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Mit anderen Augen

von lunanara
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 Slash
Elrohir Rúmil von Lorien
10.01.2020
01.12.2020
28
149.379
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31.01.2020 7.212
 
Wie erwartet musste Elrohir nicht lange vor dem Baum im Wald warten, bis sich die Tür öffnete und der hübsche junge Elb heraustrat und sich unsicher umsah. Behände kletterte er den Baum hinab, kaum unten angekommen fand sich der Blonde auch schon in den Armen des Dunklen wieder.

„Bei Eru, habt ihr mich erschreckt", quiekte der Elb erschrocken auf. „Oh, das lag nicht in meiner Absicht, nutzt du mir doch Garnichts, wenn du zuvor an einem Herzinfarkt verendest", wisperte Elrohir dem Blonden ins Ohr. Den zierlichen Körper durchlief ein deutlich spürbares Zittern.

Der Dunkle hauchte einen Kuss auf die helle Haut des Halses vor ihm. „Wenn du magst können wir das bei mir vertiefen", flüsterte Elrohir, ehe er abrupt den Kleineren losließ und sich einige Schritte entfernte.  

Leise fluchte der Blonde auf, als erste Schneeflocken durch das dichte Blätterdach fielen. Elrohir warf ihm einen fragenden Blick zu. „Ich hab meinen Mantel oben liegen lassen.." , weiter kam der Kleinere nicht, als auch schon der Mantel des Dunklen um seinen Schultern lag.  

„Kommst du?" Ohne weiter auf den hübschen Jungen zu warten machte sich Elrohir auf den Weg zu seinem Talan. Kurz bevor er den Baum erklimmen konnte, legten sich kühle Hände vor seine Augen.  

„Wer bin ich?" , flötete der Kleinere. Elrohir packte ihn an den schmalen Armen, drehte sie und presste den Blonden dann gegen den Baumstamm. Die Wucht zwang den Heiler zum ausatmen. Ihre Lippen trafen sich, nicht länger als einen Wimpernschlag, dann ließ der Krieger von dem hübschen Mann ab.

„Wenn ich dir jetzt sage, dass es da oben kalt und unordentlich ist, mein Bett aber dennoch gemütlich, würdest du mich begleiten?" , fragte Elrohir mit neckischem Unterton. Der Heiler legte den Kopf in den Nacken und unterdrückte ein Seufzen, als der Krieger ihm leicht in den Hals biss, ehe er wieder auf Abstand ging.  

Der junge Mann nickte. Grinsend erklomm Elrohir den Baum, betrat seine Talan und entzündete das Herdfeuer. Als er sich wieder umdrehte, sah er wie der Blonde die Tür hinter sich schloss und den Mantel von seinen Schultern gleiten ließ.  

Etwas unschlüssig stand der Blonde im Hauptraum und sah sich interessiert um. „Wenn das Feuer jetzt das Haus aufwärmt, benötigst du sicherlich nicht mehr so viel Kleidung." Elronds Sohn ging langsamen Schrittes auf den Heiler zu und zog ihm das dünne Hemd aus.  

Gierig glitten die Finger des Kriegers über die blasse Haut, er ergriff die Hand des Kleinen und bugsierte ihn in sein Bett. Er drückte den jungen Mann rittlings in die Matratze und strich seinem Partner über den flachen Bauch. Obwohl der Elb sichtlich unsicherer war als die Junge Elbe, die Elrohir erst eine Woche zuvor abgewiesen hatte, strahlte der Kleine etwas unglaublich anziehendes aus.

Als der Blonde etwas festes an seiner Hüfte spürte, fasste er sich ein Herz und richtete sich etwas auf. Mit leicht zitternden Händen zog er dem Erben von Imladris die leichte Robe über den Kopf. Fasziniert strich er über den muskulösen Oberkörper. Ein paar haardünne Narben befanden sich auf der ansonsten makellos Porzellan weißen Haut. In stiller Bewunderung für die Arbeit der Heiler hauchte der Blonde einen Kuss auf eine besonders verblichene Narbe.  

„Ich.. ich hab noch nie..", stotterte er schließlich. Elrohir zuckte nur mit den Schultern. „Solange du das jetzt willst."
Beinahe fühlte sich der Prinz geehrt, da er doch der erste sein würde. Behutsam drückte er den Blonden zurück auf den Rücken.  

Während seine Hände an den Seiten des Elben auf und ab strichen verwickelte er ihn in einen intensiveren Kuss. Da der Junge seinen Mund nicht öffnete, als der Dunkle mit seiner Zunge über die fremden Lippen leckte, verschaffte er sich Eintritt in die Mundhöhle des Kleineren, indem er ihm etwas gröber die Zunge zwischen die Lippen schob.

Nach einigen zaghaften Versuchen gelang es dem erfahrenen Küsser ein Zungenspiel zu entfachen, welches sanfter und unschuldiger nicht hätte sein können. Innerlich die Augen verdrehend ließ Elrohir seine rechte Hand in die hellen Haare wandern.  

Schließlich fanden die erprobten Finger ihr Ziel, sanft strichen sie über das empfindliche Ohr. Die Reaktion des Jungen fiel heftiger aus, als der Dunkle erwartet hätte. Unterdrückt stöhnte der Blonde auf, eher er dem Älteren einen Blick aus vor Lust verschleierten Augen schenkte, der ihm augenblicklich in die Lendengegend fuhr.

Ungeduldig befreite Elrohir seinen Partner von der störenden Hose. Beinahe schüchtern ließ Elrohir seine Hand an dem hübschen Elben hinabgleiten.  
„Wenn ich etwas mache, dass dir zu viel ist, oder das dir nicht gefällt, musst du mir das sagen."

Der junge Mann bestätigte Elrohirs Aufforderung mit einem Nicken. Vom Bauchnabel aus ging der Prinz nicht weiter grade hinab, seine Hände strichen über die sanften Erhebungen der Hüftknochen.  

Die schlanken Hände wanderten über die geöffneten Beine des Kleineren. Ehe sie an der Oberschenkelinnenseite wieder hinauf strichen. Der Dunkle hielt einen Moment inne und betrachtete den schönen Körper vor sich. Die Hände hatte der junge Mann in das Laken gekrallt, die Augen waren nur halb geöffnet und die tief rot geküssten Lippen standen einen Spalt breit offen.  

Langsam arbeitete sich der Prinz an der empfindlichen Haut weiter nach oben, immer wieder hauchte er federleichte Küsse auf die empfindliche Haut an Hüften und Bauch.  

Beinahe beiläufig strich der Dunkle schließlich über den Schaft seines Partners. Ein Schaudern durchlief den angespannten Körper und der Atem des Kleineren beschleunigte sich noch etwas.
In einer fließenden Bewegung veränderte Elrohir ihre Position. Der Kleinere lag nun in derselben Richtung wie Elrohir, seitlich in dessen Armen. Geübt strichen die kräftigen Hände des Kriegers über die Mitte des Heilers.  

Kurz bevor dieser zu seinem Höhepunkt kam, leckte Elrohir über die Spitze des Ohres, welche ihm so verlockend zwischen den goldenen Haaren entgegenlugte. Sich nicht zurückhalten könnend, biss er hinein.  

Der Blonde presste sich eine Hand auf den Mund, um nicht zu laut zu werden, dennoch traf ihn der Orgasmus mit unerwarteter Heftigkeit. Ohne zu zögern biss er in seinen Handballen und unterdrückte somit mühevoll einen Schrei.  
Elrohir lächelte nur hinter dem Elben. Er gönnte dem Elben eine Weile der Entspannung, in welcher er seine Hände ausschließlich auf dem schlanken Oberkörper wandern ließ.  

Kaum hatte er das Gefühl, dass sich der Heiler etwas beruhigt hatte, glitten seine Hände erneut an dem jungen Mann hinab. Doch diesmal fand eine Hand ihren Weg zwischen die Schenkel, die andere Hand begann behutsam den Kleinen darauf vorzubereiten was folgen würde.  

Der Blonde war so überfordert von seinen heftigen Gefühlen, dass er nicht einmal bemerkte wie der Dunkle ein Fläschchen Zedern öl hervorzauberte und seine Hand damit benetzte.

Erst als ein erster Finger behutsam in ihn eindrang erkannte der junge Elb worauf das ganze hinauslaufen würde. Er konnte nicht abstreiten, dass ihm diese Berührungen gefielen.  
Als der Finger in seinem inneren etwas streifte, tanzten grelle Blitze im Sichtfeld des Blonden. Er verlor gänzlich die Kontrolle über seinen Körper, welcher nach immer mehr lechzte.  

Er hatte das Gefühl, dass Elrohirs freie Hand überall zugleich war, sie sich von einer empfindlichen Körperstelle zur Nächsten bewegte. Erst als sich der starke Elb hinter ihm in Position brachte, erkannte er, dass er das ganze an diesem Punkt stoppen musste, um sie nicht beide unglücklich zu machen.  

„Hör auf!" Sofort hielt der Krieger inne, ehe er sich zurückzog, er rückte ein Stück von dem Blonden ab und wartete. Es war das erste Mal, dass jemand einen Stopp von ihm verlangte. Beinahe befürchtete er, dem Jüngeren ausversehen weh getan zu haben.

Als vorerst nichts von dem noch immer auf der Seite liegenden Elben kam, richtete sich der Prinz auf, zog sich Schlafkleidung an, ging in die Küche und kochte auch dem noch schwach glimmenden Herdfeuer einen beruhigenden Tee.  

In der Zwischenzeit hatte sich der Blonde zusammengekauert und schluchzte leise. Elrohir kam zurück in sein Schlafzimmer. Er hüllte den Kleineren in eine dünne Decke, setzte sich auf die Bettkante, zog den Blonden auf seinen Schoß und drückte ihm die Tasse mit dem Kräutertee in die Hand.

Von seiner Erektion merkt der Dunkle nichts mehr. „Magst du mir erklären was los ist?", fragte er nach einiger Zeit des Schweigens. Der Kleinere trank den letzten Schluck Tee und stellte dann die Tasse auf den Nachttisch.

Mit einem leichten Zittern in der Stimme begann er zu erzählen: „Vorhin habe ich schnell bemerkt, dass du mich nicht erkannt hast. Ich wollte dich etwas ärgern, aber das ist dann aus dem Ruder gelaufen und es hat sich so gut angefühlt, so richtig."

Entgeistert blickte Elrohir auf den Elben in seinen Armen hinab, als ihn eine schreckliche Ahnung überkam, unterdrückte er sie.

„Ich habe extra die letzten zwei Seiten deines Buches nicht gelesen, damit du Recht behältst." Mit Tränen in den Augen blickte er zu seinem einstigen Retter auf.

„Bei den Valar, du bist doch höchstens sechzig Jahre alt", stieß Elrohir entsetzt aus. Sich bewusst werdend, dass er nicht nur mit dem kleinen Bruder eines guten Freundes geschlafen hatte, sondern auch mit einem Kind und dabei noch unwissentlich einige Gesetze gebrochen hatte.

„Ich schlafe nicht mit Kindern", stammelte der Prinz entsetzt. Er erinnerte sich daran wie sein Vater ihm von Sklaverei bei den Menschen erzählt hatte, dass es Menschen gab, die Gefallen daran fanden sich an Kindern zu vergehen. War er jetzt wie einer von ihnen?

Der große Krieger musste ein Würgen unterdrücken. Er ekelte sich vor seiner Tat und sich selbst. „Rúmil, ich glaube du solltest jetzt gehen." „Und wohin? Wenn ich jetzt nach Hause gehe wird Haldir wissen wollen wo ich so lange war."

„Dann solltest du es ihm sagen. Du solltest deine Zeit nicht bei jemandem wie mir verbringen", wisperte Elrohir, schob den Kleineren von seinem Schoß, ergriff sein Schwert und verließ überstürzt seinen Talan.  

Er war eine Weile durch den Wald gerannt, seine Lunge brannte und seine Knie zitterten. Noch immer viel Schnee in großen Flocken herab. Aus Erfahrung wusste der Elb, dass er trotz seines Zustandes noch Stunden würde laufen können.

Gedanklich seine elbische Ausdauer verfluchend fand er sich irgendwann auf dem Übungsplatz wieder. Bis zum Morgengrauen kämpfte er verbissen gegen Gegner die nur ehr sehen konnte.

Sie alle sahen aus wie er und sie alle hatten sich an unschuldigen Kindern vergriffen, sie begehrt. Als an diesem Morgen die ersten Elben auf den Übungsplatz kamen fanden sie Elronds Sohn wie ein Wahnsinniger auf einen Baum einschlagend vor.  

Sein Schwert lag in seiner Nähe am Boden, am Stamm des Baumes klebte Blut des Prinzen und dennoch schlug er immer wieder auf seinen hölzernen Gegner ein.  

Irgendwann, Stunden später sank er erschöpft und zitternd auf den schneebedeckten Waldboden. In diesem Zustand wurde er schließlich zum Herrn der Heilerschaft gebracht.

Rúmil, welcher dem erfahrenen Elb auch an diesem Tag zur Hand ging, konnte seinen Blick nicht von dem Prinzen nehmen, konnte er doch nicht glauben, dass er Schuld für den miserablen Zustand des hochgestellten Elben trug.
Der Dunkle konnte sich glücklich schätzen, dass Elben sich nicht erkälten konnten. Dennoch war Elrohir nicht anzusprechen, er lag still in seinem Bett und starrte ins Leere. Am späten Abend verabschiedete sich der Herr der Heilerschaft, jedoch nicht ohne Rúmil versprechen zu lassen ihn sofort zu wecken, wenn sich etwas am Zustand des Prinzen änderte.
So kam es, dass der Blonde einen großen Teil der Nacht, Elrohirs Hand haltend auf der Bettkante saß. Irgendwann hatte er damit begonnen sanft über den Handrücken des Prinzen zu streichen. „Erinnerst du dich daran als wir uns das letzte Mal gesehen haben? Da war ich viel jünger und du hast mich auch geküsst.

In der Nacht haben wir auch in einem Bett gelegen. Wenn sich jemand schuldig gemacht hat, dann ja wohl ich, schließlich habe ich mich nicht zu erkennen gegeben."
„Das war etwas anderes. Du warst ein Kind und ich habe dich nicht genötigt.", wisperte der Prinz plötzlich.  
„Genau, ich war ein Kind, ich bin nicht so alt wie es das Gesetzt es von mir verlangt, aber du hast mich zu nichts genötigt."
Eine Weile blickte der Dunkle den Blonden stumm an, ehe er langsam nickte. „Es war dennoch falsch", gab der junge Elb zu, doch der Krieger schüttelte den Kopf, ehe er dem Jüngeren eine Strähne hinter sein Ohr strich.

„Wenn es sich für dich falsch angefühlt hat, dann habe ich dich nicht nur genötigt, sondern dich auch Vergewaltigt", stellte Elrohir kalt fest. Vehement schüttelte Rúmil seinen Kopf, die hellen Strähnen tanzten im schummrigen Kerzenschein um sein Haupt wie ein Strahlenkranz.  
„Auch wenn es jegliches Gesetz gebrochen hat, war es schön. So schön, dass ich es wiederholen würde." Die Wangen des Heilers nahmen eine tief rote Farbe an, er hoffte, dass dies in der Dunkelheit nicht zu erkennen war. Leer schluckte der der Dunkle, war er sich doch den möglichen Ausmaßen dessen, was das Kind gesagt hatte bewusst.
„Du solltest vorsichtig mit dem sein was du sagst, vor allem wenn es ein so großes Risiko birgt. Schließlich könnte dir noch etwas geschehen, nicht jeder ist so behutsam wie ich."
„Behutsam?"

Doch mehr gelang ihm nicht mehr zu sagen, als sich Elrohirs Lippen behutsam auf die Seinen legten. „Vielleicht mag es falsch sein, dass ich dich begehre. Sicher ist, dass Haldir mich erdrosselt, wenn er davon hört, aber ich bin der Prinz von Imladris. Ich könnte jeden haben, wenn ich wollte, doch dich, den einen den ich nicht haben kann begehre ich anders als die Anderen."
Unsicher wie er reagieren sollte erhob sich Rúmil. „Der Herr trug mir auf, ihn zu wecken, wenn sich etwas an eurem Zustand verändert."
Nachdem der Heiler noch einmal Elrohirs Gesundheitszustand kontrolliert hatte, gestattete er ihm in seinen eigenen Talan zurückzukehren. Jedoch erst nachdem der Halbelb ihm gedroht hatte.  
Vor Elrohirs Baum stand Rúmil, bereits auf ihn wartend. „Bevor du fragst, ja, ich habe Haldir gesagt, dass du zurück bist, er weiß, dass ich bei dir sein werde, bis du mich zurück bringst." Ein unsicheres Lächeln zierte sein hübsches Gesicht.  
„Wenn das so ist." Lächelnd strich der Krieger dem Jungen über die Wange, ehe er den Baum erklomm.  
Die nächsten Tage verliefen ereignislos. Rúmil unterstützte tagsüber den Heiler, kam aber abends zuverlässig zu Elrohir.  
Der Krieger war seiner eigentlichen Aufgabe nachgekommen und hatte die Funktionen der neuen Mixtur erklärt und an einer seiner verletzten Hände demonstriert.  
Auch wenn sie nicht erneut körperlich wurden, schliefen sie in Elrohirs Bett und beinahe zufällige Berührungen gehörten zur Tagesordnung.
Es war einige Tage vor der geplanten Abreise und Elrohir nutzte seinen Aufenthalt, um einige politische Angelegenheiten zu besprechen, hatte er sich doch in seinem zweimonatigen Aufenthalt erfolgreich vor solchen Aufgaben gedrückt.

Als er seinen Talan betrat duftete es bereits verführerisch nach Abendessen. „Womit habe ich verdient bekocht zu werden?", fragte Elrohir gespielt misstrauisch.

„Reicht es nicht, dass du einer der bestaussehendsten elbischen Krieger bist?" Obwohl der Blonde selbstsicher lächelte errötete er bis zu den Ohrspitzen.

„Wenn mir das Ardas niedlichster Heiler sagt, dann sollte ich ihm das wohl glauben", wisperte Elrohir geschmeichelt. Rúmil wurde sogar noch einige Nuancen roter als zuvor.  

„Ich bin kein Heiler, solange ich zu jung bin, bin ich nicht mal ein Lehrling. Bilde dir dennoch nicht ein, dass ich dich einfach so bekoche."  
„Das macht das Ganze noch interessanter", murmelte der Dunkle, während er sich an den bereits gedeckten Tisch setzte.

„Ich habe dein Buch auf den Nachttisch gelegt."
Mit einem liebevollen Lächeln ergriff der Jüngere die leeren Teller, füllte sie und stellte sie nacheinander wieder auf das dunkle Holz.  

Schweigend begannen sie zu essen, auch wenn es Rúmil deutlich anzumerken war, dass er etwas sagen wollte, schwieg er. Der Prinz passte sich an und genoss die Mahlzeit. Schweigend räumten sie den Tisch ab.  

Der Junge ergriff die Hände des Kriegers und zog ihn in das kleine Badezimmer, er ergriff eine Bürste und begann die Haare des Dunklen zu öffnen. Kaum fielen die dunklen Strähnen den Rücken hinab, vergrub der Kleinere sein Gesicht in ihnen und sog den Geruch des Mannes in sich auf.

„Ich habe begriffen, dass du nichts von mir willst, da ich in deinen Augen nur ein Kind bin..", wisperte Rúmil, ehe er stockte und ein Schluchzen unterdrückte. Elrohir drehte sich um, nahm den Blonden in seine Arme und hielt ihn an sich gedrückt, bis der schmale Elb sich beruhigt hatte.  

„Warum hast du geweint?", fragte der Prinz schließlich. „Es tut weh zu wissen, dass du mich nicht willst, aber andere. Ich weiß das das kindisch ist, aber ich bin eifersüchtig und habe Angst, dass du, wenn du wieder kommst nur meinst du seist verlobt und..." Erneut unterbrach ihn ein Schluchzen.  

Elrohir hauchte dem Jungen einen sanften Kuss auf die zitternden Lippen. Er wartete, bis sich die blauen Augen auf ihn richteten und er die ganze Aufmerksamkeit des Blonden hatte.
„Und wenn das so wäre? Du darfst nicht vergessen, dass ich der Prinz bin, von mir wird irgendwann erwartet, dass ich irgendeine Elbe heirate, um mit dir Kinder zu bekommen. Die große Frage ist dann nur, ob ich sie auch mag, ob ich sie genügend habe kennenlernen dürfen und ab es mich glücklich macht in ihrer Nähe zu sein."
Behutsam strich er dem Kleineren durch die Haare.

„Ich weiß nicht was du von mir erhoffst, oder erwartest, aber ich fürchte, dass ich es dir nicht geben kann. Es ist nicht nur gegen das Gesetz, du bist der Bruder eines sehr guten Freundes, außerdem bist du noch fast ein Kind.  
Die Zeit die du jetzt mit mir verbringen würdest, könntest du nie wieder nachholen. Ich habe Angst, dass du das irgendwann bereuen könntest, dich irgendwann fragst was du in deiner Jugend gemacht hast und das einzige was du weißt ist, dass du sie an einen älteren Elben verschwendet hast, der irgendwann irgendeine wohlhabende Elbe heiratet. "

Erneut schluchzte der blonde Heiler leise auf. Ehe er zu dem größeren aufsah und sich schnell die Tränen von der Wange wischte.  

„Ich weiß was ich will, und dazu gehört nicht zu warten bis ich alt werde, bis ich irgendwann jemand anderen finde, den ich vielleicht lieben sollte!
Ich weiß, ich bin noch ziemlich jung und es ist viel zu früh und trotzdem liebe ich dich.  
Ich kann vollkommen nachvollziehen, wenn du nichts von mir willst, das habe ich begriffen... dass kann ich akzeptieren... dennoch dachte ich, dass du es wissen solltest. Das hat für dich jetzt nichts zu bedeuten, du kannst dein Leben weiterleben wie du willst mich einfach vergessen, dich mit irgendwelchen anderen begnügen, es ist alles egal, mir ist alles recht, solange du noch glücklich bist."

Mitleidig blickte der Krieger auf den Kleineren, welcher sich verzweifelt in seine Arme schmiegte. Es gab nichts, was in diesem Augenblick lieber täte, als den Keinen zu versichern, dass sie zusammengehörten.

Oft schon hatte er vermeintlich Gefühle für jemanden empfunden, doch hatte er diese meist schon im nächsten Bett vergessen. Er wusste, dass Haldir ihn hinrichten würde, sollte er seinem Bruder das Herz brechen.  
Außerdem hatte er immer noch ein wenig Angst vor der Reaktion der Herrin, sollte sie erfahren, dass er ein Kind verführt hatte.  
Er steckte in einer Zwickmühle. Sein Herz sprach eine eindeutige Sprache, doch was wusste es schon.

Es war eine Sache, wenn sein Vater duldet, dass er umtriebig war, es war etwas Anderes in einer festen Beziehung mit einem Mann zu sein, einem Kind!

Dennoch zog sich alles in ihm schmerzhaft zusammen, wenn er auch nur daran dachte dieses Kind erneut allein zurückzulassen. Seine Hand vergrub sich in den blonden Strähnen vor ihm, sanft legte er seinen Zeigefinger unter das Kinn des Blonden.  

Unendlich langsam hob er dessen Kopf an, und zwang ihn somit ihn anzusehen.  
„Du bist die die Risiken bewusst, die es birgt mehr Zeit als nötig mit mir zu verbringen?", fragte er, beinahe schon schüchtern.  

Seine Frage wurde mit einem kräftigen Kopfnicken beantwortet, daher fuhr er leise fort:  
„Ich möchte ehrlich zu dir sein, ich empfinde mehr Gefühle für dich als ich bisher für irgendjemanden anderen empfunden habe.  
Aber das bedeutet nicht, dass ich bis ans Ende meiner Tage mit dir zusammenbleiben möchte, wenn du verstehst worauf ich hinaus will.  
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mir gelingen sollte, wenn ich wieder allein zu Hause bin, treu zu bleiben.

Ich liebe die Versuchung, und ich liebe körperliche Nähe, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich es aushalte über so lange Zeit darauf zu verzichten.
Das heißt nicht, dass ich für die Elben mit denen ich mein Lager teile irgendwelche Gefühle, die Erregung übersteigen, empfinde.

Doch das heißt auch, dass du bereit sein müsstest mich zu teilen. Außerdem fürchte ich, dass ich weiterhin nicht in der Lage sein werde häufiger nach Lórien zu kommen. Schließlich habe ich Pflichten und Aufgaben in Imladris."

Schwer atmete er ein und aus, wusste er doch nicht was er sagen sollte. Nachdenklich biss sich Rúmil auf die Unterlippe, ehe er nickte und sich aus Elrohirs Umarmung löste.

„Ich würde gerne eine Nacht drüber schlafen.", flüsterte er. „Ich habe da noch nicht so ganz drüber nachgedacht, fürchte ich. Ich habe mich an Beren und Lúthien orientiert, und dachte, dass Liebe einfach ist, ich habe mich offensichtlich geirrt.  
Das heißt jetzt nicht, dass ich mir unsicher wäre in dem was ich will, jedoch weiß ich nicht ob ich bereit bin dafür die gegebenen Konditionen anzunehmen."

„Beren und Lúthien als Orientierung für unkomplizierte Liebe..." Der Dunkle brach ab und begann leise zu lachen. Als Reaktion auf sein Verhalten wurde eine Grimasse geschnitten. Schließlich verließen sie beide das Bad.  

Schweigend zogen sich die ungleichen Elben um und legten sich dicht aneinander gedrängt in das bequeme Bett. Erst spät in dieser Nacht gelang es dem Jüngeren einzuschlafen. Als er am nächsten Morgen erwachte, litt er unter starken Kopfschmerzen, insgeheim wusste er, wofür er sich entscheiden würde. An diesem Morgen erwachte er mit der Erkenntnis, dass er alles tun würde, um weiterhin Zeit mit seinem Krieger verbringen zu können.  
Lächelnd stellte Rúmil fest, dass der Prinz noch im Reich der Träume weilte, die Augen halb geschlossen sah er versonnen in die Ferne. Der Blonde deckte rasch den Tisch, ehe er das Frühstück anrichtete und sich rasch wusch.  

Mit vom Baden noch immer feuchten Haaren glitt er unter die wärmende Decke und schmiegte sich an den ihm so vertrauten, vom Schlaf aufgeheizten Körper. Elrohir stieß einen unwilligen Laut aus, als eine der kalten Strähnen sein Gesicht streifte.
Nachdem der Heiler die Stelle jedoch entschuldigend geküsst hatte, öffnete er seine Augen gänzlich. Während er das schöne Gesicht des Blonden musterte, verschwanden auch die Letzten Zeichen des Schlafes aus seinem Blick. „Ich könnte mich beinahe daran gewöhnen so geweckt zu werden", wisperte er, ehe er Rúmil einen flüchtigen Kuss stahl und sich dann erhob.

Lächelnd folgte Haldirs Bruder seinem Krieger an den gedeckten Tisch. Kaum hatte er dem älteren Tee eingeschenkt, wurde er von starken Armen auf dessen Schoß gezogen, nur mit Mühe gelang es ihm die heiße Flüssigkeit nicht zu verschütten.
Trotz des bösen Blickes, welchen der Dunkle Krieger zugeworfen bekam, lächelte dieser nur entwaffnend. Als sich ihre Lippen sanft trafen, blendeten sie ihre Umgebung völlig aus. Wie durch ein Wunder landete die Teekanne auf dem Tisch, anstatt zerschellt am Boden zu enden.  
Einige Zeit verging, in welcher sie immer wieder federleichte Küsse austauschten und sich verliebt ansahen, bis Rúmil schließlich hastig aufsprang. „Bei den Valar, ich komme zu spät!" Elrohir einen letzten liebevollen Blick zuwerfend ergriff er eine Scheibe des frischen Brotes, ehe er überstürzt das Haus verließ.

Da der Blonde erst am frühen Abend zurückkehren würde, aß Elronds Sohn ohne Eile, räumte den Tisch ab und bereitete sein Haus auf die baldige Abreise vor. Wenn das Wetter beständig bleiben würde, wovon sie ausgingen, würden sie am frühen Nachmittag des folgenden Tages aufbrechen. Die Nacht würden sie in einem Wachhaus an der lórischen Grenze verbringen und sich dadurch eine Übernachtung im Gebirge sparen.  
Rúmil kam später als erwartet und musste sich daher mit bereits erkaltetem Abendessen zufrieden stellen. „Elrohir, ich habe darüber nachgedacht was du gesagt hast. Lieber würde ich das Hier und Jetzt genießen und dann sehen was die Zukunft für mich bereithält, als dass ich auf dich verzichte."  

Eine leichte Röte zierte die kindlichen Gesichtszüge des Blonden. „Wenn es das ist was du möchtest", hauchte Elrohir, seine Freude nicht verbergen könnend. „Solange ich zu jung bin, verstehe ich, wenn ich das mit niemandem teilen darf, aber, für den Fall, dass das zwischen uns länger als vierundvierzig Jahre hält und die Verbindung erlaubt wäre, will ich nicht länger schweigen müssen", warf Rúmil etwas unsicher ein.  

Verständnisvoll nickend blickte Elrohir ihm tief in die blauen Augen. „Das finde ich gut, damit handeln wir uns beide keinen Ärger ein. Wie sieht es aus mit.. anderen", nicht ganz wissend wie er es formulieren sollte brach er ab und blickte betreten zu Boden.  
„Solange du mir versprichst, dass du für keinen von ihnen tiefere Gefühle empfindest, ist es in Ordnung für mich, wenn du weiterhin mit.. anderen.." Um den kontinuierlich röter werdenden Blonden zu erlösen schlang Elrohir seine Arme um ihn und versiegelte ihre Lippen.  

„Es scheint, als müsste ich morgen Mittag wieder aufbrechen", wisperte er in die süßlich duftenden blonden Haare, als sie sich wieder voneinander gelöst hatten. „Das unsichere Warten ist das Los derer, die einen Krieger lieben", wisperte Rúmil leise, ehe er Elrohir sanft in ihr Schlafzimmer bugsierte.  
Wie erwartet viel kein weiterer Schnee. So kam es, dass sich die Liebenden nur wenige Stunden später schweren Herzens voneinander verabschieden mussten.

Zurück in Imladris musste sich Elrohir seinem wütenden Vater stellen, doch der Zorn des Halbelben zog an ihm vorüber wie Regenwolken bei starkem Wind.  
Der älteste Sohn Elronds überhäufte sich mit Arbeit, so dass er im Sommer erneut nach Lórien würde reisen können.

Tatsächlich gelang es dem Dunklen in den folgenden zwanzig Jahren seinen Geliebten immer wieder zu besuchen. Trotz aller Vorsicht hatte Elrohir recht bald das Gefühl, dass Galadriel von seiner heimlichen Beziehung wusste, machte sie doch immer wieder Andeutungen in diese Richtung, jedoch beging er nicht den Fehler sie offen darauf anzusprechen.





In einem Reich, 1600 Meilen entfernt von Bruchtal wurde eine junge Elbe von einem Pferd gestoßen und den Wachen übergeben. Was in diesem Reich niemand wusste war, dass es sich bei ihr um die Tochter Galadriels handelte. Nicht die ältere, welche von Lord Elrond geehelicht wurde, sondern die jüngere, die stets unter Verschluss gehalten wurde.
Das Mädchen hatte einen Großteil ihrer Zeit im großen Grünwald verbracht, wo Thranduil sie mit harter Hand zu einer Elbenprinzessin erzogen hatte. Nur wenige wussten von ihrem Aufenthaltsort, fürchtete die Herrin, dass auch ihrer zweiten Tochter etwas zustoßen könnte.  
Daher kannten sich Mutter und Tochter nur von offiziellen Festlichkeiten. Auch wenn Rya ihre ältere Schwester Celebrían nie kennengelernt hatte, neigte Galadriel dazu ihre Töchter zu vergleichen. Da es der Jüngeren nie gelang so "gut" zu sein wie ihre Schwester es einst war, war das Verhältnis zwischen den Beiden mehr als angespannt.  

Prinz Legolas war immer an der Seite des Mädchens und bedeutete ihr so viel wie ein Bruder. Immer- außer in der verhängnisvollen Nacht auf ihren siebzigsten Geburtstag. Rya war sich sicher gewesen, dass sie auf sich selbst würde aufpassen können, als sie sich aus dem Wald geschlichen hatte, um den Vollmond zu bewundern.  
Ihr Pferd hatte sie schnell vorangebracht, in den seltenen Anblick der Himmelskörper versunken, hatte sie nicht bemerkt, wie sich die Menschen in Position brachten. Als sie den Angriff bemerkte, war es bereits zu spät gewesen. Die Reise hatte etwas weniger als drei Wochen in Anspruch genommen.  

Der Anführer der Truppe war äußerst erfreut gewesen, als er dem Mädchen begegnete, elbische Sklaven waren selten und teuer, sein Herr würde sich sicher über ein solches Geschenk freuen.  

So kam es, dass dem verschüchterten Mädchen die Augenbinde abgenommen wurde und es in einen Thronsaal geführt wurde. Ängstlich sah sie sich um, als ein alter Mann mit großen Schritten auf sie zukam wich sie zurück. Auch nach mehreren Versuchen gelang es ihm nicht die geschickte Elbe zu berühren. Schließlich brüllte er sie an, sie verstand ihn jedoch nicht.
Zwei Wachen traten von hinten an sie heran, zwangen sie zu Boden und hielten sie dort. Als der alte Mensch sich zu ihr hinabbeugte spuckte sie ihm in das faltige Gesicht. Er schlug sie, so dass sie ein klingeln in den Ohren hatte und der Schlag, wie eine Glocke, in ihrem Kopf nachzuhallen schien.

Die Wachen schliffen sie einige Gänge entlang und stießen sie in ein großes Zimmer. Die Tür schloss sich hinter ihr. Rya zog sich in die hinterste Raumecke zurück und wartete, am Boden kauernd, was als nächstes geschehen würde.  
Schließlich öffnete sich die Tür und ein junger Mann betrat den Raum, dem Aussehen nach ein Krieger, ohne die Elbe eines Blickes zu würdigen setzte er sich auf einen Stuhl und blickte aus dem einzigen Fenster.

Schließlich drehte er leicht den Kopf und musterte die verängstigte Elbe. 《Mein Vater gab mir den Auftrag dich für ihn willig zu machen. Wirst du dich ihm freiwillig fügen? Das würde uns beiden Leid ersparen.》
Ängstlich und verwirrt blickte sie ihn an, verwendete er doch Westron, die gemeine Sprache, mit der sie sich so unglaublich schwer tat. Unwillig runzelte der Mann die Stirn, ehe er erneut ansetzte: 《Ob du freiwillig machst was er sagt!》

《Ich. Kann nicht.. hier bleiben》, innerlich verfluchte sich Rya, dass sie sich nicht mehr auf diese Sprache konzentriert hatte. Thranduil hatte es genügt, dass sie in der Lage war sie zu lesen und zu schreiben. Daher wusste die Elbe zwar was sie sagen wollte, doch fehlten ihr die nötigen Kenntnisse um es auszusprechen. Bei den Valar, sie wusste nicht einmal welche Namen die Menschen den Buchstaben gegeben hatten, sie kannte nur die elbischen Bezeichnungen.  

Ein trauriges Lächeln zierte das Gesicht des jungen Mannes. 《Ich kann dich nicht gehen lassen. Tut mir leid.》 《Meine Mutter wird.. zornig.. werden!》, fauchte die Elbe, was sich beinahe lustig anhörte, da sie die Worte viel zu weich und mit der falschen Satzmelodie aussprach. Nach einem zittrigen Atemzug nickte sie jedoch ergeben und senkte den Blick.
《Wer ist deine Mutter?》, fragte der Mensch, ehe er den Kopf schüttelte, 《Ist egal. Es wird nichts ändern. Sag es nicht. Es interessiert mich nicht.》 Die Elbe nickte nur. 《Nun gut, was denkst du, wirst du gehorsam sein? Du hast die Wahl.》 Nach kurzem zögern antwortete Rya, sehr darauf bedacht die ungewohnte Sprache möglichst verständlich zu verwenden. 《Ich bin gehorsam...》Der Mann nickte. Als sie ein 《Herr.》 anfügte blickte er beinahe zornig auf.
《Nein, hör auf mich Herr zu nennen, wenn wir allein sind! Das ist nicht richtig.》 Verunsichert nickte die blonde Elbe. 《Du musst müde sein. Du solltest schlafen. Morgen werde ich versuchen dir unsere Sprache besser beizubringen.》

Er erhob sich und ging zur Tür wo er verharrte. 《Gute Nacht. Du kannst in meinem Bett schlafen》, mit diesen Worten ließ er sie allein.  

Da sie ihn nur bedingt verstanden hatte kauerte sie sich schließlich etwas näher an den brennenden Kamin und verbrachte die Nacht dort, weder wirklich schlafend, noch wach. Als sich am frühen Morgen die Tür öffnete war sie augenblicklich völlig wach und kniete.  
Was für den Mann wie das Verhalten eines Sklaven wirkte, war tatsächlich nur eine elbische Form der Begrüßung für einen hohen Herrn. Hätte an seiner Stelle König Thranduil dort gestanden hätte sie noch demütig den Kopf gesenkt, doch der Mann war nur ein Mensch.
《Guten Morgen.》 Rya nickte dem jungen Mann zu, um zu zeigen, dass sie ihn vernommen hatte. 《Du musst keine Angst vor mir haben. Ich werde dir niemals aus eigenem Willen heraus weh tun. Und wenn wir allein sind, musst du dich nicht so benehmen.》 Der Mann schenkte ihr ein freundliches Lächeln. 《Wie benehmen? 》, hakte sie unsicher nach, hatte sie doch schon wieder einen großen Teil des gesagten nicht vernommen.

《Wie eine Sklavin.》  Kaum merklich zuckte sie zusammen, hatte sie sich bisher nicht als solche gesehen. 《Verzeiht meine schlechte Sprache He. .》, erschrocken brach sie ab, erinnerte sie sich doch an seine Bitte.  《Alles gut. Ich helfe dir. Kommst du?》
Unsicher erhob sie sich, hob aber dennoch den Kopf nicht. Der Mann brachte sie in eine Bibliothek, um ihr dort die Sprache näher zu bringen, erstaunt stellte er fest, dass das Mädchen lesen und schreiben könnte, dennoch keine Ahnung zu haben schien wie man die Worte aussprach.  
Daher begnügte er sich damit ihr einfache Regelungen zur Aussprache näher zu bringen. Erfreut stellte er fest, dass sie ihn schnell besser verstand. Je sicherer sie sich fühlte, desto verständlicher war ihre Aussprache.

Dennoch achtete der Mann darauf sie nichts über sich zu fragen. Er wollte sie nicht besser kennen lernen und er wollte auch nicht, dass sie ihm besonders mochte und auch nicht, dass er sie besonders mochte. Er hatte schlicht und ergreifend Angst davor sich später zu verletzen, wenn er sie würde töten oder verletzen müssen.
Eines hatte ihn seine Kindheit gelehrt: Man sollte für niemanden mehr Gefühle als nötig empfinden. Am späten Nachmittag betrat ein Soldat die Halle voller Bücher und richtete dem Mann aus, dass sein Vater ihn sehen wolle.

Freundlich fragte er die Elbe, ob sie den Weg in sein Zimmer allein fände, als diese nickte erhob er sich, hatte er doch gelernt, dass er seinen Vater besser nicht warten lassen sollte.  
Der Truchsess von Gondor forderte seinen Sohn auf, ihm zu demonstrieren was die neue Elbe bereits konnte. 《Sie versteht nicht einmal unsere Sprache, Vater. Zumindest nicht wirklich》, warf Faramir leise ein. 《Ja und? Das muss sie nicht, solange ihr Körper anziehend ist.》 Ein grausames Lächeln stahl sich in die Züge des Mannes. 《Natürlich Vater.》
《Gut, beeile dich. Ihr beide in meinem Zimmer und ziehe ihr etwas ordentliches an!》 Voller Vorfreude rieb sich Denethor die Hände. 《Ja, Vater.》 Mit diesen Worten verneigte er sich und ging zu ihr. Kaum, dass er eingetreten war, wurde er mit dem typisch elbischen Kopfnicken begrüßt.  

《Hey, zieh das bitte an.》 Er reichte dem jungen Mädchen eine Art Kleid aus beinahe durchsichtigem Stoff. „Wie ihr wünscht." Beinahe froh aus ihrer, nach elbischer Ansicht, widerlichen Kleidung zu kommen, begann sie sich rasch umzuziehen. Scheiterte jedoch kläglich, da sie sich nicht einmal sicher war wie rum, das Kleidungsstück getragen wurde.  
Schließlich trat Faramir an sie heran und half ihr. Sie beäugte ihn mit einer Mischung aus Angst und Misstrauen im Blick. 《Es tut mir leid was ich gleich tun werde. Kommst du?》
《Faramir, wenigstens kannst du Kleidung auswählen.》 Es war einer der wenigen Momente in denen der junge Mann beinahe Stolz in den Augen seines Vaters erkennen konnte.  
《So.. na los ich warte..》 Stumm folgte er dem Befehl seines Vaters. Von Anfang an tat er Rya sehr weh, da er mittlerweile wusste, dass sein Vater es so am liebsten mochte. Die zur Kriegerin ausgebildete Prinzessin wehrte sehr schnell stark. Sie war seine erste Elbe. Obwohl er von einer Frau keine solche Gegenwehr erwartet hätte war er stärker und nicht lange genug überrascht genug, um sich übertölpeln zu lassen.

Denethor hatte sichtlich seinen Spaß, der aber abflaute, als Rya ihre Verteidigung einstellte. Irgendwann, als die Elbe zu bluten begonnen hatte und das nicht nur, weil sie an diesem Abend ihre Jungfräulichkeit hatte einbüßen müssen, erhob sich Denethor und ging.
Auf dem Flur rief er nach seiner lieblings Sklavin. Sein Sohn hatte die braunhaarige Elbe schon lange und mindestens genauso lange hatte er vergessen woher sie kam. Doch er wusste, dass Boromir schon immer gerne mit seinem Vater geteilt hatte.
《Shaina!》 Die Sklavin kam augenblicklich angerannt, natürlich nicht so, dass er sie hatte rennen sehen. 《Badewasser. 3 Minuten, ah und mach deine Haare auf, dieser ewige Dutt nervt mich.》
《Aber Herr, Boromir befahl mir sie immer in einem Dutt zu tragen, Herr.》 Gefährlich leise fragte Denethor: 《Hast du Grade einem MEINER Befehle widersprochen?》 《Nein Herr.》 Rasch öffnete sie ihre Haare. 《Gut. Zieh dich jetzt aus.》 Ohne zu zögern kam sie seinem Befehl nach. 《Ich finde es faszinierend, wie du mein Bad vorbereitest, während du hier stehst.》

Nach einer tiefen Verneigung beeilte sich die Elbe seinem Befehl nachzukommen. Nur wenig später lag er im warmen Wasser. 《Hole einen großen Sklaven!》
Nur wenig später hatte der Truchsess von Gondor was er wollte, wie sehr er doch das Prinzip der Sklaverei liebte. Erst betrachtete er die hübsche Elbe dabei wie sie den Sklaven befriedigte, ehe er sie selbst verlangte.

Als seine Gelüste dahingehend erfüllt waren sandte er sie aus, um seine neue Elbe herzurichten.  
Nur wenig später betrat sie Faramirs Schlafzimmer. Die Elbe kauerte in einer Ecke, der junge Mann saß lesend auf einem Stuhl. Leise entschuldigte sie sich für die Störung, ehe sie den jungen Mann davon in Kenntnis setzt, dass sie, auf Befehl seines Vaters hin, die blonde Elbe mitnehmen werde.

Kaum waren sie unter sich, begann die Blonde zu sprechen, sie verwendete Sindarin, welches Shaina zwar von ihrer Mutter beigebracht bekommen hatte, jedoch nur selten verwendete. „Ihr besitzt elbisches Blut. Woher kommt ihr?"  
Die Sklavin schwieg. „Wer bist du? Was werden sie mit mir machen?", ließ die Blonde nicht locker. „Diese Informationen bringen dir nichts, falls ich sie dir gebe. Also wozu fragst du?" „Ah also kannst du doch sprechen", stellte Rya sachlich fest. „Ja, kann ich." „Ich weiß nicht, aber lieber etwas mehr wissen als nicht. Außerdem gibst du mir irgendwie Sicherheit, da du hier das einzige vertraute Wesen bist."  

„Du kennst mich nicht, ich kann dir nicht vertraut sein", stellte die Sklavin harsch fest. „Du bist eine Elbe, natürlich bist du das. Diese Männer werden Probleme bekommen, wenn sie mich nicht gehen lassen.. Ich hoffe das ist ihnen bewusst", sagte die Elbe mit dem Vertrauen derer, die ihr Stand stets aus ungemütlichen Situationen gerettet hatte. „Das sind mächtige Männer." Freudlos lachte die Blonde auf: „Sind sie das? Sie haben keine Ahnung wer ich bin!"  
Die Sklavin schwieg, verdrehte jedoch innerlich die Augen. Nachdem die selbstsichere Frau noch immer sprach, unter brach sie sie schließlich: „Hier bist du ein Niemand. Genau wie ich und viele andere, hör auf dich so aufzuspielen, dass hilft niemandem.  Wer du warst interessiert sie nicht. Was du willst interessiert sie nicht. Du bist ein Niemand." „Meiner Mutter ist es nicht egal!", erwiderte die Elbe patzig. „Meine Mutter hat das auch interessiert. Sie ist Tod, weil sie sich für etwas sinnloses eingesetzt hat."

Den schockierten Ausdruck der Blonden ignorierend, musterte die Sklavin sie, ehe sie murmelte: „Ja, das sollte glaube ich akzeptabel sein.” „Danke, du weißt was du tust", meinte Rya mit einem schiefen Grinsen.  
„Dieses Wort solltest du schnellstmöglich aus deinem Sprachgebrauch entfernen. Danke niemandem außer dem Herrn für irgendetwas." „Alles klar, merk ich mir. Und welcher der 3 ist der Herr?"  
„Ich rate dir im Zweifelsfall auf Denethor zu hören, er ist Truchsess. Danach auf Boromir, seinen ältesten Sohn und Faramir, den du schon kennenlernen durftest, hat am wenigsten zu sagen." Shaina lächelte Rya leicht an. „Nun gut, hilfreich. Dan.." Die Sklavin überging es und forderte die Blonde auf ihr zu Denethor zu folgen.  
Der Truchsess gab seinen Versuch mit der jungen Elbe zu schlafen jedoch schnell wieder auf, da sie ihm, sobald er in ihre Reichweite kam die Nase brach. Schäumend vor Wut befahl er einem Soldaten seinen Sohn Faramir zu holen, zwei Weitere wurden benötigt, um die Elbe zu bändigen.  

Kaum eingetreten sank Faramir in eine tiefe Verneigung. 《Vater, ich habe versagt. Das tut mir leid, ich werde mich bessern.》 《Das kannst du nicht, dafür bist du zu dumm! Du bist es nicht wert dich meinen Sohn zu nennen.》
Schweigend blickte Faramir zu Boden, als Rya das Wort ergriff: 《Was ist eigentlich euer Problem?  
Er kann eigentlich dankbar sein, dass er nicht so ist wie ihr ihn gerne hättet, denn drei unerträgliche Kerle könnte euer Reich nicht aushalten. Oh verzeiht.. Es ist ja nicht mal eures..》 《Bringt sie zum schweigen!》, brüllte Denethor ungehalten. Doch als einer der Soldaten dem Mädchen die Hand auf den Mund legte, biss sie zu uns spuckte dem Truchsess das Blut-Speichel Gemisch entgegen.
Ohne länger zu zögern prügelten die Wachen die Elbe zu Boden. Einer von ihnen öffnete seine Hose und sorgte dafür, dass Rya nur noch würgen konnte.  
Langsam schritt Denethor auf seinen ungeliebten Sohn zu gefährlich leise fragte er ihn, was er nun mit der Elbe tun solle.

《Vater.. ich meine mein Herr, ihr solltet sie gerecht bestrafen.》
《Ja, und wie?》 Unsicher zuckte Faramir mit den Schultern und vertiefte seine Studien zur Beschaffenheit des Bodens. 《Nichts kannst du.. nun gut, du bekommst eine letzte Chance. Erziehe sie!》
Unsicher nickte Faramir. Mit einem weiteren Brüllen bewegte er seine Wachen dazu von der Blonden abzulassen, welche jedoch offenbar noch nicht genug hatte, fing sie doch von neuem an ihn zu verfluchen: 《Ihr werdet brennend in den Tode stürzen Denethor, Truchsess von Gondor!》
Beschämt senkte Faramir, sein Haupt noch etwas tiefer und wisperte: 《Es tut mir leid, Herr. Ich kann das nicht.》
《Was kannst du nicht?》, fragte Denethor, deutlich verwirrt. 《Ich bin nicht fähig das zu tun.》
Wütend winkte der alte Mann ab. 《Dann lerne es.》 《Ich kann ihr nicht weh tun》, presste Faramir zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.  
《Warum nicht?》 Erneut konnte der junge Krieger nur mit den Schultern zucken.  
《Was hindert dich daran?》 《Etwas sagt mir, dass sie etwas besonders ist und dass sie diesen Mut irgendwo hernehmen muss》, stammelte Faramir unsicher.

《Sie ist eine Elbenschlampe wie jede andere. Außerdem ist das kein Mut, das ist Dummheit.》
《Wie ihr meint.》
《Erziehe sie, so wie dein Bruder die andere Elbe erzogen hat.》
《Tut mir leid, aber ich kann es nicht.》

Diese Worte brachten das Fass endgültig zum überlaufen. In den Augen des Truchsesses flammte blinder Zorn auf, als er zu schreien begann: 《Was bist du nur für ein erbärmlicher Schwächling? Du bist eine Schande! Wie sehr ich in diesem Augenblick wünschte dein Bruder wäre schon von der Jagt zurück!
Dann bringe wenigstens in Erfahrung wer ihre Mutter ist, selbst mir ist ihr Geschwafel über sie schon aufgefallen, vielleicht kann man ein hübsches Sümmchen Goldmünzen mit ihr verdienen.》
《Natürlich, wie ihr wünscht.》 Faramir verneigte sich vor seinem Vater und nahm die junge Elbe mit sich.  

Noch immer kochend vor Wut schickte der Truchsess seine Wachen hinaus und schlug dann auf Boromirs Sklavin ein, als er sich beruhigt hatte, schickte er auch sie hinaus.

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Authors Note:
Vielen dank für den Support, freue mich, wenn ich sehe, dass euch die Geschichte gefällt.

So, jetzt habt ihr Rya kennenlernen dürfen, allerliebst, nicht wahr (Ironie)?
Leider wird sie uns immer wieder stören.. hust.. begegnen.
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