Memories

von AngelHawk
GeschichteAllgemein / P12
Duncan MacLeod Richie Ryan
15.01.2020
15.01.2020
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Quietschend bremste das Motorrad vor der Bluesbar. Duncan MacLeod hatte schon längst gespürt, dass ein Unsterblicher auf der Maschine saß. Dennoch hatte er das Schwert nicht gezogen. Zu gut kannte er die Silhouette und auch den riskanten Fahrstil. Und wirklich, wenige Herzschläge nach dem Bremsmanöver umarmte er seinen Freund Richie Ryan. Und auch wenn er ewig jung aussehend bleiben würde, da er viel zu früh zu einem Unsterblichen wurde, wirkte der Junge reifer, als noch vor Monaten.
„Schön, dass du wieder da bist, Richie.“
„Finde ich auch, Mac.“ Sie betraten die Bar. Auch Joe Dawson und Adam Pierson begrüßten Richie erfreut.
„Leute, ich freue mich ja auch, euch zu sehen, aber tut doch bitte nicht so, als hätten wir uns seit einem Jahrhundert oder so nicht mehr gesehen. Ich war doch gerade mal sechs Monate weg.“ Er lachte sein typisches jungenhaftes Lachen. Joe stellte Bierflaschen vor sie hin.
„Auch wenn es nur sechs Monate waren, Richie, so sei doch herzlich willkommen zu Hause. Und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.“
„Auch von mir herzlichen Glückwunsch, mein Freund.“Duncan schlug seinem Schüler, der mehr wie ein Sohn für ihn war, auf die Schulter.
„Danke. Und ich hätte nie gedacht, dass du mich einmal als deinen Freund bezeichnest. Zumindest nicht, als wir uns kennenlernten.“
„Wie war das eigentlich? Ihr habt es mir nie erzählt.“ Methos nahm eine handvoll Erdnüsse und spülte mit Bier nach.
„Willst du Mac, oder soll ich?“ Ein Lachen schwang bei der Erinnerung in Richies Stimme mit.
„Mach du ruhig. Ich kann ja ergänzen, wenn etwas fehlt.“
„Ich war siebzehn, fast achtzehn. Ein Dieb, und, auch wenn es arrogant klingt, eigentlich kein schlechter. Ich lebte schon länger auf der Straße, kam gut zurecht. Und das Antiquitätengeschäft hat mich schon länger gereizt. Ich habe es beobachtet, wusste also, dass das Betreiberpaar darüber wohnte. Aber ich hatte ja vor leise zu sein. Also einen Glasschneider geschnappt und rein da. Waren auch einige nette Sachen. Sachen, die bestimmt Geld gebracht hätten. Und dann kommt Mac mit gezücktem Schwert die Treppe runter und ich dachte schon upps, falscher Film. Aber er schien sich nicht daran zu stören, dass ich ihn beklauen wollte. Er sprach sofort von töten und Kopf abschlagen. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Ich meine, umgebracht werden, weil ich ein bisschen Silber klauen wollte?“
„Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich einen Unsterblichen spürte und Richie mitten im Laden mit einem meiner Schwerter stand. Seine Worte gingen in Richtung >>Stell dich endlich<<“ Doch auch Duncan grinste bei der Erinnerung.
„Ich bot also an, dass ich die Polizei rufe, mich selber stelle. Und plötzlich geht das Oberlicht zu Bruch und ein Typ mit Maske stürzt rein. Ebenfalls mit Schwert.“
„Slan Quince“, warf Duncan ein. Joe Dawson, der Beobachter nickte. Er hatte den finalen Kampf zwischen Connor und, nachdem dieser ins Wasser gestürzt war, Duncan und Slan gesehen.
„Ja, er stellte sich vor. Aber, da er auch direkt von köpfen sprach, war mir der Name recht egal. Ich wollte nur noch weg. Und zu allem Überfluss tauchte dann auch noch ein dritter Typ mit Schwert auf, der sich in den noch nicht begonnenen Kampf einmischte, Connor. Nachdem also die Aufmerksamkeit nicht mehr auf mir lag, nutzte ich die Chance und machte mich vom Acker.“
„Aber nicht ohne das Silber.“
„Hey, ich war nur wegen des Silbers da und nach dem Schock mit den Schwertern dachte ich, dass ich es mir wirklich verdient hätte. Dummerweise hat mich die Polizei erwischt.“
„Und natürlich erzählt er die Story von drei Schwertkämpfern mitten im Antiquitätenladen. Zum Glück glaubte ihm keiner.“
„Am nächsten Morgen kommt Mac zur Wache und bietet mir einen Deal an. Der aber eher nach Drohung klang. Ich halte die Klappe und lande daher nicht im Knast. Aber, ich war neugierig, was es mit den Schwertkämpfern auf sich hat und habe Mac und Connor immer wieder beobachtet. Wobei mir natürlich auffiel, dass beide wirklich gut mit Schwertern umgehen konnten. Aber noch immer habe ich es für einen seltsamen Spaß gehalten, den die da abziehen. Bis ich den Kampf auf der Brücke gesehen habe. Das wirkte alles andere als spaßig. Auch wenn ich es noch immer für Show hielt. Doch dann stürzte Connor von der Brücke und ich dachte nur: Verdammt, das ist ernst. Die bringen sich gegenseitig um.“
„Was ja vorher, als wir von köpfen sprachen nicht klar war.“ Mac stieß seinen ehemaligen Schüler an. Richie lachte.
„Stimmt. Als du Slan dann geköpft hast und ich die Erneuerung sah, war ich komplett von der Rolle. Du hast mich angesehen und ich dachte nur: Ich wäre der Nächste. Aber stattdessen springst du von der Brücke und fischt Connor wieder raus. Der trotz einem Messer in der Brust und einer Ewigkeit unter Wasser, lebte.“
„Gut, vor Connor und mich war es keine Überraschung. Für Richie damals umso mehr. Aber daher hab ich ihn auch unter meine Fittiche genommen.“
„Und darüber bin ich mehr als froh. Ohne dich“, Duncan unterbrach ihn.
„Schon gut., Richie. Ich habe es gerne getan und tue es auch jetzt gerne. Es tut mir auch leid, dass ich manchmal so streng zu dir war.“
„Nein, Mac. Es muss dir nicht leidtun. Du warst ja nur so streng, weil du mich auf das jetzt vorbereiten wolltest. Und du wolltest, dass ein guter Mensch aus mir wird. Ganz wie ein Vater.“ Richie sprach zum ersten Mal das aus, was er dachte, seit er versucht hatte etwas über seine Herkunft zu erfahren. Duncan war die Vaterfigur gewesen, nach der er, wenn auch unbewusst, sein ganzes Leben gesucht hat.
„Lasst uns trinken. Auf die Erinnerungen.“

In Erinnerung an Stan Kirsch (15.07.1968 - 11.01.2020)
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