An Inflection forever colored

von PiaLittle
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Alexander "Alec" Gideon Lightwood Magnus Bane
05.01.2020
14.02.2020
7
28883
4
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 

Kapitel 7


Alec spielte wieder für Magnus Klavier.
Es wurde zu einem Ritual, auf das Alec sich jeden Tag freute. Jedes Mal, wenn er sich an das Instrument setzte, überlegte er, ob er die Sonata al chairo di luna für Magnus spielen sollte und manchmal tat er es. Aber wenn er es zu oft spielen würde, befürchtete Alec, dass Magnus es nicht mehr so sehr lieben könnte. Und Alec würde sich verabscheuen, wenn er derjenige wäre, der etwas für Magnus ruiniert, was er so sehr liebte.
Alec wollte ihn sicherlich beeindrucken, während er sich in die Musik hineinversetzte, sie mit einer besonderen Liebe für die Tasten spielte. Es gab keinen anderen Grund, der für ihn Sinn ergab; Magnus war diese leuchtende Energie, eine berauschende Präsenz, und Alec wollte ihn imponieren, um ihm zu zeigen, dass er beeindruckend sein konnte.
Immer wenn er spielte, war Alec sich bewusst, wo Magnus sich im Raum aufhielt. Manchmal stand er direkt hinter ihm, oder er saß auf einem der Stühle, oder er stand neben dem Klavier. Einmal legte er sich auf das Sofa, die langen Gliedmaßen ausgestreckt, als er Alec beim Spielen zuhörte.
Und die Welt war verschwunden. Nichts auf der Welt existierte mehr, außer den weißen und schwarzen Tasten das Klaviers vor ihm und Magnus auf dem Sofa liegend, entspannt, genießend.
Alec mochte die Vorstellung, dass er es war, der Magnus Entspannung bringen konnte und es war etwas, dass er ewig im Herzen hielt.
Gerade saß Magnus auf der Lehne eines Stuhls und hörte mit geschlossenen Augen aufmerksam zu. Alec wusste, wenn er nur eine Note falsch spielen würde, würde Magnus es hören.
Aber Alec spielte niemals eine falsche Note. Und wenn doch einmal, dann niemals mit Magnus im Publikum.
Nachdem er geendet hatte, fragte er wie immer, ob Magnus noch ein Stück hören wollte und der lehnte es wie immer ab.
Alec würde ihm spielen, was immer er verlangte, nur um ihm zu zeigen, dass er nicht so zurückhaltend war, wie manche es annahmen, um ihm zu zeigen, dass er glänzen konnte, wenn man ihm die Gelegenheit gab.
Aber Magnus wollte immer nur ein Klavierstück hören, was gut war, auch wenn es bedeutete, dass diese Momente kürzer waren, als sie hätten sein können. Aber Magnus fragte am Tag mehrmals, ob Alec ihm etwas vorspielen würde und auch wenn sie kurz waren, hatten sie einen bedeutungsvollen Platz in Alecs Herzen.
Sie gingen gemeinsam zurück in den Obstgarten, als Maryse mit einer Kiste Bananen zu ihnen kam.
Bananen gab es im Sommer nur selten, denn sie aßen viel von dem Obst, das sie selber anbauten. Aber hin und wieder brachte Maryse Bananen vom Markt mit, oder einer der Nachbarn bot ihnen welche an.
Camille half ihr beim Tragen, oder besser: Sie stand herum, und sah gut aus, und gab vor irgendeine Art Hilfe zu sein. Das machte sie häufig.
Ihre kleine Pause neigte sich zwar dem Ende, aber jeder nahm sich gerne eine Banane, bevor sie weiterarbeiteten.
Alec setzte sich etwas abseits der anderen und aß das Obst. Aber seine Aufmerksamkeit driftete zu etwas anderem, als seinem eigenen Mund: zu Magnus`.
Als er aß, sah Alec zu, wie seine Kehle arbeitete, seine Lippen sich um die Frucht schlossen, wie er sie im Mund kaute. Alec vergaß ganz und gar, seine eigene Banane zu essen, und konzentrierte sich vollkommen auf Magnus und die Weise, wie er das weiße Fruchtfleisch aß. Nachdem er ein Stückchen zwischen seine Lippen nahm, sanken seine Zähne sanft in das weiche Obst, und sein Kiefer bearbeitete es in seinem Mund.
Alec fragte sich, wie feucht es sein Mund machte und wurde von diesem Gedanken hingerissen, genauso wie von dem Anblick, als Magnus die Banane runterschluckte.
Irritiert von dem warmen Gefühl in seiner Magengrube, versuchte Alec, wegzusehen, ohne Erfolg. Er vergaß sogar, dass es noch andere Menschen auf der Welt gab, dass es noch andere in seiner unmittelbaren Nähe gab, als er Magnus dabei beobachtete, wie er jeden Zentimeter der weißen Frucht aß. Wie er sich wünschte, dass Magnus sich eine weitere Banane nahm und wie durcheinander er war, dass er sich so etwas wünschte.
Er geriet sogar noch mehr durcheinander, als sein Blut begann sich an einer Stelle zu sammeln, die er unter keinen Umständen an so einem öffentlichen Ort preisgeben wollte. Schon gar nicht, mit seiner Familie in der Nähe.
Magnus fing seinen Blick ein und lächelte.
Alec befürchtete, dass seine Wangen unübersehbar rot waren. Er stand auf, versuchte, nicht zu gehetzt zu wirken – obwohl er genau das war – und ging ins Haus.
Er rannte die Treppen nach oben in sein Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Er lief im Zimmer auf und ab und überlegte, was er in seiner Notlage tun sollte. Er setzte sich aufs Bett, zu diesem Zeitpunkt bereits schmerzhaft hart.
Um Himmels willen. Er konnte nicht verstehen, was da gerade passiert war, was gerade passierte.
Es musste damit zutun haben, dass Bananen ein so phallisches Bild abgaben und er hätte jeden beobachten können und es hätte ihn in diese Lage gebracht. Er war ein junger Erwachsener, Hormone spielten verrückt zu dieser Zeit, Alec wusste das. Alles Mögliche konnte es auslösen; jemand berührte in sanft, ein unanständiger Gedanke, jemanden zu beobachten, wie er etwas Phallisches aß.
Es ging nicht vorüber.
Es war ein Problem, von dem Alec sich wünschte, es würde einfach verschwinden.
Das tat es nicht und Alec erinnerte sich an die vielen schrecklichen Situationen, in denen dieses Problem auftauchte und wie er gewollt hat, dass es verschwindet. Das tat es nie und Alec war dankbar, niemals erwischt worden zu sein.
Er hasste seine Hormone, er hasste seinen Körper, wenn das passierte. Er hasste es jetzt.
Alec rieb sich verzweifelt über das Gesicht, bevor er sich auf die Laken fallen ließ. Er zog die Badeshorts aus, enthüllte seine feste Erektion.
Verwirrt und gleichzeitig erregt über Dinge, die seine Gedanken absichtlich nicht begreifen wollten, fing er an, sich zu berühren. Seine Gedanken wurden unstet, waren mal hie mal da, unwillig sich auf etwas zu fokussieren, aus Angst vor dem, auf das sie sich konzentrieren würden und was das über Alec enthüllen würde. Denn es konnte etwas enthüllen, dass Alec gar nicht über sich wissen wollte.
Er bewegte seine Hand auf und ab über seinen harten Schaft, schloss die Augen, um sich dem hinzugeben, in der Hoffnung, dass es schnell vorbei war. Die Welt draußen drehte sich weiter und er wollte unter gar keinen Umständen erwischt werden, wie er sich mitten am Tage selbst befriedigte. Das war peinlicher, als aufzuwachen mit einer Erektion, oder in einer Pfütze seines Höhepunkts auf seinen Laken.
Das war in diesem Sommer bereits zweimal passiert, aber er erinnerte sich nicht an den Traum, der dazu geführt hatte. Zum Glück, denn daran zu denken, würde ihn sicherlich in eine ähnlich Situation wie grade bringen.
Auch wenn ihn seine Erektion beschämte, war das Gefühl seiner Hand um seinen Ständer gut genug, dass er stöhnte. Er hielt sie leise, falls jemand an seinem Zimmer vorbei kam. Aber er unterdrückte sie nicht.
Ein Gedanke ließ seinen Körper zucken und jagte Lust direkt in seinen Schwanz. Und es war nicht einer, den er jemals laut zugeben würde.
Nur der Gedanke von Magnus Lippen um das weiße Fruchtfleisch ließ ihn stöhnen und noch härter werden. Er wollte sich andere Lippen vorstellen, Tessas, Camilles, irgendjemand anderen, aber nur der Gedanke an Magnus Lippen entfachte seinen Körper mit Lust.
Es musste daran liegen, dass er Magnus dabei beobachtet hatte.
Aber es lag mehr dahinter.
Er rieb sich weiter, bis er abspritzte, stöhnte zwischen zusammengebissenen Zähnen und versuchte einerseits, sein Sperma mit der Hand aufzufangen und gleichzeitig seinen Schwanz zu reiben, um seinen kurzlebigen Höhepunkt zu genießen. Sein Orgasmus breitete sich in seinem Körper aus und er war zu zufrieden, als dass es ihn kümmerte, dass die Laken doch nicht verschont blieben.
Als seine Erleichterung vollkommen war, zog er die Shorts wieder an, ging uns Badezimmer und wusch die Reste seines Ausrutschers von seinem Körper. Dann zog er die Laken ab und legte sie auf den Haufen, den Bridget waschen würde, hoffte, sie würde denken, dass sie nach einer durchschwitzten Sommernacht gewaschen werden mussten und nichts anderes.
Als er wieder nach draußen ging, wo die anderen wieder an der Arbeit waren, fühlte er sich, als wären alle Augen auf ihn gerichtet, als wüssten sie genau, was er getan hat.
Aber sie konnten es nicht wissen. Er hat sich gewaschen, nichts hat sich verändert, aber ihre Blicke brannten auf seiner Haut und er fühlte sich, als trüge er es wie ein schändliches Brandzeichen.
Er suchte sich einen Baum etwas abseits der anderen, beruhigte seine zittrigen Gedanken und versuchte sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Es war nicht die einfachste Sache der Welt.
Magnus hatte ihm zugelächelt, als er an ihm vorbei ging und Alec hatte versucht, zurückzulächeln. Aber vermutlich war es kläglich und Alec wollte nicht eine Sekunde mehr an Magnus denken. Scham kroch in sein ganzes Selbst. Er würde Magnus eine lange Zeit nicht mehr ansehen können, beschämt nur von dem Gedanken an seine Existenz.
Magnus jedoch verließ Camilles Seite – die bitter verletzt aussah – und näherte sich Alec.
Das Letzte, was der jetzt wollte.
»Ist alles okay bei dir?«, fragte Magnus. Er stand neben ihm im Schatten und reichte Alec eine Schere, damit er die Zweige stutzen konnte.
»Sicher«, log Alec, blendete alle Gedanken an das, was passiert war, aus.
»Du hast deine Banane nicht aufgegessen«, sagte Magnus.
Alec zuckte zusammen.
»Ich hoffe, es stört dich nicht, dass ich sie gegessen habe.«
Alec sah ihn an, blinzelte um Magnus Blick zu begegnen. »Hast du?« Er hoffte, dass Magnus nicht hörte, wie seine Stimme zitterte.
Magnus nickte. »Tut mir leid.«
»Nein, schon okay«, sagte Alec, stieß diesen schrecklichen, schrecklichen Gedanken weit, weit weg.
Magnus nickte wieder und Alec sah weg, schnitt sinnlos die Zweige.
Es gab tausend Gründe, warum Alec möglicherweise an Magnus Lippen dachte. Er war ein junger Erwachsener, mit Hormonen, Dinge waren verrückt zu dieser Zeit. So war das eben für junge Menschen, vieles brachte sie aus der Bahn. Wenn er zuviel darüber nachdachte, bekam es womöglich eine Bedeutung, die es nicht gab.
Das war das Problem, dachte Alec, es gab anderes, dass einen Sinn ergab.
»Wir wollen heute Abend in den Club«, fuhr Magnus fort, ignorierte hoffentlich Alecs seltsame Art »Kommst du mit?«
Alec stotterte, versuchte, es sich anhören zu lassen, als räusperte er sich. Er sah Magnus nicht an, um zu sehen, ob es funktionierte. »Sicher, gerne.«
»Okay«, sagte Magnus, verständlicherweise verwirrt.
Er ging zurück zu Camille und Alec hätte nicht dankbarer sein können.
Er wollte heute Abend nicht unbedingt ausgehen, aber so wurde er Magnus schnell wieder los, nur um ein paar Minuten für sich zu sein. Wenn Magnus ihn jetzt gefragt hätte, ob er Klavier für ihn spielt, hätte er wahrscheinlich nein sagen müssen. Er hätte es nicht gerne getan, aber er hätte es wohl getan, glaubte er, ohne zu wissen, warum.
Als sie nach einem deftigen Essen – um eine gute Grundlage für den Alkohol zu bilden – losgingen, heftete Alec sich verzweifelt an Jem`s Seite. Er war zurzeit die einfachste Gesellschaft.
Sie tanzten und sie tranken.
Alec hielt sich vor allem an Letzteres und rauchte die Reste der Zigaretten, die ihm angeboten wurden. Er war kein Raucher, aber es war so eine soziale Gepflogenheit. Er nahm einfach daran teil.
Es waren immer nur die Enden, die man ihm anbot und es kümmerte ihn nicht, so hatte er etwas, auf das er sich fokussieren konnte und nicht auf irgendetwas anderes. Obwohl er sich ständig bewusst war, wenn Magnus eine Zigarette rauchte und er hatte das Bedürfnis hunderte seiner Enden zu rauchen, ersehnte sie mehr, als das Angebot der anderen. Er nahm sie an, auch wenn er gerade eine andere beendet hatte.
Alec nahm lange Züge, atmete tief in seine Lungen, glücklich, dass Magnus Lippen sie kurz zuvor berührt hatten. Die Wärme seiner Lippen war angenehm und er hoffte, dass Magnus ihn ansehen würde, ihn sehen würde, wie er seine Zigarette raucht.
Aber er war fixiert auf Camille an diesem Abend.
Jetzt fand Alec, dass er Camille hasste.
Es war ein starkes Wort und Alec benutzte es nicht sehr oft, aber für Camille passte es einfach. Da war nichts offensichtlich falsch mit ihr, sie war sogar nett, sie war schön, sie war selbstbewusst, aber Alec mochte sie nicht. Sie liebte Aufmerksamkeit, vollständig und ganz und Alec vermutete, dass das der Grund war.
Immer wenn Magnus sich jemanden anderen zuwandte, flehte Camille förmlich, er solle zurückkommen. Sie zog neben Magnus etwas ihrer Kleidung aus, dass der gucken würde, anstatt sich mit Jem zu unterhalten. Oder sie sprach laut auf Französisch, dass Magnus sie fragte, was sie meint, anstatt mit Tessa anzustoßen. Oder sie lachte zu aufgedreht über etwas, dass Will sagte, dass Magnus sie fragte, was es für ein Witz war, oder dass er eifersüchtig würde.
Sie forderte seine Aufmerksamkeit.
Es war nichts Schlechtes, dachte Alec, die Zuwendung einer Person wie Magnus zu wollen.
Ihre fehlende Diskretion war vermutlich das Problem.
Alec wusste es nicht. Er bemühte sich, etwas Konkretes zu finden, dass er sie verabscheuen konnte, einen Grund, warum er sie nicht leiden konnte. Er musste es noch finden. Und jetzt, mit ihrem Körper eng an Magnus`, beide schon sehr betrunken, ließ ihn sie noch mehr hassen, mit weniger und weniger Grund dazu.
Jace saß neben Alec, beobachtete Clary, die mit Izzy und Simon tanzte. Er war dabei nicht so zurückhaltend, wie Alec vermutete, er sein wollte, was sein Verlangen nach Clary anging. Mit ihren roten Locken und trotz ihrer kleinen Statur, stach sie zwischen den anderen heraus und Alec konnte Jace`s Entzückung nachvollziehen. Alec selber hatte es nie gefühlt, aber er konnte Jace verstehen.
Jace saß da, knetete seine Finger und wartete auf eine Möglichkeit, die nicht kommen würde, solange er hier saß und wartete.
Die Musik wechselte und Alec entschied sich, nicht auf Magnus und Camilles verbundene Hände zu achten, während sie herumwirbelten. Stattdessen inhalierte er tief Magnus` Zigarette, ließ seine Lungen damit füllen.
Immer wenn sie zusammen in das Café gingen, in dem Clary über den Sommer aushalf, setzte Jace sich nahe der Bar und schaute ihr zu, aber sprach sie niemals an. Clary wusste vielleicht gar nicht, wer er war, was komisch war. Jace, der arrogante und selbstbewusste Typ, unfähig mit einem Mädchen zu sprechen, dass er mochte.
Alec könnte Mitleid mit ihm haben, wenn er nicht wüsste, dass es Jace möglich war zu ihr herüberzugehen und sie zu umwerbe, wenn er es nur wollte.
Jace war immer noch auf Clary fokussiert, die wild mit Simon herumsprang. Bis sie sich von ihnen entfernte und Jace sich aufrichtete. Er wirkte panisch, was Alec amüsiert lächeln ließ. Der selbstbewusste Jace wurde unruhig, weil ein hübsches Mädchen auf ihn zukam. Alec war sich nicht einmal sicher, ob sie schon mal miteinander gesprochen hatten und das war unterhaltsam. Er lachte ihn nicht aus, freute sich nur, dass das der ach-so-selbstsichere Jace war und was aus ihm wurde, wenn er ein Mädchen gut fand.
Clary erreichte ihren Tisch, nahm ihr Glas und lächelte sie beide an.
Alec konnte einfach zurücklächeln, Jace hingegen schien damit Schwierigkeiten zu haben.
»Kommt ihr auch tanzen?«, fragte sie sie beide.
Alec schüttelte mit dem Kopf. »Vielleicht später.«
»Rauchen ist also alles, was du machst?« Clary lächelte, auch wenn sie die Wahrheit, warum er das machte, nicht wissen konnte. Zumal Alec die auch nicht kannte. »Und du? Was ist mit dir?«
Jace sah erschrocken aus, so direkt angesprochen zu werden, er sprang förmlich vom Stuhl.
Alec musste sich das Lachen verkneifen.
»Ähm, ja, ich könnte«, stotterte Jace, »ich könnte mitkommen und tanzen.«
»Gut, komm mit.«
Clary nahm Jace`s Hand und zog ihn mit sich.
Alec sah ihnen nach und schmunzelte. Jace schien erschrocken und gleichzeitig schrecklich glücklich, dass sie ihre Hände miteinander verflochten.
»Das wurde aber auch Zeit«, kommentierte Jem, der sich auf den freigewordenen Stuhl setzte.
»Das stimmt. Clary musste ihn trotzdem dazu zwingen.« Alec beendete Magnus Zigarette und wollte sie eigentlich gar nicht ausdrücken.
Jem lachte. »Vielleicht ist das der Anfang von etwas.«
»Vielleicht.«
»Kommst du später mit zum Schwimmen?«
Alec sah von Camille und Magnus weg, deren Körper beim Tanzen zusammenstießen, und sah Jem an, der, glücklicherweise nicht Alec ansah und bemerkte, dass er Magnus und Camille beobachtet hatte. »Gehen alle mit?«
»Ich glaube schon«, sagte Jem. »Sie hat es endlich geschafft, Magnus zu überreden.«
Alec fragte sich, ob das bedeutete, dass Jem wusste, dass Alec zu viel über Magnus nachdachte, ob er wusste, was es bedeutete, dass Alec Magnus Zigaretten rauchte, ob er wusste, was es bedeutete, dass er Camille und Magnus beim Tanzen beobachtete. Das war natürlich nichts Verwerfliches, Magnus war unterhaltsam und Camille sehr hübsch, aber es war nicht so leicht, wie Alec es sich einredete. Er redete sich sein, dass es so einfach war, aber es steckte mehr dahinter.
»Wie hat sie das geschafft?«, fragte Alec. Sein Blick weiter auf Jem gerichtet, weg von den Körpern auf der Tanzfläche.
»Ich bin mir sicher, sie hat ihre Mittel«, sagte Jem und lächelte Alec an.
Er bekam Magenschmerzen, wenn er sich nur vorstellte, was das für Mittel waren.
»Mag er sie denn so sehr?«, wollte Alec nach einer Pause wissen. Er fühlte sich kindlich, so eine Frage zu stellen, aber er musste es wissen.
»Er spricht nicht viel über sie.« Jem zuckte mit den Schultern. »Ich nehme an, es spielt keine Rolle. Sommerflirts sind Sommerflirts.«
»Ist es das, was es ist?«, fragte Alec leise. Er wollte nicht neugierig sein, aber er brauchte eine Antwort.
Jem zuckte wieder mit den Schultern. »Das musst du sie fragen.«
Alec nickte. Nicht die Antwort, die er erwartet hat. Nicht die Antwort, die sein Herz verlangte.
Nachdem sie genug getrunken und getanzt hatten, gingen sie in der Nacht zum Schwimmen. Sie waren nicht so betrunken, wie das letzte Mal, aber angetrunken genug, um Spaß zu haben und die Nacht zu genießen. Sie gingen zum See. Die meisten von ihnen hielten Händchen. Alec versuchte, nicht auf Camille und Magnus zu achten, die umeinander taumelten, die Hände miteinander verflochten. Er versuchte, sich auf die Unterhaltung mit Jem zu konzentrieren, und es funktionierte, bis Camille laut lachte und Alec wieder bei ihnen war.
Als sie den See erreichten, begannen die Leute sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen, alle Hemmungen über Bord geworfen, sprangen sie in den See.
Alec sprang nicht, er ging nur langsam hinein. Er wollte nicht zwischen die ganzen glücklichen Menschen geraten. Ihre Nacktheit kümmerte ihn dabei nicht, da war etwas anderes, aber er wusste auch nicht, was genau, ihn beschäftigte.
Sie alle schwammen, glücklich und lachend und bespritzten sich gegenseitig und sie genossen die gemeinsame Zeit. Und das war etwas Gutes. Alec zwang sich, das zu denken.
Er setzte sich auf einen flachen Stein im Wasser, von dem aus er alles übersehen konnte. Sie waren jeden Tag schwimmen und Alec brauchte jetzt nicht unbedingt mitschwimmen.
Die Nachtluft war warm, klamm und sie konnten bleiben, solange sie wollten. Der Mond reflektierte im dunklen Wasser und tauchte alles in ein bläuliches Licht.
Wie immer lagen Alecs Augen bei Camille und Magnus. Sie schwammen abseits der anderen, langsam, ihre Körper dicht zusammen. Das Wasser um sie herum plätscherte sanft, wie sie unter dem Mondschein schwammen. Sie sahen schön zusammen aus, zwei perfekte Körper in der Nacht und Alec war sich sicher, dass er deswegen hinguckte. Sie waren schön und Alec mochte schöne Dinge.
Sie stoppten in einem flachen Teil des Sees, das Wasser reichte ihnen bis zur Hüfte, rann von ihren Brustkörben, wobei Alec mehr auf Magnus` schaute, als auf Camilles. Er wollte wahrscheinlich nur anständig sein und sah deswegen nicht auf Camilles Brüste.
Sie begann ihre Hand über Magnus Brust zu streifen und Alec sah Magnus näher an sie herantrat, seine Arme schlangen sich unter Wasser um ihre Hüfte. Ihre Arme wanderten um seinen Nacken, ihre nassen Körper pressten sich aneinander, verschmolzen zu einer Silhouette im Mondschein. Alec war nicht fähig wegzusehen.
Sie sprachen miteinander, ihr Lippen bewegten sich, aber Alec war zu weit entfernt, um zu verstehen, was sie sagten. Er konnte nicht einmal behaupten, zu wissen, worüber sie sprachen. Er konnte nur zusehen und sich über die Kuhle in seinem Magen wundern.
Langsam, als hätte die Erde aufgehört sich zu drehen, lehnten sie sich einander entgegen und ihre Münder trafen sich.
Alec sah weiter hin. Etwas in seinem Herzen gefror, was er der aufkommenden kühlen Brise zuschrieb. Die Härchen auf seinem Körper stellten sich auf, wenn er an Magnus` Lippen dachte und wie einfach Camille sie für sich beanspruchte. Nur Minuten zuvor sangen Magnus` Lippen zur Musik, zu der sie tanzten, sie rauchten Zigaretten, aßen Obst und jetzt berührten sie über und über die von Camille.
Wie es wohl wäre, dachte Alec, diese Lippen mit seinen eigenen zu berühren. Er fragte sich, ob sie nach Rauch oder Obst schmeckten, ob er das Salz schmecken würde, dass sich über den Schweiß des Tages dort gesammelt hatte. Er fragte sich, ob Magnus` Lippen weich waren, oder rau, er fragte sich, wie sich seine Zunge anfühlen würde ...
Und er fragte sich, was mit ihm nicht stimmte, dass er an Dinge wie diese dachte.
Er blieb nicht sitzen, um zu sehen, was aus ihnen wurde. Ob sie zu ihr nach Hause gingen, was Alec für das Beste hielt. Er wusste nicht, wie er es fände, wenn Magnus einfach nach Hause ginge und im Zimmer nebenan schliefe. Nicht auszudenken, wenn er Camille mitbringen würde.
Alec wollte Camille nicht in Magnus` Zimmer haben, zu keiner Zeit.
Er fuhr mit dem Rad nach Hause, so schnell er konnte, dann setzte er sich zu seinen Eltern ins Wohnzimmer, versicherte ihnen, dass alles in Ordnung war und schaute mit ihnen fern.
Er sah nicht wirklich hin; er dachte an den Kuss, wie er sich am morgen selber befriedigt und dabei an Magnus` Lippen gedacht hatte. Er war nicht länger in der Welt, er war in seinem Kopf, versuchte herauszufinden, was mit ihm passierte.
Warum hatte er nicht an Camilles Lippen auf denen von Magnus gedacht, oder sich auf ihren Körper fokussiert, anstatt auf Magnus`?
Wenn er sich wirklich, wirklich zwang, darüber nachzudenken, konnte er glauben, dass er herausfinden wollte, wie sich ein Mann in Gegenwart einer Frau verhielt. Magnus mit ihr interagieren zu sehen, zu sehen, wie er sie berührte und küsste. Er konnte sich einreden, herausfinden zu wollen, wie er sich verhalten müsste, sollte er jemals Gefühle für eine Frau haben ...
So meinte er das nicht!
Natürlich hatte er Gefühle für Frauen. Das waren einhundertprozentig richtige Gefühle, die er hatte. Er hatte definitiv, vollständige, tiefe und ehrliche Gefühle für Frauen. Das war ganz sicher etwas, das Alec fühlte.
Total.
Das war keine Lüge.
Vielleicht hat er Gefühle für Camille?
Das musste es sein!
Es gab praktisch keine andere Erklärung für Alecs Gefühle.
Zumindest nicht in seinem Kopf.
Review schreiben