Sexy Crimes, Band 4: Vier sind eine zu viel

von StoryFan
GeschichteKrimi, Thriller / P18
09.01.2020
16.01.2020
4
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Am nächsten Tag in der Schule konnte Lilly an nichts anderes denken als an das Date, das schon morgen stattfinden würde. Wie hatte sie sich nur darauf einlassen können? Es war nicht so, dass sie Mike nicht mochte – er war wirklich ein netter Kerl, aber sie stand nicht auf ihn. Leider schien es aber so zu sein, als wäre er an ihr interessiert, was bedeutete, dass eine Enttäuschung vorprogrammiert war, und sie fand es ein wenig gemein, mit ihm auszugehen und ihm damit Hoffnungen zu machen.
„Miss Marshall, was sagen Sie dazu?“, riss die Stimme von Mr. Hensley sie aus ihren Gedanken. Ihr Mathelehrer sah sie mit verkniffenem Lächeln an, da er offenbar genau wusste, dass sie keine Ahnung hatte, was er wissen wollte.
„Ähm…“, stammelte Lilly und sah hilfesuchend zu Mandy, die neben ihr saß, aber die zuckte nur hilflos mit den Schultern.
„Das habe ich mir gedacht.“, sagte der Lehrer hämisch. „Wenn Sie so weiter machen, Miss Marshall, dann werden Sie dieses Schuljahr nicht bestehen.“.
Damit wandte er seine Aufmerksamkeit wieder den anderen Schülern zu und frustriert ließ Lilly ihren Kopf hängen. Das hatte ihr gerade noch gefehlt!
„Hey, mach dir nichts draus…“, murmelte Mandy mitfühlend. „Wenn du magst, frage ich Robbie, ob er dir nicht etwas Nachhilfe geben kann. Du weißt, er ist echt gut in Mathe!“.
Lilly schenkte ihr nur ein schwaches Lächeln. Es stimmte zwar, dass Robbie ein Mathe-Ass war, aber sie war sich auch sicher, dass sie es garantiert nicht schaffen würde, sich auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren, wenn ausgerechnet er versuchte, ihn ihr zu erklären.

Als der lange Schultag endlich vorbei war, wollte Lilly nur noch nach Hause – aber da hatte sie ihre Rechnung ohne Mandy gemacht, die keineswegs vergessen hatte, was sie am Tag zuvor vereinbart hatten.
„Wo willst du denn so schnell hin?“, hielt sie ihre Freundin zurück und hakte sich bei ihr ein. „Ich denke, es ist am besten, wenn wir direkt in die Stadt gehen und nicht erst nach Hause. Da sparen wir wichtige Zeit, die wir dann für die Auswahl der richtigen Klamotten haben!“.
Lilly zog eine gequälte Miene und gab sich ihrem Schicksal geschlagen, etwas anderes blieb ihr sowieso nicht übrig.
Beim Vorbeigehen zwinkerte Andy ihr zu, die heilfroh war, dass sie nicht mit ihren Freundinnen zum Shoppen gehen musste.

Wenig später standen die beiden Schülerinnen in einer Boutique und sahen sich die dort angebotenen Klamotten an.
„Das hier ist doch wirklich schön!“, meinte Mandy und zog ein sehr kurzes rotes Kleid hervor. „Es würde dir fantastisch stehen!“.
Kritisch musterte Lilly das Kleidungsstück, dann schüttelte sie den Kopf. „Da kann ich ja gleich nackt gehen!“.
Mandy seufzte, ehe sie tadelnd sagte: „Lilly, du gehst auf ein Date und nicht in die Kirche! Also ist es wichtig, dass du dich auch so anziehst! Mike ist auch nur ein Junge, wenn er dich in so einem Teil sieht, bemerkt er sicher gar nicht, dass du aufgeregt bist!“.
„Wer sagt denn, dass ich aufgeregt bin?“, wollte Lilly stirnrunzelnd wissen.
„Süße, mir kannst du nichts vormachen! Das ist dein erstes richtiges Date – und dann hast du es auch noch mit Mike! Weißt du, wie viele Mädchen dafür über Leichen gehen würden?“, fragte Mandy.
„Du hast vermutlich Recht.“, murmelte Lilly. „Aber das Kleid ziehe ich trotzdem nicht an!“.
„Na schön, wie du willst!“, sagte Mandy. „Aber es gibt hier noch genug andere Optionen!“.
Und sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihrer Freundin jede einzelne dieser Optionen aufzuzeigen, und sie ließ nicht locker, bis Lilly nicht zumindest ein paar der Kleider auch anprobiert hatte.

„Weißt du, du musst etwas anziehen, das kurz ist.“, sagte Mandy. „Du bist klein und zierlich, wenn du etwas Langes anhast, dann siehst du aus wie ein Zwerg! Das ist nicht böse gemeint, ich sage dir nur die Wahrheit.“.
Lilly verdrehte die Augen. Es konnte ja nicht jeder so ein Super-Model sein wie Mandy! Kein Wunder, dass Robbie so verrückt nach ihr war…
„Woran denkst du?“, wollte Mandy wissen, der aufgefallen war, dass ihre Freundin abgelenkt war.
„Daran, ob du nicht vielleicht doch Recht hattest.“, meinte Lilly schnell, da sie sich ertappt fühlte. „Mit dem, was du über das erste Kleid gesagt hattest, meine ich.“.
„Wirklich?“, fragte Mandy mit leuchtenden Augen und lief gleich los, um das rote Minikleid zu holen und es Lilly in die Umkleidekabine zu reichen.

Diese zog den Vorhang wieder zu und schlüpfte in das Kleid. Es passte wirklich perfekt und sah auch gut aus – aber sie fühlte sich nicht wohl darin. So etwas war wie gemacht für Mädchen wie Mandy oder auch Natasha, aber es war einfach nicht ihre Art, sich so zu kleiden.
Als sie vorsichtig den Vorhang wieder aufzog, um sich Mandy zu präsentieren, erstarrte sie vor Schreck, denn Mandy war nicht mehr allein – neben ihr stand Robbie, der dabei war, seine Freundin intensiv zu küssen.
Schnell wollte Lilly den Vorhang wieder zuziehen, aber da war es schon zu spät – Mandy griff danach und hielt ihn fest, während sie sich von Robbie löste, um ihre Freundin zu begutachten.
„Wow! Ich wusste es! Es steht dir hervorragend!“, sagte Mandy anerkennend. „Ich habe einfach einen guten Modegeschmack.“.
„Ich weiß nicht so recht…“, murmelte Lilly, der die Situation ziemlich unangenehm war.
Mandy seufzte und wandte sich an ihren Freund. „Sag du ihr als Junge, was du davon hältst!“.
Robbie lächelte Lilly an, als er sie von Kopf bis Fuß musterte, dann sagte er: „Ich muss Mandy Recht geben – du siehst fantastisch aus! An deiner Stelle würde ich das Kleid kaufen!“.
Lilly errötete und wusste nicht, was sie darauf sagen sollte, während sie verlegen den Blick auf den Boden wandte.
„Da hast du es gehört! Und jetzt stell dich nicht so an und kauf das Teil!“, verlangte Mandy und küsste wieder ihren Freund.
Diese Gelegenheit ergriff Lilly sofort beim Schopf, um den Vorhang wieder zuzuziehen und sich umzuziehen, bevor Mandy noch auf die Idee kam, den Vorhang wieder aufzureißen.

Als sie herauskam, waren Mandy und Robbie noch immer mit Knutschen beschäftigt, aber als sie bemerkten, dass Lilly ihnen zuschaute, hörten sie damit auf und lächelten sie verlegen an.
„Und? Nimmst du es?“, fragte Robbie und Lilly nickte schüchtern.
„Fabelhaft!“, sagte Mandy. „Ich hoffe, es stört dich nicht, aber Robbie hat mich zum Essen eingeladen…“.
„Kein Problem, ich finde den Weg nach Hause auch alleine.“, erwiderte Lilly. „Viel Spaß beim Essen!“.
„Den werden wir haben! Und bis morgen Abend dann!“, rief Mandy ihr nach, während Lilly sich auf den Weg zur Kasse machte.
„Das kann ja was werden…“, murmelte Lilly zu sich selbst.
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