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Kakashi, der Krieger mit dem Sharingan

GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character)
04.01.2020
04.04.2020
16
46.522
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16.01.2020 2.086
 
Er klopfte an der Tür. „Herein“, wurde von drinnen gerufen. Bevor er die Tür öffnete und eintrat, sammelte er sich. Er wusste, er würde heute keine neue Mission zugeteilt bekomme. Es würde auch sonst nichts der gleichen sein. Er war hier zu einem Gespräch gerufen worden, was sonst kein schlechtes Zeichen war. Doch nicht heute. Heute wusste Sakumo, dass das Gespräch mit dem Hokage, zu welchem er vorgeladen wurde, ein ganz schlechtes Zeichen war.
Er atmete tief durch und öffnete die Tür. Erstaunt blickte er sich im Büro des Hokages um, dieser saß allein an seinem Schreibtisch. Er hätte erwartet, dass seine Berater zu gegen waren, doch von ihnen fehlte jede Spur.
„Ich grüße dich Sakumo. Ich hoffe, es geht dir nicht allzu schlecht?“
Der Hokage sah sofort die Veränderung an ihm. Er war still und abweisend, man könnte ihn auch als schweigsam bezeichnen. Seine Haut war blass und schlaff, er hatte tiefe Augenringe, die sich deutlich von seinem weißen Gesicht abhoben, denn sie wirkten fast lilafarben. Seine Schultern hingen niedergeschmettert nach unten und seine Haltung hatte überhaupt keine Ausstrahlung mehr.
„Meister Hokage, ihr wolltet mich sprechen, also hier bin ich.“
Er kam ohne Umschweife, ohne langes Gerede zum Punkt, als wollte er so schnell wie möglich weg von hier.
„Ja, ich wollte mit dir reden, aber erstmal möchte ich wissen wie es dir geht. Ob alles bei dir in Ordnung ist.“
Sakumo lachte spöttisch darüber. „In Ordnung? Nichts ist mehr in Ordnung, Meister Hokage.“ Weiter wollte Sakumo nicht reden. Welchen Sinn hatte es, diesem Mann sein Herz auszuschütten, er sah keinen darin.
„Du warst nicht bei der Trauerfeier“, begann der Hokage erneut, in dem Versuch Sakumo zum Reden zu bringen. „Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“
„Wieso bin ich hier? Worüber wolltet ihr mit mir so dringend sprechen? Denn wenn es um mein persönliches Befinden geht, dann werde ich jetzt gehen." Nicht in der Lage sein Gegenüber anzusehen, starrte er aus dem Fenster und wünschte sich, er wäre nie aufgestanden. Er wollte einfach hören, was der Hokage von ihm wollte und dann wieder verschwinden. Zu mehr war er heute nicht in der Lage.
Der dritte Hokage seufzte und er empfand Traurigkeit über den Zustand seines Untergebenen, der ihm all die Jahre großartige Dienste geleistet hatte und seine nächsten Worte nicht verdiente.
„Es wird eine offizielle Untersuchung gegen dich Geben. Allem voran deine Entscheidung in Bezug auf deine letzte Mission. Dies hat der Ältestenrat heute früh entschieden. Es wird eine Anhörung geben, auf der du unter Protokoll deine Aussage abgeben wirst und dann wird eine Entscheidung gefällt. Es tut mir leid, ich konnte dies nicht verhindern. Mehrheit entscheidet und ich wurde überstimmt. Ich weiß, was du alles für unser Dorf getan hast und ich weiß auch, dass du dieses Schicksal nicht verdienst. Ändern kann ich es jedoch nicht.“
Sakumo schluckte einen schweren Kloß in seinem Hals herunter. Er hatte damit schon gerechnet und dennoch fühlte er sich wie vor dem Kopf gestoßen. „Wann wird es beginnen?“
„In den nächsten Tagen.“ Sakumo nickte.
„Ich muss dich leider bis zur Urteilsverkündung Beurlauben.“
Sakumo ließ den Kopf hängen. „Natürlich.“

Es ist schon merkwürdig, wie ein Unheil ein anderes anzieht. Meine Anwesenheit wurde benötigt, an einen Ort, wo ich vor kurzem erst gewesen bin. Die Sonne brannte wieder auf mich herab. Es herrschte Trockenheit und dürre. Ich war beunruhigt, eine schlimme Vorahnung beschlich mich. Auf einer kleinen Anhöhe war ein Lager errichtet, mit einer Feuerstelle und einem kleinen Zelt. Das Feuer war schon lange erloschen und vom Zelt waren nur noch fetzen übrig. Als hätte ein hungriger Bär seinen Spaß damit gehabt. Ich näherte mich dem Lager, meine Schritte wurden schneller, als ich das viele Blut sah. Auf dem Boden, an dem Stoff von dem Zelt und um den Leichen herum. Ich erstarrte. Sie waren es. Es war das kleine Mädchen, mit ihrem Vater, dessen Seele ich zurück in seinen Körper verankert hatte.
Sie war, komplett zerfleischt worden und doch hatte ich sie sofort wieder an ihren ausdrucksstarken Augen wiedererkannt. Ihre Bauchhöhle war aufgerissen und ihre Organe waren hinausgerissen worden. Jeder Zentimeter ihres Körpers war mit Blut bedeckt. Ihre Augen starrten mich an. Nie würde ich diese Augen vergessen. Mir lief Schweiß von der Stirn. Auf einmal stieg Übelkeit in mir auf.
Ich wandte mich ihrem Vater zu und hätte am liebsten wie am Spieß geschrien.
Dieser Mann, war nicht mehr der, der er bei meinem letzten Besuch gewesen war. Seine Hände waren riesig, seine Finger zu Klauen verkümmert, seine Haut grau wie der Tod und seine Augen komplett schwarz ausgefüllt. In seinem Mund befanden sich keine normalen Zähne mehr, sie waren spitz und lang und er hatte doppelt so viele wie üblich. Zwischen seinen Zähnen befand sich ein großer Brocken Fleisch, den er wohl gerade vertilgen wollte. Woran war er gestorben? Zitternd kniete ich mich neben ihn und berührte seine Haut. Ekel und Furcht erfüllten mich. Sein Herz war einfach stehen geblieben. Er hatte sich in ein Monster verwandelt und sein Körper konnte dieser Belastung nicht standhalten, also war er kurz bevor seine Verwandlung vollendet war gestorben. Als abscheuliches Monster, der seine eigene Tochter verspeist hatte, ausschlaggebend durch einen Impuls, den er nicht hat kontrollieren können, den er nicht ein Mal hätte haben sollen. Was hatte ich getan? Ich hatte gegen die Vorschriften verstoßen und diesen Mann leben lassen, für seine kleine Tochter und durch mein Eingreifen in die Natur, hatte ich ihn in einen Dämon verwandelt. Ich sah wieder auf das Mädchen und wunderte mich über den salzigen Geschmack in meinem Mund. Ich weinte und konnte nicht aufhören. Mit meiner Hand schlug ich hart auf dem Boden und wünschte, ich könnte sie mir brechen. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.
Voller Verzweiflung, biss ich mir auf die Lippe und sammelte ihre Seelen ein. Wenigstens würde ich ihnen eine angenehme überfahrt bescheren. Auch, wenn ich sie auf dem Gewissen hatte.

Die Tage endeten, wie sie begonnen hatten. Kakashi musste an seinem Vater beobachten, wie dieser immer weiter abdriftete. Täglicher Alkohol Missbrauch, sowie Gereiztheit gehörten stets dazu. Sein Vater vernachlässigte seine Pflichten und seine Verantwortung ihm gegenüber. So war es für Kakashi nun normal allein in die Akademie zu gehen, als auch allein den Weg nach Hause zu bestreiten. Er versuchte die Zeit so lange wie möglich zu strecken, in denen er nicht zu Hause war. Es graute ihm das Haus zu betreten und wie immer seinen Vater vorzufinden, am Esstisch in sich zusammen gesunken und ausgeknockt vom vielen Sake. Zu betrunken, um es noch allein ins Bett zu schaffen, geschweige denn dafür zu Sorgen, dass sein Sohn etwas zu essen bekam. Für Kakashi begann die Zeit, wo er lernte sich selbst zu Versorgen. Darüber hinaus kümmerte er sich auch um seinen Vater. Er kochte für sie etwas zu essen und er sorgte dafür, dass sein Vater ins Bett kam oder wenn dieser nicht mehr in der Lage war aufzustehen, deckte er ihn an Ort und Stelle zu. Meist schlief er am Esstisch ein.
Der Hass und die Verachtung im Dorf war spürbar, er bezog sich nicht nur auf Sakumo, sondern auch auf Kakashi. Der versuchte so gut wie es ging jeden ärger aus dem Weg zu gehen. Doch taub stellen konnte er sich nicht.

Das Team Sakumo wurde für die Anhörung aufgefordert auszusagen. In dem Fall auch Kakashi, er war zwar kein Mitglied im Team seines Vaters, bei der Mission, die untersucht werden sollten, jedoch zu gegen gewesen. Der Gerichtssaal war eine große Halle, ohne Fenster und irgendwelchen Dekorationen. Es gab eine große Haupttafel, an dem der Hokage mit seinen Beratern, sowie den Ältesten saß. Davor aufgestellt waren mehrere Reihen von einzelnen Stühlen. Kakashi war nervös, er saß hinter seinem Vater in der zweiten Reihe. Sakumo und sein Team nahmen die erste Reihe ein.
„Also schön, ich erkläre hiermit die Verhandlung, gegen das Team Sakumo, wegen Verletzung der Richtlinien, für eröffnet“, begann der dritte Hokage.
Sakumo wurde als erster aufgefordert zu sprechen, er erhob sich und schilderte den genauen Ablauf der Mission in Kusagakure, dann kamen die ersten Fragen.
„Du hast dich also dazu entschlossen, den Richtlinien den Rücken zuzukehren und nach eigenen Ermessen zu handeln?“, Menoras Stimme war wie immer nüchtern und kalt.
„Ich habe mich dazu entschieden, meinen Kameraden nicht im Stich zu lassen. Er wäre jetzt Tod, wenn wir uns nach Vorschriften verhalten hätten.“
Einer der ältesten, ein kleiner Untersetzer Mann fragte darauf: „Du findest das Leben eines einzelnen also wichtiger, als das Überleben von fast 100 Dorfbewohner? Ihr kennt das Risiko, wenn ihr auf eure Missionen geht. Niemand hat das Recht aus persönlichem empfinden das Dorf und seine Bewohner zu gefährden. Ich sage, dieses Verhalten war Hochverrat!“
Kakashi erstarrte. Hochverrat? Wenn sie seinen Vater danach verurteilten, könnte er verbannt werden.
„Ganz egal, was ihr sagt oder wie ihr mich darstellt, ich stehe zu meinen Entscheidungen und würde ich nochmal in so eine Situation kommen, ich würde genauso wieder handeln. Wissentlich einen Kameraden den Tod zu überlassen, das ist ein schändliches Verhalten, welchen ich nicht nachkommen werde.“
Tebi schüttelte über Sakumos Starrköpfigkeit den Kopf und wandte sich an Kisuke und Hinoto.
„Wie hättet ihr gehandelt? Wenn ihr Teamführer gewesen wärt?“
Kakashi atmete erleichtert auf. Seine Kameraden würden niemals etwas über seinen Vater sagen, welches ihm in Schwierigkeiten bringen würde. Sie standen für einander ein.
Hinoto zögerte erst, dann tat er etwas, dass Kakshis Hoffnungen auf ein gutes Ende zerplatzen ließ, er sah Sakumo entschuldigend an. „Ich denke, unser Teamführer hat falsch gehandelt.“ Sakumo sah seinen vermeintlichen Freund entsetzt an. „Ich hätte nicht so gehandelt und mich an die Vorschriften gehalten, sowie es mich gelehrt worden ist“, endete Hinoto.
Kisuke nickte bestätigend.
„Ich denke wir haben genug gehört“, sagte einer der ältesten. „Wir sollten uns für unser Urteil zurückziehen und uns beraten.“
„Einen Moment“, sagte der Dritte. „Ich weiß, was die Meinung der Mehrheit zu diesem Thema ist, doch bevor wir uns nun zurückziehen, möchte ich alle hier im Raum anwesende daran erinnern, was wir Sakumo verdanken. Jeder von uns begeht Fehler und diese Anhörung und die daraus resultierende Verurteilung, dient nicht dazu jemanden an den Pranger zustellen. Sondern uns allen die Möglichkeit zu geben aus Fehlern zu lernen. Ich habe keine Zweifel an Sakumos Fähigkeiten, sowie an seinen guten Absichten für das Dorf.“
„Das ist ja alles schön und gut, Meister Hokage. Fakt ist aber, dass er seine Fehler nicht eingesteht, schlimmer noch, er sagte er würde es genauso wieder tun. Er hat keinen Respekt uns gegenüber, noch seine Verantwortungen und Pflichten. Seine Fehlentscheidungen haben sehr vielen Shinobi das Leben gekostet. Wir können diese Sache nicht einfach so unter den Teppich kehre“, sagte Menora.
Kakashi, der den dritten Hokage fast schon flehend ansah, bemerkte dessen resignierten Blick der auf ihn Lag. Als hätte er eine Schlacht verloren.
„Wir ziehen uns nun zur Beratung, über unser Urteil zurück“, sagte der Dritte. Alle die an der großen Tafel gesessen hatten erhoben sich und verließen den Raum. Zurück blieben vier Shinobi, wobei keiner dem anderen in die Augen schauen konnte.

Sakumo starrte einfach nur an die Wand. Ohne Regung, ohne Kommentar für seine Freunde, die ihn im Stich gelassen hatten. Kakashi erhob sich von seinem Stuhl und ging zu seinem Vater.
Er blieb vor ihm stehen. „Vater?“ Wieso reagiert er nicht? „Vater? Es wird bestimmt alles gut werden.“ Kakashi legte seine Hände auf die Schultern seines Vaters und versuchte ihn wachzurütteln. „Vater?“ Sakumos Blick war in weite ferne gerichtet und nahm seinen Sohn überhaupt nicht wahr.
Die Tür wurde geöffnet und der Hokage, sowie seinen Beratern und der Ältestenrat traten wieder ein.
Wieso ging das so schnell? Es war keine Stunde vergangen.
Der Hokage setzte sich und begann mit der Urteilsverkündung.
„Sakumo Hatake.“ Erst jetzt regte sich etwas in Kakashis Vater. Er fixierte den Hokage, er nahm die Hände seines Sohnes von seinen Schultern und erhob sich.
„Die Mehrheit hat entschieden. Du wirst die volle Verantwortung für deine Fehlentscheidung tragen. Mit sofortiger Wirkung wirst du kein Konoha Ninja mehr sein. Es gibt keine Rehabilitation. Das Urteil steht fest und ist unwiderrufbar.“ Der Hokage hatte geendet und Sakumos Blick wurde glasig seine Hände begannen zu zittern. Hinoto und Kisuke wechselten schuldbewusste Blicke. Kakashi stand wie erstarrt da.
Der degradierte ehemalige Ninja machte sich auf den Weg zum Ausgang. „Sakumo“, hielt der Dritte ihn auf.
„Es tut mir sehr leid, mein Freund.“

Das Dorf Konoha hatte also seinen Legendären weißen Reißzahn verloren, doch das Feuerreich würde nicht lange ohne einen Helden, einer Legende bleiben. Denn aus der Asche des Phönix, wird schon bald, eine neue Legende auferstehen.
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