Madame

KurzgeschichteTragödie / P12
15.01.2020
15.01.2020
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(2020)
Ihr gefiel ihre Lieblingsmütze nicht mehr. Die bunte Bommel machte sie kindisch kindlich. Lächerlich. Niemand wollte ein Kind als Freund. Niemand wollte die Ansichten eines Kindes hören. Niemand will Kind sein.
Also sie auch nicht. Sie mag die Mütze nicht und sie mag sich auch nicht.
"Deine Meinung, Madame!", schallte es.
Sie wusste es. Sie wusste, dass es eine Aufforderung war, der man strikt nicht nachgehen sollte.
Und doch begann sie zu reden. Zahlen, Figuren, Farben, sie tobten um sie herum und um so länger die sanfte Stimme säuselte, desto lauter und energischer wurde sie, der Sturm, das Gefühl des Vergnügens am absoluten Chaos.
Doch leises Wispern flüsterte ihr begierig in das viel zu große Ohr.
Sie, die stets Horchende, verstummte.
"So ist gut, Madame. Stumm, steif, starr, jaja".
Leeres Nicken mit unglaublicher Begierde.
zehn, 20, 30 Minuten. Sie hörte auf zu zählen. Sinnlos. Unreif.
Es klirrte wie der Aufprall eines Teelöffels auf schwarzen Mamor.
Nicht rennend, nein nein, stolzierend, Madame. Nicht verträumt, nein nein, konzentriert, Madame.
Sie verblasste, sah die Hand vor lauter Augen nicht.
Grün.
Aufprall.
Rot.
Die Bommel rollte über den gefrorenen Boden.
("Mach es gut, Mademoiselle.")

***
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Habt noch einen schönen Abend/Tag c:

Wuschel