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Kakashi, der Krieger mit dem Sharingan

GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character)
04.01.2020
04.04.2020
16
46.522
3
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04.01.2020 1.311
 
Vor vielen Jahren, an einem sonnigen Herbsttag, lag eine angehende Mutter in den Wehen. Ihr Sohn sollte ihr erstes Kind sein, leider aber auch ihr letztes. Sie war eine unbekümmerte, glückliche und überaus freundliche junge Frau. Die stets Mitgefühl und Interesse gegenüber ihren Mitmenschen hatte. Eine Charaktereigenschaft, die Sakumo Hatake sehr an seiner geliebten Frau schätzte. Mijuki Hatake, geboren in Konohagakure, als Tochter eines Buchhändlers, der gemeinsam mit seiner Frau, Konohas erste Buchhandlung betrieb. Als Zivilisten war die Familie nicht in Kampfhandlungen verwickelt gewesen. Sie lebten friedlich und weit abseits von den Turbulenten Leben der Shinobi. Doch in Zeiten des Krieges waren selbst die kleinsten Leute von Konoha nicht verschont vor Tragödien. An einem verhängnisvollen Tag vielen feindliche Ninjas über das Dorf her und töteten in einem blutigen Kampf viele Dorfbewohner. Darunter auch Mijukis Eltern. Die bis dahin angehende junge Frau begegnete kurz darauf das erste Mal Sakumo Hatake, der unter Anderem dabei half das Dorf wieder aufzubauen. Der junge Shinobi verfiel ihr sofort. Ihrer Schönheit und vor allem ihrer Ruhe und Unschuld. Jemanden zu begegnen, der nichts mit seiner brutalen Welt zu tun hatte, war für ihn ein wahrer Segen. Es begann wie in einem Märchen, der Jonin, neben dem selbst die legendären drei Sanin, blass aussahen, zog mit seiner jungen Frau in ein etwas abgelegenes Haus, welches umzäunt war mit einem herrlichen Garten und in der nähe eines Flusses lag. Das junge Paar genoss vor allem die Ruhe und Abgeschiedenheit ihres gemütlichen Heims. Für sie beide begann ein neuer Lebensabschnitt, mit der Nachricht, dass Mijuki ein Kind unter dem Herzen trägt. Für sie, wo Familie ihr so wichtig war, war diese Schwangerschaft das vollkommende Glück.
Sakumo und Mijuki hatten sich an diesem Tag besonders früh auf den Weg ins Krankenhaus gemacht, sie waren beide gleichermaßen aufgeregt, sodass sie doch glatt Mijukis Koffer vergaßen, für ihre erste Zeit nach der Geburt im Krankenhaus. Doch alles in allem, versprach dieser Tag ein besonderer zu werden, das Wetter war herrlich mild, der Himmel war strahlend blau und wolkenlos. Die Vögel zwitschern, die Kinder spielen und das Dorf lag unter einem Mantel von Frieden begraben. Die Aufregung war groß, sie beide würden heute Eltern werden, Sakumo hatte bis zu dem Moment der Geburt seines Sohnes nie so recht verstanden welches unvorstellbare Glück und welche Hoffnung ein eigenes Kind in den Herzen seiner Eltern auszulösen vermag. Der Drang alles zu geben und alles zu tun, um das Wertvollste im Leben zu beschützen und vom ganzen Herzen zu lieben. Heute fühlte er sich übermächtig, seinem Glück und das seiner geliebten Mijuki konnte nichts im Wege stehen.
Wie sehr er sich noch irren sollte, welche Traurigkeit und Verzweiflung noch über ihn kommen würde, dessen war er sich nicht bewusst. Welches ausmaß seine Entscheidungen und die daraus einstehenden Folgen für sich selbst und auch für seinen Sohn, haben würde, ist der Anfang dieser Geschichte.

Es war keine einfache Geburt. Mijuki litt unter starken schmerzen und war kaum noch imstande einen klaren Gedanken zu fassen. Was waren schon 10 Stunden, in denen sie nun schon in den Wehen lag, wenn das Ziel, und damit war ihr kleiner Sohn gemeint, noch immer nicht zum Greifen nah war. “Du machst das sehr gut mein Schatz" Sakumo betupfte die schweißnasse Stirn seiner Frau mit einem feuchten Tuch. “Sehr gut Mijuki, immer schön atmen und pressen." Die Geburtshelferin, eine Erfahrene Hebamme, bestärkte die völlig erschöpfte Frau immer wieder und gab ihr neuen Ansporn und Mut. Eine so schwere Geburt kommt vor und es obliegt allein dem Fachpersonal, ihre Patienten gut darauf vorzubereiten und sie bei der Stange zu halten. „Sakumo ich kann nicht mehr. Irgendetwas stimmt nicht. Er kommt nicht raus.“ Mijuki fing allmählich an fürchterlich zu weinen. Und schrie wie am Spieß, die schmerzen waren einfach zu groß. Nun war die Geburtshelferin nicht mehr ruhig. „Da stimmt was nicht. Sie blutet.“ Sie sah das Blut, der Muttermund, irgendwas war schiefgelaufen. „Sie muss in den OP! Schwester bereiten sie sofort einen OP vor. Na los!“ Auf einmal stieg die Anspannung und Hektik im Raum. “Was ist mit meiner Frau?“ Angst durchströmte ihn. So eine Angst hatte er noch nie zu vor gespürt. „Meine Frau, was ist mit ihr? Und unser Sohn? Wieso eine OP?“ Die Hebamme erhob sie, die bis dahin vor Mijuki gehockt hatte. „Wir haben jetzt keine Zeit für lange Erklärungen, Ihre Frau benötigt einen Kaiserschnitt. Wir müssen auf der Stelle in den OP.“ Damit war die Diskussion beendet. Die Hebamme und die Schwestern schoben Mijukis Bett hinaus in den Gang. Sakumo blieb dicht bei ihr. Auf keinen Fall würde er sie jetzt allein lassen. Er wünschte nur, er könnte ihr wenigstens einen Teil der Schmerzen abnehmen. "Alles wird gut mein Schatz. Ich bin bei dir.“ Er lief neben ihrem Bett her und hielt ihre Hand fest in seiner. Ihr Griff wurde immer stärker, umso schlimmer die Schmerzen wurden. Sie bogen ab in den OP-Saal. Die Hebamme und ihre OP-Schwester machten sich bereits steril. „Sakumo ich habe Angst. Bitte lass nicht zu das meinem kleinen Kakashi irgendetwas passiert. Bitte er ist mein Ein und Alles.“ Sakumo sah seine Frau voller Sorge an. „Euch wird beiden nichts passieren, mein Schatz. Schon bald wirst du unseren kleinen Sohn in den Armen halten. Und ich verspreche dir, er wird sich in den ersten Augenblick in dich verlieben, so wie ich mich in dich verliebt habe. Weil du die Reinste und schönste Frau auf Erden bist. Und du wirst für ihn die ganze Welt sein, sowie auch er für dich die ganze Welt ist.“

„Ich habe Angst…“ Ihre schmerzen wurden wieder so stark, dass sie das Bewusstsein verlor. „Mijuki?“ Eine OP-Schwester legte Mijuki eine Beatmungsmaske an. „Narkose einleiten, ich beginne nun mit dem Kaiserschnitt.“ Sakumo lief der Schweiß übers Gesicht. „Bitte“, dachte er. „Bitte lass es gut ausgehen.“
Es sollte noch ein paar Stunden dauern, wo Sakumo bangte, hoffte und fast verzweifelte. Er wurde aus dem OP-Saal gebracht und bekam somit nichts von den Komplikationen mit. Die Tatsache aber, dass Mijuki nach drei Stunden immer noch nicht aus dem OP-Saal wieder raus war, ließ sein Herz angsterfüllt zusammen ziehen.

Wie fühlt es sich an, die Liebe seines Lebens zu verlieren? Welches Gefühl ist stark genug, um das Ausmaß dieser Tragödie zu erfassen?
Mijuki überlebte die Notoperation nicht. Kurz vor ihrem Tod Gebar sie einen gesunden, wunderschönen Jungen, Namens Kakashi Hatake. Der in die Geschichte von Konoha, als der Legendäre Shinobi mit dem Sharingan eingehen würde. Der Maßgeblich und entscheidend für die Zukunft des Dorfes sorgen und das Schicksal manch einer gequälten Seele verändern würde. Doch wird vor allem seine Jugend geprägt durch Verlust, Angst und Schmerz sein, der ihm zu den Mann machen wird, der sogar den Weißen Reißzahn von Konoha, übertreffen wird.
Nur seine Mutter, die Frau, die ihn schon geliebt hatte, bevor er auf die Welt kam und die ihn für immer lieben wird, hatte er nie kennenlernen dürfen. All die Hoffnungen und Träume, die sich eine junge Frau macht, mit der Aussicht bald ihr eigenes Kind in den Armen zu halten, ihn aufwachsen zu sehen, ihn das erste Mal „Mama“ sagen zu hören. Das wurde Mijuki verwehrt.
Ist es für ein Kind leichter ohne Mutter aufzuwachsen, wenn er diese nie hat kennenlernen dürfen, ist der Schmerz weniger, als wenn er ein Leben mit ihr gehabt hätte und ihr dann vom Tod gestohlen worden wäre?
Kakashi wurde das Privileg geraubt eine Mutter zu haben, so existierte sie doch in seinem Herzen und auch wenn er keine Vorstellung von ihr hatte, so war er sich doch sicher, dass sie immer in seiner Nähe war und auf ihn aufgepasst hatte.
Mit den Jahren fing er nur an seinen Vater zu bedauern und zu verstehen, dass wenn ein Mann all seine Hoffnungen und Träume beraubt war, in Sakumos fall Mijuki, das Leben meist weniger Lebenswert erscheint.
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