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Mit anderen Augen

von lunanara
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 Slash
Elrohir Rúmil von Lorien
10.01.2020
01.12.2020
28
149.379
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Dieses Kapitel
1 Review
 
02.05.2020 5.536
 
Author's Note: Liebe Madita Morgan. Ich habe ihm mitgeteilt, dass er seine Stimmungsschwankungen unter Kontrolle bekommen soll...
Das hat er auch. Seine Hauptsächliche Stimmung ist nun: eingeschnappt sein.
Mir persönlich waren die Schwanks lieber.
have fun

Asha hatte offenbar stark geweint, als sie eintraten war Rya damit beschäftigt die junge Frau zu beruhigen. Sobald die Herrin des Waldes den Halbelben sah schlug sie ihm gegen den Oberarm.
„Was auch immer du ihr gestern gesagt hast, als ihr alleine wart, es war nicht gut. Du hast sie verängstigt, du selbstverliebter Trottel. Jetzt funktioniert sie nicht mehr als meine persönliche Dienerin."

Die aufgebrachte Elbe ignorierend ging Rúmil zu seinem Bruder, welcher endlich erwacht war. „Wieso persönliche Dienerin?", fragte er leise, mit rauer Stimme. Als er bemerkte, dass Rya nicht im selben Raum mit ihm war, strengte er sich an, um so laut wie ihm möglich war „Asha ist keine Sklavin!" zu sagen.

Rúmil versorgte seinen Bruder, unterhielt sich mit ihm und weinte. Er ertrug es nicht wie sein geliebter Bruder zugerichtet worden war.
Nach einiger Zeit betrat Asha das Zimmer und setzte sich so neben das Bett, dass sie Rúmil nicht im Weg sein würde.

„Asha... Wie lange war ich weg?", fragte der Hauptmann schwach.
„Fast eine Woche, ihr hattet hohes Fieber", flüsterte sie
„Eine Woche. Waren wir nicht beim du?", fragte er freundlich.
„Die Herrin ist seit dem hier und kümmert sich um... dich. Tut mir leid."
„Was tut dir leid? Was ist passiert?", fragte er verwirrt.
„Was ist das Letzte an das du dich erinnerst? Das mit dem 'du' war respektlos, ich sollte dein Angebot ehren."
„Weiß nicht ... der Vampir. Und das Messer." Haldir griff sich ans Ohr und zog angeekelt die Hand weg.

Rúmil drehte sich um und warf dem Drachen einen eindringlichen Blick zu. „Asha, ich glaube ihr solltet gehen, bitte."
Das Mädchen erhob sich rasch und verließ eilig das Zimmer. Sobald sie draußen war versuchte der Heiler seinen Bruder zu beruhigen, was darin endete, dass er ihm ein starkes Beruhigungsmittel geben musste.

Elrohir hatte sich irgendwann an den großen Tisch gesetzt und mit geschlossenen Augen gewartet. Sobald Asha das Zimmer verlassen hatte, hatte Haldir seinen Bruder angeschrien. Der Halbelb hatte kurz überlegt, ob er das Schlafzimmer betreten sollte, sich dann jedoch umentschieden. Es waren Sätze gefallen wie: „Du hast keine Ahnung!", „Rede keinen Müll!", „Hör auf mir Märchen zu erzählen!", „Es wird nicht besser werden!"

Rya hatte das Mädchen geschlagen. „Wegen dir regt er sich jetzt auf, du solltest draußen vor der Tür warten!"
Haldir war leiser und daher unverständlich geworden, dennoch war sich der Dunkle sicher, dass er nichts nettes sagte.

„Rya, nein. Du bist in diesem Haus nur Gast, du hast kein Recht sie hinaus zu werfen, ich denke es ist an der Zeit, dass du einen Spaziergang machst. Hast du nicht auch einen Wald zu regieren?", mischte sich Elrohir ein, um wenigstens an eine Front eine Schadensbegrenzung zu erreichen.

Wütend funkelte ihn die Frau an, Elrohir erhob sich und stützte sich auf dem Tisch ab.

Die Herrin des Waldes wich zurück und verließ dann eilig das Baumhaus.
Rúmil kam wenig später äußerst geknickt aus dem Zimmer seines Bruders. Ohne Elrohir zu beachten verließ er den Talan. Der Krieger eilte ihm nach.

„Rúmil! Es wird sich alles klären."
Der Heiler beschleunigte seine Schritte und ignorierte ihn, Elrohir folgte ihm schweigend. Der Blonde warf sich nur wenig später in ihr gemeinsames Bett, presste sich das Kissen ins Gesicht und schrie, dann begann er ungehemmt zu weinen. Der Dunkle setzte sich neben ihn und strich ihm über die Haare.

Schließlich schlang der Blonde die Arme um Elrohir und ließ sich trösten.
„Ich bin so ein nichtsnutziger Heiler. Ich kann nicht einmal dafür sorgen, dass keine Narben bleiben und das mit dem Ohr kann ich auch nicht. Haldir hat Recht, ich bin einfach unfähig."

„Das könnte kein.. Doch das kann jemand. Ich habe dir doch die neue Mixtur meines Vaters gegeben, erinnerst du dich?", der Blonde nickte schwach. „Das lässt Narben völlig verblassen, oder sogar verschwinden!", Elrohir klang begeistert.
„Das habe ich nicht mehr.. Ich bin so unfähig." Der Blonde fing wieder an zu weinen.

„Nein! Wegen des Ohrs kann ich mich umhören. Du bist der beste Heiler überhaupt."
„Ich kann gar nichts. Ich könnte mich nicht mal gegen ein 10 Jahre altes Mädchen wehren."
„Ja und? Du hast einen großen Wachhund, der alles tun würde, um dich zu schützen. Außerdem sollte ich noch von dem Mittel haben."
„Ich bin zu nichts zu gebrauchen. Warte, wirklich?"
„Mhm, musst mich loslassen, dann kann ich.. Nein, egal."

Mit dem Heiler auf dem Arm erhob sich der Dunkle.
„Orophin hat die Flasche damals im Heerlager, genau wie alles andere, kaputt gemacht", flüsterte Rúmil.
„Mhm. Dein Bruder.. Da mein Schwert.. Futteral.. mhm, da. Bitte."
Der Blonde starrte die Phiole in seinen Hände einfach an.

„Darf ich damit Haldir helfen?", fragte er schließlich leise, verunsichert.
„Natürlich! Alles, damit du glücklich bist", sagte der Dunkle im Brustton der Überzeugung. In diesem Moment wurde dem Blonden bewusst, wie ernst es dem Krieger war.

„Danke. Kannst du mich runterlassen, dann kann ich das bei ihm benutzen. Wie genau wendet man das an?"
Elrohir zuckte mit den Schultern. Einer der Heiler, die daran gearbeitet haben, hat mir das dazu aufgeschrieben."
Er zog einen zerfledderten Zettel aus der kleinen Tasche, in welcher sich auch die Phiole befunden hatte, er reichte ihn den Jüngeren, welcher ihn nach einem kurzen Blick darauf bedauernd zurück gab.

„Entschuldige bitte. Wenn sie nur ordentlicher geschrieben hätte.. sinngemäß steht da, dass mindestens zwei Tage zwischen der Anwendung auf der gleichen Wunde vergehen müssen, die Anwendung sehr schmerzhaft ist und nur wenig aufgetragen werden muss", übersetzte Elrohir das mit unordentlichem Westron beschriebe Pergament.

„Ich werde mich wegen des Ohrs umhören. Geh jetzt zu Haldir, ich kümmere mich um den Rest."
„Wirklich?", der Blonde klang beinahe ungläubig Elrohir nickte lächelnd und hauchte ihn einen Kuss auf die Lippen. Der Heiler benötige noch einige Herzschläge, dann eilte er hinaus.

Aufgrund des Beruhigungsmittels schlief der Hauptmann, als Rúmil sein Zimmer betrat, Rya, welche am Bett gesessen hatte, erhob sich und verließ schweigend den Raum, sie schien geweint zu haben.

Rúmil setzte sich nun seinerseits an die Bettkannte und wartete, dass sein Bruder wieder erwachte. Asha betrat nach einiger Zeit mit einem dampfenden Teller den Raum, der Heiler nahm ihn ihr ab und bat sie dann zu bleiben. „Natürlich. Wie ihr wünscht." Sie blieb mit etwa einem Schritt Entfernung vom Bett stehen.

„Asha...", wisperte Haldir, welcher langsam zu sich kam.
„Ja?", die Frau sah nicht auf. Missbilligend betrachtete der Krieger Halsband und Leine.
„Was hast du da an?", fragte er dann schwach.
„Was meint ihr, du? Das ist.. nichts, Rya meinte das wäre sicherer", murmelte sie schüchtern.
„Das Halsband kann ich ja versteh, aber was beim Willen der Valar ist das?" Sein Blick ruhte auf der Leine.
„Sicherheit.. sie sagt es ist besser, wenn ich wie eine Sklavin bin, dann bringe ich nicht so viele in Gefahr. Tut mit leid."

„Wo ist Rya?", deutlich klang Wut aus der rauen Stimme hervor.
„Nicht da, sie ist gegangen, als dein Bruder kam", wisperte der Drache.

„Haldir, jetzt beruhige dich bitte erstmal. Wir können...", ausführlich erklärte Rúmil, was er über das Mittel wusste. „..damit es keine Narben bildet."

Ohne zu Zögern stimmte der Hauptmann zu.
„Soll ich gehen? Ich möchte nicht im Weg stehen", murmelte Asha schüchtern.
„Nein bleib", bat Haldir. Die junge Frau nickte, bewegte sich jedoch nicht. „Komm her", forderte er sie schließlich leise auf, zögernd kam sie dem nach.

Rúmil betonte noch einmal, dass die Behandlung schmerzhaft werden würde. „Egal, mach einfach und nerve mich nicht." Haldir lächelte sie an. Während dessen beschmierte der Heiler die Schriftzeichen. „Danke."
Verwirrt sah sie ihn an. „Wofür?"

Dann setzte der Schmerz ein. Der Hauptmann schrie auf und krampfte auf dem Bett, erst nach einigen Minuten ließ es nach, dann war es gänzlich vorbei und der Krieger sank erschöpft in die Laken.

Rúmil sah sich noch einmal alle Verletzungen an, Haldir erhob erneut die Stimme gegen ihn, daher beeilte er sich besonders und verließ dann eilig den Talan seines Bruders.

Als er Elrohirs Baumhaus betrat empfing ihn der Geruch einer warmen Mahlzeit, überrascht blickte er in die Kochnische.  Celebrían schlug soeben lachend ihrem Sohn, welcher nach etwas greifen wollte, auf die Finger.
„Kein Wunder, dass niemandem schmeckt, was du kochst! Gewürz ist nicht gleich Gewürz und Kräuter kann man nicht einfach so weglassen. Das ist wie.. wie.. wenn man ein gebratenes Huhn machen soll, man das Abendessen dann aber ohne Huhn serviert!"

Dieses drastische Beispiel brachte auch Elrohir zum lachen. Er bekam sich jedoch schnell unter Kontrolle und verschränkte gespielt beleidigt die Arme vor der Brust. „Wenn ich in den Posten der Soldaten koche beschwert sich nie jemand."

„Das sind ja auch alt eingesessene Haudegen. Die machen den ganzen Tag nichts anderes als Krieg spielen, da können sie sich abends nicht eingestehen, dass deine Suppe sie kampfunfähig macht! Hast du dich noch nie gewundert, dass sie alle abgemagert sind, wenn du ihre Lager verlässt?"

Das war selbst für Rúmil zu viel, er kicherte ebenfalls leise, was genügte, um Elrohirs Aufmerksamkeit auf ihn zu ziehen. Wie gebannt klebten die stahlgrauen Augen auf ihm.
„Warum dein Essen immer verbrennt, kann ich dir auch sagen", sagte  Celebrían, welche nun selbst eilig den Topf vom Feuer nahm.

„Das ist ungerecht, ich wurde abgelenkt", maulte Elrohir, welcher einem weiteren spielerischen Schlag seiner Mutter geschickt auswich und stattdessen den Tisch deckte.

Sie führten eine leichte Unterhaltung über Belanglosigkeiten, während des Essens.
„Wenn du wieder zu deinem Bruder gehst, nimm mich mit, ich habe gute Neuigkeiten", verkündete Elrohir beim Abwasch. Rúmil wollte grade näher darauf eingehen, als die Tür aufflog, eine junge Elbe platzte herein und verbeugte sich tief.

„Herr, ein Bote eures Vaters, Lord Elrond hat einen Rückzug erbeten, befohlen. Euer Bruder ist mit der ersten Gruppe bereits abgereist, in ihr waren alle Verletzten und eine Handvoll Krieger zu ihrem Schutz."

„Warum hat er sich nicht bei mir verabschiedet?", fragte Elrohir scharf. „Euer Vater hat es verboten, er fürchtete, ihr könntet sich seinem Befehl widersetzen, ich soll euch von eurem Oberst ausrichten, dass ihr im Laufe der nächsten Stunde aufbruchbereit sein sollt."

Wütend warf der Krieger das weiche Tuch, mit welchem er die Teller abgetrocknet hatte auf den Tisch. „Ich lasse mich nicht vor vollendete Tatsachen stellen!", schimpfte der Krieger, gürtete sein Schwert und hastete hinaus, dicht gefolgt von der Elbe.

Als die Sonne unterging war er noch nicht zurück gekehrt. Schweren Herzens suchte Rúmil Haldir alleine auf, berichtete ihm jedoch noch nichts.
Der Hauptmann entschuldigte sich mehrfach für sein Verhalten, wie es schien hatte Asha ihm ins Gewissen geredet.

Am frühen Vormittag des folgenden Tages betrat Elrohir sein Haus. Er sah abgekämpft und übermüdet aus, er ließ sich auf einen der Stühle fallen und legte den Kopf auf dem Tisch ab, dann begann er lautlos zu weinen.

Als er sich wieder beruhigt hatte, erhob er sich, niemand schien sich sonst noch im Haus zu befinden. Der Krieger ging ins Badezimmer und füllte die Wanne, ehe er hineinstieg und untertauchte.

Der Prinz blieb unter Wasser, bis sein Sein gänzlich von dem Wunsch durchdrungen war nach Luft zu schnappen, dann setzte er sich auf.
Nicht nur seine Ehre war in den vergangenen Stunden mit Füßen getreten worden, sondern auch sein Stolz.

Ausgerechnet Celeborn hatte sich eingemischt und ihn einen Hochverräter genannt, dies hatte genügt, dass sich die Soldaten beinahe in die Hosen machten. Es hatte zu einem Streit geführt, da die Krieger selbst nicht gewusst hatten wem sie Gehorsam zollten.

Sie steckten in einer Zwickmühle zwischen dem Wunsch Lórien zu schützen, den bekannten und beliebten Elrohir zu unterstützen und den Befehlen ihres eigentlichen Herrn, sowie der Angst vor dem Tod in der Fremde. Es kam erschwerend hinzu, dass Deserteure mit Verbannung geahndet wurden, aber war es desertieren, wenn man gegen Befehl an der Front blieb?

Celeborn hatte stätig neues Salz in die Wunden gestreut und zu allem eine Meinung gehabt, so kam es, dass Elrohir seinen Kriegern schließlich befohlen hatte nach Imladris zurück zu kehren. Die Krieger wären vor den Herbststürmen in ihrer Heimat. Der Prinz war bereit die Konsequenzen für sein Handeln zu tragen, jetzt brauchte ihn Rúmil. Schon lange hatte der Blonde für den Prinzen einen höheren Stellenwert als sein Vater.

Als der Heiler einige Stunden später ins Bett kroch, erwartete er beinahe, es noch immer leer vorzufinden. Erfreut, dass dies nicht der Fall war, schmiegte er sich an den Dunklen. Am frühen Vormittag des nächsten Tages weckte er den Dunklen liebevoll. „Wann hast du das letzte Mal gegessen?"

„Gestern, nein Vorgestern Mittag."
Wortlos reichte Rúmil dem Dunklen einen Teller Suppe und eine Scheibe frisches Brot. „Wenn du aufgegessen hast, können wir zu Haldir."
Der Blonde verkniff sich einen spitzen Kommentar, als er sah, dass der Dunkle viel zu schnell aß.


Auch in Haldirs Talan duftete es nach Mittagessen. „Oh, Asha, hast du das gekocht? Das ist doch viel zu viel für euch drei", kommentierte Elrohir. Keine zwanzig Sekunden später hielt er einen vollen Teller und Besteck in Händen. Der Dunkle setzte sich an den Tisch und begann zu essen.

„Du verfressenes Faultier du", murmelte Rúmil belustigt.
„Sei still, wenn ich so wenig essen würde wie du, wäre ich bestimmt nicht so groß. Also versorge deinen Bruder, ich komme dann nach."
Der Blonde kicherte und kam dann dem Vorschlag nach.

Elrohir ließ noch einige Anstandsminuten vergehen, dann betrat er das Schlafzimmer des Hauptmanns.
„Haldir? Ich habe vielleicht eine Möglichkeit gefunden, dein Ohr zu reparieren." Augenblicklich richtete sich die gesamte Aufmerksamkeit des Kriegers auf ihn.

„Wie gut klappt das mit deinem fliegenden Pferd?
Also das Reisen, ist das bequem?"

„Was für ein fliegendes Pferd?", fragte Haldir völlig verwirrt. Elrohir warf Asha einen Blick zu.
„Das da, psst, steht neben mir", flüsterte er.
„Sie heißt Asha und sie ist kein Pferd", korrigierte Haldir scharf.
„Aber funktioniert wie eines." Der Blonde schüttelte vehement den Kopf und stöhnte dann leise. Die meisten Verletzungen waren zu kaum noch sichtbaren Linien geworden, schmerzten  jedoch noch immer.

„Was kann es denn noch? Wenn es nicht mehr kann als ein Pferd, ist es eines", beharrte der Dunkle.
„Sie kann mehr. Sie kann mit dir Reden. Sie kann fliegen. Sie kann viel."
„Dass kann ein fliegendes Pferd in einem Menschenkörper auch."
„Bezeichne sie nicht als ein Pferd! .. Verschwinde!"

Noch sprach Haldir leise, aber man merkte, dass er sehr wütend war.
„Du bist eindeutig zu aggressiv", murmelte Elrohir leichthin. „Haldir, fahr runter. Es kann nicht sein, dass man nicht mit dir reden kann."

„Du musst mich ja nicht provozieren!", knurrte der Blonde.
„Also, kannst du Asha fliegen?" Der Hauptmann warf ihm einen verwirrten Blick zu.
„Ob du in der Lage bist dich mit deinem geflügelten Pferd fort zu bewegen", widerholte er seine vorherigen Worte genervt.
„Wenn sie es will und wir das Halsband abbekommen."

„Wir müssen in den Düsterwald. Am liebsten bevor Thranduil nach Hause kommt. Meiner Quelle nach wird er in etwa 3 Tagen da sein. Asha, du fliegst uns!"

„Asha, ist das in Ordnung? Würdest du das tun?", fragte der Hauptmann sanft. Das Mädchen nickte, glücklich endlich etwas tun zu können.

„Ich weiß nicht, ob das so gut ist... immerhin... er ist noch nicht vollständig genesen", gab der Heiler leise zu bedenken.
„Rúmil, du bist mein Bruder und ich liebe dich, aber mit ist deine Meinung jetzt vollkommen egal, ich will nicht mit einem abgeschnittenen Ohr leben", sagte Haldir rasch.

„Rúmil, kannst du schon packen, bitte? Asha? Du wirst uns 3 fliegen, du hast 2 Tage um uns an unseren Zielort zu bringen, also beeil dich gefälligst!", forderte der Krieger.
Haldir musterte die junge Frau eingehend.
Sie warf ihm einen unsicheren Blick zu. „Ich schaff das schon", murmelte sie, sich zu einem Lächeln zwingend.
„Danke", wisperte der Hauptmann und drückte ihre Hand.

„Asha, komm mal bitte mit", forderte Elrohir. Rúmil war bereits gegangen. Als der Hauptmann nur wenig später auf wackligen Beinen sein Schlafzimmer verließ sah er, wie das Mädchen, si h sichtlich unwohl fühlend, halb nackt vor dem Krieger stand.

„Was machst du da?", fragte Haldir scharf. „Nichts. Die Kleine ist mager."
Seine Finger glitten über die deutlich sichtbaren Rippen, der Drache verkrampfte sich unter der Berührung. Haldir kämpfte mit Schuldgefühlen. Genau so hatte sie ausgesehen, als der Engel ihn gezwungen hatte sie zu vergewaltigen. Sie hatten es niemandem erzählt.

„Was soll das? Lass deine Hände von ihr", knurrte er wütend. Der Blonde hob die Hände und trat einen Schritt zurück, er erinnerte sich daran, dass Haldir genau aus diesem Grund Orophin beide Hände gebrochen hatte.
„Sie sah nicht gut aus, ich musste nach ihr gucken", murmelte Elrohir.
„Was musst du gucken? Du hast nicht das Recht sie so zu entblößen!"

Elrohir unterdrückte den Drang resigniert zu seufzen. „Sie hat mindestens eine angebrochene Rippe", erklärte er stattdessen nüchtern.
„Dann bringen wir sie zu einem Heiler!"

„Verflucht ich bin Heiler, daher habe ich sie mir angesehen, krieg deine Eifersucht unter Kontrolle, solange sie so abgemagert ist, kannst du dir sicher sein, dass ich kein Interesse an ihr habe", murmelte der Dunkle patzig. Haldir überging die Frechheit.

„Du bist kein guter Heiler! Wir bringen sie zu einem lórischen Heiler. Einem guten, zu Rúmil."
„Du weißt wie sehr ich deinen Bruder schätze. Dennoch scheinst du zu verkennen, dass ich ein paar tausend Jahre mehr Erfahrung und eine bessere Ausbildung als er habe, aber bitte, sag ruhig dem Sohn des besten Heilers auf Mittelerde, er sei ein schlechter Heiler", Elrohir war bedrohlich leise geworden.

Er machte sich nichts aus dem Heilen und dazu stand er, aber er hatte nicht mehrere Jahrhunderte damit verbracht all das zu erlernen, um jetzt so abgewertet zu werden.

Seine Sinne waren geschärft, mit jedem Herzschlag pumpte mehr Adrenalin durch seine Adern, was würde er jetzt um ein paar Feinde geben. Stattdessen mahnte er sich ruhig zu bleiben. Doch auch Haldirs Gemüt war aufgeheizt.

„Wir bringen sie zu einem guten Heiler!"
„Dann bring deine Schlampe doch zu deinem Bruder", zischte Elrohir.
Haldir guckte so, als würde er Elrohir jeden Moment zerfleischen. Sich nur mühevoll unter Kontrolle haltend ging Elrohir hinaus, ließ allerdings die Tür offen.

„Ich .. brauche keinen Heiler. Es geht mir gut", wisperte das Mädchen, kaum hörbar.
„Doch. Du brauchst einen Heiler!"
„Nein, das wird schon, bitte", flehte das Mädchen weinerlich.
„Bitte lass mich dich zu einem Heiler bringen, damit ich mir keine Sorgen mehr machen muss."
„Mach dir keine Sorgen, bitte es ist alles gut."
„Bitte Asha."

„Nein bitte", sie hatte zu weinen begonnen, „keinen Heiler, alles, aber keinen Heiler. Es wird ein anstrengender Flug.. vielleicht solltest du dich vorher nochmal hinlegen", versuchte sie das Thema zu wechseln.

„Wieso nicht? Wieso willst du nicht zu einem Heiler?"
„Ist das nicht meine Sache? Bitte, respektiere es einfach. Sie haben mir großes Leid angetan...man kann keinem elbischen Heiler vertrauen."

„Ich, bitte... Ich bleibe dabei... Ich lasse nicht zu, dass dir weh getan wird", flehte der Hauptmann.
„Du..es tut mir leid, dazu vertraue ich dir nicht genug.... Alles andere würde ich machen, aber ich lasse keinen Heiler an mich."

„Nur zu Rúmil... Er wird dir kein Leid antun. Ich hole Crystal oder Xenophia, damit sie auf dich aufpassen. Ich tue alles, damit du dich sicher fühlst, aber bitte, bitte geh zu Rúmil."
„Dann.. sollten wir deinen Bruder um Hilfe bitten, oder? Brauche niemanden außer dir um mich sicher zu fühlen. Haldir?"

„Ja?"
„Danke, mir wird nichts passieren, wenn du bei mir bist, oder?"
„Ich werde mein bestes tun, um dich zu schützen."
„Mir ist egal was ich habe, ich werde euch trotzdem fliegen. Ich bin ein Drache, ich habe als Echse kein so starkes Schmerzempfinden", sie klang trotzig, Elrohir hätte wetten können, dass sie aufgehört hatte zu weinen.

„Also.. worauf warten wir? Haldir, danke..für alles."
„Habt ihr's bald?", fragte Elrohir bemüht neutral „Ja wir gehen zu Rúmi."
„Was ihr wollt. Er ist zu mir gegangen noch Sachen für sich einpacken."
Elrohir begleitete die beiden zu seinem Haus. Er öffnete die Haustür, so dass sie gegen die Wand schlug.

„Was?", fragte Rúmil erschreckt.
„Haldir? Du findest deinen Bruder sicher selbstständig", knurrte Elrohir. Wenn ihr mich dann jetzt nicht mehr braucht.." Er drehte sich auf der Stelle um und rauschte hinaus.
„Haldir erklärte Rúmil alles. Der Heiler lächelte sie an, Asha warf ihm einen schüchternen Blick zu.
Der Heiler besah sich langsam und vorsichtig ihren Körper, es war tatsächlich nichts gebrochen, am Bauch hatte sie einige tiefe Narben.

Kontinuierlich rannen Tränen über ihr Gesicht, je tiefer Rúmil kam, desto stärker. Wann immer er zögerte, bat sie ihn darum möglichst schnell weiter zu machen. Haldir strich ihr nach einer Weile über die Schulter, sie zuckte zusammen und sah ihn fragend an. „Hast du was gesagt?" Der Blonde schüttele den Kopf. „Nein. Alles gut."

„Nein.. nichts ist gut..es war nie 'Alles gut'." Sagte sie und starrte ins Leere.
„Ja... Du hast Recht...
Es ist gut, dass du hier bist und gut, dass du uns hilfst. Es ist vieles gut."
Sie blickte ihn wieder an. „Nein. Es ist nicht gut, dass ich hier bin. Vielleicht für euch, aber wenn ich nicht hier wäre, wäre ich zu Hause bei meinem Kind.. in dem Zuhause, wo ich nicht einmal weiß wo es ist", sie begann wieder zu weinen.

„Du hast ein Kind?", fragte der Krieger überrascht.
„Ja, nein", sie senkte den Blick und strich sich über den vernarbten Bauch. „Ich habe ihn einmal gesehen.. kurz nachdem sie ihn aus mir herausgeschnitten hatten... dann haben sie sein junges Kämpferherz herausgeschnitten.. Er hat es gegessen.. Ich hasse Elbenheiler..", die letzten Worte waren gezischt.

Sie warf Rúmil einen ungeduldigen Blick zu, von ihrem Ausbruch war nichts mehr zu sehen. „Benötigt ihr noch lange? Ich würde gerne so schnell wie möglich in der Luft sein, nachts starten ist schwieriger."
„Natürlich. Ich bin gleich fertig." Rúmil lächelte sie kurz an und widmete sich dann wieder seiner Arbeit.

In diesem Moment kam Elrohir herein. „Oh, sie weint ja schon wieder", stellte er kalt fest.
,,Du musst sie ja nicht angucken oder stören! Du musst ja nicht in ihrer Nähe sein!", fauchte Rúmil. Der Dunkle sah seinen Geliebten mit einer Mischung aus Unglaube und Überraschung an.
„Dich fresse ich als erstes!", knurrte Asha leise.
Der Prinz wich einen Schritt zurück.
„Ah oh, entschuldige bitte, dass ich das nicht vorher erkannt habe, meinem Freund ist die Echse auch total wichtig. Tut mir leid, echt. Sagt mir dann wenn ihr soweit seid oder fliegt gleich ohne mich."

Der Krieger verließ sein Haus erneut. Mit Tränen in den Augen beendete Rúmil rasch seine Arbeit und rannte dann dem Älteren nach, welcher in einiger Entfernung seines Hauses regungslos im Wald stand.
„Kommst du?"
„Warum weinst du jetzt?", fragte der Halbelb resigniert.
„Ich ...du bist jetzt sauer auf mich...", der Dunkle schüttelte den Kopf und Rúmil fuhr fort.
„Wieso bist du so zu ihr? Du kennst sie doch gar nicht.."

„Ich bin sauer auf mich. Sie hat so eine Art an sich, alle mögen sie auf Anhieb, das kann doch nicht normal sein."
„Aber dann musst du doch nicht gleich sooo gemein sein... sie beleidigen..."
Elrohir zuckte mit den Schultern.
„Es stört mich wie sie sich an deinen Bruder ranschmeißt. Sie ist verdammt schlechter Einfluss für ihn.."

„Tut sie das? Wieso interessiert dich das?" Deutlich war in den Zügen des Blonden Eifersucht abzulesen.
„Er hat Rya angeschrien und rausgeschmissen.. Das ist nicht der Haldir den ich kenne.."
Er presste dem Blonden einen Kuss auf die Lippen, welchen dieser sofort erwiderte.

„Du bist jetzt hoffentlich nicht auf deinen armen Bruder eifersüchtig oder gar auf das Mädchen, auf das ich eifersüchtig bin", wisperte er gegen die Lippen des Heilers.
„Er hat mich auch angeschriehen. Vielleicht hatte er einfach einen schlechten Tag. Das kann man ihm ja nicht übel nehmen."

„Nein, kann man nicht.. es tut mir leid. Ich liebe dich."
„Also... gib ihr doch wenigstens eine Chance."
„Wir sollten los.. ich versuch's", murmelte Elrohir resigniert.

Sie liehen sich Pferde und verließen auf schnellstem Wege den Wald. Kaum befanden sie sich auf einer großen Freifläche, sandten sie die Tiere zurück. Asha entledigte sich ihrer Kleidung und übergab diese Haldir.

,,Also Elrohir, nur nochmal zur Sicherheit. Ich fliege euch nach Norden, in den Düsterwald, dort ist irgendwo mittig ein kleiner Fluss, in der Nähe von dem landen wir und Haldir verwandelt mich zurück?" Der Halbelb nickte bestätigend, bemüht ihr weiter in die Augen zu sehen, am liebsten hätte er sich ganz umgedreht.

Haldir murmelte die Worte und der Körper der Frau begann sich zu verformen. ,,Wir sind zu dicht!", rief der Dunkle, ehe er Rúmils Arm packte und ihn mit sich einige Meter nach hinten zog, Haldir beeilte sich ebenfalls der majestätischen Kreatur Platz zu schaffen. Fasziniert bemerkte Elrohir, dass die Schuppen des Drachens die selbe Farbe hatten wie ihre Haare.

Sie war nicht besonders groß dennoch würde sie wohl problemlos ein Pferd mit sich in die Höhe ziehen können, die Kreatur senkte den Kopf und spie ihm eine Wolke stinkenden Rauches entgegen. Tränen stiegen in seine Augen und er begann zu husten, rasch folgte er den Brüdern, welche damit begonnen hatten die gewaltige Echse zu erklimmen.

Asha machte es ihnen leicht, sie hatte einen Flügel abgespreizt, sodass sie ihn als Tritt verwenden konnten. Als sie saßen schüttelte sie sich, zuerst wollte sich der Halbelb beschweren, ehe er begriff, was sie hatte bewirken wollen. Wenn jetzt jemand herabfallen würde, täte er sich vermutlich weh, würde sich womöglich sogar etwas brechen, doch bereits kurz nach dem Start würde ein Absturz den sicheren Tod bedeuten.

Wie um zu überprüfen, dass alles funktionierte bewegte sie ihre Flügel in unterschiedliche Richtungen, dann streckte sie den Kopf nach vorne und begann zu laufen, es waren nur wenige Schritte und eine Distanz von etwa 50 Metern, dann sprang sie ab. Kurz dachte der Krieger, sie würden einfach wieder auf dem Boden landen, dann ging ein Ruck durch den Körper unter ihm, es erschien ihm als hätte man eine Libelle an einen Stein gebunden und erwartete nun, dass sie mitsamt des zusätzlichen Gewichtes davonflog.

Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit und einigen abgeknickten Bäumen, schien Asha ihre gewünschte Flughöhe erreicht zu haben, sie flogen knapp über den Wipfeln, der vereinzelten Bäume, welche sie passierten.

Die Schuppen fühlten sich warm und belebt an, dennoch schnitten sie bei jeder Bewegung ins Bein des Kriegers, mit einem Mal empfand er Hochachtung für Karai, welche scheinbar immun gegen diesen Schmerz war.

Für einen Weg für den sie zu Pferd Tage gebraucht hätten benötigten sie nur wenige Stunden, der Drache schien keine Pausen zu brauchen, sie hatte sich am Nebelgebirge orientiert und sie sicher zu ihrem Zielort gebracht, der Morgen dämmerte, als sie einen zum Landen geeigneten Platz gefunden zu haben schien, während der ganzen Zeit hatte niemand gesprochen, zu überwältigt waren sie gewesen und auch jetzt sprach niemand.

Die Landung war ähnlich unelegant wie der Start, das Wesen ließ sich die letzten Meter einfach fallen, breitete dann jedoch wieder die Flügel aus, als habe es sich daran erinnert, dass es nicht alleine war. Der Schwung wurde etwas gemildert, dennoch waren sie sehr durchgeschüttelt worden.
Etwas grünlich im Gesicht, war Elrohir der Erste, der hinab kletterte. Kaum stand er auf der feuchten Erde versagten seine Beine den Dienst. Zitternd gaben sie nach, der Halbelb fing sich mit den Händen ab und würgte einige Male.

Als er die Kontrolle über seinen Margen zurück erlangt hatte erhob er sich, die drei anderen warteten nur auf ihn, Rúmil warf ihm einen mitleidigen Blick zu.

Wie der Halbelb erwartet hatte, dauerte es nicht lange bis sie verfolgt wurden. ,,Ich bin Elrohir, Sohn des Herrn von Bruchtal, wir kommen in den Wald, da wir einen Heiler benötigen."
Der Spähtrupp zeigte sich beinahe augenblicklich, führte sie zu einem Posten und übergab ihnen Pferde und Geleitschutz zum Palast.

Die nachmittags Sonne brach vereinzelt durch das dichte Blätterdach, als sie Thranduils Hallen erreichten. Durch die verborgenen breiteren Gänge ritten sie gradewegs in den Stall, wo ihnen sofort die Pferde abgenommen wurden. ,,Herr Elrohir, ich werde den König von eurem Eintreffen berichten." Ein Soldat verneigte sich und wollte schon davon eilen, doch er bemerkte, dass etwas nicht stimmte, reglos auf Anweisungen wartend verharrte er.

,,Ich dachte er sei im Süden?" Der Krieger deutete eine weitere Verneigung an, diesmal entschuldigend, ehe er zu sprechen begann: ,,Der Herr dieser Hallen kam früher zurück als erwartet." Elrohir nickte und entließ dem Mann durch bloßes Entspannen seiner Haltung. Wie sehr er es doch liebte sich in diesem Reich aufzuhalten.

Ohne Umwege wurden sie in die Hallen der Heilung geführt und dort von ihrem Herrn empfangen zu werden, geduldig ließ er sich erzählen was passiert war, dann untersuchte er den Blonden. Wohlwollend kommentierte er die Wundheilung, ehe er sich dem verstümmelten Ohr zuwandte.

,,Man hat euch richtig informiert, ich habe Erfahrung mit Verletzungen in diese Richtung, doch die Behandlung wird schmerzhaft und langwierig."
,,Tut was ihr könnt, sorgt euch nicht um Schmerz", presste Haldir hervor. Der Heiler nickte.

,,Ich werde euch ein Bett in den Hallen geben. Folgt mir, ich muss noch einige Dinge vorbereiten, dann kann die erste Operation bereits am heutigen Tage stattfinden."
,,Darf ich euch behilflich sein?", fragte Rúmil mit einer Mischung aus Schüchternheit und Ehrfurcht. Der Mann nickte und wies ihn an ihm zu folgen.

Elrohir blieb stehen und verdrehte die Augen, immer diese voreiligen Handlungen, bewusst seine Gesichtszüge glättend wandte er sich an einen Wächter, welcher neben der schweren Tür stand, welche in die Halle führte.

,,In den nächsten Stunden wird hier ein blonder Elb herum irren, er ist nicht von hier und sehr jung, beschreibt ihm bitte den Weg zu meinem Zimmer", bat Elrohir freundlich. Der Krieger verneigte sich, dies genügte, er hatte keine Fragen zu stellen.

Der Halbelb machte sich auf den Weg in sein Zimmer, um diese Zeit schien jeder etwas zu tun zu haben, daher begegnete er kaum Elben. Als sich eine Hand um seinen Oberarm schloss und ihn in einen schmalen Seitenarm zog hätte er beinahe aufgeschriehen, doch es hatte sich rechtzeitig eine Hand über seinen Mund gelegt, nun löste sie sich und gab den Krieger frei, welcher sogleich herumfuhr.

Bei dem Anblick der sich ihm bot stockte sein Atem, das Grinsen im Gesicht seines Gegenübers verriet ihm, dass auch dieser es bemerkt hatte.

,,Hast du nichts zu tun, oder läufst du immer halbnackt durch die Gegend?", fragte Elrohir leise. Seine Augen wanderten über die helle Haut des muskulösen Oberkörpers.

,,Training. Ich wusste ja nicht, dass du auftauchen würdest." Der Honigblonde lachte leise, fasziniert von der Schönheit des Kriegers beobachtete der Dunkle ihn.

,,Und mich zu sehen war dir wichtiger als der Anstand? Thínor, was wird nur aus dir?", fragte der Dunkle gespielt entrüstet.
Beide lachten sie leise, ehe sie wieder verstummten, sie sahen sich tief in die Augen, Sturmgrau traf auf Wiesengrün, dann trafen sich endlich auch ihre Lippen.
Elrohir schloss als erstes die Lider und ließ sich fallen, er wurde gegen die Wand gedrängt und ließ es sich gefallen, um diese Zeit würde sie niemand sehen.

Kurzatmig lösten sie sich von einender, der Wächter lehnte sich neben dem Dunklen an den rauen Fels, einzig ihre geröteten Lippen verrieten, was zwischen ihnen vorgefallen war. Der Blonde warf Elrohir einen ernsten Seitenblick zu.

,,Bist du allein gekommen?" Eine Klaue legte sich um Elrohirs Herz und drückte zu. So viel Hoffnung lag in dieser Frage.
,,Nein. Es tut mir leid." Thínor senkte den Blick und nickte leicht, ehe er sich zu einem Lächeln zwang.

,,So lange du mit ihm glücklich bist. Dann ist es aber auch nicht schlimm, dass ich keine Zeit für dich haben würde." Er zwinkerte dem Halbelben zu und trat einen Schritt von der Wand weg, dann noch einen, ehe er sich rasch durch den schmalen Gang entfernte.

Elrohir befragte sein Herz, ob es das war, was es wollte. Er mochte den Wächter und er hatte ihre gemeinsamen Nächte genossen, doch er liebte einzig Rúmil. Sich zu einer aufrechten Haltung zwingend überbrückte er den Weg zu seinem Zimmer.

Man hatte ihm bereits ein Bad eingelassen, schwach lächelnd entkleidete er sich und stieg in das Becken.
So viele Erinnerungen an andere Elben hingen in diesem Raum, nun sollte er endlich die Möglichkeit haben sie mit neuen zu überdecken.
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