Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache

von LeXXa
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
DI Gregory Lestrade Dr. John Watson Mrs. Hudson OC (Own Character) Sherlock Holmes
12.01.2020
18.01.2020
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John begleitete ihn aufs Polizeirevier. Sherlock ging schnurstracks auf ein Büro zu und trat ohne zu klopfen hinein. „Es war Selbstmord.“ Verkündete er dem DI. Dieser schaute von seinem Bericht hoch. „Wie kommen Sie darauf? Und wer ist das?“ er nickte in Richtung John. „Das ist Dr. John Watson.“ „Detectiv Inspector Lestrade.“ „Freut mich.“ Sie schüttelten sich die Hände. „Also was haben sie für mich, Holmes?“ „Das Wort ‚Rache‘ das sie in den Boden gekratzt hat, hat nichts mit dem deutschen Wort für Vergeltung zu tun. Die genaue Bedeutung habe ich noch nicht herausgefunden. Ihr Koffer ist noch nicht aufgetaucht?“ Lestrade schaute ihn erstaunt an. „Welcher Koffer?“ „Gut, dann werden wir uns darum kümmern. Gehen wir John.“ John zuckte bei seinem Namen zusammen. Er schaute sich gerade die Tatortfotos an, die an einer Wand hingen. Sherlock eilte bereits aus dem Büro. John verabschiedete sich vom DI und ging ebenfalls hinaus.
„Wo bleiben Sie?“ schnauzte Sherlock ihn an, als er zu ihm ins Taxi gesetzt hat. „Ich bin nicht so schnell, mein Bein.“ Er deutete auf sein lahmes Bein. Sherlock sagte nichts dazu.

Der Taxifahrer hielt in der Nähe des Tatortes an und die Beiden Männer stiegen aus. Sherlock murmelte etwas vor sich hin und bog in eine Seitenstraße ein. In einer Mülltonne wühlte er einen pinken Koffer hervor. „Und Sie sind sicher, dass der dem Opfer gehört?“ „Die selbe Farbe wie ihr Rock und der Blazer.“ „Das könnte auch ein Zufall sein.“ „Es gibt keine Zufälle.“ Damit holte der Detektiv der Koffer aus der Tonne und rief sich an der nächsten Ecke ein Taxi. John stieg nicht in den Wagen. „Wo wollen Sie hin?“ „Ich gehe zu Fuß. Wir sehen uns später.“ Sherlock nickte, schloss die Tür und weg war er.

John sah ihm hinterher. Was für ein komischer Kauz. Warum wollte er unbedingt seine Hilfe bei seiner Arbeit? Er kam doch prima alleine klar.  Nach ein paar Häuser bemerkte er ein schwarze Limousine hinter sich. Er hielt an und eine sehr attraktive Frau stieg aus. „Steigen Sie bitte ein Dr. Watson.“ Der Angesprochene war skeptisch, stieg jedoch ein. Man wird ja nicht jeden Tag von einer schönen Frau entführt. Er versuchte ein Gespräch anzufangen, sie ignorierte ihn jedoch und sagte kein Wort. In einer Fabrikhalle hielt das Auto an. John stieg aus. Vor ihm stand ein großer schlanker Mann. Er hatte ein markantes Gesicht und einen Gehstock. „Dr. Watson, es freut mich, Sie persönlich kennen zu lernen.“ „Ich weiß nicht ob ich das auch behaupten kann.“ Gabe dieser zurück. „Ich hörte Sie sind bei Sherlock ei gezogen. Wie gefällt es Ihnen dort?“ John zog die Stirn kraus. „Was geht Sie das an, mit wem ich zusammen wohne? Sind Sie sein Exfreund?“ Diesmal war es der Fremde der seine Stirn runzelte. „Meine Güte nein. Sagen wir es so, ich habe ein persönliches Interesse daran, wie es Sherlock geht.“ „Dann fragen Sie ihn doch einfach selbst.“ John verschränkte die Arme. „Da kommen Sie ins Spiel. Ich bitte Sie, dass Sie mir ab und zu Bericht geben, was er.. so treibt. Natürlich wird sich das auch für Sie lohnen.“ „Sie wollen mich dafür bezahlen, dass ich Sherlock ausspioniere? Das können Sie vergessen und jetzt fahren Sie mich bitte nach Hause oder ich rufe mir ein Taxi.“ Sein Gegenüber seufzte. „Wie Sie wollen. Christine wird sie zur Baker Street zurück fahren. Falls Sie es sich anders überlegen..“ „Das werde ich ganz bestimmt nicht.“ schnitt ihm John das Wort ab und setzte sich in den Wagen.

Vor der Baker Street angekommen, standen Polizeiautos davor und Mrs. Hudson stand in Tränen aufgelöst vor dem Haus. John sprang aus dem Wagen und eilte zu ihr. „Was ist passiert?“ „Oh John, zu, Glück sind Sie da. Die wollen ihn verhaften.“ Schluchzte die alte Dame. Er eilte hoch in seine Wohnung. „Sherlock was ist hier los?“ „Oh John, gut sind Sie da. Die Herren sind auf der Suche nach dem pinken Koffer.“ „Und wo haben Sie ihn?“ fragte John skeptisch. „Unten in der Garage. Ich werde ihn gleich holen.“ Im Vorbeigehen drehte er seinen Laptop unauffällig in Johns Richtung und verließ die Wohnung. Nach ein paar Minuten fragte Lestrade in die Runde, wo Sherlock denn sei. „Der Kerl ist geflohen!“ rief Anderson empört. John öffnete den Laptop und sah eine Straßenkarte von London. „Ich glaube er verfolgt den Täter.“ „Quatsch, er ist abgehauen!“ rief eine Polizistin. Wie aufs Kommando liefen alle aus der Wohnung.

John nahm den Laptop und rief sich unten ein Taxi. Er lotste den Fahrer durch London immer dem Punkt hinterher, der auf dem Bildschirm zu sehen war. Als sich dieser nicht mehr bewegte stieg auch John aus und sah sich um. Eine stand vor einer Universität. Ohne jegliches Bedenken rannte er hinein. Als er in dem riesigen Gebäude herumirrte, fragte er sich kurz was er hier überhaupt tat. Und als er aus dem Fenster schaute und Sherlock sah, wie er an einem Tisch saß mit einem Mann da wusste er es. Er suchte sich einen guten Platz und holte seine Waffe heraus, die er vorhin im hinausgehen noch eingesteckt hat. Da er Militärarzt war und nicht Scharfschütze musste er sich auf sein ganzen Können konzentrieren.

„Danke John.“ Bedankte sich Sherlock, als sie wieder vor der Baker Street standen. „Schon gut. Ich bleibe noch eine Minute hier. Brauche noch etwas frische Luft.“ Sherlock nickte nur und ging zur Tür hinein. Als er Watsons Gehstock angelehnt an der Wand sah, huschte ihm ein sanftes Lächeln über die Lippen und er verschwand in die Wohnung.
„Dr. Watson, nehmen Sie sich vor ihm in Acht. Er ist ein gefährlicher Psychopath und irgendwann wird er nur aus Langeweile irgendjemanden töten. Wenn Sie Pech haben, werden Sie es sein.“ Die Polizistin drehte sich ohne ein weiteres Wort um und ging. John ging nachdenklich die Treppe hoch. Sein Mitbewohner saß bereits in seinem Sessel, hatte die Fingerspitzen aneinander gelegt und war weggetreten.

Er fand sich vor dem Haus wieder. Auf einer Bank rechts neben der Tür saß Ivy. Er setzte sich zu ihr. „Anstrengenden Tag gehabt?“ fragte sie und schenkte ihm ein Lächeln. „Interessant trifft es eher.“ „Willst du darüber reden?“ Sherlock schüttelte den Kopf und schloss die Augen. Nach einer Weile durchbrach er die Stille. „Ich weiß immer noch nicht, wer du bist und was du in meinem Unterbewusstsein machst.“ „Darauf kann ich dir auch keine Antwort geben.“ Seufzte sie. „Was hast du?“ „Wenn du nicht hier bist, ist es verdammt einsam hier.“ Sie errötete leicht. „Was machst du denn die ganze Zeit hier?“ fragte er neugierig. „Lesen. Hier stehen so viele Bücher die ich nicht kenne.“ „Du liest gerne?“ Sie nickte eifrig. Sherlock stand auf. „Kannst du mir etwas über dich erzählen?“ „Du weißt schon alles. An mehr kann ich mich nicht erinnern. Wenn ich es versuche, wird alles so düster und das macht mir Angst.“ „Wollen wir es zusammen versuchen?“ schlug er vor. Ivy nickte zögerlich. Er drehte sich um und ging ins Haus. Sie folgte ihm und zusammen gingen sie in den Raum mit dem Kamin.

Sherlock setzte sich im Schneidersitz auf den Boden. Ivy setzte sich ihm gegenüber. „Schließe die Augen und konzentriere dich.“ Sie tat was er sagte. „Öffne deinen Geist.“ Und schon war die Dunkelheit über Ivy ausgebrochen. Sie schaute sich ängstlich um. Alles schwarz. „Sherlock wo bist du!?“ rief sie in die Dunkelheit hinein. Sie spürte, wie jemand sanft ihre Hände nahm. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper. „Konzentriere dich Ivy.“ Hörte sie seine sanfte Stimme. Sie wollte einen Schritt gehen, hatte dann das Gefühl sie würde fallen. „Ich falle, halte mich fest!“ Der Druck im ihre Hände verstärkte sich etwas. Sie sah ein großes Haus vor sich. Mit Säulen. Da war es schon wieder weg und sie öffnete die Augen. Ihr Atem ging unregelmäßig ihr stand der Schweiß auf der Stirn.
Sie klammerte sich an Sherlocks Hände fest. „Ich sah ein großes weißes Haus mit Säulen davor. Es stand in einer Rehe von identischen Häusern. Eine Nummer konnte ich nicht erkennen, aber ich hatte das Gefühl, dass ich schon mal da war.“ Berichtete sie aufgeregt. „Mit dem können wir arbeiten.“ Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich helfe dir.“ „Du meinst uns?“ „Ich denke nicht, dass du von meinem Unterbewusstsein gemacht wurdest. Ich denke eher aus irgendeinem Grund, bist du hier bei mir gelandet.“ Er sah in ihre großen grünen Augen. „Ich werde aus dir nicht schlau Ivy. Ich muss jetzt gehen, ich komme bald wieder.“ Erst jetzt bemerkte er, dass er immer noch ihre Hände hielt. Sie lächelte schüchtern. Er ließ sie los.


Er atmete tief durch. Die Erkenntnis, dass jemand fremdes in seinem Kopf ist, war sehr spannend, aber auch beängstigend.
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A/N: Niemand hier, der seinen Senf dazu geben will?
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