Kämpfe, Spencer, kämpfe für mich!

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Derek Morgan Dr. Spencer Reid
04.01.2020
15.02.2020
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Vor einer Weile, noch im letzten Jahr sogar, haben sich drei Queens in Nürnberg getroffen und beschlossen, dass man die "3-words-challenge" wieder aufleben lassen könnte. Also gab es für jede von uns zwei Vorgaben und ich mache mich nun mal dran, die folternden Geistesblitze von Lady Duchess umzusetzen.
Wie immer sind die "gewünschten" Worte in fett markiert, und wie schon immer, gehören mir keiner Rechte an den Charakteren oder der Show, ich verdiene keinen Penny mit der Schreiberei und vermittle gern wieder Fehler in liebevolle Adoptivhände. Also bedient euch oder lasst sie einfach leben.

*****

Kämpfe, Spencer, kämpfe für mich


Mit verwaschener Sicht hält Derek etwas umklammert. Seine Umgebung, ein kahler und steril wirkender Krankenhausflur, nimmt er schon gar nicht mehr wahr, auch nicht die vorbeihastenden Ärzte und Schwestern. Zu sehr beschäftigt ihn das Vergangene, um auch nur für einen Bruchteil der Zeit den Kopf zu heben ...

Es ist ein warmer Herbstnachmittag und Hand in Hand schlendern die Beiden über den Jahrmarkt. Hier ein verliebter Blick, da ein scheuer Kuss, dann zusammen auf die Achterbahn und eine Tüte warme Mandeln.
Rund um sie herum lachende Kinder, grinsende Mütter mit diesem wissenden Blick auf das Pärchen. Da fallen die blöden Blicke von fremden Männern nicht so auf.
Sie sind als schwules Pärchen so überzeugend, dass Spencer einmal ein freies Spiel beim Dosenwerfen bekommt, oder Derek auf kleine Entchen schießen darf.
Keiner auf dem Jahrmarkt bekommt mit, dass sie nur eine Rolle spielen, nur einen Job erledigen. Denn niemand unter den Besuchern ahnt, das sich ein Serienmörder unter ihnen frei bewegt und von Jahrmarkt zu Jahrmarkt reist. Immer auf der Suche nach schwulen Männern, die seiner Meinung nach nichts auf der Welt verloren haben.
Zumindest nehmen es die Agents so an, anhand der auf das schlimmste verstümmelten Leichen und den auf ihren Körpern hinterlassenen Nachrichten.

Derek wird aus seinen Gedanken gerissen und plötzlich nach vorn gezerrt. Sofort schärft er seine Sinne, doch muss ein Grinsen unterdrücken, als er den Grund für den Kraftaufwand erkennt. Spencer zieht ihn vor eine der angepriesenen Attraktion des Marktes und scheint sich wie ein kleiner Junge zu freuen. Das "waterglashouse" ist zum ersten Mal bei der Jahrmarktsaison dabei und verspricht "feuchten Spaß und platte Nasen". Über solche albernen Werbesprüche kann man nur den Kopfschütteln, doch es lockt eben die Leute an und Spencer ist genauso ein Opfer der Werbetexter, wie schon ein paar Andere, die man durch die Scheiben beobachten kann.
Schnell sind zwei Karten zum Kinderpreis erstanden, "Pärchenrabatt", wie es der grinsende Hipster im Kassenhäuschen nennt, und das Abenteuer geht los.

Nach einer halben Stunde und von Dereks Seite einigen Nerven weniger, kommen sie wieder ins Freie gestolpert und Spencer wischt sich die nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht.
"Guck nicht so böse, das war doch witzig."
"Ich weiß nicht, was an einer Bodenfontäne so witzig ist, wenn du drüber stehst, aber sie eben nicht ganz mit den Füßen abdeckst." Derek läuft das Wasser immer noch kalt den Rücken runter. "Außerdem war das Hamsterrad mittendrin schon ein wenig erniedrigend."
"Der Typ zum Helfen meinte, dein Bauchklatscher war der Eleganteste, den er jemals gesehen hat." Der jüngere Mann grinst und schnappt sich Dereks Linke. "Na komm, holen wir uns was zu trinken und schauen mal, ob wir nicht was finden, was dir mehr Spaß macht."
"Wir sollten die Sache hier für heute abbrechen, ich brauche frische und vor allem trockene Klamotten und du solltest dich auch umziehen. Wir holen uns hier noch den Tod, wenn wir weiter nass durch die Gegend laufen."
"Wir sind aber noch nicht wirklich weiter gekommen."
"Dann versuchen wir es morgen nochmal. Oder es müssen dann doch Hotch und Dave die Lockvögel werden, wenn wir nicht in das Beutemuster unseres UnSubs passen."
"Wir können morgen ja noch eine Schippe drauf legen." Spencers Wangen verfärben sich bei den Worten ein wenig rot und schüchtern wendet er den Blick ab.
"Kann es sein, dass du gefallen an der Sache findest?" Derek verstärkt den Händedruck und muss grinsen. Vom Genie kommt nämlich keine Antwort. "Na komm, für heute machen wir aber erstmal Schluss, okay?"
"Hmm, ich will mir aber vorher noch ein Andenken mitnehmen. Diese Herzen aus Lebkuchen sind da ein Klassiker, die gibt es bei fast jedem Jahrmarkt und sind ein beliebtes Mitbringsel."
"Wir bekommen es ja bezahlt, also sollten wir ein Großes aussuchen." Lachend schlendern sie zusammen zum nächstbesten Stand mit allerlei Süßwaren und nach einer kurzen Suche ist Spencer stolzer Besitzer eines Lebkuchenherzes. Der Spruch "Sei mein Prinz" wurde extra für ihn verfasst und muss noch ein wenig trocknen. Die Zuckermasse ist in bunten Farben gehalten, fast wie ein Regenbogen und die Verkäuferin, die das Herz ja beschriftet hat, ist vor Begeisterung fast in Ohnmacht gefallen. Was Derek zu der Überlegung bringt, ob ein "normales" Pärchen das Lebkuchenherz auch zu diesem Preis bekommen hätte. Und wie er so dem Gedanken nachgeht, passiert das, weswegen sie auf den Jahrmarkt sind ...


Ein Räuspern, genau vor sich, lässt Derek zusammenzucken und den Blick von dem verschmierten Herzen heben. Die Ärztin schaut ihn mitleidig an und umklammert die Akte in ihren Händen fest, als hätte sie Angst vor den Worten, die sie nun einen Angehörigen sagen muss.
"Mein Name ist Nadja Summers, ich wurde als Hämatologin in den Fall hinzugezogen. Sind Sie Derek Morgan?" Sie erhält ein Nicken als Antwort und streicht sich eine Strähne aus der Stirn. "Laut Patientenverfügung sind Sie der Ansprechpartner für Dr. Reid und ich fürchte, meine Nachrichten sind keine Guten. Wollen wir uns vielleicht in einem Büro unterhalten?"
"Was immer Sie zu sagen haben, tun sie es hier. Und dann lassen Sie mich endlich zu Spencer."
"Wie Sie wünschen, Sir", Dr. Summers strafft die Schultern und versucht die professionelle Ärztin in sich das Ruder zu überlassen. "Wir konnten die Substanz, mit der Dr. Reid infiziert wurde, immer noch nicht zweifelsfrei analysieren und sein geschwächter Allgemeinzustand mit den Platz- und Schürfwunden nach dem Unfall machte es uns auch nicht gerade einfach. Eine einfach Dialyse können wir nicht in Betracht ziehen, Ihr Kollege würde es nicht verkraften, aber je länger diese unbekannte Gift in seinem Körper ist, desto mehr Schaden richtet es an den Organen an und ich bin mir nicht sicher, ob wir ihn länger im Koma halten können. Sein Blutbild verschlimmert sich mit jeder neuen Analyse und ich habe bereits renommierte Kollegen zu den Fall hinzugezogen, aber sie sind alle unschlüssig, was wir noch tun und versuchen sollten. Das Koma verhindert zwar, dass sich der Stoff weiter in seinem Körper ausbreitet, aber die eingesetzten Medikamente gegen die ersten Komplikationen wirken nicht so, wie wir uns das erhoffen. Wenn wir nicht rausbekommen, was dem jungen Mann gespritzt wurde, können wir nicht dagegen vorgehen und schlussendlich wird es Dr. Reid nicht überleben." Sie holt tief Luft und gibt Derek damit die Chance, ihr Fragen zu stellen. Doch dieser starrt nur durch sie hindurch ...

Leicht panisch kreischt Spencer auf, als ein fremder Mann ihn an der Tasche packt und mit sich zerren will. Seine Hand rutscht aus der von Derek und eine unglaubliche Kraft zieht den jungen Mann durch die Menschenmenge, immer darauf bedacht, in der Masse unterzutauchen und so den hinterherstürmenden Derek abzuschütteln.
Sein Entführer ändert die Taktik, zieht ihn zwischen den Ständen durch und bei jeder Gelegenheit versucht sich Spencer aus dem Griff zu befreien. Was nur damit endet, dass er unter einen Wohnwagen geschubst wird und bei einer kleinen Rangelei eine Spritze in den Oberarm bekommt. Mit einem Schrei versucht Spencer aus der Reichweite zu kommen, doch sein Kidnapper hält ihn mit Leichtigkeit fest und injiziert ihn, was auch immer in der Spritze ist. Was immer es war, die Wirkung entfaltet sich nur Sekunden später und lähmt seine Zunge, so dass er tonlos zusehen muss, wie Derek an dem Versteck vorbeistürmt, aber sie nicht entdeckt. Er bekommt auch nicht wirklich mit, was ihn ins Ohr gezischt wird, nur wie er träge vorgezerrt wird und wieder auf den Beinen stehen soll. Spencer stolpert mehr hinter dem Typen her als das er läuft und er führt sie weg vom Jahrmarkt, raus aus den Menschenmassen und in ruhigere Gegenden. Wohin genau, kann Spencer nicht sagen, seine Sicht verschwimmt immer mehr und die Blinzelversuche machen es nur schlimmer. Seinem Gehör kann er auch nicht mehr wirklich trauen, nur dem verzweifelten "Spencer!" schenkt er glauben. Diese Stimme wird er immer unter tausenden Anderen wiedererkennen ... Derek. Sein Entführer muss gemerkt haben, dass sie wieder verfolgt werden, denn er schlägt mächtige Haken und gibt nach ein paar Häuserblocks und hupenden Autos auf.
Nur darauf bedacht, sich ja nicht fangen zu lassen, zerrt der Typ Spencer ein Stück weiter, um ihn dann von sich zu stoßen. Genau auf die Schienen und Derek, der ihnen dicht auf den Fersen ist, muss hilflos mit ansehen, wie sein Freund und Kollege von einer Straßenbahn erfasst wird.

Vergessen ist der Täter und Entführer, von dieser Sekunde an, an der die Geräusch der bremsenden Technik tausendfach verstärkt in seinen Ohren klingen, zählt nur Spencer. Ein paar Autofahrer halten an, eilen dem Verunglückten zu Hilfe. Der Fahrer der Bahn beruhigt seine Fahrgäste und ruft über Funk Hilfe. Derek bahnt sich ein Weg durch die Leute, ohne einen Unterschied zwischen Helfenden und Schaulustigen zu machen und kniet sich neben Spencer, zieht den schlaffen Körper in seiner Arme und ignoriert all das Blut. Für ihn zählt nur, ganz nach bei ihm zu sein und den schwachen Herzschlag des Genies zu spüren.
Wie durch Watte hört er die Menschen um sich rum, wehrt sich gegen die Hände, die ihm Spencer wegnehmen wollen und brüllt ihnen zusammenhangslose Worte entgegen.
Erst Hotch, der durch die Beobachtung seiner Agents einiges mitbekommen hatte und dazu geeilt ist, gelingt es mit einer Engelsgeduld, dass Derek die Sanitäter an Spencer ranlässt und diese verfrachten den schlaksigen Körper umgehend in einen Krankenwagen. Mit dem Notarzt im Wagen werden die Türen zugeschlagen und alle Zuschauer ausgesperrt. Es dauert eine schiere Ewigkeit bis das Blaulicht eingeschalten wird und der Wagen mit Sirene losbrettert.

Derek kann sich im Nachhinein nicht erinnern, wie er ins Krankenhaus gekommen ist, nur wie er in Hotchs Armen zusammengebrochen ist, als ein Arzt ihnen sagte, dass sie Spencer zwar stabilisieren konnten, aber nicht wissen, ob es der junge Doctor überstehen wird.


"Agent?? Sir?" Die Ärztin wedelt mit der Hand vor Dereks Augen auf und ab, in der Hoffnung eine Reaktion zu bekommen. Doch der Mann starrt nur apathisch durch sie durch und damit kann sie nicht wirklich was anfangen. Ihr Job war bisher einfach nur die Analyse, das Bekanntgeben der Ergebnisse und oder Vorschlagen von Möglichkeiten zur Behandlung und dann ab zum nächsten Fall. Direkter Kontakt mit Angehörigen war noch nie ihre Sache und Nadja muss sich auch eingestehen, ein wenig überfordert ist sie schon. Doch da kommt ihr eine Schwester zu Hilfe.
"Die Sache mit Dr. Reid nimmt ihn ganz schön mit", die Frau lächelt mitleidig. "Sie stehen sich sehr nahe und ich wusste schon, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis er zusammenbricht. Ich werde ihn ein bisschen päppeln und vielleicht hilft es ja doch, wenn die Beiden zusammen sind."
"In diesem Zustand?" Dr. Summers hebt skeptisch die linke Augenbraue. "Das hilft weder ihm noch dem Patienten."
"Es hat schon manchen geholfen, auch wenn es etwas brachial wirkt. Das Verstehen muss einsetzen und das geht nun mal in der Konfrontation am besten." Die Schwester zerrt Derek auf die Beine und weist ihm den Weg zu Spencers Zimmer. "Sollte es nicht helfen, rufe ich Dr. Landis dazu."
"Danke, da kann ich mich weiter um eine Lösung kümmern." Oder den Fall abschließen, fügt sie noch in Gedanken hinzu. So schnell wie sich die unbekannte Substanz im Körper des jungen Mannes ausbreitet und nicht zu analysieren ist, ist eine realistische Einschätzung des Überlebens bei nicht mal zwei Prozent. "Er soll sich auf einen möglichen Abschied gefasst machen, sollten wir nicht plötzlich ein Mittel finden." Damit rauscht sie davon und überlässt es der Schwester, Derek zu seinem Kollegen zu führen.

Der bricht am Krankenbett seines besten Freundes fast zusammen, wie ein Ertrinkender klammert er sich an Spencers Hand. Ignoriert die Kälte, die vom Genie ausgeht und das er an so vielen Maschinen hängt. Der Erklärungen der Schwester hört er nur mit halben Ohr zu.
"Ihr Freund liegt im Koma, einem künstlichen. Die Verletzungen durch den Zusammenprall mit der Straßenbahn waren zum Glück nur oberflächlich und wurden versorgt. Nur die unbekannte Substanz macht uns Sorgen und wir werden das Koma weiter aufrecht erhalten. Dadurch können wir seine Schmerzen ausschalten und die Blutzirkulation niedrig halten. Es verhindert, dass die unbekannten Substanzen schneller seine Organe angreifen. Leider verhindert es das auch nicht." Sie legt dem Mann die Hand auf die Schulter und versucht etwas Trost zu spenden. "Bleiben Sie bei ihn, reden Sie mit ihm. Man sagt, Menschen,  die uns am Herzen liegen, hören uns in der Stunde ihrer größten Not." Damit verlässt sie das Zimmer wieder und überlässt Derek seinen eigenen Gedanken.

"Spencer, ich ... wollte das nicht, hörst du? Ich wollte auf die Acht geben, so wie ich es immer tat. Du bist doch mein kleiner Bruder, mein Kollege, mein ... Freund. Die Ärzte hier, wissen was sie tun und ich bin sicher, du bist bald wieder auf den Beinen. Es gibt nichts, was sie nicht kennen und ich bin sicher, die Lösung kommt jede Minute durch die Zimmertür gestürmt und ich mache mir umsonst Sorgen. Du hältst also weiter durch, hörst du? Aufgeben war noch nie eine Option und wir müssen doch noch das Arschloch finden, was dir das angetan hat. Er wird sich wünschen, uns niemals ausgesucht zu haben und ich bin mir sicher, Hotch macht ihm den Knast zur Hölle. Ich weiß doch nicht, was ich machen soll, wenn ich deine Statistiken und schlauen Sprüche nicht mehr hören kann und ich glaube, mich könnte auch keiner aufhalten ... dir zu folgen, solltest du nicht mehr aufwachen. Also reiß dich zusammen, Reid. Kämpfe, so wie du es schon immer gemacht hast und zeige der Welt, dass sich auch ein Doctor nicht unterkriegen lässt." Derek laufen die Tränen die Wange runter und ungehindert lässt er sie weiter laufen. "Ich brauche dich, Spencer, Penelope braucht dich auch und Hotch wäre ausgeschmissen, ohne deine genialen Ideen. Die Aufklärungsrate würde zusammenbrechen und manche Fälle nie gelöst werden. Also kämpfe, bitte. Tu es für mich, ja?" Weiter hält er die Hand umklammert und Hoffnung wird in den dunkelsten Stunden seines Lebens zu Dereks einzigen Halt ...


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okay, die Regeln sagten eigentlich was von einem OS, und die drei Wörter sind ja auch untergebracht ... aber da sich jetzt alle fürchterlich aufregen, was für ein besch***** Ende das doch ist, will ich mal nicht so sein. Statt einer Fortsetzung gibt es ausnahmsweise mal ein zweites Kapitel, aber nur dieses Mal ^.- gewöhnt euch also nicht dran *lach*
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