes, vielleicht waren die Süßigkeiten im Zug nicht mehr ganz frisch.“

„Oh ja, die Unmengen an Süßigkeiten, die ich während der Zugfahrt gegessen habe“, erwiderte Harry mit einem imaginären Augenrollen, bevor er sich ebenfalls an Lupin wandte. „Hallo Professor, ich hoffe, Sie hatten ein schönes Neujahrsfest?“

Lupin nickte leicht, während er sie mit großen Augen betrachtete. „Ihr … ihr seht aus wie Gespenster“, sagte er fassungslos. „Was habt ihr gemacht?“

Harry und Daphne musterten sich gegenseitig. Lupin hatte recht, sie hatten im Vergleich zum Morgen zwar schon wieder etwas an Farbe gewonnen, sahen aber immer noch unnatürlich blass und erschöpft aus. Vermutlich war das auch den Schülern vorhin aufgefallen…

„Nichts dramatisches“, erwiderte Harry achselzuckend, so beiläufig wie möglich klingend. „Daphne und ich haben nur ein paar neue Zauber ausprobiert. Haben uns etwas übernommen. Magische Überanstrengung, das ist alles.“

Neben ihm nickte Daphne bestätigend. „Dobby hat uns auch schon wieder gut aufgepäppelt. Machen Sie sich wirklich keine Sorgen, Professor. Uns geht es gut.“

Bei ihren Worten runzelte Lupin die Stirn. „Dobby?“, fragte er nachdenklich. „Der Hauself, den du von Lucius Malfoy befreit hast, Harry, richtig?“

Oh Shit.

Vermutlich wusste Lupin etwas von Malfoys „Verschwinden.“ Da in der Zeitung aber noch nichts berichtet worden war – davon hatten sie sich extra überzeugt – mussten sie jetzt Unwissenheit vortäuschen.

„Genau“, bestätigte Harry mit ruhiger Stimme, auch wenn sein Herz wie verrückt hämmerte. „Seitdem ist er ein freier Hauself. Er arbeitet für mich, aber er bekommt ein Gehalt, Urlaub, Weihnachtsgeschenke. Sein Schlafzimmer ist sogar größer als das von Daphne und mir.“

„Wofür meine Eltern auch immer so viel Platz brauchten“, kommentierte Daphne trocken.

Ein Lächeln schlich sich um Lupins Mundwinkel, der, wie Harry beim näheren Hinsehen bemerkte, ebenfalls ziemlich erschöpft aussah. War etwa wieder Vollmond gewesen? Für ihr Ritual war die Mondposition egal gewesen, weshalb Harry das nicht so genau verfolgt hatte.

„Das klingt, als wäre sein Leben jetzt angenehmer“, antwortete Lupin. „Vielleicht solltet ihr euch mal mit Miss Granger kurzschließen. Sie hatte mir letztens auch davon berichtet, wie sie sich für die Rechte von Hauselfen einsetzen möchte.“

„Geniale Idee“, spottete Daphne. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Vielleicht werden die Betrügerin und ich noch richtig gute Freunde, flechten uns die Haare und vergleichen Brustgrößen miteinander.“

„Machen Mädchen wirklich solche Dinge?“

„Das wüsstest du gerne, nicht wahr?“

Sie starrten sich für einige Sekunden gegenseitig an, bevor sie beide schließlich laut anfingen zu lachen.

„Manchmal habe ich das Gefühl, als könntet ihr ohne Worte miteinander kommunizieren“, murmelte Lupin kopfschüttelnd. „Unglaublich. Aber wir sollten jetzt in die Große Halle, wir sind bereits die letzten.“

Harry schaute sich um und tatsächlich, außer ihnen war niemand sonst mehr in der Eingangshalle. Aus der Großen Halle drangen allerdings lautes Stimmengewirr und vor allem der Duft köstlicher Speisen an sie heran. Genau im gleichen Moment fingen Daphnes und sein Magen an laut zu knurren, sodass sie beide wiederum laut auflachen mussten. Nach kurzem Zögern stimmte auch Lupin ihrem Lachen ein. Vergnügt und hungrig schritt das dreiköpfige Schreckenskabinett in Richtung Große Halle, voller Vorfreude auf das angerichtete Festessen.





Müde betrachtete Harry seine dunklen Augenringe im Spiegel. Er sah wirklich grässlich aus, eine einzige schlaflose Nacht hatte anscheinend alle Erholung der vergangenen Wochen zunichte gemacht. Aber wie hätte er friedlich schlafen können, wenn Daphne in einem künstlichen Koma lag, völlig traumlos, sodass ihnen sogar dieser Zufluchtsort verwehrt geblieben war?

Harrys zitternde Hände umklammerten das grüne Waschbecken, so fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten. All seine Selbstbeherrschung musste er aufbringen, um nicht sofort in den Krankenflügel zu stürmen, um Daphne schon jetzt zurückzufordern.

Daphne…

Seine Daphne…

So musste sich wohl auf ein Drogenjunkie auf kaltem Entzug fühlen, lachte Harry freudlos, fast schon wahnsinnig. Von Daphne getrennt zu sein, nachdem ihre Geister, ihre Seelen seit ihrem Ritual ununterbrochen miteinander verbunden gewesen waren, war Folter. Kalter Schweiß bedeckte sein Gesicht, sein Körper zuckte unkontrolliert und seine Gedanken waren das reinste Chaos.

Er musste sich beruhigen, ermahnte er sich. Atmen, Harry, ruhig atmen. Einatmen und ausatmen. So ist es gut.

Nur die Gewissheit, dass er einen narrensicheren Plan hatte, um Daphne zu retten, verhinderte, dass er das Badezimmer und vermutlich den gesamten Kerker in Schutt und Asche legte. Lange würde das jedoch nicht mehr gut gehen…

Seine Hände zu Fäusten geballt, sein Körper von heißen Zorneswellen erschüttert, machte sich Harry auf den Weg zum Raum der Wünsche.

Er blickte auf seine Uhr. 4:32 Uhr, fast noch fünf Stunden bis zum Beginn der Aufgabe. Fünf Stunden, eine halbe Ewigkeit, wie es Harry vorkam…





Für Harry fühlte es sich an, als sei eine riesige Wanne eiskalten Wassers direkt über seinem Kopf ausgekippt worden, Abkühlung für seinen heißen, verschwitzten Körper, umgeben von unzähligen zerstörten Dummys, die meisten davon bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Sein Zauberstab rauchte immer noch, ein letztes Zeugnis von dem flammenden Inferno, das im Raum bis vor kurzem gewütet hatte, gleichzeitig aber nur ein schwaches Spiegelbild von Harrys Zorn war.

Dieses verdammte Ministerium! Verdammter Dumbledore, Crouch, Bagman und all die anderen Bastarde!

Es war allein ihre Schuld, dass Daphne just in diesem Moment immer tiefer in den See hinabgezogen wurde, wo sie wer weiß was für Gefahren ausgesetzt war. Warum, warum konnten sie sie nicht einfach in Ruhe leben lassen? War das wirklich zu viel verlangt?

Doch in dieser Welt, die sich gegen sie zu verschworen haben schien, bekam man nichts geschenkt, man musste es sich mit Entschlossenheit, Unerbittlichkeit und nötigenfalls Gewalt nehmen, so wie er gleich Daphne befreien würde.

Harry spürte, wie Daphne inzwischen auf dem Grund des Sees angelangt war und an eine Art Statue gefesselt wurde. Wenn diese Fischfressen Daphne auch nur ein Haar krümmten…

Nein! Daran durfte er nicht einmal denken. Alles würde gut werden. Alles musste gut werden…

Wie schon unzählige Male zuvor betrachtete Harry seine Armbanduhr. 8:50 Uhr, noch 40 Minuten bis zum Beginn der Aufgabe. Er wischte sich den Schweiß vom Körper, zog seinen Umhang über und verließ den Raum der Wünsche, den Kopf voll von Bildern gerösteter Wassermenschen und auf dem Boden windenden Ministeriumszauberern.

Zusammen mit den anderen Schülerinnen und Schülern, die ihn wie gewohnt wie einen Aussätzigen behandelten, schritt Harry den eisbedeckten Weg zum See entlang. Die Tribünen, die im vergangenen Jahr noch das Drachengehege umgeben hatten, waren in der Nacht am Wasser aufgebaut worden, die Sitzreihen bereits jetzt gut gefüllt, auch wenn immer noch Massen an Zuschauern zum See strömten. Jeder wollte einen möglichst guten Platz für das bevorstehende Spektakel haben, sogar Fudge und Bones hatten sich wieder eingefunden. Angewidert blickte Harry zu den Weasley-Zwillingen, die einen kleinen Stand am Wegesrand aufgebaut hatten und Wetten entgegenahmen, wer sich in dieser Aufgabe verletzten oder sogar sterben würde. Immerhin eilte bereits eine vor Wut schäumende McGonagall auf die beiden Gryffindors zu. Gute Frau.

Harry musste um den See herumlaufen, um zu den anderen Champions und Richtern zu gelangen, wobei sich ihm die gesamte Zeit das Geschnatter der geifernden Menge wie heiße Nadeln in die Ohren bohrte. Diese widerlichen Wichte hätten sich vermutlich auch an den blutigen Massakern im Kolosseum im alten Rom ergötzt…

Bis auf Bagman saßen die Richter hinter einem golddrapierten Tisch direkt am Wasser, sich leise miteinander unterhaltend. Bagman jedoch winkte Harry zu sich und den anderen Champions, die ein paar Meter entfernt zusammenstanden.

„Harry, mein Junge“, begrüßte Bagman ihn überschwänglich, als wüsste Harry nicht genau, welch ein verlogener Mistkerl der ehemalige Quidditch-Spieler war. Bagman stellte sich mit dem Rücken zu den anderen Champions, bevor er leise weitersprach. „Du hast zwar letztes Mal eindeutig die beste Show abgeliefert – wirklich, du hast das Publikum mitgerissen – aber dennoch hoffe ich, dass du heute einen, ähm, konventionelleren Ansatz verfolgst, wenn du verstehst was ich meine…“

„Keine Sorge“, zischte Harry zwischen zusammengebissenen Zähnen, seinen Zorn unterdrückend. Es würde nichts Gutes daraus erwachsen, wenn er jetzt seinen Gefühlen nachgab, so verführerisch es auch war.

„Wunderbar“, lachte Bagman falsch auf, „unsere Mägen werden es dir sicherlich danken.“ Damit wandte sich Bagman wieder an die anderen Champions und stellte sie zusammen mit Harry in drei Meter Abstand am Ufer entlang auf.

Harry stand nun neben Delacour, die nervös auf den Lippen kaute, wofür er allerdings keinen Blick hatte. Er spürte genau, wo Daphne sich befand, bewusstlos, gefesselt, hilflos.

Nicht mehr lang, mein Schatz. Gleich bin ich bei dir.

Bagman kehrte zum Richtertisch zurück, wo er Platz nahm und seinen Zauberstab auf seine Kehle richtete. „Sonorus“, sprach er, sodass seine folgenden Worte über den See hinüber zu den Tribünen dröhnten.

„Es ist so weit, Ladies and Gentlemen. Die zweite Aufgabe des Trimagischen Turnieres!“ Lautes Klatschen und Jauchzen drang zu ihnen. „Oh, ich sehe schon, ihr seid genauso heiß wie ich“, lachte Bagman. „Und dazu haben wir auch allen Grund. Auf unsere vier Champions warten viele Gefahren im See, doch die größte Gefahr wird der unaufhaltsame Lauf der Zeit sein. Eine Stunde haben sie, um ihre geliebten Menschen zu finden und an die Oberfläche zu bringen, sonst werden sie sie für immer verlieren. Eine Stunde, um ihre geliebten Menschen vor einem Schicksal als Fischfutter zu bewahren.“ Das Publikum lachte. Verdammte Bastarde. „Auf meinen Pfiff beginnt die Aufgabe. Ich zähle also bis drei. Eins … zwei … drei!“

Der Pfiff hallte in der kalten, windstillen Luft schrill wider, während die Zuschauer tobten und jubelten, nicht dass Harry das länger wahrnehmen würde. Sobald Bagman in seine Trillerpfeife gepustet hatte, hatte er nach Dobby gerufen, der augenblicklich mit einem lauten Knall neben ihm erschien war, gekleidet in eine weite Badehose mit Palmen und kleinen Haien drauf.

Harry vergeudete keine Sekunde. „Daphne ist am Grund des Sees in der Mitte“, sagte er eilig, während er sie beide mit Kopfblasenzauber, Wärmezauber und Schutzzauber gegen den erwarteten Druckunterschied belegte.

Seinem Beispiel folgend ergriff Dobby schnell seinen Arm, bevor sie mit einem weiteren Knall – begleitet von den Protesten der Richter und Zuschauer – verschwanden.

Im nächsten Augenblick war Harry von kaltem Wasser umgeben. Die Luftblase um seinen Kopf ermöglichte es ihm ruhig zu atmen, auch wenn sein Herz wie verrückt pochte. Er musterte ihre Umgebung.

Es war eine fremde, dunkle, neblige Landschaft, die sich ihm darbot, so viel konnte er im trüben Wasser erkennen. Um sie herum befanden sich einige primitive und mit Algen bewachsene steinerne Behausungen, vor denen mehrere Wassermenschen schwammen. Die Kreaturen hatten eine gräuliche Haut und langes, wildes, dunkelgrünes Haar. Ihre Augen waren gelb, genauso wie ihre splittrigen Zähne. Nein, als schön hätte Harry die Kreaturen ganz sicher nicht bezeichnet.

Harry ignorierte die schrillen Rufe, die die Wassermenschen ihnen zuwarfen, denn direkt vor Dobby und ihm erblickte er eine riesige Statue. Es handelte sich um einen gigantischen Wassermenschen, mit groben Schlägen aus einem gewaltigen Geröllblock gehauen. An die Schwanzflosse des steinernen Wassermenschen waren vier Personen mit dicken Tangschlingen gefesselt.

Da war Daphne, zwischen Granger und Diggorys Partnerin vom Weihnachtsball; daneben noch ein kleines Mädchen mit silbrig-blonden Haaren, das wie eine jüngere Version von Delacour aussah. Ihre Köpfe hingen schlaff herab und kleine Blasen quollen aus ihren Mündern. Unter anderen Umständen hätte Harry vielleicht darüber philosophiert, was es über sie Champions und die Welt aussagte, dass alle Geiseln Mädchen waren, so aber hatte er nur ein Ziel im Sinn.

Mit wenigen Schwimmbewegungen war er direkt bei Daphnes regungslosem Körper, aber er spürte, dass es ihr gut ging. Merlin sei Dank. Er wollte gerade seinen Zauberstab heben, um sie von ihren Fesseln zu befreien, als er aus den Augenwinkeln eine Bewegung bemerkte. Ein langer Speer schoss auf Dobby zu.

Harry wollte schreien, seinen Zauberstab heben, doch dafür war es schon zu spät. Wie in Zeitlupe betrachtete Harry, wie Dobby eine kurze Bewegung zur Seite machte. Der Speer sauste nur wenige Milimeter an seinem Kopf vorbei, bohrte sich tief in den sandigen Boden.

Fuchsteufelswild drehte sich Harry zu den nahen Wassermenschen, die auf sie beide einschrien, wild in Dobbys Richtung gestikulierend. Harry musste kein Meerisch können, um zu verstehen, was sie so aufregte. Offensichtlich waren die Anwesenheit und Hilfe seines Freundes nicht erwünscht. Allerdings hatte Harry weder die Zeit noch die Nerven, um den Wassermenschen ruhig und sachlich zu erklären, dass sie sich zum Teufel scheren sollten. Außerdem hatten die Bastarde versucht, seinen Freund umzubringen!

Zornig richtete er seinen Zauberstab auf die Wassermenschen und schleuderte heiße blaue Flammen in ihre Richtung, die nicht einmal das eiskalte Wasser des Sees erlöschen konnte. Lautes, panisches Kreischen erklang, gefolgt von Schmerzensschreien und dem Geruch gegrillter Fischflossen. Harry frohlockte, während die Wassermenschen panisch flohen.

Mit pochendem Herzen drehte sich Harry wieder zu Daphne und mit einem Schwenk seines Zauberstabes zerschnitt er ihre Fesseln. Ihr Körper fiel ihm direkt in die Arme. Schlagartig breitete sich eine angenehme Wärme in ihm aus, wie, wenn man im Winter eine heiße Schokolade vor einem prasselnden Kaminfeuer trank. Zärtlich betrachtete Harry seine Partnerin, während er sie mit den gleichen Zaubern wie zuvor Dobby und ihn selbst belegte.

Sobald Harry fertig war, ergriff Dobby wieder seinen Arm und mit einem letzten lauten Knall ließen sie den verlassenen Unterwasser-Marktplatz und die anderen Geiseln zurück.

Sie erschienen direkt am Ufer, wo sie von der dröhnenden Stimme Bagmans begrüßt wurden. „…wissen natürlich nicht, was Potters Plan ist, aber…“ Seine Stimme verstummte, als sich alle Augen auf das plötzlich erschienene Trio richteten. „Öhm, Potter ist wieder da“, stammelte Bagman überrascht. „Mit … mit seiner Geisel und dem Hauselfen.“ Überall brach Geraune aus, vom Richtertisch drangen Stimmen an Harry heran.

Dieser hatte aber nur Augen für Daphne, die sofort erwacht war, als sie wieder an der Oberfläche aufgetaucht waren, heftig hustend. Ihre nassen Haare klebten ihr im Gesicht, doch ihre Wangen färbten sich langsam rosa.  

„Alles gut, Daph“, sprach Harry zu ihr in Gedanken, zutiefst erleichtert, während er sie eilig zum Lazarettzelt trug, Dobby im Schlepptau. „Alles gut. Du bist wieder an Land. Alles ist gut gegangen.

Daphne lächelte ihn schwach, doch voller Liebe an. „Wie immer rettest du mich, Harry. Wie immer bist du mein Held.“

„Immer, mein Schatz. Immer.“

„Ja … ähm … das war mal unspektakulär“, erklang Bagmans konsternierte Stimme, als Harry ins Zelt zu einer sichtlich überraschten Madam Pomfrey trat. „Unser jüngster Champion hat nur zwei Minuten gebraucht, um seine Geisel mit der Hilfe seines Hauselfen zu retten. Meine Richterkollegen scheinen jedoch sehr aufgebracht zu sein…“

Harry ignorierte Bagmans Äußerungen und wandte sich stattdessen in einem befehlenden Tonfall an Pomfrey. „Gucken Sie sich Daphne an. Sie kommt direkt aus dem See.“

„Mir geht es gut, Schatz“, beruhigte Daphne ihn, ein Lachen unterdrückend. „Aber danke, dass du dich so um mich sorgst.“

Auch Madam Pomfrey, die nach ihrer ersten Überraschung sofort aufgesprungen war, schien keinen Bedarf für ausgeklügelte Heilpraktiken zu sehen und wickelte sie beide stattdessen in dicke Decken; dazu heiße Getränke, um sie auch von innen zu wärmen. Dobby holte sogar noch mehr Decken, dazu Wärmflaschen und Handtücher; er liebte es einfach, sie zu bemuttern, kam es Harry vor.

Harry hatte gerade seinen Arm um Daphne gelegt, die sich ganz eng an ihn ran schmiegte, als plötzlich mehrere Gestalten in das Lazarettzelt traten: Dumbledore, Karkaroff, Maxime und Crouch.

„…Skandal, Dumbledore“, echauffierte sich Maxime in einem starken französischen Akzent. „Ich verlange, dass man sie zurück in den See bringt!“

Heiße Wut erfasste Harry. Nur Daphnes Griff verhinderte, dass er aufsprang und Maxime selbst den Fischen zum Fraß vorwarf. „Ruhig, Schatz“, versuchte sie ihn zu beschwichtigen.

Harry zwang sich ruhig zu atmen, während sich eine aufgebrachte Madam Pomfrey den Richtern in den Weg stellte. „Was soll das, Albus?“, wandte sie sich an Dumbledore. „Meine Patienten brauchen Ruhe, um sich zu erholen.“

Dumbledore seufzte laut auf. „Es tut mir leid, Poppy, aber ich fürchte, wir müssen mit Harry reden.“

Zwischen dem Schulleiter und der Heilerin schien eine stumme Diskussion stattzufinden, bevor Madam Pomfrey schließlich zur Seite trat, den Finger drohend erhoben. „Aber nicht zu lang!“

Daraufhin traten die vier Richter zu dem in Decken eingewickelten Paar. Auch wenn Daphne gerade erst versucht hatte, ihn zu beruhigen, spürte Harry dennoch eine gewisse Angst und Sorge in seiner Partnerin. Er verstärkte den Griff um ihre Schulter. Niemals würde er zulassen, dass sie wieder getrennt wurden!

„Harry“, sprach Dumbledore ihn an. „Dein … Verhalten hat für etwas Unmut in der Jury gesorgt –“

„Es ist Betrug!“, unterbrach ihn Maxime schrill. „Hilfe von anderen ist streng untersagt. Dass Potter seinen Hauselfen benutzt hat, ist unerhört!“

Bei ihren Worten nickte Crouch leicht, während Karkaroff einfach nur verächtlich schnaubte.

„Das Mädchen muss wieder in den See“, setzte Maxime ihre Tirade fort. „Dann soll Potter es noch mal richtig versuchen.“

Blitzschnell zückte Harry seinen Zauberstab, richtete ihn drohend auf die Besucher. „Ein Schritt näher und ich werde hier alles abfackeln!“, zischte er. Er meinte es ernst. Sobald jemand auch nur seine Hand nach Daphne ausstreckte, würde er Dämonsfeuer oder noch zerstörerische Kräfte entfesseln…

„Hören Sie lieber auf ihn“, warf Daphne schmunzelnd ein. „Mein Freund ist ein richtiger Feuerteufel.“

„Was fällt euch eigentlich ein, ihr missratenen Bratzen?!“, geiferte Karkaroff. Auch Maxime empörte sich auf Französisch und redete wild gestikulierend auf Dumbledore ein.

„Beruhigt euch, beruhigt euch!“, rief Dumbledore laut. Als seine Richterkollegen endlich verstummt waren, fuhr Dumbledore in ruhigem Tonfall fort, Harry einen besorgten Blick zuwerfend. „Ich denke nicht, dass solch drastische Maßnahmen erforderlich sein werden, von keiner Seite. Was denkst du, Barty?“ Dumbledore wandte sich an Crouch, der bis dahin geschwiegen hatte.

Crouch schaute nachdenklich zu Boden, anscheinend intensiv nachdenkend, bevor er wieder emporblickte. „Vermutlich, Dumbledore“, antwortete er so leise, dass Harry ihn beinahe nicht verstanden hätte, dabei war er nur wenige Meter entfernt. „Mr. Potter hat auf jeden Fall gegen die Regeln des Turnieres verstoßen, aber seine Geisel ein weiteres Mal in den See zu bringen, entspräche ebenfalls nicht den Regeln. Regelkonform wäre es, Mr. Potter für die zweite Aufgabe zu disqualifizieren.“

Karkaroff und Maxime setzten zum Protest an, aber Dumbledore gebot ihnen zu schweigen. „Eine gewisse Missachtung der Regeln ist Jahrhunderte alte Tradition des Trimagischen Turnieres, wie bestimmt auch meine Kollegen wissen.“ Dumbledores hellblaue Augen funkelten. „Wäre eine Disqualifikation für dich akzeptabel, Harry?“

Harry tauschte einen Blick mit Daphne, die sich noch enger an ihn ran drückte. „Was interessiert uns schon dieses dumme Turnier…“, kommentierte sie. Harry stimmte ihr zu.

„Einverstanden“, erwiderte er. „Und nun möchte ich Sie alle höflichst bitten, zu verschwinden. Ich muss meine Freundin aus ihren nassen Kleidern holen. Dobby, kannst du bitte Daphnes Ersatzkleider bringen?“

Verlegen entfernten sich die vier Richter, während Dobby mit einem Knall verschwand und Pomfrey in der hinteren Hälfe des Zelts herumpolterte. Damit hatten Harry und Daphne endlich ihre Ruhe.

Glücklich vergrub Harry sein Gesicht in Daphnes Haaren, roch ihren berauschenden Duft, fühlte sich heil und geborgen. Die Zeit seiner Folter war vorbei, nun, da er seine Seelengefährtin wieder in den Armen hielt.

Nur noch eine weitere Aufgabe mussten sie überstehen, dann wäre dieses verdammte Turnier endlich vorbei. Dann noch ein Schuljahr bis zu ihren ZAGs. Und dann, dann könnten sie Hogwarts und Britannien endlich den Rücken kehren, um niemals wieder zurückzukommen. Das verdammte Ministerium hätte dann keine Macht mehr über sie, sie wären endlich frei und Herren ihres eigenen Schicksals. Sie würden eine Lösung für Fawkes Seele und Daphnes Unfruchtbarkeit finden, sie würden weit wegziehen, irgendwo an die Küste, wo sie in Frieden leben könnten. Sie würden eine Familie gründen und bis ans Ende aller Zeiten zusammen sein.

„Das wäre so schön“, seufzte Daphne wohlig auf. „Ich kann es gar nicht mehr abwarten!“

„Ich auch, Daph, ich auch.“

„Ich liebe dich, Harry.“

„Und ich liebe dich, meine Daphne, bis zum Mond und wieder zurück.“





Nächstes Kapitel: Verletzte Vögel

Vorschau:

Ja darauf bedacht, von niemandem gesehen zu werden, schlich sich Severus von der johlenden Menge fort, Crouch hinter sich herziehend. Er hatte so lange gewartet, bis auch Potter im Irrgarten verschwunden war, doch jetzt durfte er nicht länger zögern.

Er hoffte nur, dass ihm Lily vergeben würde; das war das einzige, was ihm nunmehr noch übrig blieb. Alle Vorkehrungen waren getroffen. Potters Schicksal war besiegelt; er würde heute Nacht sterben, daran gab es keinen Zweifel. Die Geschichte der magischen Welt würde sich heute für immer verändern, und sie würde mit Blut geschrieben sein.





AN:

Habt ihr das Gefühl, dass sich Harry verändert hat?

Die Vorschau ist übrigens auch der Einstieg ins nächste Kapitel ^^
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