The Falling Grace

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
11.01.2020
14.05.2020
12
35.565
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11.01.2020 1.688
 
So, ich bin wieder zurück nach ein paar Monaten und mit einer neuen Geschichte im Gepäck. Cara und Chloe kommen nämlich wieder zurück :)
Dies ist die Fortsetzung zu meiner anderen Geschichte The Falling Hope. Ich empfehle, sie vorher gelesen zu haben, da man sonst vielleicht nicht ganz mitkommt :)
Ansonsten wünsche ich euch nun viel Spaß mit dem Prolog :)

Markus‘ Sicht

Mit einem leisen Seufzen schloss ich die Haustür auf, um dann die zwei Treppen nach oben in den zweiten Stock zu Maxis und meiner Wohnung zu laufen.
Eigentlich gehörte die Wohnung Maxi, beziehungsweise Maxis Vater, aber er hatte sie Maxi geliehen und der hatte mich direkt mit bei sich wohnen lassen, worüber ich sehr froh war, denn ich wollte nicht auf meinen Vater angewiesen sein.
Oben angekommen schloss ich die Wohnungstür auf und trat ein. Sobald man bei uns reinkam, landete man automatisch im Wohnzimmer und direkt rechts daneben waren das Esszimmer und die Küche.
Die Wohnung war für eine Wohnung, in der zwei Studenten lebten, sehr groß. Es gab ein großes Wohnzimmer, eigentlich drei große Schlafzimmer, zwei Badezimmer und eine große Küche. Das dritte Schlafzimmer war bei uns unbewohnt, denn eigentlich wollte Maxi, dass Nerv irgendwann hier einzog, aber das dauerte ja vermutlich noch Ewigkeiten.
Ein Bellen riss mich aus meinen Gedanken und erschrocken sah ich zum Sofa, von wo das Bellen herkam und schon kam ein kleiner weiß brauner Hund auf mich zu gerannt, der mir seltsam bekannt vorkam. Ich wusste nur nicht mehr woher. Aber die wichtigere Frage war, woher kam dieser Hund und was machte er hier?
Wenn Maxi sich einen Hund geholt hatte, hätte er mir eigentlich davon erzählt, oder nicht?
Ich ging in die Knie und strich dem Hund leicht über den Kopf, als er sich vor mir auf den Boden setzte und aufgeregt hechelte.
Vielleicht hatte Maxi mir ja doch davon erzählt und mir sogar ein Bild gezeigt und ich hatte es einfach nur nicht wirklich mitbekommen?
Verwirrt sah ich zu der Tür hinter der Maxis Zimmer war und runzelte die Stirn.
„Maxi?“, rief ich, doch bekam keine Antwort. Hatte er mich nicht gehört?
Ich stellte mich wieder richtig hin und lief zu der Tür, machte sie ohne anzuklopfen auf. Maxis Zimmer war groß, genau wie die anderen drei Zimmer. Er hatte aber nur das Nötigste darin: Bett, Schrank und Schreibtisch. Aber Maxi war nicht dort. Verwirrt runzelte ich die Stirn. Wo war Maxi? Eigentlich war er freitags Abends immer hier zu Hause. Seltsam.
Der Hund folgte mir auf Schritt und Tritt und ich sah ihn überlegend an, als ich die Tür wieder schloss.
Ich verzog nachdenklich den Mund, als mir plötzlich einfiel, dass Cara’s Hund, Roxy, damals auch so aussah. Aber das konnte nicht sein, oder? Was sollte Roxy hier? Wenn sie hier war, war Cara ja sicherlich auch hier und von der sah ich nicht die geringste Spur hier. Und außerdem war sie vor anderthalb Jahren gegangen und hatte sich seither nicht mehr bei uns gemeldet. Bei keinem von uns. Sie würde niemals hier her zurückkommen. Das bezweifelte ich. Und ich konnte es verstehen. Die Dinge damals zwischen uns waren absolut nicht gut gelaufen und ich bereute wirklich alles, was ich gemacht hatte. Doch nachdem sie dann weg war, hatte ich ebenfalls versucht, die Dinge hinter mir zu lassen und hatte weiter gemacht. Und es hatte mich hierher gebracht. In eine moderne Wohnung mitten in Grünwald. Ich studierte Architektur und war zufrieden damit, auch wenn es manchmal wirklich anstrengend war.
Maxi hatte auch gemeint, er hätte keinen Kontakt mehr zu ihr und ich hatte es ihm immer geglaubt. Aber vielleicht hatte er das immer nur gesagt, damit ich nicht wieder auf die Idee kam, in alten, vergangenen Dingen rum zu graben, die ich nicht mehr ändern konnte.
Ich wusste, dass Chloe noch immer in Kontakt mit Cara stand. Aber das wusste ich auch nur von ihr, weil sie immer mal wieder hier rumhing, wenn sie nicht gerade mit ihrem Studium beschäftigt war. Maxis und ihre Beziehung hatte gehalten, auch wenn sie momentan nicht so viel Zeit hatte. Das lag aber auch daran, dass ihr Tiermedizinstudium viel Zeit in Anspruch nahm und das konnte ich verstehen, wenn ich hörte, was sie da alles lernen musste.
Chloe nahm ihr Studium wirklich Ernst und sie ging zu jeder Vorlesung, auch zu denen, die nicht Pflicht war und sie arbeitete den Stoff immer schon vor. Die letzte Woche aber war sie im Urlaub gewesen. Sie hatte Maxi erzählt, dass sie mit Cara unterwegs war, aber das hatte Maxi mir auch erst gesagt, nachdem sie wieder da war. Vermutlich auch, damit ich nicht Chloe irgendwie dazu anstachelte, Cara irgendwas von mir auszurichten. Ich wusste nicht mal wo genau sie waren, aber ich glaubte irgendwo in Italien.
Die Zeit war vergangen, ich war mittlerweile schon 20 und Maxi auch. Cara müsste mittlerweile auch schon 20 sein, wenn ich das richtig in Erinnerung hatte. Maxi, die Kerle, Chloe und ich waren alle schon in unserem zweiten Semester, also müsste Cara das doch auch schon sein. Was sollte sie also hier machen?
Mein Blick lag noch immer auf dem fremden Hund und ich runzelte erneut die Stirn, als er den Kopf leicht schief legte.
„Roxy?“, meinte ich dann, wobei es eher wie eine unsichere Frage klang. Aber das war es ja auch. Ich konnte mir schließlich nicht sicher sein, dass sie es war.
Der kleine Hund vor mir bellte einmal kurz und ich sah sie überfordert an.
„Roxy?“, fragte ich deshalb erneut und wieder folgte ein Bellen. Irgendwie kam ich mir ziemlich blöd dabei vor. Sie konnte es nicht sein. Was sollte sie hier machen? Und wie sollte sie hierhergekommen sein? Und wenn sie es wirklich war: Wo war Cara?
Eigentlich hatte ich gehofft, nach diesem langen Tag in der Uni mich einfach mit Maxi aufs Sofa setzen zu können, ein Bier zu trinken und vielleicht irgendeine Serie zu schauen. Aber nein, stattdessen musste ich mich mit Fragen beschäftigen, mit denen ich mich nicht beschäftigen wollte und musste meiner eigentlich irrationalen Angst, Cara wiederzusehen, entgegen treten. Davor hatte ich schon die ganze letzte Zeit Angst. Es war bescheuert, aber ich hatte Angst, dass sie mir niemals verzeihen konnte, selbst wenn ich es verstand, wenn sie es nun mal nicht konnte. Und ich hatte Angst mich erklären zu müssen, denn das konnte ich nicht. Ich verstand mich selbst nicht und ich würde es vermutlich auch nie. Das Einzige, was ich wusste, war, dass ich es absolut bereute Cara damals gehen zu lassen. Aber ich hatte all das hinter mir gelassen, ich wollte damit nicht noch ein weiteres Mal konfrontiert werden.
Ich atmete tief ein. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass es eben Zufall war, dass dieser Hund gebellt hatte und Maxi einfach Lust auf einen Hund hatte.
Ich lief also in die Küche, um mir ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank zu holen, denn das brauchte ich jetzt einfach.
Etwas überfordert starrte ich dann aber den Zettel am Kühlschrank an, der da sonst nicht hing.
„Bin mit den Anderen feiern. Komm vorbei, wenn du zu Hause bist – Maxi“, las ich laut vor, als ich den Zettel vom Kühlschrank nahm und schüttelte irritiert den Kopf. Die „Anderen“ waren dann wohl die Kerle.
Eigentlich hatten wir doch gar nicht vor, heute feiern zu gehen, oder hatte ich da irgendwas verpasst? Klar, wir gingen öfters freitags feiern, aber heute eigentlich nicht.
Auch wenn wir alle mittlerweile erwachsen waren und studierten, unsere Wege hatten sich nie wirklich getrennt. Die anderen Kerle hatten sich alle Wohnungen in der Nähe von unserer gesucht und so blieben wir immer irgendwie zusammen. Es war häufig so, dass die anderen insbesondere am Wochenende zu uns kamen und wir hier einfach unsere Zeit zusammen verbrachten.
Nerv und Klette, die einzigen von uns, die noch in der Schule waren, kamen auch häufig am Wochenende noch rüber und einmal die Woche spielten wir sowieso nochmal Fußball, um alte Traditionen aufrecht zu erhalten.
Überlegend sah ich an mir runter, ehe ich den Zettel weg warf und mir dann mein Handy und meinen Schlüssel schnappte, um die Wohnung wieder zu verlassen.
Ich verabschiedete mich kurz von dem – vielleicht – fremden Hund, bevor ich die Treppen im Treppenhaus wieder runter lief und dann in Richtung des Clubs hier in Grünwald lief, in dem die Kerle und ich immer feierten, wenn wir denn feierten. Glücklicherweise war er ganz in der Nähe.
Ich hatte zwar eigentlich keine Lust auf feiern, sondern wollte nur einen gechillten Abend haben, aber ich konnte Maxi ja nicht einfach absagen, wenn er davon ausging, dass ich noch nachkam.
Als endlich ankam, bezahlte ich schnell den Eintritt und lief dann nach drinnen, wo schon wirklich viele Menschen waren, obwohl wir gerade mal halb neun hatten.
Suchend sah ich mich um, versuchte zwischen den Menschen irgendeinen von den Kerlen zu erkennen.
Und tatsächlich: nachdem sich meine Augen ein wenig an das dunkle Licht gewöhnt hatten, konnte ich hinten auf der Tanzfläche Raban erkennen.
Ich ging ein Stück in seine Richtung, erkannte dann auch Joschka, Leon, Vanessa, Nerv und Klette und ein weiteres Mädchen. Im ersten Moment dachte ich, es sei Chloe, doch dafür hatte sie zu kurze Haare und vor allem auch die falsche Haarfarbe. Sie hatte irgendwie silberne Haare und am Ansatz waren sie dunkler, wenn ich das richtig sehen konnte hier in dem schlechten Schlicht. Krampfhaft überlegte ich, wer von unseren Freunden silberne Haare hatte, doch mir fiel keiner ein. Vielleicht war sie einfach eine Fremde, die sich an Maxi ranmachen wollte, denn sie sah größtenteils ihn an, soweit ich das richtig beurteilen konnte, immerhin stand sie mit dem Rücken zu mir und mit dem Gesicht zu Maxi.
Oder sie war eine Freundin von Klette, auch wenn ich mir das nicht vorstellen konnte.
Als ich fast bei ihnen angekommen war, erblickte Maxi mich dann auch mal und winkte mich zu sich. Deshalb wurde das fremde Mädchen wohl auch auf mich aufmerksam, denn sie drehte sich um und sah sich neugierig um, bis sie mich erblickte. Ich schluckte. Sofort änderte sich ihr Blick von neugierig zu geschockt. Ich hätte sie vermutlich immer wieder erkannt. Es war Cara.