Fight against it! ~ Ares-Revolution

GeschichteFreundschaft / P16
Jude Sharp OC (Own Character) Percival Travis
06.01.2020
14.01.2020
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k a p i t e l  1

–  Der Teufel des Spielfelds –


Das Stadion war bis auf den letzten Platz besetzt. Es war kein besonders sonniger Tag, doch das Spiel wollte sich wohl dennoch niemand entgehen lassen.
Und es war kein Stadion, das man als klein bezeichnen konnte. Es gehörte zu einem der drei Gebäude, die das Schulgelände der Seishou umschloss und war zudem eines der wichtigsten. Eine Fußballschule ohne großes Stadion würde keinen so guten Ruf erreichen. Doch die Seishou Gakuen hatte das Glück von Kira Star Seiyaku gesponsert zu werden, somit war der Umbau in ein großes Schulgebäude, ein nicht einmal halb so großes Stadion, gleich vier Fußballfelder und einem riesigen Wohnheim kein Problem gewesen. Architektur vom Feinsten, Elite sozusagen und alles dank einer großzügigen Spende.
Doch deswegen war keiner der Anwesenden heute in diesem Stadion. Grund für die vollen Ränge, die jubelnden Menschenmengen und die Fangesänge war das Spiel zwischen der Seishou Gakuen und der Tsubasa Academy, einer Schule, die bisher noch nicht oft in Erscheinung getreten war. Und das heutige Spiel war wohl der endgültige Beweis dafür, dass sie es auch in Zukunft besser lassen sollten.

„TOOOR!!“, kämpfte die Stimme des Kommentators gegen die schreienden Zuschauer an. Man hätte meinen können, es wäre eine Massenpanik ausgebrochen, so sehr schrien sich die Menschen die Kehle aus dem Leib. Fahnen wehten im Wind, die das Wappen der beiden Schulen zeigten – gold-violett gegen weiß-blau. Doch die Fankurve der Tsubasa Academy hatte heute nicht so viel zu jubeln.

„Damit ist das siebte Tor gefallen und die Seishou steigt in unerreichbare Höhen auf! Wie immer eine Glanzparade der vielfach prämierten Fußballschule, wie nicht anders zu erwarten! Der Vorsprung ist wohl nicht mehr aufzuholen, meine Damen und Herren, die zweite Halbzeit endet bereits in vier Minuten! Mal wieder zeigt die Schule, was sie zu bieten hat und ihnen allen voran ihr Stürmerass, Haizaki Ryouhei, der nun auch wieder den Ball erhält. Trotz des absolut starken Spiels im Mittelfeld schaffen es die Spieler der Tsubasa Academy nicht, den Jungen aufzuhalten, nein, manche weichen auch noch vor ihm und seinem Spiel zurück! Es ist wie verhext! Kann ihn denn niemand stoppen?“

Unten auf dem Spielfeld blieb einer der Spieler stehen und musste über die Worte des Kommentators lachen. Er sah zum Fürchten aus. Unter seinen ungekämmten, grauen Haaren konnte man nur sein linkes Auge erkennen, was nicht einmal eine einzige Farbe zu haben schien. Die Mischung aus Grau und rot ließen die Pupille gelb wirken, ein leuchtender Punkt in der Dunkelheit. Er blieb mitten im Lauf stehen und lachte laut auf. Die umstehenden Spieler starrten ihn an, als wäre er verrückt geworden, doch da war noch mehr in ihrem Blick:

Verunsicherung!

Damit konnte Haizaki arbeiten, Unsicherheit und Angst. Es war beinahe zu einfach, diese Angst zu erfüllen. Was konnten sie denn schon gegen ihn tun? Gegen ihn! Niemand konnte ihn stoppen, niemand stellte sich ihm in den Weg!
Seine Teamkameraden liefen voraus, damit er ihnen passen konnte, doch Haizaki dachte nicht daran. Mit der Zunge leckte er sich über die Lippen und grinste. Es war kein Grinsen, das man im Dunkeln sehen wollte, es war ein Grinsen, bei dem das Blut in den Adern gefror!
Der erste Schock war offenbar verflogen, denn die Gegner regten sich und ein kleines Mädchen aus der Verteidigung tappte unsicher auf ihn zu. Er fixierte sie und sie schrumpfte unter seinem Blick zusammen. So wollte er das! Das war keine Verteidigung, das war ein offenes Tor!

„Pff, und ihr wollt gewinnen? Das ich nicht lache! Es wird wohl Zeit, dass ich euch auf den Boden der Tatsachen zurückhole!“, grinste Haizaki und stürmte vor. Das Mädchen sprang erschrocken zur Seite und er lachte wieder, während er sich vor dem Tor in Position brachte.

Er schoss den Ball nach vorne in die Luft und sprang mit einem Fuß ab. Noch im Flug führte er die Finger zum Mund und pfiff. Wie Maulwürfe schossen auf einmal Pinguine aus dem Boden und hoben ab. Kaum dass sie den Ball berührt hatten, begannen sie sich zu drehen und violettes Feuer zündete. Haizakis Grinsen wurde größer, als er einen Fallrückzieher vollführte und den Ball traf.

Overhead Pinguin!“, schrie er vor Freude und sah dem Ball nach. Begleitet von seinen eigentlich flugunfähigen Freunden zischte das Geschoss auf den eher schmächtigen Torwart zu. Überraschtes Entsetzen spiegelte sich im Gesicht des Trottels wieder, als er sich bereit machte, den Ball aufzuhalten. Doch er hatte keine Chance, nicht gegen einen solchen Schuss! Haizaki sah mit Genugtuung, wie das Leder den Torwart umwarf und im Netz landete. Nicht mal Zeit für eine Technik hatte er gehabt.

Zufrieden sah der Junge die gelbe Zahl auf der schwarzen Anzeigetafel an, die umschlug noch während der Torpfiff ertönte.

„TOOOR!!! Es steht nun 8:0 für die Seishou Gakuen! Die Uhr zeigt nur noch ein paar Sekunden!“, schrie der Kommentator und die Zuschauer bejubelten den Untergang der Nonames. Die Kinder aus der gegnerischen Mannschaft verzogen verzweifelt und traurig das Gesicht. Mit gesenktem Kopf führten sie den letzten Anstoß aus und Haizaki hatte beinahe Mitleid...

Aber nur beinahe!

„Das war alles? Es war ein Fehler, mehr von euch zu erwarten!“, lachte er und ließ die beiden Stürmer wieder zögern. Dann kehrte der Kampfwille in ihre Augen zurück, aber Haizaki zählte mit den Fingern die letzten Sekunden herunter.

„Drei.. Zwei... Eins... Null!“, meinte er schulterzuckend und genoss das Geräusch des Schlusspfiffs, „Das wars! Wirklich erbärmlich!“

„Du... du...“, knirschte das Mädchen mit den Zähnen, dass ihm vor dem Tor aus dem Weg gegangen war. Haizaki zog die Augenbraue hoch und die Kleine verwarf ihr Vorhaben, indem sie den Kopf wegdrehte.

„Teufel!“, murmelte einer und Haizaki konnte nicht anders, als noch einmal zu lachen. Das war aber auch zu komisch!

„Endlich hast du es kapiert! Ich bin der Teufel und das ist mein Spielfeld!“

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„Was sollte das, Haizaki?“, polterte der blauhaarige Junge los, kaum dass die Mannschaft die Umkleidekabine betreten hatte. Seine blau-violetten Augen funkelten wütend, wie eigentlich immer, wenn er Haizaki ansah. Es gab keinen Tag, an dem Mizukamiya Seiryuu keinen Grund dazu hatte.

„Was ist denn jetzt wieder, Captain?“, gab Haizaki zurück und griff nach seiner Schuluniform. Duschen konnte er noch zuhause, besonders wenn der Kapitän schlecht auf ihn zu sprechen war.

„Dein Spiel heute! Du hast kein einziges Mal zu uns gepasst!“, warf ihm Mizukamiya auch gleich vor. Haizaki lächelte spöttisch.

„Passen? Zu euch? Es ist viel einfacher gewesen, wenn ihr zu mir passt! Ich allein bin der Schlüssel zum Sieg! Schließlich bin ich euer Stürmerass!“, wand sich der Junge wieder seinem Spind zu und streifte sich seine Kleidung über. Dann griff er nach seiner Sporttasche.

„Wir sind ein Team, Haizaki!“, kam nun auch Protest aus einer Ecke der Umkleide und der Stürmer musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass die Stimme Orio Fuyuki gehörte. Der Junge mit den lilagefärbten Haaren schien von Bürsten genauso wenig gehört zu haben wie Haizaki, allerdings hörten die Gemeinsamkeiten dann auch schon wieder auf. Der untere Teil seiner Haare war kurz und grau und seine Augen ebenso lila wie seine Haare. Man sah ihm seine Stärke vielleicht nicht an, aber wenn es um Teamwork ging, machte seinem Temperament dem von Haizaki eindeutige Konkurrenz.

„Hab ich je das Gegenteil behauptet? Wir sind ein Team, ihr passt mir, ich schieße Tore! Sonst noch Fragen?“, gab er zurück und ließ den Jungen vor Wut schnauben. Da er aber nichts mehr sagte, war für Haizaki das Gespräch beendet und er schloss seinen Spind. Seine Teamkameraden sahen ihn nicht an, als er an ihnen vorbei zur Tür lief, nur der Kapitän hatte die Fäuste geballt und starrte ihn an.

„Haizaki, du...“, setzte Mizukamiya erneut an, doch der Angesprochene hob nur die Hand.

„Wiedersehen! Bis zum nächsten Spiel!“, verabschiedete er sich, beinahe gelangweilt.

Anfänger, es war alles ein Haufen Anfänger! Was erwarteten sie denn? Dass er sich die Chance auf ein Tor entgehen ließ, indem er zu einem anderen passte? Er war der beste und einzige Stürmer der Seishou, sie sollten ihm dankbar sein!
Sie verstanden es nicht. Sie würden es nicht verstehen.

Fast hatte Haizkai das Stadion verlassen, als ihm jemand entgegenkam. Die dunklen Gläser seiner Brille verrieten nicht, ob er den grauhaarigen Jungen ansah, doch irgendwie spürte Haizaki seinen Blick. Seine braunen Dreadlocks waren zu einem Zopf zusammengebunden und wie immer wehte der rote Umhang hinter ihm her, als er aufrecht den Gang entlang schritt. Für einen Moment sah es so aus, als würden die beiden Jungen einfach aneinander vorbeilaufen. Doch gerade als sich ihre Wege kreuzten, begann Kidou Yuuto zu sprechen.

„Komm morgen zum Training!“, befahl er und Haizaki blieb stehen. Ohne sich umzudrehen wusste er, dass Kidou es ihm gleichgetan hatte und auf eine Antwort wartete.

„Warum sollte ich?“, fragte er barsch.

„Dein Spiel war grauenhaft, Haizaki. Das, was du vorhast, wird nicht funktionieren, wenn du so weitermachst“, meinte Kidou ruhig und der Angesprochene musste sich zusammenreißen, um den Taktiker nicht anzuschreien. Irgendwie schaffte Kidou es immer wieder. Jedes Mal, wenn er das Wort an ihn richtete, stieg Wut in Haizaki auf. Eingebildeter Schnösel, schoss es ihm durch den Kopf.

„Woher willst du das wissen?!“, bluffte er, drehte sich um und wurde mit einem Blick über die Schulter bedacht, der andere vielleicht Respekt lehren würde, so aber nicht Haizaki.

„Mein Rachefeldzug ist bereits beendet. Und so wie du dich anstellst, kommst du nicht weit!“, gab Kidou zurück und Haizaki war für einen Moment sprachlos.

„Wie hast du...“, fing er an, dann besann er sich eines besseren, „Rachefeldzug? Du? Das ich nicht lache!“

„Komm morgen zum Training!“, wiederholte der Junge seinen Befehl und setzte seinen Weg fort.

„Das werden wir sehen!“, rief Haizaki zurück und ballte die Fäuste. Sein Plan sollte nicht funktionieren? Pff! Klar, mit diesem Team konnte das nichts werden! Wutentbrannt schulterte Haizaki seine Tasche höher und verließ die Schule.
Kidou würde schon sehen, wie sein Plan funktionieren würde! Er würde es schaffen, mit oder ohne diese Idioten!

„Haltet mich bloß nicht auf!“, knurrte er und einige Vögel flatterten erschrocken auf, „Ich werde gewinnen!“

Für Akane.
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