My Runaway

GeschichteRomanze, Familie / P12
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
14.01.2020
14.01.2020
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»Du bist doch meine beste Freundin, oder, Gwenny?«, fragte Amelia Devlin ihre beste Freundin grinsend. Gwenny, eigentlich Gwendolyn Adams, schaute die andere mit großen Augen an. »Worauf willst du hinaus, Amy?«
Ein Grinsen stahl sich auf die rosigen Lippen der blondhaarigen, und sie trat einen Schritt näher auf die andere zu. »Gwen, dich weißt, ich habe dieser Hochzeit niemals zugestimmt. Und würde es auch niemals tun. Aber...ich kann es einfach nicht. Ich kann keinen Mann heiraten, den ich nicht liebe. Jaxon, er ist einfach...ich kann es nicht beschreiben. Aber...wir sehen uns so ähnlich. Bitte, tue mir den Gefallen. Und du musst ihn ja nicht heiraten. Du musst nur so lange so tun, als seist du ich, wie möglich, damit ich fliehen kann!« »Aber Amy, das kannst du ihm doch nicht antun! Ihr respektiert euch doch, und das ist es doch, worauf es ankommt.«

»Gwen, das verstehst du nicht. Ich möchte niemanden heiraten, den ich nicht von ganzem Herzen liebe. Und ja, vielleicht könnten wir einander respektieren, und ein sorgloses Leben führen. Aber das ist nicht das, was ich machen möchte. Ich möchte einfach nicht die brave Hausfrau sein, die immer zuhause herumsitzt, irgendwann Kinder bekommt, und sich dann um diese sorgt. Die ihren Mann nur abends sieht. Das ist nicht das Leben, das ich führen möchte. Ich möchte frei sein. Nicht finanziell abhängig von einem Mann sein, den ich nicht einmal liebe. Ja, ich könnte ein sorgloses Leben in Saus und Braus leben. Aber würde mich das glücklich machen? Nein! Ich kann einfach nicht mehr zusehen, wie mein Leben einfach von anderen gesteuert wird. Ich möchte studieren! Am liebsten Literatur! Ich bin doch erst 18 Jahre alt. Ich möchte die Welt bereisen, und neue Dinge erleben! Ich möchte noch nicht heiraten, und Kinder bekommen. Ich fühle mich dafür einfach noch nicht bereit! Verstehst du denn nicht?«

Langsam nickte die andere. »Ja. Ja, ich verstehe dich. Endlich verstehe ich deinen Standpunkt. Und ich möchte dir helfen. Von ganzem Herzen möchte ich dir helfen. Hoffen wir nur, dass dein Plan aufgeht.«

Langsam zog Amelia das Kleid aus, und half Gwen hinein. Sie machte das Kleid mit den Abertausend Knöpfen zu, und frisierte ihr geschickt die Haare. Dann kam der Höhepunkt. Sie legte ihr den Schleier um, der ihr gesamtes Gesicht verdecken würde.
»Und du bist sicher, dass der Plan aufgehen wird?«, fragte die angebliche Braut nun leise. »Du musst nur langsam zu ihm laufen. Und vor allem nicht mit meinem Opa sprechen!«

Sie nickte. »Wohin wirst du gehen?« »Ich kann dir nichts genaues verraten. Aber ich werde mich bei dir melden. Großes Ehrenwort! Und — ich denke, wenn ein wenig Zeit vergangen ist, werde ich dich besuchen. Und du kannst mich dann natürlich auch jederzeit erreichen! Ich werde dich auf meiner neuen Nummer anrufen. Oder dir schreiben. Gwen? Danke, dass du das für mich tust!« Sie nickte. »Wofür sind denn beste Freundinnen da? Und ich habe erkannt, dass du hier mit ihm einfach nicht glücklich werden kannst. Aber kannst du mir einen Gefallen tun?« »Welchen denn?« »Pass auf dich auf. Und ruf mich wirklich an!« Amelia nickte mit Tränen in den Augen. »Ich verspreche es dir. Hoch und heilig!« Dann legte sie ihre Hand auf die Brust und ergriff die Hand ihrer Freundin. Genannte tat dasselbe, und lächelte Amy an. Ihr gemeinsames Zeichen. Dann umarmten die Freundinnen einander, und Amy zog schnell das blaue Kleid an, welches sie sich bereits herausgelegt hatte.

Plötzlich klopfte es an der Tür. »Miss Devlin? Sie müssen kommen!«, rief ein junger Mann — wahrscheinlich einer der Dienstboten, die der Bräutigam angeheuert hatte. Unnötig, Amys Meinung nach. Aber wie der Werte Herr es will.

Auf leisen Sohlen schlich sich die nun ehemalige Braut zum Fenster, und schaute hinunter. Sie drehte sich ein letztes mal um, um zu sehen, dass Gwen sich auf den Weg gemacht hatte. Dann stieg sie aus dem Fenster, und sprang vom Vordach.

Schon früh hatte die junge Frau es geliebt, zu klettern. Es war seit jeher ihre Leidenschaft, seit ihr Vater sie jeden Tag, wenn er von der Arbeit kam, mit in den Wald nahm. Dort entführte er sie an die schönsten Orte, sie lernte neue Pflanzen und Tiere kennen. Und sie kletterte gemeinsam mit ihrem Vater auf die Bäume. Damals war die Welt noch in Ordnung, damals lebte ihre Mutter noch. Amy erinnerte sich nur noch schwach an ihre Eltern. Sie wusste, dass ihre Mutter genau wie sie selbst hellblondes Haar hatte. Doch im Gegensatz zu ihr hatte sie blaue Augen. Amy selbst hatte grüne Augen. Und ihr Vater? Er hatte braunes, ja fast schwarzes Haar. Seine hellblauen Augen, die Amy immer an Ozeane erinnert hatten, hatten seit jeher gestrahlt. Ihre Mutter hatte ihren Vater immer ausgeschimpft, wenn er und Amy nach dem Wald verdeckt nach Hause gekommen waren. Doch nie waren die Worte, die Jane Devlin ausgesprochen hatte, ernst gemeint. Dafür liebten sie einander zu sehr.

Und dann kam der Schicksalsschlag. Es war kurz nach Amys 6. Geburtstag. Ihrer Mutter wurde die Diagnose Krebs mitgeteilt. Und dann, nach wenigen Monaten, die sie miteinander noch teilten, starb sie. Amy erinnerte sich nicht an jene Zeit. Und auch daran, dass ihr Vater sie verlassen haben sollte, erinnerte sich die nunmehr 20 Jahre alte junge Frau nicht mehr. Ihr Großvater nannte es 'posttraumatische Belastungsstörung'. Doch amy konnte sich einfach nicht vorstellen, dass der Mann, der mit ihr in den Wald gegangen war, und der immer fröhlich und immer liebevoll zu ihr gewesen war, einfach gegangen war. Dass er einfach gegangen war, und sein einziges Kind, sie, zurückließ.

Doch genau das war es, was ihr Großvater ihr seit jeher sagte. Und er predigte ihr, dass sie sich nur nicht mehr daran erinnere, weil sie es verdrängt hätte. Seit jener Zeit hatte sich viel verändert. Ihr Großvater begann, ihr Leben zu kontrollieren. All ihre Freunde musste sie mit nach Hause bringen, damit er sie sich ansehen konnte. Und dann entschied er, ob sie mit ihnen befreundet sein dürfe, oder nicht. Bei ihren Partnern lief es genauso ab. Und dann kam ihr Großvater mit ihm an. Jaxon Evans. Er war es, der Amelias Leben vollkommen verderben sollte. Seit er sie das erste mal sah, schien er eine Art Besessenheit für sie zu entwickeln. Immer schien er in ihrer Nähe zu sein, und begann, sie zu kontrollieren. Begann zu Entscheiden, wer ihre Freunde sein durften, und wer nicht. Mit wem sie Kontakt hatte, und mit wem nicht. Schleppte sie von einer langweiligen Veranstaltung zur nächsten. Ließ ihr einfach keinen eigenen Freiraum. Also wechselte sie von einem Käfig zum nächsten.

Schnellen Schrittes lief die blondhaarige junge Frau auf ein Taxi zu, und sprach: »Fahren Sie mich zum Flughafen.« Der Fahrer nickte ihr zu, und fuhr los.

Währenddessen schritt Gwendolyn Adams auf den Altar zu, an dem bereits der ‚glückliche' Bräutigam stand. Ein Gang, welcher eigentlich ihrer besten Freundin bestimmt war. Obwohl es schier endlose Minuten waren, die sie bis an den Altar brachte, erschienen er ihr wie Sekunden.

Glücklich war Jaxon 'Jax' Evans tatsächlich. Schließlich würde er die Enkelin des reichsten Geschäftsmanns des gesamten Staates heiraten. Und damit würde er beim Tode des Alten Mannes die Firma übernehmen. Außerdem musste gesagt werden, dass Amelia Devlin definitiv nicht von schlechten Eltern war. Ihr blondes Haar war so hell, dass es beinahe wir weiß wirkte, und ihre blauen Augen strahlten einfach nur Unschuld aus. Sie hatte Rundungen an den richtigen Stellen des Körpers, obwohl der junge Mann zugeben musste, dass sie möglicherweise etwas mehr Oberseite haben könnte. Aber sie war dünn, was durch das viele Klettern und den vielen Sport kam. Das einzige Makel, das die junge Frau besaß, war ihr scheinbar unstillbarer Drang nach dem Abenteuer. Sie wollte die Welt bereisen, das hatte sie in einem Streit mit ihrem Großvater bewiesen. Doch Jaxon war sich sicher, dass er ihr dies mit ein paar Schlägen nach der Hochzeit austreiben könnte. Die Frau sollte, seiner Meinung nach, im Hause zugange sein, und nicht ihre Zeit auf einer Arbeit verbringen. Er hatte vollkommen altmodische Ansichten.

Gwendolyn kam schließlich nach schier endlosen Minuten — die ihr dennoch wie Sekunden vorkamen — am Altar an. Sie stellte sich neben den jungen Mann im anzug, und richtete ihren Blick auf jenen.

Jaxon grinste die junge frau an, und freute sich bereits auf die Hochzeitsnacht. Er konnte es gar nicht mehr erwarten. Leider war die Familie Devlin vollkommen traditionell. Laut Robert Devlin, dem Familienoberhaupt, durfte er bis zur Hochzeit nicht einmal ein Bett mit seiner Verlobten teilen. Diese Tatsache hatte Jax schnell genervt, jedoch hatte er es letztlich hinnehmen müssen. Langsam nahm er den Schleier herunter, der ihr hübsches Gesicht verdeckte und entdeckte ein vollkommen fremdes Gesicht. Vor Wut verzog sich das ebenmäßige, vorher noch verhältnismäßig ruhige Gesicht zu einer hässlichen Fratze.

Im Hintergrund hörte er auch, wie Robert Devlin ebenfalls von seinem Platz in der ersten Reihe aufsprang. »Gwendolyn! Was soll das werden? Wo ist meine Enkelin!« Das junge Mädchen zuckte zusammen, doch sie schaute den in die Jahre gekommenen Mann stur an. »Antworte, Gwendolyn!« Wut zeichnete sich in dem von falten gezeichneten Gesicht ab, und auch Jax spürte, wie wut in ihm hoch brodelte. Er konnte es nicht fassen. Diese Frau, dieses Weibsbild, hatte ernsthaft die Frechheit besessen, im Stillen zu türmen. Das würde sie büßen, das schwor Jax sich. Und dass er sie finden würde, und dass sie dann endlich sein war.
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