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Liebe macht dumm

von Darya
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Caesar A. Zeppeli Joseph Joestar
13.01.2020
14.03.2020
10
35.152
2
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16.01.2020 3.631
 
„Hey Toni!“

In seinen eigenen Gedanken versunken griff er nach eine Aubergine und tastete sie auf Dellen ab.

„Anthonio?“

Jemand tippte ihm auf die Schulter und abwesend drehte er sich um. Zwei blaue Augen blickten ihn mit einem vorwurfsvollen Ausdruck an.

„Warum hast du dich nicht mehr bei mir gemeldet?“

Das braunhaarige Mädchen schien aufgebracht zu sein. Caesar runzelte die Stirn. Dann kam es ihm wie ein Schlag auf den Kopf. Vor zwei Monaten hatte er sie auf einer Dating-App kennen gelernt. Er hatte keine Ahnung mehr, wie sie hieß, aber danach hatte er ihre Nummer wieder gelöscht.

„Ähm, ich war ziemlich beschäftigt, weißt du.“, log er.

Sie kam ihm ein bisschen näher und tippte auf seine Brust.

„DU hattest gesagt, wir müssen uns unbedingt wieder sehen. Danach hast du auf keine meiner Nachrichten geantwortet. Ich finde es natürlich okay, wenn du kein Interesse mehr an mir hast, aber warum hast du mir das nicht mitgeteilt?“

Caesar lächelte nervös, versteckte sich hinter einer selbstbewussten Fassade.

„Ich dachte, es wäre klar gewesen.“

Sie lächelte entrüstet und wollte etwas sagen. Doch sie wurde abgehalten.

„Caesar!“

Joseph tauchte vor seinen Augen auf. Geschockt schluckte er und sah, wie in den Augen des Mädchens Verwirrung entstand.

„Caesar?“, fragte sie aufgebracht.

Joseph drehte sich zu dem Mädchen und streckte ihr die Hand aus.

„Ich bin ein Freund von Caesar, Jojo mein Name. Und du?“

Sie nahm die Hand nicht an und blickte aufgebracht zu dem Blonden.

„Du hast einen falschen Namen benutzt?“

Mit einem unsicheren Lachen kratzte sich Caesar am Hinterkopf. Joseph blickte ihn verwirrt an.

„Anthonio ist mein Zweitname, also ist das nicht ganz falsch ...“

Sie schüttelte den Kopf und schnaubte wütend.

„Du bist echt ein Arschloch.“

Dann drehte sie sich um und ging. Caesar wippte mit dem Fuß und ganz langsam drehte er den Blick zu Jojo. Der starrte ihn für eine Weile ohne Ausdruck an. Kurz schüttelte er den Kopf, musste aber vor Peinlichkeit grinsen.

„Du bist wirklich ein Playboy!“, rief er entrüstet aus.

Ein paar der Menschen starrten ihn stirnrunzelnd an. Dann ließ er die Aubergine wieder in das Fach fallen und packte Joseph am Arm, um ihn aus dem Supermarkt zu ziehen.

„Hey, warte, ich wollte noch etwas ...“

Sie standen auf der Straße und Caesar blickte sich um. Das Mädchen war nicht zu sehen.

„... einkaufen?“, murmelte Jojo überfordert.

Dann blickte er ihn nachdenklich an.

„Das hat dich mitgenommen.“

Caesar schüttelte den Kopf.

„Niemals!“, lachte er laut.

Joseph nickte mit großen Augen.

„Oh, doch!“

„Woher willst du das wissen?“, fragte er schnippisch.

Joseph legte einen Arm um ihn und führte ihn die Straße entlang.

„Weil du so genervt reagierst.“, stellte er amüsiert fest.

„Lass uns was essen gehen. Haben uns schon lange nicht mehr gesehen.“, sagte Jojo dann.

Sie hatten sich vielleicht seit einer Woche nicht mehr getroffen. Doch Caesar sagte nichts. Jetzt saß er mit dem braunhaarigen in einem Restaurant und sie blickten beide in die Menükarte.

„Du hast ja jetzt nur noch eine Krücke.“

„Ja, mein Arzt hat es mir erlaubt.“

Danach schwiegen sie wieder. Der Kellner kam und nahm ihre Bestellung auf. Dann blickte Caesar unsicher auf seine Hände.

„Du hast mir gar nicht geschrieben.“, sagte Jojo.

Er hatte einen offenen Blick. Dennoch fühlte sich Caesar so, als müsste er es sich selbst vorwerfen.

„Ja, es tut mir leid, ich habe nicht daran gedacht.“, murmelte er von sich selbst enttäuscht.

Zur seiner Verwunderung lächelte Jojo ihn an.

„Kein Problem, habe ich mir eh gedacht. Ich wollte nur, dass du mir zuerst schreibst. Als erste Hürde, Freunde zu finden.“

„Ah, okay.“, gab er kurz zurück.

Er wollte das Thema möglichst schnell hinter sich bringen.

„Darf ich fragen, was du dem armen Mädchen angetan hast?“

Sie aßen schon eine Weile und Caesar bekam kaum ein Wort aus dem Mund. Doch jetzt musste er wohl seinen Mann stehen.

„Sie war ... mittelmäßig im Bett. Nicht besonders gut, aber auch nicht schlecht. Und ich treffe mich nur mit einem Mädchen zweimal, wenn sie sehr gut war.“

Er blickte auf und sah, wie Joseph Soße an seiner Oberlippe kleben hatte. Er deutete kurz auf die Stelle. Joseph schnappte sich eine Serviette und wischte sich über den Mund, nahm erneut eine Gabel und schmierte sich erneut Soße auf die Oberlippe. Kopfschüttelnd erkannte Caesar, dass es ein langer Weg werden würde, ihn an ein gutes Mädchen ranzubringen.

„Aber wieso hast du ihr einen falschen Namen genannt?“

„Ich mag es nicht, wenn sie zu viel von mir wissen. Deswegen nenne ich meistens meinen Zweitnamen.“

„Du Player.“

Er sah ihm nicht in die Augen, als er es sagte. Der Blonde war sich nicht sicher, ob es vorwurfsvoll und scherzend gemeint war. Also er ignorierte es einfach. Caesar schmunzelte und sah Jojo dabei zu, wie er mehr Soße um seinen Mund verteilte. Genervt griff er nach einer Serviette und wischte selbst über seinen Mund. Josephs Augen waren groß, aber Caesar blitzte ihn nur an.

„Wie ein Kind! Glaubst du, irgendein Mädchen findet das attraktiv?“

Joseph lachte und schüttelte den Kopf.

„Nein, aber vielleicht du?“

Er zwinkerte und Caesar fühlte auf einen Schlag Hitze in seinem Gesicht. Sein Herz klopfte lauter. Machte er sich über ihn lustig?

„Nur ein Witz, Caesar.“, lachte Jojo und widmete sich wieder seinem Essen.

Sie aßen fertig und Caesar wartete auf den Kellner.

„Ich zahle.“, sagte er schnell, bevor Joseph sein Portmonee hervorholte.

„Als Dankeschön.“, sagte er ihm leise.

Sie gingen aus der Tür und er wollte sich schon verabschieden, da hielt Joseph ihn fest.

„Bevor du gehst. Versprichst du mir, dass du mir schreibst?“

Er grinste irgendwie frech und auch, wenn Caesar sich nicht sicher war, nickte er. Joseph stand plötzlich genau vor ihm und umarmte ihn kurz. Caesars Augen wurden groß und sein Herz raste erneut. Es fühlte sich gut an und er roch wieder dieses Aftershave. Doch da löste er sich wieder von ihm. Er blickte in sein lächelndes Gesicht und verlor sich in seiner warmen Aura. Joseph lachte leise und klopfte ihm auf die Schulter.

„Wir sehen uns.“

-

Caesar hatte auf dem Heimweg ein merkwürdiges Gefühl in seinem Bauch. Unbekannte Emotionen ließen sein Gesicht immer wieder warm werden und ein peinliches Lächeln schlich sich auf seine Lippen, wenn er an Jojos warme Augen dachte. Er stellte fest, dass es ein besonderes Gefühl war, einen neuen Freund zu finden. Auch, wenn er das nicht bei Mark kannte.

„Ey, Mark.“, Caesar scrollte abwesend auf der Reddit-Homepage, während er mit seinem besten Freund skypte.

„Hm?“

„Erinnerst du dich noch an die eine, die so auf meine Zungentechnik abgefahren ist?“

Er blickte auf und sah, wie Mark angewidert das Gesicht verzog.

„Caesar, müssen wir unbedingt über deine Zungentechnik reden?“

Der Blonde grinste und schüttelte den Kopf.

„Ne, ich verschone dich. Wollte dir nur erzählen, dass ich sie wieder getroffen hab.“

„Ich dachte, du triffst dich nur selten zweimal mit einem Date?“

„Tue ich auch. Hab sie zufällig getroffen. Sie war wirklich angepisst. Und ein Bekannter kam vorbei, dann hat sie gemerkt, dass ich ihr nicht meinen Rufnamen genannt habe. War ein ganz schön unangenehmes Erlebnis. Aber dafür bin ich sie jetzt endgültig los.“

„Oh Mann, Caesar!“

Er fing an zu grinsen, denn Marks Freundin hatte anscheinend zugehört. Nancy kam zur Kamera und blickte ihn tadelnd an.

„Ich mag dich zwar wirklich als Freund, aber du bist wirklich schrecklich zu deinen Dates. Warum kannst nicht ehrlich zu ihnen sein?“

Mark lachte und blickte seine Freundin amüsiert an.

„Er ist ein schlimmer Typ, oder? Zum Glück hast du mich.“

Sie lächelte ihn an und  dann küssten sie sich. Mit tadelnden Augen sah sie wieder zu Caesar.

„Ich hoffe, du fällst deswegen nicht richtig auf die Nase. Kann böse enden, Caesar.“

Der Blonde zuckte nur mit den Schultern. Sie verschwand wieder und Mark beugte sich näher zum Bildschirm.

„Du hast von einem Bekannten was gesagt. Ist er ein Freund?“

Jojo und er hatten sich wieder für ein paar Tage nicht gesehen. Caesar hatte sich immer noch nicht getraut ihm zu schreiben.

„Ich glaube schon. Er ist ein komischer Typ.“

„Wieso?“

Caesar atmete aus und blickte zur Seite.

„Er hat mich schon zwei Mal durch die Gegend geschleppt, wegen meinem Bein. Und ohne Grund ist er wirklich nett zu mir. Irgendwie ist er anders ... bei ihm fühlt man sich aufgehoben.“

„Du schwärmst ja richtig für ihn.“

„Schwärmen?“

Caesar verzog eine Miene, aber Mark lachte nur. Nachdenklich öffnete Caesar seine Kontakte. Er hatte ihn mit Joseph eingespeichert, er kannte seinen Nachnamen ja gar nicht. Sollte er ihm schreiben?

„Ich habe seine Nummer. Aber irgendwie weiß ich nicht, wie ich ihm schreiben soll. Dabei habe ich ihm versprochen zu schreiben.“

„Er mag dich ja richtig.“, sagte Mark grinsend.

„Ist das ein Problem?“, schnappte Caesar.

Mark lachte.

„Na ja, du wirkst auf andere immer genervt.“

Unsicher lachte Caesar.

„Aber ich kenne dich und das ist halt deine Art.“, fügte Mark noch dazu.

„Gut zu wissen.“

Caesar verdrehte die Augen.

„Schreib ihm einfach etwas Lockeres. Hey, oder so. Und dann fragst du ihn, was er so macht oder wie es ihm geht. Er ist ja nur ein Typ, da brauchst du dir nicht so viele Gedanken zu machen.“

Tatsächlich half es dem Blonden sich aufzuraffen, ihm zu schreiben. Er dankte Mark und verabschiedete sich von ihm. Bevor er sich auf den Rücken legte, klappte er den Laptop zu und starrte Jojos Nummer an.

Er öffnete den Chat und tippte. Immer wieder verwarf er die Worte und überlegte sich etwas Neues. Bis er relativ zufrieden war.

<Hey Jojo! Wie geht's dir? Hab gerade an dich gedacht.>

Er legte sein Handy zur Seite und wartete nervös seine Antwort ab. Dann fiel ihm auf, wie merkwürdig es klang. Er hatte gerade an ihn gedacht? Am Ende würde Jojo noch denken, er wäre in ihn verknallt! Hektisch griff er nach seinem Handy, um die Nachricht doch zu löschen. Da traf eine Nachricht von Jojo ein. Sein Gesicht wurde wieder warm und schluckend blickte er auf die Antwort.

<Hi :D witzig, hab gerade auch an dich gedacht! Freut mich, dass du mir schreibst. Bin später in der Nähe von dir, wollen wir uns treffen?>

Caesar prustete die Luft aus seiner Lunge, die er angespannt zurück gehalten hatte. Dann blickte er auf seine Uhr. Es war noch nicht allzu spät. Sie könnten sich auf ein Bier treffen.

<Treffen wir uns in der Bar um die Ecke?>

Kaum später kam seine Antwort.

<Klingt gut. Hast du schon deine Liste gemacht? Ich bringe meine mit.>

Noch bevor sie sich trafen, machte sich Caesar daran, eine gute Liste zu schreiben. Es fiel ihm schwer, sich für das Wichtigste zu entscheiden. Aber als er aus der Tür ging, war er ungewohnt zufrieden mit seiner Arbeit.

-

Er saß schon an einem der Tische draußen und stand lächelnd auf, als er ihn sah. Wieder nahm er ihn, ohne zu zögern, in den Arm und Caesar erwiderte diesmal unsicher die Umarmung. Freundlich schob Jojo ihm den Stuhl vor, sodass er sich entspannt setzen konnte.

„Hab dir auch ein Pils bestellt. Hoffe, das ist okay?“

Caesar nickte und blickte um sich. Er war hier bisher nur ein paar Mal mit ein paar Dates gewesen. Irgendwie angenehm, ohne Hintergedanken mit jemandem hier zu sein. Caesar betrachtete seinen neuen Freund, der ihm ein Bier vor die Nase schob. Er hatte einen gemütlichen Hoodie an, auf dem ein blauer Stern gedruckt war. Bevor Caesar hier hergekommen war, stand er eine Weile vor seinem Kleiderschrank. Er wollte nicht underdressed sein, aber jetzt kam er sich mit seinem grauen Hemd overdressed vor.

„Dann her mit deiner Liste. Bin schon seit Wochen gespannt darauf!“

Caesar kramte seinen Notizblock aus seiner Tasche und schlug das Buch auf. Dann drehte er es um und schob es zu Jojo. Seine Augen fingen neugierig an zu leuchten, was ziemlich niedlich aussah.

„1. Ansprechen.
2. Gemeinsamkeiten finden.
3. Kontaktdaten bekommen.
4. Nach Verabredung fragen.
5. Freundschaft halten.“

Er lehnte sich zurück und blickte eine Weile auf seinen Block. Caesar drehte das Bierglas zwischen seinen Händen, während er auf eine Reaktion wartete.

„Du hast dir lange Gedanken gemacht, oder?“

Caesar nickte hektisch. Eine halbe Stunde konnte sich ja auch sehr lange anfühlen.

„Finde es gut. Müssen nur noch jemanden finden, an dem du üben kannst.“

„Ich kenne aber niemanden.“, gab Caesar trocken zurück.

Joseph gab ihm wieder das Büchlein zurück.

„Kein Problem. Ich dachte, ich stelle dir am Wochenende ein paar meiner Freunde vor.“

Seine Augen rissen kurz auf, dann fing er sich aber wieder.

„Äh, ja klar, wieso nicht.“

Es fühlte sich sehr schnell an. In seinem Kopf sammelten sich schon all die Gründe, wieso er absagen könnte. Als er wieder zu Joseph blickte, verschwanden sie auf einmal. Sein Lächeln war warm.

„Jetzt will ich aber deine Liste sehen!“, sagte Caesar aufgeregt und schnappte ihm seinen Zettel aus der Hand.

„1. Anmachen.
2. Sie bezaubern.
3. Auf ein Date einladen.
4. Das Date meistern.
5. Mit ihr schlafen.“

Caesar blinzelte ein paar Mal, als er den letzten Punkt las, aber er sah darüber hinweg. Er war ja immerhin der Playboy, da konnte er es Jojo nicht vorwerfen, auch Interesse an Sex zu haben.

„Du bist noch Jungfrau, oder?“

Jojos Augen wurden rund und er wurde etwas rot. Nervös grinste er und kratzte sich am Hinterkopf.

„Ähm, ja, woher weißt du das?“

Caesar musste lächeln. Er war bestimmt etwa in seinem Alter. Vielleicht ein oder zwei Jahre jünger. Es war irgendwie süß, dass er noch Jungfrau war. Entspannt lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und steckte sich eine Kippe an.

„Nur eine Jungfrau würde das als seinen fünften Punkt angeben.“

Jojo beugte sich über seine Liste und schien ziemlich erstaunt zu sein.

„Wirklich?“

Er lachte, schüttelte langsam den Kopf.

„Kein Ding, passt irgendwie zu dir.“

Seine Augen wurden nur größer und sein Mund fiel ein wenig auf.

„Ich sehe aus wie eine Jungfrau?!“

Er sagte es etwas zu laut und Caesar war froh, dass die Gäste alle in ihren Gesprächen vertieft waren. Er rückte näher zu Jojo und sprach leise.

„Nein, aber du hast so eine warme, kindliche Aura.“

Erst runzelten sich seine Augenbrauen. Kurz darauf wurden seine Augen kugelrund, bis er doch schmunzeln musste.

„Das ist dir an mir aufgefallen? Ich fühle mich geehrt.“

Er streckte ihm frech die Zunge aus. Caesar merkte, dass seine Wangen wieder etwas rosa wurden, als Jojo ihm zu zwinkerte.

„Das finde ich gar nicht schlecht!“

Joseph runzelte die Stirn.

„Ja, als Flirt! Frech passt zu dir. Mädchen mögen so etwas, das unterhält sie.“

„Äh, aber ich kann das doch nicht vor einem Mädchen machen ...“

„Klar. Mein Ding ist es charmant zu sein. Das bin ich auch nur bei den Mädels.“

„Charmant klingt gut.“, Joseph legte nachdenklich die Hand an sein Kinn.

„Zeigst du mir das mal?“

Caesar hatte eigentlich nicht vorgehabt heute jemanden anzuflirten. Aber es war ihre Abmachung, sich gegenseitig zu helfen. Schulterzuckend blickte er sich um.

„Wie sieht unsere Kellnerin aus?“

„Es ist die Brünette mit dem schrägen Pony.“

Caesar fand sie und nickte. Sie war zwar nicht wirklich sein Typ, aber sie hatte ein süßes Gesicht.

„Geht klar.“

Er lehnte sich zurück und hob die Hand.

„Entschuldigung!“

Die Kellnerin kam lächelnd an ihren Tisch.

„Seid ihr zufrieden?“

Caesar blickte kurz zu Joseph, der mit hochroten Wangen grinste. Er riss sich zusammen nicht zu lachen und wandte sich wieder zu der Kellnerin.

„Ja. Darf ich Sie kurz stören?“

Sie nickte. Zum Glück war es nicht besonders voll, ansonsten wäre es sehr unhöflich gewesen sie aufzuhalten.

„Was darf es denn sein?“

Er legte ein cooles Lächeln auf und lehnte sich ganz leicht in ihre Richtung.

„Ihr Make-up passt stilvoll zu Ihrer Kleidung. Es ist mir schon aufgefallen, als ich hier herkam.“

Sie lächelte und blickte kurz zu Jojo und wieder zu ihm. Unsicher fuhr sie sich durch den Pony.

„Danke, das kam sehr unerwartet.“

Caesar schüttelte lächelnd den Kopf.

„Wie wäre es damit, wenn Sie mir Ihre Nummer geben würden?“

Sie nickte und kritzelte ihre Nummer auf einen Zettel und schob ihn Caesar zu.

„Ich bedanke mich für Ihre Zeit.“

Sie grinste noch, als sie ging und Caesar drehte sich selbstbewusst zu Jojo, der total fasziniert aussah.

„Holy shit, du hast es wirklich drauf!“

Caesar spielte mit dem Papier und zuckte mit den Schultern.

„Das war schwach. Ich hatte ja eigentlich gar kein Interesse an ihr.“

„Also, ich bin überwältigt! So schnell an eine Nummer zu kommen.“

Er faltete die Hände und verbeugte sich vor ihm.

„Lehre mich, Meister des Flirtens.“

„Du bleibst beim frechen, niedlichen Flirten.“

Joseph blickte auf und legte seinen Kopf leicht zur Seite.

„Wirklich? Aber damit werde ich niemals so viel Erfolg haben, wie du.“

Caesar nickte.

„Nein, das stimmt leider. Aber genügend. Der charmante Playboy passt einfach nicht zu dir.“

„Schade.“

„Trink noch einen und dann gehen wir an die Bar. Vielleicht sitzt da ein nettes Mädchen. Ich bin dein Wingman“

Er sah, wie Joseph unsicher wurde, aber er nickte mutig.

„Okay, alles klar.“

Während sie tranken, erklärte Caesar ihm, wie er sich verhalten sollte und was er sagen könnte, dann standen sie auf. Er ließ Jojo die Wahl und nach langem Überlegen entschied er sich für ein blondes, hübsches Mädchen. Sie saß mit zwei weiteren Freunden und sie unterhielten sich kichernd, während sie von ihren Getränken nippten. Caesar umfasste seinen Arm und tippte sie an. Sie drehte sich zu ihnen.

„Hallo?“, sagte sie aufgeweckt.

Sie schien nett zu sein, denn sie lächelte Caesar sofort an.

„Habt ihr einen schönen Abend?“

Ihre Freundinnen bejahten es schon alkoholisiert.

„Tut mir leid, die beiden haben schon mehr getrunken.“

„Kein Problem, schön, wenn ihr euren Spaß habt. Ich wollte euch jemanden vorstellen.“

Er zog Joseph zu sich, der sich zuvor hinter ihm ein wenig versteckt hatte. Er hatte schon rosa Wangen, aber er lächelte wie immer sehr warm.

„Hey! Ich ... ich bin Jojo! Das ist Caesar. Wie heißt ihr?“

Das Blonde Mädchen blickte ihre betrunkenen Freundinnen an, die lautstark antworteten. Nachdem sie sich alle vorgestellt hatten, drehte sich das blonde Mädchen lächelnd wieder zu den beiden Männern.

„Ich heiße Suzie. Schön euch kennenzulernen.“

Joseph ging näher zu ihr und gab ihr seine Hand.

„Ihr seid aber auch ganz schön laut, ihr drei. Habt ihr keine Manieren?“

Joseph grinste sie frech an, genauso, wie Caesar es ihm gesagt hatte. Suzie lehnte sich ein wenig zurück und grinste zurück. Es funktionierte. Caesar lächelte zufrieden.

„Bist du etwa die Security hier?“

Joseph fuhr sich durch die Haare und wurde vor Aufregung rot.

„Nein, aber du bist mir hier direkt aufgefallen. Liegt entweder an eurer Lautstärke oder an deiner süßen, bunten Bluse.“

Caesar wandte sich von den beiden ab. Es klappte schon perfekt, also entschied er sich mit den beiden anderen zu unterhalten. Immer wieder blickte er zu Joseph, der ihn daraufhin glücklich angrinste.

Er bekam ihre Nummer und sogar einen Luftkuss. Als sie wieder gingen, hatte er ein ewiges Strahlen in den Augen.

„Oh my god! So weit habe ich es noch nie geschafft!“

Sie standen mitten auf dem Bürgersteig, als Jojo auf ihn zu sprang und ihn in eine feste Umarmung nahm.

„Danke, danke, danke, du bist der Beste!“

Caesar musste bei seinem Glücksausbruch lachen. Dann merkte er, dass er ihn gar nicht losließ. Schon lange hatte er sich so alleine gefühlt. Doch gerade war dieses Gefühl völlig verschwunden. Josephs warmer Körper fühlte sich so beruhigend an. Und wie er in seinen Nacken lachte, es ließ Caesars Herz höher schlagen. Er schloss die Augen. Jojo roch so gut, dieser Geruch verfolgte ihn schon, seitdem er ihn das erste Mal gerochen hatte.

Der braunhaarige drückte ihn von sich, hielt ihn noch an seinen Armen fest. Mit diesen strahlenden Augen wirkte er nur fesselnder. Caesar konnte sein Lächeln nicht zurückhalten.

„Du bist wirklich der Beste.“

Caesar lachte und legte kurz die Hand auf seine Augen. Sie tränten. Warum? So etwas war ihm noch nie passiert, er lachte doch noch. Joseph blickte ihn besorgt an.

„Ist alles okay bei dir?“

Caesar nickte. Er merkte, wie die Tränen nicht aufhörten. Es war peinlich, aber er konnte sie nicht zurückhalten.

„Nein, es ist alles gut. Ich bin nur so glücklich. Das letzte Mal, war ich vor einer gefühlten Ewigkeit mit einem Freund unterwegs.“

Josephs Augenbrauen zogen sich nach oben und er blickte ihn mit einem mitfühlenden Lächeln an.

„Och, da musst du doch nicht weinen. Komm her.“

Wieder nahm er ihn in den Arm. Caesar war etwas überfordert damit, aber er drückte sein Gesicht einfach in seinen Hoodie.

So weich. Joseph war ganz warm. So eine warme Umarmung hatte er noch nie bekommen. Die breiten Hände seines neuen Freundes streichelten seinen Rücken und Caesars Tränen hörten auf aus seinen Augen zu kullern. Stattdessen seufzte er entspannt.

„Ich bin stolz auf dich.“, murmelte er in seinen Pulli.

„Wirklich?“

Joseph lächelte ihn träumerisch an. Der Blonde nickte. Sie liefen zur nächsten Bahnhaltestelle. Caesar würde danach alleine nach Hause laufen.

„Caesar?“

„Hm?“

Sie warteten auf der Bank. Die Bahn brauchte noch ein wenig, bis sie da war. Caesar wurde müde und er lehnte sich an Jojos Schulter. Behutsam legte der braunhaarige seinen Arm um ihn.

„Du bist ein guter Freund. Schade, dass du das noch nie so richtig spüren durftest.“

Er blickte stirnrunzelnd zu ihm auf.

„Wie meinst du das?“

„Ach, du hast mich wirklich motiviert das Mädchen anzusprechen. Und du hast dich nicht über mich lustig gemacht, auch wenn ich so unerfahren bin.“

Der Blonde zuckte mit den Schultern.

„Du machst dich ja auch nicht über mich lustig, obwohl ich ein soziales Wrack bin.“

„Sei nicht so hart zu dir selbst.“, antwortete Jojo ernst.

Caesar verwirrte der plötzliche Umschwung. Er wollte ihn noch fragen, wie er das meinte. Doch da fuhr schon die Bahn ein.

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Gomenasai, ich habe keinen Plan, wie man flirtet ^^' ich hoffe, es klingt nicht allzu unerträglich xD
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