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Schuld & Sühne

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
Harry Potter Minerva McGonagall Severus Snape
14.01.2020
23.03.2020
22
83.152
218
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Dieses Kapitel
35 Reviews
 
 
14.01.2020 5.449
 
Titel: Schuld & Sühne

Anmerkung: Meine neue Geschichte ist da. Und sie könnte nicht unterschiedlicher zur letzten sein. xD
Die Idee hatte ich ziemlich direkt nach dem Erscheinen des siebten Bandes 2007. Damals war die Idee noch neu. ;-) Inzwischen ist sie ein alter Hut, trotzdem ließ sie mich nicht los.

Hinweis: Es handelt sich in erster Linie um eine Abenteuergeschichte. Aber ihr kennt mich. ;-) Natürlich wird es Snarry geben. :-D

Und da heute der Todestag von Alan Rickman ist, gibt es eigentlich kein besseres Datum (außer Severus' Todestag, aber bis Mai wollte ich nicht warten), um diese Geschichte zu veröffentlichen. Ruhet in Frieden.


Kapitel 1: Eine zweite Chance

Er drehte den Zauberstab in seine Händen. Vollkommen in Gedanken versunken starrte Harry auf die rauchenden Trümmer von Hogwarts, während die Finger, nur um etwas zu tun, mit dem Elderstab spielten; wirklich wahrnehmen tat er es nicht  - überhaupt nahm er nichts mehr um sich herum wahr. Da war nur dieses Gefühl der Leere und der Fassungslosigkeit.

Sein Leben lang - zumindest sein Leben als Zauberer - hatte er auf den Moment gewartet, an dem Voldemort besiegt war; an dem die Welt endlich von diesem Schrecken befreit worden war. Und nun war es soweit - und doch fühlte es sich anders an als er jemals erwartet hatte. Da war keine Freude, keine Erleichterung - da waren nur Schock und Leere.

Er sah kurz in den Himmel, dann hinab auf seine blutdurchtränkte, verdreckte und verschlissenen Kleidung. Er stank und fühlte sich hundeelend. Doch an Schlaf und Ruhe war nicht zu denken. Er hatte Angst, wenn er die Augen schloss, würde er irgendwann aufwachen, und feststellen, dass es nur ein Traum war. Obwohl es sich im Moment eher wie ein Albtraum anfühlte, denn eine Frage dominierte seinen Geist: War es das alles wert gewesen?

Die Aufräumarbeiten hatten bereits begonnen. Professor McGonagall koordinierte diejenigen, die da geblieben waren, um beim Wiederaufbau zu helfen. Harrys Blick glitt zu dem Schloss: Hogwarts. Sein ehemaliges Zuhause sah noch immer prachtvoll aus und auch wenn eine Menge zerstört worden war, waren große Teile noch intakt. Doch Harry konnte dem Anblick nichts mehr abgewinnen.

Der zurückliegende Krieg hatte alles verändert. Das Leid, das er gesehen hatte. Die Schmerzen, die er selbst ertragen hatte. War es das wert gewesen? Ihre Welt war nun frei, aber zu welchem Preis? All die Menschen, die dieses Leben lebenswert gemacht hätten, waren fort. Es gab niemandem mehr, der ihm nahe stand. Und auch wenn er Ron und Hermine nicht missen wollte, so war er dennoch allein auf der Welt.

Wie viele Menschen hatte er verloren? Die Augen schließend ließ er den Kopf hängen. Er wollte die Bilder nicht sehen, wollte nicht noch einmal miterleben, wie sie starben, aber er konnte es nicht verdrängen. Die leichenblassen Gesichter von Remus und Tonks sausten an ihm vorbei; er hörte Dumbledores "Severus! Bitte!"; sah den grünen Fluch, der auf Hedwig zusauste; Dobbys Ausdruck, als das Messer ihn traf; hörte das "Nicht Harry!" seiner Mutter; den Schrei seines Vaters; musste mitansehen wie Sirius durch den Vorhang fiel; wie Fred tot zusammenbrach; sah die vielen Leichen von Mitschülern, Kindern.

Und dann hörte er es: Das Röcheln, das Gurgeln von Snapes Kehle, als er seinen letzten Atem aushauchte, seine schwarzen Augen so unendlich tief und dann leer. Harry hielt sich die Ohren zu. "Neeeeeeeiiiin!" Er konnte dieses Geräusch nicht ertragen. Der Elderstab rollte aus seinem Griff. Er zwang sich die Augen zu öffnen, sah, dass er nur wenige Zentimeter gerollt war. Ein Heiligtum des Todes. Warum konnte nicht auch er tot sein?

Sein Arm streckte sich aus, eine schmerzhafte Bewegung. Er wusste schon gar nicht mehr, wie es war, keine Schmerzen zu haben. Er umschloss den Zauberstab wieder mit seiner Hand. Das letzte Überbleibsel von Dumbledore. Er starrte ins Nichts, nicht fähig sich zu rühren, oder sonst irgendwas zu tun. Er wollte einfach nur, dass es aufhörte.

Aber es hörte nicht auf. Die Wochen zogen ins Land. Die Zauberer gewöhnten sich daran, dass Voldemort tot war und nach und nach kehrte eine erste vorsichtige Normalität ein. Der Aufbau von Hogwarts dominierte die Tage, die Zeitungen waren angefüllt von neuen hoffnungsvollen Berichten, die alle in eine glänzende Zukunft wiesen.

Harry war drei Wochen im St. Mungos gewesen. Er war zusammengebrochen gefunden worden und hatte beinahe eine Woche geschlafen. Nach zwei weiteren Wochen, in denen seine Wunden verheilt waren, durfte er gehen. Aber er hatte nicht gewusst wohin, und so verbrachte er Zeit im Fuchsbau. Das machte es nicht besser. Freds Tod und der Verlust so vieler guter Freunde hing schwer über der Familie. Es wurde wenig gesprochen, was Harry im Grunde recht war, aber das Gefühl der Leere nur noch nährten.

Aber dann kamen auch sie langsam darüber hinweg. Es wurde wieder mehr gesprochen, öfter gelacht und nach und nach kehrte der Alltag ein. Harry fühlte sich schon lange nicht mehr wie ein Lebender. Er war mehr ein Zuschauer, der seinen eigenen Körper und die Handlungen der anderen beobachtete. Er nahm an nichts mehr bewusst teil. Im Grunde war er auch gestorben an jenem schicksalshaften Tag, dem 2. Mai - ein Datum, das für immer in seine Seele eingebrannt war. Nicht alle waren an diesem Tag gestorben, aber genug. Und er mit ihnen.

Tief in seinem Innern wusste Harry, dass es für ihn an diesem Ort keine Zukunft mehr gab. Es gab nur noch die Vergangenheit, ihre Schrecken, das Leid, das sich in seine Gegenwart schlich und somit auch seine Zukunft stahl. Harry starrte in die Flamme der Kerze, die einsam in seinem Zimmer im Fuchsbau brannte.

Die Vergangenheit… Zum allerersten Mal blitzte in Harrys Augen wieder Leben auf. Die Vergangenheit konnte man ändern. Er sah auf. Ein Zeitumkehrer. Ja, das war die Lösung. Er würde zurück reisen, würde alles tun, um diese Schrecken zu verhindern.

Harry sprang auf. Sein Körper mit einem Schlag von wilder Energie durchflutet. Wo konnte er einen Zeitumkehrer herbekommen? Sie waren im Ministerium unter strengem Verschluss. Konnte er ins Ministerium einbrechen? Harry bemerkte, wie seine Wangen zu glühen begannen und Adrenalin seine Adern flutete. Gab es etwa einen Weg, das Unrecht zu korrigieren? In seiner Zeitlinie nicht mehr, aber dafür vielleicht in einer anderen.

Harry begann unruhig hin und her zu gehen. Wenn er einen Zeitumkehrer kriegen würde - und das würde ihm irgendwie gelingen - wo sollte er anfangen? Abrupt hielt er inne. Die Schrecken hatten mit Voldemorts erneutem Auftauchen begonnen. Das erste Opfer war Cedric gewesen. Das war der Moment. Er musste in sein viertes Schuljahr zurückkehren.

Aber wenn er das tat, änderte er nichts an der Situation, in der er und seine Freunde steckten. Wenn er soweit zurückging, würde er die Zeitlinie so grundlegend verändern, dass er eine neue schuf; denn seine Zeit würde es für ihn dann nicht mehr geben. Konnte er das?

Harry sank in sich zusammen. Er war sowieso schon tot. Aber wenn die Möglichkeit bestand, dass er dieses Unrecht verhindern konnte, dann war es seine Pflicht dies zu tun - für sie alle. Sein Herz begann bei dem Gedanken wie wild zu pochen. Er würde sie wiedersehen können. Er würde sie wirklich alle wiedersehen können. Sirius. Sein Herz machte einen Aussetzer allein bei der Vorstellung. Er würde endlich nicht mehr allein sein; seine Familie würde leben.

Und ein allerletztes Mal musste er seine einzigen beiden Freunde um Hilfe bitten. Er fand Hermine im Garten. Sie stand am Rande des Feldes und sah den Weasleys beim Fliegen zu. Das Sirren der Insekten in der heißen Augustsonne passte so gar nicht zu Harrys Gefühlsleben. Er stellte sich zu seiner Freundin, die ihn mit einem leichten Lächeln aus sorgenvollen Augen bedachte. "Ich werde etwas tun und ich brauche deine Hilfe", murmelte Harry leise, während seine Augen die Fluglinien seiner Adoptivfamilie nachzogen. "Hast du noch deinen Zeitumkehrer?" Hermine starrte ihn an. Sie öffnete den Mund, schloss ihn wieder. "Komm nach dem Abendessen ist mein Zimmer", flüsterte sie kaum hörbar.

Harry nickte und vergrub sich in seinem Zimmer. Er musste sich ein paar Gedanken machen. Wenn Hermine den Zeitumkehrer wirklich hatte, dann musste er recht genau wissen, wo er hinwollte. Er überlegte, dass er ausreichend Zeit brauchte, um alle Horkruxe zu vernichten. Am einfachsten wäre es wohl genau vier Jahre zurückzureisen. Dann blieb genug Zeit, alles zu erledigen.

Doch wo sollte er hin? Es musste ein sicherer Ort sein, an dem er nicht gesehen werden würde. Und er brauchte Hilfe. Harry hatte da etwas im Kopf und lief schnell in die kleine Bibliothek der Weasleys. Er hatte hier einst ein Buch über Hogsmeade gesehen, das ihm jetzt vielleicht helfen würde.

Als er die Information hatte, die er brauchte, ging er zurück in sein Zimmer und packte eine kleine Tasche mit den aller wichtigsten Sachen. Es war eine kleine angelaufene Tasche aus braunem Leder zum Umhängen. So wie auf der Jagd nach den Horkruxen Hermine ihre Tasche hatte, nahm er nun seine eigene und füllte sie mit wichtigen Gegenständen. Seinen Tarnumhang, eine Fackel, ein bisschen Kleidung, eine Zahnbürste, die Karte der Rumtreiben, das Fotoalbum seiner Eltern, seinen Besen, das Zelt, einen Beutel mit Galleonen und das Stück Spiegelglas von Sirius. Zufrieden sah Harry in seine Tasche überlegte noch einmal, ob er alles hatte, dann verschloss er sie.

Ein letztes Mal starrte er aus dem Fenster im Fuchsbau, sah der untergehenden Sonne dabei zu, wie sie hinter den Hügeln versank. Es war an der Zeit. Hier gab es nichts mehr für ihn. Er musste weg. Er ertrug es nicht mehr. Jede Stunde, die verstrichen war, hatte ihn rastloser gemacht.

Als er schließlich in Hermines Zimmer trat und die Tür geschlossen hatte, fragte er sogleich: "Hast du ihn noch?"

Hermine nickte und zog dann stillschweigend die goldene Kette mit dem Zeitumkehrer aus einem kleinen Säckchen. "Du hast ihn noch", murmelte Harry fassungslos. Mit großen Augen starrte Harry den Zeitumkehrer an. "Ich habe ihnen einen falschen untergeschmuggelt, weil ich dachte, dass er vielleicht irgendwann hilfreich sein könnte." Hermine sah für einen Moment schuldbewusst zu Boden, aber als sie wieder aufblickte, war dort nichts als Mitgefühl zu sehen.

Sie nahm Harrys Hand und legte ihn hinein. Nun schimmerten Tränen in ihren Augen. "Ich wünsche dir alles Glück der Welt", sagte sie, ihre Stimme bebte. Harry schluckte. So sehr er diese Welt verlassen wollte, so sehr schmerzte es doch gerade zu wissen, dass er Hermine nie wieder sehen würde.

"Das wünsche ich dir auch", sagte er dann. "Ich weiß, dass ihr in dieser Welt glücklich werden könnt." Hermine nickte unter Tränen.

Harry atmete heftig ein und aus. "Bitte erkläre Ron, warum ich-" "Sie braucht es mir nicht zu erklären", unterbrach ihn plötzlich ein Stimme. Ron war in den Raum getreten. "Ich verstehe es." Auch er sah Harry voller Emotionen an.

Dann umarmte er seine beiden besten Freunde ein letztes Mal. "Danke." Er rückte von ihnen ab und starrte auf den Zeitumkehrer. Er legte sich die goldene Kette um. "Und wenn du ihn siehst. Irgendwie. Grüß Fred von mir." Rons Stimme zitterte und Tränen schimmerten in seinen Augen. Harry nickte, versuchte die aufkeimende Trauer zu ersticken. Als es soweit war, blickte er auf, sah die Tränen in den Augen seiner besten Freunde, die ihre Hände zum Gruß erhoben hatten. Seine Kehle wurde eng und er erwiderte die Geste, dann schwang er sich den Tarnumhang über und verließ das Zimmer.

Entschlossen marschierte er hinaus in die Dunkelheit, bis er weit genug weg war. Dann disappartierte er nach Hogsmeade und stellte unter dem Tarnumhang verbogen den Zeitumkehrer ein. Ein letztes Mal atmete er tief ein und aus. Alles um ihn herum begann zu verschwimmen und er schloss unwillkürlich seine Augen. Er hatte eine unumkehrliche Entscheidung getroffen. Harry James Potter war für immer aus dieser Zeitlinie geschieden. Er war fort.

***

Als das seltsame Gefühl vorbei und der Schwindel ein wenig abgeebbt war, öffnete Harry die Augen. Er stand an der gleichen Stelle in Hogsmeade, noch immer vom Tarnumhang verborgen. Warme, von der Sonne noch erhitzte Luft streichelte seine Haut. Es war eine herrliche laue Sommernacht. Harry blickte auf den rauchenden Zeitumkehrer in seiner Hand, das mittlere Stück war geschmolzen, offenbar defekt. Er verstaute ihn in seiner Tasche.

Dann sah sich Harry um, orientierte sich kurz und schritt Richtung Osten, wo eine Straße aus dem Dorf führte. Er wollte zu einem ganz bestimmten Haus. Die Straße wurde immer schmaler und endete schließlich in einer Gasse mit einigen wenigen letzten Häusern. Er ging bis zum letzten Gebäude und hielt dann inne. Das war es. Das Haus, das laut Eintragung Minerva McGonagall gehörte.

Harry atmete tief ein und trat dann näher an das Haus heran, das von einem Garten umgeben war, hinter dem sich die schöne hügelige Landschaft anschloss. Er konnte die Schutzzauber spüren, die das Haus umgaben und doch konnte er passieren. Erkannte das Haus, das er keine bösen Absichten hatte, sondern Hilfe brauchte?

Er stand in einem kleinen, dunklen Flur, von dem er in ein Wohnzimmer trat. Auch hier war es dunkel. Er zog sich den Tarnumhang vom Kopf und verstaute ihn in seiner Tasche. Im nächsten Moment wurde der Raum von gleißendem Licht erfüllt. Harry bedeckte seine Augen. Erst als er sie wieder öffnen konnte, sah er McGonagall im Türrahmen stehen, den Zauberstab mit ernsten Zügen auf ihn gerichtet. "Was tun Sie hier? Erklären Sie sich!", rief sie mit fester Stimme, die keinen Widerspruch duldete.

"Professor!", sagte er leise und senkte den Zauberstab, ließ ihn schließlich auf den Boden fallen, wo er mit einem lauten Klack zum Liegen kam und noch ein Stückchen rollte. McGonagall ließ ihn keinen Moment aus den Augen. "Sie kennen mich, Professor", sagte er langsam. "Ich war Ihr Schüler."

Ihre Augen suchten sein Gesicht ab, seine Statur, und wenn er sich nicht täuschte, dann hatte sie einen ersten Verdacht. Er nickte langsam. "Ja, ich bin Harry Potter. Ich komme aus der Zukunft." McGonagalls Augen weiteten sich ein Stückchen, doch ihr Zauberstab war noch immer auf ihn gerichtet. "Sie sind die beste Hexe für Verwandlung. Überprüfen Sie mich", bot Harry an und streckte zum Zeichen seiner Kapitulation beide Hände von seinem Körper zur Seite.

Das ließ sich die Hexe nicht zweimal sagen. Mit strengem Blick schwang sie ihren Zauberstab, murmelte unentwegt Formeln, die über Harry hinweg glitten. Schließlich ließ sie ihren Stab sinken. "Was tun Sie hier, Mister Potter?"

Harry seufzte. Wo sollte er anfangen? "Ich bin hier, um Voldemort zu vernichten", sagte er schließlich. Unverständlich sah McGonagall ihn an. "Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, Professor", gestand Harry. "Es ist so viel geschehen."

"Vielleicht fangen Sie an, indem Sie sich setzen", bot sie ihm einen Platz auf ihrem Sofa an. Dankend ließ sich Harry nieder. Er seufzte und ließ den Blick durch den Raum schweifen. Da waren viele Bücherregale, ein Kamin und zwei kleine Fenster mit Vorhängen. "Es ist schwierig zu erklären", begann er und strubbelte sich durchs Haar. "Es gibt etliche Dinge, die ich ändern muss."

"Von wann kommen Sie?", fragte sein Gegenüber, die sich im Sessel niedergelassen hatte. "Vier Jahre aus der Zukunft." McGonagall sah bestürzt aus, was Harry bemerkte. Er lachte bitter. "Ich sehe älter aus, oder?" Sie nickte stumm.

"Ja, der Krieg", murmelte er in Gedanken versunken. Er seufzte erneut.

Dann sah er wieder auf. "Würden Sie mir helfen?" Man sah Harry die Notlage förmlich an.

"Auch wenn ich noch nicht genau weiß, was das alles soll, werde ich Ihnen auf jeden Fall helfen." Ein dankbares, wenn auch trauriges Lächeln huschte über Harrys Gesicht. "Wäre es Ihnen dann möglich, noch eine Person dazu zu holen? Wir brauchen seine Hilfe." "An wen denken Sie?" "Professor Snape." Seine Stimme zitterte.

McGonagall sah ihn überrascht an. "Ich glaube kaum, dass Severus sich bereit erklären wird."

Harry sah sie dunkel an. "Das wird er", sagte er dann. McGonagall sah ihn fragend an und Harry war ihr sehr dankbar, dass sie nicht weiter bohrte. "Gut, dann werde ich ihn holen." Sie trat zu ihrem Kamin und benutzte das Flohnetzwerk, um nach Hogwarts zu gelangen.

Harry wischte sich die schwitzenden Hände an seiner Hose ab. Er war schlagartig so nervös, dass er kaum ruhig sitzen bleiben konnte. Es waren gefühlt nur Sekunden vergangenen, als der Kamin erneut aufflammte und McGonagall zurück in ihr Wohnzimmer trat. Harry wurde schlecht und sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Er kam sich vor wie in einem Traum. Nervös rutschte er bis zur Sofakante und starrte gebannt zum Kamin, der in diesem Moment erneut grün aufflammte.

Snape trat hindurch. Dann blieb er wie angewurzelt stehen, sein Blick starr auf Harry gerichtet. "Severus, das ist-", begann McGonagall, doch Harry unterbrach sie. "Sie brauchen es ihm nicht zu erklären" Harry stand auf. "Er erkennt mich. Er sieht es in meinen Augen." Harry sah Snape offen an und dieser starrte zurück, während sich seine Augen ein Stück weiteten.

"Harry ist aus der Zukunft zurückgekommen, um einige Dinge zu ändern", begann McGonagall erklärend.

Snapes Lippen schürzten sich zu einem höhnischen Grinsen. "Ist es nicht so gelaufen, wie Sie es sich vorgestellt haben, Potter? Zu wenig Ruhm? Zu wenig Bewunderer?" Snape hätte in diesem Moment alles sagen können. Harry war einfach nur froh, diese Stimme wieder zu hören, egal wie sehr sie darauf ausgelegt war, ihn zu verletzen. Wie sehr hatte er sich gewünscht, sie wieder zu hören.

Doch noch etwas anderes geschah: Mit einem Schlag hörte er es wieder, das Röcheln mit welchem Snape gesprochen hatte, als er gestorben war. Ein Zittern durchfuhr seinen jungen Körper. Er schüttelte sich und richtete seine Aufmerksamkeit auf das Paar schwarze Augen, das ihn mit einer Spur Verwirrung musterte. "Zu viele Tote", erwiderte er dann ruhig.

Seine Antwort hatte den gewünschten Effekt. Sowohl Snape als auch McGonagall starrten ihn fragend an. "Ich werde alles erklären, Professor. Aber erst muss ich mit Ihnen, Sir, alleine sprechen." Er sah Snape an.

"Würden Sie uns kurz alleine lassen, Professor?", fragte Harry höflich mit einem Blick auf seine ehemalige Lehrerin. Diese nickte und ging nach nebenan in die Küche.

Stille breitete sich aus und Harry versuchte sich zu überlegen, wie er all das in Worte fassen wollte, was in ihm brannte. Er wollte Snape so vieles sagen und doch brachte er keinen Ton heraus, denn zum ersten Mal sah er in die lebendigen Augen des Mannes, der alles für ihn, Lilys Sohn, riskiert hatte.

"Wer ist gestorben?", fragte Snape dann. "Jemand, der Ihnen nahestand?", höhnte er. Als Harry nicht reagierte, fuhr Snape voller Abscheu fort: "Es ist nicht an Ihnen zu entscheiden, wer leben soll und wer nicht."

"Das ist richtig", gab Harry leise zurück. Wie sollte er bloß anfangen? Das hier war der Snape von vor vier Jahren - er hatte bereits unglaublich viel erlebt, aber die schlimmsten Jahre seines Lebens lagen noch vor ihm ohne es zu wissen. "Es wird schlimmer werden als Sie sich jemals vorstellen können", sagte Harry dann leise, seine Stimme so dunkel und voller Leid, das Snape nichts erwiderte, sondern den jungen Mann einfach nur anstarrte. "Zu unser aller Wohl musste ich zurückkommen", fuhr Harry leise fort, woraufhin sich ein Schnauben in Snapes Gesicht abzeichnete. Die schwarzen Augen; er sah sie wieder leer werden. Harry kniff die Augen zusammen, sah nach unten. Bei Merlin! Snape lebte! Diese Tatsache ließ ihn erzittern. Er lebte wirklich. Er stand hier vor ihm. Am liebsten hätte er ihn berührt, um festzustellen, ob er wirklich nicht träumte.

"Mister Potter?" Snape sah ihn irritiert an. "Alles gut, Professor", winkte Harry ab. "Erinnerungen", brachte er dann mühselig hervor.

"Ich brauche Ihre Hilfe", sagte er dann direkt heraus. "Niemals", zischte Snape sofort. Harry zog unbeeindruckt eine Augenbraue hoch. "Ja, genau", entgegnete er nun ebenfalls zischend. "Deswegen helfen Sie mir ja auch seit meinem ersten Lebensjahr." Harry sah mit einer gewissen Genugtuung wie sich Irritation in Snapes Blick stahl. "In meinem ersten Schuljahr beim Quidditch, in meinem zweiten beim Duellieren, in meinem dritten vor einem Werwolf, in meinem vierten vor dem Ertrinken, in meinem fünften durch die Kommunikation mit dem Orden und 'Nachhilfe', in meinem sechsten-" Harry hielt inne; Schmerz durchzog ihn, während Snape ihn nur mit weit geöffneten Augen ansah. Er konnte nicht weiter sprechen.

"Sie helfen mir wegen Ihrer Liebe zu ihr." Harrys Stimme war nur noch ein Hauch.

Snape starrte ihn an, sein Blick nun mörderisch. "Woher wollen Sie das wissen?", presste er hervor.

"Sie haben es mir gesagt." "Ich könnte mir kein Szenario vorstellen, indem ich das tun sollte", kam es überheblich. Harry biss sich auf die Lippe. Er durfte nichts sagen. Und es hätte auch zu nichts geführt. "Sagen wir einfach, dass ich es weiß."

Snape presste seine Kiefer aufeinander. "Was geschehen muss, muss geschehen. Tote sollten tot bleiben."

"Ich wünschte, ich könnte Ihnen vorwerfen, Sie hätten keine Ahnung, aber ich weiß es nun besser. Ich will nicht nur die Toten retten." Harrys Stimme hatte einen flehenden Klang angenommen, der voller Schmerzen war. "In erster Linie bin ich gekommen, um etwas anderes zu tun."

Er trat einen Schritt näher auf Snape zu, der ihn skeptisch musterte. "Danke." Harry sprach voller Emotionen und Aufrichtigkeit. Snape starrte ihn an. Der Moment war gekommen, in dem er alles los werden konnte; Wiedergutmachung leisten konnte. "Es tut mir leid, dass ich Ihnen nie vertraut habe, dass ich Sie so behandelt habe und nie versucht habe zu ergründen, warum Sie es tun. Ich habe Ihnen so viel zu verdanken und ich hatte nie die Chance Ihnen das zu sagen. Es tut mir alles so leid. Und ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen. Sie sind der mutigste Mann, dem ich jemals begegnet bin." Harry wusste, dass inzwischen Tränen in seinen Augen schimmerten, aber es war ihm egal. Er wollte, dass Snape wusste, dass er es ernst meinte. Die dunklen Augen starrte ihn noch immer schweigsam an.

"Was wollen Sie tun?" Es war eine Erleichterung. Snape hatte zwar nicht gesagt, dass er seine Entschuldigung annahm, aber immerhin jagte er ihn nicht direkt zum Teufel. Das war ein Anfang.

"Ich weiß, wie man den Dunklen Lord vernichten kann."

Snape sah ihn irritiert an. Dann ätzte er: "Ich weiß ja nicht, aus welcher Welt Sie kommen, aber hier gibt es ihn nicht mehr; nicht seitdem-"

"Ja, ja, ich weiß. Seitdem ich ihn als Baby vernichtet habe", tat Harry mit einer lässigen und reichlich genervten Geste ab. "Es sind Sommerferien. Spüren Sie Ihr Mal nicht brennen?"

Sofort bedeckte Snape seinen linken Unterarm mit seiner rechten Hand. "Woher-?"

Harry seufzte. "Ich habe diese Zeit bereits erlebt und weiß, was in den kommenden vier Jahren passiert. Ich weiß, dass Sie ein Todesser waren." Snapes Augen weiteten sich. "Ich weiß auch, warum Sie zu Dumbledore gegangen-" "Genug!" Snapes Stimme war ein dunkles, bedrohliches Zischen. Harry atmete geräuschvoll ein und wieder aus. "Es tut mir leid, Professor. Ich wollte Ihnen nicht weh tun."

Harry senkte den Blick, besann sich auf seine eigentliche Aufgabe. "Er wird zurückkehren. Diesen Sommer nach dem Trimagischen Turnier."

In diesem Moment kam McGonagall wieder herein und servierte stillschweigend Tee. "Ich denke, wir sollten uns lieber setzen."

Die beiden Männer nickten und setzten sich zu McGonagall auf die mit Blumen verzierte Sofagarnitur. "Es gibt so vieles zu erklären." Harry seufzte. "Ich bin hier, um allen eine bessere Zukunft zu ermöglichen."

"Wie nobel von Ihnen, Potter", giftete Snape. "Severus", mahnte McGonagall ihn, doch Harry lächelte nur. Es war ihm egal, was Snape sagte, Hauptsache er war lebendig. "Der Dunkle Lord wird zurückkehren und seine menschliche Form nach dem Trimagischen Turnier wiedererlangen."

"Wie?", fragte McGonagall atemlos. "Das erkläre ich später. Wichtig ist nur, dass wir dies geschehen lassen", warf Harry ein.

"Was?", fragte McGonagall entsetzt.

Harry seufzte und rieb sich übers Gesicht. "Er hat Horkruxe angefertigt." Die Stimmung schlug augenblicklich um und McGonagall und Snape starrten Harry mit Horror im Gesicht an.

"Sechs Horkruxe", konkretisierte er und sah, wie jegliche Gesichtsfarbe aus McGonagalls Gesicht wich. "Ich weiß, wo er die Horkruxe versteckt hat und ich weiß auch, wie man sie vernichtet."

"Deswegen konnte er überleben", murmelte Snape. Harry nickte. "Albus hat es immer gewusst", schaltete sich McGonagall ein. Harry nickte. "Ja, er hat es geahnt."

"Dann sollten wir ihn informieren", schlug die Hexe vor. "Nein!", entwich es Harry panisch. Irritiert sahen ihn seine beiden ehemaligen Lehrer an. Harry schüttelte den Kopf. "Professor Dumbledore ist anfälliger als wir anderen für gewisse Dinge." Er wusste, dass er sich kryptisch ausdrückte, aber wie sollte er nun auch noch die Heiligtümer erklären? "Glauben Sie mir einfach. Anfangs hat mir Professor Dumbledore bei der Suche geholfen. Er hat mich auf die Spur der Horkruxe gesetzt. Einen hat er selbst vernichtet, doch dabei-" Harry hielt inne. "Es lief nicht alles glatt", schloss Harry und senkte den Blick. Die Erinnerungen waren zu schmerzhaft. Die Höhle erschien vor seinem geistigen Auge, wie er Dumbledore immer weiter den Trank einflößte, die verdorrte Hand, sein unausweichlicher Tod, wie er schließlich starb, wie Snape… Harry schüttelte den Kopf, um die schlimmen Bilder zu vertreiben.

"Warum sollen wir gestatten, dass Du-weißt-schon-wer wieder aufersteht?", fragte nun McGonagall.

Harry hob den Blick; eine beängstigende Gewissheit lag darin. "Weil er die Chance haben muss, mich umzubringen."

Die Stille, die daraufhin folgte, war unbeschreiblich. Obwohl seine beiden Lehrer so viel älter waren als er, schienen sie mit dieser Aussage weit mehr Probleme zu haben als er. Aber wer konnte es ihnen verdenken? Sie hatten die Gräuel der kommenden Jahre nie erlebt.

"Was reden Sie denn da?", stieß McGonagall schließlich erschüttert hervor.

"Er hat aus Versehen einen weiteren Horkrux geschaffen", fuhr Harry fort. "Als meine Mutter mich mit der Kraft ihrer Liebe schützte, prallte der Fluch von mir ab und ging auf ihn über. Aber während er versuchte, mich zu töten, riss er seine Seele ungewollt noch ein Stück auseinander. Dieses Stück klammerte sich an das einzig Lebendige im Raum." Nun war auch Snape so blass wie McGonagall. Harrys Hand wanderte zu seiner Narbe und strich sanft darüber.

McGonagall schlug entsetzt die Hand vor den Mund und sah so blass aus, als müsste sie sich gleich übergeben. Auch Snape sah schockiert aus, murmelte dann aber "Ein siebter Horkrux" und Harry nickte. McGonagall griff derweil zu ihrer Teetasse und trank einen Schluck, es schien mehr der Beruhigen als des Durststillens zu dienen.

"Harry muss erklärt werden, was auf ihn zukommt", fuhr Harry fort und fand es reichlich befremdlich so über sich selbst zu sprechen. "Und ich denke, dass Sie, Professor McGonagall das am besten könnten. Die Einzelheiten erkläre ich Ihnen später. Wichtig ist nur, dass wir die Dinge erst einmal laufen lassen, bis zu dem Tag auf dem Friedhof." Harry hielt inne; versuchte den Schauer zu unterdrücken, der ihn überfiel.

"Harry muss sich opfern. Er muss glauben, dass er mit seinem Tod, alle anderen retten kann. Sagen Sie ihm, dass Sirius und Remus sterben. Das wird er verhindern wollen." Schockiert sahen ihn die beiden an und Harry erschrak vor sich selbst. Zum ersten Mal konnte er die so kaltherzig erscheinenden Entscheidungen, die Dumbledore getroffen hatte, verstehen. Manchmal ging es nicht anders.

"Wie Sie sich denken können, wird er nicht sterben. Sonst säße ich wohl kaum vor Ihnen. Aber er muss es glauben. Nur so kann er alle anderen schützen, weil er sich für sie opfert. Dabei wird Voldemort aber nur den eigenen Horkrux in Harry töten. Und dann ist er verwundbar und wird sterben."

Schweigend starrten die beiden ihren ehemaligen Schüler an, der nichts mehr gemein hatte mit dem Jungen, den sie noch vor wenigen Wochen in der Schule gesehen hatten. Es war erschütternd. Was musste in den Jahren passiert sein?

"Warum haben Sie diesen Zeitpunkt gewählt?", fragte Snape leise. "Sie hätten doch auch weiter zurückreisen können. Ihre Eltern retten." Snapes Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

"Ich habe nicht daran gedacht", gab Harry ebenso leise zurück und schollt sich einen Idioten, dass er es nicht getan hatte. Alles, was er wollte, war Snape noch mal zu sehen, sich bei ihm zu bedanken.

"Etwas war Ihnen wichtiger als Ihre Eltern?", fragte McGonagall überrascht, nicht anklagend.

"Ja", gab Harry zurück, während er es nicht verhindern konnte, dass sein Blick zu Snape glitt. Selbst McGonagall fiel das auf; ließ es jedoch umkommentiert.

"Was tun wir jetzt?", fragte sie dann.

"Jetzt zerstören wir die Horkruxe, damit wir im nächsten Sommer Voldemort vernichten können." Die Entschlossenheit in Harrys Stimme war unüberhörbar. Einen Moment sahen sich Snape und McGonagall an. Beiden wurden bewusst, wie wenig dieser Harry mit dem Teenager gemeinsam hatten, den sie kannten. Hier saß ein Mann.

"Wo sind die Horkruxe?", fragte McGonagall dann. Harry rieb sich über das Gesicht. "Der Dunkle Lord hat die sechs Horkruxe an allen möglichen Orten versteckt." Ein Schaudern ging durch McGonagalls Körper. Snape hob skeptisch eine Augenbraue.

"Ein Horkurx ist in dieser Zeit bereits zerstört." Fassungslos sah seine ehemalige Verwandlungslehrerin ihn an. "Tom Riddles Tagebuch aus meinem zweiten Schuljahr", sagte er dann und zwei Augenpaare weiteten sich. Er lächelte. "Der Basiliskenzahn hat ihm den Garaus gemacht."

"Sie haben unwissentlich mit zwölf Jahren einen Horkrux zerstört?", fragt McGonagall fassungslos. Harry schmunzelte verlegen. "Früh übt sich", murmelte er dann und starrte ins Nichts, versunken in Erinnerungen an die Kammer des Schreckens und Tom Riddles Horkrux im Tagebuch, der es beinahe geschafft hätte, körperlich zu werden.

Bevor er weitere Informationen mit den beiden teilen konnte, riss ihn McGonagalls Stimmte aus seinen Erinnerungen. "Ich muss das alles erst einmal verarbeiten", sagte sie und stand auf. Harry nickte langsam, sein Blick huschte zu Snape. Auch dieser sah aus aus, als bräuchte er eine Pause. "Dann sehen wir uns morgen wieder?", fragte er. Snape erhob sich ebenfalls, nickte kurz und verschwand.

"Ich nehme an, Sie möchten hier blieben?", fragte McGonagall. Harry nickte vorsichtig. "Wenn es für Sie in Ordnung wäre."

Ein gepresstes Lächeln huschte über McGonagalls Gesicht, während ein seltsamer, beinahe trauriger Ausdruck in ihren blauen Augen aufleuchtete. "Ich habe ein Gästezimmer, das Sie gerne nutzen können."

"Vielen Dank", sagte Harry aufrichtig und folgte seiner ehemaligen Lehrerin. Sie gingen aus dem Wohnzimmer den Flur entlang. McGonagall öffnete eine Tür und Harry trat ein. Es war ein kleiner Raum mit einem Bett, Nachttisch, einem Fenster, vor dem ein kleiner Schreibtisch und ein Stuhl standen. Die blumenverzierten Vorhänge waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber es war gemütlich.

Er drehte sich noch mal zu seiner Gastgeberin um. "Ich danke Ihnen vielmals."

"Schon gut, Mister Potter. Schlafen Sie gut."

"Sie auch, Professor." Er schloss die Tür und ging zum Fenster. Er hatte den Blick auf die leere Gasse, die bald als kleiner Feldweg zwischen den Hügeln verschwand. Die weite Landschaft dahinter wurde nur noch erhellt durch den Mond. Es war so friedlich. Harry seufzte. Er fühlte sich ziemlich erschöpft. Sie hatten zwar nur an der Oberfläche dessen gekratzt, was da noch auf sie zukommen würde, aber er versuchte ja auch gerade den Inhalte etlicher Jahre in wenige Minuten zu pressen. Es musste überwältigend für die beiden sein.

Harry zog sich um und legte sich in das gemütliche Bett. Er starrte an die Decke. Er hatte es wirklich getan. Er war zurückgereist. Er hatte die Möglichkeit alles besser zu machen und all die Leichen zu verhindern, die den Pfad der Zukunft säumen würden. Harry schloss die Augen. Zum allerersten Mal seit Monaten schlief er mit einem Gefühl von zaghafter Zuversicht ein.

***

Fortsetzung folgt…

Ich bin ja so gespannt, was ihr zum Auftakt meiner neuen Geschichte sagt. :-)

Wir lesen uns bald wieder.
Eure Krissy
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