Love of my life

GeschichteDrama, Romanze / P18
15.01.2020
17.03.2020
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Hallo zusammen,

bin total überrascht, dass es kaum FF zu Henry Cavill gibt, dass sollte definitiv geändert werden.
Seit einigen Wochen geistert schon diese FF in meinem Kopf herum.
Kurz vor Weg, noch einmal zur Erinnerung, diese Geschichte ist reine Fiktion und entspringt allein meinen Gedanken.

Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße

eure Christmasbell

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Kapitel 1
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Schon seit fünf Minuten stand sie mit ihren Füßen im Wasser. Die Kühle tat ihr gut, denn ihre Beine taten, noch von dem ausgiebigen Wandern des vergangenen Tages, weh. Die Insel war noch ruhig, denn die Sonne war noch nicht aufgegangen. Tief atmete sie die salzige Luft in ihre Lungen. Nur das Zwitschern der Vögel und das kontinuierlich Rauschen der Wellen, die immer wieder ihre Füße umspielten. Der Himmel wurde in sanftes Rot getaucht als die Sonne hinterm Horizont aufging.
Ihre Haare tanzten im Wind um ihren Kopf herum und versperrten ihr immer wieder die Sicht auf das Meer. Obwohl alles so schön war hier und sie sich wohlfühlte, hatte sie seit dem sie wach geworden war, ein mulmiges Gefühl in ihrer Magengegend.

„Zoey, was machst du denn hier?“, wurde sie gefragt, so plötzlich, dass sie zusammenzuckte.

„Heather, ich bin seit einer Woche hier. Musste einfach mal raus aus London.“, antwortete sie der Frau die in Sportkleidung neben ihr am Strand stand.

„Warum hast du dich nicht gemeldet. Wollen wir uns nachher zum Frühstück treffen?“, wollte die Brünette wissen.

„Ich denke, dass lässt sich machen.“, lächelte Zoey während sie ihre Haare hinter die Ohren schob.

„In zwei Stunden bei dir im Hotel und dann bringst du mich auf den neusten Stand, bitte.“, forderte die Brünette sie auf.

„Okay, ich muss ja auch noch zurück laufen. Ich übernachte im Longueville Manor, brauchte etwas Ruhe.“, informierte sie ihre Freundin.

„Da übernachtet mein Schwager ab und zu auch, wenn er Ruhe braucht. Aber oft ist er bei seinen Eltern, wenn er hier ist. Ich komme dann bald nach, muss mich nur umziehen gehen und Charlie Bescheid geben.“, entgegnete Heather ihr und sah wie die Blonde nach ihren Ballerinas griff.

Zoey sah Heather noch hinterher, bevor sie sich selber wieder in Bewegung setzte. Mit ihr hatte sie nicht gerechnet gehabt, da sie alleine sein wollte. Selbst ihrem besten Freund hatte sie nur erzählt, dass sie Urlaub machen wollte. Nur für Notfälle hatte sie ihm mitgeteilt, in welchem Hotel sie sich befand. Der Sand zwischen ihren Zehen störte etwas in den Ballerinas, ließ sich jedoch aushalten. Im Hotel war inzwischen mehr zum Leben erwacht. Mit flinken Schritten eilte Zoey auf ihr Zimmer. Unter fließenden Wasser in der Badewanne entfernte sie die restlichen Sandkörner. Danach schlüpfe sie in ihre flachen dunkelblauen Slingback Sandalen. Mit ihren Fingern zupfte sie ihr von Wind verwehte Haar etwas zu recht. Griff nach ihrem Laptop, dem dunkelgrünen Notizbuch mit den filigranen goldenen Muster. Ihr Handy lag in dem Notizbuch, falls sie es doch einmal brauchen sollte. Aber mit einem Anruf rechnete sie so wieso nicht, da sie selbst ihrem besten Freund darum gebeten hatte nur in dringenden Notfällen anzurufen. Nur deswegen wusste er auch in welchen Hotel sie sich aufhielt.
Da Zoey noch etwas Zeit hatte bis Heather zu ihr ins Hotel kam zum Frühstücken, beschloss sie etwas an ihrem Manuskript zu arbeiten. In vier Wochen musste sie es abgeben und sie tat sich mit dem Schluss und dem Titel immer noch schwer. Genervt seufzte sie, griff nach dem Tee.
Aus dem Augenwinkel konnte sie sehen wie Heather den Raum betrat.

„Am Arbeiten. Na komm schon hör auf.“, bat die Brünette sie und selbstverständlich hörte Zoey auf zu schreiben.

„Ich muss in vier Wochen abgeben und ich mache mir Sorgen wegen dem Schluss. Irgendwie fällt mir nicht das Richtige ein, außer halte, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Aber es ist nun mal kein Märchen.“, erklärte die Blonde es ihrer Freundin.
„Soll ich vielleicht mal drüber lesen? Natürlich nur wenn ich darf?“, schlug es ihre Freundin vor.

„Vielleicht. Wahrscheinlich bin ich einfach nur zur sehr abgelenkt.“, brummte sie in ihren nicht vorhandenen Bart.

„Was ist den los?“, wollte Heather nun von ihr wissen, denn sie sah sie wirklich besorgt an.

„Meine Eltern haben John für Tod erklären lassen, vor drei Wochen. Ich kann ja verstehen, dass sie diesen Schlussstrich für sich brauchen, damit sie weiter machen können. Aber, ich kann nicht glauben, dass mein großer Bruder tot ist. Es mag kindisch sein, aber ich will nur noch einmal hören wie er zu mir sagt, meine kleine Prinzessin.“, kam es recht traurig über ihre Lippen, denn ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen.

„Nicht dein Ernst! Irgendwie kann ich es ja verstehen, aber sie nehmen dir damit doch jegliche Hoffnung.“, kam es schon fast entsetzt über die Lippen ihrer Freundin.

„Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und ich gebe garantiert nicht auf.“, antwortete die Blonde ihr noch und schob sich etwas von dem Obstsalat in den Mund.

Das Gespräch wanderte nun für einige Zeit zu normalen Themen, währenddessen verspeisten sie den Obstsalat. Der Kellner brachte das restliche Frühstück und hinter ihm kam eine Frau von der Rezeption.

„Ms Winter, würden sie mir bitte ins Büro folgen. Wir haben einen sehr wichtigen Anruf für sie erhalten.“, wurde sie von der älteren Dame gebeten.

„Ja. Ich bin gleich wieder da, du kannst sonst gerne in die Notizen schauen.“, wandte sie sich noch einmal an ihre Freundin.

Langsam erhob sie sich von ihrem Stuhl und folgte der Frau durch den Raum. Ihr Herz wurde immer schwerer. Tat weh bei jedem Schlag. Obwohl sie keine Absätze an hatte, hörte sie jeden ihrer Schritte auf dem Boden. Das sonst so gemütliche kleine Hotel sah auf einmal so bedrückend aus. Jedoch wusste, sie ganz genau, dass es normalerweise nie so wirkte. Im Empfangsbereich standen zwei Männer, die wohl eincheckten. Bis Zoey Charlie erkannte, der mit jemand anderen hier war. Gerade als Charlie sie ansprechen wollte hielt die Frau von der Rezeption ihr die Tür hinter dem Tresen auf.

Nachdem sie ihr den Hörer gereicht hatte, verließ sie den Raum wieder.

„Hallo?“, wisperte sie fragend ins Telefon.

„Zoey, ich bin es Mark. Da du nicht an das Handy gehst, rufe ich dich jetzt an. Die Polizei hatte versucht dich zu erreichen.“, fing ihr bester Freund an zu reden.

„Was ist passiert?“, krächzte Zoey in den Hörer.

„Deine Eltern hatten einen schweren Unfall mit deiner Schwester zusammen. Heute am sehr frühen Morgen gab es einen großen Unfall mit über sechs Autos. Ich weiß gar nicht so recht wie ich es dir sagen soll. Deine Eltern waren sofort tot. Susi hat es nicht lebend ins Krankenhaus geschafft.“, Mark versuchte es irgendwie so vorsichtig wie nur möglich es ihr zu sagen, jedoch gab es keine Möglichkeit es zu beschönigen.

Ihr Herz vergaß zu schlagen und ihr wurde ganz flau im Magen. Mit der freien Hand vor ihre Mund versuchte sie das Schluchzen zu unterdrücken.

„Bist du noch dran. Du musst so schnell du kannst zurück nach London kommen.“, drang es noch einmal an ihre Ohren.

Doch Zoey konnte ihm einfach nicht antworten, selbst wenn sie es gewollt hatte. Ihr Gefühl am Morgen hatte sich also wirklich nicht getäuscht, so sehr sie es auch gehofft hatte. Es fühlte sich an, als würde sie fast ersticken. Unaufhörlich rannen ihr die Tränen über die Wangen. So konnte sie auf gar keinen Fall unter Heathers Augen treten. Doch konnte ihre Freundin auf keinen Fall dort alleine sitzen lassen. Ihr Herz tat immer noch weh, wie konnte das passieren? Jetzt war sie wirklich alleine.  Alleine. So sehr sie auch hoffte ihren Bruder wieder zu sehen, konnte ihr noch keiner sagen ob sie ihren Bruder jemals wiedersehen würde.
Ein Schritt nach dem Anderen ging sie auf die Tür zu. Ihre Hand zitterte beim berühren der Türklinke. Stimmen kamen ihr entgegen aber sie richtig wahr nahm sie diese nicht. Immer wieder wischte sich die Blonde die Tränen von der Wange, die ihre Spuren auf ihrem Make-up hinterließen. Spuren davon wie sehr ihr Herz gerade gebrochen wurde. Am liebsten wäre sie stehen geblieben, denn an dem Tisch an dem sie mit ihrer Freundin gesessen hatte, hatten sich zwei weitere Personen dazugesellt. Charlie war sicherlich am Tisch, denn sie hatte ihn vor dem Telefonat noch gesehen aber den anderen Mann kannte sie nicht.

„Heather, ich…..,ich. Es tut mir leid.“, wisperte Zoey und sah nicht auf immer nur auf den Boden oder auf die Tischplatte, vor der sie zum Stehen kam.

„Was ist passiert? Sieh mich an.“, bat Heather sie, denn sie hatte bemerkt wie etwas von der Nasenspitze von Zoey auf den Tisch getropft war.

Warm legte sich die Hand von ihr auf die ihre, was Zoey aufsehen ließ.

„Sie sind alle gestorben, heute.“, wisperte sie, verschränkte ihre Finger so sehr, dass ihre Knochen unter der Haut hervortrat.

Heather oder Charlie sie konnte keineswegs feststellen, wer zu erst seine Arme um ihren bebenden Körper legte. Nur das es sich so anfühlte. Sie drückten fast zu fest denn ihr blieb langsam die Luft weg. Zum ersten Mal versiegten ihre Tränen und ihr Blick wurde wieder klarer.

„Es tut uns so leid.“, kam es an beide Ohren gleichzeitig bei ihr an.

„Wenn du irgendwas brauchst, melde dich bitte und nicht erst wieder wenn du vorne und hinteren nicht mehr weiter weißt.“, bat Charlie sie, nachdem er und seine Frau die Blonde wieder losgelassen hatte.

„Oder ich komme vorbei, wenn ich wieder in London bin.“, schlug Heather ihr vor.

„Bin gerade frisch umgezogen. Ich will nicht unhöflich sein aber...“, fing Zoey an ihrer Freundin zu antworten.

„Du wärst jetzt lieber alleine. Schon in Ordnung. Warte deine Sachen.“, die Brünette ergriff das Wort, reichte ihr den Laptop mit ihrem Notizbuch und ihrem Handy.

Den Laptop klemmte sie sich mit dem Notizbuch zusammen hochkant vor die Brust.

„Es tut mir wirklich leid.“, entschuldigte sie sich in die Runde und konnte zum ersten Mal den Mann sehen, der neben Charlie saß. Irgendwo hatte sie ihn schon mal gesehen, aber da konnte sie sich auch irren.


Als sie am Abend in London wieder angekommen war, hatte sie immer noch diesen Mann im Kopf, der ihr kaum hörbar sein Beileid bekundet hatte. Sie hatten nicht einmal die Chance gehabt, sich einander vorzustellen. Hoffentlich hatte sie keinen schlechten Eindruck hinterlassen, darüber hatte sie gegrübelt, was ihr eine willkommene Ablenkung war. Das Taxi hielt vor ihrem Haus, so schnell war sie schon ewig nicht mehr nach Hause gekommen. Oder lag es einfach nur daran, dass es mitten in der Woche und inzwischen weit nach Mitternacht war. Zoey bezahlte den Fahrer und stieg mit ihrem kleinen Koffer aus dem Taxi aus. Der August war nun bald vorüber und bald würde eine ihrer Lieblingsjahreszeiten kommen. Ganz genau genommen waren es der Herbst und Winter. Schon immer hatte sie sich in diesen Jahreszeiten am Wohlsten gefühlt. Wahrscheinlich lag es auch an den Umständen, dass sie im Winter nie von dem Winterblues erwischt wurde. Der Herbst mit seinen bunten Blättern, das knacken der Äste unter ihren Füßen, wenn sie spazieren ging. Die kühler werdende Luft, der Nebel, der sich über die Stadt legte, alles hatte irgendwie seinen Reiz auf sie gehabt. Trotzdem konnte der Gedanke sie daran nicht wirklich erheitern. Mit der linken Hand öffnete sie das schwarze Tor, trat hindurch um es wieder zu schließen. Schleppend ging sie den Weg entlang, der Rasen hatte die letzten warmen Tage in London auch gut überstanden, zumindest konnte sie es von dem sagen, was sie in der Dunkelheit erkennen konnte.
Schwer fiel die Haustür ins Schloss, flink schloss sie die Tür ab und ließ sie dann gegen die Tür sinken. Bis jetzt hatte sie es geschafft keine einzige weitere Träne zu vergießen. Sie hatte heute sicherlich genügend fremde Menschen damit verstört. Doch jetzt brach einfach alles aus ihr hervor. Nachdem sich die Blonde wieder etwas beruhigt hatte, stieg sie die Treppe empor in den dritten Stock, in das alte Zimmer wo sie früher als Kind immer bei ihrer Oma übernachtet hatte. Hier stand nicht mehr viel nur ihr altes Bett, für dieses war sie inzwischen zu groß geworden war. Jedoch legte sie sich dort nieder. Hier hatte sie sich immer sicher gefühlt. Als sie vor einen Jahr erfahren hatte, dass ihre Oma ihr das Haus vermacht hatte, konnte sie es kaum glauben. Eigentlich hatte sie gedacht gehabt, dass ihr Vater und sein Bruder das Haus erben würden. Sicherlich hätten sie es verkauft gehabt. Zum Glück für sie war es so nicht gekommen. Ihre Großmutter hatte ausführlich im Testament darauf bestanden, dass sie es bekam, da sie das Haus immer so sehr geliebt hatte und den Wert des Hauses wirklich verstand. Bei dem Gedanke an ihre Oma, musste sie an das Gute Nacht Lied denken, was ihr immer vorsang, wenn sie nicht einschlafen konnte. Auch wenn sie schon dreißig war, summte sie nun die Melodie von twinkle twinkle little star.
Tief sank sie in den Schlaf und träumte nicht einen einzigen Traum. Was ihr sehr recht kam, denn sie wollte nicht weiter darüber nachdenken, denn sie musste es in den nächsten Tagen genug machen.
In den nächsten Tagen musste sie so viel regeln, dass sie das Klingeln ihres Handy regelrecht hasste. Inzwischen war es lautlos und sie konnte endlich etwas durch atmen. Die Beerdigung hatte ihr sehr zu schaffen gemacht. Trotzdem musste sie am nächsten noch etwas erledigen.

„Du musst was essen!“, bat ihr bester Freund ihr, der mit ihr zusammen in ihr Elternhaus gegangen war.

„Mark, ich habe absolut keinen Hunger.“, antwortete sie ihm und sah ihn nicht einmal an.

Sie ging noch einmal durch das Haus welches morgen leer geräumt werden sollte von der Maklerfirma. Normalerweise kümmerten sie sich nicht darum aber Zoey schien wohl den Eindruck hinterlassen zu haben, dass sie Hilfe benötigte. Trotzdem war sie dankbar dafür, müsste sie sich um alles selber kümmern, würde ihr Gefühlskostüm total überlastet sein. Zoey war nur hier um die letzten wichtigen Gegenstände zu holen. Klar verstand sie, dass Mark besorgt war um sie, denn seit gut eineinhalb Wochen hatte sie nicht wirklich etwas gegessen. Jedoch bekam sie bei dem Gedanken an Essen, immer sofort Magenschmerzen. Das Zimmer ihrer Schwester war ordentlich verwüstet worden. Anscheint hatte sie bevor sie mit ihren Eltern weggefahren war, etwas gesucht. Ihre Schwester war ein Nachzügler. Mit ihr hatten ihre Eltern nicht gerechnet. Susi war in diesem Jahr erst 20 Jahre alt geworden, studiert Marketing und Kunst. Diese Kombination hatte ihre Eltern nicht aus der Bahn geworfen, bei ihr war es ganz anders gewesen. Wochenlang hing der Haussegen schief, weil sie erst den Bachelor und dann den Master in Kreativen Schreiben in Bath an der Bath Spa University studiert hatte. Das Schreiben lag ihr schon immer sehr, im Teenageralter hatte sie in der Schule bei einer Projektarbeit einen ersten Kurzroman geschrieben. Von dort an hatten ihre Lehrer sie weiterhin in diese Richtung unterstützt gehabt, hatten sogar Empfehlungen geschrieben, damit sie besser Chancen an den Universitäten hatte. Seit dem letzten Buch hatte sich alles geändert, seitdem hatte sie sich einen Namen in der Literaturbranche gemacht. Nie hatte sie damit gerechnet, einen Besteller zu schreiben. In all dieser Zeit seit dem sie schrieb, fielen ihr immer wieder neue Dinge ein über die sie schreiben konnte. Da ihr letztes Manuskript nun beim Verlag lag, konnte sie sich auf ihr nächstes Projekt konzentrieren.
Kurz ließ sie sich auf das Bett ihrer Schwester nieder, noch immer konnte sie nicht glauben, dass es alles wahr sein sollte. So langsam kam es bei ihr an, nie und nimmer hatte sie sich dieses vorstellen können.

„Willst du nicht so langsam gehen, bevor du wieder in Tränen ausbrichst?“, wollte ihr bester Freund wissen.

„Ja, ich denke, dass sollte ich.“, erwiderte sie es ihm, erhob sich von dem Bett und sah sich ein letztes mal um.

Auf der kleinen Anrichte auf dem Flur hatte sie schon das Stammbuch ihrer Eltern gelegt gehabt und auch die beiden Fotoalben, die sie behalten wollte. Einige Erinnerungen wollte sie unbedingt behalten.

„Gib mir den Schlüssel ich bringe ihn weg, dann kannst du nach Hause gehen. Ich verstehe nur nicht warum deine Eltern wollten, dass du sofort das Haus abstößt.“, fragte Mark nach, denn es war ihm schleierhaft, wieso.

Normalerweise ließ man sich damit doch Zeit. Zoey wollte nicht wirklich darüber reden. Denn für sie war das ganze Testament, was sie am nächsten Tag nach dem Tod, von dem Anwalt von ihren Eltern offenbart bekommen hatte, merk würdig. John stand nicht einmal mehr in diesem, ihre Eltern hatten ihn also wirklich aufgegeben gehabt. Das Haus sollte sofort verkauft werden um den Restkredit damit abzubezahlen und denn Rest sollten sich die beiden Geschwister teilen. Doch Susi war mit ihren Eltern gestorben. Kaum liebe Worte waren in diesem Testament. Eigentlich hatte sie von ihren Eltern erwartet, ein paar liebe Worte für sie zu hinterlassen, da sie sonst immer so darauf bedacht waren. Keinesfalls hatte sie mit so etwas gerechnet. Da war das Testament ihrer Großmutter netter gewesen. Sie hatte ihr sogar einen Abschiedsbrief hinterlassen, der ihr Mut machen sollte.

Im Moment fehlte ihr jeglichen Mut, denn sie war im Grunde genommen wütend und traurig darüber, ganz alleine zu sein. Sie hielt alle auf Abstand, selbst ihren besten Freund, der sonst immer in der Lage war sie wieder aufzumuntern. Mit Absicht machte sie es nicht, es geschah einfach aus Reflex. Es gab im Grunde niemanden, der ihr den Halt geben konnte im Moment, denn sie so sehr brauchte. Mark hatte sie nur zu Hause abgesetzt, denn er wollte auch nicht zu aufdringlich sein. Zoey wusste genau, dass David diesen Charakterzug an seinem Freund und ihrem besten Freund sehr schätzte, denn auch er brauchte ab und zu seine Ruhe. Still empfing das Haus sie, welches eigentlich für sie alleine viel zu groß war. Eine Treppe führte hinunter, in den Bereich, wo früher das Arbeitszimmer von ihrem Opa war, dieses wollte sie weiterhin als dieses benutzen, denn von hier aus konnte sie in den Garten schauen. Normalerweise würde sie auf eine Mauer sehen aber durch die Jahre war sie gut mit Kletterpflanzen zugewachsen und somit hatte man das Gefühl in der Natur zu sein. Im vorderen Teil dieser Etage befand sich das Gästezimmer mit einer kleinen Küche und einem Bad. Dieses wurde nur mit einen sehr kleinen Flur vom restlichen Haus getrennt. Wenn die Gäste länger weg blieben hatten sie von Außen die Möglichkeit selber in diesen Bereich zu kommen. Ein kleine Treppe führte vom Garten hinunter. Die Eingangstür dazu befand sich direkt unterhalb des Haupteinganges. Auf der Hochparterre wo sie sich im Moment befand, bestand aus der großen Küche und einem Esszimmer. Im ersten Stock wurde das Wohnzimmer angesiedelt und in der zweiten Etage befand sich das große Badezimmer und dass Schlafzimmer. Ganz oben befanden sich halt die Kinderzimmer in denen sie früher als Kind oft geschlafen hatte.

Ihre Füße zog sie aus den Pumps, den Blazer ließ sie achtlos auf der kleinen Bank bei der Garderobe fallen. Es war alles was sie in Schwarz besaß. Normalerweise trug sie schwarz gelegentlich nur als Unterwäsche. Für die Beerdigung hatte sie sich etwas von einer Freundin geliehen gehabt. In ihren Augen wollte sie kein Geld dafür ausgeben, was sie danach nie wieder anziehen würde. Die Modernisierung hatte dem Haus gut getan und vereinzelt hatte Zoey Details angebracht, die sie von ihrer Oma schon früher erhalten hatte. Der Große vergoldete Spiegel mit den Schnörkeln passte perfekt zu der hellgrauen Wand an der er hing. Unter ihm stand eine Kommode auf denen sie Kerzen gestellt hatte und am Spiegel selber hatte sie Bilder befestigt von Freunden mit denen sie schöne Momente verbracht hatte. Dort hatte sie auch ihr Handy liegen gelassen, welches unaufhörlich blinkte. Sie nahm es in die Hand und betätigte den Knopf an der Seite. Schon wieder über 15 verpasste Anrufe und weit über 30 ungelesene Nachrichten. Zoey wusste genau, wer ihr geschrieben hatte oder versucht hatte sie zu erreichen.
Ihr Instagramaccount hatte sich gemeldet und sie drückte auf den Button ihrer Handydisplays. Sie wurde verlinkt. David, der sich darum kümmert ob alle Verträge richtig aufgesetzt waren. Hatte ein Statement abgeben in ihrem Namen.

<Wir bitten um ihr Verständnis, Ms Winter wird sich einige Zeit lang aus familiäreren Gründen zurückziehen. Um ihre inzwischen gestellten Fragen zu beantworten. Ms Winters neues Buch wird voraussichtlich im November erscheinen. Vielen Dank für ihr Verständnis. David Summers, Anwalt.>

Sie hätte David küssen können dafür, weil er daran gedacht hatte. Dabei hatte sie ihn darum gar nicht gebeten. Musste sie sich bei ihm dafür jetzt noch bedanken? Mit den Fingern tippte sie wieder auf ihre normalen Feeds und stellte dabei fest, dass sie neue Follower hatte. Beim Durchscrollen blieb sie an etwas hängen, was ihr vorher gar nicht aufgefallen war. Kurz tippte sie auf die Person und sah auf das Bild. Da waren sie wieder dieselben Augen. Was war das gerade, was sie spürte? Sie konnte es keineswegs richtig einordnen. Schließlich war sie immer noch traurig. Mit einen Fingertipp schloss sie Instagram einfach wieder. Traute sich kaum ihr Whatsapp zu öffnen.

Heather, Charlie und einige mehr hatten ihr geschrieben, aber der Großteil kam von Heather und Charlie schließlich hatten sie hautnah mitbekommen wie sehr damit zu kämpfen hatte.

<Es geht mir soweit gut. Ich brauche einfach noch etwas Zeit. Schade, dass die Renovierungsarbeiten schon um sind, ich hätte jetzt gerne die Wand eingerissen.>, tippte sie in den Nachrichtenverlauf.

<Gott sei Dank. Mach ja nichts waghalsiges. Ich gebe sofort Charlie Bescheid, dass du dich gemeldet hast. Wenn du reden willst, du weißt ich bin für dich da.>, kam in Rekordzeit zurück.

<Ich weiß es zu schätzen, es fällt mir schwerer als ich gedacht hätte. Mark war bis jetzt nicht einmal bei mir im Haus, weil ich ihn unbeabsichtigt auf Abstand halte. Wie euch allen. Warum bin ich nur so schlecht darin. Es tut mir so leid.>, antwortete sie ihr doch ausführlicher als gedacht.

<Es ist alles gut. Nimm dir so viel Zeit du brauchst. Brauchst du denn sonst irgendetwas?>, erkundigte sich Heather bei ihr über ihre Nachricht.

<Nichts.>, tippte sie auf den Display.


Nach einigen Wochen blickte Zoey auf den Kalender es war inzwischen schon Mitte September und sie befand, dass es endlich wieder an der Zeit war, das Haus endlich wieder zu verlassen. Die frische Luft füllte ihre Lungen vollständig. Seit einem Tag konnte sie wieder ohne Magenschmerzen essen, weswegen sie auf den Weg in den Park an einem Bäcker anhielt und sich ein belegtes Brötchen und einen großen Becher Kaffee holte. Ihre schwarze skinny Jeans saß etwas locker am Hosenbund, weswegen sie seit langem mal wieder zu einem Gürtel greifen musste. Ihr großer braunorangen Strickpullover umhüllte sehr geschickt wie dünn sie geworden war in den letzten Wochen. Es waren schließlich fast vier Wochen vergangen seitdem sie erfahren hatte, dass ihre Familie gestorben war. Ihre Füße steckten in ihren brauen Brogues mit einem Blockabsatz. Leicht hinterließen sie klackende Geräusche auf den Gehwegen, bis sie im Park angekommen war. Statt sich auf irgendeine Bank zu setzen suchte sie sich einen schönen großen Baum, dessen Blätter ganz langsam schon die Farbe änderten. An den großen, dicken Baumstamm setzte sie sich und genoss wie die Sonne durch die Blätter fiel und nur ab und zu ihr Gesicht liebkoste, mit seiner Wärme.
Langsam zog sie ihre Tüte mit dem Brötchen aus ihrer großen Tote bag aus Lederimitat. Kurz darauf zog sie ihr Handy aus der Selbigen und öffnete das Display.

<Sind seit gestern wieder zurück in London, was machst du heute? Kann ich dich vielleicht besuchen? Vielleicht hast du Lust zusammen etwas zu Kochen. Weiß jedoch nicht ob Charlie mitkommen möchte, der wollte sich eigentlich mit seinem Bruder treffen, bevor er wieder einige Wochen nicht da ist. Melde dich kurz. Bräuchte ja noch deine Adresse außer South Kensington weiß absolut nicht wo genau du abgeblieben bist.>, hatte ihr Heather geschrieben.

<Hi Heather, ich glaube so langsam könnte ich wieder Menschen um mich herum gebrauchen. Was ist den mit deinem Sohn, sonst kannst du ihn ja mitbringen, wenn Charlie nicht kann.>, antwortete sie ihr erst noch, bevor sie endlich in ihr Brötchen biss.

So versteckt sie hier saß konnte sie genau sehen wie die zwei Männer abwechselnd einen Ball warfen, dem ein schwarzweißer Hund gezielt folgte und sich auspowerte. Lächelnd sah sie dem Schauspiel einige Zeit zu bevor sie sich dann vom Boden erhob. Mit ihren Händen strich sie sich über den Po um eventuelle Blätter von diesem zu entfernen. Ihren Kaffee hatte sie bis jetzt noch nicht angerührt gehabt, doch dieses folgte nun. Nur mit drei Mal an die Lippen gelegt hatte sie den Kaffee geleert. Überrascht von sich selber sah sie auf den Kaffeebecher in ihrer Hand. Das Vibrieren in ihrer freien Hand ließ sie wieder auf das Handy blicken.

<Er machte seine erste Übernachtungsparty. Mama muss sich ablenken. Charlie meinte wir sollten ihn einplanen und vielleicht, wenn es dich nicht stört, seinen Bruder auch.>, kam es von Heather zurück.

Zoey war sich nicht sicher ob sie es für gut halten sollte. Aber sie wollte auch nicht absagen, denn sie hatte ihr ja schon zugesagt. Also stimmte sie dem zu. Warum eigentlich auch nicht zu dritt wäre immer einer übrig. Kurz erschrak sie als plötzlich ein recht großer Hund neben ihr vorbei rannte. Erst dann bemerkte sie den Ball, der fast am Baumstamm lag. Erst sah der Hund sie an und rannte erst nachdem er gerufen wurde wieder an ihr vorbei zu seinem Herrchen. Mit der Hand griff sie nach dem Ast, der soweit herunterhing, dass sie nicht einfach an ihn vorbeigehen konnte. Vielleicht hätte sie es bleiben lassen sollen, denn ihr kam ein kleiner Ball entgegengeflogen. Wie aus Reflex ging sie in die Hocke, doch da blieb sie nicht lange, denn sie verlor das Gleichgewicht, da sie fast umgerannt wurde von dem Hund, den sie eben schon gesehen hatte. Mit ihrem Po prallte Zoey unsanft auf den Boden. Dazu kam, dass die Sonne sie leicht blendete für einen Moment.

„Alles in Ordnung mit ihnen?“, erklang eine warme tiefe Stimme und im nächsten Moment sah sie wie man ihr eine Hand entgegen reichte.

„Ja, danke.“, entgegnete sie dem Mann, nachdem sie sich wieder aufgerichtet hatte.

Langsam hob sie ihren Kopf, dass konnte doch nicht wirklich sein. Da stand der Mann vor ihr, denn sie an dem Tag gesehen hatte als für sie die ganze Welt zusammenbrach. Noch immer lag ihre Hand in der seinen und während sich ihre Blicke trafen, fing es an in ihrem Körper zu kribbeln.

„Alles okay hier, Henry? Oh Zoey.“, kam eine weitere Stimme dazu und dann erschien Charlie neben dem Mann.

„Charlie.“, stellte sie überrascht fest und ließ automatisch die Hand von Henry los.

„Ich hatte gerade mit Heather gesprochen, wolltest du nicht….“, weiter kam Charlie nicht denn ihr Handy klingelte.

„Heather“, gab sie von sich als sie es hervorzog, „dir müssen dir Ohren geklingelt haben.“

„Ich bin fertig können wir uns jetzt schon treffen?“, fragte Heather sie sofort.

„Jetzt. Gib mir fünfzehn Minuten. Bin gleich zu Hause. Mach ja langsam.“, bat Zoey ihre Freundin und steckte das Handy zurück in ihre Handtasche, nachdem sie aufgelegt hatte.

„Sie hat Eddie schon abgesetzt, oder? Na dann lauf schon, wir sehen uns ja später.“, forderte Charlie sie auf.

„Bis nachher.“, antwortete sie ihnen und drehte sich um und lief flinken Schrittes zurück nach Hause.

Für einen kurzen Augenblick wagte sie den Blick nach hinten, denn sie hatte das Gefühl immer noch beobachtet zu werden. Tatsächlich sah der Mann ihr hinterher, er schien nicht einmal wegsehen zu wollen. Leicht lächelte sie, währenddessen drehte sie ihren Kopf wieder zurück denn sie musste sich wirklich beeilen. Auf dem Weg zurück, musste sie immer wieder daran denken, ob er eventuell genau dasselbe gespürt hatte. Schon beim Öffnen des Tors zu ihrem Haus, sah sie Heather, die auf den Stufen vor ihrer Haustür saß.

„Schöner Kranz, ich überlege schon die ganze Zeit wo du den gefunden hast.“, quasselte die Brünette sofort darauf los als Zoey in Hörweite war.

„Den habe ich selber gemacht.“, antwortete sie ihr und drückte ihre Freundin nachdem sie aufgestanden war.

„Du musst mir unbedingt zeigen wie das geht, bitte. Ich traue mich schon nicht mehr daran. Meine sind alle gekauft.“, bat Heather sie, doch verschlug es ihr die Sprache.
Zoey ließ sie erst einmal ankommen, denn sie selber zog ihre Schuhe erst einmal aus und stellte sie in den kleinen Schuhschrank, der neben der Garderobe stand und griff dann, nachdem sie sich umgedreht hatte, nach dem Haarband welches, auf der Kommode lag über dem der alte Spieler ihrer Oma hing. Kurz betrachtete sie die Bilder am Spiegel auf denen sie selber mit ihren Freunden zusehen war und auch ihrem Bruder. Von ihrer Oma steckte auf Augenhöhe am Rahmen fest. Auf dem Bild saß sie mit ihrer Oma im Kinderbett und lauschte ihr dabei wie sie ihr aus dem Kinderbuch Winnie Pooh vorlas.

„Darf ich mich umsehen gehen?“, fragte Heather fast ehrfürchtig.

„Nur zu, ich bin in der Küche.“, erwiderte sie ihr und nahm ihre Jacke ab.

Erst dann ging sie in die Küche, wo Heather stand und sich alles an sah. Zoey sah auf das Telefon in seiner Station. Der Anrufbeantworter blinkte.

<Erste Nachricht: Zoey, kannst du mir aushelfen? Meine Schwester wollte doch die Torte für Emma machen zum fünften Geburtstag, doch ist sie nun Krank und kann keine Torte backen. Du weißt, dass ich zwei linke Hände. Es muss nichts aufwendiges sein.> ihr Nachbarin von gegenüber hatte Probleme.

<Zweite Nachricht: Ms Winter, hier ihr ehemaliger Professor. Ich möchte Ihnen mein Beileid aussprechen. Trotz der Situation, wollte ich zumindest gefragt haben, ob sie zum jährlichen Termin wieder erscheinen möchten. Eine kurze Nachricht ihrerseits dies bezüglich würde mir schon reichen.>, daran hatte sie gar nicht gedacht. Im Oktober war sie meistens für zwei Tage in Bath um einen Einblick als Autorin zu geben für die neuen Studenten und Studentinnen.

Sie würde ihren Professor, am nächsten Tag anrufen. Doch jetzt musste sie gerade überlegen wie sie schnell eine Torte gebacken bekam. Die Böden mussten schließlich noch kalt werden. Heather schien wohl noch nicht fertig zu sein, weswegen sie anfing den Kuchenteig schnell in den Mixer zugeben. Die Böden hatte Zoey gerade in den Backofen geschoben, da tauchte Heather wieder in der Küche auf.

„Wow. Mehr fällt mir einfach nicht ein. Ich möchte einziehen.“, stammelte ihre Freundin als sie versuchte zu reflektieren wie sie das Haus fand.

„Ich glaub Charlie hat da was gegen. Du darfst aber sehr gerne wieder herkommen.“, entgegnete sie  ihr während sie anfing ihre Öl, Kräuter und andere Gewürze in einer großen Schüssel zu mischen.

„Was machst du da eigentlich im Backofen, dass ist doch noch nichts das Abendessen, oder?“, erkundigte sich Heather bei ihr.

„Nein, dass ich Kuchen, den muss ich gleich auch noch auskühlen lassen. Hoffentlich schaffe ich es noch vorher. Möchtest du mir helfen. Die Kartoffeln müssen gewaschen werden.“, forderte Zoey ihre Freundin auf.

„Klar, wofür ist denn der Kuchen?“, fragte die Brünette, die angefangen hatte die Kartoffeln zu waschen.

„Emma von Gegenüber wird fünf und ihre Tante ist krank geworden, die die Torte machen wollte. Ich tue Susan den Gefallen, da sie mich mit Essen in den vergangen Wochen versorgt hatte. Gestern war der Lieferant vom Lebensmittelgeschäft da und hat meine Vorräte wieder aufgefüllt. Heute war ich das erste Mal wieder richtig draußen, davor war ich maximal im Garten.“, informierte Zoey ihre Freundin.

„Wie geht es dir denn inzwischen?“

Aus dem Augenwinkel sah die Blonde zu der Brünetten, denn diese Frage hatte sie seit Wochen nicht mehr ehrlich beantwortet. Während sie zum Schrank ging um etwas nachzusehen, versuchte sie darauf wirklich wahrheitsgemäß zu antworten: „Heute geht es mir gut. Vor zwei Tagen nicht. Es ist ein auf und ab. Obwohl die Aufs langsam wieder mehr werden. Sag mal Charlie würde mir nicht zufälliger Weise goldene Lebensmittelfarbe besorgen?“

„Ich frage ihn gleich mal. Wofür brauchst du, dass denn?“, wollte die Brünette wissen.

„Der Fondant muss angemalt werden. Susan holte die Torte morgen früh ab.“, gab Zoey von sich und holte die Kuchen raus, packte alles zusammen und stellte es geschützt unter einer Haube auf den Tisch draußen auf dem Balkon, damit der Kuchen schneller auskühlte.

Dann kümmerten sie sich weiter um das Abendessen damit es in der Ofen konnte. In der Zwischenzeit hatten Heather mit ihrem Mann geschrieben, Zoey die ersten Cremes für de Torte fertig gemacht und wollte gleich die Nächste machen und bat deswegen ihre Freundin, die Böden wieder rein zu holen.

„Danke, das ist lieb von dir.“, bedankte sich die Blonde bei ihr und sah auf.

„Meinst du es klappt alles so wie du dir das vorgestellt hast?“, wollte Heather sicherheitshalber wissen.

„Wird knapp, aber das Anmalen muss gleich aber noch sein. Dann verschwindet die Torte im Kühlschrank und alles ist geritzt.“, gab Zoey von sich.

Mit Erleichterung stellte sie fest, dass sie es wirklich fast geschafft, die Augen hatte sie perfekt aus schwarzen Fondant ausgeschnitten und auf dem weißen Fondant befestigt. Es klingelte an der Tür. Zoey sah wie Heather aus der Küche ging um die Tür zu öffnen. Stimmen drangen stumpf zu ihr durch, weswegen ihr Herz für einen Moment stehen blieb. Ihre Finger steckten gerade die Ohren in den Kuchen und sie ging leicht in die Hocke um zusehen ob die Ohren parallel zu einander stehen. Noch beim Nachjustieren der Ohren, bemerkte sie wie die Küche immer voller wurde.

„Das war gar nicht so leicht die Lebensmittelfarbe zu bekommen.“, teilte Charlie es ihr mit und stellte den kleinen Behälter auf die Kücheninsel neben ihr.

„Tut mir leid, dass mach ich wieder gut.“, versprach sie es ihm und sah dann auf.

Da war er also wieder und stand auf der anderen Seite der Kücheninsel. Ihre Gefühlen spielten verrückt, dabei stand er doch nur da. Sein Pullover spannte über seinen Armen etwas.

„Für wen ist den die Torte?“, erkundigte sich Charlie bei ihr.

„Emma wird fünf morgen und ihre Tante ist krank geworden. Also spring ich schnell ein, kein Bäcker würde jetzt noch eine Torte backen. Bin auch gleich fertig.“, während sie sprach hatte sie die bunten Buttercreme eine wilde Mähne gezaubert.
Mit einen Pinsel malte sie Horn in Gold an und steckte es in die Mitte. Zum Schluss verteilte essbaren goldenen Glitzer auf der Mähne des Einhorns.
„Darf ich ihm alles zeigen?“, Heather zeigte auf ihren Mann, bevor sie Zoey erwartungsvoll ansah, diese nickte schließlich.

Noch während sie die Tüten in den Mülleimer schmiss, verschwanden Heather und Charlie aus der Küche. Schon war sie mit dem Bruder von Charlie alleine in der Küche. In die Spüle legte sie die Spritzaufsätze, danach musste sie nur noch die Torte in den Kühlschrank. Mit ihren Fingern griff sie nach der Tortenplatten.

„Könnten sie mir den Kühlschrank öffnen?“, fragte Zoey den großen Mann, der in der Küchen geblieben war.

Wie selbstverständlich half er ihr. Irgendwie war ihr nicht ganz wohl, denn sie wusste nicht genau wie sie sich verhalten sollte. Doch auch er schien nicht wirklich zu wissen ob er was sagen sollte. Oder ob er überhaupt etwas sagen sollte. Bis jetzt hatten sie bei de noch kein Wort wirklich mit einander gewechselt.

„Danke“, bedankte sich Zoey bei ihm und sah ihn an, ihre Nervosität versuchte sie zu verstecken, denn es war ihr immer noch unangenehm, dass er sie damals so verweint gesehen hatte.

„Ihnen ist wirklich nichts passiert vorhin?“, erkundigte sich der Mann mit der wohligen warmen Stimme.

„Alles in Ordnung. Ich sollte mich wohl entschuldigen, dass ich jedes Mal weglaufe, wenn ich sie sehe.“, versuchte die zierliche Blonde das Gespräch nicht gleich wieder im Keim zu ersticken.

„Schon in Ordnung, sie hatten ja einiges zu verkraften. Vorhin haben sie es ja nicht entschieden, da kam mein Bruder mit der Entscheidung zuvor.“, sprach er ganz sanft.

Dieses Siezen passte ihr gerade nicht wirklich. Sie kam sich dann immer so alt vor, dabei war sie dieses Jahr erst Dreißig geworden.

„Zoey!“, rief Charlie irgendwo aus dem Haus.

„Ja! Was ist denn?“, rief sie zurück.

„Ich glaub du hast ein Zimmer vergessen.“, kam es zurück über die Treppe.

„Nein.“, rief sie zurück, verzog kurz das Gesicht, bei der Erinnerung, weswegen sie das Zimmer nicht renoviert hatte.

Für einen Moment glaubte sie in dem Gesicht von ihrem Gegenüber zu erkennen, dass er gesehen hatte wie ihre Stimmung für einen Augenblick getrübt wurde. Dieser Schmerz hatte nicht wirklich viel damit zu tun, was in den letzten Wochen gewesen war. Viel mehr damit, dass sie ihren Bruder schrecklich vermisste. Seufzend griff sie sich mit den Händen in den Nacken und sah von ihrem Gegenüber weg. Mit drei Schritten war sie am Backofen und öffnete die Klappe. Das Essen war fertig.

„Kann ich ihnen helfen Ms Winter?“, fragte der mit Muskeln bepackte Mann.

„Zoey und du reicht vollkommen. Ms Winter hör ich in vier Wochen pausenlos von den neuen Studenten.“, entgegnete sie ihm und zog das Blech heraus und stellte es auf ihrem Herd ab, ehe sie zu ihm sah.
Seine hellen Zähne blitzen kurz auf als er lächelte. Hatte er gehört, dass sie so nicht gerne genannt wurde.

„Also Zoey, kann ich dir helfen? Henry reicht bei mir ebenfalls.“, lächelte er sie an.

„Vielleicht dafür Sorgen, dass die Beiden runterkommen. Das wäre echt lieb.“, gab sie ebenfalls leicht lächelnd von sich.

Sie bekam mit wie sich Henry in Bewegung setzte als sie nach der Auflaufform griff um sie neben das Blech zu stellen. Mit Schwung flog die Tür vom Backofen wieder zu ihre Hände zog sie aus den Küchenhandschuhen. Flink griff sie nach den Tellern, die sie vorhin schon neben dem Herd aufgestellt hatte. Gerade als sie anfing das Essen auf die Teller zu legen, hörte sie Schritte näher kommen.

„Sie kommen sofort.“, hörte sie die Stimme von Henry erneut in ihrer Küche.

Beim letzten überbackenen Hähnchenbrustfilet rutschte das Handtuch an der Seite der Auflaufform weg und sie berührte die heiße Form.

„Fuck.“, nuschelte sie und schob wenige Sekunden später den Zeigefinger ihrer rechten Hand in den Mund.

Der Pfannenwender landete in der Auflaufform, schon drehte sie sich um und lief rüber auf die andere Seite der Küche zum Waschbecken. Nachdem das kalte Wasser lief zog sie den Finger aus dem Mund und ließ das Wasser über ihn laufen.

„Zeig mal her.“, bat der große Mann sie und sah wie sie den Wasserhahn wieder schloss und ihm wirklich ihren Finger zeigte.
Die Haut war inzwischen rot geworden und etwas geschwollen. Langsam fing es an pochend zu schmerzen. Doch das nahm sie nur schemenhaft wahr, da ihre Hand immer noch in der von Henry lag.

„Hast du Pflaster hier?“, wollte der muskulöse Mann von ihr wissen.

„In der Schublade dort drüben.“, antwortete sie ihm und sah an ihm leicht vorbei, damit er ihrem Blick folgen konnte.

Nur für ein paar Sekunden ließ er ihre Hand los und wandte sich der Schublade zu und holte ein Pflaster hervor. Dann berührten seine Finger wieder ihre Hand und dann vorsichtig ihren Finger beim Versorgen. Danach ließ Henry ihr nicht die Chance weiter die Teller zu befüllen, dass übernahm er jetzt und sie konnte ihm nur die Teller anreichen.

Charlie und Heather tauchten erst wieder auf als sie schon dabei waren die Teller auf den Tisch im Esszimmer zu stellen. Zoeys Blick wanderte auf die kleine Schachtel in den Händen von Heather.

„Wo hast du die her?“, erkundigte sich die Blonde, den in der Schachtel waren auch Bilder, die niemand sehen sollte.

„Lag oben auf der Kommode im Flur. Das hier ist ganz süß.“, zeigte dabei wie sie zu ihrem vierten Geburtstag als Prinzessin verkleidet war.

Zoey spürte wie die Hitze in ihrem Körper aufstieg und ihr Wangen leicht anfingen zu glühen. Es war ihr durchaus peinlich. Sie kannte Henry noch nicht einmal zwei Stunden und Heather verhielt sich wie immer und schnüffelte in ihren Bildern herum. Wenn sie alleine gewesen wären, hätte sie auch nichts dagegen gehabt.

„Leg sie weg, bitte.“, bat Zoey ihre Freundin, die den Karton immer noch in den Händen hielt.

Heather tat endlich das, worum sie sie gebeten hatte. Die Schachtel stand inzwischen auf dem Kaminsims im Esszimmer. Erst dann setzten sich alle an die Tisch.

„Wie weit seit ihr gekommen?“, fragte Zoey nach bei Charlie.

„Unten waren wir noch nicht.“, kam es von Heather.

„Da müsst ihr auch nicht unbedingt hin. Ist noch etwas chaotisch, vom Arbeiten. Überall kleben Post its herum, weil ich noch nicht weiß wo ich die Notizen einordnen soll.“, antwortete sie ihm und hoffte wirklich sehr, dass sie nicht doch runter gehen wollten.

„Bei deinem Vorletzten Buch waren deine Notizen geordnet in drei DinA4 Büchern geschrieben und davor lag auch alles verteilt und du hast und trotzdem reingelassen.“, fiel Charlie seiner Frau ins Wort.

„Ich hatte schon verloren, oder?“, erkundigte sie sich bei ihm.

„Du hast einem ja seit einem Jahr nicht gesagt, warum du wissen wolltest, ob du die Wanne so wegreißen kannst, ohne dass ein Fachmann kommen muss. Ich will gar nicht wissen was du hier alles selber gemacht hast, bevor du dir helfen lasse hast.“, redete Charlie auf sie ein.

„Naja dann sag ich besser mal nichts. Obwohl die vom Fach wirklich nichts zu meckern hatten. Unter Anweisung bekomme ich auch den Boden inzwischen verlegt.“, berichtete sie ihm.

„Welches Zimmer hast du verlegt?“, wollte er dann doch lieber wissen.

„Schlafzimmer.“, antwortete sie ihm und sah dann von ihrem Teller auf.

Da Henry ihr gegenüber saß konnte sie nicht umhin als erstes in seine Augen zu sehen, bevor sie seinen Bruder an sah. Irgendwas in seinen Augen hielt sie länger gefangen als sie es eigentlich gewollt hatte. Aus ihren Händen legte sie das Besteck bei Seite, griff nach dem Glas Wein und wartete darauf, was Charlie sagen würde.

„Der sah perfekt aus. Das muss ich mir gleich noch mal ansehen.“, meinte er nur.

Ein leichtes Lächeln konnte sie sich nicht verkneifen, schließlich hatte sie sich oft genug bei der ganzen Aktion die Finger verstaucht oder andere kleine Verletzungen zugezogen. Da sie jedoch so wütend war, kam ihr die Renovierung sehr recht.

„Tue dir keinen Zwang an, dann kannst du die Bilder wieder mit hochnehmen.“, wies sie ihn daraufhin.

„Wie kommst du eigentlich zu diesem Haus? Du hattest nie erzählt das du aus der deiner alten Wohnung raus wolltest?“, fragte Heather nach.

„Das habe ich gar nicht selber entschieden. Es war die Entscheidung meiner Oma. Das Haus hatte ihr vorher gehört, sie hatte es mir vermacht. Deswegen ist ganz oben das Zimmer noch nicht fertig. Es war mein Zimmer, wenn ich hier war und ich war oft hier.“, antwortete sie ihr.

„An der Tür steht immer noch kleine Prinzessin.“, kam es über Charlies Lippen.

„Ja ich weiß.“, antwortete sie knapp und bemerkte wie Charlie von seiner Frau unterm Tisch getreten worden war.

Schon zum zweiten Mal an diesem Abend sprach Charlie das Zimmer an und ihr Herz vergaß, dass sie unter Beobachtung stand und man in ihren Augen ablesen konnte, dass das Thema schmerzhaft behaftet war. Zoey zog ihre Finger vom Stiel des Weinglases, welches sie wieder hingestellt hatte.

„Entschuldigt mich bitte.“, bat sie ohne jedoch auf eine Antwort zu warten, erhob sie sich vom Tisch und lief an Henry vorbei und anschließend flink die Treppe nach unten. Auch wenn Zoey gerade noch mitbekam, wie Heather ihren Mann liebevoll einen Idioten bezeichnete, konnte sie nicht am Tisch bleiben. Außerdem hätte das Bedeutet, dass man die Träne sehen würde, die ihr still über die Wange ran. Mit ihren Fingern fuhr sie sich über die Wangen, um fest zustellen, dass doch mehr Tränen über ihre Wangen liefen. Eine Stufe knarrte, jemand kam die Treppe herunter.

„Heather nicht jetzt.“, wisperte sie und sah weiterhin raus aus der Fenstertür während sie sich mit der Schulter an der Kante der Wand anlehnt.
Die Stufe knarrte nicht noch einmal, was wohl bedeutete, dass sie immer noch nicht alleine war. Dann fielen ihre Post its auf dem Tisch wieder ein, der vor der Couch stand. Gerade als sie sich umdrehen wollte, hörte sie die tiefe Stimme, die ihr einen Schauer über den Rücken schickte: „ Zoey.“

„Hm,“ brummte sie nur leicht und drehte sich um.

Henry stand viel näher als sie es gedacht hatte. Erst als er die Träne an ihrer Wange weggewischt hatte, sah sie ihm ins Gesicht. Ohne irgendwas zu sagen oder zu fragen, legte er seine Arme um sie. Wie von selbst legten sich ihre Arme um seine Mitte. Ruhe. Endlich kehrte Ruhe in ihrer Gedankenwelt ein. Wie er das mit der bloßen Umarmung schaffen konnte, war ihr schleierhaft. Doch die Blonde wollte es gar nicht hinterfragen. Ein weiteres Gefühl erwachte in ihr, was sie nicht genauer wahr nehmen konnte, weil sie schon wieder die Stufe hörte.

„Süße?“, jetzt war es definitiv Heather.

„Ja.“, kam es nur recht knapp über ihre Lippen, nachdem sie Henry losgelassen hatte.

„Ich muss mich entschuldigen, Charlie kann nichts dafür. Als du so plötzlich auf und davon warst, hatte ich vergessen ihm zu sagen, wieso du überhaupt auf Jersey warst. Ihn über John zu informieren ging einfach unter, weil du dich einfach nicht gemeldet hast, obwohl du die Nachrichten gelesen hattest.“, fing Heather an zu erklären.

„Es war einfach zu viel, erst John und dann der Rest.“, murmelte die Blonde, während sie sich mit einer Hand über ihren Arm fuhr. Mit ihren Zähnen biss sie sich auf die Unterlippe, denn die Ruhe wich wieder aus ihrem Körper. Den Blick von der Seite merkte sie genau und ihre Finger gruben sich in ihren Arm inzwischen.

„Ich wünschte, dass ich dir versprechen könnte, dass dein Bruder gefunden wird. Aber die Hoffnung gebe ich nicht auf, so lange du sie nicht aufgibst.“, versuchte die Brünette, ihre Freundin aufzumuntern, zumindest ein wenig.

„Ich gebe bestimmt nicht auf.“, gab sie von sich so stark sie es nur konnte.

„Es besteht zumindest die Möglichkeit. Die zehn Jahre sind noch nicht um und selbst nach dieser Zeit tauchen noch viele wieder auf.“, pflichtete Charlie bei.

Heather hatte sich inzwischen auf der Couch niedergelassen. Zoey war klar gewesen, dass sie darüber hatte reden müssen, was ihr auf dem Herzen lag. Aber sie hatte nicht erwartet, jemanden ihr  völlig Fremden zu erzählen worum es sich handelte. Es ergab sich einfach so. Henry ließ sie nicht einem Moment aus den Augen, seit dem er sie los gelassen hatte. Vielleicht täuschte es auch nur. Wobei sie sich jedoch sicher war, dass sie in seinen Armen vorhin zum ersten Mal zur Ruhe kommen konnte. Diese Ruhe fehlte ihr jetzt schon. Am liebsten wäre sie zurück in seine Arme gekrochen, nachdem sie sich alle auf die Couch gesetzt hatten. Entspannen konnte sie sich nicht, denn die Post its auf dem Couchtisch, verrieten viel zu viel. Mit ihren Fingern zog sie einen nach dem Anderen ab um Heather nicht noch mehr bemerken zu lassen. Ihre Ideen hatte sie immer wieder mit Datum und Uhrzeit versehen. Womit man ihre Tage etwas nachvollziehen konnte.

„Du kannst sie ruhig liegen lassen.“, meinte Charlie, doch Zoey hörte erst auf, nachdem sie die Post its allesamt in dem Notizbuch verschwinden lassen konnte.

Ein Gähnen entwich ihr, dabei hatte sie sich gerade an die Couch angelehnt. Irgendwann sollte sich Müdigkeit bemerkbar machen, wenn man seit Wochen nicht richtig schlief. Ihre Augen wurden immer schwerer während sie zuhörte, wie Charlie etwas erklärte. Doch siegte der Schlaf über sie.

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