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Sugar, We're Going Down

von Die Hand
GeschichteDrama / P12 / Gen
Alfonse Kiran Veronica
06.01.2020
17.02.2020
4
3.760
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06.01.2020 1.008
 
Is this more than you bargained for yet?Oh, don’t mind meI’m watching you two from the closetWishing to be the friction in his jeans


Fall Out Boy: Sugar, We’re Going Down


Aus irgendeinem Grund wollte Henriette, dass Alfonse mit Veronica zusammenkam, doch der Prinz glaubte nicht, dass er diesen Wunsch erfüllen konnte. Nicht, dass er Veronica nicht mochte- er war nur definitiv schwul.

Veronica wusste zwar weder von Henriettes Wunsch noch von seiner Sexualität, aber trotz allem wollte sie mit ihm zusammen sein. Dummerweise gab es zwei Dinge, die sie davon abhielten- erstens stand sie immer noch unter einem Fluch, der dafür sorgte, dass sie sein Blut vergießen wollte, und zweitens gab es verschiedene Gerüchte, dass er an Xander interessiert war. Doch keine der beiden Sachen beunruhigte sie wirklich. Sie hatte bis jetzt jeden Kerl bekommen, an dem sie interessiert war, da würde Alfonse wahrscheinlich keine große Herausforderung sein.

„Alfonse… Du weißt, als Prinz von Askr ist es deine Pflicht, zu heiraten und einen würdigen Thronfolger auf die Welt bringen zu lassen!“
„Warum muss ich überhaupt irgendeine dahergelaufene Frau schwängern, wenn Sharena schon im gebärfähigen Alter ist?“
Henriette sah ihren Sohn angewidert an, woraufhin er eiligst erklärte: „Naja… Niemand hat ja gesagt, dass nur meine Kinder Thronfolger sein dürfen, oder? Warum sucht sich Sharena dann nicht einfach einen hübschen Partner, während ich mir einen ebenso hübschen Partner suche, der auch gerne König sein will?“
Seine Mutter sah ihn zweifelnd an, und er seufzte: „Ich ahne schon, du bist immer noch nicht überzeugt, dabei haben wir es schon unzählige Male durchgespielt. Ich habe so viele gute Argumente dafür, warum ich den Mann heiraten soll, denn ich liebe- wie zum Beispiel, dass ich notfalls auch ein Kind adoptieren könnte, falls Sharena keine Kinder haben will oder kann. Sieh mal, König Rimuru hat doch vor zweihundert…“
Henriettes Miene war jetzt komplett frei von Emotionen.
Alfonse zögerte, dann meinte er: „Naja, was ich eigentlich sagen will: Während ich mir bei meinen Argumenten Mühe gebe und auf das eingehe, was du sagst, reagierst du eigentlich immer nur mit einem Verweis auf die alten Traditionen. Was ist eigentlich nur aus dir geworden? Als ich den Wächtern von Askr beigetreten bin, warst du doch auch ganz unterstützend, obwohl die Traditionen etwas ganz anderes von mir erwartet haben! Du solltest doch schon ganz lange wissen, dass es einfach das Beste wäre, wenn du mich einfach mal machen lässt. Beim letzten Mal habe ich schließlich dreimal Askr gerettet, also hab gefälligst Respekt vor mir, denn ich habe wenigstens etwas getan, um ihn zu verdienen!“

„Und denk immer dran, Soleil, bei einer Sechs darfst du noch einmal würfeln! Andere Leute werden dich nicht auf diese Regel hinweisen“, erklärte Kiran ihr. „Besonders, wenn sie Grima heißen. Du weißt ja, wie oft er dich schon bei Monopol…“
„Kiran, hast du nichts Besseres zu tun, als Soleil Nachhilfe in Erdkunde zu geben?“ Kiran sah auf und sah in das erzürnte Gesicht von Alfonse.„Um ehrlich zu sein… Nein. Du warst doch derjenige, der gesagt hat, dass alle Helden für zwei Wochen eine Trainingspause einlegen können, weil wir uns im Kampf gegen Hel so gut geschlagen haben, in der wir das tun und lassen können, was wir wollen, solange es nicht illegal ist- und beim letzten Mal, als ich nachgeschaut habe, war es noch legal, mit anderen Brettspiele zu spielen! Also… Hör auf, mich dafür zu hassen, dass ich Befehle befolge!“
Alfonse schnaubte abfällig. „Hat dein Volk nicht beim letzten Mal, als es nur Befehle befolgt hat, mal kurz sechs…“
„Schau, ich weiß nicht, was zwischen dir und Henriette vorgefallen ist“, unterbrach Kiran ihn knurrend, „aber das ist kein Grund, hier gleich rassistisch zu werden!“
Der Prinz hielt schockiert die Luft an und starrte Kiran mit weit aufgerissenen Augen an, während Kiran erklärte: „Ich habe diesen Befehl nur befolgt, weil nichts Schlimmes passieren würde, wenn ich es tue, nicht, weil ich in Deutschland auf die Welt kam. Bei anderen Helden nutzt du doch deren Herkunft oder Sexualität auch nicht als Rechtfertigung oder Grund für das, was sie tun! Eigentlich hätte ich mir von dir mehr Empathie beziehungsweise Feingefühl erwartet, weißt du? Wie oft hat deine Mutter deine Taten noch einmal mit deiner Homosexualität gerechtfertigt?“

Alfonse schluckte, und Kiran fuhr fort: „Siehst du, das sind Vorurteile, die schlecht sind. Du weißt doch ganz genau, wie viel Schaden solche Kommentare anrichten können, wenn sie an dich gerichtet sind- darf ich dich daran erinnern, dass du mir selber einmal von diesem unterschwelligen Sexismus und dieser unterschwelligen Homophobie erzählt hast und mich dann vollgejammert hast, wie schlimm er doch wäre? Daraufhin habe ich doch Kochkurse in die Wege geleitet, in denen Helden lernen konnten, dass man unabhängig vom Geschlecht oder der Sexualität am Kochen Spaß haben kann- und du warst auch bei einigen von ihnen. Ich habe außerdem Leserunden veranstaltet, in denen wir über Bücher geredet haben,  die den Rassismus, die Homophobie und den Sexismus der Gesellschaft kritisiert haben- und obwohl du jede Sekunde in ihr gehasst hast, hast du an ihnen teilgenommen! Du solltest nicht nur wissen, wie es sich anfühlt, für ein Interesse oder eine unveränderliche Eigenschaft gehasst zu werden- du weißt auch, dass du nicht der einzige bist, der darunter zu leiden hat. Und trotzdem bist du nicht nur ein Rassist, sondern vergleichst den vielleicht schlimmsten Massenmord des erdischen 20. Jahrhunderts mit einer Runde Mensch ärger dich nicht!“
Die Ironie daran entging den Dreien nicht einmal ansatzweise, denn aus dem Tonfall von Kiran sprach einiges.
„Ich, äh…“, murmelte Alfonse, doch bevor er weiterreden konnte, unterbrach Kiran ihn: „Weißt du was? Leck mich! Soleil, wir gehen! Und denk ja nicht dran, uns zu folgen. Es ist viel zu früh für eine tränenreiche Szene, in der ich dir vergeben kann, denn ich bezweifle, dass du nach allem, was ich dir beigebracht habe, nicht weißt, wie rassistisch das war!“

Daraufhin packte Kiran das Brettspiel zusammen und die beiden stürmten unter den Blicken des verstörten Alfonse und Corrin, der den Streit aus den Schatten beobachtet hatte, vom Hof.
 
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