Verloren in der Dunkelheit

GeschichteDrama / P12
14.01.2020
19.01.2020
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Seit dem 10. April, als die Titanic den Hafen von Cherbourg verließ, befand sich Lucas Davis, ein Erbe einer amerikanischen Plantagen-Besitzer Dynastie an Bord der Titanic, seine Kabine befand sich auf der Steuerbordseite des C-Decks der Titanic. An diesem 14. April hielt er sich ungewöhnlich lange in der Lounge der Ersten Klasse auf und laß dort ein Buch über englische Geschichte. Er nahm einen letzten Schluck seines Weines und blickte auf die Taschenuhr, welche in der Tasche seines Smokings war: 23:30 Uhr. Seine Begleiterin Molly Brown hatte sich bereits zurückgezogen, ebenso wie sein Bekannter und Geschäftspartner James Maxn. Das Buch legte er auf die Lehne des Sessels und erhob sich, da kam schon einer der Stewards der ersten Klasse herbei und nahm ihm beides, das Glas und das Buch ab. "Vielen Dank, ich hoffen Sie haben heute eine ruhige Nacht." Sprach Davis mit einem kleinen Lächeln. "Jeder Abend ist etwas besonderes, Sir." Erwiderte der Steward, da reichte ihm Davis eine 20 Dollar Note hin. "Für ihre Mühen... und vor allem, für Ihre Hilfe von Mittwoch. Einen angenehmen Abend." Davis verließ die Lounge in Richtung des vorderen Treppenhauses. Der Steward bedankte sich vorher noch für das große Trinkgeld und verabschiedete den Mann.

An der großen Freitreppe angekommen, hielt er kurz inne und sah hoch zur Uhr. Ruhm und Ehre krönen die Zeit, so formulierte es Bruce Ismay, der Besitzer der Titanic und der White Star Line, welcher noch beim gestrigen Dinner mit Davis darüber sprach. Im Treppenhaus war keine Menschenseele, er sah kurz durch die Fenster auf die Promenade, nur die schwarze Nacht zu sehen. Das Schiff fuhr ruhig und kein Wellengang war zu spüren. Langsam schritt er die zwei Decks herunter und ging in den Steuerbordkorridor zu seiner Kabine, er schloss sie auf und ging hinein, er schaltete das Licht ein und zog sein Jackett aus, warf es über einen Stuhl und setzte sich aufs Bett.

"Was für ein Tag..." Murmelte er und legte sich auf den Rücken. "...am liebsten würde ich jetzt so einschlafen.." Nach wenigen Momenten stand er auf und begann sein Hemd aufzuknöpfen. Dann begann sich das Schiff komisch zu Verhalten, er merkte eine Drehung des Schiffes und dann schien der Spiegel vor welchem er stand zu zittern. Sein Blick wanderte auf die Lampe, die Perlen an dieser Zitterten ebenfalls. Es dauerte keine Minute, da war es auch schon vorbei, so als wäre nichts gewesen und das Schiff fuhr weiter.
Er zuckte nur mit den Schultern, doch dann klopfte es an seiner Tür. "Herein." Sprach er und sein Geschäftspartner Maxn trat ein. "Du bist noch wach? Ich dachte du wärst schon schlafen." Sagte Lucas und zog seine Schuhe aus. Maxn schien etwas außer Atem zu sein. "Ich habe einen Eisberg gesehen, wir sind ganz nah daran vorbeigefahren...!" Lucas runzelte die Stirn und zog beide Schuhe aus. "Ein Eisberg, ja? Und was-" In jenem Moment hörte jene sanfte Vibration auf, welche spätestens seit Queenstown ihr Begleiter war. "...seltsam... wie sehr man sich daran gewöhnt hat." Bemerkte Maxn und setzte sich auf einen freien Stuhl in Davis Kabine.

Die beiden saßen gemeinsam am kleinen Tisch in der Kabine und unterhielten sich, um sich etwas von der ausbreitenden Nervosität abzulenken, über das Geschäft, die Plantage und die Zukunft. Es dauerte nicht lange, da klopfte es erneut an der Tür. "Herein." Sprach Davis und jener Steward aus der Lounge trat an. "Mr. Davis.." Er sah zu Max, "Mr. Maxn.. Anweisung vom Captain. Ziehen sich Ihre Rettungswesten an und begeben Sie sich aufs Bootsdeck. Ich empfehle Ihnen einen Mantel." Während er sprach, holte er unter dem Bett drei Schwimmwesten hervor und platzierte diese auf dem Bett. "Benötigen Sie Hilfe beim Ankleiden, Mr. Davis?" Davis winkte ab: "Nein... danke. Aber sag, was ist passiert?" Der Steward schien sich selbst nicht sicher zu sein, was passiert ist. "Wir haben wahrscheinlich ein Schraubenblatt verloren und setzen die Fahrt wohl gleich wieder fort. Es handelt sich hierbei nur um eine Vorsichtsmaßnahme." Die beiden Herren blickten sich an. "Das wäre alles, danke.." Sprach Davis, der Steward verließ die Kabine. Davis begann sich wieder anzuziehen. "Ob dieser Eisberg, die Schraube getroffen hat?" Fragte Maxn, Davis zuckte nur mit den Schultern. "Du hast ihn von uns gesehen... ich habe da keine Ahnung." Von draußen ertönte ein Lärm, Dampf, welcher mit unglaublichem Druck aus den Schornsteinen gepresst wird, es war so laut, dass man es noch auf dem C-Deck hören konnte. "Lassen die Dampf ab?" Fragte Maxn. "Wahrscheinlich bringen die das Schiff zum stehen... vielleicht fahren wir ja zurück nach Europa." Scherzte Davis.

Maxn stand auf und nahm sich eine Rettungsweste. "Der Witz ist Geschmacklos. Mich erwarten wichtige Geschäfte in New York..." Davis zog sich sein Jackett an und lachte leicht. "Das weiß ich. Nein.. ich denke, wir fahren gleich weiter..."

00:15
MGY an Cape Race
George Simund, New York. Das Wetter ist großartig, fühlen uns gut. Hoffe alles -

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Position 41.44N 50.24W


In der Zwischenzeit befanden sich die beiden Herren am Treppenaufgang der Ersten Klasse auf dem C-Deck. Der Raum ist gefüllt mit Frauen und Männern in Rettungswesten, die Zahlmeister haben alle Hände voll zu tun, denn die Frauen wollen ihren Schmuck aus dem Tresor wieder haben.

Maxn schlug schließlich vor, man könne ja aufs Bootsdeck gehen und nachsehen was los ist. Die beiden gingen also die Treppe hoch, doch Davis stoppte man kurzer Zeit. "Alles gut?" Fragte Maxn. "Seltsam... man muss nach vorne beugen.." Maxn tat einen Schritt erneut und stellte dieses Gefühl ebenso fest, beide gingen hinauf bis aufs Bootsdeck, dort angekommen direkt nach draußen. Das Geräusch aus den Schornsteinen mittlerweile verstummt sehen beide die Rettungsboote voll ausgeschwenkt und Menschen um diese herumstehen. Ein Offizier, es war der erste, William Murdoch trat an die Menschen heran und bat sie in das Boot zu steigen.

Zu diesem Zeitpunkt füllte sich der Rumpf der Titanic mit immer mehr Wasser, der Eisberg hatte die vorderen sechs Abteilungen des Schottsystemes der Titanic beschädigt. Nun dringt das Wasser durch die Frachträume, sowie Kesselraum 6 und den Kohlenbunker des Kesselraums 5 in das Schiff. Der Bug bereits leicht nach vorn geneigt.