Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Man sagt Zeit heilt alle Wunden, doch man gewöhnt sich nur an den Schmerz...

von MoinSue
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ben Kessler Katja Metz
05.01.2020
29.01.2020
8
7.523
2
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
26.01.2020 855
 
Es gingen einige Wochen ins Land.
Ben war in diesen vier Wochen, wie am Spieltag versprochen, in der Wache vorbei gekommen. Aber nicht nur einmal hatte er dem 14. Revier einen Besuch abgestattet, sondern gleich zwei Mal.

Einmal hatte er die Wache besucht und war danach noch mit den Kollegen zu Big Harry weitergegangen.
Es war ein schöner feucht-fröhlicher Abend gewesen, so wie Katja es aus ihrer gemeinsamen Zeit kannte.
Beim zweiten Besuch wollte Ben eigentlich nur schnell Katja nach Dienstschluss abholen, um mit ihr etwas essen zu gehen und dann zu den Wasserspielen in Planten un Blomen zu gehen. Allerdings war Lothar in Plauderlaune und Katja und Dirk mussten noch einen Fall abschließen. So starteten die Beiden eine Stunde später als gedacht und verlegten ihr Abendessen in eine Pommesbude in der Nähe des Parks.
Weder Ben, noch Katja fanden es besonders schlimm, dass sie ihr geplantes Abendessen beim Italiener ausfallen lassen mussten. Sie genossen den Abend trotzdem sehr und nicht nur Katja dachte immer mal daran, wie es wäre, wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen würden.

Am heutige Abend wollten sie zusammen essen gehen.
Diesmal war Katja mit Abholen dran. Sie war gerade dabei, sich nach Dienstschluss fertigzumachen, als Harry zu ihr in den Aufenthaltsraum kam.
„Na du“, die Griechin lächelte ihre Freundin an. „Was macht ihr Schönes heute Abend?“
Sie trat an ihren Spind und wühlte darin umher, als ob sie etwas suchen würde. „Was heißt ihr?“, fragte Katja scheinheilig. Harry hörte grinsend auf zu wühlen. „Mir kannst du nichts vormachen. Du triffst dich mit Ben. Das merke ich von weitem“, sie zwinkerte mit einem Auge. „Du bist schlimmer als jeder Lügendetektor. Ja, wir treffen uns. Ich gehe ihn jetzt abholen und dann gehen wir nochmal zu den Wasserspielen in Planten un Blomen. Es hat uns letzte Woche so gut gefallen.“
Harry hatte anscheinend gefunden, was sie gesucht hatte. Sie steckte sich etwas in eine der hinteren Hosentaschen und wandte sich zur Tür. Bevor sie durch diese verschwand, drehte sie sich nochmal um.
„Ich bin kein Lügendetektor…aber wenn es um euch beide geht, habe ich einfach gute Sinne. Wird auch langsam Zeit, dass ihr endlich mal in die richtige Richtung findet“, sie zwinkerte erneut und verschwand in den Flur.
Katja schüttelte lächelnd den Kopf und schloss ihren Schrank ab. Auf dem Weg nach draußen dachte sie darüber nach, was eigentlich die richtige Richtung für sie und Ben sei.

„Oh Gott, ich bin jetzt so voll. Das glaubst du gar nicht…“, Katja ließ sich nach hinten fallen und streckte ihre Beine aus.
„Ach Quatsch, so viel Essen war das doch gar nicht“, grinste ihr Kumpel, der neben ihr im Schneidersitz saß. Sie hatten es sich auf einer Picknickdecke von Katja mit Blick auf den See gemütlich gemacht. Die Wasserspiele in Planten un Blomen waren gerade zu Ende gegangen. Er schloss die letzte Tupperdose und legte diese zurück in seinen Korb, der am Rand der Decke stand.
Er hatte im Voraus einen Picknickkorb mit Fingerfood und Getränken vorbereitet.
Während der Attraktion hatten sie genüsslich Tomate-Mozzarella, Bratwürstchen, Käse-Trauben-Spieße und andere Dinge verspeist. Ben hatte sich wirklich viel Mühe gemacht, fand Katja. Der Braunhaarige betrachtete seine Freundin und sein Herz schlug ein wenig schneller.

Er fand sie einfach wunderschön, wie sie dort auf der Decke lag, und in den langsam dunkler werdenden Himmel schaute.
Ihre Haare hatten sich wie eine Krone um ihren Kopf verteilt und sie sah vollkommen entspannt aus. Ein seltener Anblick, wie Ben wusste. Er legte sich mit ein bisschen Abstand neben sie und schaute, nach einem kurzen Blick zu Katja, ebenfalls in den Himmel. Nach einem tiefen Atemzug ließ er seine Hände, die erst auf seiner Brust gelegen hatten, langsam an seinen Seiten herunter gleiten. Ben erwartete fast, dass Katja zurückzucken würde, wenn ihre Hände sich berühren würden…doch sie blieb ganz ruhig liegen, als ihre Handrücken aneinander stießen.
Er hörte, wie sie tief einatmete und spürte dann eine Bewegung an seiner Hand. Ganz langsam schob Katja ihre Hand in seine und verhakte ihre Finger. Er lächelte und drückte ganz kurz zu.

Um sie herum fingen viele Leute an ihre sieben Sachen zu packen. Doch davon ließen die Beiden sich nicht stören. Es waren nur ein paar Minuten gewesen, die sie so da lagen, doch Ben kam es wie eine Ewigkeit vor. Wie eine schöne Ewigkeit. Er drehte sich auf die Seite, ohne Katjas Hand los zu lassen, und sah die Frau an seiner Seite an. Sie sah zu ihm zurück und lächelte ganz leicht. Obwohl er es fast erwartet hatte, löste sie auch jetzt nicht ihre Hände. Der Abend steckte voller Überraschungen.
Der Braunhaarige hob die freie rechte Hand und fuhr langsam von Katjas Stirn zum Kinn, um seine Hand dann an ihrer Wange ruhen zu lassen. „Katja?“, sagte er leise. „Ja?“, kam die leise Erwiderung. „Ich werde dich jetzt gleich küssen und es wird mir ganz kurz egal sein, was du dazu sagst. Ich werde sonst noch verrückt.“
Er beugte sich mehr zu ihr, sein Blick huschte kurz zwischen Mund und Augen hin und her. Als sich ihre Lippen berührten, schlossen beide die Augen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast