Familie

GeschichteFamilie / P12
Dr. Anja Licht Franz Hubert Johannes Staller OC (Own Character)
17.01.2020
05.10.2020
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17.01.2020 643
 
Hubert und Staller waren gerade auf einen Kaffee bei Sabrina Rattlinger vorgefahren, als Sonja sich meldete: ,,Jungs, wir haben einen Autounfall zwischen Wolfratshausen und Münsing. Ich habe auch schon Anja verständigt. Es gibt wohl mehrere Tote. Fahrt ihr hin?“ ,,Alles kloar“, seufzte Hubsi, der Kaffee ließ wohl noch auf sich warten.
Am Unfallort angekommen waren Anja, die Feuerwehr und ein Rettungswagen bereits eingetroffen. Das Auto war auf die Fahrerseite gekippt und war gegen einen Baum gekracht. Unter drei Tüchern lagen die Leichen und im Rettungswagen saß eine junge Frau, fast noch ein Mädchen. Als erstes gingen die beiden Polizisten zu Anja, die gerade aus dem Rettungswagen stieg. ,,Servus“, begrüßte sie die beiden, ,,die Doten san die Eltern und die jüngere Schwester des Madls. Sie hatte fei Glück, dass sie nur mit einer Platzwund davon gkommen ist. Sie ist wirklich an ganz Süße.“ Das Mädchen, sie hieß Pia, erzählte Hubsi sehr gefasst, dass ihr Vater einem Tier ausweichen wollte und dabei von der Straße abgekommen war. Staller, der draußen wartete rief: ,,Host du denn Verwandte, die wir benachrichtigen müssan?“ Pia verneinte, sie hatte außer ihren Eltern niemanden mehr gehabt und nun war sie allein. Sie fing bitterlich an zu weinen. Anja, die die ganze Zeit neben ihr gestanden hatte, scheuchte Hubsi nun endgültig aus dem Krankenwagen, nahm das Mädchen in den Arm und wiegte es sanft hin und her. ,,Shhh“, flüsterte sie. Pia lehnte sich an sie und beruhigte sich ein wenig. Der Notarzt trat nun an die Tür und sagte: ,,Wir müssen sie jetzt ins Krankenhaus bringen. Nur zur Überwachung.“ Anja stieg aus und der Rettungswagen fuhr davon. Hubsi grinste sie an. ,,Du mogst sie, oder“, fragte er. ,,Ja“, antwortete die Pathologin leise. Mehr sagte sie nicht. Sie hätte gerne Kinder gehabt, aber sie hatte nach Hubsi nie den passenden Mann gefunden und nun war sie in ihren Augen zu alt dafür. Sie wollte an den beiden vorbeigehen, doch Hubsi hielt sie fest. Er nahm ihr die Koffer ab und lief in Richtung ihres Autos. Plötzlich blieb er stehen. ,,Alles okay“, fragte er sie sanft, als er die Tränen in ihren Augen sah. ,,Stell dir do mal vor, du bist 14, verlierst deine Eltern und bist allein“, antwortete sie, ,,i überleg, ob ich Pia frog, ob sie zu mir ziehen will. Mei Haus ist groß gnug für zwoa und gnug Geld hab i au.“ Hubsi nahm sie in den Arm, ,,An deiner Stelle würd i sie frogn. Aber no net jetzt. Lass ihr no ein wenig Zeit, um sich zu beruhigen.“ Anja machte sich aus seiner Umarmung los.  Diese Nähe brachte sie durcheinander. ,,Okay, danke für dein Rat“, murmelte sie und stieg in ihr Auto. Auch Hubsi stieg in den Streifenwagen. ,,Und“, fragte Staller, nachdem sie eine Zeit lang geschwiegen hatten, ,,dei Anja mog des Madel, oder net?“ Doch Hubsi hörte ihn nicht. Er dachte über Anja nach. Ja, er liebte sie. Er hatte sie immer geliebt. Er schreckte erst auf, als Hansi ihm mit der Hand vor dem Gesicht herumwedelte. ,,Hallo, mir san doa. Kimmst mit nei“, fragte er ihn. Seufzend stieg auch Hubsi aus und betrat das Revier. In seinem Büro fing er an den Bericht zu schreiben, doch er konnte sich nicht wirklich konzentrieren. Nachdem er das sich das tausendste Mal vertippt hatte und laut fluchte erbarmte Hansi sich und bot an den Bericht fertig zu schreiben. Dankbar, dass sein Kollege nun den Bericht schrieb, nahm Hubsi nun sein Handy in die Hand und suchte aus seinen Fotos Anjas und sein gemeinsames Hochzeitsfoto heraus. Er betrachtete es lächelnd. Dabei fiel sein Blick zufällig auf die Uhrzeit und er sagte zum eifrig tippenden Hansi: ,,Mer hoaben seit zehn Minuten Feierabend. Wenns di net stört geh i jetzt hoam.“  ,,Wart i kimm fei mit“, antwortete Staller, speicherte den Bericht, nahm Mütze und Jacke und folgte Hubsi aus dem Revier.