Rainy Sunshine - NHK

GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P12
Franziska "Franzi" Jung Hans Moor Jörn "Wolle" Wollenberger Mattes Seeler Melanie Hansen
11.01.2020
14.02.2020
5
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Omg, erstmal sorry, dass ich eine gefühlte Ewigkeit nicht geupdated habe, aber es war ziemlich stressig in letzter Zeit... Wie auch immer, das hier ist der letzte Part der kleinen FF und ich hoffe, dass das Ende einigermaßen logisch und nachvollziehbar ist, hehe xD Mercii fürs Lesen! GLG, Sunflower124

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In wenigen Schritten war er mit einem Taschenmesser neben Lara und hielt es ihr an die Kehle. „Lassen Sie den Mist, Herr Schmidt!“, rief Franzi aus. Ein Teil ihres gesunden Menschenverstands sagte ihr, dass Herr Schmidt seiner Tochter nichts ernstliches tun würde. Aber Herr Schmidt schien sich jenseits jeglicher Vernunft zu befinden.

„Keinen Schritt weiter! Stehen bleiben! Keiner nimmt mir meine Tochter weg!“
„Herr Schmidt! Das bringt doch keinem was!“ Franzis Stimme zitterte.
„Halt die Fresse!“, schrie der Mann und drückte das Messer an Laras Hals. Das Mädchen stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus.

Dann geschah alles auf einmal. Ein Knall, ein Schrei, Herr Schmidt sank zu Boden. Ein Ausruf von Melanie, die auf Lara zulief, Mattes und Hans rannten zu Herrn Schmidt.
Franzi sank unterdessen auf die Knie. Es schüttelte sie am ganzen Körper, Tränen standen in ihren Augen.
Sie war bleich und hatte Mühe ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen.
Hans hatte einen Krankenwagen alarmiert, während Mattes sein bestes tat, um den an der Schulter getroffenen Mann aufrecht zu halten.

Es dauerte keine fünf Minuten bis drei Sanitäter den Keller stürmten. Eine junge Frau ging zu Lara, während die beiden Männer Herrn Schmidt auf eine Trage hievten.
Melanie ging unterdessen zu Franzi, die noch immer am Boden kauerte. Ihr Blick ging starr ins Leere und noch immer zitterte sie am ganzen Körper.

„Franzi, was zur Hölle?!“, brauste Melanie nun auf. „Wie oft hatten wir das mit den Alleingängen schon? Du kannst richtig Ärger – Franzi?!“ Besorgt ging sie neben ihrer teilnahmslosen Kollegin in die Hocke.
„Hey, Erde an Franzi! Klartext jetzt. Was ist los? Du bist seit gestern Morgen vollkommen neben der Spur, stehst die ganze Zeit kurz vorm Losheulen und siehst aus als hättest du einen Geist gesehen. Ich mache mir Sorgen! Wolle und Mattes machen sich Sorgen! Herrgott, sogar Hans macht sich Sorgen! Also jetzt raus mit der Sprache, was ist passiert?“ Franzi sah sie mit tränengefüllten Augen an.
„Können wir woanders reden?“, flüsterte sie.
Angesichts ihrer vollkommen verzweifelten Freundin wurde Melanies Miene weicher. „Na schön. Wir fahren aufs Präsidium und dann erzählst du mir alles, ja?“ Franzi nickte und ließ sich von ihrer Kollegin hochziehen.

Etwa fünfzehn Minuten später hockten Melanie und Franzi sich in der Frauenumkleide gegenüber. Beide hatten eine Tasse Kaffee in der Hand. „So, Franzi. Jetzt von vorne. Was ist mit dir los?“
Franzi knetete nervös ihre Finger und atmete einmal tief ein und aus. „Gestern, als ich von der Arbeit nach Hause kam, da… Phillip hat… Phillip ist… er hat mir gesagt, dass…“
Ihre Stimme begann zu schwanken und sie setzte erneut an: „Er hat mir gesagt, dass er mich betrogen hat.“
Sie krampfte ihre Hände um die Tasse, während ihr Tränen in die Augen schossen. „Ich habe mich von ihm getrennt, aber… Die Kinder… du weißt schon. Und dann wird eine Neunjährige entführt, da hatte ich ja schon Angst! Aber dann… dann stellt sich he-heraus, dass das ihr ei-eigener Vater war, weil er A-Angst hatte, sie zu ver-verlieren und der sperrt sie ein-einfach in einen Keller und ich h-hatte plötzlich so A-Angst, dass E-Emma und F-Felix was passiert und…“ Ihre Stimme versagte.

Melanie starrte sie mit aufgerissenen Augen an, sie konnte nicht fassen, was sie da gerade gehört hatte. „Franzi, das… oh Gott, das tut mir so leid! Jetzt verstehe ich das alles… du dachtest, Phillip würde Emma und Felix entführen, weil er denkt, dass du sie ihm wegnimmst?“
Franzi schluchzte immer heftiger, die gesamte angestaute Verzweiflung der letzten Tage brach nun in einem Mal aus ihr heraus.
„Ich weiß selber nicht, was ich dachte! Ich meine, ich glaube nicht, dass Phillip sowas tut, aber mir sind einfach alle Sicherungen durchgebrannt! Ich weiß, ich hätte nicht alleine losfahren dürfen! Und dann habe ich den Mann auch noch angeschossen…!“

Ein weiterer Heulkrampf schüttelte sie. Melanie sah sie hilflos an und nahm ihr sanft den Kaffeebecher aus den zitternden Händen. Kurz zögerte sie, doch dann zog sie die aufgelöste Polizistin an sich. Franzi vergrub ihr Gesicht an Melanies Schulter und klammerte sich haltsuchend an ihr fest.
Behutsam strich die blonde Polizistin ihr über den Rücken. „Pssst, Franzi, alles wird wieder gut! Wir schaffen das zusammen, ja? Du bist nicht alleine, wir kriegen das hin. Dem Mann ist nichts geschehen und dem Mädchen auch nicht. Alles wird gut, Franzi. Alles wird wieder gut.“ Leise sagte sie ihrer Freundin diese Worte ins Ohr und allmählich beruhigte die aufgewühlte Polizistin sich wieder.
„Danke, Melanie. Wirklich“, sagte sie mit belegter Stimme. Melanie lächelte sanft. „Dafür nicht, Küken. Versprich mir nur, dass du so etwas Leichtsinniges nie, nie wieder machst!“ Auch Franzi schaffte ein feuchtes Lächeln. „Versprochen!“

Einige Tage später. Auf der Wache war wieder der Alltag eingekehrt, der Mann war verhaftet worden und Frau Schmidt hatte das alleinige Sorgerecht für Lara bekommen. Der Cafébesitzer war gründlich untersucht aber als ungefährlich eingestuft worden. Der Fall war gelöst.

Franzi und Melanie betraten gemeinsam den Wachraum. Wolle schaute hinter seinem Schreibtisch hervor. „Moin“, grüßte er. „Franzi, ich glaube du wirst krank. Du bist schon wieder pünktlich!“
Franzi kicherte. „Ach so, Wolle, ich glaub ich schulde dir noch was“, grinste sie und beförderte einen Pappbecher hinter ihrem Rücken zu Tage. Kaffeegeruch stieg davon auf. „Diesmal brauchte ich ja nur eine Hand.“ Und mit einem letzten Zwinkern verschwand sie mit Melanie im Umkleideraum.
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