Inside Out

GeschichteDrama, Thriller / P18
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
17.01.2020
22.01.2020
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Durch mein eigenen Hustanfall schnellte ich wie ein Springmesser nach oben und hustete meinen Schleim, wie Monate alten Staub aus meinen Lungen direkt in die Atemmaske, die mich scheinbar mit Sauerstoff versorgte. Mein Puls war auf hundertachtzig, mein Kreislauf war komplett durcheinander und ich befürchtete eine Panikattacke, weil ich nicht wusste, wo genau ich mich befand. Ich umgaben Geräte, wie in meinem Krankenhaus, die meine Vitalwerte kontrollierten, jedoch fühlte es sich nicht an wie in einem normalen Krankenhaus. Das Bett war steinhart und die Decke sowie Kissen waren kaum vorhanden, eigentlich könnte man behaupten, dass ich in einem Leichentuch gehüllt wurde und die Maschinen nur an mir angeschlossen waren, um auf Nummer sicher zu gehen, sollte dennoch an leben sein.
Fliesen waren im ganzen Raum verteilt, keine Fenster, ich betone, keine Fenster… Keine Türen, die den Anschein machten hier in dieses Zimmer blicken zu können nur ein riesiger Spiegel, der an der gegenüberliegenden Wand angebracht wurde. Ich konnte mir nicht helfen, aber der Raum kam mehr stark bekannt vor aus meinem Schulausflug in die Labore von Cyberlife, vergleichbar mit unseren Krematorien oder Chirugenräume.
Wer in dieser Situation, in diesem Alter noch ruhige Nerven haben konnte, ist unnormal! Ich riss alle Kabellagen, die in und an meinem Körper verankert waren. Das ich dabei ein nervtötendes Geräusch auslöste, was einem lauten Tinitus glich, fing ich an die Kabel der Geräte aus den Wänden zu reizen und sie zum Schweigen zu bringen. Ich versuchte mich zu beruhigen und drückte mir die Atemmaske ins Gesicht und atmete mehrere Male intensiv den reinen Sauerstoff ein und spürte, wie langsam sich alles zu regulieren began. Erst jetzt spürte ich das zittern meiner Beine und wie ich langsam zurück auf die Pritsche sank, auf der ich noch vor wenigen Minuten lag. Ich hielt mir den Kopf und sah mich ein zweites Mal mit etwas geklärten Verstand in diesem Raum um, dennoch half es mir nicht weiter. Es hätte jeder Raum, in jedem Gebäude in sonst welcher Stadt oder Land sein können. Ich bin zwar der Meinung, dass ich mich immer noch in Detroit befand, aber ich hatte keinerlei Beweise daran… Ich konnte nur von hier verschwinden und glaubt mir, wenn ihr euch an einem Ort aufhaltet, der so aussieht, wie dieser, dann entscheidet euch immer für das Wegrennen bzw. Das Abhauen. Aus reiner Intelligenz heraus, würde ich freiwillig niemanden über den Weg laufen oder mit jemanden reden. Denkt immer dran, draußen könnte ein Serienkiller hocken und nur auf den Moment warten, dass ihr ihn auffordert euch aufzuschneiden während ihr alles mitbekommt!
Tut mir Leid ich kann recht melodramatisch werden, wenn ich unter Stress stehe.
Ein gutes schien meine Situation schon zu haben, wenn man das überhaupt so sagen könnte… Jedenfalls meinte ich damit, ich konnte feststellen, dass es sich nicht ums Cyberlifelabor zu handeln. Woran ich das erkannte? Erstens es würde mindestens ein Android in der Nähe sein, um meine Vitalwerte zu dokumentieren, zweitens sind keine Kameras in diesem Zimmer angebracht und drittens waren die Türen nicht Passwortgeschützt. Es hatte schon was solche Ausflüge in der Schulzeit durchzunehmen!
Ich öffnete vorsichtig die Türen hinter denen mein „Zimmer“ lag und spähte raus auf dem Flur. Scheinbar eine Kellerebene von irgendeinem Gebäude… sagte ich doch Krematorium…
Es war auch nicht gerade Vorteilhaft in diesem OP-Hemd durch die Gänge zu schleichen, aber was sollte ich machen? Ich erhoffte mir so schnell wie möglich an irgendwelchen Klamotten heran zu kommen und wenn es ein zu weites Tshirt wäre und eine komische alte Jogginghose, aber es würde für den ersten Augenblick reichen, um einfach zu verschwinden.
Ich streifte durch die Gänge, leise und behutsam und ohne dran zu denken den Aufzug zu benutzen. Das Risiko war mir doch zu hoch irgendwem über den Weg zu laufen, der mich sofort erkennen könnte. Zu meinem Bedauern waren die schweren Türen, die zum Treppenhaus führten, so ungeölt, dass ich echt dachte, das Quitschen dröhnte durch das gesamte Gebäude. Ich sah zu, dass ich voran kam, sonst erhöhte ich das Risiko umso mehr, dass mich wirklich jemand hier fand.
In der ersten Etage drangen schon viele Stimmen hinter der Tür an mein Ohr, es hörte sich an wie ein Krankenhaus. Ich drückte die Türe leicht auf und Blickte erneut die Flure entlang. Ärzte und Schwestern rannten ohne mir die nötige Aufmerksamkeit zu schenken an mir vorüber, zu meinem Glück. Ich huschte mit dem nächstbesten Putzandoriden, der an mir vorbei lief, mit und versteckte mich in einer Umkleide, wo die Ärzte ihre Uniformen und privaten Klamotten verstauten. Ich durchsuchte die Schränke mit den Uniformen der Frauen, zu meinem Glück hatten sie auch bequeme Klamotten für die Übergangsschichten hier zur Auswahl.
Ich nahm die erstbeste Größe, die nach meiner Vermutung meine war. Als 16 Jährige hatte ich stehts eine S getragen, ich war relativ klein und recht sportlich auf Tour. Naja wer später Arzt oder Technikerin oder Polizistin werden möchte, sollte schon fit bleiben.
Doch es passte nicht… Es war alles zu klein. Ärmel und Hosenlänge fielen viel zu kurz aus und die Strickjacke bekam ich nicht zu weil meine Hüfte scheinbar breiter war, als ich sie in Erinnerung hatte und selbst, wenn blieb der Reizverschluss an meinen Brüsten hängen?! Seit wann habe ich sowas?!!!
Ich spürte wieder, wie sich eine Panikattacke anbahnte. Ich versuchte mich zu beruhigen, zog mir eine Größe größer an und redete mir ein, dass die Klamotten einfach zu klein ausfielen, kann ja alles sein.
Ich zog mir die Kapuze ins Gesicht und verschwand aus dem Raum bevor mich jemand dort erwischte. Ich drang mich vor bis zur Empfangshalle. Der Eingang war keine fünf Schritte von mir entfernt und ich konnte endlich wieder nach Hause. Ich hatte nicht mal einen Plan, warum und wie ich hier gelandet bin, aber umso mehr freute ich mich auf meinen Vater ihn wieder zu sehen und diese Situation endlich wieder einen Sinn geben könnte.
Jedoch zogen mich die Nachrichten in den Bann. Der Fernseher war auf Stumm gestellt, doch ich erkannte meinen Vater in den Nachrichten und die Überschrift verunsicherte mich. „Traumatisches Schicksal für den berühmten Hank Anderson“, ich bat die Empfangsdame, den Ton bitte einzuschalten und was ich hörte schockierte mich nicht nur sondern zog mir den kompletten Boden unter den Füßen weg.
„Nun sind es mittlerweile neun Jahre auf den Tag genau, dass unser angesehener Lieutenant Hank Anderson seine Familie verlor. Wie dieses Unglück sich ereignet hatte und warum es ausgerechnet Hank Anderson traf bleibt rätselhaft. Dennoch …“
Neun Jahre?! Familie verloren?!! Mich strapazierten diese Informationen ich konnte nicht damit umgehen. Nach dieser Aussage wäre ich jetzt 25 Jahre!! Neun Jahre im Koma gelegen oder was?!
Aus Angst vor lauter Reizüberflutung gleich unter den Anwesenden eine Panikattacke zu erleiden, flüchtete ich aus dem Krankenhaus den verregneten Horizont entgegen ohne zu wissen, welches Ziel ich anstrebte… Denn nach den Nachrichten wurde ich scheinbar für Tod erklärt, ich hatte somit kein Leben…