Finding the true self

von xNadzika
GeschichteMystery, Romanze / P18
Bonnie Bennett Damon Salvatore OC (Own Character) Stefan Salvatore
14.01.2020
23.01.2020
7
13503
2
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Dieses Kapitel
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Kurze Ausgangslage der Geschichte:

Wir befinden uns praktisch in Staffel 1 von Vampire Diaries – Elena, Bonnie und Caroline sind noch auf der High School. Jedoch sind Stefan und Elena bereits zusammen. Caroline ist ein Vampir und Bonnie weiß über ihre Hexenkräfte Bescheid. Tyler ist ein Werwolf und mit Caroline zusammen.

Die Geschehnisse aus den bekannten Staffeln sind im Prinzip nicht geschehen. Nur die Doppelgänger-Geschichte ist aus der Welt und Damon empfindet nichts für Elena.

Damon spielt die Rolle des bösen Bruders wie wir ihn aus Anfang der ersten Staffel kennen und ist zum Anfang der folgenden Fanfiktion zurück in Mystic Falls um Aufruhe zu stiften, jedoch kommt es für ihn anders nach der Begegnung mit Lia…



Über 1000 Meilen hat es gebraucht, bis sie das Schild mit der Aufschrift „Mystic Falls“. Über vierundzwanzig Stunden Reisezeit mit mehrere Straßensperren, Stausituationen und Toilettenpausen auf der Strecke hatte, sie überlebt und sie sehnte sich nach nichts weiter als einem warmen Bad und einer Matratze auf die sich legen konnte. Die Autoreise war anstrengend und ungemütlich gewesen. Aber sie wollte sich nicht beschweren, schließlich war es diesmal nicht nur ein Ferienbesuch bei ihren Großeltern. Diesmal war es permanent – sie zogen in das Haus ihrer Großeltern. Zwar war es ein starker Kontrast zu ihrem Stadtleben in Los Angeles und sie wusste, dass sie es vermissen würde. Sie hatte nur wenige Freundesbeziehungen in LA aufgebaut gehabt. Keine von ihnen war es wert gewesen sich ordentlich zu verabschieden. Das machte ihr nicht viel aus – sie war sich bewusst darüber, wie introvertiert sie doch eigentlich war, auch wenn sie kein Problem damit hatte, mit anderen Personen unterwegs zu sein und sich zu sozialisieren. Insgeheim hoffte sie aber, dass es an der High School in Mystic Falls anders ablaufen würde. Nur noch ein Jahr blieb ihr zum Abschluss. Nun ja, vielleicht etwas mehr wenn sie davon ausging, dass sie mitten zum Halbjahr umzogen und es schon fast Dezember war.

Dezember – die ersten Weihnachten ohne ihre Großmutter, welcher sie am morgigen Sonntagmittag die letzte Ehre erweisen würden. Dies war mitunter einer der Gründe weswegen sie hierherzogen – ihre Eltern wollten ihren Großvater nicht allein wohnen lassen. Er war nicht senil mit seinen knapp 70 Jahren, bloß allein in einem viel zu großen Haus, das ihren Eltern viel bedeutete, besonders ihrem Vater.

Das Auto drosselte sein Tempo und kam vor dem geschlossenen grauen Garagentor zum Stehen. Ihre Eltern stiegen fast simultan aus. Sie selbst nahm sich noch einen Moment Zeit. Langsam löste sie ihren Sicherheitsgurt und streckte ihre Arme leicht aus. Dann schnappte sie sich ihren Mantel, der neben ihr auf der Rückbank des SUVs lag und zwängte sich etwas unelegant hinein. Daraufhin öffnete sie die linke Hintertür des Wagens und stampfte in den knöchelhohen Schnee. In der Sekunde bereute sie es, nicht auf ihre Mutter gehört zu haben. Ihre schwarzen Sneakers waren nicht hoch genug und eiskalter Schnee umfasste ihre nackte Haut an den Füßen.

„Willkommen im winterlichen Mystic Falls“, begrüßte sie ihr Großvater mit breit geöffneten Armen, der bereits auf dem Terrassenvorsprung des Hauses auf sie gewartet hatte. „Solche Schuhe kannst du vorerst im Schrank lassen.“ Er schmunzelte. „Schön dich hier zu haben, Lia.“

„Hey Grandpa“, antwortete sie leise und mit einem müden Lächeln. „Es ist schön wieder hier zu sein.“ Sie folgte ihrem Großvater ins traute Haus, in welchem sie als Kind viele Wochen und Monate verbracht hatte. Mit den Jahren war sie immer seltener mit ihrer Familie väterlicherseits in Kontakt gewesen und in den vergangenen zwei Jahren war sie nur für ein einziges Wochenende zu Besuch geblieben.

„Dein Zimmer sollte bereits so eingerichtet sein, wie du es aus Los Angeles kennst“, sagte ihr Großvater. „Neben deinem Zimmer hast du dein eigenes Bad und etwas Ruhe für dich selbst.“ Er zwinkerte ihr zu. „Deine Eltern sind am anderen Ende der Etage einquartiert.“

„Danke, Grandpa.“ Sie schenkte ihm noch ein kurzes Lächeln und stieg dann die Holztreppen zum höheren Stockwerk hinauf. Ein kurzer Hauch der Traurigkeit überkam sie, als sie sich daran erinnerte, wie sie Verstecken und Fangen im ganzen Haus gespielt hatte mir ihren Großeltern. Oder als ihre Oma sie immer von der untersten Treppe gerufen hatte, wenn der Kakao mit Marshmellows unten auf sie wartete. Meist hatten sie stundenlang mit Gesprächen verbracht oder einfach einen ganzen Abend lang Filme am Kamin geschaut und dabei Kakao geschlürft.

Sie empfand Schuldgefühle, als wäre es ihre Schuld, dass ihre Großmutter von ihnen gegangen war. Dass sie nicht genug Zeit mit ihr verbracht hatte. Dass es noch etwas gab, was sie ihr hatte sagen wollen, aber nicht die Chance dazu hatte.

Seufzend schleppte sie sich die letzten Stufen der Treppen hinauf, bog nach links ab und trat in das erste Zimmer zu ihrer linken – ihr Zimmer. Es sah tatsächlich so aus, wie in Los Angeles. Ihr beigefarbener Kleiderschrank nahm die Hälfte der linken Wand des Raumes ein. Direkt dahinter, im Eck, war ihre Kommode platziert worden, in der sie das verschiedenste Zeug versteckte. In der oberen Schublade lagen ihr wenigen Drogerieartikel und Make-Up.

Gegenüber der Tür, an der fensterlosen Wand, stand ihr weißer Schreibtisch. Darauf drei Monitore, ihre Tastatur, Maus und ihr Computer. Es war fast schon unangenehm, wie genau an derselben Stelle alles platziert war. Es schien fast so, als wäre alles einfach millimetergenau kopiert worden.

Ihr Blick wanderte weiter, zu ihrer Rechten, an der sich ein breites Fenster mit Fensterbrett befand. Davor waren mehrere Kartons aufeinandergestapelt. Alle davon mit ihrem Namen und einigen groben Beschreibungen des Inhalts beschriftet. Bücher, Elektronik, Brettspiele und Erinnerungsstücke.

Der Karton welcher auf ihrem Bett stand, interessierte sie jedoch am Meisten. Zum Öffnen der würfeligen Pappe, setzte sie sich auf die Matratze des Bettgestells, welches rechts von der Tür positioniert war. Sie entnahm die oberste Schicht an Klamotten und legte sie neben sich ab. Dann ergriff sie das Magnesiumgehäuse ihrer Systemkamera, welche sie mitsamt ihrer Objektive ordentlich zwischen die dicken und weichen Stoffe ihrer Pullover, Cardigans und T-Shirts verstaut hatte. Vorsichtig schraubte sie ihr Weitwinkelobjektiv, mit dem sie am Liebsten fotografierte, an das Gehäuse und legte die Kamera auf ihrem kniehohen Nachtschrank ab.

Zunächst würde sie eine warme Dusche nehmen, sich auffrischen und dann aufbrechen. Noch nie war sie ein großer Freund von Nichts-Tun gewesen, egal wie erschöpft wie von der mehrtägigen Reise war. Sie wollte in Bewegung bleiben und Dinge erledigen. Produktiv sein, auch wenn es nur bedeutete ein Hobby auszuüben.



Das Duschen hatte ihren Körper und ihr Gemüt etwas entspannt. Ihre Schuldgefühle waren schwacher geworden, sodass sie noch einen Bissen zum Mittag hatte runterbekommen, bevor sie, in ihrem blauen Mantel eingehüllt und ihrer Kamera in der Hand, aufgebrochen war.

Sie schlenderte in Gedanken versunken in Richtung des Waldes. Vögel, Hirsche und andere Tiere faszinierten sie. Zwar fotografierte sie neben der Natur auch gern Menschen, doch davon stand sie niemanden nah in Mystic Falls und auf große Menschenmassen hatte sie am heutigen Tag nicht viel Lust. Auch wenn sie sich einredete, dass es nur besser werden konnte und sie sich etwas auf den kleinen Neuanfang freute, so hing ein Teil von ihr doch an der Großstadt, in der sie ein Niemand sein konnte. Hier, im Dorf, erwarteten sie komische Blicke, Fingerzeigerei und Tuschelei.

Auf ihrem Weg zum Waldstück, nahm sie ihre ersten Fotos von den kaum befahrenen Straßen auf. Geparkte Autos, gebaute Schneemänner, dekorierte Häuser mit Lichterketten. Sie schmunzelte leicht über den Weihnachtsgeist, der im Dorf verstreut wurde. Im Zentrum sollte sogar ein kleiner Weihnachtmarkt stattfinden. Dies gab es in dieser Art und Weise im großen und wilden Los Angeles nicht. Nur Märkte und Straßen mit Menschenmassen, die sich aneinander vorbeizwängten um ihrem stressigen Business oder verfrühten Weihnachtseinkäufen nachgingen. Eine der Tatsachen, die sie nicht vermissen würde. Sie mochte Tradition und Minimalismus.

„Hey!“, sie wurde aus ihren Überlegungen gerissen. Instinktiv hob sie den Kopf und suchte nach der Person. Im selben Augenblick bemerkte sie, dass sie auf die Straße gelaufen war, auf der ein Auto auf sie zuraste, ohne Anstalten zum Stoppen zu machen. Wie angewurzelt blieb sie auf der Stelle stehen und konnte nichts tun, außer ihre Augen vor Angst zu schließen. Sie konnte sich schon ausmalen, wie das Auto sie erfasste und sie über die Motorhaube rollte, gegen die Windschutzscheibe prallte und der Wagen erst dann mit quietschenden Reifen zum Stehen kam.

Doch dann fassten sie zwei starke Hände und zogen sie zurück auf den Bürgersteig. Unsanft stolperte sie und landete, mit den Händen voraus, auf dem vereisten Fußgängerweg. Kleine Kieselsteine rissen ihre Handflächen auf, Dreck und schmelzendes Eis brachten die Wunden fast auf Anhieb zum Glühen.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht setzte sie sich auf. Ihr weißer Ritter kniete sich vor ihr nieder und schaute sie etwas besorgt an. „Geht es dir gut?“, fragte er sie.

Sie nickte, weiterhin vom Schmerz abgelenkt. Ihr Blick wanderte langsam an ihrem Retter hinauf. Er trug schwarze Stiefel, deren Höhe sie unter seiner engen, dunkelblauen Jeans nicht einschätzen konnte. Sein Oberkörper war bedeckt von einem Shirt mit V-Ausschnitt in Olive und einer geöffneten, pechschwarzen Lederjacke. Auf dem Gesicht des unbekannten Mannes war leichte Besorgnis zu sehen. Seine blauen Augen bohrten sich in die ihre, während er jede kleinste Bewegung von ihr beobachtete, als sie sich aufrappelte.

Etwas benommen, aber sicher auf den Beinen, schüttelte sie den Dreck von ihrem Mantel und widmete sich wieder dem jungen Mann vor ihr zu. Er schien nicht viel älter zu sein als sie. Vielleicht Anfang 20. Sein schwarzes, dichtes Haar war zerzaust und bedeckte etwas seine Stirn. Seine Wangenknochen stachen etwas höher hervor. Sein Kiefer und Kinn waren sehr markant. Sein gesamter Körperbau war stark, mit breiten Schultern und muskulöser Brust. Viel zu groß war er nicht, in etwa einen Kopf größer als sie. Seine Aura hatte etwas Mysteriöses, doch Anziehendes an sich. Sie konnte es nicht erklären, aber sein gutes Aussehen und sein starkes, wenn auch dunkles und gefährliches Auftreten, zog sie in seinen Bann.

„J- ja“, stammelte sie schließlich hervor. „Danke, das war knapp.“

„Vielleicht solltest du doch lieber Fotos im Studio machen“, sagte er mit einem frechen Grinsen auf den Lippen. „Und die“, er zeigte auf ihre blutenden Hände, „solltest du schnellstmöglich verarzten, bevor du dir Infektionen einholst.“

„Ach, das sind nur Kratzer“, winkte sie ab. Etwas peinlich berührt schaute sie sich nach ihrer Kamera um. Es fing ihr an unangenehm zu werden, ihm in die Augen zu schauen.

„Wenn du deine Kamera suchst“, er hielt sie ihr hin. „Ich weiß nicht ob du sie noch gebrauchen kannst.“ Beim Überreichen bemerkte sie das zersplitterte Digitaldisplay und das angeschlagene Objektiv. Beides waren keine guten Anzeichen für das Überleben ihres Equipments. Das würde sie aber erst zuhause ausprobieren.

„Danke.“ Bestürzt nahm sie ihre Kamera entgegen.

„Gerne.“ Lächelnd schaute er sie an. „Ich bin übrigens Damon.“

„Lia.“ Sie konnte nicht anders als ihm in die Augen zu schauen. „Also Lia wie in Amelia“, erklärte sie schnell.

„Freut mich dich kennenzulernen, Amelia.“ Er setzte sich mit ihr in Bewegung, in die Richtung aus der sie ursprünglich gekommen war. „Du scheinst neu in der Stadt zu sein.“

„Ja und Nein“, gab sie zu und ging, leicht humpelnd, neben ihm her. „Meine Eltern kommen aus Mystic Falls“, erzählte sie. „Ich habe hier nur einige meiner Sommerferien bei meinen Großeltern verbracht. Nun ist meine Großmutter gestorben und meine Eltern haben entschieden aus Los Angeles hierhin zu ziehen, damit mein Großvater nicht allein bleibt.“

„Oh, Los Angeles.“ Er passte sich ihrem Tempo an. „Eine schöne Stadt mit eine großartigen Nachtleben.“

„Aber auch die Stadt der Drogen, Skandale und des Neids“, merkte sie an.

„Autsch, da ist jemand also eine kleine Pessimistin.“

„Wohl eher Realistin. Ich versuche die Welt so zu sehen wie sie ist“, verteidigte sich Lia. „Mit ihren guten und schlechten Seiten.“

„Die Welt ist doch aber viel facettenreicher als nur gut und schlecht, schwarz und weiß“, entgegnete Damon. „Sehen Fotografen nicht eigentlich Dinge aus den verschiedensten Perspektiven?“

„Ja und Nein“, sagte sie wieder. Dabei kicherte sie etwas.

Er schmunzelte. „Ich sehe schon. Du bist eine sehr interessante Persönlichkeit, Amelia. Ich kann es kaum erwarten dich näher kennenzulernen.“ Er stoppte plötzlich. „Aber hier trennen sich unsere Wege vorerst.“ Er zeigte zu seiner Linken. „Das ist mein Weg.“

Sie folgte seiner Handbewegung. „Okay, wann sehe ich dich denn… wieder…“ Verdutzt drehte sie sich einmal im Kreis. Er war weg. Wie in Luft aufgelöst, innerhalb einem Bruchteil von Sekunde. Komplett aus ihrem Sichtfeld verschwunden. Wie zur Hölle…?!, hallte es in ihren Gedanken. Hatte sie sich das Gespräch gerade eventuell einfach nur vorgestellt? Hatte sie sich beim Sturz den Kopf gestoßen? Amelia konnte es sich nicht erklären. Genauso wenig konnte sie erklären, wie sie nun vor dem Haus ihrer Großeltern stand. Waren sie tatsächlich so lang gelaufen bei den wenigen Worten die sie ausgetauscht hatten?

Verwirrt trottete sie die drei Stufen des Terrassenvorsprungs hinauf und schloss die Haustür auf. Ohne ein Zeichen von sich zu geben, ging sie hinauf ins erste Stockwerk und legte Kamera, sowie Mantel ab, bevor sie sich ihre Hände und Wunden wusch. Es schmerzte und brannte nicht wenig, als heißes Wasser über die offenen Stellen rannte. Im selben Moment besänftigte es die Haut.Behutsam tupfte sie die Wassertropfen mit einem Tuch ab. Dann ging sie wieder in ihr Zimmer, wo sie sich zunächst auf ihr Bett warf, zwischen all die Dinge, die sie zuvor unordentlich ausgepackt hatte. Erschöpft ließ sie ihre Augen zu fallen und schlief kurz darauf ein.
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