Im Haus der Grasmücken

von curuvari
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
15.01.2020
15.01.2020
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Voranmerkung: Asija Shiranui gehört zu Aparuive, Aki ist mein Monster, Erwähnungen von Naruto-Charakteren können vorkommen, Erwähnungen von Märchenfiguren wird es definitiv geben. Eventuell taucht im Laufe der Geschichte noch der ein oder andere OC auf. Updates erfolgen an den Huldigt-Kira-Tagen (hoffentlich; ich entschuldige mich schon jetzt für Verspätungen, und für Ausfälle darf man mich dann gerne steinigen), also dem vierten und fünfzehnten Tag eines jeden Monats. ❀ Gehuldigt sei dir, Dødens Gudinne. ❀


Prolog

Tausende winzig kleiner Lichter tänzelten durch die Winterluft.
Kochend vor Wut kniff Asija die Augen zusammen und biss sich enttäuscht auf die Fingerknöchel, als die grellen Punkte ihr in das sonst so sichere Land hinter ihren geschlossenen Lidern folgten. An ihren Oberarmen pulsierten die Brandblasen, mit denen sie der Katon-Nutzer aus dem Reich der Flüsse verziert hatte, vor dem sie die Schriftrolle des fünften Kazekagen mit der Nachricht an die fünfte Hokage hatte beschützen müssen. Alleine. Tsunade Senju kannte ihre Shinobi zu gut, um Asija Shiranui, frischgebackene Tokubetsu-Jōnin hin oder her, ohne Begleitung eine Strecke von Konoha nach Suna zurücklegen zu lassen, wenn sie Gaaras Antwort vor Beginn des Weihnachtsfestes in den Händen halten wollte. Also hatte man Ensui Nara, seines Zeichens vollwertiger Jōnin und Mitglied einer der altehrwürdigsten Familien Konohas, losgeschickt, und ihm zur Verstärkung – aus Mangel besserer Optionen, da ein Großteil der Armee Konohas der alljährlichen Grippewelle erlegen war – Asija und einen weiteren beschäftigungslosen Ninja mitgegeben. Nara selbst hatte sich, nachdem sie das erste Drittel des Rückweges hinter sich gebracht hatten, mit der Entschuldigung davongemacht, Bekannten in einem der kleineren Dörfer an der Grenze zwischen Kawa und Kaze no Kuni einen vorweihnachtlichen Besuch abstatten zu wollen. Sie würden sich schon ohne ihn zurechtfinden, hatte er gesagt. Die Adventsstimmung hätte eine besänftigende Wirkung auf Bürger wie Soldat, hatte er gesagt. Konoha sei nur noch zwei Sikakalbssprünge entfernt, hatte er gesagt. Asija hatte das Vergnügen gehabt, ihre Akademiezeit mit einem Mitglied des Nara-Clans zu teilen, und so war sie nicht sonderlich verblüfft gewesen, dass man sich auch auf das Durchhaltevermögen seiner Verwandten nicht unbedingt verlassen sollte. Dass sich das dritte Mitglied ihres kurzlebigen Einsatzteams aber bei dem ersten Angriff mit dem Kommentar »ich wär’ dir sowieso im Weg« aus dem Staub machen würde, damit hatte sie beim besten Willen nicht gerechnet. Nun, vielleicht hätte sie es kommen sehen sollen. Es war durchaus keine Premiere. Immerhin hatte sie ihren Widersacher bald abschütteln können; flink war er nicht gewesen, und ein paar gezielte Schläge durch ihre Wasserdoppelgänger hatten ihn schnell zu Fall gebracht. Vorher hatte er sie allerdings mit seinem Flammenatem erwischt. Verfluchter Verräter! Jetzt, da sie die Nachricht bei Tsunade abgeliefert hatte, war sie wieder frei und bereit, die kleine Ratte zur Rede zu stellen, die sie so behänd abgewimmelt hatte. »Dämon!«, brüllte sie, sobald sie die dunkelblauen Bänder seines Stirnschutzes von den Ästen der Eichen baumeln sah, die sich an dem Hokageturm drängten. Er hatte nicht einmal versucht, sich vor ihr zu verstecken! Mutig. Töricht.
Sie musste sich zusammenreißen, um die Kontrolle über ihr Chakra wiederzuerlangen, doch schon beim zweiten Anlauf trugen ihre Beine sie bis zu der Astgabel hinauf, in der der verflixte Satansbraten hockte, gedankenverloren auf seinem Füllfederhalter herumkaute, das aufgeschlagene Notizbuch auf seinen angewinkelten Knien musterte und Asija geflissentlich ignorierte. »Du hinterlistige Kröte«, fauchte sie. »Du hast so ein unfassbares Glück, dass ich dich noch nicht erwürgt habe, aber glaub mir, du bewegst dich auf verdammt dünnem Eis. Denk ja nicht, dass ich dich für diese miese Aktion nicht verpfeifen werde! Zählt das als Hochverrat? Verrat ist es auf jeden Fall, und du machst dich lieber auf die Konsequenzen gefasst. Falls du je zum Chūnin aufsteigen wolltest, kannst du dir das jetzt ganz und gar abschminken. Wenn Ensui den Missionsbericht anfertigt, stelle ich sicher, dass deine Feigheit besonders in Worten gewürdigt wird.« Er reagierte nicht einmal. »Man, Akito, du hast wirklich Nerven, weißt du das?« Sie bebte vor Zorn und streckte die Hand nach ihm aus, um ihn wachzurütteln. Ihre Finger krallten sich in den Stoff seines schwarzen Kapuzenpullovers. Er drehte den Kopf, ohne sie wirklich anzublicken, und sie sah, wie sich seine Lippen bewegten. Dann sah sie nichts mehr.
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