Kontrolle

von Wintercup
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
10.01.2020
22.09.2020
172
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16.09.2020 506
 
231

Bei ihrer morgendlichen Joggingrunde überholte Tony Bucky. Bucky blieb irritiert stehen, als Tony unruhig rückwärts vor ihm her tänzelte.
„Was wird das?“, fragte er. Sie waren noch keine Viertelstunde unterwegs, es war noch nicht Zeit für eine Pause.
„Das will ich von dir wissen“, versetzte Tony und stellte sich dicht vor Bucky, der nicht zurückwich.
„Ich weiß nicht, was du meinst.“
„Warum bist du vorhin abgehauen?“
Bucky sah ihn überrascht an. „Ich bin nicht abgehauen.“
„Du warst weg, als ich aus der Dusche kam.“
„Ist dir mal in den Sinn gekommen, dass ich auch duschen wollte? Ganz zu schweigen von - anderen notwendigen Dingen.“
„Du hättest was sagen können.“ Klang Tony verletzt?
„Soweit kommt’s noch, dass ich ankündige, wann ich pissen gehe.“
Tony sah ihn übertrieben tadelnd an.
„Als wenn du dich gewählter ausdrückst.“
Tony murmelte etwas Unverständliches und trabte davon.
Bucky folgte ihm zögerlich; Tonys Verhalten irritierte ihn. Es war doch klar gewesen, dass sie sich nur Minuten später wieder über den Weg laufen würden. Buchstäblich. Was ging Tony bloß durch seinen Genieschädel?
Als er ihn eingeholt hatte, sagte Bucky bewusst lapidar: „Ich bin nicht der Typ, der dich nachts um 3 Uhr weckt, um mit dir die Sterne zu bewundern.“
Tony lachte trocken auf. „Wenn ich tatsächlich nachts um 3 schlafe und du - oder irgendjemand sonst - mich weckst, dann hörst du Schimpfworte, die du noch nie zuvor in deinem Leben gehört hast.“
Die Worte ließen Bucky sich gleichzeitig erleichtert und enttäuscht fühlen - ganz wie der Unterton in Tonys Worten.

232

Ihre Joggingrunde wurde erneut unterbrochen, als Tony eine Nachricht erhielt. Bucky wartete geduldig, bis er sie gelesen hatte; inzwischen wusste er, dass er Tony nur selten so für sich hatte, wie er es inzwischen manchmal gerne gehabt hätte. Aber weil seine unsichtbare Verbindung zu Friday und Gott allein wusste, wie vielen anderen elektronischen Helferlein zu Tony gehörte wie sein Halblächeln und seine Überzeugung, ganz allein die Welt retten zu müssen, nahm Bucky es hin.
„Schlechte Nachrichten?“, fragte er, als Tony derb fluchte.
Dass sich die rot-goldene Rüstung um Tonys Körper legte, war Antwort genug. Nun fluchte auch Bucky.
Dies war also der Moment, von dem er gewusst hatte, dass er früher oder später kommen musste. Zu seinem nicht geringen Entsetzen, fühlte es sich so an, wie er es seit einiger Zeit befürchtet hatte: als würde eine eiskalte Hand nach seinem Herzen greifen. So wie damals, als er sich von Steve verabschiedet hatte.
„Warte nicht mit dem Essen auf mich“, scherzte Tony mit blechern-elektronischer Stimme und begann zu schweben.
Bucky reckte sich, griff mit der linken Hand nach Tonys - nein, Iron Mans - Nacken, zog ihn ein  Stückchen zu sich. Dass ihm dies gelang, lag weniger an der Kraft in seinem bionischen Arm als daran, dass Iron Man ihm entgegenkam. Im letzten möglichen Moment öffnete sich sein Visier, sodass Bucky beinahe Tonys Stirn mit seiner berührte.
„Pass auf dich auf, Tony.“
„Nur eine Erkundungsmission“, versuchte Tony ihm weiszumachen. Dann schloss sich das Visier und Bucky konnte ihn nicht länger halten.
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