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[Nintendo DS Queen Teen The Clique] Queen Teen The Clique - Die Geschichte zum Spiel

GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Gen
05.01.2020
04.09.2021
30
49.308
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05.01.2020 1.241
 
Die ersten Vögel zwitschern schon und die Sonne scheint, sodass ich nun die orangene Farbe meiner Augenlider sehen kann, mit denen ich trotz des Tagesanbruchs meine Augen geschlossen halte. „Aufstehn. Aufstehn!“, ertönt mein Handyklingelton am Morgen. Doch ich will alles, nur nicht aufstehen! Heute ist der erste Tag an meiner neuen Mittelschule. Ich bin Melani und bin vor ein paar Wochen in die siebte Klasse gekommen. Dann sagten mir meine Eltern auch schon, dass wir umziehen müssten. Mir blieb kaum die Zeit, mich anständig von meinen Freundinnen, die mich seit Ende der Grundschulzeit begleiteten, zu verabschieden. Marta, Katy und Riley – wir vier haben immer zusammen gehalten. Rileys coole Unternehmungspläne waren mir oft zu viel. Jetzt werde ich diesen rothaarigen Wirbelwind, der an einem Tag Rugby spielt und am nächsten Tag die Frisby uns zuwirft, wirklich vermissen. Mit Katy konnte ich mich immer über meine Lieblingssängerin Tiffany Simpson austauschen. Wenn wir vier Freundinnen uns zum Übernachten trafen, organisierten Katy und ich (vorwiegend Katy, da ich mich mit meinen Ideen meistens zurückhielt) die Playlist – die zur Hälfte aus Tiffany Simpson bestand. Aber auch Riley und Marta konnten etwas mit ihr anfangen, wenn Riley auch gerne mal etwas anderes als Popmusik gehört hätte. Marta hielt sich meistens aus unseren Auseinandersetzungen raus. Sie erzählte nie wirklich viel und man fand sie oft mit einem Notizbuch und Stift schreibend wieder. Neben dem orangenen „Wirbelwind“, wie wir alle Riley nannten und der blonden Dramaqueen war Marta mit ihrer langen dicken braunen Mähne unscheinbar. Aber ihre Geschichten über Wälder und mystische Wesen zu lesen war immer sehr faszinierend.
An meine Freunde denkend höre ich, wie sich langsam meine Zimmertür öffnet. Meine Augen mache ich trotzdem nicht auf und vergrabe mich in meiner weichen weißen Bettdecke. Ein Paar Hauspuschen tappt über den Boden. Das muss wohl Ruth sein.

Ruth Lambert: „Raus aus den Federn, Sonnenschein! Du darfst an deinem ersten Tag an der Octavian Country Ganztagsschule nicht zu spät kommen!“

Widerwillig lege ich die Bettdecke zur Seite und öffne meine Augen. Wenn meine Mutter mich geweckt hätte, wäre ich sicher noch länger liegen geblieben. Aber meine Mutter wäre auch nicht zu mir ans Bett gekommen. Sie hat immer so wenig Zeit. Genau wie mein Vater. Trotzdem will ich nicht direkt aufstehen. „Ich fasse es einfach nicht. Zuerst ziehen meine Eltern um und ich muss alle meine Freunde zurücklassen, und dann reisen sie für drei Monate ins Ausland! Das ist total unfair!“, beschwere ich mich. Da wünschte ich mir fast, dass meine Eltern nicht reich wären. Nur um nicht umziehen zu müssen. „Melani, Ich bin zwar nur die Haushälterin aber…“, beginnt Ruth. Ich unterbreche sie aber schnell: „Ruth, du wirst nie NUR die Haushälterin sein, denn du hast mich ja praktisch großgezogen. Du bist wie eine Mutter für mich.“ Mit ruhiger Stimme antwortet sie mir, dass das lieb von mir wäre. „Ich weiß, dass du Angst hast, mitten im Schuljahr auf eine neue Schule zu wechseln, aber keine Sorge – du findest sicher schnell neue Freunde!“ Ruth versucht immer, das Gute zu sehen. Aber ich bezweifle stark, dass an diesem Umzug und der neuen Schule irgendwas gut sein soll...
„Es wird alles gut.“, ergänzt sie. „Oh, noch etwas:“, fällt Ruth spontan ein, „Dein Vater hat im Einkaufszentrum mehrere Vorstellungsgespräche für dich organisiert, damit du dein Taschengeld aufbessern kannst. Es gibt Aushilfjobs, du brauchst also keine Angst zu haben, dich zu langweilen. Du kannst machen, wozu du Lust hast!“ „Na toll...“, erwidere ich. Aushilfsjobs! Das klingt noch schlimmer als mein Handyklingelton heute morgen... Jetzt, da ich zwölf Jahre alt bin, darf ich mich nun an Aushilfsjobs wagen. Doch ich bin mir nicht sicher, ob ich so etwas überhaupt kann. Das ist bestimmt schwierig, keine Bestellungen durcheinander zu kriegen. Und im Einkaufszentrum sind bestimmt noch mehr Leute als in der Schule... Und was ist, wenn die Leute IN der Schule mich nicht mögen? Dann werde ich die beim Arbeiten auch wieder sehen. Und dies wird mich nicht gerade ermutigen. Oh je... Ruth sieht mein besorgtes Gesicht. „Komm, so schlimm ist das gar nicht.“, meint Ruth. „Und jetzt beeil dich! Ich warte im Auto.“

Schnell mache ich mich im Badezimmer frisch, kämme mir durch meinen dunkelbraunen glatten Kurzhaarschnitt, lege meinen weißen Haarreif an, ohne den ich nie aus dem Haus gehe, und werfe einen Blick in meinen Kleiderschrank. Der hellbraun hölzerne Schrank selbst ist höher als ich groß bin. Jedoch sind in ihm gar keine Klamotten. Und nein, das sage ich nicht, weil ich kein rosa Top finden kann. Mein Kleiderschrank ist wirklich fast leer, da wir keine meiner alten Klamotten mitgenommen haben. Der Umzug verlief viel zu schnell. So schnell konnten wir nicht zusammen packen. Also zumindest hatte ich dafür nicht genug Zeit, da ich mich am Tag unseres Umzugs noch vorher mit Marta, Riley und Katy zum Tanzen getroffen habe. Lange haben wir Riley anflehen müssen, um das Tanzen auf ihre sportliche Liste zu setzen. Katys Überzeugungskünste waren klasse, da sie neben der Schule Theater spielte und jedes dritte Wort übertrieben betont. Ich verhielt mich unauffällig, als wäre ich mit beiden einer Meinung. Aber insgeheim habe ich mir schon immer gewünscht, dass wir mal tanzen würden. Selbst Marta war auf unserer Seite, was keiner von ihr gedacht hätte. Tatsächlich blühte Marta sogar am meisten von uns auf, weil sie sich zierlich durch den Raum bewegte und saubere Drehungen ausführte wie eine Feder. Nach Martas Lieblingslied sollte meines an der Reihe sein (es war eines von Tiffany Simpson, in dem sie singt, sich selbst treu zu sein und ich mag es – wenn ich auch nicht verstehe, wie man sich selbst nicht treu sein könnte), zu dem wir gemeinsam eine Choreographie erstellen wollten. Wir fingen mit der ersten Hälfte der Strophe an, als uns ein Anruf meiner Eltern dazwischen funkte. Ich solle sehr schnell nach Hause kommen. Sie haben es eilig. Zu Hause erfuhr ich von dem Umzug und die Zeit reichte gerade einmal, um meinen Freundinnen eine Nachricht zu schicken: „Wir müssen umziehen. Ich werde euch schrecklich vermissen. Bitte vergesst mich nicht!“ Eine Sekunde später saßen wir schon im Auto auf dem Weg zu unserem neuen Haus. Ich konnte nichts mehr einpacken und mitnehmen. Meine alten Zeichnungen, CDs, Tagebücher und eben meine Klamotten blieben zurück. Sie würden mir vor Ort was Neues kaufen, meinten sie. Mir sind Klamotten sowieso nicht so wichtig wie anderen Mädchen, die nie ohne ein pinkes Top in die Schule gehen würden – zumindest gab es solche Mädchen, kurz bevor ich die Schule verlassen habe. Jedoch hätte ich schon gerne meinen hellgrünen Lieblingspullover, den Ruth mir gestrickt hat, mitgenommen und mein Paar hellbraune Stiefel, die super für den Herbst gewesen wären.
Und so habe ich nur zwei Sweatshirts – eins davon ist ein schwarzes T-Shirt mit weißen angenähten Ärmeln und eins ist rosa mit lilanen Ärmeln –, zwei Jeanshosen – eine hellblaue und eine dunkelblaue – und ein paar schwarze Chucks. Ich entscheide mich für das schwarze Sweatshirt und die dunkle die Chucks ein wenig verdeckende Jeans, nehme mir meine Tasche und gehe schnell aus dem Haus.
Mit meinem grünen Ranzen über der Schulter eile ich zu Ruth ins Auto und wir fahren los. Im silbernen Golf fahren wir durch die Wiesenlandschaft, da unser Haus etwas abgelegen von der Stadt liegt. Je näher wir der Stadt kommen, umso weniger will ich zur Schule. Wie die neuen Schülerinnen so sein werden? Werde ich vielleicht doch die ein oder andere Klassenkameradin aus der Grundschule wieder treffen? Was wird auf mich zukommen?
Kapitel 1.1 Ende
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