Carpe Noctem

GeschichteRomanze, Übernatürlich / P12 Slash
GermanLetsPlay Paluten
14.01.2020
14.01.2020
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Liebster Vater,

Ich habe einen Hinweis bekommen, der wahrscheinlich alles ändern wird. Ich weiß, du bist nicht überzeugt von meinen Studien und ich sollte mir doch endlich was Festes suchen, mit dem ich auch Geld verdienen könnte. Aber lass mich dir eins sagen, Vater, wenn ich nicht jetzt dem nachgehe, dann nie. Und du weißt, wie sehr mein Herz für Abenteuer schlägt. Wenn ich richtig stehe und den Hinweis korrekt einordne, dann kann ich es endlich beweisen und auch du wirst mir glauben, Vater, dass Vampire real sind.

Bitte zerbreche dir nicht den Kopf. Ich werde mit dem Zug nach Rumänien fahren und in Bukarest in einer Gaststätte unterkommen. Von dort werde ich dir einen weiteren Brief schicken. Meine Reise wird am 23.01.1889 von dort fortgesetzt und du wirst eine Weile nichts mehr von mir hören. Dafür entschuldige ich mich schon jetzt, Vater. Aber sei nicht bestürzt; mir wird es gut gehen. Erwarte bitte bis Mitte März keine Briefe von mir.

Da du immer so in Sorge bist, habe ich mich entschieden dir den Brief zu schreiben. Sonst hättest du mich womöglich nicht gehen lassen. Also Vater; mein Kutscher wird bald kommen und ich möchte die Lok nicht verpassen, also werde ich hier aufhören zu schreiben. Hab keine Angst um mich.



Dein Sohn,

Patrick



Die Lok nach Rumänien war überfüllt und kalt. Patrick hatte seinen besten Wintermantel aus dem Schrank gezerrt, doch auch dieser war schon durchlöchert und an der Brust fehlten drei Knöpfe, sodass er ihn nicht ganz schließen konnte. Er hatte einen Fensterplatz und versuchte sich deshalb über die Landschaft zu erfreuen, doch seine kalten Hände und seine rote Nase ließen ihn bangen. Er wollte nicht erkältet in Rumänien ankommen. Wenn er Anzeichen von einer Grippe vorzeigte, würde ihn das Gasthaus nicht aufnehmen und andere Kontakte hatte er nicht in Bukarest.



Der Wind schlug heulend an die Scheiben der Lok und mit jeder verstrichenen Stunde wurde die Kälte noch unangenehmer. Nur das Murmeln der anderen Passagiere, dass es nicht mehr lange dauern würde, ließ ihn hoffen. Viele steckten sich zur Feier die nächste Zigarette an und Patrick tat es ihnen gleich. Es fiel ihm schwer, mit seinen gefrorenen Fingern diese zu halten, doch der Rauch in seinen Lungen tat ihm gut.



Kurz vor dem Aussteigen glättete er seinen Mantel und kontrollierte seine Reisetasche erneut; Pflock, Knoblauch, hölzernes Kreuz und sein Notizbuch. Ihm fiel es schwer, nicht noch mehr schützende Utensilien einzupacken. Er war in vielerlei Hinsicht ein Perfektionist und ihm kribbelte die Kopfhaut, denn er hegte Angst, nicht genug Knoblauch und Pflöcke mitgenommen zu haben. Er war dennoch entschlossen, seinen Plan durchzuziehen.



Als er nach einer Ewigkeit im Zug und einer kleinen Kutschenfahrt in der Gaststätte ankam, konnte er am Kaminfeuer endlich auftauen. Er hatte ein Einzelzimmer, welches mit einem bequemen Bett, einem Schreibtisch und dem eben genannten Kamin ausgestattet war. Er fühlte sich hier wohl. Sofort aufgefallen war ihm der Knoblauchkranz über dem Feuer, welcher den Raum in seinem Geruch einbettete. Ebenfalls hing ein Kreuz über dem Bett. Patrick schmunzelte leicht, als er sein Notizbuch herauskramte. Er war genau da, wo er sein sollte. Hier würden ihn die Leute verstehen und ihn dahinführen, wovon er schon immer träumte. In etwa einem Tag würde er das erste Mal auf echte Vampire treffen. Er hatte keine Angst.
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