Phönixgeboren

GeschichteDrama, Fantasy / P16 Slash
Harry Potter Lucius Malfoy Severus Snape
14.01.2020
17.01.2020
2
3012
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Hallo zusammen, vielleicht wundert sich der eine oder andere mich in einer neuen Story zu lesen, doch es ist diesmal eine recht kurze Geschichte, die ich in einem Rutsch durchgeschrieben habe und nach und nach hochladen werde. Es ist nur eine kleine Idee und ihre Umsetzung ist sicherlich nicht perfekt, aber ich hoffe dennoch, dass sie euch gut unterhalten kann. Daher will ich nicht mehr lange darumreden, sondern wünsche euch viel Spaß mit dem ersten Kapitel.

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Kapitel 1 – Harry Potter

„Harry, was für eine Überraschung…“, sprach Kingsley Shacklebolt zum ehemaligen Schützling des Ordens des Phönix, der sie alle gerettet hatte, doch er wurde mit einer einfachen Geste des ehemaligen Schülers unterbrochen. „Sparen sie sich die Worte, Shacklebolt, vor allem heute“, erwiderte der junge Mann kaltherzig und ruhig, während er seinen Zauberstab zog, ohne den Anderen aus dem Blick zu verlieren.
„Ich werde euch nie verzeihen, dass ihr ihn habt einfach sterben zu lassen. Er war euer wichtigster Mann und hat euch immer geholfen und wie dankt ihr ihm? Ihr lasst ihn sterben. Dabei wusstet ihr alle genau, wie wichtig er für mich ist. Dumbledore hat es euch gesagt“, erklärte Harry ungewohnt kalt und sachlich. Er hatte sich verändert und war nicht mehr der warmherzige, gutmütige Gryffindor, den sie alle in ihm sahen. Er war nur noch leer und nun stand der letzte Schuldige vor ihm. Und scheinbar schien sich langsam eine Erkenntnis in diesem breit zu machen. „Es war doch keine Absicht, wir wussten nicht…“, versuchte der ehemalige Auror und nun Zaubereiminister den Anderen abzulenken, um seinen Zauberstab zu ziehen.
Doch es war zu spät, denn er hörte bereits die todbringenden Worte und sah den grünen Fluch auf sich zurasen, der ihm sein Leben nahm. „Ihr wusstet es alle und habt es hingenommen, weil ich alles darangesetzt hätte, ihn zu retten, aber es hatte Dumbledores Plan zerstört“, erwiderte er ruhig, während er seinen Zauberstab wieder wegsteckte. Ihn überraschte es nicht, dass im nächsten Augenblick die Tür zum Büro aufgerissen wurde und jemand eintrat, denn es lagen bestimmt Sensoren für die Unverzeihlichen über diesen Raum, aber es hätte ihm nicht gleichgültiger sein können.

„Sie können mich verhaften. Sie können mich umbringen, aber ich werde immer wieder aufstehen, denn mein Leben ist eine einzige Leere. Die Schuldigen sind bestraft“, erklärte er ruhig, während er wie in einem Muggelfilm seine Hände nach oben nahm, um zu zeigen, dass er gerade niemandem mehr angreifen würde. Erst jetzt erkannte er die Gestalt vor ihm. Lucius Malfoy. Ein weiteres Mal konnten sie Malfoys aus der Schlinge ziehen, was auch daran lag, dass er für Narzissa ausgesagt hatte. Die einzige Aussage dieses Krieges, die er für jemanden getroffen hatte. Er war es ihnen schuldig gewesen, nachdem sie ihn gerettet hatten.
„Mr. Potter, es überrascht mich, sie hier zu treffen. Können sie mir das erklären?“, fragte der blonde Malfoy nicht wirklich überrascht, sondern sachlich und kühl. Ihre Mienen waren beinahe identische Masken. „Was gibt es denn hier noch zu erklären? Ich habe ihn und 11 weitere Mitglieder des Ordens des Phönix umgebracht, weil sie mich belogen, ausgenutzt und mir meinen Lebenssinn genommen haben. Dabei war ich ihr Symbolbild, ihr Hoffnungsträger. Doch sie logen mich an und ich bin verdammt“, erklärte Harry ruhig, ein wenig überrascht, nicht sofort verhaftet zu werden, denn damit hatte er eigentlich gerechnet. Deshalb hatte er sich auch Kingsley Shacklebolt als Letztes übriggelassen.
Doch es kam wieder keine weitere Reaktion. Im Gegenteil. Das Einzige, was das Malfoy-Oberhaupt tat, war die Tür abzuriegeln, sodass sie nun eingesperrt waren in diesem Raum. „Ich biete ihnen eine einzige Chance, also erklären sie sich. Sehen sie es als Dank, was sie für meine Frau und unsere Familie getan haben“, gab Lucius Malfoy von sich, denn es interessierte ihn ungemein, was den Helden so auf Abwegen gebracht hatte. „Sie sind alle daran Schuld, dass er tot ist. Der ganze Orden hatte ihren besten Mann als Voldemorts rechte Hand eingesetzt, aber sie wollten nie, dass er überlebt. Dabei hätte er ein echtes Leben verdient gehabt, so viel wie er geopfert hat. Und sie wussten auch alle, dass er mein Lebenssinn ist“, erwiderte der junge Mann schließlich unwirsch, ohne zu sehr in Details zu gehen.

Auch wenn sie die Mimik seines Gegenübers nicht veränderte, so konnte er tief in den Augen des Malfoys sehen, wie es arbeitete bis sich schließlich eine Erkenntnis breitmachte. „Sie reden von Severus Snape“, stellte dieser einen Moment überrascht fest, bevor seine Mimik wieder kalt und angespannt wurde. Nur ein Nicken und einen Blick von tiefer Trauer in den grünen Augen, ließ den Malfoy schließlich handeln. Er zog seinen Zauberstab aus seinem Stock und erklärte: „Die Auroren werden gleich hier sein. Ich werde sie zu ihm bringen, damit sie sich von der Wahrheit überzeugen können. Severus ist nicht so tot, wie sie glauben, aber gesund ist er auch nicht. Fassen sie den Stab an.“ Das letzte war eine reine Aufforderung, denn sie hörten, wie sich Schritte näherten. Eine Spur Hoffnung machte sich in dem Jüngeren breit, bevor er schließlich nach dem Stab griff und sich mit dem Portschlüssel wegteleportieren ließ. Sie landeten in einer Eingangshalle, die ihm nur zu gut bekannt vorkam. Malfoy Manor.
„Folgen sie mir“, forderte ihn der Ältere rasch auf, nachdem er einige Zauber gesprochen hatte und den Stab verbrannt hatte. Er zog auf dem Weg einen neuen Stab aus seinem Umhang und verstaute dort seinen Zauberstab wieder hinein, während sie einen langen Gang entlangschritten und schließlich vor einer Zimmertür stehen blieben. Vorsichtig öffnete er die Tür und Harry traf fast den Schlag, als er die Gestalt auf dem Bett erkannte. An Schläuchen und Maschinen angeschlossen lag dort Severus Snape auf dem Bett. Die Brust hob und senkte sich sehr langsam, die Augen waren geschlossen und die Haut beinahe gräulich. „Wir haben ihn vom Schlachtfeld gerettet, aber das Gift ist zu tief in seinem Organismus vorgedrungen, dass wir ihn im Moment mehr am Leben erhalten als ihm zu helfen. Das Koma, in dem er sich befindet, wurde magisch herbeigeführt und verhindert das Ausbreiten des Giftes. Wir haben es zu Analysezwecken verschickt, aber wir haben noch kein Gegengift gefunden. Deswegen ist er in diesem Zustand“, hörte er die Stimme des Älteren, während er wie in Trance nähertrat.
Harry erkannte die Bissnarbe der Schlange am Hals und beobachte erneut das Heben und Senken der Brust, doch er musste seine Haut berühren, um sicherzugehen, dass er es wirklich war und er keiner Illusion unterlag. Und tatsächlich ließ sich die Haut berühren, auch wenn sie sich ein wenig zu kalt anfühlte. „Warum nur habe ich gespürt, wie du starbst?“, flüsterte der junge Mann beinahe lautlos, während er sein Glück nicht fassen konnte und schließlich eine einzelne Träne seine Wange herunterlief und schließlich auf der Haut des Anderen landete, in dem er sich leicht vorbeugte. Die Haut sah gleich weniger kränklich aus, als hätte seine Träne etwas vertrieben.

Diese Erkenntnis nutzte er und weinte weitere Tränen über die Wunden am Hals und tatsächlich schien es das Gift aus dem Körper des Liegenden zu vertreiben. Die hervorstehenden Adern bildeten sich zurück und aus der grauen Haut wurde eine etwas bleiche aber normal aussehende Haut. Er wusste nicht, wie viele Tränen er vergossen hatte und hörte erst auf, als er sich sicher war, dass er nun alle Gebrechen des Liegenden geheilt hatte. Erst dann trat er von dem Bett zurück und sagte: „Sein Körper dürfte keine Spuren des Giftes mehr enthalten. Sie können ihn aus dem Koma holen lassen.“ Seine Stimme klang ruhig und gefasst, trotz der Tatsache, dass er gerade Tränen vergossen hatte.
„Wenn er aufwacht, würde ich ihm gerne alles erklären. Ich weiß, dass ich nach all den Morden kein Recht habe das zu fragen, aber ich tue es trotzdem: Kann ich als Gast hierbleiben bis ich mit ihm geredet habe?“, fügte er fragend und bittend an, während seine grünen Augen wieder kurz danach vom Malfoy-Oberhaupt zum Liegenden glitten. Er konnte es immer noch nicht glauben, dass der Andere am Leben war. Es würde wohl auch noch etwas dauern bis er es vollständig begriffen hatte. Und auch schien der Andere eine Weile zu brauchen bis er ihm antworten konnte: „Ich werde einen Heiler herrufen lassen. Ich weiß nicht, was sie da gemacht haben, Mr. Potter, aber ich danke ihnen, dass sie das Leben meines besten Freundes gerettet haben. Links und rechts von dem Raum stehen Gästezimmer zur Verfügung, wovon sie sich gerne eines aussuchen können.“ Der Jüngere drehte sich einen Moment zum Älteren zurück und nickte dankbar, bevor er den Raum verließ.
Er nahm den nächstgelegenen Raum in Augenschein und schloss ab, bevor er das Fenster öffnete und sich aufs Bett setzte, um den heutigen Tag noch einmal zu verarbeiten. Statt Leere und Erleichterung hatte er endlich seinen Lebenssinn langsam wiedergefunden. Es würde dauern, Severus Snape zu überzeugen, aber er würde die Hoffnung nicht aufgeben, wo sie gerade jetzt so greifbar war. Er bemerkte nicht, wie er die Gestalt auf einmal wechselte und ein schwarz-rot gefiederter Phönix an der Stelle saß, der mit grünen wachsamen Augen sich umschaute und schließlich aus dem Fenster flog. Endlich hatte er seine Freiheit und seine wahre Berufung gefunden.

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Das war auch schon das erste Kapitel dieser kleinen Geschichte. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat. Ich würde mich über ein Review freuen.

Eure Schneekreis