Kakashi, der Krieger mit dem Sharingan

GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Kakashi Hatake OC (Own Character)
04.01.2020
19.01.2020
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Ich war auf dem Friedhof, wie alle anderen und mit allen anderen, meine ich sämtlich Dorfbewohner von Konoha. Die Menschen waren hier zusammen gekommen und die Toten zu beerdigen. Eine Trauerfeier, für die gefallenen Ninjas, die in die Geschichte als Helden eingehen sollten. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt schon mal auf einer Trauerfeier gewesen bin, es sei denn zum Arbeiten. Es kann durchaus mal vorkommen, dass Menschen während dieser intensiven und belasteten Veranstaltung sterben. Trauerfeiern bedeuten abschied nehmen, von geliebten Menschen. Es bietet den Lebenden eine letzte Chance, ihren Hinterbliebenen zu danken, sich zu verabschieden oder sogar zu entschuldigen. Schuldgefühle sind nicht selten in den Köpfen der Menschen. Trauerfeiern zeigen uns, wer uns wirklich am Herzen legt und dessen ableben wir nicht verkraften konnten. Sie zeigen uns, unsere tiefst verborgenen Gefühle und stülpen sie von ihnen nach außen. Menschen sind gefangen von ihren Gefühlen, voller Einsamkeit, Schmerzen und Verbitterung. Ich könnte niemals so sein. Sie sind traurig und verletzlich und nicht mehr in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen.
An diesen Tag wurden 88 Shinobi beigesetzt, 88 Seelen, die ich begleitet habe und deren Körper ich als leere Hülle zurückgelassen habe. Ich habe ihnen bei ihrer Weiterreise geholfen, damit wäre meine Verantwortung ihnen gegenüber erledigt gewesen, aber dennoch bin ich hier. Vielleicht aus Neugier?
Ich stand in mitten einer riesigen Menge an Dorfbewohnern. Der Himmel über mir verdüsterte sich und es begann zu nieseln. Es war dunkel und grau, diese Farben spielen perfekt, die Gefühlslage jedes hier anwesenden wieder. Mir schien es, als wäre das gesamte Dorf hier auf dem Friedhof. Ich sah den Hokage, samt seiner Berater. Die komplette Anbu-Einhet, sowie die Shinobie und Zivilisten des Dorfes waren hier. Ich sah die einfachen Leute, Kinder, junge Erwachsenen, Großeltern und ich sah meinen kleinen silberhaarigen Freund. Vorsichtig schob ich mich durch die Menge, keine Ahnung wieso, es konnte mich niemand sehen, geschweige denn berühren und dennoch versuchte ich sowenig wie möglich aufzufallen. Ich stellte mich neben Kakashi, um ihn in dieser Situation beizustehen, die Leute um ihn herum tuschelten. Sie tuschelten und flüsterten einander zu, über ihn. Sie erwähnten seinen Vater und die gescheiterte Mission. Zweifelsohne bemerkte Kakashi es, er ließ es sich jedoch nicht anmerken.
An seiner anderen Seite stand Jiraiya, der den umstehenden Leuten, vernichtende Blicke zu warf, die diese nach und nach verstummen ließ. Ich brauchte mir wohl keine Sorgen um Kakashi machen, Jiraiya passte schon auf ihn auf.
Auf den ersten Blick, schien das gesamte Dorf hier zu sein, doch beim nächsten Mal, bemerkte ich, dass unter all den Leuten, derjenige fehlt, der all ihre Gedanken beherrscht.
Der Mann, der von der Mehrheit des Dorfes als der Schuldige auserkoren worden ist, war nicht anwesend.
Sakumo Hatake, der legendäre weiße Reißzahn von Konoha, hatte sich ferngehalten und damit sein Schicksal besiegelt. Denn einmal in Ungnade gefallen, gibt es so schnell keinen Weg wieder heraus. Nach dieser schrecklichen Tragödie, sucht das Volk einen schuldigen, einen der für diese schrecklichen Ereignisse verantwortlich war. Sie hatten ihn gefunden. Sakumo Hatake, dies ist der Anfang, deines Endes.

Kakashi wusste nicht, was er davon halten sollte. Sein Vater hatte sich mit ihm treffen wollen, kurz bevor die Trauerfeier beginnen sollte, aber er war nicht erschien. Er hatte ihm auch keine Nachricht hinterlassen oder sonstiges. Es sah ihm nicht ähnlich, einfach nicht zu erscheinen.
Für ihn gab es keine andere Möglichkeit, er machte sich allein auf den Weg zum Friedhof.
In diesem Teil, des Friedhofes, war er noch nie gewesen. Seine Mutter lag in einem anderen Abschnitt. Früher waren er und sein Vater sehr oft bei seiner Mutter. Doch mit der Zeit wurde es immer weniger, weswegen er sich schuldig fühlte. Er hatte sie nie kennenlernen dürfen, er wusste nicht wie sie gerochen hat, wie sie gelacht hat oder besser gesagt, wie sie gelebt hat. Das wenige, was sein Vater über seine Mutter erzählt hatte, genügte nicht, um ihn ein Bild von seiner Mutter erschaffen zu lassen.
Von ihrer Persönlichkeit und ihrer Hingabe und allem was sie ausgemacht hat.
Er hatte den Friedhof erreicht und war umringt von unzähligen Menschen. Es war eine Masse an Menschen, die ihn im ersten Moment, sehr einschüchterte. Es wurde gedrängelt und geschubst, jeder dachte nur an sich, das war eine Meinung, die er schon sehr früh über seine Mitmenschen entwickelte hatte.
Ohne sich von seiner Angst beeindrucken zu lassen, übergab er sich der Masse.
Im ersten Moment, war er zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt, um es zu bemerken, doch dann hörte er seinen Namen. Aber er wurde nicht direkt angesprochen, er sah auf. Die Leute um ihn herum sahen ihn an, doch sobald er ihren Blick einfing, wandten sie sich schnell ab. Was war hier bloß los? Er hörte immer noch, immer wieder seinen Namen. Sie sprachen über ihn. Verächtlich und böse.
Seine Brust zog sich zusammen, es war als würde vor ihm ein großes schwarzes Loch entstehen, dass jeden Zentimeter seines Körpers zu verschlingen versuchte. Seine Beine fingen an zu zittern, weil die Leute einfach nicht aufhörten über ihn zu reden. Dann und wann fiel auch der Name seines Vaters. Er wurde starr und fühlte sich unsicher. Sollte er einfach weiter gehen, als wäre nichts gewesen oder würde ihn das leugnen, dieser öffentlichen Attacke auf ihn und seinen Vater schwach dastehen lassen und es wohl möglich noch schlimmer machen? Er wollte gerade seinen Weg fortsetzen, da legte sich eine große schwere Hand auf seine Schulter.
„Hey, mein Freund. Ich habe dich schon gesucht.“
Kakashi drehte sich zu dem Mann rum, der ihn zurückhielt und Erleichterung durch fuhr ihn. Er war noch nie zuvor so froh darüber gewesen, Jiraiya zu sehen.

Der Hokage hielt eine Wortgewandte rede, in denen er die Toten betrauerte und die lebenden erinnerte, was wirklich wichtig im Leben war. Der Reihe nach wurden Kerzen angezündet und bei einer Schweigemitnute gebetet. Dann löste sich die Gesellschaft auf und jeder ging seiner Wege. Zurück blieben Kakashi und Jiraiya.
Kakashi fühlte sich nach der Trauerfeier, bedrückt und durcheinander. Er sah Richtung Himmel, der immer noch kalt und grau war. Sah es so auch in seinem inneren aus?
„Jiraiya? Hast du meinen Vater gesehen?“ Jiraiya schüttelte den Kopf. „Nein, tut mir leid. Ich hätte erwartet, dass er hier wäre.“
Merkwürdig, wo war sein Vater. Hatte das mit den Dorfbewohnern zu tun? Wer teilte ihre Meinungen?
„Ich denke, ich werde ihn suchen gehen.“ Jiraiya dachte zwar, dass Kakashi seinen Vater niemals finden würde, denn wenn dieser nicht gefunden werden wollte, würde ihn auch keine finden. „Willst du, dass ich dich begleite?“ Kopfschüttelnd, wandte Kakashi sich ab. „Nein, ist schon gut. Du hast doch bestimmt was Besseres vor. Wolltest du nicht dein neues Buch weiter schreiben?“
Ja, das wollte Jiraiya, aber seine Geschichte läuft schon nicht weg. „Ich kann auch später weiter schreiben. Ich begleite dich.“ Er legte Kakashi eine Hand auf den Kopf und sagte: „Wo Beginen wir mit unserer Suche?“

Während Kakashi und Jiraiya jeden Winkel des Dorfes absuchten, erfolglos, musste ich mich um meine Angelegenheiten kümmern. Ich spürte es in meinen Kopf, es war wie ein rufen, ein endloses Echo hallte durch meinen Geist. Eine Seele wartete auf ihre Weiterreise.
Ich konzentrierte mich auf den Ausgangspunkt des Echos und mit einem Mal, war um mich herum alles zum Stehen gekommen. Die Farben der Welt, des Lebens, verblassten, die Stimmen der Menschen verstummten und dann war ich nicht mehr in Konoha. Mir war, als wäre ich am anderen Ende der Welt gelandet. Es war heiß, sehr heiß. Die Sonne brannte herunter und alles, was sie berührte schien, um Schatten zu flehen.
Ein Schrei weckte meine Aufmerksamkeit. Ich drehte mich in Richtung des Geschehens. Ich befand mich auf einer langen Straße, umzäunt von Meter hohen Palmen. Weit und breit war kein Dorf oder ähnliche Zivilisation zu sehen. Das einzige, was ich spürte, waren zwei Auren, die eine kränklich und die andere kurz vor dem Erliegen.
Ein älterer Mann lag zusammen gebrochen mitten auf der Straße und rührte sich nicht mehr. Die Augen weit aufgerissen und den Mund zu einem stummen schrei verzogen. Sein Herz schlug nicht mehr, seine Seele war dabei sich von seinem Körper zu trennen. Neben ihn klammerte sich ein kleines Mädchen an ihn und rüttelte an seinem Körper. „BITTE, STEH WIEDER AUF. BITTE PAPA!“ Seine Tochter. Sie war gerade einmal 4 Jahre alt. Kaum in der Lage auf sich selbst aufzupassen. Sie war ausgemergelt und schmutzig. Die beiden schien ein hartes Leben geführt zu haben. Das Mädchen fing an zu weinen und flehte ihren Gott um Hilfe an. Der würde dir nicht helfen, Liebes. Glaub es mir. Ich kniete mich hinunter zum Vater, gegenüber von dem kleinen Mädchen und betrachtete sich genauer. Sie war ein wunderschönes Kind, rein und unschuldig. Doch ihre Augen zeigten Qualen vom entsetzlichen ausmaß. Ich legte meine Hand auf den Körper des Toten und wollte damit beginnen seine Seele zu lösen, da wurde sie plötzlich weggeschlagen.
„NEIN! Lass meinen Papa in Ruhe. Du kannst ihn nicht haben.“ Völlig entsetzt stellte ich fest, dass sie mich anstarrte. Sie sah mir in die Augen. Sie konnte mich sehen! „Bitte, gib mir meinen Papa wieder.“
Tränen liefen ihr Gesicht herunter und sie begann zu hyperventilieren. Woher weiß sie, was ich bin?
„Papa ist alles, was ich habe.“
Sie war allein, genau wie ich. Sie würde es nicht schaffen zu überleben. Dafür war sie nicht stark genug. Das konnte ich nicht machen, wenn ich ihren Vater mitnahm, würde es ihre ganze Welt zerstören. Andererseits, ich war dafür verantwortlich die Seelen mitzunehmen und nicht die Toten wieder zum Leben zu erwecken. Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt möglich wäre.
„Es tut mir leid, liebes, aber dein Vater ist Tod. Ich werde ihn jetzt mitnehmen.“
Sprach ich gerade mit einem Menschen. Ich ärgerte mich über mich selbst. Ich war kein Anfänger mehr, solche Ablenkungen führten zu Fehlentscheidungen und die konnte ich mir nicht leisten.
Das kleine Mädchen packte meine Hand und flehte mich an, ihren Vater zu verschonen.
„Bitte nimm mir nicht meinen Papa weg.“
Was tat ich hier? Die Arbeit hätte schon längst erledigt sein müssen. Doch die Vorstellung, das kleine Mädchen allein zurückzulassen, ohne ihren Vater, den sicheren Untergang ausgesetzt, brachte mich fast um den Verstand. Was war das für ein Gefühl? Ihre Hand, die Meine umklammerte, ich fühlte sie. Das habe ich noch nie zuvor gespürt. Sie war so klein und verletzlich und mit einem Mal traf ich eine Entscheidung. Ich nickte ihr zu, damit sie mich losließ, dann legte ich beide Hände auf ihren Vater und suchte seine Seele. Das Mädchen ließ mich nicht eine Sekunde aus den Augen. Ich sah so etwas wie Hoffnung in ihren Blick. Okay, ich hatte das noch nie gemacht und warum nicht, weil es gegen die Regeln verstößt und nicht Teil meine Aufgabe ist. Meine Bestimmung ist es Seelen zu holen und nicht zu versuchen, sie wieder fest in ihren menschlichen Körpern zu verankern.
Die Seele, des Mannes war rein und weiß, sie erstrahle so hell, wie die Sonne hier brannte.
Doch sie wurde nervös, sie verstand nicht, was ich tat, was ich mit ihr vorhatte. Ganz langsam und leise begann ich zu singen. Ich weiß nicht, wo das herkam, aber ich wusste, ohne das ich es je angewendet hatte, dass das sie beruhigen würde. Das Mädchen weinte nun nicht mehr, sondern sah mich voller erstaunen an. Dann senkte sie den Blick auf ihren Vater, dessen Brustkorb sich wieder hob und senkte. Ich hatte es geschafft! Seine Seele hatte sich doch tatsächlich wieder mit dem Körperverbunde.
Der Mann atmete, sein Herz schlug und er bekam wieder Farbe im Gesicht. Er lebte. Seine Zeit zum Sterben war gekommen und ich hatte ihn wieder belebt, was sagt das über mich aus? Wie kann ich dieses Verhalten erklären? Benommen stand ich auf und taumelte ein paar Schritte zurück, unfähig meinen wohl größten Triumph oder meinen schlimmsten Fehler aus den Augen zu lassen. Mein Atem ging schneller, meine Hände fingen an zu schwitzen und mir war gleichzeitig heiß und kalt. War das eine Panik Attacke. Ich wollte nur noch weg von hier. Zurück nach Konoha, wo ich mich sicher fühlte. Das Dorf hinter den Blättern war für mich wie ein Zuhause. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich so denke. Ich verstand das alles nicht mehr. Was war mit mir los?
Das Mädchen war seinen Vater um den Hals gefallen und weinte und lachte vor Freude. Dieses Bild, machte mich glücklich. Zusehen, dass die kleine nun keine Angst mehr hatte und wieder hoffte und träumte, das war eines der schönsten Momente, die ich bis dahin erlebt hatte.
Ich wandte mich ab, überwältigt von Mitgefühl. Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich auf mein Ziel. Doch bevor ich den Sprung antreten konnte, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als das Mädchen an meinem Arm zog. Perplex drehte ich mich hier zu. Sie winkte mich zu sich nach unten und ich hockte mich hin damit wir auf Augen Höhe waren. „Danke, dass du mir Papa wiedergegeben hast.“
„Kein Problem, denke ich.“ Ich hatte keine Ahnung, wie ich diese Situation und all ihre Folgen erklären sollte. „Bist du der Teufel?“
Das entlockte mir ein Lachen. „Nein, Liebes. Ich würde sagen, ich bin eher ein Wegweiser.“
„Und wie ist dein Name?“ Sie lächelt mich an. Dieses lächeln, würde mich noch ewig begleiten, das wusste ich. „Mein Name? Ihr Menschen nennt mich Tod.“

Hatte Kakashi erwartet seinen Vater zu finden? Nein, denn er hatte nicht erwartet, dass er ihn hätte suchen müssen. Jiraiya und er hatten das gesamte Dorf auf den Kopf gestellt ohne Erfolg. Immer wieder ist ihm aufgefallen, dass die Dorfbewohner ihn merkwürdig ansahen und hier und da gab es wieder Gerede, über ihn. Was war bloß los? Konnte es wirklich war sein, dass die Leute dachten, sein Vater sei ein Mistkerl und Verräter. Diese Worte hatte er mehrfach vernommen, zwar waren die Gespräche wie üblich verstummt, wenn er und Jiraiya das geredet bemerkten. Doch wurde es dann sofort wieder aufgenommen.
Jiraiya hatte noch ein Treffen, beim dritten Hokage, weshalb Kakashi nun allein unterwegs war. Er hatte keine Angst vor den Leuten, jedenfalls nicht vor ihren Taten, aber weiterhin so im Mittelpunkt zu stehen. Diese viele Aufmerksamkeit behagte ihm einfach nicht.
„KAKASHI! Warte mal“ Gai kam herangestürmt. Das hatte ihm gerade noch gefehlt, der schon wieder.
„Was willst du Gai?“ Nicht schon wieder einen Wettkampf. Der Typ war total schräg, außerdem war er ziemlich schwach und unerfahren, der würde nie eine Chance gegen ihn haben.
„Was hältst du von einem Wettkampf? Unser letzter ist schon eine Weile her. Du bist ja immer so viel auf Missionen. Komm schon Kakashi, lass mal deine Jugend spüren.“
Bitte, was sollte er spüren? Der war wirklich nicht ganz richtig im Kopf.
„Okay, wenn du dann Ruhe gibst. Ich glaube ich war dran mit aussuchen, richtig?“ Gai freute sich, wie nicht anders zu erwarten, über die Maßen und nickte seinem größten Kontrahenten eifrig zu. „Ja, du musst aussuchen, also was machen wir?“, fragte er ungeduldig.
„Mmmh. Mal überlegen." Er sah sich genervt um. Eigentlich hatte er seinen Vater weitersuchen wollen, doch er musste die Tatsache wohl akzeptieren, dass er ihn sowieso nicht finden würde, auch wenn er jetzt weitersuchen würde.
„Wir machen ein Wettrennen, bis ans andere Ende des Dorfes.“
Gai streckte ihm einen Daumen entgegen. „Yeah, abgemacht. Und wenn du gewinnst Kakashi, werde ich die Strecke 10 mal auf einem Bein abgehen.“ Natürlich, dass schon wieder.

„Du bist einfach zu langsam Gai. Mal im Ernst trainierst du überhaupt.“ Gai starrte Kakashi wütend an. „Hör mal zu du Supertalent. Ich trainiere sehr hart und viel und eines Tages werde ich dich übertreffen mein Freund, verlass dich darauf.“ Gai grinste übers ganze Gesicht und stand für einen Augenblick mit geschwellter Brust da, als wäre er der König der Welt. „Meinetwegen.“
„Meinetwegen?" Gai viel das lächeln aus dem Gesicht. „Ist das alles, was du dazu zu sagen hast?“ „Ja, es kann ja nicht jeder soviel Ehrgeiz haben wie du“, war Kakashis sarkastische Antwort.
Weiter kamen die beiden nicht, denn sie wurden, von völlig fremden Ninjas unterbrochen.
„Nun sieh mal einer an, wenn das nicht der Sohn von dem legendären Verräter ist?“
Kakashi zuckte zusammen und Gai tat es ihm gleich.
„Wer seid ihr?", fragte Kakashi. „Wer wir sind? Opfer würde ich sagen. Wir sind alle deinem Vater zum Opfer gefallen, denn durch ihn haben wir Freunde verloren. Jeder hier im Dorf hat große Verluste hinnehmen müssen und das nur durch deinen alten.“
Sie waren zu fünft, eine Gruppe von Jugendlichen Shinobi, die sehr aggressives Verhalten zur Schau stellten. „Hey, was fällt euch ein so über Sakumo Hatake zu reden, dieser Mann ist ein Held und eine Legende, also habt gefälligst etwas mehr Respekt.“
„Sei still Gai.“ Gai sah Kakahsi verdutzt an. Wieso still sein, wovor hatte Kakashi Angst und wieso verteidigte er seinen Vater nicht. „Was ist los mit dir? Das kannst du nicht auf dir sitzen lasse.“
Wut breitet sich in ihm aus. Nein, das würde er auch nicht auf sich sitzen lassen, aber er wollte Gai auf keinen Fall damit hereinziehen. Bei einer Sache, war er sich ganz sicher, dass hier würde nicht damit enden, dass alle friedlich auseinander gehen. Das würde wohl mit einem Kampf enden.

„Hört zu Gai, wenn wir diese Typen besiegen wollen, dann müssen wir zusammen arbeiten.“ Andernfalls würden sie ganz schön verdroschen werden. „Ich bin bereit, wenn du es bist Kakashi.“
Dann griffen ihre Gegner an. Kakshi parierte die Schläge und teilte selbst einige aus. Er bewegte sich schnell, es sah aus, wie ein wilder Tanz. Einer schlug ihm ins Gesicht, er stolperte rückwärts, fing sich jedoch gleich wieder und zahlte seinem Angreifen es mit gleicher Münze heim. Sein Gegenüber fiel zu Boden und blieb liegen. Kakashi sah aus dem Augenwinkel, wie Gai einen harten Schlag in den Magen einstecken musste und sich krümmend zu Boden sackte. Der Typ, der Gai so hart getroffen hatte, holte aus und wollte ihm mit seinem rechten Fuß gegen den Kopf treten, Kakashi sprang dazwischen und versuchte den Schlag irgendwie ab zu milder. Dies gelang ihm nicht, sodass er sehr heftig in der Seite getroffen wurde. Eines Schmerzens laut entrang ihm. Gai rappelte sich auf und setzte nun selbst zum Angriff an und traf seinem Gegenüber, mit seiner Taijusu-Technik, sodass auch dieser nun liegen blieb.
„Ich dachte, das wären kleine Kinder?“ hörten sie einen der übriggebliebenen Ängstlich sagen.
„Los Alter, machen wir das wir hier wegkommen, nicht das die uns auch noch zu Boden bringen.“
Dann rannten sie weg, die Zwei am Boden liegenden rappelten sich mühevoll auf und hauten ebenfalls so schnell wie es geht ab.
„Wir haben sie besiegt?", fragte Gai ungläubig. „Yeah, wir haben sie Fertiggemacht. Man wir sind mega!“
Mega? OK, wir sind Mega, dachte Kakashi.
„Ich danke dir.“ Kakashi sah Gai fragend an. „Wofür? Wenn dann sollte ich dir danken Gai, immerhin hatten die es auf mich abgesehen.“
„Schon richtig, aber du hast während des Kampfes einen schweren Schlag für mich eingesteckt. Dafür danke ich dir.“
„Ich lasse meine Kameraden niemals im Stich, deswegen habe ich es getan. Du musst dich nicht bedanken.“
Gai fing an zu schniefen und brach n Tränen aus. „Du bist wirklich ein unglaublicher Freund.“ Wieso heulte er jetzt? Gai wischte sich die Tränen an seinen grünen Trainingsoverall weg und streckte die Arme nach Kakashi aus, als wollte er ihm um den Hals fallen. Kakashi sprang sofort zur Seite, sodass Gai ins Leere griff. „Kein Problem Gai, wirklich. Ich muss jetzt dringend los, meinen Vater suchen. Also bis die Tage.“ Der silberhaarige lies seinen Kameraden einfach stehen und verschwand.
Meine Güte, musste der immer so übertreiben, dachte sich Kakashi.

Kakashi kam spät nach Hause. Es war bereits dunkel und die Straßen des Dorfes schien wie leer gefegt. Niemanden war an einem Tag wie diesen nach Ausgehen oder feiern zu mute. Nicht das mein kleiner silberhaariger Freund das vorgehabt hätte, dafür war er nun wirklich noch zu jung. Kakashi öffnete die Haustür und zog seine Schuhe aus, er stellte sie ordentlich Schuhregal. Er hatte seinen Vater nicht finden können, wo er auch nach gesehen hatte, keine Spur von ihm. Ein wenig niedergeschlagen ging er in die Küche und zuckte zusammen. Sein Vater saß am Esstisch, er hatte kein Licht eingeschaltet, vor ihm stand eine volle und eine leere Flasche Sake.
„Vater, was tust du hier? Ich habe dich schon überall gesucht.“
Sakumo reagierte kaum. Er starrte nur auf seine Flasche, die er in der Hand hielt. „Vater?“
Diese trank einen großen Schluck. „Überall gesucht?“, lallte er. „Das glaube ich kaum, sonst hättest du auch hier nach gesehen, oder?“ So kannte er seinen Vater nicht. Unbeholfen trat er von einem Fuß auf den anderen, ohne zu wissen, wie er reagieren sollte. „Was ist, mein Sohn? Hast du dazu nichts zu sagen. Ich habe immer hin gerade deine Art zu suchen angezweifelt. Willst du dich nicht rechtfertigen oder irgendetwas Schlagfertiges sagen?“
Kakashi konnte dem spöttischen Blick seines Vaters nicht stand halten. „Ich...", stotterte er.
„Was soll das bedeuten, ich…?“ Sakumo trank noch einen großen Schluck. „Du musst dich klar ausdrücken, Junge. Und vor allem musst du standhafter sein. Dein Nervöses Getue wird dich nicht weit bringen im Leben.“ Kakashi stiegen Tränen in die Augen.
„Was denn, willst du jetzt auch noch heulen?“ Erschrocken über die Kälte in der Stimmer seines Vaters, stolperte er ein paar schritte zurück. Er hatte Angst, wieso? Sein Vater würde nie…
„Vater, du hast zu viel getrunken, du…“
Sakumo erhob sich wutentbrannt. „WAS?", schrie er. „Jetzt willst du mir auch noch Vorschriften machen, mir sagen was ich kann und was nicht. Mich dafür verurteilen, wie ich gehandelt habe.“ Er nahm die leere Falsch und schmiss sie gegen die Wand. Kakashi schrak auf und wich zurück bis er gegen die Hauswand stieß. Nun konnte er seine Tränen nicht mehr zurückhalten, sein ganzer Körper zitterte und seine Beine fühlten sich an wie Gummi. Er hatte Angst! Angst vor seinem Vater.
„WAS IST? WIESO SAGST DU NICHTS?“ Kakashi fing an zu stammeln. „Vater, bitte…“
„HÖR AUF UND VERSCHWINDE.“ Nun griff er nach der halb vollen Flasche und warf sie in Kakakshis Richtung. Dieser wich gerade noch rechtzeitig aus und die Flasche zersplitterte an der Wand in tausend Scheiben. Der Inhalt lief herunter und sammelte sich auf dem Boden.
Angsterfüllte starte Kakashi erst die Wand und dann seinen Vater an. Schuldgefühle traten in Sakumos Gesicht. Er hob entschuldigend die Hände. „Kakashi, mein Sohn, es tut mir leid. Bitte…“
Weiter kam er nicht, denn Kakashi ließ ihn stehen und riss die Tür auf und rannte barfuß hinaus.
Sakumo stand da und fing an zu weinen. „Was habe ich getan?“, sagte er laut. Er setzte sich und vergrub sein Gesicht in seine Hände. „Die Leute haben recht, ich bin ein Mistkerl.“

Der Tag war nun gekommen, an dem Konoha einen seiner stärksten verliert. Für Sakumo Hatake, war die Trauerfeier der Anfang vom Ende. Er würde nie wieder derselbe sein und was noch entscheidender ist. Kakshi würde ebenfalls nicht derselbe sein. Ich rannte neben ihm her, versuchte ihm beizustehen, auch wenn es mir unmöglich erschien. Er rannte und rannte als gäbe es keinen halt mehr für ihn. Er suchte die Einsamkeit.
Während dessen war Sakumo nur noch ein gebrochener Geist und ich spürte eine böse Vorahnung tief in mir.
Völlig in Gedanken versunken, übersah Kakashi eine Wurzel, die von einem riesigen Baum am Rande des Weges stammte und stürzte über sie. Er schlug schmerzhaft auf den Boden auf und heilt sich die Knie, auf die er gefallen war. „Verdammt“, schimpfte er. Er wischte sich die Tränen aus den Augen und schleppte sich an den Rand des Weges und setzte sich unter den Baum. Er presste seine Beine gegen die Brust und vergrub seinen Kopf auf seinen Knien. Die Arme verschränkte er vor sich und hoffte einfach unsichtbar zu werden. Er hoffte, dieser Tag möge vorbeigehen und sein Vater wäre wieder normal.
Einzelne Tropfen trafen seinen Nacken. Es begann zu regnen, der Baum hielt einen Teil des Regenwassers von ihm fern, jedoch nicht alles. Und so saß er da, zitternd vor Kälte, mit aufgeschlagenen Knien und blutigen Füße unter einem Baum, allein und verlassen.
Wieder begannen seine Augen zu brennen und wieder konnte er die Tränen nicht zurückhalten.
„Ich bin ein Ninja, Ninjas weinen nicht, verdammt.“
Ich hasste dieses Bild, ich setzte mich neben ihn an den Baum und leistete ihm Gesellschaft, denn was auch passiert, mein Freund, ich lasse dich nicht allein.
Niemals.
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