Neuanfang

von safi93
GeschichteThriller, Freundschaft / P18
Danny "Danno" Williams Jerry Ortega Kona "Kono" Kalakaua Lou Grover OC (Own Character) Steve McGarrett
05.01.2020
03.08.2020
33
75.582
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05.01.2020 2.265
 
2. Kennenlernen

„Schön, dass du's dir überlegt hast.“ sagte Steve, lehnte sich lässig an den Türrahmen und sah Elena an. „Klar doch. Nach deiner Rede konnte ich doch fast nicht anders.“ sagte sie neckisch und grinste. Steve mochte ihre leicht sarkastische Art, merkte aber, wie sie sich zurück hielt, was ihr eine leicht schüchterne Art gab. Nach einer kurzen Pause meinte Elena mit einem Nicken:“Na dann bis morgen.“ drehte sich um und ging zu ihrem Auto. Irgendwann musste sie sich doch hier losreißen, obwohl ihr die Gesellschaft der beiden irgendwie gefiel. Steve sah ihr noch kurz nach. Jetzt, wo er sie ein wenig kennen gelernt hatte, konnte er sich nicht wirklich vorstellen, wie sie als Commander ein Team befehligte. Mit dem Gedanken ging er wieder rein zu Danny, der immer noch auf dem Sofa saß und ihn gleich vorwurfsvoll ansah. „Ich weiß ja, dass wir ihre Hilfe brauchen, aber kannst du damit aufhören, sie gleich an zu flirten?“ fragte Danny ihn. Erstaunt sah dieser ihn an. „Wie bitte? Ich habe sie doch nicht an geflirtet.“ verteidigte sich Steve gleich. „Komm schon, ich kenne deine Blicke.“ meinte Danny und zog die Augenbrauen nach oben. Er wusste ja, dass Steve eine anziehende Art auf Frauen hatte, aber meist beruhte das nicht auf Gegenseitigkeit, da Steve schon einen eigenartigen Geschmack bei Frauen hatte. Obwohl Danny Elena erst nicht als Steves Typ einschätzte, aber Gleich gesellt sich wohl zu Gleich, dachte er, während Steve wortlos und kopfschüttelnd noch zwei Bier holte.

Elena fuhr nach Hause, legte ihre Tasche und Schlüssel auf den Tisch, zog sich etwas bequemes an und legte sich ins Bett. Aber an Schlaf war nicht wirklich zu denken, da ihre Gedanken sich um den Fall drehten und immer wieder zu Steve und Danny abdrifteten. Seit Jahren hatte sie keine wirkliche Familie um sich herum gehabt. Sie war zwar gerne als Einzelgängerin unterwegs, aber man spürte immer, dass etwas im Leben fehlte. Bei dem Anblick der beiden kamen wieder alte Gefühle in ihr hoch, die sie schon lange weggesperrt hatte. Natürlich stand ihr das Team, das sie als Commander befehligt hatte, irgendwann auch nah und beim FBI gab es auch ein paar Leute, die sie respektierten, aber das war nicht das gleiche, wie enge Freunde um sich zu haben, die wie Familie für einen waren. Diese Freunde gab es zwar in ihrem Leben, aber sie lebten alle verstreut in den USA, sodass sie nur gelegentlich miteinander schreiben und noch seltener treffen konnten.

Seufzend drehte sie sich auf die Seite und verfiel irgendwann in einen unruhigen Schlaf. Stunden später weckte sie die einfallende Helligkeit und so drehte sie sich auf die Seite, wo ihre kleine Uhr auf dem Nachtschrank stand. Diese zeigte halb Acht an, was Elena ein „Hmpf.“ entlockte und sie widerwillig aus ihren gemütlichen Bett aufstand. Noch verschlafen machte sie sich Kaffee und ging danach erst einmal unter die Dusche. Fertig angezogen, nahm sie ihre Tasche, die Schlüssel und ging zu ihrem Auto. Gut gelaunt gab sie die Adresse ein, die auf der Karte von Steve stand und hielt keine halbe Stunde später vor einem hohen Gebäude mitten in Honolulu. Drinnen musste sie sich ausweisen und wurde nach dem Grund ihres Besuchs im Justizgebäude gefragt, als hinter ihr ein etwas größerer Mann trat und der Security einen „Guten Morgen Tom.“ wünschte, als sein Blick auf sie fiel und er neben ihr stehen blieb. Kurz sah er sie von oben bis unten an. „Sind sie Elena Thompson?“ fragte er sie. Etwas verwirrt sah Elena den Mann an. „Ähm ja, die bin ich.“ sagte sie, was den Mann nicken ließ. „Ist schon gut Tom. Sie kann mit mir mit.“ meinte der Mann zu Tom und winkte sie hinter sich her. Also hatten Steve und Danny ganze Arbeit geleistet und sie überzeugt, dachte sich Lou. Elena lief neben ihm zum Fahrstuhl her, als er sich umdrehte. „Ich bin Lou Grover, aber Lou reicht völlig.“ sagte er und reichte Elena die Hand. Zögernd nahm sie seine Hand. „Ich arbeite mit Steve und den anderen bei Five-O. Komm, ich bring dich zum Team.“ meinte Lou, der schon halb im Aufzug stand. Elena folgte ihm. „Kannst mich ruhig Elena nennen.“ sagte sie lächelnd, während der Aufzug nach oben fuhr.

„Wow, schön habt ihr´s hier.“ sagte Elena, als sie mit Lou aus dem Fahrstuhl stieg. Ein einziger großer Raum, unterteilt in ein paar kleine Räume an der Seite und einem großen Tisch in der Mitte mit Bildschirmen an der Wand, nicht zu vergessen, die Aussicht aus den hohen Fenstern. „Hey, wir haben Besuch.“ sagte Lou und lief auf Danny zu, der schon mit Jerry an dem Tisch stand. Lou klopfte einmal an die Scheibe neben sich. Steve sah auf und als er Lou mit Elena entdeckte, stand er auf und ging raus. „Hey, kommt mit.“ meinte Steve zur Begrüßung und rief „Kono, Chin. Kommt mal bitte.“ in den Raum. Die drei gingen zu den anderen am Tisch, während Elena die ungleiche Gruppe betrachtete, als eine Frau in ihrem Alter und ein Mann dazu kamen. Elena blieb in der Mitte des Raumes stehen, während Steve auf sie zukam und sich die anderen am Tisch zu ihr umdrehten.

„Leute, das ist Commander Elena Thompson. Sie wird uns als Profilerin in unserem Fall unterstützen und hat schon ein paar Theorien entwickelt.“ meinte Steve, während er neben ihr stand. „Hey.“ sagte Elena kurz nickend. „Elena, das sind Officer Kona Kalakaua, Lieutnant Chin Ho Kelly, Jerry Ortega. Danny und Lou kennst du ja bereits.“ stellte er ihr das Team reihum vor. „Schön, dann hätten wir das also auch geklärt. Dann lass mal deine Theorien hören.“ meinte Danny und winkte sie her. Alle versammelten sich um den Tisch herum, der, wie es sich herausstellte, ein großer Tochscreen beinhaltete. Elena war kurz beeindruckt. „Wow, nette Spielerei.“ meinte sie, während sie ihren Block herausholte. „Wie, keine Daten?“ fragte Chin und sah sie überrascht an. „Nein, ich mag es bei so etwas eher klassisch. Ich muss mich auf Papier austoben können, da würde kein Programm lange mithalten.“ meinte Elena lächelnd. „Gestern habe ich mir alles angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass irgend etwas Faul an der Sache ist. Ich hatte schon mit einigen Drogendelikten zu tun und auch schon ein paar Entführungen mitgemacht, aber nie stand beides wirklich in Verbindung. Man fand nur bei den Frauen Drogenreste und nie in den abgestellten Autos oder der Umgebung.“ erklärte Elena und sah auf ihre Notizen. Alle hörten ihr gespannt zu, in der Erwartung, etwas Neues zu erfahren. „Meine Theorie dreht sich darum, dass die Drogenkuriere den Frauen die Drogen einpflanzen, ohne dass die Drogen dabei geschädigt werden. Danach kommen die Frauen zu den vermeintlichen Kunden, die an Prostituierten interessiert sind. Am Ende findet man immer eine aufgeschlitzte Leiche einer Frau, die sexuell missbraucht wurde.“ erklärte Elena und wollte noch etwas anfügen, als Kono sie unterbrach. „Das würde Sinn ergeben. Max hat nur in den Leichen Spuren von Kokain gefunden. Bevor du weiter redest, solltest du dir das hier ansehen.“ sagte sie und rief auf dem Desk einige Daten auf, die sie mit einem Wisch auf die Bildschirme an der Wand verschob. Kono zeigte Elena eine Auflistung. „Bei jeder Frau fehlten ein oder mehrere Organe?“ fragte Elena überrascht in den Raum. Langsam atmete Elena aus, das war wohl an Grausamkeit fast nicht mehr zu überbieten, dachte sie sich und musste unwillkürlich an ´Jack the Ripper´ denken. „Also hätten wir eine Organisation, die junge Frauen entführt, ihnen die Drogen einpflanzt, als vermeidliche Prostituierte zu den Kunden fährt, die sie aufschlitzen, um die Drogen so wieder zu bekommen?“ fasste Danny für sie zusammen und verzog dabei das Gesicht. Elena sah in die Runde und nickte. Die Reaktionen waren alle gleich. So etwas konnte man nur entsetzlich finden und Elena ging es da nicht anders.
„Also gut. Nehmen wir an, dass es wirklich so ist. Versuchen wir zwischen den Drogen und den Frauen weitere Zusammenhänge zu finden, als verblieben Spuren an den Opfern. Kono, Chin, übernehmt das. Jerry, würdest du Elena die restlichen Daten zu Verfügung stellen?“ fragte Steve ihn. „Klar.“ sagte dieser und rief gleich ein paar Daten auf, die Elena sofort durchging. „Und was machen wir?“ fragte Lou Steve und Danny. „Wir werden…“ wollte Steve sagen, wurde aber unterbrochen. „Ihr habt einen russischen Drogenkurier, der im Zusammenhang mit den Frauen steht, festgenommen?“ fragte Elena und sah die drei mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Ja, und genau den werden wir jetzt nochmal verhören. Lou, würdest du ihn in den Raum bringen?“ fragte Steve den Genannten, der nickend Richtung Aufzug verschwand.

Ohne weitere Fragen besah sich Elena das restliche Material. Dass das Team ihre Theorien so aufnahmen, zeigte ihr, dass hier jeder verstand, worum es ging und sie für jeden Strohhalm dankbar waren. Sie merkte jetzt schon, dass hier alle loyal waren und man sich auf sie verlassen konnte. Das war bei ihren ehemaligen Kollegen nicht immer der Fall. Elena wünschte den dreien in Gedanken viel Spaß bei dem Verhör des Russen. Sie wusste aus Erfahrung, dass Russen sehr zäh waren. Sie sichtete die restlichen Dateien und konzentrierte sich am Ende auf zwei Namen. Antonio Dostojewski, ein vorbestrafter Drogendealer, der in dem Kartell nach mehreren Aussagen ein großes Tier sein soll und hier auf der Insel auch schon zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Der zweite war ein Millionär, Alexander Petrow, der einmal in einen Drogenskandal hier auf Hawaii verwickelt war, aber man konnte ihm am Ende nichts nachweisen und so mussten sie ihn wieder laufen lassen. Als sie mit Jerry gerade dabei war, Daten von den beiden zusammen zu tragen, kam Steve nochmal zu ihnen, da er ein paar Info´s holen wollte. Kurz war Elena etwas erschrocken, als sie Steve vor sich sah, da sie so in ihre Arbeit vertieft war. Fragend sah sie ihn an. „Woher hast du eigentlich gewusst, wo ich wohne?“ fragte er drauflos. Kurz sah Elena ihn verwirrt an, da er sie leicht aus ihrem Konzept gebracht hatte. „Ähm, naja. Es ist nicht so schwer, einen Laptop zu bedienen.“ meinte sie schulterzuckend und widmete sich wieder der Arbeit. Lächelnd merkte sie, wie Steve sie noch kurz beobachtete, sagte aber nichts mehr, woraufhin Steve Danny wieder runter in den Verhörraum folgte. Steve war immer wieder über Elena’s verschiedene Seiten überrascht. Gestern war sie fast schüchtern, jetzt merkte man davon nichts mehr. Sie ist wirklich gut in ihrem Job, deswegen fragte er sich, warum sie ihn aufgegeben hatte. Das und warum sie als Commander aufhörte war nicht in ihrer Akte zu finden. Steve wusste, dass es dafür einen triftigen Grund geben musste, wenn es nicht in den Akten aufgeführt war. Trotz allem galt seine Aufmerksamkeit jetzt dem Verhör. Lou wartete schon auf die beiden und zu Dritt nahmen sie den Russen in die Mangel.

„Brauchst du mich noch?“ fragte Jerry Elena und sah auf die Bildschirme, an denen sie arbeitete. Elena sah hoch zu Jerry. „Nein, ich glaub, ich hab alles. Danke für´s Helfen.“ meinte Elena und merkte, dass Jerry ein wirklich netter Typ zu sein schien. „Hab ich gerne gemacht. Dann noch viel Spaß damit.“ meinte Jerry, zeigte auf die Bildschirme und ging zu Kono ins Büro, um sie zu fragen ob er irgendwo helfen konnte. Elena hatte alle Daten zu den zwei Personen zusammen getragen, die sie in jeglichen Netzwerken finden konnte und nahm sich jetzt dem russischen Drogenkurier an, der gerade von den Dreien verhört wurde. Sie wusste, dass er nie reden würde. Die einzige Chance ihn dazu zu bewegen, war mit seiner Familie zu drohen und genau das versuchte Elena heraus zu finden. Nach ein paar Minuten hatte sie, was sie suchte und klopfte bei Kono, die mit Jerry zusammen Überwachungsbilder sichtete. „Hey, wo ist denn der Verhörraum, von dem Steve vorher geredet hatte?“ fragte sie drauflos. Kono beschrieb ihr den Weg dorthin. „Danke.“ meinte Elena und begab sich zu einer Stahltür, die nicht wirklich einladend aussah. Kurz überlegte sie, einfach herein zu platzen. Das empfand sie aber als respektlos und so klopfte sie an.

Steve war gerade dabei, dem Russen deutlich zu machen, was es hieß, wenn er nicht kooperierte, als es klopfte. Fragend sah er zu Danny, der mit den Schultern zuckte und zur Türe ging. „Hey, kann ich euch mal sprechen?“ fragte Elena, woraufhin Danny sie kurz verdutzt ansah. „Leute, kommt mal raus.“ sagte er, nachdem Elena auf ein paar Papiere zeigte. „Hast du etwas herausgefunden?“ fragte Danny sie. „Ich habe mich ein wenig über euren Russen schlau gemacht und etwas über seine Familie herausgefunden. Hier.“ meinte sie und reichte Steve ein paar Zettel. „Daten von seiner Familie. Was sollen wir damit?“ fragte Steve sie. „Ich weiß, wie schwer aus russischen Drogendealern etwas heraus zu bekommen ist, und dachte, man könnte ja mal seine Familie ansprechen.“ schlug Elena vor. „Gar nicht mal so schlecht. Immerhin kommen wir mit dem nicht wirklich weiter.“ meinte Lou nickend, während Steve ihre Info´s durchging. „Hast du sonst noch etwas herausgefunden?“ fragte Danny sie wieder und fand ihren Vorschlag ziemlich gut, da er keine Lust hat, diesen Petrovich noch länger zu verhören. „Mein Augenmerk lag auf den beiden Personen.“ meinte sie und zeigte auf einem Tablet Dostojewski und Petrow. „Die beiden haben wir schon verhört und beschattet, hat alles nicht´s gebracht.“ meinte Danny und zeigte auf die Bilder. „Die beiden arbeiten hundertprozentig zusammen. Vielleicht kann unser Russe ja etwas dazu sagen.“ meinte Elena, schnappte sich die Zettel aus Steve´s Hand und ging in den Verhörraum. Etwas überrascht sah Steve ihr nach. „Du lässt sie einfach so machen?“ fragte Danny ihn, als er nicht reagierte. Schulterzuckend meinte dieser:“Lassen wir sie es versuchen.“ und folgte Elena in den Verhörraum.
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