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Endlose Ohnmacht!?

von Dmagnus87
GeschichteDrama / P12 / Gen
Dr. Sabine Petersen Jan "Wollcke" Wollcke Jens Blank Johannes "Johnny" von Storkow
05.01.2020
18.01.2020
6
7.151
4
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Dieses Kapitel
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17.01.2020 1.607
 
Mit einem tiefen Atemzug wurde Sabine wach. Und sofort kam Panik in ihr auf. Sie sah sich hilfesuchend um, ihre Atmung ging schnell, ihr Herz raste und warum fühlte sich ihr Hals so komisch an?

"Ganz ruhig Sabine...Ich ziehe dir jetzt den Tubus." hörte sie eine ihr bekannte Stimme. Und merkte wie ihr aus sogleich der Tubus gezogen und durch einen Nasenschlauch ersetzt wurde. Aber beruhigt war sie dennoch nicht, was war hier los?

"Sabine, du hattest einen Unfall. Du lagst im Koma. 8 Wochen lang." Sabine sah die Frau an, es war Dr. Politz. Unfall?! Was für ein Unfall?! Sie wurde doch gar nicht verletzt, Jens wurde doch verletzt. Oder? Er hatte doch den Unfall! Was war mit ihm?! Und was für ein Koma? Hatte sie das alles nur geträumt? Aber wo war er dann?

"Wo....Wo ist Jens?" fragte sie mit leiser, verzweifelte Stimme.

"Jens? Der ist gerade im Einsatz, aber Homann sagt ihm bescheid. Es geht ihm gut."

"Wirklich?" fragte sie nochmal nach. Einzelne Tränen stahlen sich aus ihren Augen.

"Ja, wirklich. Aber jetzt würde ich dich gerne erstmal untersuchen." meinte Frau Dr. Politz, Sabine nickte nur und war so unglaublich erleichtert, offenbar hatte sie tatsächlich den ganzen scheiß nur geträumt. Jens lebte und es ging ihm gut. Nicht er hatte einen Unfall, sondern sie.

Sabine ließ die Untersuchung über sich ergehen und hofft das Jens bald herkommen würde. Sie musste ihn sehen. Seine Stimme hören und seine Nähe Spüren.

"Sabine, beweg mal bitte deine Arme und Beine."

Sabine tat was ihr gesagt wurde, auch wenn es sehr schwer war, sie fühlte sich müde und schwach.

"Sehr gut und jetzt mal Hände und Füße."

Auch das klappte.

"Scheint so als ob du keine Neurologischen Ausfälle hast, ein paar Tage lasse ich dich dennoch auf der Intensiv, nachher versuchen wir mal wie es mit dem Aufsetzten und aufstehen klappt und dann entscheiden wir wie es weiter geht. Du hast einige Prellungen und 2 Rippenbrüche, außerdem hattest du innere Blutungen davon getragen, deinen Kopf hast du ganz gut geschützt, wer weiß ob du das ganze sonst überlebt hättest, aber dennoch hatte er ganz schön was abbekommen. Jetzt ruh dich erstmal aus, ich komme später nochmal vorbei." meinte Frau Dr. Politz

Sabine nickte nur und dann verließ Dr. Politz den Raum.



Jens landete die Bell wie immer sanft und sicher vor dem Rettungszentrum. Stellte die Maschine aus und alle stiegen aus. Heute war recht schönes Wetter, daher hatten sie auch schon sehr viele Einsätze gehabt und Jens hoffte das der nächste erstmal auf sich warten lassen würde, denn er wollte doch endlich zu Sabine. DIe letzten Tage war er immer an ihrem Bett, in jeder freien Minute. Nur heute waren seine freien Minuten mau.

"Herr Major" rief Homann ihm entgegen, der vor dem Rettungszentrum stand. Jens ging zu ihm rüber. Die anderen folgten ihm.

"Was gibt es denn, Homman?" fragte er ihn gleich.

"Gute Nachrichten. Frau Dr. Petersen ist wach." teilte Homann ihn freudig mit.

Jens konnte es kaum glauben! Sie war wach! Endlich! Nachdem er so lange gehofft und gebangt hatte.

"Ich...Ich muss zu ihr....Ich hab meinen Pieper dabei." meinte er bloß und rannte dann rüber ins BWK, ging sofort zur Intensiv Station und klingelte. Wartete ungeduldig darauf, das ihm eine Schwester die Tür öffnete. Worauf er auch nicht lange warten musste.

"Hallo Herr Major, Sie wollen sicher zu Frau Dr. Petersen. Dann kommen Sie mal mit."

Jens nickte und folgte der Schwester.

"Einen Moment müssen Sie noch warten, Frau Dr. Politz untersucht sie gerade und danach können Sie zu ihr." meinte die Schwester und ging dann wieder.

Jens hasste es zu warten. Er war es zwar inzwischen gewöhnt, aber mögen tat er es dennoch nicht. Zumal er wirklich ungeduldig war. So lange hatte Jens auf diesen Moment gewartet und nun musste er hoffen, das jetzt bloß kein Einsatz rein kam.



"So und nun versuch mal langsam aufzustehen." meine Dr. Politz, sie und Cora stütztend Sabine und hielten sie fest. Sabine nickte. Sie fühlte sich zwar sehr schwach, aber gab sich Mühe und siehe da, sie stand, sehr wackelig und ohne Hilfe wäre sie sicher umgekippt, aber es war ein guter Anfang, nachdem sie ja so lange im Koma gelegen hatte, hatten sich natürlich auch die Muskeln abgebaut und diese mussten nun Schrittweise wieder aufgebaut werden, danach würde das mit dem stehen und laufen, ohne Hilfe, schon wieder klappen.

"Sehr gut. Setz dich wieder hin." sie halfen ihr zurück ins Bett, Sabine kuschelte sich in ihr Kissen und Cora deckte sie zu.

"Soweit sieht alles gut aus, du bekommst jeden Tag Physiotherapie, 2-3 Tage bleibst du noch auf Intensiv und danach gehts auf die Normale Station. Sobald du soweit fit bist, gehts dann in die Reha."

Reha? Da hatte Sabine ja so gar keine Lust drauf.

"Muss das wirklich sein? Also das mit der Reha meine ich."

"Ja, du möchtest doch wieder vollständig genesen um bald wieder fliegen zu können oder!? Dann ist die Reha auf jedenfall nötig." mahnte Eva-Maria sie.

Sabine seufzte, sie würde sich ihrem Schicksal ergeben.

"Also gut. Dann werde ich die Reha mitmachen." gab Sabine nach.

"Sehr gut. Ich schaue dann morgen nochmal nach dir. Wenn irgendwas ist, eine Schwester ist immer bei dir."

"Danke. Ich komme schon klar."

"Gut. Dann bis morgen."

Sie verabschiedeten sich und dann verließen Dr. Politz und Cora den Raum. Als Dr. Politz dann raus in den Flur trat, sah sie Jens auf dem Flur sitzen.

"Hallo Jens, du darfst jetzt gerne zu ihr. Sie wird sich sicher freuen."

Jens nickte und ging sofort rein. Zog sich eine dieser Schutzkittel über und betrat recht nervös das Zimmer, in dem Sabine lag. Als er sie erblickte und sah das sie wach war, ging er gleich auf sie zu, setzte sich an den Bettrand und nahm sie fest in seine Arme. Tränen liefen über seine Wangen. Normal war er nicht so Gefühlsduselig, aber er konnte einfach nicht anders. Wochenlang wusste er nicht, ob Sabine je wieder wach werden würde. Wochenlang musste er hoffen und bangen. Und nun war all das endlich vorbei, Sorge und eine riesen last viel von seinen Schultern, ein Gefühl der erleichterung machte sich breit und endlich verschwand die Angst, das sie es vielleicht nicht schaffen könnte.

Sabine wusste nicht ganz wie ihr geschah, aber auch sie war heilfroh, das sie den ganzen Scheiß nur geträumt hatte und das Jens lebte. Das er unversehrt war und sie nun doch eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft bekamen. Auch sie fing an mit weinen und schluchzen. Hielt sich an Jens fest, vergrub ihr Gesicht an seiner Brust.

Es dauerte einige Minuten, ehe die beiden sich wieder beruhigt hatten. Jens fand als erstes seine Stimme wieder. Sabine fest in seinen Armen haltend.

"Ich hatte solch eine Angst um dich....Jeden Tag war ich hier, habe dir von meinem Tag erzählt und von den Einsätzen, habe dir Bücher vorgelesen oder einfach nur deine Hand gehalten. Als dieser scheiß Autofahrer dich angefahren hatte...Da blieb mein Herz einen Moment stehen. Als ich dich da liegen sah, bin ich fast abgeklappt...." Er machte eine kurze Pause. "Und dann...dann ist dein Herz 2x stehen geblieben. Sie haben es gerade so geschafft, dich zurück zu holen...Danach lagst du Wochenlang im Koma und ich dachte ich würde dich für immer verlieren." Das zu sagen fiel ihm nicht leicht, aber es tat gut das alles auszusprechen.

"Ich kann deine Angst verstehen...Ich habe diese Angst auch gespürt...Ich habe geträumt...das....das du gestorben bist. Du hattest einen Unfall....Ein Autofahrer, er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen...Ich sehe das immer noch alle vor mir...wie du da lagst und dein Herz aufgehört hat zu schlagen...Und ich konnte nichts dagegen tun...Ich konnte dir nicht helfen. Du bist mir einfach...Unter meinen Händen weggestorben...Ich konnte dir einfach nicht helfen. Und es tat so weh und ich habe so gelitten. Ich habe mich so einsam und leer gefühlt. Ich dachte, ich sehe dich nie wieder. Höre nie mehr deine Stimme und spüre nie mehr deine Nähe, deine Wärme...Ich bin so glücklich das es nur ein mieser Traum war." sagte sie und brach erneut in Tränen aus, beruhigte sich aber recht schnell wieder.

Jens löste die Umarmung und beide trennten sich leicht voneinander. Er wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht und sah sie einfach nur an. Sah in ihre wunderschönen blauen Augen. Und er beschloss, nicht länger zu warten. Er hatte eh schon viel zu viel zeit verschwendet.

"Ich...Ich Liebe dich." sagte er sanft und Liebevoll zu ihr. Was Sabine ein Lächeln übers Gesicht zauberte. "Ich dich doch auch." antwortete sie ihm und dann kamen sich beide näher. Bevor sich ihre Lippen berührten warteten sie kurz, tauschten einen verliebten Blick aus, bevor sie ihre Augen schlossen und sich dann endlich küssten. So zart und so sanft und doch voller Liebe und hingabe. Sie legten die Arme umeinander und waren einfach nur glücklich. Beide hatten eine Schwere Zeit überstanden, beide haben Angst um den jeweils anderen gehabt und geglaubt, das alles zu spät sei, doch letzen endes gab es für sie doch noch ein Happy End.

Hier das letzte Kapitel.  Morgen lade ich noch das Alternative Ende hoch, die erste Version des Endes der Geschichte. :)
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