Love is madness

GeschichteDrama / P18 Slash
General Hux Kylo Ren
14.01.2020
21.01.2020
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Hallo liebe Leser!

Die heutige Geschichte ist eine Fortsetzung zu meiner Kylux Story „Alibi“ und es ist für das Verständnis der Handlung unbedingt erforderlich diese vorher gelesen zu haben:

https://www.fanfiktion.de/s/5e0f6a320000b5d52f79f117/1/Alibi

Da mir meine beiden bösen Jungs so viel Spaß machen, habe ich beschlossen die Geschichte doch weiter zu spinnen und sie wieder zusammen zu bringen.

Inhalt: Es war ein vorsichtiges Abtasten, ein Beschnüffeln wie zwischen wilden Tieren, um herauszufinden ob man sich Freund oder Feind gegenüber sah. Doch obwohl es zu Rens Plan gehörte, den reumütigen General zurückzunehmen, würde er nicht den ersten Schritt machen. Das würde Hux schon selbst erledigen müssen.

Pairing: General Armitage Hux / Kylo Ren

Rating: P18 Slash

Teile: 1/4

Warnungen: Wie schon in der ersten Story, ist Hux auch hier ein Transgender Charakter und es geht um Manipulationen, die Nachwirkungen einer erzwungenen Schwangerschaft und Erpressung (auch im sexuellen Sinne). Es liegt mir fern durch meine Geschichte das Thema Vergewaltigung zu verharmlosen oder mich über Transgender lustig zu machen. Ich möchte betonen, dass ich kein Freund von Gewalt, Drogen oder Erpressung bin. Meine Story soll einzig und allein unterhalten, ohne jemandem zu nahe zu treten. Wer sich von den Tags getriggert fühlt, dem rate ich vom Lesen der Geschichte ab

Disclaimer: Star Wars gehört Disney und George Lucas, die Lyrics 30STM und mir gehört nur die Idee zur Story. Ich verdiene mit dem Schreiben kein Geld, sondern tue es nur aus Spaß am kreativen Arbeiten.



Love is madness

Kapitel 1

You are insane
My desire
A violent daydream
Love, love
You are crazy
A perfect liar
Said you'd save me
Love, love

(30 Seconds to Mars, Love is madness)


General Hux

Hux konnte nicht genau sagen, was überwog, als er heute hier stand, an dem Ort an dem er seine Tochter geboren hatte und selbst gestorben war: Fatalismus, Entschlossenheit oder Verzweiflung. Damals, auf den Tag genau vor einem Jahr, hatte er geglaubt, dass zu überleben der wichtiges aller menschlichen Instinkte war, doch er hatte sich getäuscht. In seinem Fall war es die Sucht danach, jemand zu sein, die alles andere in den Schatten stellte. Seit dem Moment, als er beschlossen hatte, vor Rens Fesseln zu fliehen, hatte er feststellen müssen, dass es sehr viel schlimmere Dinge gab als den Tod: Die Bedeutungslosigkeit zum Beispiel.

Obwohl es ein Leichtes für ihn gewesen wäre, hatte General Hux den Planten, auf dem er nach seiner Flucht von der Finalizer gestrandet war, nie verlassen. Es war ihm unmöglich erschienen, so als würde er wenn er ging, den letzten Faden zerschneiden, der ihn noch mit seiner Tochter verband. Natürlich wusste er, dass es ein Spiel mit dem Feuer war. Wenn es einen Ort in der Galaxis gab, wo er wiedererkannt werden konnte, dann hier, wo er wochenlang in einem Quartier darauf gewartet hatte, endlich von ihr entbunden zu werden. Zwar hatte er sich kaum, dass er sich von der Geburt erholt hatte, einen gefälschten Pass und ein Ticket ins Nirgendwo besorgt, doch geflogen war er am Ende nicht.

Stattdessen hatte er sich sofort nachdem es ihm gelungen war Hormone zu besorgen, einen Bart stehen lassen, den er zusammen mit dem Haar und den Augenbrauen schwarz färbte. Den Machtnutzer, der ihm geholfen hatte seine Spuren zu verwischen, hatte er nie wieder gesehen, doch Hux brauchte ihn auch nicht. Er war schon immer ein Überlebenskünstler gewesen. Um über die Runden zu kommen nahm er einen Job als Mechaniker in einer Werkstatt an, die von Speedern, über Landmaschinen bis hin zu Shuttles alles reparierte, das einen Motor hatte. Sein Teint, der durch das Leben im Weltall immer blass gewesen war, bekam einen rötlich-bronzenen Schimmer und seine Haare ließ er einfach immer weiter wachsen, bis er sie zum Arbeiten hinter die Ohren streichen musste. Doch obwohl er fast immer mit irgendetwas beschäftigt war, würde er trotzdem nicht behaupten, dass es ein Leben war. Es war ein Dahinvegetieren ohne festes Ziel. Die Erste Ordnung war alles für ihn gewesen, sein Fixpunkt, der Sinn seines Daseins. Ohne sie irrte er wie ein Asteroid durchs All. Früher war er nicht nur der Konstrukteur von Starkiller gewesen, der den Tod von Billionen Menschen verursacht hatte, sondern er war außerdem der Kommandant eines riesigen Sternenzerstörers und der General über hunderttausend Sturmtruppen, die ihm ergeben in die Schlacht folgten. Nun war er nichts. Ein Niemand, den keiner vermissen würde, wenn er irgendwo tot in der Gosse lag. So durfte es nicht enden. So konnte es nicht enden. Das würde er nicht zulassen.

Auch wenn es Wahnsinn war, aber General Hux wollte sein Leben zurück, er wollte seinen Rang zurück und er wollte sein Schiff zurück. Selbst wenn das bedeutete, dass er seine Tarnung dafür opfern und sich wieder ins Reich der Lebenden begeben musste. Das dies nicht leicht werden würde, war ihm klar, aber was Ren anging, wusste er nun immerhin woran er war und er hatte Vorkehrungen getroffen. Ein weiteres Mal würde ihn der dunkelhaarige Ritter nicht nach seinen Regeln spielen lassen, dafür würde er schon sorgen. Doch zuerst musste er einen Weg zurück zur Ersten Ordnung finden. Monatelang plante Hux alle Details, damit er auch nichts dem Zufall überließ. Dann blieb ihm nichts anderes übrig als auf den heutigen Tag zu warten.

Sein Magen flatterte unruhig, als er das Schiff landen sah. Rens persönliches Shuttle. Hux war sich sicher, dass er es zwischen einer Million anderer Schiffe herausfinden würde, so oft hatte er es gesehen. Tatsächlich würde er es mit verbundenen Augen allein vom Klang seiner Triebwerke erkennen. Zwar hatte er darauf gehofft, dass Ren aus welchen Gründen auch immer diesen Tag wählen würde, um sein Grab zu besuchen, doch sicher war er sich nicht gewesen. Neidvoll musste Hux anerkennen, dass der Ritter sich kaum verändert hatte. Er war noch genauso imposant und düster, wie er ihn in Erinnerung hatte, als er, flankiert von vier Sturmtruppen, in der dunklen Robe über den Friedhof schritt. Dann fiel sein Blick auf die kleine Gestalt auf Rens Arm und sein Herz setzte für einen Moment aus. Seine Tochter, sein Kind. Sie war seit er sie das letzte Mal gesehen hatte ziemlich gewachsen, doch noch immer war sie ein Ebenbild ihres Vaters und so wie sie sich an ihm festhielt war davon auszugehen, dass sie ihm blind vertraute. Das war gut, genauso hatte es sich Hux gewünscht. Dennoch erzeugte ihr Anblick zwiespältige Gefühle in seiner Brust. Obwohl er sich innerlich danach verzehrt hatte, sie wiederzusehen, wusste er nur zu gut, dass Ren alles tun würde, um sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen ihn zu verwenden, doch dieses Risiko musste er eingehen. Wenn er sein Leben zurück haben wollte, durfte er sich von so etwas wie elterlichen Gefühlen nicht ablenken lassen.

Der Trupp hielt vor dem schmucklosen Grab, bevor eine der Sturmtruppen einen Blumenkranz niederlegte, dann ging Ren in die Knie, um sich mit dem Kind davor zu hocken. Scheinbar hielt er Zwiesprache mit dem vermeintlich Toten und Hux fühlte sich fast als Eindringling an seinem eigenen Grab, dennoch würde er diese Scharade nun beenden, bevor es zu noch mehr eigenartigen Szenen kam.

„Ren.“

Hux hatte erwartet, dass der Ritter wütend sein würde, dass er brüllen würde oder ihn packen mit den Händen oder der Macht. Immerhin war er abgehauen, hatte sich versteckt und schließlich sogar seinen Tod simuliert, um ihm zu entkommen, daher kam es für ihn mehr als überraschend, als Ren sich einfach nur aufrichtete, das Kind dabei immer noch an sich gepresst, und ihn mit neutralem Gesicht ruhig ansah.

„Hux.“

XXXXXX

Kylo Ren

Es war erschreckend, wie sehr der General sich verändert hatte, was nicht nur an der neuen Haarfarbe lag. Das Leben auf dem Planeten hatte ihn rauer werden lassen. Zwar war seine Kleidung sauber, aber es war deutlich, dass Hux nicht mehr über den Luxus einer Wäscherei verfügte, die seine Sachen in Ordnung hielt. Die früher so gepflegten Hände waren schwielig von der Arbeit und das Motorenöl klebte unter den Nägeln. Der Bart und die falsche Haarfarbe standen ihm nicht. Trotzdem war Ren froh ihn zu sehen. Dass Hux sich ihm offenbarte bedeutete, dass die Zeit des Versteckens nun endlich vorbei war.

Es hatte ihn Wochen gekostet hinter das falsche Spiel des Generals zu kommen, doch am Ende hatte er es doch durchschaut. Ein paar simple Gedankentricks konnten den Ritter von Ren nicht ewig an der Nase herumführen und gegen die Folter im Verhörraum des Sternenzerstörers hatte der verwahrloste Machtnutzer kaum Gegenwehr gezeigt. Der alte Narr hatte ohnehin kaum rudimentäre Kenntnisse von den Dingen mit denen er spielte, war vermutlich niemals im Gebrauch seiner Fähigkeiten ausgebildet worden. Innerhalb kürzester Zeit hatte Ren die Informationen bekommen, die er haben wollte, bevor er dem Mann schnell und effizient das Genick brach. Danach wäre es ein Leichtes für ihn gewesen, auf den Planeten zu fliegen, Hux festzusetzen und mit sich zu nehmen, doch er tat es nicht. Stattdessen ließ er ihn gewähren. Wog ihn in der Sicherheit ein freies Leben leben zu können. Hielt ihn in dem Glauben sein Plan sei erfolgreich gewesen.

Stattdessen beobachtete Ren ihn heimlich aus der Ferne, sah dabei zu wie er darum kämpfte, auf die Beine zu kommen, auf dem Planeten Fuß zu fassen, Arbeit zu finden und sich ein Leben aufzubauen, nur um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es sinnlos war. Hux würde nie damit glücklich werden einfach nur irgendjemand zu sein. Das war nicht sein Stil. Ohne seine Truppen, in deren Ergebenheit sich die Arroganz und die Überheblichkeit seines Egos sonnen konnten, wollte er nicht leben.

Er brauchte die Erste Ordnung. Er brauchte die Finalizer.

Und er brauchte Kylo Ren.

Doch diese Erkenntnis würde Hux schon selbst erlangen müssen. Während er darauf wartete, dass eben dies geschah, nutzte Ren die Zeit, um eine Bindung zu seiner Tochter aufzubauen. Da er nach der Sache mit dem General keinem seiner Untergebenen vertraute, erledigte er wann immer es ging ihre Pflege selbst, wobei ihm die Macht half ihre Bedürfnisse zu erkennen. Sie mochte noch unfertig in ihr schlummern, aber sie fühlte ihren Gegenpol in ihm, was es Ren möglich machte ein zartes Band zwischen ihnen zu knüpfen. Er wickelte sie, fütterte sie, wusch sie. In den meisten Nächten schlief sie sogar in seinem Bett und wenn er zu einer Besprechung mit seinen Offizieren musste, nahm er sie nicht selten mit. Kein Mitglied des Führungsstabs hatte es gewagt ihn danach zu fragen, woher das Kind stammte. Tatsächlich trauten sie sich nicht einmal die Anwesenheit des Säuglings auch nur mit einem Wort zu erwähnen, geschweige denn es zu kritisieren, wenn sie quengelte oder lautstark zu schreien begann. Wenn er es gar nicht vermeiden konnte, ließ Ren sie in seinem Quartier bei einem Droiden, jedoch nicht ohne die Tür vorher mit mindestens drei verschiedenen Sicherheitscodes verschlossen zu haben.

Auch jetzt drückte er sie beschützend an sich, auch wenn er wusste, dass von Hux in diesem Moment keine Gefahr ausging. Es war offensichtlich, dass der General gekommen war, um zu Kreuze zu kriechen; eine Wiederaufnahme in die Reihen der Ersten Ordnung zu erbitten und Ren war nicht abgeneigt sie ihm zu gewähren, wenn auch unter gewissen Bedingungen.

„Ren.“

„Hux.“

Es war ein vorsichtiges Abtasten, ein Beschnüffeln wie zwischen wilden Tieren, um herauszufinden ob man sich Freund oder Feind gegenüber sah. Doch obwohl es zu Rens Plan gehörte, den reumütigen General zurückzunehmen, würde er nicht den ersten Schritt machen. Das würde Hux schon selbst erledigen müssen.

„Ich … bin nicht tot“, begann der General, während sein Blick unruhig von Rens Augen zu denen seiner Tochter huschte, die ihn mit einem Ausdruck offener Neugier betrachtete. Ihre Iriden waren blau, genau wie die seinen. Natürlich hatte er das auch kurz nach der Geburt bemerkt, aber da die meisten Kinder zu Beginn ihres Lebens blaue Augen hatten, wäre er durchaus nicht überrascht gewesen, wenn es sich noch geändert hätte. Wenigstens dies hatte sie von ihm, wenn sie auch sonst eine Kopie ihres Vaters zu sein schien.

„Das sehe ich“, entgegnete Ren, dem der Blickkontakt des Generals mit seinem Kind nicht entging. Im Moment war die Kleine eigentlich in einer Phase, in der sie Fremden gegenüber äußerst misstrauisch war, doch vor Hux schien sie keine Scheu zu haben. Tatsächlich konnte er fühlen, wie sie ihre mentalen Fühler nach dem General ausstreckte, ihn abtastete, nach etwas zu suchen schien und sich schließlich wieder zurück zog. Interessant. Wenn Hux gemerkt haben sollte, dass das Kind versucht hatte in seinen Kopf zu gelangen, so ließ er es sich nicht anmerken, wobei am wahrscheinlichsten war, dass er es gar nicht wahrgenommen hatte. Was ihn viel mehr zu verunsichern schien, war die Tatsache Ren nicht überrascht zu sehen ihn lebend vor sich zu haben. Scheinbar hatte Hux mit einer anderen Reaktion gerechnet. Mit Fragen, Vorwürfen, Beschuldigungen, Wutausbrüchen, doch Ren würde ihnen beiden diese Farce ersparen. Natürlich wäre es amüsant, Hux noch etwas zappeln zu sehen, doch gleichzeitig war es eine unnötige Verschwendung seiner Zeit. Der General gehörte ihm, daran hatte sich nichts geändert und dass er jetzt freiwillig zu ihm zurückkehrte, war sehr viel befriedigender als wenn Ren ihn mit Gewalt dazu gezwungen hätte.

In dem Versuch sich seine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen, straffte Hux seinen Körper, bevor er schließlich ansetzte: „Ich habe viel nachgedacht, über meine Fehler, über deine Fehler und warum ich gegangen bin. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich zurück will. Zurück zur Ersten Ordnung. Ich weiß, was du jetzt sagen wirst und du hast recht ...“

„In Ordnung.“

„Wie bitte?“ Hux glaubte sich verhört zu haben.

Rens Gesicht war bar jeder Emotion, als er wiederholte: „Ich sagte in Ordnung. Offiziell warst du bis jetzt verschollen. Deinen Tod habe ich nie in deine Personalakte eintragen lassen. Daher werden wir es so handhaben, als ob du von einer langwierigen Mission zurückkehrst. Ohne Degradierung oder Strafeintrag und ohne eine Kürzung deines Soldes - jedoch auch ohne dein altes Kommando.“

Das war mehr, als Hux befürchtet, doch weniger als er zu hoffen gewagt hatte. Natürlich war davon auszugehen gewesen, dass ein Anderer in seiner Abwesenheit den Oberbefehl über den Sternenzerstörer übernommen hatte, doch in seinen Augen konnte niemand ihm als Kommandanten das Wasser reichen. Seine Erfolge sprachen für sich. Kein anderer General konnte so viele Siege für sich verbuchen wie er selbst. Obwohl das Schiff selbstredend der Ersten Ordnung gehörte, betrachtete Hux es als sein persönliches Eigentum, doch es war leider eine Tatsache, dass nur Ren über die Macht verfügte, ihm seinen Posten zurückzugeben. „Darf ich fragen, wer jetzt der Kommandant der Finalizer ist?“

„General Mitaka“, entgegnete Ren ohne zu Blinzeln. „Es war eine logische Beförderung nach deinem Verlust.“

„Ich verstehe.“ Hux wären auf Anhieb mindestens ein gutes Dutzend Gründe eingefallen, warum Mitaka keine gute Wahl für diesen Posten war, doch er hielt wohl weißlich den Mund darüber. Auch wenn keine Strafe in seine Akte eintragen werden würde, hieß es doch nicht, dass er ohne Sanktionen davonkam. Es wäre für Ren als dem Obersten Anführer ein leichtes Mitaka seiner Stellung zu entheben und Hux wieder das Kommando zu übertragen. Wenn es ihm beliebte, konnte er mit ihnen allen verfahren wie mit Bauern beim Schach, deshalb Hux verstand es als das, was es war: eine Lektion in Demut. Selbst wenn Hux den Rang eines Generals behalten durfte, würde es erniedrigend für ihn werden einen anderen in der Rolle des Kommandanten zu sehen und für Mitaka würde es eine willkommene Genugtuung sein nun in der Rangfolge vor ihm zu kommen und Hux Befehle erteilen zu können. Doch wenn Ren erwartete, dass er aufbegehrte, seinen Unmut über seine Entscheidung kund tat, hatte er sich geschnitten. Hux würde nichts dergleichen tun. So sehr es ihn auch schmerzte, sich unterordnen zu müssen, würde er Rens Wahl akzeptieren. Er musste es tun, um wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wenn er erst zurück an Bord der Finalizer war, würde er damit beginnen sich seinen Weg zurück an die Spitze zu erkämpfen, mit Rens Hilfe oder ohne sie.

Die unwilligen Laute, die seine Tochter von sich gab, holten Hux aus seinen Gedanken. Ihr Gesicht war zu einer verärgerten Grimasse verzerrt und sie zappelte unruhig auf Rens Arm, offenkundig bemüht von ihm abgesetzt zu werden, so dass der Ritter alle Hände voll zu tun hatte, um sie nicht fallen zu lassen. Ohne darüber nachzudenken machte Hux einen Schritt nach vorn. Seine Hände öffneten und schlossen sich unwillkürlich, während er mit sich haderte, ob er es wagen konnte, Ren darum zu bitten sie ihm zu geben, bevor er sich schließlich einen Ruck gab.

„Darf ich sie auch einmal halten?“

Rens Blick schien ein Loch in sein Gesicht brennen zu wollen, als er ihn ansah, so als habe er etwas Verbotenes gesagt. Sofort fühlte Hux die düstere Präsenz in seinem Kopf, die in seinen Gedanken wühlte und grub, um seine Absichten zu ergründen, doch obwohl der General es hasste, wenn Ren dies tat, bemühte er sich doch, alles Nötige offen zu legen, um zu zeigen, dass er nichts Böses im Schilde führte. Alles, was er wollte, war sein Kind in den Armen zu halten. Nicht mehr und nicht weniger. Erst als Ren sicher war, dass Hux ihm nichts vorenthielt, zog er sich zurück und sah herab auf das zappelnde Mädchen.„Das kommt darauf an, ob sie es auch will.“

Beinah rechnete Hux damit, von ihr abgelehnt zu werden, als er versuchsweise einen weiteren Schritt näher trat und die Arme nach ihr ausstreckte, doch entgegen seiner Befürchtungen hörte die Kleine auf sich zu wehren, sondern ließ es zu, dass sie von einem Mann zum anderen gereicht wurde, bevor sie mit einem Mal ganz ruhig wurde. Es war ein eigenartiges Gefühl sie zu halten. Nicht zu vergleichen mit dem Tag, an dem sie geboren wurde. Für ein so kleines Geschöpf war sie erstaunlich schwer, aber vermutlich lag das nur daran, dass Hux sie mit dem Baby verglich, dass er vor einem Jahr abgegeben und seitdem nicht wieder gesehen hatte. Das schwarze Haar, das damals mehr ein kurzer, dunkler Flaum gewesen war, kringelte sich als kleine Löckchen in ihrem Nacken, doch es war noch immer ganz weich, als er seine Wange darauf legte und als er unwillkürlich ihren Duft einsog, stellte er fest, dass sie auf wunderbare Weise vertraut und fremd zugleich roch.

„Ich weiß nicht einmal wie sie heißt“, stellte der General fest, während er versuchte es sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr er das Gefühl ihrer Nähe genoss.

„Arihnda“, antwortete Ren und sein Ton war ganz anders als sonst, als er den Namen aussprach. „Ihr Name ist Arihnda.“

Überrascht suchte Hux den Blick des Ritters. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Ren sich daran erinnerte, wie Hux ihm bei einem ihrer Essen von seiner Verehrung für Großadmiral Thrawn erzählt hatte, doch offenkundig wusste Ren immer noch davon und hatte den Namen ihrer Tochter in Erinnerung an Thrawns Mitstreiterin Arihnda Pryce gewählt. Es war eine schöne Geste, die er zu schätzen wusste. Er selbst hätte keinen besseren Namen für sein Kind aussuchen können.

„Arihnda“, testete Hux den Klang auf seiner Zunge und tatsächlich reagierte das Mädchen auf ihn. Ihre großen, blauen Augen wanderten lange über Hux Gesicht, der ihren Blick unsicher erwiderte, dann streckte sie ihre kleinen Hände aus und begann seine Züge Stück für Stück zu betasten, so als würde sie sich sein Aussehen mit allen Sinnen einprägen wollen.

„Sie erkennt dich“, behauptete Ren, der so nah stand, dass er das Kind jederzeit übernehmen konnte, falls Hux sich als unfähig erweisen sollte, das Mädchen zu halten.

„Das ist unmöglich“, widersprach der General sofort, die Arme sanft um den kleinen Körper geschlossen und ohne den Blick von seiner Tochter abzuwenden, die sich nun ebenso in seiner Kleidung festkrallte, wie sie es vorhin bei Ren getan hatte.

„Du hast keine Ahnung von ihren Fähigkeiten“, gab Ren unbeeindruckt zurück, bevor er die Hände ausstreckte, um das Kind zurückzufordern. Nur widerwillig gab Hux die Kleine an ihren Vater, dann wandte sich Ren ab und gab den Sturmtruppen das Zeichen zum Aufbruch. „Folge mir. Wir kehren zurück auf die Finalizer.“



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