Man sagt Zeit heilt alle Wunden, doch man gewöhnt sich nur an den Schmerz...

von MoinSue
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Ben Kessler Katja Metz
05.01.2020
29.01.2020
8
7.523
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05.01.2020 1.344
 
Ich habe 2011 schon mal so eine Geschichte geschrieben, die ich jetzt phasenweise die letzten 2 Jahre überarbeitet habe. Katja und Ben werden immer mein Lieblingspärchen sein und das wird bestimmt nicht die letzte Fanfiction über sie sein :D

Have fun!
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Autor: MoinSue
Rating/Pairing: ab 12 Jahren / Katja Metz & Ben Kessler
Inhalt: Ben hat die Polizei Hamburg verlassen. Das ist jetzt ein Jahr her und Katja geht es damit eigentlich gar nicht gut. Was passiert, wenn ihre Kollegin und Freundin Harry  dem nicht mehr zuschauen möchte und kann...?
Anmerkung: Die Geschichte ist an keiner bestimmten Folge angelehnt. Spielt ungefähr ein Jahr nach Bens Weggang, also (sozusagen) in Staffel 23/24
Kapitel: 8 Veröffentlichung:  05.01.- 29.01.2020, Sonntags & Mittwochs
Disclamer: Wie üblich gehört mir außer der Idee zur Story nichts. Alle Großstadtrevier-Charaktere sind Eigentum von Studio Hamburg. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden und toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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Ein Jahr war vergangen, seit er gekündigt hatte.
Er hatte sie verlassen.
Sie im Stich gelassen.
Sie waren so gute Partner gewesen, doch auch das hatte ihn nicht zurückgehalten.

Es war ein hartes Jahr gewesen.
Ein Jahr voll Schmerz, Trauer und Wut.
Ständig hatte sie schlechte Laune gehabt. Irgendwann hatte das auch der letzte Kollege verstanden und sie in Ruhe gelassen.

Niemand kam an sie ran.

Sie funktionierte wie ein Uhrwerk.
Pünktlich zum Dienst, pünktlich in den Feierabend, jeden Tag die gleiche Routine.

Doch so langsam reichte es ihrer Kollegin Harry.
Katja konnte doch nicht ewig so weitermachen.
Kurz vor Feierabend nahm die Griechin ihre Freundin unter einem Vorwand beiseite und ging mit ihr in das Büro, dass sie sich mit Henning Schulz teilte. Die Frauen unterhielten sich über dies und das, auch wenn Katja sehr wenig zu erzählen hatte.

„Katja…warum ich eigentlich mit dir reden wollte…du…solltest ihn mal besuchen.“
„Wen meinst du?“, Die Blondine tat unwissend, verdrehte aber innerlich die Augen. Immer wurde sie auf IHN angesprochen. Obwohl sie doch nur Partner waren…oder war es doch mehr zwischen ihnen gewesen…?
Katjas Gedanken verselbstständigten sich, bis Harry ihren abwesenden Blick bemerkte. „Hallo? Katja?“, die Zivilfahnderin wedelte mit ihrer Hand vor dem Gesicht der Kollegin herum. „Bist du noch bei mir? Ich sagte, dass du genau weißt, wen ich meine! Ruf ihn an oder besser noch…besuch ihn. Er freut sich bestimmt. Außerdem kannst du dann vielleicht endlich mal damit abschließen. So kann es auf jeden Fall nicht mehr weitergehen! Deine Augenringe sind fast tiefer als der Hamburger Hafen“, sagte Harry bestimmt.
Katja sah sie zweifelnd an. „Was soll ich denn bei ihm…er meldet sich ja auch nicht bei mir, also warum soll ich ihn dann besuchen? Und außerdem geht es mir doch gut. Ich gehe weiter arbeiten, treffe mich ab und zu mit Freunden oder Kollegen“, beteuerte die blonde Frau.
Die Dunkelhaarige schaute sie schief an. „Wie lange kennen wir uns jetzt schon? Denkst du echt, dass ich dir das abkaufe? Du bist doch nur noch körperlich anwesend auf der Arbeit. Und diese Treffen mit deinen Kollegen sind auch sehr selten geworden. Wann war das letzte? Vor 6 Monaten?“

Harry griff nach einem Zettel, der hinter ihr, auf ihrem Schreibtisch lag. Ein DIN A5-Blatt beschrieben mit Uhrzeiten und einer Adresse, so wie es aussah. „Ich hab dir seine Trainingszeiten aufgeschrieben.“
Sie schob ihrer Freundin das Papier hin und stand vom Bürostuhl auf. „Geh zu ihm!“, sagte die Griechin nochmal nachdrücklich, bevor sie in Richtung des Aufenthaltsraums verschwand.
Katja saß noch eine Weile in dem kleinen Büro und blickte starr auf das Blatt, das auf der Tischplatte neben ihr lag. Sie blinzelte mehrmals, nahm es dann in die Hand und las die Daten, die Harry auf dem Papier notiert hatte.

Trainingszeiten Ben
Montag 16.30 Uhr – 18.00 Uhr
Mittwoch 16.30 Uhr – 18.00 Uhr
Donnerstag 17.30 Uhr – 19.00 Uhr
Sportverein Teutonia Altona
Max-Brauer-Allee 121


War ja alles gut und schön, doch Katja müsste sich erstmal aufraffen wirklich dorthin zu gehen. Und das…war verdammt schwer.

Einige Tage später, Katja hatte gerade Feierabend, stand die Blondine im Aufenthaltsraum vor ihrem Spind und hatte wieder diesen Zettel von Harry in den Händen. Er war ihr im Spind in die Hände gefallen, als sie eigentlich etwas ganz anderes gesucht hatte. Am Abend des Gesprächs hatte Katja das Blatt einfach nur in ihren Spind gelegt und wollte nicht mehr darüber nachdenken.
Ihre Gedanken schweiften mal wieder zu Ben. Das passierte ihr seit dem Gespräch mit Harry öfter. Sollte sie wirklich zu ihm fahren? Was wäre, wenn es dann noch schlimmer werden würde? Die Albträume, die schlaflosen Nächte. Selbst Harry konnte doch nicht wissen, ob es ihr tatsächlich helfen würde.

„Katja?“, Nicky stand in Jeans und dunkelgrünem T-Shirt in der Tür, ihre schwarze Lederjacke über den Arm gelegt und sah sie fragend an.
„Ja? Entschuldige, ich war in Gedanken“, sie sah ihre jüngere Kollegin lächelnd an.
„Möchtest du noch mit auf ein Feierabendbier zu Big Harry?“ Die Blondine überlegte kurz. Sie war wirklich schon ewig nicht mehr mitgewesen, hatte Big Harry nur ein-, zweimal im Einsatz gesehen. Aber selbst der letzte Einsatz bei Big Harry war schon wieder bestimmt drei Monate her. „Ja, ich komme gerne mit. Ich muss mich nur noch schnell umziehen.“

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Sie trat durch das große Tor. Eine Hofeinfahrt lag vor ihr. Die Einfahrt führte zu einem kleinen Parkplatz mit einem angrenzenden Vereinsheim und einer Rasenfläche. Die junge Frau in Jeans und Sweatjacke ging in Richtung des Gebäudes und blieb dann auf der Höhe der Eingangstür des Vereinsheims stehen. Über ihrer Schulter lag der Träger einer Umhängetasche, an deren Schnallen sie nervös zuppelte.
Von ihrer Position aus, konnte Katja niemanden auf dem Spielfeld wirklich identifizieren. Nur die Person in kurzer Hose und T-Shirt am Rand des Feldes war deutlich zu erkennen. IHN erkannte sie sofort. Seine Statur, seine Kopfbewegung, alles an ihm war ihr vertraut.

Ben Kessler fühlte sich beobachtet, doch ignorierte er erstmal dieses Gefühl. Manchmal blieben Passanten auf dem Bürgersteig vor der Hofeinfahrt stehen, um die Spielenden zu beobachten, soweit das aus der Entfernung ging.
Der ehemalige Polizist warf einen Blick auf seine Uhr und nahm dann die schwarze Trillerpfeife, die um seinen Hals hing und pfiff zwei Mal. Das war das Zeichen für das Ende des Trainings. Ben drehte sich um und wollte zum Gebäude gehen, da seine Flasche dort auf einer Bank stand. Doch er stockte, als er eine Frau auf Höhe der Tür stehen sah.
Sie stand vor dem Vereinsheim, so als warte sie auf jemanden oder etwas. Die Eltern seiner Spielerinnen kannte Ben, doch diese Frau war keine von ihnen. Es wirkte ein bisschen verdächtig und seine Sinne, die nun mal darauf trainiert waren, verdächtige Dinge früh zu erkennen, schlugen an.
Ben setzte seinen Weg zur Bank fort und betrachtete die Frau beim Hingehen etwas genauer. Das blonde Haar, die Statur und die Kleidung erinnerten ihn an seine ehemalige Kollegin Katja Metz. Aber er musste sich täuschen…sie würde ihn doch niemals hier besuchen. Das hatte sie im ganzen Jahr, dass er nun die Mädels trainierte, nie getan. Kein Besuch, kein Anruf, kein „Gar nichts“. Er musste sich täuschen. Es konnte gar nicht anders sein.
Eine seiner Spielerinnen holte zu ihm auf und sprach ihn auf einen Trainingswunsch für das nächste Training an. Er verwarf den Plan, erst zu trinken und drehte zusammen mit der Fußballspielerin wieder um und half beim Abbau. Als alle Dinge eingesammelt waren, trugen die Mädchen alles zurück zum Geräteschuppen am Vereinsgebäude.

Ben stockte erneut, als er näher zum Haus kam. Er dachte eigentlich, dass die junge Frau wieder gegangen war, weil sie doch etwas länger mit dem Abbau gebraucht hatten. Die Blondine war aber immer noch da. Es wirkte immer noch, als würde sie auf etwas warten und wieder überfiel ihn der Gedanke, dass es seine ehemalige Kollegin sein könnte. Der Fußballtrainer schluckte. Er war jetzt nur noch ein paar Schritte von ihr entfernt.

Sie war es tatsächlich.
SIE war hier.
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