Wenn jemand Bishop so etwas antun würde

GeschichteRomanze / P16
Eleanor "Ellie" Bishop Nick Torres
03.01.2020
11.03.2020
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Hallo,

da bin ich wieder mit einer neuen FF :) Das ganze basiert auf einem Satz, den Casey zu Nick gesagt hat.
"Wahrscheinlich das selbe wie du, Nick, wenn jemand Bishop so etwas antun würde."
Leider weiß ich nicht mehr, aus welcher Folge der Satz ist und auch beim 100%igen Wortlaut bin ich mir nicht mehr sicher. Also sollte das jemand von euch noch wissen, schreibt es mir gerne :)
Ansonsten hoffe ich, dass euch die FF gefällt. Über Reviews würde ich mich natürlich freuen :)

LG SAT

PS: Spätere Kapitel sind stellenweise auch von Folge 17x03 inspiriert. Oder zumindest von den zwei kleinen Ausschnitten, die ich davon gesehen habe ;)

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„Wahrscheinlich das selbe wie du, Nick, wenn jemand Bishop so etwas antun würde.“


Sie nippte an der Limo und beobachtete dabei die Menschen um sie herum. Tanzend, flirtend, angetrunken, betrunken. Sie seufzte. Eigentlich hatte sie so gar keine Lust, hier zu sein. An einem Donnerstagabend zwischen viel zu vielen Menschen und mit viel zu lauter Musik. Stattdessen würde sie gerne auf ihrer Couch liegen, mit einem kalten Bier in der Hand, in eine warme Decke eingewickelt und einen Film schauen. Aber das ging nicht, denn sie war nicht zum Vergnügen hier.
Sie wechselte einen Seitenblick mit Torres, der drei Tische weiter saß und registrierte sein kurzes Nicken, ehe sie noch einmal an der Limo nippte. Seufzend raffte sie sich auf, suchte sich ihren Weg durch die Menge, immer darauf bedacht, ihr Glas so wenig wie möglich zuzudecken.

Ein paar Stunden vorher


Verunsichert sah sie die drei Agenten neben ihr an. Alle drei hatten gleichzeitig ihre Blicke auf sie gerichtet und alle drei hatten diesen ganz bestimmten Blick. Ein Blick, der für sie nichts Gutes bedeutete. Dann richtete sie ihren Blick wieder auf den Flachbildschirm, auf dem die drei Opfer abgebildet waren. Und plötzlich verstand sie, warum Gibbs, McGee und Torres sie so ansahen.
„Oh nein! Keine Chance! Ich weiß ganz genau, was ihr denkt!“
Aber gleichzeitig wusste sie, dass sie schon verloren hatte. Gibbs war von der Idee bereits überzeugt und wenn er ihr den Auftrag gab, dann konnte sie sich nicht widersetzen. Immerhin war es Gibbs.
Dann sah sie wieder auf den Flachbildschirm und betrachtete die Opfer noch einmal. Drei Opfer, allen war in der Bar etwas in ihr Glas gemischt worden, eine war daraufhin vergewaltigt worden, die zweite hatte Glück gehabt, weil eine Freundin bei ihr gewesen war und die Dritte, ein Petty Officer, war gestorben, weil sie auf die Substanz allergisch reagiert hatte. Aber sie hatte noch mehr gemeinsam. Alle drei hatten lange, blonde Haare, waren zwischen 32 und 35, und hatten dieselbe Körperstatur. Sie seufzte, denn auch wenn sie nicht wollte, wusste sie doch, dass es eine gute Chance für sie war, den Täter zu fassen. Denn alle drei Opfer waren ihr selbst unfassbar ähnlich, sodass sie der perfekte Lockvogel war. Und die Befragungen in der Bar hatten McGee und Gibbs durchgeführt, sodass sie dort niemand kannte.
„Bishop, du gehst dort undercover rein. Torres, du begleitest sie. McGee und ich werden um die Ecke warten!“


Und jetzt war sie hier und wartete geradezu darauf, dass irgendjemand ihr etwas uns Getränk mischte. Sie ließ die Limo keine Sekunde aus den Augen, deckte ihr Glas aber dennoch nicht mit der Hand ab, denn immerhin sollte der Täter die Chance haben, ihr etwas hinein zu mischen. Natürlich würde sie keinen Schluck mehr trinken, sobald sie auch nur den geringsten Verdacht hatte, dass jemand etwas dazu gemischt hatte, doch bis jetzt hatte es nichts Auffälliges gegeben. Niemand war nahe genug an ihr Glas gekommen, denn sie hatte bis jetzt abseits an einem Tisch gesessen. Doch jetzt musste sie sich unter die Leute mischen, um dem Täter eine Chance zu geben.
Irgendwie absurd. Niemand würde wollen, dass ihm etwas ins Getränk gemischt wurde, doch sie legte es jetzt genau darauf an, hoffte sogar darauf. Kaum merklich schüttelte sie den Kopf. Sie quetschte sich durch die Menschenmassen ans andere Ende der Bar und beobachtete alles von dort aus.
Nach zehn Minuten seufzte sie erneut und ging wieder zurück zu dem Tisch, an dem sie vorher gesessen hatte. Mit einem leichten Schulterzucken signalisierte sie Nick, dass nichts Auffälliges passiert war. Und so langsam glaubte sie auch, dass nichts mehr passieren würde. Niemand hatte auch nur versucht, sich ihrem Glas zu nähern. Niemand war ihr negativ aufgefallen. Die Gäste der Bar waren alle ganz normal – soweit „normal sein“ im betrunkenen Zustand möglich war. Zumindest schien es so. Vielleicht war das hier auch einfach der falsche Tag. Vielleicht war der Täter heute nicht hier und sie verschwendeten einfach nur ihre Zeit. Immerhin war sie jetzt schon eineinhalb Stunden hier. Und weder das Wasser, dass sie davor getrunken hatte, noch die Limo hatte irgendjemand angerührt. Sie warf Nick einen dementsprechenden Blick zu und ohne weitere Kommunikation nickte er und sofort wusste sie, dass er das gleiche dachte. Der Täter war heute anscheinend nicht hier. Und ein weiterer Blick von ihm reichte, um ihr zu signalisieren, dass es Zeit war, das ganze für heute auf Eis zu legen und zu verschwinden. Stattdessen konnten sie es ja in den nächsten Tagen noch einmal versuchen. Sie sah ihn direkt an, blinzelte einmal kurz und sie wusste ganz genau, dass er ihre Zustimmung verstanden hatte. Kommunikation funktionierte zwischen ihnen auch ohne Worte. Blicke und Körpersprache reichten.
Sie nahm ihr Glas, das noch zur Hälfte gefüllt war, und trank den Rest auf Ex. Noch ein Blick zu Nick, mit dem sie ihm signalisierte, dass sie noch kurz auf die Toilette gehen würde. Dann stand sie auf und ging.
Er blieb sitzen, denn so lange Ellie noch in dieser Bar war, würde auch er hier noch warten. Ebenso wie sie, war zwar auch er davon überzeugt, dass nichts mehr passieren würde, doch er würde niemals seinen Partner alleine irgendwo lassen. Und Ellie würde er schon gleich drei Mal nicht alleine hier drin lassen. Unter keinen Umständen. Niemals. Und so saß er da und wartete. Und die Minuten vergingen. Ellie war noch nicht wieder da, als sein Handy klingelte. Gibbs.

10 Minuten vorher, Navy Yard


„Und Kasie, ist dir auf den Videos noch etwas aufgefallen?“, fragte Sloane als sie das Labor betrat. Die Forensikerin seufzte nur und zuckte enttäuscht mit den Schultern.
„Nein… Ich habe mir die Videos jetzt mindestens zehn Mal angeschaut, aber ich kann niemanden entdecken. Bei keinem der drei Opfer. Und ich verstehe immer noch nicht, wie der Täter es geschafft hat, Petty Officer Johnson etwas ins Getränk zu mischen. Sie hat ein Bier getrunken. Aus der Flasche. Und sie hat die Flaschenöffnung eigentlich immer irgendwie bedeckt, wenn sie sie durch die Masse gequetscht hat.“
Zur Bestätigung des eben Gesagten rief Kasie die Überwachungsbilder aus der Bar auf, die Petty Officer Johnson zeigten und vergrößerte den Ausschnitt, sodass deutlich zu sehen war, wie die Blondine die Flaschenöffnung mit einer Hand bedeckte, als sie sich durch die tanzende Menge quetschte.
„Siehst du? Sie war wirklich vorsichtig. Wie soll ihr denn da jemand etwas in ihr Bier gemischt haben? Ich habe das ganze Überwachungsvideo angesehen. Von dem Moment an, in dem der Barkeeper ihr das Bier gegeben hat. Es gab eigentlich keine Chance.“
Sloane dachte kurz nach.
„Und was ist mit dem Barkeeper? Er wäre nahe genug dran gewesen.“
„Ja, aber schau mal“, entgegnete Kasie, spulte das Überwachungsvideo zurück und zeigte es Jack, während sie gleichzeitig erklärte, was geschah, „Petty Officer Johnson bestellt das Bier, Douglas geht in den Lagerraum, kommt kurz darauf wieder mit der bestellten Flasche Bier und öffnet sie vor ihren Augen. Dann gibt er ihr das Bier. Das ist alles deutlich zu sehen. Aus diesem Blickwinkel würde man erkennen, wenn er ihr Drogen in das Bier mischt.“
Kasie klang fast schon frustriert, als sie es erklärte, doch Jack hörte ihr bereits nur noch halbwegs zu, denn ihr Blick war auf den Computerbildschirm geheftet, auf dem das Überwachungsvideo weiterlief.
Als Kasie keine Antwort erhielt, drehte sie sich zu ihrer Kollegin um.
„Jack?“, fragte sie, doch erhielt keine Antwort.
Es dauerte noch kurz, ehe Sloane endlich wieder etwas sagte.
„Warum holt er das Bier aus dem Lagerraum?“, fragte Sloane schließlich.
„Was?“
„Warum holt er das Bier für Petty Officer Johnson aus dem Lagerraum, statt es einfach aus dem Schub unter der Theke zu nehmen?“
„Keine Ahnung. Vielleicht ist der Schub ja schon leer und er hat noch nicht nachgefüllt?“
„Spul das Video bitte noch einmal zurück“, bat Jack und Kasie kam dem Wunsch nach.
„Da, siehst du. Johnson bestellt und er geht sofort zum Lagerraum. Er schaut nicht einmal nach, ob in dem Schub noch ein Bier ist“, erklärte Jack ihre Beobachtungen, doch die Jüngere sah sie nur verwirrt an.
„Vielleicht hat er ja das letzte Bier ausgegeben und wusste deshalb schon, dass keine mehr drin ist“, entgegnete Kasie, doch Sloane ging gar nicht darauf ein.
„Und jetzt spul noch mal vor“, bat sie stattdessen und Kasie tat das auch so lange, bis Sloane „Stopp“ sagte.
„Da siehst du. Der Typ, der an den Tresen kommt, nachdem der Petty Officer diesen verlässt. Er bestellt auch ein Bier. Und Douglas zaubert es unter dem Tresen hervor. In der Zwischenzeit hat aber niemand Bier nachgefüllt. Das heißt, dass Douglas auch schon das Bier von Petty Officer Johnson aus dem Schub unter dem Tresen hätte nehmen können. Aber er holt stattdessen eines aus dem Lagerraum. Warum?“
Und dann schien auch Kasie zu verstehen, was Jack da andeutet.
„Er hat das Bier im Lagerraum geöffnet, die Drogen dazu gemischt und den Deckel wieder auf die Flaschenöffnung gedrückt, sodass es dann ausgesehen hat, als würde er das Bier direkt vor Petty Officer Johnson öffnen“, schlussfolgerte die Forensikern, „Warum habe ich das nicht bemerkt?“
„Was kannst du über ihn herausfinden?“, fragte Sloane und sofort begann Kasie, auf der Tastatur zu tippen.
„Douglas Flannigan, 35, ist Inhaber der Bar und dort auch Barkeeper, wohnt direkt darüber, war verheiratet mit Petty Officer Sharon Flannigan, ist aber seit zwei Wochen geschieden“, las Kasie vor, was sie über den Verdächtigen herausgefunden hatte.
„Findest du ein Bild von seiner Exfrau?“, fragte Jack und bekam nur ein Nicken als Antwort, gefolgt von weiterem schnellen Tippen auf der Tastatur.
„Oh man“, entfuhr es Kasie, als sie das Bild von Sharon Flannigan aus der Datenbank der Streitkräfte aufrief. Sharon Flannigan war 34 Jahre alt, blond und so weit man das auf dem Bild erkennen konnte, hatte sie die gleiche Statur wie die Opfer.
„Er ist es. Ich informiere Gibbs“, sagte Sloane nur, ehe sie ihr Handy aus der Tasche zog.


In der Bar


„Torres, ist Bishop bei dir?“, vernahm Nick die Stimme seines Bosses am anderen Ende der Leitung.
„Nein. Wir wollten jetzt gleich gehen, weil wir denken, dass heute nichts mehr passiert, aber sie wollte noch schnell zur Toilette. Wenn ich ehrlich bin, ist sie da aber bestimmt schon seit zehn Minuten.“ Natürlich war das lange, aber er wusste auch, dass die Schlange bei den Damentoiletten zum Teil unheimlich lang war.
„Wo ist der Barkeeper, Nick?“
Er richtete sich auf, doch sah lediglich eine Brünette und eine schwarzhaarige hinter der Bar stehen. Der Barkeeper, Douglas, der gerade noch da gewesen war, war nun weg.
„Gerade nicht da, aber vielleicht hat er Feierabend.“
„Scheiße, Nick, finde ihn! Er ist es, er wohnt direkt über der Bar!“, Gibbs machte eine kurze Pause, „und finde Bishop!“
Instinktiv sprang Nick auf, denn auf einmal schoss ihm ein schrecklicher Gedanke durch den Kopf. Zuletzt hatte er Douglas gesehen, kurz bevor Ellie gegangen war. Nachdem Ellie weg gewesen war, hatte auch Douglas nicht mehr hinter der Bar gestanden.  Nick sah auf die Uhr.  21:40 Uhr, eine komische Zeit, um Feierabend zu machen.
Verdammte Scheiße, Ellie hat nicht bemerkt, dass ihr einer der Gäste etwas ins Getränk geschüttet hatte, weil es so nicht passiert war. Die Substanz war ihr nicht erst nachträglich hineingeschüttet worden. Sie hatte sich schon im Getränk befunden, als Douglas Ellie die Limo gegeben hatte.  Seine Gedanken rasten, während er aufsprang und in Richtung der Toiletten rannte. Er ignorierte die empörten Rufe von betrunkenen Studentinnen, als er die Tür zur Damentoilette mit Schwung öffnete.
„Ellie?!“, rief er, doch er bekam keine Antwort. Verdammte scheiße. Sie war nicht hier und das konnte nur eines bedeuten: Douglas hatte sie. Bishop hatte das halbe Glas zum Schluss auf einmal getrunken. Das musste dazu beigetragen haben, dass die Substanz schneller gewirkt hatte. Ellie war es wahrscheinlich noch gut gegangen, als sie zur Toilette gegangen war. Doch dann hatte die Wirkung eingesetzt und Douglas hatte sie abgefangen und ihr wahrscheinlich seine Hilfe angeboten. Und sie hatte nicht ahnen können, dass er der Täter war, denn bis jetzt waren sie stets davon ausgegangen, dass der Täter einer der Gäste gewesen war. Douglas hatte ihnen immerhin stets geholfen, hatte ausgesagt und ihnen sogar die Überwachungsbänder ohne Protest überlassen. Sie hatten ihn zu keinem Zeitpunkt verdächtigt.
Wenn er Ellie etwas antut, dann bringe ich ihn eigenhändig um, dachte Nick, während er sich durch die Menschen drängelte, in der Hoffnung; noch rechtzeitig zu kommen.
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