Neue Flügel fliegen höher

von Tanako
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Ennoshita Chikara Hinata Shouyou Kageyama Tobio Nishinoya Yuu OC (Own Character) Tanaka Ryuunosuke
11.01.2020
24.10.2020
40
100.351
15
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Dieses Kapitel
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11.01.2020 2.099
 
Hiho, lieber Leser, :)
das hier ist ein kleines Projekt von einer lieben Freundin und mir. Sie möchte mir damit helfen, mein kleines Problem mit der Schreibblockade zu lösen. Und ich muss sagen, dass es wirklich hilft. Ich hab' schon lange nicht mehr mit so viel Spaß drauf los geschrieben. Und das wird auch das besondere an dieser Geschichte sein. Wir haben zwar einen sehr groben Faden, aber was konkret passiert, bleibt dem Zufall überlassen. Jeder von uns schreibt eine gewisse Menge an Seiten und bekommt zusätzlich ein Wort, dass mit eingebaut wird, der Rest ist dann pure Improvisation. Also mal sehen wohin die Reise geht.

Über Meinungen, egal welcher Art, würde ich mich sehr freuen.
Jetzt aber wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen
Gruß Tanako
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Ein aufregendes und Körperlich zermürbendes Jahr war nun vorbei. An der Karasuno tummelten sich neue Erstklässler die neugierig das Gelände erkundeten und aufgeregt Tuschelten. Tatsuya, ein dunkelblonder Junge, aber war aus einem ganz anderen Grund aufgeregt. Er war an diese Schule gekommen, weil er gehört hatte, dass der Volleyball-Club wieder ganz oben dabei war. Und er wollte ein Teil dieses Teams werden.
Auf seiner alten Schule hatte er, aufgrund der Vielzahl an Mitgliedern, nie die Gelegenheit bekommen von Anfang bis Ende an einem Spiel teilzunehmen, konnte sich oft nicht mal als Auswechselspieler durchsetzen und trotzdem liebte er diesen Sport wie kaum etwas anderes. Hier an dieser Schule würde er nochmal ganz neu anfangen. Das war sein größter Traum. Endlich mit seinen Teamkameraden auf dem Feld stehen und diese ganz besondere Luft eines hitzigen Spiels einatmen!

Am Nachmittag war es dann endlich soweit. Mit zittrigen Händen hielt er sein Beitrittsformular fest, sodass es leicht zerknitterte. Aus der Halle drangen schon die Stimmen der anderen Clubmitglieder. Auf einmal ergriff Tatsuya das dringende Bedürfnis einfach abzuhauen. Was, wenn sie ihn gar nicht haben wollten? Wenn er ihnen nicht gut genug war?
Doch bevor er sich unbemerkt aus dem Staub machen konnte, lief ein blonder, ziemlich großer Junge an ihm vorbei. Kurz sah es so aus, als hätte der andere ihn gar nicht bemerkt, doch dann drehte er sich um.
„Willst du nicht mit reinkommen? Wir haben da zwar ein paar sehr schräge Vögel in der Halle, aber die tun dir nichts, dafür wird unser Käpt’n schon sorgen.“
Tatsuya sah zu dem blonden auf. Er hatte eine schwarze Brille und eine ziemlich schlaksige Statur.
„D-du bist Kei Tsukishima“, stammelte Tatsuya und zerknüllte vor Anspannung das Formular noch mehr.
Tsukishima sah kurz zu ihm, sagte aber nichts mehr und ging in die Halle. Tatsuya sah ihm nur hinterher und wusste im ersten Augenblick nicht was zu tun war, als ihm plötzlich auffiel, dass er die Tür nicht geschlossen hatte.
Da- Das ist eine Einladung mir den Club mal persönlich anzusehen, oder? Er hat sie für mich offengelassen, weil er davon ausgeht, dass ich ihm folge, dachte Tatsuya und seine erstarrte Bewunderung für den Spieler schlug langsam in Panik um.
„Was mach ich jetzt? Ich kann da doch nicht rein gehen! Aber ich muss! Ma-man hat mich gesehen! Oh nein, oh nein, oh nein, und wenn ich geh‘? Ich mein, er hat mich kaum angesehen, der erkennt mich bestimmt eh nicht wieder. Ein Gesicht unter vielen…Jaa genau! I-ich geh einfach“, murmelte er wild vor sich hin. Langsam drehte er sich um und wollte gerade einen Schritt von der Halle machen, als er plötzlich hochgehoben und über den Rücken geworfen wurde.
„W-w-was zur..?“. Als Tatsuya seinen Kopf drehte, um die Person besser sehen zu können, erkannte er das vertraute strubbelig schwarze Haar seines besten Freundes. Er wollte sich gerade lauthals beschweren, als Sora ihm seufzend zuvorkam.
„Kneifen, ehrlich? Du hast wirklich so viel mehr drauf als das“, sagte er und betrat dann mit Tatsuya auf der Schulter die Halle.

Drinnen herrschte allerdings nicht, wie zunächst vermutet, reges Training, sondern eine Putzaktion zum Start des neuen Schuljahres. Zumindest sollte es ursprünglich eine gewesen sein, denn als Sora den Raum erblickte, sah er eine lautstarke und wilde Putzschlacht vor sich. Zwei äußerst kleingeratene Jungen waren dabei am lautesten.
Für ein paar Minuten sah er sich das Spektakel an. Als aber auch nach mehreren Minuten keiner Anstalten machte sie zu bemerken, pfiff Sora, dass es durch den ganzen Raum hallte.
„Hey, ihr habt einen Neuankömmling!“, rief er und ließ Tatsuya runter. Als dieser sich unsicher umdrehte, landete plötzlich ein Putztuch in seinem Gesicht worauf er Sora nur „Volltreffer“ schmunzeln hörte und plötzlich waren alle still. Die volle Aufmerksamkeit war nun auf die beiden gerichtet.

Tatsuya offensichtlich total mit der Situation überfordert, reagierte mit einer Kurzschlussreaktion. Er verbeugte sich und streckte die Hände mit dem stark zerknitterten Aufnahmeformular aus. „Ich bin… also ich, e-eh Hallo… Nehmt mich auf!“
Plötzlich fingen alle im Team an laut zu lachen und Hinata lief auf ihn zu.
„Hi, 'Hallo', ein witziger Name übrigens, ich bin Shōyō Hinata. Willkommen auf der Karasuno!“
Als Tatsuya sich wieder traute hochzuschauen, hörte er hinter sich ein räuspern und plötzlich wurden alle totenstill.

Ennoshita stand mit verschränkten Armen an der Tür und sah alles andere als glücklich aus.
„Also wirklich! Euch haben sie doch das Gehirn entfernt! Ihr solltet Putzen und nicht bei irgendwelchen Schlachten potentielle Anwärter abschießen!“, schrie er wutentbrannt, musste sich aber im selben Moment zusammenreißen nicht zu lachen, weil Hinata mit einem Mal aussah als wäre er geschlagen worden. Bemüht sich nichts anmerken zu lassen ordnete er zur Strafe an, dass nochmal die komplette Halle geputzt werden sollte. Murrend schnappten sich alle ihr Putzzeug und begannen von neuem.

Tatsuya, der nun nicht mehr im Fokus stand, atmete erleichtert auf und sah sich endlich ein bisschen in der Halle um. Sie war nicht sonderlich groß und hatte auch keine Zuschauertribüne, dafür aber eine Bühne, von der aus vermutlich sämtliche ansprachen gehalten wurden. Und obwohl die Halle so viel kleiner war, als alles was er bisher kannte, überkam ihn ein freudiges kribbeln.
„Es ist nichts Besonderes, dafür strahlen diese Wände aber eine Aura aus, der man nicht entkommen kann“, sagte plötzlich jemand dicht neben ihm.
Erschrocken fuhr er zusammen und prallte dabei gegen Sora. Der zog nur eine Augenbraue hoch und sah zu seinem Freund.
„Kannst du dich nicht endlich mal zusammenreißen? Wir sind hier nicht unter Menschenfressern.“
„Ich hab' halt Respekt. Du hast doch das Finale des Frühlingsturniers auch gesehen“, murmelte Tatsuya kleinlaut und nestelte dabei an seinem Formular.
Ennoshita, der zu den beiden getreten war, lachte leise.
„Du musst wirklich nicht so viel Angst haben. Wenn du unserem Team beitreten möchtest, sag es einfach. Wir werden schauen was du so kannst und dann sehen wir weiter.“

Tatsuya sah zu Ennoshita auf. Obwohl er der Kapitän war, strahlte er etwas Ruhiges und Entspanntes aus. Seine früheren Kapitäne waren allesamt sehr strickt und streng, und genauso verhielten sie sich auch. Da gab es Grenzen, die man als normaler Spieler nicht zu überschreiten hatte.
Doch dieser Junge hier, schien das ganze anders zu sehen. Tatsuya wurde ruhiger und lockerte endlich seine krampfenden Hände. Er atmete tief ein und aus und stellte sich leicht verbeugt zu Ennoshita.
„Ich würde mich gern nochmal vernünftig vorstellen! Ich heiße Tatsuya Kanda, bin 15 Jahre alt und möchte dem Karasuno Volleyballclub beitreten!“

Sora lächelte Stolz. Er wusste wie Mutig sein bester Freund gerade war. Tatsuya war immer schon sehr zurückhaltend gewesen, was nicht zuletzt daran lag, dass ihn im Club nie wirklich jemand gebraucht hatte, aber so schüchtern er auch war, so ehrgeizig war er. Sora legte eine Hand auf Tatsuya's Schulter.
„Siehst du, war doch gar nicht so schwer kleiner.“

Ennoshita dagegen, der ja gerade erst zum Kapitän gewählt wurde, lief etwas verlegen rot an. Momente wie diese brachten ihn immer noch sehr aus der Ruhe. Trotzdem schaffte er es sich nach außen hin nichts anmerken zu lassen.
„Du darfst dich wieder aufrichten Kanda. Und so wie ich das sehe hast du Glück. Wenn ich mich hier so umgucke, kannst du dich noch mal eine Nacht ausruhen. Die Hohlbirnen von Pausenclowns werden vermutlich morgen früh noch mit Putzen beschäftigt sein“, seufzte er und sah gerade dabei zu, wie Hinata von einem ziemlich wütenden Kageyama verfolgt wurde, weil wohl ganz zufällig ein Lappen in seinem Gesicht gelandet war. Auf der anderen Seite lieferten sich Nishinoya und Tanaka einen erbitterten Wettkampf, wer schneller war, doch Putzen konnte man das von kampfschreien untermalte rennen nicht nennen.
„Training im eigentlichen Sinne ist wohl für heute nicht mehr drin.“
Auch Tatsuya und Sora sahen dem chaotischen Haufen eine Weile zu. Dass es diese Mannschaft geschafft hatte sich gegen die Shiratorizawa durchzusetzen, war bei dem Anblick der sich ihnen bot kaum zu glauben.

Sora ließ seinen Blick noch einmal durch die Halle wandern. Als er schließlich wieder bei seinem langjährigen Kumpel hängen blieb, lächelte er, weil dieser mit leuchtenden Augen auf das geschehen sah.
„Scheint ein interessantes Team zu sein“, flüsterte Sora, der seinen Blick wieder auf das chaotische treiben vor sich richtete.
„Naja, unser Volleyball Club besteht schon aus unglaublichen Chaoten und auch wenn ab und an jeder seine individuellen Spieltechniken trainiert, oder sie wie ein Ameisenhaufen durcheinander Rennen, auf dem Feld sind wir ein Team und wir agieren auch als solches!“, erwiderte Ennoshita stolz.
„Das hört sich toll an!“, sagte Tatsuya mit hörbarer Bewunderung.
„Ich schätze wir werden dann mal gehen und euch nicht weiter bei eurer Aktion stören.“
Sora wollte sich gerade umdrehen, als neben ihm Tatsuya völlig wirr zu stottern begann. „W-was oh nein, d-das tut mir leid! I-ihr habt so viel zu tun und ich lenke ab! B-Bis Morgen!“

Und noch bevor jemand etwas sagen konnte, rannte Tatsuya aus der Halle in Richtung Schultor.
„Einen interessanten Charakter hat dein Freund da“, lachte Ennoshita vergnügt, worauf der zurück gelassene Sora nur schwer ausatmete. „Ja, das hat er. Aber er hätte das Anmeldeformular trotzdem bei dir lassen können.“
Mit einem Kopfnicken in Ennoshitas Richtung, verließ er dann endlich die Halle und lief Tatsuya hinterher.
„Hat dich 'n Mädchen aufgehalten, oder warum bist du so langsam?!“, rief Tatsuya witzelnd zu seinem Kumpel.
„Tut mir leid! Hab' wohl den Startschuss zum Sprint verpasst“, erwiderte Sora und rollte mit den Augen, als er endlich aufgeschlossen hatte.


Auf dem Weg nach Hause hüpfte Tatsuya aufgeregt hin und her, wobei er die Aufmerksamkeit der Passanten erregte.
„Weißt du, für jemanden dem es unangenehm ist im Mittelpunkt zu stehen, legst du Gummiball es gerade aber ganz schön drauf an“, schmunzelte Sora. Tatsuya gefror in seiner Bewegung und realisierte, dass die Leute sich tatsächlich nach ihm umdrehten und hinter vorgehaltener Hand kicherten oder tuschelten. Langsam und darauf bedacht nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zu erregen setzte er sich wieder in Bewegung.
„Das war gemein! Außerdem…Ich bin so voller Energie! Jetzt nachdem ich den Karasuno Volleyballclub live gesehen hab', kann ich es kaum erwarten mit ihnen zu spielen und zu trainieren. Du hast die Spiele doch auch gesehen! Das war so unglaublich! Als ich zugesehen habe fiel mir das Atmen so schwer und ich hatte nur diesen einen Wunsch, irgendwann mal mit ihnen genau da stehen zu wollen!“, erklärte Tatsuya begeistert.
„Ich weiß… Du hast mich gezwungen die Spiele mit dir anzusehen weißt du nicht mehr? Während des Trainings bist du mir damit auf die Nerven gegangen. Aber ja, es war wirklich ein interessantes Spiel, dass mit Sicherheit alle seine Zuschauer gepackt hat.“

„Sag mal wieso willst du eigentlich nicht mehr mit Handball weiter machen? Du warst doch ziemlich gut darin“, fragte Tatsuya nachdem sie eine Weile schweigend nebenhergelaufen waren.
„Weil mich zufällig so ein blondiertes Gummibärchen sowieso nie in Ruhe meinen Klubaktivitäten nachgehen lassen würde. Handballtraining und dann noch dem Volleyball hinterherjagen, nur weil besagtem Gummibärchen das Training zu wenig war, ist mir zu viel!“, erläuterte Sora und blieb vor seinem Haus stehen. „Außerdem muss ja jemand drauf aufpassen das du Tollpatsch dir nicht das Rückgrat brichst. Und mal so nebenbei, falls es dir noch nicht aufgefallen ist, das Anmeldeformular musst du nicht spazieren tragen. Das hättest du schon noch dem Karasuno Kapitän geben können, wobei das irgendwie nicht mehr lesbar aussieht“, stichelte Sora noch, bevor er Tatsuya durchs Haar wuschelte und ins Haus ging. Verwirrt sah Tatsuya seinem Kumpel nach, denn nur langsam erreichte ihn das gesagte. Er starrte runter auf seine Hand und entdeckte das, was vor langer Zeit mal ausgesehen hatte wie ein Formular.
„Oh Scheiße!“, schrie Tatsuya, worauf sich alle umstehenden Leute nach ihm umdrehten. Peinlich berührt zuckte er zusammen.
Verdammter Mist, dachte er und bog schnellen Schrittes in die nächste Straße, wo das Haus seiner Eltern war, ein.
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