Colour Rain

GeschichteFreundschaft / P12
Inkling OC (Own Character) Octoling
10.01.2020
25.10.2020
32
71.837
3
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
10.01.2020 5.172
 
„Ein Herzliches Hallo, live hier vom Inkopolis-Platz, wo sich alles nur um einen Sport dreht, Splatoon!“ Die Stimmen von Perla und Marina, den TentaCool Idolen, hallten über den Platz, als sie ihre Durchsagen starteten. Sie gaben die aktuellen Arenen für den Revier-, Rang- und Ligakampf durch und kündigten neue Waffen in Artys Laden an, als Ruby den Inkopolis-Platz durch die Kanalisation erreichte. Das bunte Inkopolis war ganz anders als der graue Okto-Canyon, in dem sie aufgewachsen war. Überwältigt von den vielen Farben schlenderte sie über den Platz. Um nicht erkannt zu werden trug sie einen Helm, der ihren Kopf und vor allem ihre verräterischen Tentakel verdeckte, die sich optisch stark von denen der Inklinge unterschieden.
Inklinge waren seit dem großen Revierkrieg nicht gut auf Oktolinge zu sprechen. Marina von TentaCool war eine der wenigen Ausnahmen. Als Musikerin war sie sehr beliebt, obwohl sie ein Oktoling war. Doch sie hatte schon immer die Unterstützung von ihrer Freundin Perla. Marina hatte einen guten Stand in Inkopolis. Ruby jedoch hatte den Okto-Canyon zuvor noch nie verlassen und war hier so viel wert wie jeder andere normale Oktoling. In ihrer Heimat hatte sie sich schon lange nicht mehr zugehörig gefühlt. Sie war einfach zu freundlich für den Ort gewesen, von dem sie kam. Oktolinge trugen zwar auch etwas ähnliches wie Splatoon Gefechte aus, jedoch war das weniger ein Sport. Sie nutzten Waffen, die ihre Gegner ernsthaft verletzten konnten. Man nahm keine Rücksicht aufeinander und riskierte kompromisslos Verletzungen beim Gegenpart oder im eigenen Team. Außerdem ging es bei Oktolingen eher um das vernichten der Gegner als um das Revier. Wer getroffen wurde hatte verloren und musste sich geschlagen geben, wobei oft nichts anderes übrigblieb.
Ruby rückte ihren Helm zurecht. Sie stellte sicher, dass ihre roten Tentakel nicht zu sehen waren, nahm ihren ganzen Mut zusammen und trat auf die Mitte des Inkopolis-Platzes. Die Sonne schien hell und blendete ihre roten Augen. Der Platz war voller Inklinge und sehr belebt. Zwischen den bunten Inklingen stach ihre Oktorüstung kaum hervor. Ruby ärgerte sich, nicht schon früher hergekommen zu sein.
Auf dem Platz gab es Einiges zu entdecken: Geschäfte, ein Aufnahmestudio, die Inkcade und einen Turm, der den Zugang zu den Splatoon-Arenen ermöglichte und auf dessen Spitze ein Riesenelektrowels thronte.
Elektrowelse waren perfekte Energiequellen. Die Elektrizität, die ein einzelner Riesenelektrowels absonderte reichte aus, um eine ganze Stadt, so groß wie Inkopolis, mit Strom zu versorgen.
Im Okto-Canyon gab es nur wenige Minielektrowelse, was zu einer regelrechten Energieknappheit führte.
Es war schon länger Rubys Traum, zusammen mit den Inklingen zu leben. Außerdem wollte sie sich an dem Sport versuchen, nach dem die Inklinge so verrückt waren. Nun war sie an einem Ort, an dem ihr Traum in Erfüllung gehen konnte.
Es war ein sonniger Tag, als Ruby über den Platz flanierte, wurde ihr unter dem Helm allmählich zu warm. Sie bog in eine dunkle Seitengasse ab, um ihn für einen Moment abzunehmen. Sie wollte ihn gerade wieder aufsetzten, als eine Gruppe von drei Inklingmädchen in die Gasse kam. Sie trugen verschiedene Frisuren, doch alle hatten orangefarbene Tentakel. Schnell zog Ruby ihren Helm auf, die Inklinge hatten jedoch bereits bemerkt, dass sie ein Oktoling war.
Blitzschnell zogen sie ihre Waffen. Es waren ein Doppler, ein Blaster und ein Schwapper. Ein seltsames Glänzen ging von den Waffen aus. Ruby konnte sich nicht erklären was es war, aber etwas sagte ihr, dass diese Inklinge kein Interesse daran hatten sich mit ihr anzufreunden. Hastig rannte sie los, doch die Inklinge nahmen sofort die Verfolgung auf und schossen auf sie. Flink wich sie der Tinte aus, die auf sie zuflog.
In der engen Seitengasse rannte sie beinahe einen Inklingjungen auf ihrer Flucht um, bevor sie wenige Meter später stolperte und zu Boden fiel. Sie rechnete schon mit schmerzhaften Treffern, doch zu ihrer Überraschung blieben die Schmerzen aus. Als sie aufsah stand der Junge, den sie beinahe umgerannt hatte, mit einer gezogenen Airbrush MG zwischen Ruby und ihren Verfolgerinnen. Er hatte seine blauen Tentakel zu einem Sidecut geschnitten und sein Kopf von einem Annaki-Barrett geschützt. Außerdem trug er eine Reißverschlussweste sowie Bikerstiefel.
„Sollten Konflikte nicht in der Arena unter fairen Bedingungen geregelt werden?“, bluffte er ihre Verfolgerinnen an.
Die Inklingmädchen wichen einige Schritte zurück. „Igitt, er gibt sich mit einem Oktoling ab“, rief das Inklingmädchen mit dem Schwapper.
„Es ist nicht nett, andere mit Spitznamen zu ärgern“, antwortete der Junge mit verärgertem Blick.
Das Mädchen mit dem Blaster lächelte verstohlen und legte blitzschnell ihre Waffe an.
Sie schoss auf Ruby.
Der Schuss war genau gezielt und traf Rubys Helm, der von ihrem Kopf gerissen wurde. Rubys roten Oktolingtentakel kamen zum Vorschein. Schockiert versuchte Ruby sie unter ihren Armen zu verstecken. Tränen schossen ihr in die Augen. Sie begann sich zu fragen, wie sie so naiv sein konnte, sich an einen Ort zu begeben an den sie nicht gehörte, als sie die Stimme des Inklingjungen sprechen hörte.
„Es reicht jetzt! Wenn ihr ein Problem habt, dann können wir das in der Arena klären!“
Die klare Ansage schien die Inklingmädchen so aus dem Konzept gebracht zu haben, dass sie sich zurückzogen.
Der Inklingjunge drehte sich nun zu Ruby um, reichte ihr die Hand und fragte: „Ist bei dir alles in Ordnung? Hast du dich verletzt?“
Unsicher wischte sich Ruby die Tränen aus den Augen und griff nach der Hand um aufzustehen. „Nein, ich bin okay“, antwortete sie schüchtern.
„Du bist ja tatsächlich ein Oktoling. Die sieht man hier selten.“
„Es tut mir leid dass ich dir Umstände gemacht habe. Danke für deine Hilfe“, sagte sie.
„Ist doch selbstverständlich. Mein Name ist übrigens Indigo. Sehen wir uns später in der Arena?“
„Mein Name ist Ruby. Ich denke nicht, dass ich in die Arena gehe. Ich habe nicht einmal eine Waffe und ich habe noch nie bei einem richtigen Kampf mitgemacht. Außerdem sollte ich jetzt lieber wieder gehen.“
„Das ist schade, du bist echt schnell. Du wärst bestimmt eine gute Kämpferin.“ Als er das sagte, zwinkerte er ihr zu.
„Ich werde Inkopolis jetzt verlassen. Ich habe hier sowieso nichts verloren. Danke für deine Hilfe.“ Mit diesen Worten ließ Ruby Indigo alleine in der Gasse zurück.

Der Schuss des Inklingmädchens hatte ihren Helm so stark beschädigt, dass er nicht mehr zu gebrauchen war. Um unbemerkt zurück zum Okto-Canyon zu kommen, lief sie daher einen Umweg am Rande des Platzes entlang. Wenn ihr Jemand entgegenkam wechselte sie ihre Form und wurde zu einem Oktopus. Sie drückte sich in Ritzen zwischen Gebäuden, um sich zu verstecken. Als sie einen Kanaldeckel erreichte warf sie einen letzten traurigen Blick auf die schöne und bunte Stadt, in der kein Platz für sie war, bevor sie als Oktopus im geheimen Pfad zum Okto-Canyon verschwand.

Indigo stand noch immer in der schmalen Gasse. Das Oktolingmädchen ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Die drei Inklinge, die sie verfolgt hatten, hätten wirklich gefährlich werden können. Der Schuss des Blasters war so stark, dass Indigo die Vermutung hatte, es könnte eine Heldenwaffe sein. Diese waren nicht für offizielle Splatoon-Matches zugelassen. Er selber hatte noch nie eine in der Hand gehabt, aber er wusste, wie gefährlich diese Waffen sein konnten, da sie echte Kriegswaffen waren. Nachbildungen dieser Waffen konnte man im Kalmarsenal kaufen, um sie in der Arena zu benutzen. Der Oktoling hatte wirklich Glück, dass Indigo gerade in der Gasse war, um seine Airbrush MG aus der Reparatur abzuholen.
Langsam ging er die Gasse entlang, um zur Arena zu kommen, als er einen seltsamen Farbfleck auf dem Boden entdeckte. Es sah nicht wie einfache Splatoonfarbe aus. Sie hatte nicht die Typischen Neonfarben, wie er sie aus den Arenen kannte. Neugierig betrachtete er den rotbraunen Fleck, der sich mit einem Tropfen Gelb mischte, als ihm klar wurde, dass es sich dabei nicht um Farbe, sondern um Blut handelte. Als er in die Richtung blickte, in die der Oktoling verschwunden war, sah er eine Spur von Flecken. Das Mädchen war also doch verletzt und lief nun alleine durch Inkopolis.
Ohne nachzudenken folgte Indigo der Spur, die ihn zu einem Kanaldeckel am Rande des Inkopolis-Platzes führte.
Sie scheint in der Kanalisation verschwunden zu sein, dachte er.
Indigo untersuchte den Deckel. Öffnen ließ er sich nicht, doch er bestand nur aus einem groben Gitter. Er wurde zum Tintenfisch, um sich durch den Deckel zu zwängen und folgte ihr.

In dem Moment, in dem Ruby im Okto-Canyon ankam, spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrem Gesicht direkt unter ihrem rechten Auge. Als sie die schmerzende Stelle berührte, bemerkte sie eine kleine Verletzung. Sie wischte mit ihren Fingern über die Stelle und sah sich ihre Hand an. An ihren Fingern klebte ihr eigenes Blut, das sich mit einer seltsam gelben Tinte vermischte, die offensichtlich nicht für den Revierkampf vorgesehen war.
Ruby wollte gerade zu ihrer kleinen Wohnhöhle in einem Wohnviertel im Okto-Canyon aufmachen, als ihr eine Gruppe von vier Oktolingen entgegen kam.
„Sieh mal einer an, ist das nicht Ruby? Ich dachte, du wolltest nach Inkopolis verschwinden. Hast du etwa deine Spielzeugwaffe vergessen?“, sagte einer der Oktolinge und warf ihr dabei einen provisorisch geklebten Roller mit dazugehörigem Tintentank vor die Füße.
„Ich habe ihn nicht vergessen, ihr habt ihn mir weggenommen!“, erwiderte sie wütend und griff nach ihrer Waffe, woraufhin die Oktolinge laut los lachten
„Wenn du ein Problem damit hast, lass es uns mit einem Kampf klären. Du kannst ja mit deinem Spielzeug antreten. Wenn du gewinnst lassen wir dich in Ruhe und wenn wir gewinnen dürfen wir das Teil behalten.“
Die Oktolinge legten ihre Waffen an und schossen mit pinker Tinte los.
Instinktiv wich Ruby aus.
Sie griff an den Tintentank und zog den oberen Teil heraus, der zu einer Curlingbombe wurde. Ruby ließ diese über den Boden, weg von den Oktolingen, schlittern. Der abgenommene Teil des Tintentanks regenerierte sich zwar sofort, jedoch hatte die Bombe den Tank fast komplett geleert.
Schnell schwamm sie als Oktopus in der Tinte der Bombe fort, um nicht von den Oktolingen getroffen zu werden und um ihre Tinte aufzuladen.
Die Oktolinge jagten Ruby quer über den Canyon, ihr ging allmählich die Kondition aus. Die Oktolinge hatten sie inzwischen zurück in die Nähe des Durchganges nach Inkopolis getrieben und sie dort in eine Ecke gedrängt. Als einer von ihnen gerade auf sie schießen wollte, stolperte er nach vorne über und blieb am Boden auf dem Bauch liegen.
Sein Rücken war voller blauer Tinte.
„Vier gegen einen ist kein faires Match“, ertönte eine Stimme hinter den Oktolingen, die sich überrascht umdrehten.
Indigo stand mit geladener Airbrush MG hinter ihnen und feuerte einen weiteren Schuss als Warnung vor die Füße der Oktolinge.
Diese Gelegenheit nutzte Ruby, um aus der Ecke zu fliehen. Sie warf eine weitere Curlingbombe, schwamm der Farbe nach und positionierte sich anschließend neben Indigo. Ruby holte in einer weiten Bewegung mit ihrem Roller aus und schleuderte rote Tinte auf einen der drei übrigen Oktolinge. Lauthals beschwerte sich dieser über den Treffer und zog sich zurück.
Ruby übernahm Indigos blaue Farbe, zusammen setzten sie den Kampf mit einer ausgeglichenen Anzahl an Teilnehmern fort.
Indigo preschte in Windeseile vor und verfolgte einen der Oktolinge. Ruby folgte ihm mit ihrem Roller und färbte mit ihren Curlingbomben den Weg vor, damit Indigo nicht die Tinte ausging.
Indigo war gerade dabei, auf den Oktoling zu schießen, den er verfolgte, als der zweite plötzlich zwischen ihm und Ruby auftauchte.
Ruby reagierte schnell und ließ eine langsame Curlingbombe in seine Richtung rutschen. Als Indigo auf den Oktoling vor ihm schoss, explodierte Rubys Curlingbombe und der Kampf war beendet.
Die Oktolinge hatten alle den Rückzug angetreten. Ruby nahm wieder ihre rote Farbe an und hatte ein Gefühl, das sie vorher noch nie gespürt hatte. Sie wusste nicht ob es an ihrem ersten Sieg lag oder ob es einfach nur das Kämpfen im Team war, aber ihre Fingerspitzen kribbelten angenehm. Sie war schon beinahe traurig, dass der Kampf vorbei war.
„Du hast wohl ein Talent dafür, dich in Schwierigkeiten zu bringen“, sagte Indigo zu ihr.
„Ich bin es gewohnt. Die sind immer so zu mir“, entgegnete Ruby.
„Dein Roller scheint auch schon einiges mitgemacht zu haben.“ Indigo deutete mit seinem Finger auf Rubys schlecht geklebten Roller, bei dem es ein Wunder war, dass er bei dem Kampf nicht auseinandergefallen war.
Beschämt richtete sie ihren Blick auf ihre Waffe und sagte: „Der sieht nur so aus, weil diese Fieslinge ihn mir weggenommen und zerbrochen haben. Ich habe ihn mir besorgt, weil ich nach Inkopolis gehen wollte, um den Sport auszuprobieren, den Inklinge so mögen. Aber diese Typen waren der Meinung, dass er nur ein unnützes Spielzeug ist.“
„Du lebst hier wohl nicht so glücklich, oder?“
„Nein, das ist ein weiterer Grund, warum ich in Inkopolis war. Aber dort ist es wohl auch nicht anders als hier.“
„Das stimmt nicht! Du hattest nur Pech und bist an die falschen Leute geraten.“
„Warum bist du überhaupt hier? Inklinge kommen sonst nie hierher. Genau genommen ist für euch das Betreten sogar verboten.“ Ruby deutete auf ein Schild, welches weiter hinten stand und einen durchgestrichenen Tintenfisch zeigte.
„Ich bin einer Blutspur bis hierher gefolgt. Sieht so aus, als wäre es dein Blut gewesen. Der Blaster vorhin hat dich doch verletzt“, sagte Indigo mit aufrichtiger Sorge in der Stimme.
„Sieht so aus, aber es ist halb so wild. Ist nur ein Kratzer“, antwortete Ruby und zeigte auf die schmerzende Stelle.
„Mag sein, aber es blutet immer noch. Vielleicht sollte sich das mal ein Arzt ansehen“, erwiderte er.
„Ach was, ist halb so schlimm. Das hört bestimmt gleich auf.“
„Gut, dann nimm wenigstens das hier.“ Indigo holte ein Pflaster aus seiner Hosentasche, öffnete es, ging einen Schritt auf Ruby zu und klebte es ihr auf die Verletzung.
„Warum machst du das?“, fragte Ruby.
„Damit kein Dreck in die Wunde kommt“, antwortete er.
„Das meine ich nicht. Warum bist du so nett zu mir? Ich bin doch nur ein Oktoling. Warum hilfst du mir?“
„Wieso sollte ich es nicht tun?“
„Inklinge und Oktolinge sind seit dem Großen Revierkrieg verfeindet.“
„Inklinge sind nicht alle nett, wieso sollten also alle Oktolinge böse sein?“
Indigos Aussage machte Ruby etwas verlegen. Das entging Indigo nicht, daher versuchte er schnell das Thema zu wechseln. „Hättest du nicht Lust, mit mir noch mal nach Inkopolis zu kommen? Ich würde dir gerne mein Team vorstellen. Wir sind im Moment leider nur zu dritt, weil eines unserer Mitglieder das Team gewechselt hat. Vielleicht könntest du uns für ein paar Matches aushelfen. Ich kenne eine gute Werkstatt, die bekommen dort bestimmt auch deinen Roller wieder hin.“
Ruby wunderte sich. Nach einem Tag wie diesem wollte der verrückte Inkling tatsächlich, dass sie mit ihm noch einmal nach Inkopolis ging. Er war nett zu ihr und das ohne eine Gegenleistung zu fordern. Diese Situation überforderte sie völlig, da sie dem Ganzen nicht traute. Andererseits bot er ihr genau das an, wovon sie schon so lange geträumt hatte – ein offizielles Splatoonmatch in den Arenen von Inkopolis. Zögerlich stimmte sie letztendlich zu, mit ihm zu kommen.

Gemeinsam gelangten sie durch die Kanalisation zurück nach Inkopolis. Dort angekommen führte Indigo Ruby zu seinem Zuhause, in welchem er mit seinem Team in einer Wohngemeinschaft lebte.
Sie war völlig überwältigt von der Größe des Gebäudes im Korallenviertel, welches sie gemeinsam betraten. Die beiden stiegen das Treppenhaus bis zum vierten Stock hinauf. Indigo schloss die Tür zu der Wohnung auf, und noch bevor er den ersten Fuß hineingesetzt hatte, sprang ihn ein kleiner, lilafarbener Tintenfisch an und umarmte in heftig.
„Indigo! Du bist wieder da, ich habe mir solche Sorgen gemacht!“, kreischte er mit hoher piepsiger Stimme. Der Tintenfisch wurde zu einem zierlichen Inklingmädchen, ließ ihn aber nicht los. Das Mädchen hatte kurze lila Tentakel, trug ein Annaki-Evolutions-Shirt, schwarze Punkstiefel und dazu klassische Kopfhörer.
„Violett, bitte lass mich los. Wir haben Besuch und du benimmst dich wieder unmöglich“, antwortete Indigo mit erstickender Stimme, weil das Inklingmädchen, mit der gebräunten Haut, ihn so fest drückte.
„Du bist selber schuld. Du hättest uns Bescheid geben können, dass du länger wegbleibst“, entgegnete sie. „Wen hast du denn mitgebracht?“
„Eine Freundin. Ich denke, sie kann unser Team vervollständigen.“ Indigo trat zur Seite, damit Violett Ruby sehen konnte.
Als Violetts Blick auf Ruby traf, begann sie erneut freudig zu kreischen. „Oh mein Gott, ein Oktoling! Ich habe gehört, dass die super schnell sein sollen. Wenn das stimmt und wir einen im Team hätten, wären wir unschlagbar! Oh, bitte, bitte, komm in unser Team!“ Sie hatte noch nicht zu Ende geredet da sprang sie schon auf Ruby zu und umarmte sie heftig.
Ruby wusste nicht wie sie reagieren sollte. Da sie solche Reaktionen nicht gewohnt war wurde sie zum Oktopus, um sich so aus Violetts Griff zu lösen. Etwas enttäuscht sah Violett zu Indigo.
„Du solltest sie erst mal ankommen lassen. Sie ist unsere Umgangsformen nicht gewohnt“, sagte er zu ihr, um sie zu trösten. Das funktionierte sehr gut, denn Violetts Laune war nach wie vor ungetrübt.
Etwas leiser und beherrschter wandte sie sich erneut an Ruby, reichte ihr ihre Hand und sagte: „Hallo, ich bin Violett, schön dich kennen zu lernen.“
„I... Ich bin Ruby“, antwortete das Oktolingmädchen und schüttelte vorsichtig Violetts Hand.Violett bemühte sich angestrengt, ein erneutes Quietschen zu unterdrücken.
„Wo ist eigentlich Jade?“, fragte Indigo Violett.
„Er trainiert heute schon wieder den ganzen Tag in der Arena. Warum fragst du?“
„Ich wollte mit ihm die Aufnahme von Ruby in unser Team besprechen. Auch wenn ich Teamleiter bin, ist es mir lieber, wenn ich eure Zustimmung habe, wenn ich jemanden ins Team hole. Wir sitzen schließlich alle in einem Boot. Wenn ich ohne euch entscheiden würde, könnte das noch mehr am Zusammenhalt unserer Gruppe rütteln. Clementines Ausstieg war schon schlimm genug für uns.“
„Jetzt wo du es erwähnst … Ich habe das Gefühl, Jade hat ihren Austritt noch nicht ganz verarbeitet. Er und Clementine waren ja praktisch unzertrennlich und trotzdem hat auch er nicht kommen sehen, dass sie unser Team verlässt“, erwiderte Violett.
„Ich gehe zur Arena und rede mit ihm. Kümmere du dich solange um Ruby. Zeige ihr das freie Zimmer. Wenn sie möchte, kann sie das beziehen, wenn Jade einverstanden ist“, sagte Indigo und verschwand die Treppe des Hausflures hinab.
Violett führte Ruby durch die Wohnung. Erst durch einen kleinen Flur und von dort aus in einen geräumigen Wohnbereich mit Essecke und Küchenzeile. Die Wände des Wohnzimmers waren mit Postern von Wet Floor, TentaCool, den Sea Sirens und einigen anderen Bands behangen. In der Mitte des Raumes war ein großes Sofa aufgestellt, das Platz für mehrere Personen bot. Am Rand des Raumes befand sich ein Waffenständer, in dem ein Enperry-Klecksdoppler abgestellt war. Die anderen drei Plätze waren jedoch leer. In der Essecke befand sich ein großer Tisch mit vier Stühlen. Die Küchenzeile war geräumig und sauber. Im Raum befanden sich vier verschlossene Türen. Violett erklärte Ruby, dass hinter ihnen ihre Zimmer lagen. Sie packte Ruby am Arm und zog sie zu einer der Türen.
Dahinter befand sich ein Zimmer, welches beinahe doppelt so groß war wie Rubys ganze Wohnhöhle.
„Wenn du ins Team kommst, wird das hier dein Zimmer“, sagte Violett mit einer unüberhörbaren Freude in der Stimme.
Das Zimmer machte den Eindruck, als wäre es einige Zeit nicht genutzt worden. Es war sauber, aber eine leichte Staubschicht bildete sich auf den leeren Regalen und in dem offenstehenden Schrank.
„Du darfst dir die Möbel gerne umstellen, wenn es dir dann besser gefällt. Ich lasse dich mal in Ruhe hier ankommen. Ich habe das Zimmer nebenan, wenn du etwas brauchst, melde dich einfach bei mir.“ Mit diesen Worten ließ Violett Ruby alleine zurück. Ruby ließ, völlig überfordert, ihren Blick durch das Zimmer schweifen.

Indigo trug sich, als er am Deka-Turm ankam, für die Revierkämpfe ein und ließ sich Jades Gruppe zuteilen. In der Arena hatte er die Chance, Jade um einem Gespräch zu bitten. Entgegen seiner Hoffnung landete er im gegnerischen Team. Für diesen Kampf war das Arowana-Center als Arena freigegeben. Indigo war in Team Blau und Jade in Team Grün. Die beiden waren zwar in verschiedenen Teams, jedoch kannte Indigo Jades Strategie genau. Sobald das Match startete, würde Jade sich eine erhöhte Position suchen, um einen guten Überblick zu bekommen; so konnte er systematisch die Gegner für sein Team mit seinem Ziel-Konzentrator aus dem Weg schaffen.
Indigo nutzte dieses Wissen, um sich an ihn heranzuschleichen. Zu Beginn der Runde rannte Indigo sofort los und suchte sich einen Weg mit guter Deckung, um an Jade heran zu kommen. Wenn er an unübersichtliche Ecken kam, warf er eine Haftbombe voraus um sich zu vergewissern, dass kein Gegner hinter der Ecke auf ihn lauerte. Ein gutes Stück im Gegnergebiet entdeckte er Jade auf einer höhergelegenen Ebene und sah, wie er das Gebiet überwachte um es zu verteidigen.
Jades gegelten Tentakeln glänzten in der Sonne, als er auf seine Gegner zielte. Sein Rilax Mundschutz, seine Pfeil-Pull-Ons und sein schwarzes Krakenaugen-Shirt boten ihm die Möglichkeit öfter zu schießen, ohne seine Tinte erneut aufladen zu müssen. Zu Indigos Glück hatte Jade ihn noch nicht entdeckt.
Indigo färbte einen Weg die Wand hinauf zu der Ebene auf der Jade hockte, um diese schwimmend als Tintenfisch zu erklimmen.
„Jade, ich muss dringend mit dir reden! Es geht um unser Team!“, rief Indigo, als er hinter Jade stand.
Vor Schreck wäre Jade, der Indigo erst bemerkte, als dieser ihn ansprach, die Erhöhung hinab gestolpert. „Ist es denn so wichtig, dass es nicht bis nach dem Match warten kann?“, fragte er in wütendem Ton und richtete seinen Konzentrator auf Indigo. Dieser richtete seine Waffe ebenfalls auf Jade.
„Ja, es ist wichtig! Ich habe ein Ersatzmitglied für unser Team gefunden.“
„Was soll das heißen? Hast du etwa vor, Clementine einfach so zu ersetzen und das nach so kurzer Zeit?“ Die Aufregung in Jades Stimme war nicht zu überhören, als ein Schuss Indigos Rücken traf.
Noch bevor er Jades Frage beantworten konnte, spürte Indigo, wie er zurück zum Teamstartpunkt gezogen wurde. Er versuchte das Gespräch fortzusetzen, doch Jade ließ ihn nicht in die Nähe des übernommenen Gebietes kommen. In seiner Taktik war deutlich zu erkennen, dass er wütend über Indigos Neuigkeit war. Wie sehr Indigo auch versuchte, mit seinem Team das Feld zu übernehmen – gegen das gegnerische Team kamen sie nicht an. Jades Team drängte die Gegenseite so weit zurück, dass er sich eine gute Position sichern konnte von der aus er auf den Startpunkt von Indigos Team zielen konnte. Mit gezielten Schüssen schickte er jeden Inkling, der ihm zu nahekam, zurück zum Anfang. Wenn zu viele Feinde auf einmal auf Jade zu liefen, nutzte er seinen Hochdruckverunreiniger um sie abzuwehren, während seine Teamkollegen weiter vordrangen.
Das Match verlief sehr einseitig und das blaue Team verlor mit weitem Abstand, was nicht zuletzt an Jades Energie lag, die er durch seine Wut in diesen Revierkampf legte.

Nach dem Kampf trafen Indigo und Jade in der Lobby des Deka-Turmes aufeinander.
„Hast du dich jetzt abgeregt? Kann ich jetzt endlich vernünftig mit dir reden?“, fragte Indigo Jade.
„Ob ich mich abgeregt habe? Du willst Clementine einfach so durch jemand anderes ersetzten. Niemand wird je so gut sein wie sie, und du weißt das auch!“, blaffte Jade.
„Das mag sein, aber sie hat sich schon vor drei Monaten dazu entschieden unser Team zu verlassen, um einem gesponserten Team beizutreten. Keiner von uns hatte mit dieser Entscheidung etwas zu tun. Wir können seitdem nicht mehr an der Liga teilnehmen, weil wir kein vollständiges Team sind! Clementine hat sich bis jetzt kein einziges Mal bei uns gemeldet und wir müssen langsam davon ausgehen, dass sie nicht wieder zurückkommt!“
„Wie kannst du so etwas sagen? Clementine würde uns niemals einfach im Stich lassen!“
„Ich weiß, es belastet dich, dass sie einfach gegangen ist und ich habe auch volles Verständnis für dich. Du und Clementine standet euch sehr nahe. Dich hat es von uns allen am meisten getroffen als sie ging, aber seitdem sind wir nicht nur zu wenig Mitglieder; du hast dich auch völlig zurückgezogen. Du bist von morgens bis abends nur noch in der Arena. Du vernachlässigst deine Aufgaben in der Wohngemeinschaft und nimmst auch nicht mehr an unseren Teambesprechungen teil. Wir müssen ein neues Teammitglied aufnehmen, und ich hätte gerne deine Zustimmung dabei. Ich mag der Teamleiter sein, aber wir sind auch alle Freunde. Ich will, dass das auch so bleibt.“
Indigos klare Worte brachten Jade zum Nachdenken. „Und gegen wen willst du sie ersetzen?“, fragte er schließlich, ohne Indigo dabei in die Augen zu sehen.
„Ich habe einen Oktoling getroffen. Ihre Technik ist noch nicht perfekt und im Moment ist sie noch meilenweit von Clementines Fähigkeiten entfernt, aber in ihr steckt ein gewaltiges Potential“, antwortete Indigo.
„Du willst Clementine durch einen Oktoling ersetzten?“
„Ich weiß, was du jetzt denkst, aber du solltest sie im Kampf sehen. Sie ist unglaublich schnell und könnte genau das sein, was unserem Team noch fehlt. Wir können nichts verlieren, wenn wir sie vorerst ins Team aufnehmen.“

Jade schwieg einen Augenblick und ließ sich Indigos Worte durch den Kopf gehen, bevor er seine endgültige Entscheidung traf. Er wusste, dass Indigo recht hatte. Clementine würde vorerst nicht zurückkommen. Er musste sich damit abfinden, auch wenn es ihm schwer fiel. Indigo hätte als Teamleiter das Recht gehabt, einfach ein neues Mitglied aufzunehmen. Dass er sich Jades Zustimmung holte, war nicht nötig und trotzdem hatte Indigo es für wichtig befunden Jade zu fragen.
Eigentlich war genau das einer der Gründe warum Jade in diesem Team war. Indigo war ein guter Teamleiter, der es geschafft hatte eine Gruppe zusammenzustellen, die aus mehr als nur Teamkollegen bestand. Sie alle waren Freunde. Jade wurde klar, dass er Indigo nun aus genau diesem Grund vertrauen musste.
„Also gut, dann nehmen wir diesen Oktoling vorerst ins Team auf“, lautete seine Antwort.
„Glaube mir, wir werden diese Entscheidung nicht bereuen. Komm mit zur WG, dann stelle ich sie dir vor“, sagte Indigo mit einem Lächeln.
Jade stimmte mit einem unzufriedenen Nicken zu und versuchte weiterhin sein Trauer zu unterdrücken.

Ruby stand schon eine Weile alleine in dem geräumigen Zimmer, in dem Violett sie zurückgelassen hatte. Da die Wohnung im vierten Stock lag konnte man durch das Fenster gut über Inkopolis sehen. Eine solche Aussicht hatte Ruby ihr ganzes Leben noch nicht zu Gesicht bekommen. Das Zimmer lag genau so, dass sie freie Sicht auf den Deka-Turm hatte. Niemals hätte sie gedacht, dass ihr Wunsch, in Inkopolis zu sein, in Erfüllung gehen könnte. Und doch war sie nun dort, in einem Haus, das im Korallenviertel stand – in direkter Nähe zum Deka-Turm.
Sie ließ sich diesen ereignisreichen Tag noch einmal durch den Kopf gehen, als sie aus dem Fenster sah. Sie konnte noch nicht ganz begreifen, wie sie überhaupt in diese Lage gekommen war. All das verdankte sie Indigo, der von der ersten Sekunde an freundlich zu ihr gewesen war. Sie war sich sicher, dass sie an diesem Ort etwas finden konnte, was sie in ihrer Heimat nie kennengelernt hätte. Sie rief sich das Gefühl in Erinnerung, welches sie nach dem Kampf im Okto-Canyon gehabt hatte. Der Gedanke an den Sieg und die Aufregung sorgten dafür, dass sie ein Lächeln nicht unterdrücken konnte.
Ein Klopfen an der Tür riss Ruby aus ihrem Gedankengang. Sie öffnete die Zimmertür vor der Violett stand.
„Ich habe gerade einen Anruf von Indigo bekommen. Er und Jade sind auf dem Weg hierher. Er sagte, er hätte gute Neuigkeiten. Es scheint so, als hätte Jade deiner Aufnahme zugestimmt“, platzte Violett heraus, als sich die Tür öffnete.
„Glaubst du wirklich?“ Ruby konnte Violetts Euphorie nicht ganz teilen, denn sie hatte ein wenig Angst davor nicht bleiben zu dürfen. Das sie ein wenig nervös machte.
„Jade wirkt bei Fremden manchmal etwas abweisend, aber wenn man ihn erst etwas besser kennenlernt, ist er ein wirklich guter Freund und ein lieber Kerl. Du wirst dich bestimmt prima mit ihm verstehen.“ Violett schien Rubys Angst sofort bemerkt zu haben und sagte genau das Richtige, um Ruby ein wenig zu beruhigen.

Indigo und Jade betraten die Wohnung und schlossen die Tür hinter sich.
Violett rannte sofort los, sprang Jade an, umarmte ihn fest und rief: „Jade! Endlich lässt du dich auch wieder bei uns blicken! Du bist uns jetzt so lange aus dem Weg gegangen!“
Jade war nicht einmal überrascht, als Violett auf ihn zustürmte. Anscheinend war er es schon lange gewohnt, dass Violett so überschwänglich war.
„Violett, du benimmst dich wie ein kleines Kind!“ War alles, was er zu ihr sagte.
Sie ließ ihn los und antwortete mit einem breiten Grinsen: „Ich habe dich auch vermisst.“
Bei jedem anderen hätte Jade sich gefragt, ob man ihm überhaupt zugehört hätte. Doch er kannte Violett zu gut, um zu wissen, dass sie in allen Aussagen nur das hörte was sie wollte. Auch wenn es etwas völlig Anderes war als das, was man damit aussagen wollte.
Jade ging den Flur entlang zum Wohnbereich und stellte seinen Konzentrator in den Waffenständer. Als er an Ruby, die Violett gefolgt war, vorbeiging, musterte er sie mit ernstem Blick aus dem Augenwinkel. Schnell versuchte sie seinem Blick auszuweichen.
Noch bevor Ruby ihre Augen völlig von Jade abgewandt hatte, nahm Indigo ihre Hand und zog sie in Jades Richtung. „Komm, ich stelle euch vor“, sagte er mit unbeschwerter Stimme.
Ruby war erneut überfordert von der Leichtfertigkeit der Inklinge, doch sie empfand es auch als willkommene Abwechslung zu ihrem Leben im Okto-Canyon, in dem alles mit strenger Disziplin ablief.
Indigo blieb neben Jade stehen, legte seine Airbrush-MG in den Waffenständer und sagte zu ihm: „Das ist Ruby. Ich habe sie heute Vormittag kennengelernt.“
„Ich bin Jade. Du bist also der Oktoling, der Clementines Platz einnehmen möchte?“, wandte Jade sich an Ruby.
„Nur … wenn keiner von euch etwas dagegen hat“, antwortete sie zurückhaltend.
„Mit welcher Waffe gehst du überhaupt in ein Match?“
Zögerlich holte Ruby ihren beschädigten Roller hervor.
„Der hat ja einen Totalschaden!“, rief Jade empört. „Mit so schlechter Ausrüstung gewinnt man auf keinen Fall einen Kampf.“
„Es ist nicht ihre Schuld, Jade. Einige Oktolinge haben ihn zerstört“, verteidigte Indigo sie.
„Bevor du in die Arena gehst wirst du diese Waffe komplett ersetzten müssen.“
„Das würde ich wirklich gerne tun, aber ich habe leider kein Geld, um mir eine neue Waffe zu kaufen“, antwortete Ruby und senkte traurig den Blick auf ihren Roller.
Jade wandte sich ab und verschwand in seinem Zimmer. Ruby stellte sich schon darauf ein nach Hause zurückzukehren, als Jade wieder aus seinem Zimmer kam. In seiner Hand hielt er einen Kleckser, der einige Gebrauchsspuren aufwies.
„Hier, den kannst du vorerst benutzen. Aber wehe, den zerstörst du so wie den Roller!“, sagte er und hielt ihr den Kleckser hin. „Sag Bescheid, wenn ich dir zeigen soll, wie man ihn am besten benutzt. Damit kannst du dir in der Arena etwas Geld verdienen, bis du dir eine neue Waffe leisten kannst.“
„Soll das heißen, ich darf ins Team?“, fragte Ruby ihn überrascht.
„Erst mal auf Probe. Mal sehen, ob du das Zeug dazu hast ein volles Mitglied zu werden.“
„Ich hoffe ich werde euch nicht enttäuschen.“
„Das wirst du schon nicht“, sagte Indigo breit grinsend.