Die extravaganten Eskapaden der Grand Couturier

von DanieD00
GeschichteRomanze, Horror / P18
OC (Own Character)
10.01.2020
31.01.2020
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Ein Spiegel reflektiert. Das tut er immer, selbst, wenn er dreckig ist. Manche sagen, man erkennt nicht einfach nur sich selbst in einem Spiegel wieder, sondern auch seine Seele. Davon mag man halten, was man will, doch man sieht das, was vor ihm steht. Das ist Fakt.

Nui schaut in den Spiegel des Badezimmers, welches in ihrer Wohnung im großen REVOCS-Konzerngebäude steht. Da steht sie. Sie trägt die Kleidung, die sie immer trägt - aber sie ist blutig. Die Haare, die sie jeden Tag pflegt - sie sind zerzaust. Und da ist eine große, offene Wunde im Gesicht. Ihr Auge fehlt.

Blut fließt heraus. Aber sie schaut hin. Es brennt immer noch, doch die Wunde hat sie sich verdient. Ihr Blick ist gleichgültig. Mit ihrem übrigen Auge schaut sie in den Spiegel und so auf die Wunde. Das Waschbecken tropft vor sich her. Draußen hört man Mitarbeiter sprechen. Nui beobachtet, wie ein Tropfen langsam an ihrer Wange herunterfließt. Der Tropfen hängt ein wenig. Dann fällt er runter in das Waschbecken.

"Dämliche Schlampe." murmelt sie sich selbst zu. Ihre Wunde ärgert sie. Sie könnte sie regenerieren. Aber das macht sie nicht. Es soll ihr eine Lehre sein. Sie schaut auf das Waschbecken. Überall sind Bluttropfen. Das meiste Blut ist schon getrocknet, und schaut man genau auf die Wunde, sieht man schon einzelne Fäden des Lebensfadens, der sie zusammenhält. Sie schüttelt den Kopf und schaut wieder zum Spiegel.
"Lady Ragyo hatte Recht. Sie sind alle Idioten. Alle wertlos." flüstert sie sich selbst zu und schaut sich weiter an.

Dann kichert sie.

"Das Leben ist wirklich lustig." grinst sie.
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