Prison Break - Lincoln stirbt

von Fabi-Ki
OneshotFamilie, Schmerz/Trost / P12
Dr. Sara Tancredi Lincoln "LJ" Borrows Junior Lincoln Borrows Michael Scofield
07.01.2020
07.01.2020
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Um die richtige Stimmung zu erzeugen, empfehle ich beim Lesen den Song Two of us von Louis Tomlinson zu hören (passt gut, auch wenn man (wie ich) kein One Direction Fan ist). Viel Spaß beim Lesen.


"Sieh mich an. Du wirst weiter leben. Du wirst ein großartiges Leben leben, ohne mich, wie du es schon immer tatest."
sagte Lincoln und zog seine Bruder in seine Arme.
"Es tut mir so Leid, dass ich dich nicht retten konnte. Linc, es tut mir Leid.
Du musst jetzt sterben, nur wegen mir." Tränen liefen aus Michaels Augen und befeuchteten Lincolns Hemd.
"Nein!" sagte Linc deutlich und schob ihn eine Armlänge von sich und hielt ihn an den Schultern fest.
"Hör mir zu. Du bist nicht Schuld. Nur die Arschlöcher, die mir das Angetan haben. Du hast alles getan, du bist der beste Bruder, den ein Bruder sich wünschen kann, verstanden? Du bist ein guter Mensch. Du wirst nach dem hier wieder in dein altes Leben zurückkehren, nur versprich mir bitte eins. Kümmer dich um LJ, okay? Bitte, der Junge ist sechzehn Jahre alt und bald Vollweise. Bitte, sei ihm die Person, die wir nie hatten."
Michael nickte. "Ja, Linc. Ich tue alles." Dann ging die Tür auf und ein Wärter sagte: "Es ist soweit."
Sie umarmten sich nochmal, dann wurde Lincoln von Michael weggezogen und in Handschellen gelegt. Ein anderer Wärter legte Michael welche an und er, Lincoln und Veronica folgten den Wärtern. Michael und Veronica wurden in einen Nebenraum geführt, wärend Lincoln auf den Stuhl gesetzt wurde. Er wurde festgebunden, angeschlossen und mit Wasser benetzt. Dann schritten die Wärter zurück.
"Irgendwelche letzten Worte?" fragte Bellick unwirsch.
"Ich liebe euch. Vergesst das nie."
Dabei sah er Michael fest in die Augen und der erwiederte den Blick. Dann wurde der Schalter umgelegt und Lincolns Körper erzitterte von dem Strom, der nun durch ihn hindurch floss.
Leblos sackte er zusammen und in Michael machte sich eine unbekannte Leere breit.

Was danach geschah, bekam Michael nicht wirklich mit. Er spürte, wie Veronica ihn weinend umarmte, wie die Wärter ihn an seinen Armen packten und aus dem Raum brachten.
Im Zellblock war es ungewöhnlich still und das einzige, was zu hören war, war das Wiederhallen von Michaels Schritten auf dem steinernen Boden. In Zelle 40 angekommen setzte er sich starr auf sein Bett. Nur langsam begriff er, was geschehen war. Er hatte versagt. Er hatte versagt und Lincoln war gestorben. Er war weg. Für immer, und nichts und niemand konnte das ändern. Er hatte versagt. Laut atmete er ein uns aus. Dann stand er auf und schlug wütend gegen die Wand. Immer und immer wieder tat er das und ignorierte Sucre, der ihn zum Aufhören bewegen wollte. Er schlug solange, bis seine Hände anfingen zu bluten und die Verzweiflung sich in ihm ausbreitete.
Er war weg.
Michael ließ sich auf die Knie sinken, vergrub sein Gesicht in seinen Händen und fing bitterlich an zu weinen. Sein Schluchzen und seine Schreie hallten an den Wänden wieder und man konnte hören, dass etwas in dem Mann zerbrochen war.

Irgendwann -Michael wusste nicht genau, wie viel Zeit vergangen war, aber einige Stunden waren es auf jeden Fall- lag er bäuchlings in seinem Bett, dass Gesicht in den Kissen vergraben und noch immer weinend.
Seine Zellentür öffnete sich uns Pope trat herein.
"Scofield? Hey, Scofield."
Michael hob den Kopf und sah den Gefängnisdirektor aus verweinten Augen an.
"Ihr Neffe, Lincoln Burrows Junior, wurde gefasst. Gegen ihn liegt eine Anklage wegen Doppelmord an seiner Mutter und dessen Freund vor und er hat sich gewünscht, seine Zeit bis zu den Prozessen hier abzusitzen. Wollen Sie zu ihm?"
Wie in Trance stand Michael auf und nickte. Er ließ sich Handschellen anlegen und folgte, eskortiert von zwei Wächtern, dem Direktor, aus dem Zellblock heraus, durch einen Gang und eine Treppe runter, bis sie an einer Tür ankamen. Pope öffnete sie, ein Wärter öffnete die Handschellen an Michaels Händen und Michael trat in den Raum. Er war etwas größer, als seine Zelle, und auf dem Bett hockte LJ wie ein kleines Häuflein Elend. Michael ging zu ihm und umarmte ihn. Lange hielt er LJ einfach nur fest, gab ihm Halt und ließ ihn weinen.
Irgendwann beruhigte der Junge sich und sah zu Michael auf.
"Ich habe meine Mutter nicht ungebracht, Onkel Mike. Ich bin so unschuldig, wie mein-" er brach ab.
"Das weiß ich, LJ. Dir wird nichts passieren, okay? Dir wird nichts passieren. Veronica wird dich da rausholen."
"Wie sie meinen Dad da rausgeholt hat?" fragte LJ verbittert.
"Sie hat alles getan, was sie konnte, davon bin ich überzeugt. Du darfst niemandem die Schuld an seinem Tod geben, der keine Schuld hat, verstanden? Sonst wirst du verbittert und rachsüchtig und das sind zwei Eigenschaften, die ich nie an dir sehen möchte."
LJ nickte und lehnte sich wieder an Michael.
Da öffnete sich die Tür und Doctor Tancredi kam herein, an ihrer Seite hing eine große Tasche.
"Pope sagte, dass du ärztliche Hilfe brauchst." erklärte sie ihr Erscheinen und öffnete die Tasche.
"Danke, Sara." sagte Michael leise und hielt ihr seine Hände hin, die mit Rissen überzogen waren.
"Michael, es tut mir Leid, dass ich meinen Vater nicht überzeugen konnte."
Michael schüttelte den Kopf.
"Du hast alles getan und dafür bin ich dir sehr dankbar."
Sara holte einen Lappen und eine Flasche Wasser aus der Tasche, befeuchtete den Lappen und fuhr damit sanft über seine blutbeschmirten Hände. Als das Blut entfernt war, holte sie Nadel und Faden aus der Tasche und begann, die Schnitte zu nähen.
"Danke, Sara." dankte Michael ihr und strich mit seiner Hand kurz über Saras Arm.
LJs fragende Blicke übersah er.
"Vielleicht kann ich den Direktor dazu bringen, dass du einige Zeit hier unten bleiben kannst?" bot Sara mit einem kleinen Seitenblick auf LJ an.
Michael lächelte, schüttelte aber den Kopf. "Danke, aber das würde dich nur in Schwierigkeiten bringen."
Sara nickte und stand auf. Sie packte ihre Tasche, verabschiedete sich und verließ den Raum. Fragend sah LJ seinen Onkel an, doch der winkte lächelnd ab. Daraufhin öffnete sich die Tür erneut und ein Wärter kam herein. Er legte Michael Handschellen an und führte ihn nach draußen.
"Ich komme bald wieder! Rede mit Veronica, okay?" LJ, nickte und die Tür schlug zu.

Zurück im Zellblock war offene Stunde und in seiner Zelle warteten schon Sucre, T-Bag, C-Note, Abrucci und Westlemore mit seiner Katze.
"Was wollt ihr?" fragte Michael unwirsch. "Wissen, ob der Plan noch steht." sagte Abrucci.
"Nein, er ist tot, ich breche nicht mehr aus."
"Das haben wir befürchtet." sagte Abrucci mit scheinheiligem Bedauern in der Stimme.
"Aber du willst doch nicht, dass wir deinen Plan verraten, oder mein Hübscher?" fragte T-Bag und stieß sich mit einem Bein von der Wand, an die er gelehnt war.
"Dann könnt ihr gerne ausbrechen, ich bleibe hier."
"Verrate uns den gesamten Plan und wir verraten dich nicht, verstanden, Scofield?" sagte Abrucci kalt.
Michael nickte. "Viel Spaß und jetzt raus."
Abrucci und T-Bag verließen die Zelle, mit Westlemore im Schlepptau, der ihn mitleidig ansah, ihm auf die Schulter klopfte und dann waren Sucre und Michael alleine. "Besser?" fragte Sucre.
"Nein. Mein Bruder ist vor meinen Augen für ein Verbrechen getötet worden, dass er nicht begangen hat. Wie würde es dir gehen?" Michael legte sich rücklings auf sein Bett und starrte an die Unterseite von Sucres Bett.
Die Zellentür wurde geschlossen und zum ersten Mal war Michael ehrlich froh darüber.
"Zudem wird mein sechzehnjähriger Neffe angeklagt, Doppelmord begangen zu haben und ich kann nichts tun."
"Burrows hatte einen Sohn?" fragte Sucre ungläubig, aber Michael ignorierte ihn und schloss die Augen.
Er versuchte einzuschlafen, doch immer wieder hatte er Lincoln vor Augen, wie das Licht in seinen Augen erlosch. Er sah immer wieder den leblosen Körper seines Bruders und schwor sich, dessen letzten Wunsch zu erfüllen.
Er würde weiterleben. Für ihn. Lincoln. Seinen Bruder.
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