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Wendungen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Carlisle Cullen Edward Anthony Masen Cullen Esme Cullen Jasper Whitlock Hale OC (Own Character) Rosalie Hale
02.01.2020
04.08.2020
72
209.873
24
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Dieses Kapitel
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01.08.2020 2.988
 
Hallo ihr Lieben,
herzlich Willkommen zu Tag 4/7. Heute war es sooo unglaublich warm, ich hoffe ihr seid nicht geschmolzen. Ich schwitze noch immer und freue mich auf eine kühle Dusche.
Habt viel Spaß mit dem Kapitel <3
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Sie konnten doch nicht einfach in den Baumarkt fahren und neue Dinge für ihr Zimmer kaufen! Sofia konnte sich Carlisle’s pikierten Gesichtsausdruck schon bildhaft vorstellen, wenn er einige Wochen später seine Kreditkartenabrechnung sehen würde. Alice machte das alles so selbstverständlich, als hätte sie das schon tausend Mal gemacht. Dabei arbeitete sie doch auch nicht selber, oder? Sie musste doch das Geld ihrer Adoptiveltern benutzen, um sich all die Dinge zu leisten. Dabei konnte sie ja nicht einmal im entferntesten ahnen, wie viel Geld sie tatsächlich im Monat für ihre Shoppingtrips ausgab. „Mach dir keine Sorgen um das Geld. Du sollst dich doch bei uns wohl fühlen“, wiegelte Alice ab und führte sie geradewegs in die Garage. Sofia nahm wahr, wie sie einen wehmütigen Blick auf den auffälligen Porsche warf, der fürsorglich dort abgestellt war. Carlisle’s Mercedes fehlte, dafür hatte sie zum ersten Mal einen richtig guten Blick auf die anderen Wagen. Bisher war sie ansonsten mit Edward’s Volvo zur Schule gefahren, sein Auto wirkte immerhin auch nicht so aggressiv wie die der anderen. „Aber darfst du einfach so das Geld von Carlisle und Esme ausgeben“?, bohrte Sofia weiter und ignorierte die Tatsache, dass Alice noch immer zu überlegen schien, welches Auto sie nun nehmen sollte. Nie im Leben würde sie in diese gemeingefährliche Sardinenbüchse einsteigen! Bei einem Unfall wäre wohl nicht nur das Auto total zerstört, sondern auch ihre Körper. „Natürlich, sie haben mir doch sogar gesagt, das ich dich damit überraschen soll. Jetzt mach dir nicht immer solche Gedanken um das Geld“. Das konnte auch nur ein Mädchen wie Alice sagen, die es wohl gar nicht anders gewöhnt war, sich jede Woche etwas anderes zu kaufen. Der Reichtum der Cullen’s wirkte wirklich endlos, dabei war doch eigentlich nichts endlos, oder? Wie viel würden sie einkaufen können, ohne dabei pleite zu gehen? Unsicher blickte nun auch Sofia durch die Garage, sie würde sich einfach das billigste aussuchen, um es nicht zu übertreiben. Ihr Vater hatte sie stets in Zurückhaltung erzogen.
„Hast du ein Problem damit, wenn wir mit meinem Auto fahren“? Sie ließ den Porsche mit einem Klick auf den elektronischen Schlüssel leuchten und näherte sich ihm anmutig, während Sofia ihr nur zaghaft folgte. Sie wollte gar nicht darüber nachdenken, wie viel allein dieses Auto gekostet hatte. Und so etwas bekamen die Cullen-Kinder zu ihrem bestandenen Führerschein geschenkt? „Ich weiß nicht“, antwortete sie zögerlich, als sie Alice’ fordernden Blick wahrnahm. Sie merkte ihr an, wie gerne sie mit ihrem eigenen Auto fahren würde und sie würde ihr diesen Wunsch so gerne erfüllen, wäre da nicht diese innerliche Angst, mit diesem viel zu schnellen Auto direkt am nächsten Baum kleben zu bleiben. Sie bekam diese Angst einfach nicht mehr weg, sie hatte immer Angst, jemand könnte in einen Autounfall verwickelt werden. Carlisle’s Auto war ja immerhin groß und sicher und er fuhr auch nicht sonderlich schnell, wenn er sie dabei hatte. Aber konnte man mit einem Porsche überhaupt langsam fahren? „Du brauchst keine Angst zu haben, ich hab das unter Kontrolle. Ich versprech’s“, versuchte sie es weiter und sie legte einen ihrer liebsten Gesichtsausdrücke auf, während Sofia sich noch immer nicht rührte. Sie sollte lieber nicht zu viel versprechen. Immerhin hatte ihr Vater auch versprochen, sie nie zu verlassen. Und nun? Nun war alles anders.
„Sag sowas nicht“, erwiderte sie kratzbürstig und verschränkte vorsichtshalber die Arme vor der Brust. „Niemand kann alles unter Kontrolle haben und das auch noch versprechen“! Alice schreckte ein wenig zurück, mit solch einer Reaktion hatte sie wohl nicht gerechnet und sie ließ daraufhin schon enttäuscht die Arme auf die Seiten fallen. „So meinte ich das nicht, Sofia“, versuchte sie sich an Schadensbegrenzung, während das Mädchen mit spitzen Fingern die Beifahrertür öffnete und einen Blick in den teuren Innenraum warf. Es war ein Zweisitzer. „Ich meinte nur…ich…hatte eine... Vorahnung..., dass du die Fahrt genießen könntest. Aber vielleicht ist das heute noch zu früh“. Sie schloss die Fahrertür wieder und umrundete das Auto mit eleganten Schritten, während Sofia noch immer ein wenig verstört in den Innenraum blickte. „Sowas könnte mir doch niemals Spaß machen, Alice! Wieso kommst du auf solche dummen Ideen? Ich sitze nie vorne und solltest es auch nicht tun! Das ist gefährlich“! Auch sie warf die Tür zurück ins Schloss und wäre vor lauter Frustration gerne einfach wieder nach oben in ihr Zimmer gerannt, hätte Alice sie nicht vorsorglich an der Hand zurückgehalten. „Ist schon gut, wir müssen nicht mit dem Porsche fahren“, beschwichtigte sie und deutete dann auf die anderen Autos in der Garage. „Die anderen leihen uns ihr Auto sicher gerne aus. Such du dir doch einfach das aus, indem du dich sicher fühlst“.
Das sagte sie so einfach! So richtig sicher fühlte sie sich nämlich in keinem der Autos, nur Carlisle vertraute sie immerhin dahingehend, dass er vorsichtig fuhr. Aber weder sein Auto, noch er selbst waren hier. Wo sollte sie also einsteigen, ohne sich der innerlichen Panikattacke schon bewusst zu sein? „Es tut mir leid, Alice. Sicher bist du jetzt total enttäuscht“. Es war ihr ja selbst peinlich, wie sehr diese doofe Angst vor Autos ihren Alltag beherrschte. Allerdings war sie sich nun auch nicht so sicher, ob Dr. Bell das jemals wieder ändern könnte. Dafür müsste sie nämlich über ihren ängstlichen Schatten springen und sich dazu überwinden, sich nach vorn zu setzen. Das war doch das, was Dr. Bell mit Konfrontation meinte, oder? Bei diesem Gedanken wurde ihr ganz schwindelig. Sie würde das nie tun können! „Ach Quatsch, ich fahre ihn doch ständig“, antwortete Alice beruhigend. „Mach dir keine Sorgen darum. Wollen wir einfach Edwards Auto nehmen“? Damit fuhren sie immer zur Schule, also hatte sie nun keinerlei Ausrede mehr, sich doch in ihrem Zimmer zu verbarrikadieren. „Ich hole die Schlüssel“, meinte Alice nachdem Sofia kaum merklich genickt hatte und verschwand eilig nach oben. So hatte sie immerhin kurz Zeit, sich zu sammeln und sich in einem Anflug von Schwäche an die Garagenwand zu lehnen. Hier stank es leicht nach Benzin und Kraftöl, was in ihr wieder leichte Panik auslöste. Sonst war sie hier nie so lange und das war wohl auch besser so. Sie konnte alles, was in irgendeiner Art und Weise mit Autos zutun hatte nicht mehr gebrauchen. Es machte ihr Angst, wie schnell eine einfache Fahrt zur Todesfahrt werden konnte, ohne das man es zuvor ahnte. Was Carlisle und Esme den anderen wohl erzählt hatten? Manchmal war sie sich nicht wirklich sicher, wie weit sie in ihre Ängste eingeweiht waren und irgendwie wäre es ihr auch total unangenehm, sollten sie irgendwas davon wissen. Hoffentlich bekam sie heute nacht wenigstens keine schlechten Träume…
„Hier bin ich wieder“, flötete Alice grell und sie schwang sich schon anmutig hinter das Lenkrad, während Sofia ihr nur langsam folgte. Hoffentlich würde diese doofe Autofahrt ganz schnell vorbei sein.

Die Fahrt verlief ereignislos, Alice gab sich größte Mühe langsam zu fahren und Sofia mit weniger aufreibenden Themen abzulenken. So erzählte sie ihr, dass die ganzen Kaufhäuser sicherlich schon bald für Weihnachten dekorieren würden und was sie sich für den Weihnachtsbaum zuhause überlegt hatte. So wie sie das erzählte klang es wirklich schön, Sofia hatte diese ganze Weihnachtszeit immer sehr genossen und mit allen Facetten gelebt. Ihren Vater hatte sie dabei nie außen vor gelassen und so waren sie Schlittschuhlaufen gewesen oder hatten sich auf diesen süßen, deutsch angehauchten Weihnachtsmärkten die Bäuche mit süßem Zeug vollgehauen. Es hatte schon seinen Wehrmut, dass sie dieses Jahr ohne ihn auskommen musste, wo sie doch beide immer auf diesen einen, sehr besonderen Tag im Dezember hin gefiebert hatten. Sofia ahnte schon, dass es schlimm werden würde. „Schneit es hier auch“?, versuchte sie sich selbst von ihrer innerlichen Trauer abzulenken, während ihre schwitzige Hand noch immer den Türgriff umklammert hielt. Alice fuhr zwar vorsichtig, ihr Vertrauen hatte sie damit allerdings trotzdem nicht gewonnen. „Wenn wir Glück haben, gibt es hier Schneeregen. Aber das wird schnell matschig“, erklärte sie und lenkte den Wagen auf einen voll besetzten Parkplatz. „Aber keine Sorge, wir werden unser Haus wunderschön dekorieren“.
Das war das letzte was sie dazu sagte, ehe sie sich elegant aus dem Auto schwang und Sofia an der Hand in den Baumarkt zog. Sie ahnte schon, dass dies nun eine sehr lange, nervenaufreibende Prozedur werden würde. Aber was tat man nicht alles, um seine Pflegeschwester irgendwie glücklich zu machen? Alice war immer sehr nett zu ihr gewesen, sie mochte sie wirklich. Also versuchte sie sich an einem mindestens genauso aufgeregtem Lächeln, als sie sich ins Getümmel stürzten und direkt zu den Wandfarben eilten. Alice hielt ihr mindestens zwanzig verschiedene Farbtöne vor die Augen und plapperte aufgeregt mit einem der Verkäufer, während Sofia sich nicht wirklich für eine der Farben begeistern konnte. Eigentlich wusste sie sogar schon, was ihr vorschwebte. Aber würde sie von den Cullens wirklich erwarten können, ihre teuren Zimmerwände in dieser Mädchenfarbe zu streichen? Schweigend ging sie durch die Regale und entfernte sich etwas von dem Gespräch, während sie einige Meter entfernt mit den Fingern über die hellen Rosatöne strich. Das Zimmer bei ihrem Vater hatte auch diese Farbe gehabt. Nun würde sie zwar vielleicht nur eine Wand damit streichen, aber es würde immerhin etwas Farbe abgeben. „Gefällt dir das“?, fragte Alice, die plötzlich neben ihr auftauchte und schon den Eimer aus dem Regal nahm. Für ein Mädchen mit solch einer zierlichen Figur machte sie einen wirklich starken Eindruck. Ganz so, als hätte sie kein bisschen Mühe diesen Eimer hochzuheben. Ob die Cullens heimlich Krafttraining machten? „Ja“, antwortete sie mit glitzernden Augen und sie kam schon fast nicht mehr so schnell hinterher, wie Alice zur Kasse rannte. „Das wird super. Ich habe schon genaue Ideen, wie wir dein Zimmer auf diese Farbe anpassen können. Vertrau mir, wir verwandeln dein Zimmer in einen Palast“. Sie zwinkerte, ehe sie der Frau an der Kasse die Kreditkarte reichte und den Eimer für Sofia zum Auto trug, als hätte sie keinerlei Probleme mit dem Gewicht. Entgegen ihrer Erwartungen lenkte sie das Auto auch nicht nach Hause, sondern zu einem Möbelgeschäft. Wenn Sofia nun also dachte, der Baumarkt wäre das schlimmste des Tages gewesen, hatte sie die Rechnung ohne Alice gemacht. „Deko“, hatte sie geflötet und sie wieder an der Hand in den Laden gezogen. Diesmal hatten sie sogar einen Wagen dabei, der sich mit jedem neuen Gang weiter zu füllen schien. Alice wartete gar nicht mehr darauf, was Sofia von alldem Zeug hielt, sie packte einfach alles, was in ihr mentales Farbkonzept passte. Langsam glaubte sie sogar, dass sie mehr Spaß an der Umgestaltung ihres Zimmers hatte, als Sofia selbst. Andererseits war es ihr aber auch ganz recht, so musste sie nicht über ihren Schatten springen und all die Preise ganz genau unter die Lupe nehmen. Einzig und allein die Lampe hatte sie sich selbst ausgesucht, die mit ihrer weißen, sehr anmutig aussehenden Federpracht an eine vorbeiziehende Wolke erinnerte. Generell schien Alice die Dekoration eher in Rosa oder Goldtönen halten zu wollen, was der abschließende Einkauf zeigen sollte. „Wenn ich erst einmal mit deinem Zimmer fertig bin, wirst du es kaum wieder erkennen“, versprach sie aufgeregt und fuhr nach einem schier endlosen Bummel endlich wieder auf jene Straße, die zurück zum Cullen Haus führte. Auf dem Heimweg musste sich Sofia nicht einmal panisch am Haltegriff festhalten, sondern lehnte sich lediglich angespannt nach hinten. Alice schien so avanciert und fokussiert, dass sie sich ja eigentlich keine Sorgen machen zu brauchte, oder? Zumindest versuchte sie, sich an diesem Gedanken festzuhalten, als der Volvo über die nassen Straßen von Forks rauschte.

Es waren die Jungs, die schlussendlich laut polternd die Kellertreppe nach unten kamen und den übervollen Kofferraum bestaunten, den die Mädchen vorhin nur mit Mühe zubekommen hatten. Alice hatte die Menge unterschätzt, sich davon aber keinesfalls beirren lassen. Sie küsste Jasper zur Begrüßung federleicht auf die Wange, was Sofia mit wehmütigem Blick beobachtete. Die zwei wirkten wie geschmiedet füreinander und gleichzeitig fragte sie sich auch, ob sie auch jemals einen Jungen finden würde, der sie so liebte wie Jasper Alice liebte. „Starren ist unhöflich“, ärgerte sie Emmett, der plötzlich neben ihr aufgetaucht war und sich der Menge wohl noch immer nicht im Klaren war. „Hast du es überlebt? Das sieht anstrengend aus“, witzelte er weiter und stapelte schon etwas auf seinen Armen, während Sofia ihm mit den leichteren Dingen unter die Arme griff. Zu irgendwas musste sie ja schließlich zu gebrauchen sein. „Es war so wie immer“, erklärte sie und dabei mussten sie alle lachen, weil sie Alice im Shoppingrausch nur zu gut kannten.
Oben machten sie sich sofort daran, die Möbel und den Boden mit Planen abzudecken, während Jasper schon die Farbe anrührte. Selbst Rosalie war gekommen und starrte mal mehr, mal weniger abwertend über die Errungenschaften, die sich im Flur stapelten. „Willst du streichen“?, fragte Jasper und er hielt Sofia schon das passende Material hin, während sie begeistert nickte. Mit Farben und kreativer Arbeit hatten sie total ins Schwarze getroffen.  
Sie malten tatsächlich nur eine Wand rosa an, nämlich die größte, und Emmett nahm Sofia auf die Schultern, sodass sie auch an die oberen Ecken kam. Wer brauchte da schon eine Leiter? „Du wiegst ja wirklich gar nichts“, hatte er bemerkt und sie ein wenig ruckeln lassen, als die Tür wieder aufging und Rosalie dem Geschehen einen halb pikierten, halb besorgten Blick zuwarf. „Emmett, wenn dieser Tollpatsch runterfällt, haben wir ein ernsthaftes Problem“!, meckerte sie und er umfasste schon einen seiner muskulösen Arme, als dieser ihr ihn wieder entzog. „Oh, du meinst wenn sowas passiert“? Wieder ließ er sie ruckeln. „Oder sowas“? Er umfasste Sofias Arme so schnell, dass diese den Ruck nicht mehr ausgleichen konnte. Unelegant rutschte sie von seinen Schultern direkt zu Boden und wurde nur vor einem Aufprall bewahrt, weil Emmett sie rechtzeitig wieder auffing. „Hey“, stieß sie erschrocken aus und fing schon an zu lachen, als Rosalie sie einen Schritt von Emmett wegstieß. „Du erklärst es Carlisle, sollte sie sich hier das Genick brechen“!
„Aber wir passen doch auf“, sprang nun Sofia für ihn in die Bresche und blinzelte Rosalie aus blauen, bittenden Augen an. „Mach dir keine Sorgen, ich bin nicht aus Zucker“! Es war wohl der ehrlichste und netteste Kommentar, den Sofia jemals an sie gewandt hatte und genauso überrascht wirkte sie auch darauf. Diesmal fiel keine weitere Gemeinheit, nur ihr stechender Blick schien ihr bis auf die Seele blicken zu wollen. „Siehst du, da hast du es gehört, Schatz“, mischte sich nun auch wieder Emmett mit ein und bespritzte sie mit rosa Farbe, was in einer regelrechten Farbenschlacht ausartete. Die Stimmung war total ausgelassen und Sofia schaffte es den kompletten restlichen Tag, sich nicht auch nur eine Minute lang an all die schweren Lebensthemen zu erinnern, die ihr ansonsten ständig präsent im Kopf herumspukten. Heute war ihr Denken beinahe ausgelassen und sie schaffte es sogar, ein paar halbwegs nette Sätze mit Rosalie auszutauschen, während sie ihr Zimmer zusammen dekorierten und in eine Art rosa Mädchentraum verwandelten. Alice hatte nicht zu viel versprochen, als sie gesagt hatte, dass sie ihr Zimmer in einen Palast verwandeln würden. Die Farben waren perfekt aufeinander abgestimmt und machten das Zimmer viel wohnlicher als zuvor. „Gefällt es dir“?, fragte Alice, als diese auch den letzten Handgriff getätigt hatte und sich stolz zu ihr herumdrehte. „Es ist wunderschön“, antwortete Sofia gerührt und fiel ihr kurzerhand einfach um den Hals. Ohne sie, hätte es sicher niemals so hübsch aussehen können. Bei dem Berg an Kissen und Kuscheldecken freute sie sich ja schon fast, heute Abend schlafen zu gehen.

Sofia hatte noch eine ganze Weile unter der Dusche schrubben müssen, ehe auch der letzte Rest Farbe von ihrem Körper gewaschen war. Edward hatte ihr in einem unbeobachteten Moment einen Strich quer über das Gesicht gemalt und sie somit für den restlichen Abend als Schweinchen gekennzeichnet. Sie hatten wirklich eine Menge Zeit und Spaß zusammen gehabt und den Abend noch mit einem leckeren Abendessen und einem Film ausklingen lassen, ehe Sofia langsam aber sicher müde wurde und schon aufstand, um sich zu verabschieden. „Gehst du schon? Jetzt kommen die ganzen guten Horrorfilme“, hatte Emmett gewitzelt und sein iPad zur Seite gelegt, mit dem er irgendein dämliches Autospiel gespielt hatte. Er war mit der Filmauswahl mal wieder nicht einverstanden gewesen. „Ja, ich bin müde“, murmelte sie und fixierte das technische Gerät intensiv. Es war, als fiele ihr plötzlich wieder ein, was sie so unbedingt herausfinden wollte. Sie hatte das nicht vergessen, sie hatte es nur temporär verschoben. Kurz spielte sie mit dem Gedanken, es einfach nochmal zu verschieben und einfach schlafen zu gehen, aber dann schoss ihr in den Kopf, dass ihr dieses Vorhaben mit Carlisle und Esme wohl nicht so leicht fallen würde. Sie hatte immer das Gefühl, das sie immer irgendwie ein Auge auf sie hatten. Also sprang sie über ihren Schatten und huschte nochmals zu Emmett zum Sofa. „Emmett“?, begann sie zuckersüß und er verzog schon das Gesicht bei dieser Ansprache. Irgendwas würde nun kommen. „Was willst du? Ich habe nicht noch mehr Süßigkeiten, du hast alles verputzt. Also bitte sei gnädig mit mir“? Er stupste sie spaßeshalber an die Schulter und grinste breit. So ein Spaßvogel. „Na gut, ich bin gnädig, wenn ich mir diese Nacht dein iPad ausleihen darf, okay“? Bittend blinzelte sie und erkannte, wie er sich verwirrt aufrichtete. „Hast du nicht gerade gesagt, dass du müde bist und schlafen willst? Wozu brauchst du dann das iPad“? Hoffentlich hatte Carlisle nichts gesagt. Niemanden von ihnen.
„Ich wollte mir ein Hörspiel zum schlafen anhören“, log sie eindrücklich. Das würde er ihr sicher nicht verbieten können.

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Sofia zieht es also tatsächlich durch und wird beim lügen nicht mal rot. Dabei sagte doch Rose noch, dass sie eigentlich gar nicht lügen kann. Ob ihr wohl jemand auf die Schliche kommt?
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